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Blasenprobleme durch Medikamente: Harnverhalt und Inkontinenz

Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder einen Harnverhalt nennen die Produktinformationen zum Beispiel bei Amitriptylin, Opioiden wie Morphin, Clozapin und dem Blasenmittel Solifenacin; häufigeres Wasserlassen oder mehr Urin etwa bei Furosemid und Dapagliflozin. Kann jemand plötzlich kaum noch oder gar kein Wasser mehr lassen (Harnverhalt), ist das laut IQWiG ein Notfall, der rasch behandelt werden muss; holen Sie dann sofort ärztliche Hilfe. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Mann um die siebzig mit weißem Haar steht nachts im Flur vor einer angelehnten Tür und hält sich nachdenklich eine Hand an den Unterbauch
Bild: KI-generiert

Medikamente können die Blase auf verschiedene Weise beeinflussen. Manche erschweren das Wasserlassen: Die Packungsbeilagen nennen etwa Störungen bei der Blasenentleerung oder einen Harnverhalt, bei dem sich die Blase nicht oder nicht ganz entleeren lässt [5, 10]. Andere erhöhen die Urinmenge oder führen zu häufigerem Wasserlassen, zum Beispiel das entwässernde Mittel Furosemid und das Diabetesmittel Dapagliflozin [17, 18]. Auch ein Verlust der Blasenkontrolle (Harninkontinenz) steht in einigen Produktinformationen, etwa bei Clozapin [13, 14]. Nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) können Harnwegsbeschwerden eine Nebenwirkung mancher Arzneimittel sein [1].

Welche Medikamente Blasenprobleme auslösen können

Die Beispiele stammen aus Packungsbeilagen und Fachinformationen; jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Mittel mit anticholinerger Wirkung: Das Antidepressivum Amitriptylin hat laut Fachinformation ausgeprägte anticholinerge Eigenschaften, wirkt also unter anderem gegen den Botenstoff Acetylcholin [4]. In seiner Packungsbeilage sind Störungen bei der Blasenentleerung als häufig eingestuft (bis zu 1 von 10 Behandelten), Schwierigkeiten beim Wasserlassen als gelegentlich (bis zu 1 von 100) [5]. Auch das Blasenmittel Solifenacin gehört laut Packungsbeilage zu den Anticholinergika [10]. Seine Packungsbeilage stuft Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung als gelegentlich und einen Harnverhalt als selten ein (bis zu 1 von 1.000 Behandelten) [10]. Für das Inhalationsmittel Ipratropium nennt die Packungsbeilage gelegentlich Schwierigkeiten beim Urinieren, insbesondere bei bereits bestehenden Problemen beim Wasserlassen [12]. Bei solchen Problemen, etwa einer vergrößerten Prostata, ist laut Fachinformation Vorsicht geboten, obwohl anticholinerge Nebenwirkungen im ganzen Körper bei dieser Art der Anwendung äußerst unwahrscheinlich sind [11].
  • Opioide (starke Schmerzmittel): Bei Morphin ist ein Harnverhalt laut Fach- und Gebrauchsinformation häufig [6, 7]. Die Packungsbeilage von Oxycodon nennt Schmerzen beim Wasserlassen und vermehrten Harndrang als häufig und einen Harnverhalt als gelegentlich [8]. Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung, zum Beispiel Psychopharmaka oder Mittel gegen Allergien, Erbrechen oder die Parkinson-Krankheit, können laut Packungsbeilage von Morphin anticholinerge Nebenwirkungen von Opioiden verstärken, etwa Störungen beim Wasserlassen [7].
  • Antidepressiva und Antipsychotika: Für Duloxetin stuft die Fachinformation häufigen Harndrang (Pollakisurie) als häufig ein und einen Harnverhalt als gelegentlich [15]. Bei Clozapin sind Harninkontinenz und Harnverhalt laut Fachinformation häufig; die Packungsbeilage spricht von Verlust der Blasenkontrolle und Problemen beim Wasserlassen [13, 14]. Menschen ab 60 Jahren können laut Fachinformation besonders anfällig sein für die anticholinergen Eigenschaften von Clozapin wie einen Harnverhalt und Verstopfung [13].
  • Entwässernde Mittel (Diuretika): Bei Furosemid ist eine erhöhte Urinmenge laut Fach- und Gebrauchsinformation häufig [16, 17]. Mit nicht bekannter Häufigkeit nennen beide Anzeichen einer Harnabflussbehinderung, etwa bei vergrößerter Prostata, bis zur Harnsperre (Harnverhaltung) mit Folgekomplikationen [16, 17]. Laut gesund.bund.de gehört die Einnahme bestimmter Medikamente wie Diuretika zu den Risikofaktoren für eine Blasenschwäche [2].
  • SGLT2-Hemmer (Diabetesmittel): Bei Dapagliflozin nennt die Packungsbeilage als häufig, dass mehr Urin als üblich ausgeschieden wird oder man häufiger Wasser lassen muss; ebenfalls häufig sind Harnwegsinfektionen [18]. Mehr dazu: Infektanfälligkeit.
  • Erkältungsmittel mit Pseudoephedrin: Die Packungsbeilage eines rezeptfreien Kombinationspräparats mit Acetylsalicylsäure und Pseudoephedrin nennt einen Harnverhalt, insbesondere bei Prostatavergrößerung; die Häufigkeit ist nicht bekannt [19]. Mehr unter Nasensprays und Schnupfenmittel.

Die erste Tabelle zeigt Wirkstoffe, deren Produktinformation Probleme beim Wasserlassen, einen Harnverhalt oder ungewollten Urinverlust nennt:

Probleme beim Wasserlassen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AmitriptylinHäufigStörungen bei der Blasenentleerung · Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt)
AtomoxetinHäufigBei Kindern und Jugendlichen: Schwierigkeiten beim Wasserlassen wie häufiges oder stockendes Wasserlassen oder Schmerzen dabei · Bei Erwachsenen: Schwierigkeiten beim Wasserlassen, etwa nicht Wasserlassen zu können,…
CarvedilolHäufigSchwierigkeiten beim Wasserlassen (Miktionsstörungen)
CelecoxibHäufigIn Langzeitstudien außerhalb von Gelenkerkrankungen (Einnahme bis zu 3 Jahre) zusätzlich beobachtet: Nierensteine (können zu Bauch- oder Rückenschmerzen oder zu Blut im Urin führen), Schwierigkeiten beim Wasserlassen
CitalopramHäufigVermehrte Harnausscheidung (Polyurie), Schwierigkeiten beim Wasserlassen · Blasenentleerungsstörungen (Harnverhalt)
ClozapinHäufigVerlust der Blasenkontrolle (Harninkontinenz) und Probleme beim Wasserlassen (Harnverhalt)
DapagliflozinHäufigBeschwerden oder Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
DoxepinHäufigStörungen beim Wasserlassen · Harnverhalt
FentanylHäufigUnfähigkeit zu urinieren oder die Blase vollständig zu leeren (Harnverhalt)
HaloperidolHäufigHarnverhalt oder Unvermögen, die Blase vollständig zu entleeren
LevomethadonHäufigVerminderte Harnmenge, Störungen der Blasenentleerung, gelegentlich bis häufig
MorphinHäufigHarnverhalt
TacrolimusHäufigBeeinträchtigte Nierenfunktion, verringerte Harnbildung, eingeschränktes oder schmerzhaftes Wasserlassen; laut Fachinformation auch Nierenversagen, akutes Nierenversagen, Absterben von Zellen der Nierenkanälchen…
VenlafaxinHäufigHäufigeres Wasserlassen (Pollakisurie), verzögertes oder erschwertes Wasserlassen und Harnverhalt
AlprazolamGelegentlichUnwillkürlicher Urinverlust (Inkontinenz), Probleme beim Wasserlassen (Harnverhalt)
AmisulpridGelegentlichSchwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt)
AmlodipinGelegentlichStörungen beim Wasserlassen, vermehrter nächtlicher Harndrang, häufigeres Wasserlassen
AzithromycinGelegentlichSchmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), Nierenschmerzen
Botulinumtoxin Typ AGelegentlichBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Unfähigkeit, die Blase zu entleeren (Harnverhalt), sowie Blutungen aus der Blase oder der Harnröhre
BuprenorphinGelegentlichSchwierigkeiten beim Wasserlassen oder Harnverhaltung
DiazepamGelegentlichHarnverhaltung
DimenhydrinatGelegentlichBeschwerden beim Wasserlassen (Miktionsstörungen)
DoxazosinGelegentlichSchwierigkeiten oder Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), rote Blutzellen im Urin (Hämaturie), häufiger Harndrang · Harnentleerungsstörungen, vermehrte nächtliche Urinproduktion (Nykturie), vermehrte Urinausscheidung…
DuloxetinGelegentlichSchwierigkeiten beim Wasserlassen oder Unfähigkeit dazu (Harnverhalten, Harnverzögerung), verminderter Harnfluss
EmpagliflozinGelegentlichAnstrengung oder Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring)GelegentlichSchwierigkeiten oder Schmerzen beim Wasserlassen, verstärktes Harndranggefühl, vermehrtes Wasserlassen
FluoxetinGelegentlichSchwierigkeiten beim Wasserlassen · Probleme beim Wasserlassen (laut Fachinformation Harnverhalt)
HydromorphonGelegentlichUnvollständige Blasenentleerung (Harnverhalt)
IpratropiumGelegentlichSchwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt), besonders bei bereits bestehenden Problemen beim Wasserlassen
LeuprorelinGelegentlichBei Männern mit Prostatakrebs: Unvermögen, die gefüllte Harnblase von selbst zu entleeren (Harnverhalt)
MethotrexatGelegentlichEntzündung und Geschwüre der Blase (möglicherweise mit blutigem Urin), Blasenentleerungsstörungen, schmerzhaftes Wasserlassen, wenig oder kein Urin
MetronidazolGelegentlichSchmerzhaftes Wasserlassen (Dysurie), Blasenentzündung (Zystitis) und unfreiwilliger Abgang von Urin (Harninkontinenz)
MoxonidinGelegentlichUnfähigkeit, Wasser zu lassen (Harnverhalten) oder Inkontinenz
MycophenolsäureGelegentlichBlutiger Urin, Nierenschädigung, Schmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen
NifedipinGelegentlichSchmerzhafter Harndrang mit erschwertem Wasserlassen (Dysurie)
OlanzapinGelegentlichHarninkontinenz, Unfähigkeit, Wasser zu lassen
OpipramolGelegentlichStörungen beim Wasserlassen · Harnsperre
OxycodonGelegentlichHarnverhalt
ParoxetinGelegentlichUnfähigkeit, Wasser zu lassen (Harnverhalt), oder unkontrollierbares, unwillkürliches Wasserlassen (Harninkontinenz)
PregabalinGelegentlichSchwierigkeiten oder Schmerzen beim Wasserlassen, Harninkontinenz · Nierenversagen, Verringerung der Harnmenge, Harnverhalt
PropiverinGelegentlichUnvermögen, die Blase zu entleeren (Harnverhalt) · Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Blasen- und Harnröhrenbeschwerden)
QuetiapinGelegentlichSchwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt)
RanolazinGelegentlichProbleme beim Harnlassen (Dysurie), Blut im Harn (Hämaturie), dunkler Harn (Chromaturie) · Akutes Nierenversagen, mangelnde Fähigkeit, Wasser zu lassen (Harnretention)
RisperidonGelegentlichHäufiges Wasserlassen, Unfähigkeit zu urinieren (Harnverhalt), Schmerzen beim Wasserlassen
SertralinGelegentlichBlasenentleerungsstörung, Unvermögen, die Blase zu entleeren (Harnverhalt), Harninkontinenz · Verzögertes oder vermindertes Wasserlassen
SolifenacinGelegentlichSchwierigkeiten bei der Blasenentleerung · Ansammlung von Harn in der Blase wegen gestörter Blasenentleerung (Harnverhalt)
TapentadolGelegentlichVerzögertes Wasserlassen, häufiges Wasserlassen
TiotropiumGelegentlichSchwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt), Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
TorasemidGelegentlichHarnverhaltung bei bestehenden Harnflussbehinderungen (z. B. vergrößerte Prostata); laut Fachinformation auch Überdehnung der Blase
TrospiumchloridGelegentlichStörungen der Harnentleerung (z. B. Restharnbildung) · Harnverhaltung
AgomelatinSeltenUnfähigkeit, die Harnblase vollständig zu entleeren (Harnverhalt)
BaclofenSeltenHarnverhalt (Harnverhaltung)
ButylscopolaminSeltenStörungen beim Wasserlassen wie Harnverhaltung, Nachtröpfeln oder verminderter Harnstrahl
ClonidinSeltenStörungen beim Wasserlassen (Miktionsstörungen), Abnahme der Harnproduktion durch verminderte Durchblutung der Niere
DihydralazinSeltenStörungen beim Wasserlassen (Miktionsstörungen)
Levodopa/CarbidopaSeltenSchwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt) oder Inkontinenz
LoperamidSeltenHarnverhalt (Harnretention)
PaliperidonSeltenUnfähigkeit, Wasser zu lassen
SalbutamolSeltenStörungen beim Wasserlassen (Miktionsstörungen)
TramadolSeltenErschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen, weniger Urin als normal (Dysurie, Harnverhalt)
BiperidenSehr seltenStörungen der Harnentleerung, insbesondere bei vergrößerter Vorsteherdrüse (Prostata-Adenom); Harnverhaltung
BupropionSehr seltenHäufigeres oder selteneres Wasserlassen als üblich oder Harnverhalt, unfreiwilliger Urinverlust (Harninkontinenz)
CarbamazepinSehr seltenNierengewebsentzündung (interstitielle Nephritis), Nierenversagen und andere Beschwerden beim Wasserlassen (häufiges Wasserlassen, Schmerzen beim Wasserlassen, Harnverhalt)
CetirizinSehr seltenAbnorme Harnausscheidung: Bettnässen, Schmerzen und/oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen · Harnverhalt (Unfähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren)
AripiprazolNicht bekanntUngewollter Harnabgang (Inkontinenz), Schwierigkeiten beim Wasserlassen
BromazepamNicht bekanntProbleme beim Wasserlassen (laut Fachinformation Harnverhalt)
DomperidonNicht bekanntUnfähigkeit zu urinieren (Harnverhalt)
EscitalopramNicht bekanntSchwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt)
FurosemidNicht bekanntAnzeichen einer Harnabflussbehinderung (z. B. bei Prostatavergrößerung, Harnstauungsniere, Harnleiterverengung) bis hin zur Harnsperre (Harnverhaltung) mit Folgekomplikationen
LevocetirizinNicht bekanntErschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen (Dysurie), unvollständige Blasenentleerung (Harnverhalt)
LithiumNicht bekanntHarninkontinenz
MirtazapinNicht bekanntSchwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt)
PipamperonNicht bekanntHarnverhalt
PridinolNicht bekanntStörungen beim Wasserlassen (Miktionsstörung) · Laut Fachinformation: akuter Harnverhalt bei gutartiger Vergrößerung der Prostata (BPH)
PseudoephedrinNicht bekanntHarnverhalt, insbesondere bei Prostatavergrößerung
TestosteronNicht bekanntHarnverhalten; laut Fachinformation Behinderung des Harnabflusses (Harnwegsobstruktion)
TrazodonNicht bekanntStörung beim Wasserlassen (Miktionsstörung)
TrimipraminNicht bekanntStörungen beim Wasserlassen und Harnverhaltung

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (78 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Probleme beim Wasserlassen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (1 Wirkstoff)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Probleme beim Wasserlassen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
IsotretinoinSchwierigkeiten beim Wasserlassen, geschwollene Augenlider, Gefühl übermäßiger Müdigkeit als mögliche Anzeichen einer Nierenentzündung (Glomerulonephritis)Sehr selten

Die zweite Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation häufigeres Wasserlassen, verstärkten Harndrang oder eine größere Urinmenge nennt:

Häufiges Wasserlassen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AtomoxetinHäufigBei Kindern und Jugendlichen: Schwierigkeiten beim Wasserlassen wie häufiges oder stockendes Wasserlassen oder Schmerzen dabei · Bei Erwachsenen: Schwierigkeiten beim Wasserlassen, etwa nicht Wasserlassen zu können,…
BaclofenHäufigStörungen der Blasenentleerung (häufiges Wasserlassen, Bettnässen, Harnzwang)
CitalopramHäufigVermehrte Harnausscheidung (Polyurie), Schwierigkeiten beim Wasserlassen
DapagliflozinHäufigMehr Urin als üblich oder häufigeres Wasserlassen (Polyurie) · Aufwachen in der Nacht wegen Harndrangs (Nykturie)
DuloxetinHäufigHäufiger Harndrang (Pollakisurie) · Nächtliches Wasserlassen (Nykturie) und vermehrte Harnausscheidung (Polyurie)
EmpagliflozinHäufigGrößere Harnmenge als gewöhnlich oder häufigeres Wasserlassen (verstärkte Harnausscheidung)
FluoxetinHäufigHäufigeres Wasserlassen
FurosemidHäufigErhöhte Urinmenge
HydromorphonHäufigPlötzlich auftretender, verstärkter Harndrang
LeuprorelinHäufigBei Männern mit Prostatakrebs: vermehrter nächtlicher Harndrang, Beschwerden beim Wasserlassen, häufige Entleerung kleiner Harnmengen
OxycodonHäufigSchmerzen beim Wasserlassen und vermehrter Harndrang
TopiramatHäufigNierensteine, häufiges oder schmerzhaftes Wasserlassen · Blut im Urin, Harninkontinenz, dringendes Bedürfnis zu urinieren, Schmerzen in der Flanke oder den Nieren
VenlafaxinHäufigHäufigeres Wasserlassen (Pollakisurie), verzögertes oder erschwertes Wasserlassen und Harnverhalt
AdalimumabGelegentlichNächtlicher Harndrang (Nykturie)
AmlodipinGelegentlichStörungen beim Wasserlassen, vermehrter nächtlicher Harndrang, häufigeres Wasserlassen
CelecoxibGelegentlichIn Langzeitstudien außerhalb von Gelenkerkrankungen zusätzlich beobachtet: vermehrtes nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
DoxazosinGelegentlichSchwierigkeiten oder Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), rote Blutzellen im Urin (Hämaturie), häufiger Harndrang · Harnentleerungsstörungen, vermehrte nächtliche Urinproduktion (Nykturie), vermehrte Urinausscheidung…
Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring)GelegentlichSchwierigkeiten oder Schmerzen beim Wasserlassen, verstärktes Harndranggefühl, vermehrtes Wasserlassen
FebuxostatGelegentlichBlut im Urin, auffällig häufiges Wasserlassen, Harndrang, erhöhte Eiweißwerte im Urin, Funktionsstörungen der Nieren (laut Fachinformation auch Nierenversagen), Nierensteine, Harnwegsinfektion
GuanfacinGelegentlichHäufiger Harndrang (Pollakisurie)
LercanidipinGelegentlichErhöhte Urinmenge (Polyurie) · Häufigeres Wasserlassen als gewöhnlich (Pollakisurie)
LetrozolGelegentlichHäufigerer Harndrang
MethylphenidatGelegentlichBlut im Urin, häufiges Wasserlassen
NifedipinGelegentlichVermehrter Harndrang und vermehrte tägliche Urinausscheidung (Polyurie)
NitrendipinGelegentlichGesteigerte Harnausscheidung (Polyurie)
PaliperidonGelegentlichUrininkontinenz, häufiges Wasserlassen, Schmerzen beim Wasserlassen
PravastatinGelegentlichBlasenprobleme: schmerzhaftes oder häufigeres Wasserlassen, nächtliches Wasserlassen
RamiprilGelegentlichVermehrtes Wasserlassen im Laufe des Tages (gesteigerte Diurese)
RisperidonGelegentlichHäufiges Wasserlassen, Unfähigkeit zu urinieren (Harnverhalt), Schmerzen beim Wasserlassen
SertralinGelegentlichHäufigeres, vermehrtes und nächtliches Wasserlassen
TapentadolGelegentlichVerzögertes Wasserlassen, häufiges Wasserlassen
ZolmitriptanGelegentlichMehr Urin oder häufigeres Wasserlassen · Plötzlicher Harndrang
DrospirenonSeltenVermehrte Harnproduktion (Polyurie)
ItraconazolSeltenHäufiges Wasserlassen (Pollakisurie)
MelatoninSeltenAusscheidung großer Harnmengen, nächtliches Wasserlassen
ValproinsäureSeltenNächtliches Bettnässen; Nierenfunktionsstörung (Fanconi-Syndrom) mit häufigem Wasserlassen, Durst, Ausscheidung von Phosphat, Zucker und Eiweißbausteinen und Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose);…
BupropionSehr seltenHäufigeres oder selteneres Wasserlassen als üblich oder Harnverhalt, unfreiwilliger Urinverlust (Harninkontinenz)
CarbamazepinSehr seltenNierengewebsentzündung (interstitielle Nephritis), Nierenversagen und andere Beschwerden beim Wasserlassen (häufiges Wasserlassen, Schmerzen beim Wasserlassen, Harnverhalt)
FelodipinSehr seltenHäufiger Harndrang (Pollakisurie)
UrapidilSehr seltenVerstärkter Harndrang oder Verstärkung einer Harninkontinenz
BrinzolamidNicht bekanntHäufiges Wasserlassen (Pollakisurie)
LithiumNicht bekanntZu Beginn der Behandlung: feinschlägiges Zittern, vermehrte Harnausscheidung, Durst und Übelkeit; laut Fachinformation klingen diese Beschwerden meist mit der Zeit oder nach Verringerung der Dosis ab · Verstärktes…
PyridostigminNicht bekanntVerstärkter Harndrang

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (43 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Häufiges Wasserlassen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (5 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Häufiges Wasserlassen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
CalcitriolStark erhöhte Calciumkonzentration im Blut, die zu Fieber, starkem Durstgefühl, Austrocknung, häufigem Wasserlassen, Bettnässen, Verstopfung, Magenschmerzen, Darmverschluss und unregelmäßigem Herzschlag führen kann; außerdem können Harnwegsinfekte und…Selten
DenosumabHarnwegsinfektion mit Schmerzen beim Wasserlassen, häufigem Wasserlassen, Blut im Harn oder nicht unterdrückbarem HarndrangHäufig
IsotretinoinÜbermäßiges Durstgefühl und häufiges Bedürfnis, Wasser zu lassen, als mögliche Anzeichen für DiabetesSehr selten
NivolumabNierenentzündung; nicht infektiöse Blasenentzündung mit häufigem und/oder schmerzhaftem Wasserlassen, Harndrang, Blut im Urin, Schmerzen oder Druck im UnterbauchSelten
PembrolizumabNicht infektiöse Blasenentzündung mit häufigem und/oder schmerzhaftem Wasserlassen, Harndrang, Blut im Urin, Schmerzen oder Druck im UnterbauchSelten

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen. Eine Verfärbung des Urins behandelt die Seite Urinverfärbung.

Woran Sie Blasenprobleme durch ein Medikament erkennen

Wie sich eine Behinderung des Harnabflusses anfühlt, beschreibt das IQWiG am Beispiel der vergrößerten Prostata: Der Harndrang ist häufiger und stärker als zuvor, besonders nachts; es dauert eine Weile, bis der Urin kommt; der Harnstrahl ist schwächer, und das Wasserlassen dauert länger; nach dem Wasserlassen tropft Urin nach, und die Blase fühlt sich nicht richtig leer an [1]. Ähnliche Beschwerden nennen Packungsbeilagen als Nebenwirkung, zum Beispiel Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder bei der Blasenentleerung und vermehrten Harndrang [5, 8, 10].

Ob Beschwerden beim Wasserlassen mit einem Medikament zusammenhängen, klärt die Ärztin oder der Arzt. Laut IQWiG fragt sie oder er dabei, wie oft man Wasser lassen muss; hilfreich kann eine Strichliste sein, die man ein oder zwei Tage vor dem Arztbesuch führt [1]. Sinnvoll ist auch, mitzuteilen, welche Medikamente man nimmt [1]. Bei Blasenschwäche ist es laut gesund.bund.de für das Arztgespräch hilfreich, vorab zwei Tage lang Trinkmenge, Toilettenbesuche, Urinmenge, ungewollten Urinverlust und die Häufigkeit des Harndrangs aufzuschreiben [2].

Bestehen bereits Probleme beim Wasserlassen oder ist die Prostata vergrößert, bitten die Packungsbeilagen von Amitriptylin, Clozapin und Ipratropium darum, die Ärztin oder den Arzt vor der Behandlung darüber zu informieren [5, 12, 14]. Die Fachinformation von Morphin sieht bei einer vergrößerten Prostata mit Restharnbildung eine sorgfältige ärztliche Überwachung und gegebenenfalls eine niedrigere Dosis vor, weil durch einen Harnverhalt die Gefahr besteht, dass die Blase reißt [6].

Auch mehrere Mittel zugleich spielen eine Rolle. Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin können laut Fachinformation die Wirkungen anderer anticholinerger Mittel auf die Harnblase verstärken [4]. Bei Solifenacin kann die gleichzeitige Gabe anderer Arzneimittel mit anticholinergen Eigenschaften laut Fachinformation die Nebenwirkungen ebenfalls verstärken [9]. Mehr dazu: Viele Medikamente gleichzeitig und Medikamente im Alter.

Warum Medikamente Blasenprobleme auslösen können

Anticholinerge Wirkung: Die Harnblase wird laut Fachinformation von Solifenacin von Nerven gesteuert, deren Botenstoff Acetylcholin über bestimmte Rezeptoren (Muskarinrezeptoren) den Blasenmuskel zusammenziehen lässt; Solifenacin hemmt diese Rezeptoren [9]. Bei einer überaktiven Blase soll das laut Packungsbeilage die Zeit zwischen den Toilettengängen verlängern und die Urinmenge vergrößern, die die Blase halten kann [10]. Eine Überdosis kann laut Fachinformation möglicherweise zu schweren anticholinergen Wirkungen führen; ein Harnverhalt kann dann durch Katheterisierung behandelt werden [9].

Opioide: Morphin steigert laut Fachinformation die Spannung (den Tonus) der Harnblasenmuskulatur und des Blasenschließmuskels [6].

Mehr Urin: Furosemid hemmt laut Fachinformation in der Niere die Rückaufnahme von Salzen; als Folge wird mehr Harn ausgeschieden [16]. Bei Menschen mit Blasenentleerungsstörungen, etwa durch eine vergrößerte Prostata, kann die plötzlich einsetzende Harnflut laut Fach- und Gebrauchsinformation zu einer Harnsperre mit Überdehnung der Blase führen [16, 17]. Dapagliflozin lässt laut Fachinformation Zucker mit dem Harn ausscheiden; das führt zu einer vermehrten Wasserausscheidung (osmotische Diurese) und einer größeren Harnmenge [18]. Die Zuckerausscheidung mit dem Harn ist laut Fachinformation möglicherweise mit einem erhöhten Risiko für Harnwegsinfektionen verbunden [18].

Was Sie tun können

Ältere Frau mit kurzem grauem Haar spricht in einem hellen Sprechzimmer ruhig mit einem Arzt
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Furosemid soll laut Packungsbeilage nicht ohne ärztliche Anordnung unterbrochen oder vorzeitig beendet werden [17]. Clozapin dürfen Sie laut Packungsbeilage nicht ohne Rücksprache beenden, weil es zu Entzugserscheinungen kommen kann [14]. Wird Solifenacin abgebrochen, können die Beschwerden der überaktiven Blase laut Packungsbeilage wieder auftreten oder sich verschlechtern [10]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Sprechen Sie Beschwerden beim Wasserlassen an und nennen Sie alle Mittel, die Sie einnehmen [1]. Was dann infrage kommt, hängt vom Wirkstoff und von Ihrer Situation ab. Bei Morphin und einer vergrößerten Prostata mit Restharn sieht die Fachinformation zum Beispiel eine sorgfältige Überwachung und gegebenenfalls eine Verringerung der Dosis vor [6]. Furosemid darf bei Blasenentleerungsstörungen laut Packungsbeilage nur angewendet werden, wenn für freien Harnabfluss gesorgt ist [17]. Vor einer Behandlung mit Solifenacin prüft die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage, ob andere Gründe für den häufigen Harndrang vorliegen, etwa eine Herzschwäche oder eine Nierenerkrankung; bei einer Harnwegsinfektion verordnet sie oder er ein Antibiotikum [10].

Bei rezeptfreien Mitteln nachfragen. Wer eine vergrößerte Prostata hat, soll laut Packungsbeilage des genannten Erkältungsmittels mit Pseudoephedrin vor der Einnahme mit der Ärztin, dem Arzt oder in der Apotheke sprechen [19]. Fragen Sie auch bei anderen rezeptfreien Mitteln nach, wenn Sie bereits Probleme beim Wasserlassen haben. Mehr im Ratgeber Rezeptfrei und apothekenpflichtig.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die dort nicht angegeben sind; Sie können sie auch direkt melden [10]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Kein Wasserlassen mehr möglich. Bei einem Harnverhalt kann man laut IQWiG plötzlich kaum noch oder gar kein Wasser mehr lassen. Er ist laut IQWiG ein Notfall und muss rasch behandelt werden; dabei wird zunächst die Harnblase durch einen Katheter entlastet [1]. Laut Fachinformation von Morphin besteht bei einer vergrößerten Prostata mit Restharnbildung durch einen Harnverhalt die Gefahr, dass die Blase reißt [6].

Zeichen einer schweren Harnwegsinfektion. Unter Dapagliflozin nennt die Packungsbeilage Fieber und/oder Schüttelfrost, ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen und Schmerzen im Rücken oder an der Seite als Anzeichen einer schweren Harnwegsinfektion; dann soll die Einnahme laut Packungsbeilage beendet und schnellstmöglich eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden [18]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Bemerken Sie Blut im Urin, informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [18]. Unabhängig vom Medikament sollten Menschen mit einer Blasenentzündung laut gesund.bund.de schnell eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufsuchen, wenn zusätzlich Schmerzen in der Nierengegend, Fieber, Übelkeit und Erbrechen auftreten; diese Beschwerden können auf eine Nierenbeckenentzündung hinweisen [3].

Schwellung im Genitalbereich mit Fieber. Bei Menschen, die SGLT2-Hemmer einnahmen, wurden laut Fachinformation von Dapagliflozin Fälle einer schwerwiegenden und potenziell lebensbedrohlichen Weichteilinfektion der Genitalien oder des Bereichs zwischen Genitalien und Darmausgang gemeldet (nekrotisierende Fasziitis des Perineums, Fournier-Gangrän); die Packungsbeilage stuft sie als sehr selten ein (bis zu 1 von 10.000 Behandelten) [18]. Sprechen Sie laut Packungsbeilage sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Schmerzen, Empfindlichkeit, Rötung oder Schwellungen der Genitalien oder in diesem Bereich zusammen mit Fieber oder allgemeinem Unwohlsein auftreten [18].

Zu viel eingenommen. Zu den Anzeichen einer Überdosierung von Amitriptylin gehören laut Packungsbeilage unter anderem Schwierigkeiten beim Wasserlassen, ein schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Verstopfung und Krampfanfälle; wenden Sie sich dann sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses, auch wenn keine Beschwerden erkennbar sind [5]. In lebensbedrohlichen Fällen, zum Beispiel bei Bewusstlosigkeit, Vergiftungen, akuten und anhaltenden Krampfanfällen oder akuten und anhaltenden stärksten Schmerzen, alarmieren Sie den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [20]. Akute Harnwegsinfekte, die nicht bis zum nächsten Tag warten können, versorgt außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [20].

Andere Ursachen

Nicht jedes Blasenproblem unter einem Medikament kommt vom Medikament. Bei Männern ist eine gutartige Prostatavergrößerung laut IQWiG der häufigste Grund für Beschwerden beim Wasserlassen; es gibt aber noch andere mögliche Ursachen [1]. Im Alter von 50 bis 59 Jahren sind etwa 20 bis 45 von 100 Männern von einer gutartigen Prostatavergrößerung betroffen, über 70 Jahre haben bis zu 70 von 100 Männern damit zu tun [1]. Zu einem Harnverhalt kommt es in fünf Jahren bei etwa 1 bis 3 von 100 Männern mit einer gutartigen Prostatavergrößerung [1].

Starker und häufiger Harndrang sowie stechende oder brennende Schmerzen beim Wasserlassen sind laut gesund.bund.de typisch für eine Blasenentzündung, an der vor allem Frauen erkranken [3]. Wandern die Bakterien bis in die Nieren, kann eine Nierenbeckenentzündung entstehen [3].

Eine Blasenschwäche (Harninkontinenz) entsteht laut gesund.bund.de in der Regel durch mehrere Risikofaktoren zusammen, darunter ein hohes Alter, Pflegebedürftigkeit, Übergewicht, Diabetes und neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose und Parkinson [2]. Die häufigsten Formen sind die Belastungsinkontinenz, bei der etwa Husten oder Niesen zu Urinverlust führt, und die überaktive Blase mit vermehrtem, nicht unterdrückbarem Harndrang [2]. Bei einer Überlaufinkontinenz fließt der Urin bei voller Blase einfach ab; auslösen können das eine schwache Blasenmuskulatur oder eine Einengung der Harnröhre, etwa durch Tumore, Harnsteine oder eine vergrößerte Prostata [2]. Mehr unter Reizblase und Inkontinenz und Nierensteine.

Häufiger Harndrang kann laut Packungsbeilage von Solifenacin auch mit einer Herzschwäche oder einer Nierenerkrankung zusammenhängen [10]. Mehr unter Niereninsuffizienz.

Quellen

  1. Gutartige Prostatavergrößerung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 28.06.2022. abgerufen am 12.10.2026
  2. Behörde Blasenschwäche (Harninkontinenz). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie). Stand 20.09.2025. abgerufen am 12.10.2026
  3. Behörde Blasenentzündung (Harnwegsinfektion). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 27.08.2024. abgerufen am 12.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Morphin-ratiopharm Retardtabletten (10, 30, 60 und 100 mg). ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Morphin-ratiopharm 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 12.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxycodon-HCl-ratiopharm 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation Solifenacin-ratiopharm 5 mg/10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Solifenacin-ratiopharm 5 mg/10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  11. Fachinformation Fachinformation Ipratropium Teva 250 Mikrogramm/1 ml und 500 Mikrogramm/2 ml Lösung für einen Vernebler. TEVA GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ipratropium Teva 500 Mikrogramm/2 ml Lösung für einen Vernebler. TEVA GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
  13. Fachinformation Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation Duloxetin-ratiopharm magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Furosemid-ratiopharm 40 mg / 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Furosemid-ratiopharm 40 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  18. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Forxiga (Dapagliflozin), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. AstraZeneca AB (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Grippostad COMPLEX ASS/Pseudoephedrinhydrochlorid mit Orangenaroma 500 mg/30 mg Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 12.10.2026
  20. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können Probleme beim Wasserlassen auslösen?

Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder einen Harnverhalt nennen die Produktinformationen zum Beispiel bei dem Antidepressivum Amitriptylin, bei Opioiden wie Morphin und Oxycodon, bei dem Antipsychotikum Clozapin, bei dem Blasenmittel Solifenacin und bei Erkältungsmitteln mit Pseudoephedrin. Häufigeres Wasserlassen oder mehr Urin nennen sie etwa bei Furosemid, Dapagliflozin und Duloxetin. Die beiden Tabellen auf dieser Seite zeigen, welche Wirkstoffe mit Steckbrief Blasenprobleme nennen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Was ist ein Harnverhalt und wann ist er gefährlich?

Bei einem Harnverhalt lässt sich die Blase nicht oder nicht ganz entleeren. Kann jemand plötzlich kaum noch oder gar kein Wasser mehr lassen, ist das laut IQWiG ein Notfall, der rasch behandelt werden muss; holen Sie dann sofort ärztliche Hilfe. Bei der Behandlung wird laut IQWiG zunächst die Harnblase durch einen Katheter entlastet. Laut Fachinformation von Morphin besteht bei einer vergrößerten Prostata mit Restharn durch einen Harnverhalt die Gefahr, dass die Blase reißt.

Warum ist eine vergrößerte Prostata bei manchen Medikamenten wichtig?

Mehrere Packungsbeilagen bitten darum, vor der Einnahme mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen, wenn die Prostata vergrößert ist oder Probleme beim Wasserlassen bestehen, zum Beispiel die von Amitriptylin, Clozapin, Ipratropium und Morphin. Furosemid darf bei Blasenentleerungsstörungen laut Packungsbeilage nur angewendet werden, wenn für freien Harnabfluss gesorgt ist, weil eine plötzlich einsetzende Harnflut zu einer Harnsperre mit Überdehnung der Blase führen kann. Bei Pseudoephedrin nennt die Packungsbeilage einen Harnverhalt, insbesondere bei Prostatavergrößerung.

Können Wassertabletten zu häufigem Wasserlassen oder Inkontinenz führen?

Entwässernde Mittel (Diuretika) sollen die Urinausscheidung steigern. Bei Furosemid ist eine erhöhte Urinmenge laut Packungsbeilage häufig. Laut gesund.bund.de gehört die Einnahme bestimmter Medikamente wie Diuretika zu den Risikofaktoren für eine Blasenschwäche (Harninkontinenz). Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Können Erkältungsmittel Probleme beim Wasserlassen machen?

Ja, das ist bei manchen möglich. Die Packungsbeilage eines rezeptfreien Erkältungsmittels mit Acetylsalicylsäure und Pseudoephedrin nennt einen Harnverhalt, insbesondere bei Prostatavergrößerung. Die Häufigkeit ist nicht bekannt. Wer eine vergrößerte Prostata hat, soll laut dieser Packungsbeilage vor der Einnahme mit der Ärztin, dem Arzt oder in der Apotheke sprechen.

Können Diabetes-Medikamente wie Dapagliflozin Harnwegsinfekte auslösen?

Laut Packungsbeilage von Dapagliflozin sind Harnwegsinfektionen häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten). Laut Fachinformation ist die Ausscheidung von Zucker mit dem Harn möglicherweise mit einem erhöhten Risiko für Harnwegsinfektionen verbunden. Fieber oder Schüttelfrost, ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen und Schmerzen im Rücken oder an der Seite sind laut Packungsbeilage Anzeichen einer schweren Harnwegsinfektion. Holen Sie dann in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Soll ich das Medikament absetzen, wenn ich Probleme beim Wasserlassen habe?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Furosemid etwa soll laut Packungsbeilage nicht ohne ärztliche Anordnung unterbrochen werden, und bei Clozapin kann es nach plötzlichem Absetzen zu Entzugserscheinungen kommen. Sprechen Sie Beschwerden beim Wasserlassen in der Praxis an. Können Sie plötzlich kaum noch oder gar kein Wasser mehr lassen, holen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Welche anderen Ursachen haben Beschwerden beim Wasserlassen?

Bei Männern ist laut IQWiG eine gutartig vergrößerte Prostata der häufigste Grund für Beschwerden beim Wasserlassen. Infrage kommen außerdem zum Beispiel eine Blasenentzündung, eine Blasenschwäche, die mit dem Alter häufiger wird, und Erkrankungen wie Diabetes, Multiple Sklerose oder Parkinson. Häufiger Harndrang kann laut Packungsbeilage von Solifenacin auch mit einer Herzschwäche oder einer Nierenerkrankung zusammenhängen. Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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