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Doxepin: Nebenwirkungen und Wirkung

Doxepin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Es wird bei depressiven Erkrankungen, krankhaften Angstzuständen, leichten Entzugserscheinungen sowie bei Unruhe, Angst oder Schlafstörungen im Zusammenhang damit angewendet. Häufig sind Störungen beim Wasserlassen, innere Unruhe, Durstgefühl, Hautreaktionen und sexuelle Störungen. Bei Herzrhythmusstörungen, hohem Fieber mit Halsschmerzen oder Suizidgedanken wenden Sie sich unverzüglich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Mann Mitte fünfzig sitzt abends in einem gemütlichen Wohnzimmer im Lesesessel unter einer warmen Stehlampe und schaut entspannt vor sich hin
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Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Störungen beim Wasserlassen[1, 2]
  • Häufig: Innere Unruhe[1, 2]
  • Häufig: Durstgefühl[1, 2]
  • Häufig: Allergische Hautreaktionen und Juckreiz[1, 2]
  • Häufig: Sexuelle Störungen: Abnahme des sexuellen Interesses, Ejakulationsstörungen bzw. Potenzstörungen[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Doxepin eingesetzt?

Doxepin ist ein Mittel zur Behandlung depressiver Störungen aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva [1, 2]. Es wird angewendet bei depressiven Erkrankungen, bei krankhaften Angstzuständen (Angstsyndromen), bei leichten Entzugserscheinungen bei Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit sowie bei Unruhe, Angst oder Schlafstörungen im Zusammenhang mit depressiven Erkrankungen oder leichten Entzugserscheinungen [1, 2]. Mehr zu den Erkrankungen auf den Seiten Depression und Angststörung.

Doxepin ist verschreibungspflichtig [2]. Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht damit behandelt werden; Kinder über 12 Jahre und Jugendliche unter 18 Jahren sollten es laut Fachinformation nicht erhalten, laut Packungsbeilage nicht zur Behandlung von Depressionen; in Studien zur Behandlung von Depressionen zeigten trizyklische Antidepressiva in dieser Altersgruppe keinen therapeutischen Nutzen [1, 2].

Wie wirkt Doxepin?

Doxepin hemmt die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin in die Nervenzellen und erhöht so ihre Konzentration an den Rezeptoren. Es wirkt ausgeprägt dämpfend sowie angstlösend und stimmungsaufhellend; außerdem blockiert es Rezeptoren für den Botenstoff Histamin und wirkt schwach anticholinerg, also hemmend auf den Botenstoff Acetylcholin [2]. Die beruhigende, dämpfende Wirkung setzt meist in den ersten Stunden ein, die stimmungsaufhellende Wirkung in der Regel erst nach 1 bis 3 Wochen [1, 2].

Doxepin wird in der Leber unter anderem über das Enzym CYP2D6 abgebaut; sein Abbauprodukt Desmethyldoxepin ist ebenfalls wirksam und hat mit im Mittel 51,3 Stunden eine längere Halbwertszeit als Doxepin selbst (16,8 Stunden). Gleichbleibende Blutspiegel werden innerhalb von 2 Wochen erreicht [2]. Menschen, die Doxepin über CYP2D6 langsam oder verlangsamt abbauen, sind laut Fachinformation schon bei üblichen Dosen durch eine Vergiftung gefährdet [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation ist besonders zu Beginn der Behandlung mit Mundtrockenheit, verstopfter oder trockener Nase, Müdigkeit, Benommenheit, Schwitzen, Schwindel, Blutdruckabfall und Kreislaufstörungen beim Aufstehen, beschleunigtem Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, Zittern, Störungen der Nahanpassung des Auges, Verstopfung, Gewichtszunahme und einem meist vorübergehenden Anstieg der Leberwerte zu rechnen; bei älteren Menschen können diese Beschwerden verstärkt auftreten [2]. In der Liste stehen diese Nebenwirkungen unter "nicht bekannt": Wie oft sie auftreten, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Mehr zu einzelnen Beschwerden auf den Seiten Mundtrockenheit, Müdigkeit und Gewichtszunahme.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemBlutbildveränderungen: Abnahme der weißen oder roten Blutkörperchen oder der Blutplättchen (laut Fachinformation hämolytische Anämie, Leukozytopenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • HormonsystemStörungen der Produktion eines bestimmten Hormons der Hirnanhangsdrüse (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion)[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustVergrößerung der Brust bei Männern; bei Frauen Vergrößerung der Brust und Unregelmäßigkeiten der Regelblutung[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und BrustvergrößerungZyklusstörungen
  • HerzUnter Umständen lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung (Torsade de pointes)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Leber und GalleMedikamentenabhängige Leberentzündung (cholestatische Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautHaarausfall[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
  • Laborwerte und UntersuchungenÄnderungen des Blutzuckerspiegels[1, 2]Mehr dazu: UnterzuckerungErhöhter Blutzucker
  • PsycheMissbrauch bei Menschen mit einer Abhängigkeit in der Vorgeschichte[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Suizidgedanken: Wer depressiv ist oder an anderen psychiatrischen Erkrankungen leidet, kann Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein; wahrscheinlicher sind sie bei früheren Suizidgedanken und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre [1, 2]. Es kann hilfreich sein, Angehörigen oder Freunden von der Erkrankung zu erzählen und sie zu bitten, auf Verschlechterungen oder Verhaltensänderungen zu achten [1]. Herzrhythmus: Während der Behandlung können eine Verlängerung des QT-Intervalls im EKG und sehr selten die unter Umständen lebensbedrohliche Torsade de pointes auftreten [1, 2]; mehr dazu auf der Seite QT-Verlängerung. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Mitte fünfzig steht morgens in einer hellen Küche und trinkt ein großes Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Müdigkeit und Benommenheit: Ihr Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein, besonders nach zu kurzem Schlaf und zusammen mit Alkohol. Zumindest in den ersten Tagen sollten Sie keine Fahrzeuge führen, keine Maschinen bedienen und nicht ohne sicheren Halt arbeiten [1, 2]. Doxepin können Sie abends vor dem Schlafengehen einnehmen; ist eine schlafanstoßende Wirkung erwünscht, kann die Ärztin oder der Arzt einen größeren Teil der Tagesdosis oder die ganze Tagesdosis für die Nacht verordnen [1].

Kreislauf und Herz: Blutdruckabfall, Kreislaufstörungen beim Aufstehen und beschleunigter Herzschlag sind möglich [1, 2]. Vor Beginn und während der Behandlung werden Blutdruck, EKG, Blutbild, Leberfunktion und gegebenenfalls das EEG regelmäßig kontrolliert [1, 2]. Mehr auf den Seiten Niedriger Blutdruck und Herzrasen.

Wasserlassen, Durst, Mundtrockenheit: Störungen beim Wasserlassen und Durstgefühl sind häufig, Mundtrockenheit und Verstopfung sind möglich [1, 2]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Hinweise zu Problemen beim Wasserlassen finden Sie unter Blasenprobleme.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Doxepin kann die Wirkung anderer dämpfender Mittel verstärken, etwa von Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln, Neuroleptika, müde machenden Allergiemitteln und Mitteln gegen Epilepsie [1, 2]. MAO-Hemmer sollen 14 Tage vor Beginn der Behandlung abgesetzt werden, sonst sind schwere Nebenwirkungen wie Erregung, Delir, hohes Fieber, Krampfanfälle und starke Blutdruckschwankungen möglich [1, 2].

Mittel, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern oder den Kaliumspiegel senken, sollen nicht gleichzeitig angewendet werden [1, 2]. Laut Fachinformation können Hemmstoffe des Leberenzyms CYP2D6 (darunter Fluoxetin, Paroxetin, Duloxetin und Bupropion) die Doxepin-Konzentration erhöhen; zusammen mit Opioiden wie Buprenorphin steigt das Risiko eines Serotonin-Syndroms [2]. Informieren Sie vor einer örtlichen Betäubung, etwa beim Zahnarzt, über die Einnahme, denn die Wirkung des Zusatzes Noradrenalin kann erheblich verstärkt werden [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Doxepin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Zentral dämpfende Arzneimittel: andere Mittel gegen Depressionen, Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmittel, Neuroleptika, sedierende Antihistaminika (gegen Allergien), Mittel gegen EpilepsieIhre Wirkung kann verstärkt werden; laut Fachinformation verstärken sich die dämpfenden Wirkungen wechselseitig[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Mittel mit ähnlicher Wirkung, z. B. verwandte Antidepressiva oder Mittel gegen ParkinsonMit einer Verstärkung der erwünschten und unerwünschten Wirkungen von Doxepin ist zu rechnen[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
MAO-Hemmer (gegen Depressionen)Schwere Nebenwirkungen wie Erregung, Delir, Bewusstlosigkeit, hohes Fieber, Krampfanfälle und starke Blutdruckschwankungen[1, 2]MAO-Hemmer sollen 14 Tage vor Beginn der Behandlung mit Doxepin abgesetzt werden; nur im Einzelfall bei sonst nicht ansprechender Depression unter besonderer ärztlicher Überwachung
Arzneimittel, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern (z. B. Antiarrhythmika der Klassen IA oder III, Antibiotika wie Erythromycin, Malariamittel, Antihistaminika, Neuroleptika), die den Kaliumspiegel senken (z. B. bestimmte harntreibende Mittel) oder den Abbau von Doxepin in der Leber hemmenRisiko für Herzrhythmusstörungen[1, 2]Gleichzeitige Anwendung vermeiden
Hemmstoffe oder Substrate des Leberenzyms CYP2D6, z. B. Chinidin, Bupropion, Duloxetin, Fluoxetin, Paroxetin und andere SSRILaut Fachinformation können sie die Doxepin-Konzentration im Blut erhöhen und seine Giftigkeit verstärken[2]Laut Fachinformation gleichzeitige Anwendung vermeiden; ist sie erforderlich, Blutspiegel messen. Fluoxetin sollte mindestens 5 Wochen vor Beginn abgesetzt werden
Opioide (z. B. Buprenorphin)Laut Fachinformation erhöhtes Risiko eines Serotonin-Syndroms, einer möglicherweise lebensbedrohlichen Erkrankung[2]Nur mit Vorsicht und sorgfältiger Beobachtung, besonders zu Beginn und bei Dosiserhöhungen
Cimetidin (gegen Magen-Darm-Erkrankungen)Höherer Doxepin-Blutspiegel; erwünschte oder unerwünschte Wirkungen können sich verstärken[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Sympathomimetika (anregende Mittel), besonders Noradrenalin als gefäßverengender Zusatz in örtlichen BetäubungsmittelnIhre Wirkung kann erheblich verstärkt werden[1, 2]Ärztin, Arzt oder Zahnärztin bzw. Zahnarzt über Doxepin informieren
Blutdrucksenker Reserpin oder Clonidin (laut Fachinformation auch Guanethidin)Ihre Wirkung kann abgeschwächt werden; unter Clonidin kann der Blutdruck plötzlich stark ansteigen (Rebound-Hypertension)[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Nitrate oder Blutdrucksenker (z. B. Betablocker)Die blutdrucksenkende Wirkung kann sich verstärken[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
AlkoholDie Wirkung von Doxepin wird in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt[1, 2]Während der Behandlung Alkohol meiden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Doxepin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Doxepin darf unter anderem nicht eingenommen werden bei einem Delir, bei einer bestimmten Form des unbehandelten grünen Stars (Engwinkelglaukom), bei akutem Harnverhalt, bei vergrößerter Prostata mit Restharn, bei Darmlähmung, in der Stillzeit und von Kindern unter 12 Jahren [1, 2]. Trifft einer der weiteren Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Bei älteren Menschen ist das Risiko für Nebenwirkungen und Verwirrtheitszustände erhöht [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Doxepin, verwandte Wirkstoffe (Dibenzoxepine) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Vergiftung mit Arzneimitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen, z. B. Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka; laut Fachinformation auch akute Alkoholvergiftung[1, 2]
  • Delir (Bewusstseinstrübung mit Erregung, Sinnestäuschungen und Wahnideen)[1, 2]
  • Unbehandelter grüner Star einer bestimmten Form (Engwinkelglaukom)[1, 2]
  • Akuter Harnverhalt[1, 2]
  • Vergrößerte Vorsteherdrüse (Prostatahyperplasie) mit Restharnbildung[1, 2]
  • Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1, 2]
  • Stillzeit[1, 2]
  • Kinder unter 12 Jahren[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Vergrößerte Vorsteherdrüse ohne Restharnbildung[1, 2]
  • Schwere Leberschäden[1, 2]
  • Störungen der Blutbildung[1, 2]
  • Seelische und geistige Störungen durch eine Schädigung des Gehirns (hirnorganisches Psychosyndrom): Doxepin kann möglicherweise einen Verwirrtheitszustand (Delir) hervorrufen[1, 2]
  • Erhöhte Krampfbereitschaft, z. B. bei Epilepsie oder nach plötzlichem Absetzen von Benzodiazepinen oder Barbituraten: Doxepin kann die Krampfschwelle senken. Haben Sie bisher Benzodiazepine oder Barbiturate erhalten, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt[1, 2]
  • Kaliummangel; laut Fachinformation ist er vor Behandlungsbeginn auszugleichen[1, 2]
  • Verlangsamter Herzschlag; bestimmte Herzerkrankungen wie angeborenes QT-Syndrom oder andere bedeutsame Herzschäden, insbesondere Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Erregungsleitungs- und Herzrhythmusstörungen[1, 2]
  • Laut Fachinformation besteht bei Menschen, die Doxepin über das Leberenzym CYP2D6 langsam oder verlangsamt abbauen, schon bei üblichen Dosen die Gefahr einer möglicherweise lebensbedrohlichen Vergiftung; die Dosis muss verringert werden[2]
  • Erkrankungen, bei denen ein Blutdruckabfall auf jeden Fall vermieden werden muss: nur unter sorgfältiger Blutdruckkontrolle[1, 2]
  • Vor Beginn und während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen von Blutdruck, EKG, Blutbild, Leberfunktion und gegebenenfalls EEG vorzunehmen[1, 2]
  • Suizidgedanken: Sie können zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva verstärkt sein, weil die Wirkung gewöhnlich erst nach etwa 2 Wochen, manchmal später einsetzt; wahrscheinlicher bei früheren Suizidgedanken und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre mit psychiatrischer Erkrankung[1, 2]
  • Kinder über 12 Jahre und Jugendliche unter 18 Jahren: Laut Fachinformation sollte Doxepin bei ihnen nicht angewendet werden (laut Packungsbeilage nicht zur Behandlung von Depressionen); in Studien zu Depressionen zeigten trizyklische Antidepressiva in dieser Altersgruppe keinen therapeutischen Nutzen, Risiken für suizidales und feindseliges Verhalten sind nicht auszuschließen, Langzeitdaten zu Wachstum und Entwicklung fehlen[1, 2]
  • Ältere Menschen: erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen und für Verwirrtheitszustände[1, 2]
  • Eingriffe unter örtlicher Betäubung, z. B. beim Zahnarzt: Informieren Sie über die Einnahme von Doxepin[1]
  • Bei ähnlichen Antidepressiva sind sogenannte anticholinerge Nebenwirkungen wie Darmlähmung, erhöhter Augeninnendruck und Harnverhalt sowie Nervenfunktionsstörungen wie Polyneuropathien und Krampfanfälle beschrieben worden; sie sind deshalb auch für Doxepin nicht auszuschließen[1, 2]
  • Knochenbrüche: Bei Behandelten mit dieser Arzneimittelgruppe wurde ein erhöhtes Risiko beobachtet[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose (Milchzucker); erst nach ärztlicher Rücksprache einnehmen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Während der Behandlung sollten Sie Alkohol meiden [1]. In der Schwangerschaft darf Doxepin nur bei zwingender Notwendigkeit verordnet werden, in der Stillzeit darf es nicht eingenommen werden [1, 2]. Die Karten stellen die Angaben von Packungsbeilage, Fachinformation und dem Beratungszentrum Embryotox der Charité nebeneinander [1, 2, 3]. Mehr in den Ratgebern Medikamente und Alkohol und Medikamente und Autofahren.

Schwangerschaft

Zur Anwendung in der Schwangerschaft liegen bislang keine ausreichenden Erfahrungen vor; Doxepin darf deshalb nur bei zwingender Notwendigkeit und nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko durch die Ärztin oder den Arzt verordnet werden. Nach Einnahme von Doxepin oder anderen Antidepressiva in höheren Dosen oder über längere Zeit vor der Geburt kann es beim Neugeborenen zu Entzugserscheinungen kommen.[1]

Laut Fachinformation deuten Daten von 118 im ersten Schwangerschaftsdrittel gegenüber Doxepin exponierten Neugeborenen darauf hin, dass die Fehlbildungsrate möglicherweise erhöht ist; in Tierstudien zeigte Doxepin keine fehlbildende Wirkung.[2]

Laut Embryotox fehlen qualitativ hochwertige Daten zu Doxepin; für trizyklische Antidepressiva insgesamt ergaben mehr als 6.000 bzw. mehr als 12.000 ausgewertete Schwangerschaften keine Hinweise auf erhöhte Risiken für Fehlbildungen insgesamt bzw. Herzfehlbildungen. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox besser untersuchte Antidepressiva eingesetzt werden; nur wenn Doxepin deutliche Vorteile bietet, ist die Einnahme auch in der Schwangerschaft akzeptabel. Nach Einnahme bis zur Geburt ist auf Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu achten; die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox als sedierendes trizyklisches Antidepressivum Amitriptylin, je nach Grunderkrankung auch Sertralin, Citalopram oder Escitalopram. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Doxepin darf in der Stillzeit nicht eingenommen werden, weil der Wirkstoff und seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen und beim gestillten Säugling zu unerwünschten Wirkungen führen können.[1, 2]

Laut Embryotox ist Stillen unter Doxepin eher kritisch zu beurteilen: Von drei beschriebenen gestillten Kindern hatten zwei ernste Beschwerden. Im Einzelfall kann Stillen bei alleiniger Einnahme, niedriger Dosis und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel sein.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Behandlung sollten Sie Alkohol meiden, da er die Wirkung von Doxepin in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Doxepin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist, besonders nach zu kurzem Schlaf und zusammen mit Alkohol. Zumindest in den ersten Tagen der Behandlung sollten Sie keine Fahrzeuge führen, keine Maschinen bedienen und nicht ohne sicheren Halt arbeiten; über das Weitere entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.[1, 2]

Einnahme

Die Filmtabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit vor oder nach den Mahlzeiten oder abends vor dem Schlafengehen einnehmen; sie können in gleiche Dosen geteilt werden. Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen, sondern wie verordnet zum nächsten Zeitpunkt fortfahren.[1]

Bei Depressionen beträgt die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zur Besserung im Allgemeinen mindestens 4 bis 6 Wochen; anschließend sollte die Behandlung noch weitere 4 bis 6 Monate fortgeführt werden, um einem Rückfall vorzubeugen. Die Dauer legt die Ärztin oder der Arzt fest.[1, 2]

Absetzen

Die Behandlung wird durch langsame Verringerung der Dosis in wöchentlichen Schritten beendet. Ein plötzliches Beenden einer längerfristigen hoch dosierten Behandlung sollte vermieden werden, weil dann Absetzerscheinungen wie Unruhe, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen zu erwarten sind.[1, 2]

Überdosierung

Eine Überdosierung von Doxepin ist verhältnismäßig gefährlich, besonders für Kinder und Kleinkinder. Bei Verdacht sofort eine Ärztin oder einen Arzt informieren, z. B. über den Vergiftungsnotruf. Möglich sind Störungen des Nervensystems wie Verwirrung, Erregung bis zu Krampfanfällen, Bewusstseinseintrübung bis zum Koma und Atemstillstand sowie Störungen von Herz und Kreislauf.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt eine Anfangsdosis, eine Tagesdosis, die bei ambulanter Behandlung nicht überschritten werden sollte, und Hinweise für ältere Menschen, Kinder und Jugendliche; die Fachinformation ergänzt eine Dosisverringerung für Menschen, die Doxepin langsam abbauen [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Doxepin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein: unzerkaut mit etwas Flüssigkeit vor oder nach den Mahlzeiten oder abends vor dem Schlafengehen [1]. Bei Depressionen sollte die Behandlung nach der Besserung noch weitere 4 bis 6 Monate fortgeführt werden, um einem Rückfall vorzubeugen [1, 2].

Zum Ende der Behandlung sehen Packungsbeilage und Fachinformation vor, dass die Ärztin oder der Arzt die Dosis langsam in wöchentlichen Schritten verringert [1, 2]. Ein plötzliches Ende einer längerfristigen hoch dosierten Behandlung sollte vermieden werden, weil dann mit Absetzerscheinungen wie Unruhe, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen gerechnet werden muss [1, 2]. Über Suizidgedanken wurde auch kurz nach dem Ende der Behandlung berichtet [1, 2]. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Leitlinie zum Absetzen sagen und wann Sie sofort Hilfe brauchen, erklärt die Seite Doxepin absetzen. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.

Präparate mit Doxepin

Doxepin gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten in verschiedenen Stärken [2, 3]. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Doxepin STADA 50 mg und die jüngere Fachinformation von Doxepin STADA 50 mg/100 mg Filmtabletten [1, 2].

Präparate mit Doxepin
PräparatAnbieterHinweis
Doxepin STADA FilmtablettenSTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 50 oder 100 mg; Grundlage dieser Seite
Doxepin-ratiopharm Filmtablettenratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 25, 50 oder 100 mg; eigene Packungsbeilage
Aponalverschreibungspflichtig
Mareenverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Doxepin STADA 50 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 10/2020. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Doxepin STADA 50 mg/100 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Doxepin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Doxepin verschrieben?

Doxepin ist zugelassen bei depressiven Erkrankungen, krankhaften Angstzuständen, leichten Entzugserscheinungen bei Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit sowie bei Unruhe, Angst oder Schlafstörungen im Zusammenhang mit depressiven Erkrankungen oder leichten Entzugserscheinungen. Es gehört zu den trizyklischen Antidepressiva und wirkt ausgeprägt dämpfend.

Wann wirkt Doxepin?

Die beruhigende, dämpfende Wirkung setzt meist in den ersten Stunden ein. Die stimmungsaufhellende Wirkung ist in der Regel erst nach 1 bis 3 Wochen zu erwarten. Bei Depressionen beträgt die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zur Besserung im Allgemeinen mindestens 4 bis 6 Wochen.

Macht Doxepin müde?

Ja, das ist möglich. Laut Fachinformation ist besonders zu Beginn der Behandlung mit Müdigkeit, Benommenheit und Schwindel zu rechnen; ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. Zumindest in den ersten Tagen der Behandlung sollten Sie keine Fahrzeuge führen und keine Maschinen bedienen.

Macht Doxepin dick?

Eine Gewichtszunahme ist in Packungsbeilage und Fachinformation als Nebenwirkung genannt; ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. Laut Fachinformation ist damit besonders zu Beginn der Behandlung zu rechnen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie ungewollt zunehmen.

Darf ich Doxepin mit Alkohol nehmen?

Während der Behandlung sollten Sie Alkohol meiden, weil er die Wirkung von Doxepin in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt. Zusammen mit Alkohol kann auch das Reaktionsvermögen in besonderem Maße beeinträchtigt sein.

Ist Doxepin gefährlich für das Herz?

Doxepin kann Herzrhythmusstörungen verursachen, darunter eine Verlängerung des QT-Intervalls im EKG und sehr selten die unter Umständen lebensbedrohliche Torsade de pointes. Vor und während der Behandlung werden regelmäßig Blutdruck, EKG, Blutbild, Leberfunktion und gegebenenfalls das EEG kontrolliert. Bei Herzrhythmusstörungen informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Darf ich Doxepin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

In der Schwangerschaft darf Doxepin laut Packungsbeilage nur bei zwingender Notwendigkeit und nach strenger Abwägung verordnet werden; die Erfahrungen reichen nicht aus. In der Stillzeit darf es nicht eingenommen werden, weil der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Das Beratungszentrum Embryotox beurteilt das Stillen unter Doxepin ebenfalls eher kritisch.

Wie hoch ist die Dosis von Doxepin?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt je nach Erkrankung, Alter und Verträglichkeit fest. Was Packungsbeilage und Fachinformation dazu sagen, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation" auf dieser Seite.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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