Ratgeber
Medikamente und Autofahren
Manche Medikamente können laut Packungsbeilage Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen beeinträchtigen, zum Beispiel durch Schläfrigkeit, Schwindel oder verschwommenes Sehen; Hinweise für Ihr Mittel stehen in Abschnitt 2 unter "Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen". Wer infolge berauschender Mittel nicht in der Lage ist, ein Fahrzeug sicher zu führen, macht sich nach § 316 StGB strafbar; die Ausnahme für verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG gilt nur für die Bußgeldvorschriften zu bestimmten Substanzen und nur bei bestimmungsgemäßer Einnahme (Stand Oktober 2026). Ob Sie mit Ihrem Medikament fahren können, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Manche Medikamente können die Fähigkeit beeinträchtigen, ein Fahrzeug zu führen. Die Packungsbeilagen nennen als Gründe zum Beispiel Schläfrigkeit, Schwindel, Benommenheit, verschwommenes Sehen oder eine beeinträchtigte Konzentration [13, 22, 26, 27]. Nach § 11 Abs. 1 des Arzneimittelgesetzes sind in der Packungsbeilage, soweit erforderlich, mögliche Auswirkungen der Anwendung auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit zur Bedienung bestimmter Maschinen anzugeben [30]. Die EU-Vorlage für Packungsbeilagen sieht dafür in Abschnitt 2 einen eigenen Absatz "Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen" vor. In Abschnitt 4.7 der Fachinformation für Fachleute steht nach dieser Vorlage, ob ein Mittel keinen oder einen zu vernachlässigenden, einen geringen, einen mäßigen oder einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit hat [1].
Wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen, macht sich strafbar, auch bei Fahrlässigkeit (§ 316 StGB) [2]. Ausnahmen für verschriebene Arzneimittel enthalten die Bußgeldvorschriften zu bestimmten Substanzen in § 24a und § 24c StVG, und zwar nur, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt (§ 24a Abs. 4 und § 24c Abs. 3 StVG) [4, 6]. Ob Sie mit Ihrem Medikament fahren können, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; die Packungsbeilage von Morphin sieht das ausdrücklich vor, bei Lorazepam entscheidet laut Packungsbeilage die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt [20, 24]. Die Rechtsangaben auf dieser Seite haben den Stand vom 18. Oktober 2026.
Wie Medikamente die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können
Bei Ibuprofen können in höherer Dosierung Müdigkeit und Schwindel auftreten, und im Einzelfall kann laut Packungsbeilage das Reaktionsvermögen verändert sein: Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren [18]. Unter Morphin können Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen laut Fachinformation so weit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigt oder nicht mehr gegeben ist [25]. Bei Insulin glargin kann die Konzentrations- oder Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein, wenn der Blutzucker zu niedrig oder zu hoch ist oder wenn Sehstörungen auftreten [19]. Mehr dazu: Medikamente, die müde machen, Schwindel durch Medikamente und Sehstörungen durch Medikamente.
Wann besonders Vorsicht gilt: Mehrere Packungsbeilagen heben bestimmte Zeitpunkte und Umstände hervor. Bei Morphin ist eine verstärkte Beeinträchtigung insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln zu erwarten [24]. Bei Bisoprolol sollte eine mögliche Beeinträchtigung besonders zu Beginn der Behandlung, bei Änderungen der Medikation und im Zusammenwirken mit Alkohol berücksichtigt werden [14]. Unter Lorazepam sollten Sie insbesondere während der ersten Tage der Behandlung mit Einschränkungen Ihres Reaktionsvermögens rechnen [20], und Amitriptylin kann Schläfrigkeit und Schwindel insbesondere zu Beginn der Behandlung hervorrufen [13].
Auch am nächsten Tag: Am Tag nach der Einnahme von Zolpidem können Sie sich laut Packungsbeilage, wie auch bei anderen Schlafmitteln, benommen, schläfrig, schwindelig oder verwirrt fühlen, verschwommen oder doppelt sehen und weniger aufmerksam sein [28]. Die Fachinformation stuft den Einfluss von Zolpidem auf die Verkehrstüchtigkeit als groß ein [29].
Mehrere dämpfende Mittel: Wird Zolpidem zusammen mit Antipsychotika, anderen Schlaf- oder Beruhigungsmitteln, Mitteln gegen Depressionen oder Epilepsie, starken Schmerzmitteln oder müde machenden Antihistaminika eingenommen, können Benommenheit und am Tag nach der Einnahme Störungen einschließlich eingeschränkter Verkehrstüchtigkeit laut Packungsbeilage verstärkt auftreten [28]. Bei Lorazepam weist die Packungsbeilage darauf hin, dass Alkohol das Reaktionsvermögen noch weiter verschlechtert [20]. Was Alkohol und Medikamente zusammen bewirken können, erklärt der Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Welche Medikamente betroffen sein können
Was die Packungsbeilage zur Verkehrstüchtigkeit sagt, unterscheidet sich von Mittel zu Mittel [15, 28]. Die Tabelle gibt den Absatz zur Verkehrstüchtigkeit aus der Packungsbeilage je eines Präparats wieder, bei einigen Wirkstoffen ergänzt um die Fachinformation; welches Präparat, steht in den Quellen am Ende der Seite.
| Wirkstoff | Was die Packungsbeilage sagt | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Amitriptylin | Kann Schläfrigkeit und Schwindel hervorrufen, insbesondere zu Beginn der Behandlung. Ist das bei Ihnen der Fall, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Werkzeuge und Maschinen bedienen [13] | Amitriptylin im Alltag |
| Bisoprolol | In einer Untersuchung bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung war das Fahrvermögen nicht beeinträchtigt. Wegen individuell unterschiedlicher Reaktionen kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr trotzdem beeinträchtigt sein; das sollte besonders zu Beginn der Behandlung, bei Änderungen der Medikation und zusammen mit Alkohol berücksichtigt werden [14] | Bisoprolol im Alltag |
| Cetirizin | In klinischen Studien führte die empfohlene Dosis zu keinen Zeichen einer Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Fahrtüchtigkeit. Wer fahren will, sollte die eigene Reaktion aufmerksam beobachten und nicht mehr als die empfohlene Dosis anwenden [15]. Wer an Schläfrigkeit leidet, sollte laut Fachinformation nicht Auto fahren [16] | Cetirizin im Alltag |
| Dimenhydrinat | Kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigt wird, in verstärktem Maße zusammen mit Alkohol [17] | Dimenhydrinat im Alltag |
| Ibuprofen | In höherer Dosierung können Müdigkeit und Schwindel auftreten und im Einzelfall das Reaktionsvermögen verändern, verstärkt zusammen mit Alkohol. Dann nicht Auto oder andere Fahrzeuge fahren und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen [18] | Ibuprofen im Alltag |
| Insulin glargin | Bei zu niedrigem oder zu hohem Blutzucker und bei Sehstörungen kann die Konzentrations- oder Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein. Bei häufigen Unterzuckerungen oder abgeschwächten oder fehlenden ersten Warnzeichen lassen Sie sich ärztlich beraten, ob Sie ein Kraftfahrzeug führen sollten [19] | Insulin glargin im Alltag |
| Lorazepam | Auch bei bestimmungsgemäßer Anwendung sollten Sie, insbesondere während der ersten Tage, mit Einschränkungen des Reaktionsvermögens rechnen; führen Sie keine Fahrzeuge. Inwieweit eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr möglich ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach Ihrer Reaktion und der Dosierung [20, 21] | Lorazepam im Alltag |
| Mirtazapin | Kann Konzentration und Aufmerksamkeit beeinträchtigen; vergewissern Sie sich vor dem Fahren, dass diese Fähigkeiten nicht beeinträchtigt sind [22]. Laut Fachinformation geringer oder mäßiger Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit, Beeinträchtigungen insbesondere zu Beginn der Behandlung [23] | Mirtazapin im Alltag |
| Morphin | Kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen beeinträchtigen, verstärkt bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln; dann nicht Auto fahren. Ob und unter welchen Voraussetzungen Sie fahren können, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [24]. Laut Fachinformation beurteilt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt die individuelle Situation; bei einer stabilen Therapie ist ein generelles Fahrverbot nicht zwingend erforderlich [25] | Morphin im Alltag |
| Pregabalin | Kann Benommenheit, Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit verursachen. Sie sollten kein Fahrzeug führen, bis Sie wissen, ob das Mittel Sie dabei beeinflusst [26] | Pregabalin im Alltag |
| Tramadol | Kann zu Schwindel, Benommenheit und verschwommenem Sehen führen. Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigt ist, fahren Sie nicht Auto oder ein anderes Fahrzeug [27] | Tramadol im Alltag |
| Zolpidem | Großer Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit, auch durch schlafwandelndes oder übermüdetes Führen eines Fahrzeugs ("Schlaffahren"). Empfohlen wird ein Zeitraum von mindestens 8 Stunden zwischen der Einnahme und dem Führen von Fahrzeugen; während der Einnahme keinen Alkohol trinken [28] | Zolpidem im Alltag |
Die Tabelle ist eine Auswahl. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Hinweise zu weiteren Wirkstoffen stehen auf den Wirkstoffseiten im Abschnitt "Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft" und in den Übersichten Schlafmittel und Benzodiazepine, Opioide, Antihistaminika, Antidepressiva und Antiepileptika.
Für Zolpidem hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit Bescheid vom 22. August 2014 einen Beschluss der EU-Kommission umgesetzt, der die Risiken für Fahrvermögen, Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen in den Produktinformationen stärker hervorhebt. Weiter wird darin empfohlen, bis 8 Stunden nach der Einnahme nicht Auto zu fahren oder Tätigkeiten auszuüben, die mentale Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen benötigen [11].
Was rechtlich gilt

Mehrere Vorschriften regeln, wann das Fahren unter dem Einfluss von Medikamenten strafbar oder eine Ordnungswidrigkeit ist. Die Tabelle fasst sie zusammen.
| Regel | Folge oder Grenze | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Fahrzeug geführt, obwohl man infolge alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, es sicher zu führen | Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, auch bei Fahrlässigkeit | § 316 Abs. 1 und 2 StGB [2] |
| Dasselbe, auch infolge geistiger oder körperlicher Mängel, und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet | Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe; bei Fahrlässigkeit bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe | § 315c Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 3 StGB [3] |
| Kraftfahrzeug unter der Wirkung eines berauschenden Mittels aus der Anlage zu § 24a StVG geführt (Heroin, Morphin, Cocain, Amfetamin und Designer-Amfetamine, Metamfetamin); die Wirkung liegt vor, wenn die Substanz im Blutserum nachgewiesen wird | Ordnungswidrigkeit, Geldbuße bis zu 3.000 Euro; Regelsatz bei Fahrlässigkeit 500 Euro und 1 Monat Fahrverbot, bei bereits einer oder mehreren eingetragenen Entscheidungen nach § 24a StVG, § 316 oder § 315c Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a StGB im Fahreignungsregister 1.000 oder 1.500 Euro und 3 Monate Fahrverbot; bei Vorsatz wird der Regelsatz verdoppelt | § 24a Abs. 2 und 3 StVG und Anlage zu § 24a StVG; Nr. 243 bis 243.2 Bußgeldkatalog, § 1 Abs. 2 und § 3 Abs. 4a BKatV [4, 5, 7] |
| Kraftfahrzeug mit 3,5 ng/ml oder mehr Tetrahydrocannabinol (THC) im Blutserum geführt | Ordnungswidrigkeit, Geldbuße bis zu 3.000 Euro; Regelsatz bei Fahrlässigkeit 500 Euro und 1 Monat Fahrverbot, bei Voreintragungen wie oben 1.000 oder 1.500 Euro und 3 Monate Fahrverbot; bei Vorsatz wird der Regelsatz verdoppelt | § 24a Abs. 1a und 3 StVG; Nr. 242 bis 242.2 Bußgeldkatalog, § 1 Abs. 2 und § 3 Abs. 4a BKatV [4, 7] |
| Ausnahme für verschriebene Arzneimittel | Die Vorschriften zu THC und zu den Mitteln der Anlage sind nicht anzuwenden, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt | § 24a Abs. 4 StVG [4] |
| Probezeit oder unter 21 Jahren | Ordnungswidrig ist es, als Führer eines Kraftfahrzeugs Alkohol oder THC zu sich zu nehmen oder die Fahrt unter deren Wirkung anzutreten; ausgenommen ist THC aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines verschriebenen Arzneimittels | § 24c Abs. 1 und 3 StVG [6] |
| Eingeschränkte Zulassung | Wer sich infolge körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen nicht sicher im Verkehr bewegen kann, darf nur teilnehmen, wenn Vorsorge getroffen ist, dass er andere nicht gefährdet; die Pflicht zur Vorsorge obliegt dem Verkehrsteilnehmer selbst oder einem für ihn Verantwortlichen | § 2 Abs. 1 FeV [8] |
| Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen bei missbräuchlicher Einnahme und bei Dauerbehandlung mit Arzneimitteln | Im Regelfall nicht geeignet bei missbräuchlicher Einnahme (regelmäßig übermäßigem Gebrauch) psychoaktiv wirkender Arzneimittel und bei einer Dauerbehandlung mit Arzneimitteln im Fall einer Vergiftung oder einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit zum Führen von Kraftfahrzeugen unter das erforderliche Maß | Anlage 4 Nr. 9.4, 9.6.1 und 9.6.2 FeV [9] |
Die Ausnahme für verschriebene Arzneimittel in § 24a Abs. 4 StVG betrifft nur die dort genannten Bußgeldvorschriften [4]. § 316 und § 315c StGB sehen keine solche Ausnahme vor; dort kommt es darauf an, ob Sie in der Lage sind, das Fahrzeug sicher zu führen [2, 3]. Die Bewertungen in Anlage 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung gelten für den Regelfall; ein Ausgleich, etwa durch Gewöhnung, ist nach den Vorbemerkungen möglich [9]. Werden Tatsachen bekannt, die Bedenken gegen die körperliche oder geistige Eignung begründen, kann die Fahrerlaubnisbehörde die Beibringung eines ärztlichen Gutachtens anordnen (§ 11 Abs. 2 FeV, bei Inhabern einer Fahrerlaubnis entsprechend nach § 46 Abs. 3 FeV); Grundlage der Beurteilung sind die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung in der Fassung vom 12. Dezember 2025 (Anlage 4a FeV) [8].
Medizinisches Cannabis und Autofahren
Mit dem Cannabisgesetz ist Cannabis zu medizinischen Zwecken seit dem 1. April 2024 im Medizinal-Cannabisgesetz geregelt und kein Betäubungsmittel mehr; es wird auf einem normalen Rezept verschrieben [10]. Für THC gilt im Straßenverkehr der Grenzwert von 3,5 ng/ml im Blutserum (§ 24a Abs. 1a StVG); diese Vorschrift ist nicht anzuwenden, wenn das THC aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt (§ 24a Abs. 4 StVG) [4]. Dieselbe Ausnahme gilt beim THC-Verbot für Fahranfängerinnen und Fahranfänger in der Probezeit oder vor dem 21. Geburtstag (§ 24c Abs. 3 StVG) [6].
Ob Sie unter einem Cannabisarzneimittel am Straßenverkehr teilnehmen können, sollten Sie laut BfArM mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt besprechen. Insbesondere zu Beginn der Therapie und während die richtige Dosierung gefunden wird, rät das BfArM von einer aktiven Teilnahme am Straßenverkehr ab [10]. Die Strafvorschrift des § 316 StGB enthält keine Ausnahme für verschriebene Arzneimittel [2]. Mehr dazu: Medizinisches Cannabis und Cannabis-Arzneimittel.
Für wen es besonders wichtig ist
- Menschen mit Diabetes, die Insulin anwenden: Laut Packungsbeilage eines Präparats mit Insulin glargin lassen Sie sich ärztlich beraten, ob Sie ein Kraftfahrzeug führen sollten, wenn Sie häufig Unterzuckerungen haben oder die ersten Warnzeichen abgeschwächt sind oder fehlen. Wenn Sie beim Erkennen Ihrer Warnzeichen unsicher sind, meiden Sie laut Packungsbeilage Situationen wie das Autofahren, in denen Sie selbst oder andere bei einer Unterzuckerung gefährdet wären [19]. Mehr: Diabetes Typ 1, Diabetes Typ 2 und Blutzucker und Medikamente.
- Menschen, die Schlaf- oder Beruhigungsmittel nehmen: Bei Zolpidem und Lorazepam nennen die Packungsbeilagen ausdrücklich Einschränkungen im Straßenverkehr, bei Zolpidem auch am Tag nach der Einnahme (Tabelle oben) [20, 28]. Mehr: Schlafstörungen.
- Wer mehrere Medikamente nimmt: Zusammen mit anderen dämpfenden Arzneimitteln können Benommenheit und eingeschränkte Verkehrstüchtigkeit am Tag nach der Einnahme von Zolpidem verstärkt auftreten [28]. Eine Vorlage für eine Übersicht aller Mittel bietet das Werkzeug Medikationsplan. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
- Junge Fahrerinnen und Fahrer: In der Probezeit oder vor dem 21. Geburtstag gilt für Alkohol und THC ein Verbot am Steuer; ausgenommen ist nur THC aus einem verschriebenen Arzneimittel bei bestimmungsgemäßer Einnahme (§ 24c StVG) [6].
- Jugendliche unter 18 Jahren: Mirtazapin wird laut Packungsbeilage bei Erwachsenen angewendet und sollte normalerweise nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden. Hat die Ärztin oder der Arzt es dennoch einer Patientin oder einem Patienten unter 18 Jahren verordnet, stellen Sie laut Packungsbeilage vor einer Teilnahme am Straßenverkehr, zum Beispiel mit dem Fahrrad, sicher, dass Konzentration und Aufmerksamkeit nicht beeinträchtigt sind [22].
- Wer gegen Reiseübelkeit etwas einnimmt: Dimenhydrinat kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigen [17]. Mehr: Reisekrankheit und Ratgeber Reiseapotheke.
So gehen Sie vor
- Packungsbeilage lesen Den Absatz "Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen" finden Sie in Abschnitt 2 [1]. Nebenwirkungen, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können, stehen außerdem in Abschnitt 4, darauf verweist zum Beispiel die Packungsbeilage von Zolpidem [28]. Wie eine Packungsbeilage aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
- Vor dem ersten Fahren fragen Klären Sie bei einem neuen Medikament mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie fahren können; die Packungsbeilage von Morphin bittet ausdrücklich darum [24]. Ihre Fragen können Sie mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch vorbereiten.
- Eigene Reaktion beobachten Bei Pregabalin sollten Sie laut Packungsbeilage kein Fahrzeug führen, bis Sie wissen, ob das Mittel Sie dabei beeinflusst [26]; bei Cetirizin sollten Sie Ihre Reaktion aufmerksam beobachten, wenn Sie fahren wollen [15]. Bei Tramadol fahren Sie nicht, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigt ist [27].
- Bei Änderungen wieder aufpassen Nach einer Dosiserhöhung oder einem Wechsel des Präparats ist bei Morphin wieder mit einer verstärkten Beeinträchtigung zu rechnen [24]; bei Bisoprolol sollte eine mögliche Beeinträchtigung laut Packungsbeilage besonders bei Änderungen der Medikation berücksichtigt werden [14].
- Alkohol beachten Während der Einnahme von Zolpidem trinken Sie laut Packungsbeilage keinen Alkohol [28]. Bei Dimenhydrinat und Ibuprofen gelten die Einschränkungen zusammen mit Alkohol in verstärktem Maße [17, 18].
- Nicht eigenmächtig weglassen Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem BfArM melden [18]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Haben Sie nach der Einnahme von Zolpidem schlafgewandelt oder zum Beispiel ein Auto gefahren, ohne vollständig wach zu sein, informieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt: Dieses Schlafverhalten kann Sie und andere einem ernsthaften Verletzungsrisiko aussetzen [28]. Bemerken Sie unter Insulin glargin Anzeichen eines zu niedrigen Blutzuckers, unternehmen Sie laut Packungsbeilage sofort etwas, um Ihren Blutzucker zu erhöhen, wie in der Packungsbeilage beschrieben; fällt er zu stark ab, können Sie bewusstlos werden [19]. Haben Sie mehr Morphin eingenommen als verordnet, sollten Sie laut Packungsbeilage sofort die nächste erreichbare Ärztin oder den nächsten erreichbaren Arzt informieren; keinesfalls dürfen Sie sich in Situationen begeben, die erhöhte Aufmerksamkeit erfordern, zum Beispiel Autofahren [24].
In lebensbedrohlichen Fällen alarmieren Sie den Rettungsdienst unter 112, laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) zum Beispiel bei Bewusstlosigkeit oder erheblicher Bewusstseinstrübung, schwerer Atemnot, Unfällen mit Verdacht auf starke Verletzungen und Vergiftungen [12].
Quellen
- Behörde QRD-Vorlage für Produktinformationen, Version 10.4, deutsche Fassung mit markierten Änderungen (Fachinformation Abschnitt 4.7, Packungsbeilage Abschnitt 2). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 02/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde § 316 Strafgesetzbuch (StGB): Trunkenheit im Verkehr. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, gesetze-im-internet.de. Stand StGB zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 20.03.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 95). abgerufen am 18.10.2026
- Behörde § 315c Strafgesetzbuch (StGB): Gefährdung des Straßenverkehrs. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, gesetze-im-internet.de. Stand StGB zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 20.03.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 95). abgerufen am 18.10.2026
- Behörde § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): 0,5 Promille-Grenze, Tetrahydrocannabinol-Grenzwert. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, gesetze-im-internet.de. Stand StVG zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 25.09.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 276). abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG): Liste der berauschenden Mittel und Substanzen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, gesetze-im-internet.de. Stand StVG zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 25.09.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 276). abgerufen am 18.10.2026
- Behörde § 24c Straßenverkehrsgesetz (StVG): Alkohol- und Cannabisverbot für Fahranfänger und Fahranfängerinnen. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, gesetze-im-internet.de. Stand StVG zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 25.09.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 276). abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV), § 1 Abs. 2, § 3 Abs. 4a und Anlage (Bußgeldkatalog), Nr. 242 bis 243.2. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, gesetze-im-internet.de. Stand BKatV zuletzt geändert durch Art. 4 V v. 12.08.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 236). abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), § 2 Abs. 1, § 11 Abs. 2, § 46 Abs. 3 und Anlage 4a. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, gesetze-im-internet.de. Stand FeV zuletzt geändert durch Art. 3 V v. 12.08.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 236). abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Anlage 4 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV): Eignung und bedingte Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen (Vorbemerkungen und Nr. 9). Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, gesetze-im-internet.de. Stand FeV zuletzt geändert durch Art. 3 V v. 12.08.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 236). abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Medizinisches Cannabis: Hinweise für Patientinnen und Patienten. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bundesopiumstelle. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Zolpidemhaltige Arzneimittel: Risiken für Beeinträchtigungen des Fahrvermögens, der Aufmerksamkeit und des Reaktionsvermögens, Bescheid im Stufenplanverfahren vom 22.08.2014. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 25.08.2014. abgerufen am 18.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Bisoprolol-ratiopharm 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten (Abschnitt 4.7). ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Reisetabletten-ratiopharm 50 mg Tabletten (Dimenhydrinat). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Lantus (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Lantus SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen (Insulin glargin). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten (Abschnitt 4.7). neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mirtazapin-ratiopharm 15 mg/30 mg/45 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Mirtazapin-ratiopharm Filmtabletten (Abschnitt 4.7). ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Morphin-ratiopharm 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Morphin-ratiopharm Retardtabletten (10, 30, 60 und 100 mg), Abschnitt 4.7. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln (25 bis 300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tramadol-ratiopharm 100 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten (Abschnitt 4.7). ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde § 11 Arzneimittelgesetz (AMG): Packungsbeilage (Absatz 1). Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, gesetze-im-internet.de. Stand AMG zuletzt geändert durch Art. 2 Abs. 4 G v. 12.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 143); Änderung durch Art. 6 G v. 26.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 195) textlich nachgewiesen. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Darf man mit Medikamenten Auto fahren?
Eine allgemeine Antwort gibt es nicht; die Packungsbeilagen beurteilen das je nach Mittel unterschiedlich. Strafbar macht sich nach § 316 StGB, wer infolge berauschender Mittel nicht in der Lage ist, ein Fahrzeug sicher zu führen, auch bei Fahrlässigkeit. Hinweise der Packungsbeilage Ihres Präparats zur Verkehrstüchtigkeit stehen in Abschnitt 2. Ob und unter welchen Voraussetzungen Sie fahren können, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welche Medikamente beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit?
Hinweise dazu stehen zum Beispiel in den Packungsbeilagen von Schlafmitteln wie Zolpidem, Beruhigungsmitteln wie Lorazepam, starken Schmerzmitteln wie Morphin und Tramadol, Mitteln gegen Depressionen wie Amitriptylin und Mirtazapin, Pregabalin und Mitteln gegen Reiseübelkeit mit Dimenhydrinat. Laut Packungsbeilage eines Präparats mit Insulin glargin kann ein zu niedriger oder zu hoher Blutzucker die Konzentrations- oder Reaktionsfähigkeit einschränken. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats, besonders der Absatz "Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen".
Kann ich am Morgen nach einer Schlaftablette Auto fahren?
Am Tag nach der Einnahme von Zolpidem können Sie sich laut Packungsbeilage benommen, schläfrig, schwindelig oder verwirrt fühlen, verschwommen oder doppelt sehen und weniger aufmerksam sein. Empfohlen wird ein Zeitraum von mindestens 8 Stunden zwischen der Einnahme und dem Führen von Fahrzeugen; das Risiko für Störungen am Tag nach der Einnahme kann laut Packungsbeilage erhöht sein, wenn Sie gleichzeitig Alkohol trinken oder andere dämpfende Arzneimittel nehmen. Was für Ihr Schlafmittel gilt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was gilt beim Autofahren mit Medizinal-Cannabis?
Wer mit 3,5 ng/ml oder mehr THC im Blutserum ein Kraftfahrzeug führt, handelt ordnungswidrig (§ 24a Abs. 1a StVG). Das gilt nicht, wenn das THC aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels stammt (§ 24a Abs. 4 StVG). Ob Sie unter einem Cannabisarzneimittel fahren können, sollten Sie laut BfArM mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt besprechen; zu Beginn der Therapie und während der Dosisfindung rät das BfArM von einer aktiven Teilnahme am Straßenverkehr ab.
Welche Strafe droht, wenn ich unter Medikamenten fahre?
Wer infolge berauschender Mittel nicht sicher fahren kann, kann nach § 316 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden, bei einer Gefährdung anderer nach § 315c StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Fahren unter der Wirkung eines Mittels aus der Anlage zu § 24a StVG ist eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 3.000 Euro (§ 24a Abs. 3 StVG); der Bußgeldkatalog sieht als Regelsatz bei Fahrlässigkeit 500 Euro und 1 Monat Fahrverbot vor, bei Vorsatz wird der Regelsatz verdoppelt (Nr. 243 BKat, § 1 Abs. 2 und § 3 Abs. 4a BKatV, Stand Oktober 2026). Die Bußgeldvorschrift ist nicht anzuwenden, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt (§ 24a Abs. 4 StVG).
Machen Allergietabletten fahruntüchtig?
Das unterscheidet sich je nach Wirkstoff. Bei Cetirizin führte die empfohlene Dosis laut Packungsbeilage in klinischen Studien zu keinen Zeichen einer Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit; wer fahren will, sollte die eigene Reaktion aufmerksam beobachten und nicht mehr als die empfohlene Dosis anwenden. Wer an Schläfrigkeit leidet, sollte laut Fachinformation nicht Auto fahren. Hinweise zu weiteren Antihistaminika stehen in der Übersicht Antihistaminika.
Darf ich mit Morphin oder anderen starken Schmerzmitteln Auto fahren?
Die Packungsbeilage von Morphin bittet Sie, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu besprechen, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie Auto fahren können. Bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln fahren Sie laut Packungsbeilage nicht. Laut Fachinformation beurteilt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt die individuelle Situation. Morphin steht in der Anlage zu § 24a StVG; die Bußgeldvorschrift ist aber nicht anzuwenden, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt (§ 24a Abs. 4 StVG).
Soll ich mein Medikament weglassen, damit ich fahren kann?
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie wegen eines Medikaments unsicher sind, ob Sie fahren können. Bei manchen Mitteln trifft laut Packungsbeilage die Ärztin oder der Arzt die Entscheidung über die Teilnahme am Straßenverkehr, etwa bei Lorazepam nach Ihrer Reaktion und der Dosierung.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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