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Opioide (opioidhaltige Schmerzmittel)

Opioide sind stark wirksame Schmerzmittel, die an Opioidrezeptoren im Nervensystem angreifen. Levomethadon und Buprenorphin werden außerdem zur Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit eingesetzt. Die Fachinformationen nennen als wichtige Risiken eine gefährlich verlangsamte Atmung (Atemdepression), Toleranz, Abhängigkeit und eine Opioidgebrauchsstörung sowie Verstopfung. Zusammen mit Benzodiazepinen oder anderen dämpfenden Mitteln kann es zu Atemdepression, Koma und Tod kommen. Die meisten der hier beschriebenen Opioide stehen als Betäubungsmittel in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes.

Mann um die sechzig im ruhigen Gespräch mit einer Ärztin in einer hellen Hausarztpraxis
Bild: KI-generiert

Opioide sind stark wirksame Schmerzmittel. Sie wirken an Opioidrezeptoren im Nervensystem; als wichtigste therapeutische Effekte nennen die Fachinformationen von Oxycodon und Fentanyl Schmerzlinderung und Dämpfung (Sedierung) [1, 2]. Zugelassen sind die hier beschriebenen Wirkstoffe je nach Präparat für mäßig starke bis stärkste Schmerzen; Levomethadon dient der Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit [1, 3, 6, 9]. Die Fachinformationen nennen für die Gruppe ähnlich lautende Warnhinweise, etwa zur verlangsamten Atmung, zur Kombination mit Beruhigungsmitteln und zur Abhängigkeit [1, 2, 3, 7]. Einzelheiten zu jedem Wirkstoff stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.

Was sind Opioide?

In Abschnitt 5.1 ihrer Fachinformationen sind die Opioide Untergruppen zugeordnet: Oxycodon und Hydromorphon gehören zu den natürlichen Opiumalkaloiden, Morphin trägt den ATC-Code N02AA01 derselben Untergruppe, Fentanyl gehört zu den Phenylpiperidin-Derivaten, Buprenorphin zu den Oripavin-Derivaten, Tramadol und Tapentadol zu den anderen Opioiden, ebenso Tilidin/Naloxon (N02AX51) [1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8]. Levomethadon ist laut seiner Fachinformation ein vollsynthetisches Opioid; es wird bei den Mitteln zur Behandlung der Opiatabhängigkeit eingeordnet (ATC N07BC05) [9]. Morphin selbst ist ein Alkaloid aus dem Schlafmohn (Papaver somniferum) [6].

Wie Opioide wirken

Opioid-Schmerzmittel binden an bestimmte Andockstellen der Nervenzellen, die Opioidrezeptoren (my-, kappa- und delta-Rezeptoren), und regen sie an (Agonisten). Bei Oxycodon nennt die Fachinformation eine Affinität zu allen drei Rezeptortypen in Gehirn und Rückenmark, Fentanyl wirkt vor allem am my-Rezeptor, Hydromorphon ist ein my-selektiver, reiner Agonist [1, 2, 4]. Hydromorphon und verwandte Opioide wirken laut Fachinformation hauptsächlich auf das zentrale Nervensystem und den Darm, vorwiegend schmerzlindernd, angstlösend, hustenstillend und dämpfend; darüber hinaus können Stimmungsveränderungen, eine verlangsamte Atmung (Atemdepression), eine verminderte Darmbewegung, Übelkeit, Erbrechen und Veränderungen des Hormon- und des autonomen Nervensystems auftreten [4].

Einige Wirkstoffe haben laut Fachinformation zusätzliche Eigenschaften [3, 5, 7, 8]:

  • Tramadol hemmt außerdem die Wiederaufnahme des Botenstoffs Noradrenalin und verstärkt die Freisetzung von Serotonin [3].
  • Tapentadol verbindet die Eigenschaften eines my-agonistischen Opioids mit einer Hemmung der Noradrenalin-Wiederaufnahme [7].
  • Buprenorphin regt den my-Rezeptor an und blockiert den kappa-Rezeptor [5].
  • Tilidin ist eine Vorstufe (Prodrug); die eigentliche Wirksubstanz ist Nortilidin. Der beigefügte Opioid-Gegenspieler Naloxon soll das Missbrauchspotenzial vermindern, ohne die Schmerzlinderung zu beeinträchtigen [8].

Bei fortgesetzter Anwendung von Morphin nimmt laut Fachinformation die Empfindlichkeit des zentralen Nervensystems ab (Gewöhnung); wegen der euphorischen Wirkungskomponente besteht Suchtgefahr [6].

Wofür Opioide eingesetzt werden

Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in Abschnitt 4.1 der jeweiligen Fachinformation und unterscheiden sich je nach Wirkstoff und Präparat [1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9]:

  • Starke Schmerzen: Oxycodon (ab 12 Jahren, bei Schmerzen, die nur mit Opioid-Schmerzmitteln ausreichend behandelt werden können) und Hydromorphon (ab 12 Jahren); Morphin bei starken und stärksten, Tilidin/Naloxon bei starken und sehr starken Schmerzen [1, 4, 6, 8].
  • Mäßig starke bis starke Schmerzen: Tramadol [3].
  • Starke chronische Schmerzen: Fentanyl als Pflaster, wenn eine kontinuierliche Langzeitanwendung von Opioiden erforderlich ist, bei Kindern ab 2 Jahren nur, wenn sie bereits Opioide erhalten; Tapentadol-Retardtabletten bei Erwachsenen, wenn die Schmerzen nur mit Opioid-Schmerzmitteln angemessen behandelt werden können [2, 7].
  • Tumorschmerzen und starke Schmerzen: Buprenorphin als Pflaster bei mäßig starken bis starken Tumorschmerzen und bei starken Schmerzen, wenn nicht-opioide Schmerzmittel nicht ausreichend wirken; zur Behandlung akuter Schmerzen ist das Pflaster nicht geeignet [5].
  • Substitutionstherapie: Levomethadon bei Opiat- oder Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen im Rahmen eines integrierten Behandlungskonzepts mit medizinischer, sozialer und psychologischer Versorgung [9]. Laut Embryotox wird auch Buprenorphin zur Substitutionstherapie eingesetzt [15].

Für chronische Schmerzen, die nicht mit Krebs in Verbindung stehen, sind Opioide laut Fachinformation von Oxycodon weder Mittel der ersten Wahl, noch werden sie als einzige Behandlung empfohlen; sie sollten Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms sein [1]. Vor Beginn sollten Behandlungsdauer, Behandlungsziele und ein Plan für das Behandlungsende gemeinsam mit den Behandelten und in Übereinstimmung mit den Leitlinien zur Schmerzbehandlung vereinbart werden [1, 2, 3]. Grundlagen erklärt der Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.

Wirkstoffe der Gruppe

Mit geprüftem Wirkstoff-Steckbrief beschrieben sind auf dieser Website:

  • Buprenorphinz. B. Buprenorphin-ratiopharm Transdermales Pflaster, Norspan, SubutexStarke Schmerzen; Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit
  • Fentanylz. B. Durogesic, Fentanyl-ratiopharm Matrixpflaster, InstanylStarke, langanhaltende Schmerzen, die eine dauerhafte Behandlung mit Opioiden erfordern (Pflaster)
  • Hydromorphonz. B. Hydromorphon-HCl AbZ Hartkapseln, retardiert, Hydromorphon-HCl-ratiopharm Hartkapseln, retardiert, Hydromorphon-ratiopharm RetardtablettenStarke Schmerzen
  • Levomethadonz. B. L-Polamidon, Levomethadon-neuraxpharmSubstitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit
  • Morphinz. B. Morphin-ratiopharm Retardtabletten, Morphinsulfat AbZ Retardtabletten, CaprosStarke und stärkste Schmerzen
  • Oxycodonz. B. Oxycodon-HCl-ratiopharm akut Hartkapseln, Oxycodon-HCl-ratiopharm Retardtabletten, Oxygesic Dispersa akut SchmelztablettenStarke Schmerzen, die nur mit Opioid-Schmerzmitteln ausreichend behandelt werden können
  • Tapentadolz. B. Palexia retard, Tapentadol-ratiopharm Retardtabletten, Tapentadol-ratiopharm akut FilmtablettenStarke chronische Schmerzen, akute Schmerzen
  • Tilidin/Naloxonz. B. Tilidin comp. STADA, Tilidin-ratiopharm plus, Tilidin HEXAL compStarke und sehr starke Schmerzen
  • Tramadolz. B. Tramadol-ratiopharm, TramalMäßig starke bis starke Schmerzen

Die hier beschriebenen Präparate sind Retardtabletten mit verzögerter Wirkstofffreigabe, Pflaster (Fentanyl, Buprenorphin) und eine Lösung zum Einnehmen (Levomethadon) [1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9]. Retardtabletten dürfen laut Fachinformation nicht zerkaut oder zerrieben werden, weil das zu einer beschleunigten Freisetzung und Aufnahme einer potenziell tödlichen Wirkstoffmenge führt [1, 6].

Betäubungsmittel: Oxycodon, Fentanyl, Hydromorphon, Buprenorphin, Morphin, Tapentadol und Levomethadon sind in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) als verkehrs- und verschreibungsfähige Betäubungsmittel aufgeführt [10]. Tilidin steht dort ebenfalls; ausgenommen sind feste Zubereitungen mit verzögerter Wirkstofffreigabe, die je Tablette höchstens eine festgelegte Menge Tilidin, einen festgelegten Mindestanteil Naloxon und keinen weiteren Stoff der Anlagen I bis III enthalten [10]. Die Retardtabletten mit Tilidin und Naloxon sind laut ihrer Fachinformation verschreibungspflichtig [8]. Tramadol ist in Anlage III nicht aufgeführt und laut Fachinformation verschreibungspflichtig [3, 10]. Mehr dazu im Ratgeber Rezeptarten.

Typische Nebenwirkungen

Die Tabelle zeigt die Einstufung sechs typischer Beschwerden; die Kategorien erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Häufigkeit ausgewählter Nebenwirkungen je Wirkstoff: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffVerstopfungÜbelkeitSchwindelMüdigkeitVermehrtes SchwitzenJuckreiz
BuprenorphinHäufigSehr häufigHäufigHäufigHäufigSehr häufig
FentanylSehr häufigSehr häufigSehr häufigSehr häufigHäufigHäufig
HydromorphonSehr häufigSehr häufigSehr häufigSehr häufigHäufigHäufig
LevomethadonHäufigHäufignicht genanntHäufigHäufigHäufig
MorphinSehr häufigNicht bekanntHäufigHäufigHäufigHäufig
OxycodonSehr häufigSehr häufigSehr häufigSehr häufigHäufigSehr häufig
TapentadolSehr häufigSehr häufigSehr häufigSehr häufigHäufigHäufig
Tilidin/Naloxonnicht genanntSehr häufigHäufigHäufigHäufignicht genannt
TramadolHäufigSehr häufigSehr häufigHäufigHäufigGelegentlich

Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.

Bei Morphin tritt Erbrechen laut Fachinformation besonders zu Beginn der Behandlung auf, bei Tilidin/Naloxon Übelkeit und Erbrechen vor allem zu Behandlungsbeginn [6, 8]. Mehr dazu: Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit, Schwitzen und Juckreiz.

Verlangsamte Atmung (Atemdepression)

Eine Atemdepression ist laut Fachinformation die bedeutsamste Gefährdung einer Opioid-Überdosierung [1, 4, 6]. Bei Fentanyl kann sie auch nach dem Entfernen des Pflasters bestehen bleiben, und ihre Wahrscheinlichkeit steigt mit zunehmender Dosis [2]. Opioide können außerdem schlafbezogene Atmungsstörungen verursachen, darunter eine zentrale Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf) und einen Sauerstoffmangel im Schlaf; das Risiko einer zentralen Schlafapnoe steigt dosisabhängig [1, 2, 3]. Eine Opioidvergiftung äußert sich laut Fachinformation von Morphin durch sehr enge, zunächst stecknadelkopfgroße Pupillen, eine stark verlangsamte Atmung und Koma [6]. Mehr dazu: Atemnot.

Lebensgefahr mit Benzodiazepinen und anderen dämpfenden Mitteln

Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden und sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln kann laut den Fachinformationen aller hier beschriebenen Wirkstoffe zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen [1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9]. Deshalb ist eine gleichzeitige Verschreibung nur bei Behandelten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt; dann sollten die niedrigste wirksame Dosis und eine möglichst kurze Behandlungsdauer gewählt und die Behandelten engmaschig überwacht werden. Die Fachinformationen empfehlen dringend, Behandelte und ihre Bezugspersonen über die Anzeichen von Atemdepression und Sedierung zu informieren [1, 3, 7]. Zu den Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen, zählt die Fachinformation von Oxycodon unter anderem weitere Opioide, Gabapentinoide wie Pregabalin, angst- und schlaflösende Mittel, Antipsychotika, Antidepressiva und Alkohol [1].

Toleranz, Abhängigkeit und Opioidgebrauchsstörung

Bei wiederholter Anwendung können sich eine Toleranz, eine körperliche und psychische Abhängigkeit und eine Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit) entwickeln; eine höhere Dosis und eine längere Behandlung können das Risiko erhöhen [1, 2, 3, 5, 7]. Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung kann zu Überdosierung und Tod führen [1, 2, 3]. Ein erhöhtes Risiko für eine Opioidgebrauchsstörung haben laut Fachinformation Menschen mit Substanzgebrauchsstörungen (einschließlich Alkohol) in der eigenen Vorgeschichte oder bei Eltern oder Geschwistern, Rauchende und Menschen mit anderen psychischen Erkrankungen wie einer schweren Depression, Angst- oder Persönlichkeitsstörungen [1, 2, 3]. Vor und während der Behandlung sollten Behandelte über die Risiken und Anzeichen aufgeklärt werden und sich bei solchen Anzeichen an ihre Ärztin oder ihren Arzt wenden [1, 2, 3]. Levomethadon birgt laut Fachinformation selbst ein hohes Suchtpotenzial [9].

Bei chronischer Anwendung können zur Schmerzkontrolle immer höhere Dosen erforderlich werden [1]. Insbesondere bei hohen Dosen kann eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie) auftreten, die auf eine weitere Dosiserhöhung nicht anspricht; laut Fachinformation von Oxycodon geschieht das in sehr seltenen Fällen [1, 6]. Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen und Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.

Verstopfung

Opioide erhöhen laut Fachinformation von Fentanyl die Spannung der Darmmuskulatur und vermindern die vorantreibenden Bewegungen; die längere Darmpassage kann die Verstopfung erklären. Gegen diese Nebenwirkung entwickelt sich nur eine unvollständige Gewöhnung [2]. Behandelte sollen über Maßnahmen zur Verhinderung der Verstopfung aufgeklärt werden, und eine vorbeugende Anwendung von Abführmitteln (Laxanzien) soll in Betracht gezogen werden [2]. Mittel mit anticholinerger Wirkung, etwa bestimmte Antipsychotika, trizyklische Antidepressiva, Antihistaminika oder Parkinsonmittel, können Verstopfung, Mundtrockenheit und Störungen beim Wasserlassen verstärken [1, 6]. Bei einem Darmverschluss durch Darmlähmung (paralytischer Ileus) oder dem Verdacht darauf sehen die Fachinformationen den Abbruch der Behandlung vor [1, 2]. Mehr dazu: Verstopfung durch Medikamente und Abführmittel.

Müdigkeit, Schwindel und Verkehrstüchtigkeit

Opioide können laut Fachinformation die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen, insbesondere zu Beginn der Behandlung, nach einer Dosiserhöhung oder einem Präparatewechsel sowie zusammen mit Alkohol oder anderen dämpfenden Mitteln [1, 4, 6, 8]. Bei einer stabilen Behandlung ist ein generelles Fahrverbot laut den Fachinformationen von Oxycodon, Morphin und Tilidin/Naloxon nicht zwingend erforderlich; die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt entscheidet im Einzelfall [1, 6, 8]. Für Buprenorphin und Tapentadol nennen die Fachinformationen einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit [5, 7]. Wer unter Buprenorphin-Pflaster etwa Schwindel, Müdigkeit, verschwommenes oder doppeltes Sehen bemerkt, sollte laut Fachinformation während der Behandlung und bis zu 24 Stunden nach Entfernen des Pflasters weder Auto fahren noch Maschinen bedienen [5]. Mehr dazu: Medikamente und Autofahren.

Serotonin-Syndrom

Zusammen mit Mitteln, die auf den Botenstoff Serotonin wirken, etwa SSRI, SNRI oder trizyklischen Antidepressiva, kann laut den Fachinformationen von Oxycodon, Fentanyl, Tramadol, Buprenorphin und Tilidin/Naloxon ein potenziell lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom auftreten [1, 2, 3, 5, 8]. Für Tramadol wurde es auch bei alleiniger Anwendung berichtet [3]. Mögliche Anzeichen sind Bewusstseinsveränderungen wie Erregtheit, Halluzinationen oder Koma, Herzrasen, schwankender Blutdruck, Überwärmung, gesteigerte Reflexe, Koordinationsstörungen, Muskelsteifigkeit sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall [2, 8].

Hormone, Nebennieren und Gallenwege

Opioide wie Oxycodon können laut Fachinformation die Hormonachsen zwischen Gehirn, Nebennieren und Keimdrüsen beeinflussen; möglich sind ein Anstieg des Hormons Prolaktin und eine Abnahme von Kortisol und Testosteron, woraus Beschwerden entstehen können [1]. Opioid-Schmerzmittel können außerdem eine umkehrbare Unterfunktion der Nebennieren (Nebenniereninsuffizienz) verursachen; Anzeichen können laut Fachinformation von Tramadol starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, niedriger Blutdruck, extreme Müdigkeit, verminderter Appetit und Gewichtsverlust sein [3, 6, 9]. Oxycodon kann Krämpfe des Schließmuskels am Ausgang von Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang verursachen und so das Risiko für Gallenwegsstörungen und eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse erhöhen [1]. Mehr dazu: Libido und Potenz, Prolaktin und Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Besonderheiten bei Schmerzpflastern

Fentanyl-Pflaster enthalten laut Fachinformation einen Wirkstoff in einer Konzentration, die tödlich sein kann, insbesondere für ein Kind; Pflaster müssen vor und nach Gebrauch für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden [2]. Wird ein Pflaster bei engem Körperkontakt versehentlich auf die Haut einer anderen Person übertragen, muss es dort sofort entfernt werden [2]. Die Stelle, an der ein Fentanyl-Pflaster klebt, darf keinen direkten äußeren Wärmeeinflüssen ausgesetzt werden, etwa durch Heizkissen, Wärmflaschen, Saunagänge oder ausgedehnte heiße Bäder [2]. Bei Fentanyl können die Konzentrationen im Blut ansteigen, wenn sich die Hauttemperatur erhöht, etwa bei Fieber; bei Buprenorphin können Fieber und äußere Wärme laut Fachinformation die Durchlässigkeit der Haut erhöhen, sodass die Konzentration im Blut theoretisch erhöht sein kann [2, 5]. Laut dem Rote-Hand-Brief vom 1. September 2023 wurden in den vorangegangenen fünf Jahren 10 relevante Fallberichte bei Säuglingen mit tödlichem Ausgang bekannt; der Ausschuss für Risikobewertung der Pharmakovigilanz (PRAC) empfahl deshalb im Dezember 2022 den Warnhinweis "Versehentliche Anwendung oder Einnahme kann tödlich sein." auf Verpackung und Pflasterbeutel. Gebrauchte Pflaster sollen so zusammengefaltet werden, dass die Klebeflächen aufeinander haften, und dann sicher entsorgt werden [11]. Mehr dazu: Medikamente aufbewahren und Medikamente entsorgen.

Wichtige Wechselwirkungen

Ältere Frau sitzt mit ihrem erwachsenen Sohn bei einer Tasse Tee am Küchentisch im Gespräch
Bild: KI-generiert

Die folgende Auswahl nennt Wechselwirkungen, die die Fachinformationen für die Gruppe oder für einzelne Wirkstoffe beschreiben [1, 2, 3, 5, 8, 9]:

Wichtige Wechselwirkungen von Opioiden (Auswahl)
Zusammen mitWas passieren kann
Benzodiazepine (z. B. Diazepam, Lorazepam) und verwandte Mittel, Pregabalin, weitere Opioide, AntipsychotikaSedierung, Atemdepression, Koma und Tod durch eine sich addierende dämpfende Wirkung; Dosis und Dauer der gleichzeitigen Anwendung sollten begrenzt werden [1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9]
AlkoholBei Oxycodon können vermehrt Nebenwirkungen auftreten, die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden [1]. Bei Tilidin/Naloxon und Fentanyl nennen die Fachinformationen Alkohol ausdrücklich unter den Mitteln, die zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen können [2, 8]
MAO-HemmerBei Tramadol, Hydromorphon und Buprenorphin kontraindiziert, auch wenn der MAO-Hemmer in den letzten zwei Wochen eingenommen wurde [3, 4, 5]. Bei Oxycodon ist Vorsicht geboten; möglich sind eine Erregung oder Dämpfung des Nervensystems mit Blutdruckentgleisungen [1]
Serotonerge Mittel: SSRI wie Sertralin, SNRI, trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin, TriptaneGefahr eines Serotonin-Syndroms [1, 2, 3, 5, 8]
Hemmstoffe des Leberenzyms CYP3A4, z. B. Clarithromycin, Itraconazol, Ritonavir, GrapefruitsaftBei Oxycodon höhere Wirkstoffspiegel [1]. Bei Fentanyl können Wirkungen und Nebenwirkungen verstärkt oder verlängert werden, und es kann eine schwere Atemdepression auftreten; die Kombination wird nicht empfohlen, außer der Nutzen überwiegt [2]. Mehr dazu: Medikamente und Grapefruit
Mittel, die CYP3A4 anregen: Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, JohanniskrautBei Oxycodon niedrigere Wirkstoffspiegel [1]
Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ, z. B. Phenprocoumon (Blutverdünner)Bei Oxycodon wurden klinisch relevante Abweichungen des Gerinnungswerts INR in beide Richtungen beobachtet; unter Tilidin/Naloxon wurde in Einzelfällen ein Abfall des Quick-Werts beobachtet, die Gerinnung sollte zu Beginn und am Ende der Behandlung engmaschig kontrolliert werden [1, 8]
Mittel, die das QT-Intervall im EKG verlängernUnter my-Opioid-Agonisten muss laut Fachinformation von Levomethadon mit einer QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen gerechnet werden; bei jeder Änderung der übrigen Medikation sind Wechselwirkungen auf das QT-Intervall zu berücksichtigen [9]. Mehr dazu: QT-Verlängerung

Die Liste ist nicht vollständig; auch rezeptfreie und pflanzliche Mittel wie Johanniskraut können beteiligt sein [1]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein neues Mittel dazunehmen. Einen Überblick über alle Ihre Medikamente gibt der Medikationsplan, Grundlagen erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wann Opioide nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden

Gegenanzeigen unterscheiden sich je nach Wirkstoff; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Die Fachinformationen nennen zum Beispiel [1, 2, 3, 5, 6, 8]:

  • Oxycodon und Morphin: unter anderem eine schwere Atemdepression mit Sauerstoffmangel oder Kohlendioxidstau, eine schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung, schweres Asthma, einen Darmverschluss durch Darmlähmung (bei Morphin auch das Risiko dafür) und ein akutes Abdomen, also akute starke Bauchbeschwerden [1, 6].
  • Fentanyl-Pflaster: unter anderem akute oder nach einer Operation auftretende Schmerzen, weil eine Dosisanpassung bei kurzer Anwendung nicht möglich ist, und eine schwere Atemdepression [2].
  • Tramadol: unter anderem akute Vergiftungen mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka, eine nicht ausreichend kontrollierte Epilepsie und die Anwendung zur Drogensubstitution [3].
  • Buprenorphin-Pflaster: unter anderem eine Opioidabhängigkeit und die Drogensubstitution, Myasthenia gravis und die Schwangerschaft [5].
  • Tilidin/Naloxon: eine Abhängigkeit von Opiaten oder Opioiden wegen der Gefahr akuter Entzugserscheinungen [8].

Vorsicht gilt laut Fachinformation von Oxycodon unter anderem bei älteren und geschwächten Menschen, Kopfverletzungen, niedrigem Blutdruck, Epilepsie, eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion, vergrößerter Prostata und bestehender Verstopfung [1]. Tramadol sollte bei Epilepsie oder Neigung zu Krampfanfällen nur in zwingenden Ausnahmefällen angewendet werden [3]. Tramadol eignet sich laut Fachinformation nicht als Ersatzmittel bei Opiatabhängigkeit, Tilidin/Naloxon nicht zur Entzugsbehandlung [3, 8]. Mehr dazu: Medikamente im Alter.

Schwangerschaft und Stillzeit

Ob und womit Schmerzen in der Schwangerschaft behandelt werden, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Fachinformationen sind zurückhaltend: Oxycodon sollte so weit wie möglich vermieden werden, Tramadol sollte Schwangeren nicht verabreicht werden, Fentanyl-Pflaster dürfen nur angewendet werden, wenn es unbedingt erforderlich ist, und das Buprenorphin-Pflaster ist in der Schwangerschaft kontraindiziert [1, 2, 3, 5]. Nach längerer Anwendung in der Schwangerschaft können beim Neugeborenen Entzugserscheinungen auftreten, nach Anwendung kurz vor oder während der Geburt eine Atemdepression [1, 2, 6].

Ein akuter Opiatentzug während der Schwangerschaft kann laut dem Beratungszentrum Embryotox der Charité zu einem Tod des Ungeborenen im Mutterleib oder zu vorzeitigen Wehen führen und sollte vermieden werden [14]. Nach regelmäßiger Einnahme im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel oder bis zur Geburt sollte die Entbindung laut Embryotox in einem perinatologischen Zentrum erfolgen, also einer Klinik mit Versorgung für Neugeborene [12]. Eine Substitutionstherapie, etwa mit Buprenorphin, Methadon oder Levomethadon, sollte laut Embryotox idealerweise schon vor der Schwangerschaft begonnen werden, ist aber auch später möglich [15].

Mittel der Wahl laut Embryotox: Als Schmerzmittel der Wahl in der Schwangerschaft nennt Embryotox Paracetamol oder bis zur 28. Schwangerschaftswoche Ibuprofen; ist ein zentral wirksames Schmerzmittel angezeigt, sind laut Embryotox Morphin, Tramadol oder Buprenorphin zu bevorzugen [12]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Stillzeit: Die Fachinformationen raten bei mehreren Wirkstoffen vom Stillen ab, weil Opioide in die Muttermilch übergehen und beim Säugling Sedierung und Atemdepression auslösen können; nach dem Entfernen eines Fentanyl-Pflasters soll mindestens 72 Stunden lang nicht gestillt werden [1, 2, 6]. Laut Embryotox sollten Opioid-Schmerzmittel in der Stillzeit allenfalls kurzzeitig und bei guter Beobachtung des Säuglings angewendet werden; Einzeldosen erfordern keine Einschränkung des Stillens [13]. Als Schmerzmittel der ersten Wahl in der Stillzeit nennt Embryotox Ibuprofen oder Paracetamol; ist die akute Anwendung eines Opioids unumgänglich, wären laut Embryotox Tramadol oder Buprenorphin kurzzeitig akzeptable Alternativen [13]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines lesen Sie in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Absetzen

Bei Langzeitanwendung kann es zu einer körperlichen Abhängigkeit kommen, und ein abruptes Absetzen kann ein Entzugssyndrom hervorrufen [1, 6]. Entzugssymptome können laut Fachinformation von Oxycodon Gähnen, erweiterte Pupillen, Tränenfluss, eine laufende Nase, Zittern, Schwitzen, Ängstlichkeit, Unruhe, Krämpfe, Schlaflosigkeit und Muskelschmerzen umfassen [1]. Wird die Behandlung nicht mehr benötigt, kann es laut den Fachinformationen ratsam sein, die Dosis allmählich zu verringern, um Entzugserscheinungen zu vermeiden [1, 3, 4, 6]. Fentanyl-Pflaster dürfen bei körperlicher Abhängigkeit nicht abrupt abgesetzt werden; das Ausschleichen einer hohen Dosis kann Wochen bis Monate dauern [2]. Auch Tilidin/Naloxon soll nach längerem Gebrauch nicht abrupt abgesetzt, sondern schrittweise verringert werden [8]. Bei Levomethadon sind nach abruptem Absetzen schwere, zum Teil lebensbedrohliche Entzugssymptome zu erwarten [9]. Nach Langzeitanwendung des Buprenorphin-Pflasters sind Entzugssymptome laut Fachinformation nicht völlig auszuschließen [5].

Bei unzureichender Schmerzlinderung sollten laut Fachinformation eine Hyperalgesie, eine Gewöhnung und ein Fortschreiten der Grunderkrankung in Erwägung gezogen werden [1, 3, 6]. Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen und der Ratgeber Medikamente absetzen.

Unterschied zu Nichtopioid-Schmerzmitteln

Das Buprenorphin-Pflaster ist für starke Schmerzen zugelassen, wenn nicht-opioide Schmerzmittel nicht ausreichend wirken [5]. Mehr dazu: Nichtopioid-Schmerzmittel, NSAR und der Vergleich Tilidin oder Tramadol.

Quellen

  1. Fachinformation Fachinformation Oxycodon-HCl-ratiopharm® 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 12.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Fentanyl-ratiopharm® Matrixpflaster transdermales Pflaster. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 12.10.2026
  3. Fachinformation Fachinformation Tramadol-ratiopharm® 100 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 12.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Hydromorphon-ratiopharm® Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Buprenorphin-ratiopharm® Transdermales Pflaster. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Morphin-ratiopharm® Retardtabletten (10, 30, 60 und 100 mg). ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Tapentadol-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Tilidin comp. STADA® Retardtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation Levomethadon-neuraxpharm 5 mg/ml Lösung zum Einnehmen. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  10. Behörde Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III (verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel). Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 19.05.2026. abgerufen am 12.10.2026
  11. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Verspätete Aufnahme eines Warnhinweises zur versehentlichen Anwendung auf der äußeren Verpackung und ggf. Pflasterbeuteln von fentanylhaltigen, transdermalen Pflastern. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 01.09.2023. abgerufen am 12.10.2026
  12. Embryotox Embryotox: Oxycodon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  13. Embryotox Embryotox: Morphin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  14. Embryotox Embryotox: Hydromorphon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  15. Embryotox Embryotox: Buprenorphin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Machen Opioide abhängig?

Das ist möglich. Laut Fachinformationen können sich bei wiederholter Anwendung eine Toleranz, eine körperliche und psychische Abhängigkeit und eine Opioidgebrauchsstörung entwickeln; eine höhere Dosis und eine längere Behandlung können das Risiko erhöhen. Vor Beginn sollten Behandlungsziele und ein Plan für das Ende der Behandlung vereinbart werden. Bemerken Sie Anzeichen einer Abhängigkeit, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Warum dürfen Opioide nicht mit Beruhigungs- oder Schlafmitteln kombiniert werden?

Laut Fachinformationen kann die gleichzeitige Anwendung von Opioiden und sedierenden Mitteln wie Benzodiazepinen zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Eine gleichzeitige Verschreibung ist deshalb nur angebracht, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Alkohol kann laut Fachinformation von Oxycodon dessen Wirkungen verstärken. Nehmen Sie kein zusätzliches dämpfendes Mittel ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich mit Opioiden Auto fahren?

Opioide können laut Fachinformation die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen, besonders zu Beginn der Behandlung, nach einer Dosiserhöhung, nach einem Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln. Bei einer stabilen Behandlung ist ein generelles Fahrverbot laut den Fachinformationen von Oxycodon, Morphin und Tilidin/Naloxon nicht zwingend erforderlich. Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt im Einzelfall.

Was hilft gegen Verstopfung durch Opioide?

Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt früh darauf an. Laut Fachinformation von Fentanyl sollen Behandelte über Maßnahmen zur Verhinderung der Verstopfung aufgeklärt werden, und eine vorbeugende Anwendung von Abführmitteln soll in Betracht gezogen werden. Gegen die Verstopfung entwickelt sich laut Fachinformation nur eine unvollständige Gewöhnung.

Welche Opioide sind Betäubungsmittel?

Oxycodon, Fentanyl, Hydromorphon, Buprenorphin, Morphin, Tapentadol und Levomethadon stehen in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Tilidin steht dort ebenfalls; ausgenommen sind feste Zubereitungen mit verzögerter Wirkstofffreigabe, die je Tablette höchstens eine festgelegte Menge Tilidin, Naloxon in einem festgelegten Mindestanteil und keinen weiteren Stoff der Anlagen I bis III enthalten. Tramadol ist nicht aufgeführt, aber verschreibungspflichtig.

Woran erkenne ich eine Überdosierung?

Laut Fachinformation von Morphin äußert sich eine Opioidvergiftung durch sehr enge Pupillen, eine stark verlangsamte Atmung und Koma; außerdem sind Benommenheit und ein Blutdruckabfall möglich. Eine Überdosierung ist ein Notfall: Rufen Sie sofort den Rettungsdienst.

Darf ich Opioide in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Das entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach längerer Anwendung bis zur Geburt können beim Neugeborenen Atemdepression und Entzugserscheinungen auftreten. Als Schmerzmittel der Wahl in der Schwangerschaft nennt Embryotox Paracetamol oder bis zur 28. Schwangerschaftswoche Ibuprofen; ist ein zentral wirksames Schmerzmittel nötig, sind laut Embryotox Morphin, Tramadol oder Buprenorphin zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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