MedikamenteWirkstoff

Paracetamol: Nebenwirkungen und Wirkung

Paracetamol ist ein Schmerz- und Fiebermittel zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen und von Fieber. In Packungen bis 10 g Wirkstoff gibt es das Mittel rezeptfrei in der Apotheke. Häufige oder gelegentliche Nebenwirkungen nennt die Packungsbeilage nicht. Überschreiten Sie die Höchstmenge nicht, denn eine Überdosierung kann die Leber schwer schädigen. Wurde zu viel eingenommen, rufen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Mann in den Dreißigern sitzt mit Wolldecke und einer Tasse Tee auf dem Sofa und hält sich die Stirn
Bild: KI-generiert

Wofür wird Paracetamol eingesetzt?

Paracetamol ist ein schmerzstillendes und fiebersenkendes Arzneimittel (Analgetikum und Antipyretikum). Es gehört zu den Nichtopioid-Analgetika und wird zur symptomatischen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen und von Fieber angewendet [1, 2]. Verschlimmern sich die Beschwerden, bessern sie sich nach 3 Tagen nicht oder haben Sie hohes Fieber, müssen Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [1].

Ohne Rezept gibt es Paracetamol zum Einnehmen gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber in Packungen mit bis zu 10 g Wirkstoff; auch Zäpfchen sind von der Verschreibungspflicht ausgenommen. Größere Packungen zum Einnehmen sind verschreibungspflichtig [4]. Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten sind apothekenpflichtig und für Kinder ab 17 kg Körpergewicht bzw. 4 Jahren, Jugendliche und Erwachsene bestimmt [1, 2].

Wie wirkt Paracetamol?

Wie Paracetamol Schmerzen und Fieber lindert, ist nicht eindeutig geklärt; wahrscheinlich wirkt es sowohl im zentralen Nervensystem als auch außerhalb davon. Nachgewiesen ist, dass es die Bildung von Prostaglandinen (Botenstoffen, die an Schmerz und Fieber beteiligt sind) im Gehirn deutlich hemmt, außerhalb des Gehirns dagegen nur schwach. Außerdem hemmt Paracetamol die Wirkung körpereigener fiebererzeugender Stoffe auf das Temperaturregulationszentrum im Gehirn [2].

Nach der Einnahme wird Paracetamol rasch und vollständig aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist nach 30 bis 60 Minuten erreicht. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt etwa 2 Stunden, die durchschnittliche Wirkdauer 4 bis 6 Stunden [2]. Abgebaut wird Paracetamol vorwiegend in der Leber. Dabei entsteht in kleiner Menge ein giftiges Abbauprodukt, das normalerweise rasch durch den körpereigenen Stoff Glutathion entgiftet wird. Bei einer massiven Überdosierung ist die Menge dieses giftigen Abbauprodukts erhöht [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Selten" heißt: bis zu 1 von 1.000 Behandelten, "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Häufige oder gelegentliche Nebenwirkungen nennt die Packungsbeilage nicht. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Selten steigen bestimmte Leberwerte leicht an. Sehr selten kommt es zu allergischen Reaktionen, die von einem einfachen Hautausschlag oder Nesselausschlag bis zu einer Schockreaktion reichen, bei empfindlichen Personen zu einer Verengung der Atemwege (Analgetika-Asthma), zu schweren Hautreaktionen und zu Veränderungen des Blutbilds [1, 2]. Bei Menschen mit schweren Erkrankungen wurde eine Übersäuerung des Blutes beobachtet, die metabolische Azidose; ihre Häufigkeit ist nicht bekannt [1, 2].

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • ImmunsystemAllergische Reaktionen von einfachem Hautausschlag, Hautrötung oder Nesselausschlag bis zur Schockreaktion (anaphylaktischer Schock)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagNesselsucht
  • ImmunsystemBei empfindlichen Personen Verengung der Atemwege (Analgetika-Asthma)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • HautSchwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, akutes generalisiertes pustulöses Exanthem)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • Blut und LymphsystemVeränderungen des Blutbilds, etwa eine verringerte Zahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder eine starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Stoffwechsel und ErnährungÜbersäuerung des Blutes (metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke) bei Menschen mit schweren Erkrankungen, die Paracetamol einnehmen[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Eine Überdosierung kann zu schweren Leberschäden führen, ebenso die einmalige Einnahme der Tagesgesamtdosis; in einem solchen Fall sollte unverzüglich medizinische Hilfe aufgesucht werden [2]. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, kleine Kinder, Menschen mit Lebererkrankungen, chronischem Alkoholmissbrauch oder chronischer Fehlernährung und Menschen, die bestimmte enzymanregende Arzneimittel einnehmen [2]. Klinische Zeichen eines Leberschadens werden in der Regel erst nach 2 Tagen sichtbar und erreichen nach 4 bis 6 Tagen ihr Maximum [2]. Telefonnummern der Giftinformationszentren finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Vierzigern sitzt nachdenklich am Küchentisch, hält eine Tasse Tee, daneben ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Um eine Überdosierung zu vermeiden, prüfen Sie, ob andere Arzneimittel, die Sie gleichzeitig anwenden, ebenfalls Paracetamol enthalten [1, 2]. Halten Sie zwischen zwei Einnahmen mindestens 6 Stunden Abstand und überschreiten Sie die Höchstmenge für Ihr Körpergewicht nicht [1]. Nehmen Sie Paracetamol ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 Tage und nicht in höheren Dosen ein [1].

Wer Schmerzmittel längere Zeit hoch dosiert und nicht bestimmungsgemäß einnimmt, kann davon Kopfschmerzen bekommen. Diese Kopfschmerzen dürfen nicht mit höheren Dosen behandelt werden [1, 2]. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Kopfschmerzen durch Medikamente. Bemerken Sie Hautausschlag oder andere ungewohnte Beschwerden, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Zusammen mit bestimmten Schlafmitteln wie Phenobarbital, Mitteln gegen Epilepsie wie Phenytoin oder Carbamazepin, dem Tuberkulosemittel Rifampicin und anderen möglicherweise leberschädigenden Arzneimitteln kann es unter Umständen zu Leberschäden kommen [1]. Wer Blutverdünner wie Warfarin einnimmt, sollte Paracetamol nur unter ärztlicher Aufsicht über längere Zeit einnehmen: Die wiederholte Einnahme über mehr als eine Woche verstärkt deren Wirkung, die gelegentliche Einnahme hat dagegen keinen bedeutsamen Einfluss auf die Blutungsneigung [1, 2]. Mehr zum Thema im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Paracetamol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Probenecid (Gichtmittel)Paracetamol wird langsamer abgebaut (Clearance etwa halbiert)[1, 2]Paracetamol-Dosis sollte verringert werden
Phenobarbital (Schlafmittel), Phenytoin oder Carbamazepin (Mittel gegen Epilepsie), Rifampicin (Tuberkulosemittel) und andere möglicherweise leberschädigende ArzneimittelUnter Umständen Leberschäden[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Cholestyramin (Mittel gegen erhöhte Blutfette)Aufnahme und Wirksamkeit von Paracetamol können sinken[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Zidovudin (Mittel gegen HIV-Infektionen)Neigung zu einer Verminderung weißer Blutkörperchen (Neutropenie) wird verstärkt[1, 2]Nur nach ärztlichem Anraten gleichzeitig einnehmen
Flucloxacillin (Antibiotikum)Schwerwiegendes Risiko für eine Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), die dringend behandelt werden muss[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien), besonders WarfarinWiederholte Einnahme von Paracetamol über länger als eine Woche verstärkt die Wirkung der Gerinnungshemmer; gelegentliche Einnahme hat keinen bedeutsamen Einfluss auf die Blutungsneigung[1, 2]Langfristige Einnahme nur unter ärztlicher Aufsicht
Metoclopramid oder Domperidon (Mittel gegen Übelkeit)Paracetamol kann schneller aufgenommen werden und schneller wirken[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Mittel, die die Magenentleerung verlangsamenAufnahme und Wirkungseintritt von Paracetamol können sich verzögern[1, 2]Vorher Rücksprache halten

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Paracetamol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Nicht einnehmen dürfen Sie Paracetamol, wenn Sie gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile allergisch sind [1]. In vielen anderen Fällen ist Vorsicht nötig: Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Paracetamol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Chronische Alkoholkrankheit oder Alkoholmissbrauch[1, 2]
  • Eingeschränkte Leberfunktion, etwa bei Leberentzündung oder Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit), oder gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, die die Leberfunktion beeinträchtigen[1, 2]
  • Vorgeschädigte Niere (laut Fachinformation Kreatinin-Clearance unter 50 ml/min)[1, 2]
  • Erblicher Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Favismus) oder Blutarmut durch Zerfall roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie)[1, 2]
  • Mangel an Glutathion, einem Eiweiß des Leberstoffwechsels (z. B. bei Mangelernährung oder Alkoholmissbrauch), Flüssigkeitsmangel, z. B. durch geringe Trinkmenge, Durchfall oder Erbrechen, chronische Mangelernährung, Körpergewicht unter 50 kg und höheres Lebensalter[1, 2]
  • Schwere Erkrankungen wie schwere Nierenfunktionsstörung oder Blutvergiftung (Sepsis), Mangelernährung, chronische Alkoholkrankheit oder gleichzeitige Einnahme von Flucloxacillin: Bei längerer Einnahme normaler Mengen oder zusammen mit Flucloxacillin wurde über eine metabolische Azidose berichtet[1, 2]
  • Um eine Überdosierung zu verhindern, sollte sichergestellt werden, dass andere gleichzeitig angewendete Arzneimittel kein Paracetamol enthalten[1, 2]
  • Längerer hoch dosierter, nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch von Schmerzmitteln kann Kopfschmerzen auslösen, die nicht mit höheren Dosen behandelt werden dürfen; die gewohnheitsmäßige Einnahme, vor allem mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe zusammen, kann die Nieren dauerhaft schädigen (Analgetika-Nephropathie)[1, 2]
  • Kinder unter 17 kg Körpergewicht bzw. unter 4 Jahren: 500-mg-Tabletten nicht empfohlen; für sie gibt es geeignete Stärken und Darreichungsformen[1]
  • Paracetamol kann die Bestimmung von Harnsäure und Blutzucker im Labor beeinflussen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Paracetamol darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden [1]. Laut Embryotox ist der Erfahrungsumfang mit Paracetamol in der Schwangerschaft hoch; einen ursächlichen Zusammenhang mit ADHS oder Autismus beim Kind haben aktuelle Studien und Metaanalysen laut Embryotox nicht bestätigen können [3]. Was Packungsbeilage, Fachinformation, Embryotox und die Europäische Arzneimittel-Agentur im Einzelnen sagen, auch zur Stillzeit, lesen Sie auf der Seite Paracetamol in der Schwangerschaft. Allgemeines zu Alkohol und Arzneimitteln lesen Sie im Ratgeber Medikamente und Alkohol, zur Stillzeit im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

Falls erforderlich, kann Paracetamol in der Schwangerschaft eingenommen werden. Sie sollten die geringstmögliche Dosis einnehmen, mit der Schmerzen oder Fieber gelindert werden, und das Mittel für den kürzestmöglichen Zeitraum einnehmen. Über längere Zeit, in hohen Dosen oder zusammen mit anderen Arzneimitteln sollten Sie es in der Schwangerschaft nicht einnehmen, da die Sicherheit dafür nicht belegt ist. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder Ihre Hebamme.[1, 2]

Embryotox zählt Paracetamol bei Schmerzen, die medikamentös behandelt werden müssen, in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Schmerzmitteln der Wahl und bei hohem Fieber zu den fiebersenkenden Mitteln der Wahl; es darf aber nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat tagelang oder über mehrere Wochen eingenommen werden. Einen ursächlichen Zusammenhang mit ADHS oder Autismus-Spektrum-Störungen beim Kind konnten aktuelle Studien und Metaanalysen laut Embryotox unter Berücksichtigung weiterer möglicher Einflussfaktoren nicht bestätigen. Im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel ist laut Embryotox gegebenenfalls Ibuprofen eine besser geeignete Alternative, nicht aber im letzten Drittel: Dort gibt es bei hohem Fieber oder Schmerzen laut Embryotox keine besser geeigneten Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Paracetamol geht in die Muttermilch über. Da nachteilige Folgen für den Säugling bisher nicht bekannt sind, ist eine Stillpause in der Regel nicht erforderlich.[1, 2]

Embryotox nennt Paracetamol neben Ibuprofen ein Schmerzmittel der Wahl in der Stillzeit.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Paracetamol darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden. Bei chronischem Alkoholmissbrauch besteht ein besonderes Vergiftungsrisiko durch eine Überdosierung; Menschen mit chronischer Alkoholkrankheit sprechen vor der Einnahme mit ihrer Ärztin, ihrem Arzt oder ihrer Apotheke.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Paracetamol hat laut Packungsbeilage keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.[1]

Einnahme

Tabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit einnehmen; sie lassen sich an der Bruchkerbe in gleiche Hälften teilen. Zwischen zwei Einnahmen mindestens 6 Stunden Abstand halten.[1]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen.[1]

Höchstmenge in der Selbstmedikation

Laut Packungsbeilage der 500-mg-Tabletten: ab 43 kg Körpergewicht (Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene) 500 bis 1.000 mg je Einnahme, höchstens 4.000 mg am Tag. Kinder von 33 bis 43 kg (11 bis 12 Jahre): 500 mg je Einnahme, höchstens 2.000 mg am Tag. Kinder von 26 bis 32 kg (8 bis 11 Jahre): 250 mg je Einnahme, höchstens 1.000 mg am Tag, in Ausnahmefällen bis zu 1.500 mg am Tag bei einem Abstand von mindestens 4 Stunden. Kinder von 17 bis 25 kg (4 bis 8 Jahre): 250 mg je Einnahme, höchstens 1.000 mg am Tag. Sonst sollte der Abstand zwischen zwei Einnahmen 6 Stunden nicht unterschreiten.[1]

Bei Körpergewicht unter 50 kg, chronischem Alkoholismus, Flüssigkeitsmangel oder chronischer Unterernährung ohne ärztliche Anweisung höchstens 60 mg je kg Körpergewicht am Tag, bei Erwachsenen höchstens 2 g am Tag.[1]

Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 Tage einnehmen.[1]

Absetzen

Wer Schmerzmittel längere Zeit hoch dosiert und nicht bestimmungsgemäß eingenommen hat, kann nach abruptem Absetzen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Nervosität und vegetative Beschwerden bekommen. Sie klingen innerhalb weniger Tage ab; bis dahin sollen keine Schmerzmittel und erneut nur nach ärztlichem Rat eingenommen werden.[1, 2]

Überdosierung

Rufen Sie sofort die nächst erreichbare Ärztin oder den nächst erreichbaren Arzt, wenn mehr Paracetamol eingenommen wurde als empfohlen. Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blässe und Bauchschmerzen treten im Allgemeinen innerhalb von 24 Stunden auf; danach kann sich das Befinden bessern, laut Fachinformation bleiben jedoch leichte Bauchschmerzen als Hinweis auf eine Leberschädigung. Eine Überdosierung kann zu schweren Leberschäden führen; besonders bei älteren Menschen, kleinen Kindern, Lebererkrankungen, chronischem Alkoholmissbrauch, chronischer Fehlernährung oder enzymanregenden Arzneimitteln kann sie tödlich sein. Laut Fachinformation ist die Gabe des Gegenmittels N-Acetylcystein in die Vene bereits bei Verdacht in den ersten 10 Stunden sinnvoll; N-Acetylcystein kann auch nach 10 und bis zu 48 Stunden noch einen gewissen Schutz bieten.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Paracetamol wird laut Packungsbeilage nach Körpergewicht bzw. Alter dosiert. Die Übersicht gibt die Angaben der Packungsbeilage von Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten wieder, einschließlich der Hinweise bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion [1]. Für andere Stärken und Darreichungsformen, etwa Zäpfchen oder Saft, gelten deren eigene Packungsbeilagen. Haben Sie eine Erkrankung oder nehmen Sie weitere Arzneimittel ein, lassen Sie sich die Dosis ärztlich oder in der Apotheke bestätigen [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Paracetamol immer genau so ein, wie es in der Packungsbeilage steht oder wie es Ihnen Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihre Apotheke gesagt hat. Schlucken Sie die Tabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit; sie lassen sich an der Bruchkerbe in gleiche Hälften teilen. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].

Wer Schmerzmittel längere Zeit hoch dosiert und nicht bestimmungsgemäß eingenommen hat, kann nach einem plötzlichen Absetzen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Nervosität und vegetative Beschwerden bekommen. Sie klingen innerhalb weniger Tage ab; bis dahin sollen keine Schmerzmittel eingenommen werden, und auch danach nur nach ärztlichem Rat [1, 2]. Die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, vor allem mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe zusammen, kann die Nieren dauerhaft schädigen [1, 2]. Vor Laboruntersuchungen sagen Sie Bescheid, dass Sie Paracetamol einnehmen: Es kann die Bestimmung von Harnsäure und Blutzucker beeinflussen [1].

Präparate mit Paracetamol

Paracetamol gibt es von vielen Herstellern als Tabletten, Brausetabletten, Zäpfchen und Lösung zum Einnehmen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten [1, 2]. Für Kombinationspräparate, etwa mit Ibuprofen oder Coffein, gelten eigene Packungsbeilagen. Informationen zu den Schmerzmitteln Ibuprofen und Metamizol finden Sie auf deren eigenen Seiten.

Präparate mit Paracetamol
PräparatAnbieterHinweis
Paracetamol-ratiopharmratiopharm GmbH500 mg Tabletten (apothekenpflichtig): Grundlage dieser Seite; außerdem u. a. Brausetabletten, Zäpfchen und Lösung zum Einnehmen

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Paracetamol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Paracetamol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wie viel Paracetamol darf ich am Tag höchstens nehmen?

Laut Packungsbeilage von Paracetamol-ratiopharm 500 mg gilt ab 43 kg Körpergewicht (Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene): höchstens 1.000 mg je Einnahme und 4.000 mg am Tag, mit mindestens 6 Stunden Abstand. Bei unter 50 kg Körpergewicht, chronischem Alkoholismus, Flüssigkeitsmangel oder chronischer Unterernährung gilt ohne ärztliche Anweisung eine Grenze von 60 mg je kg Körpergewicht, bei Erwachsenen höchstens 2 g am Tag. Für Kinder gelten niedrigere Höchstmengen nach Körpergewicht.

Darf ich Paracetamol mit Alkohol nehmen?

Nein. Laut Packungsbeilage darf Paracetamol nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden. Bei chronischem Alkoholmissbrauch ist besondere Vorsicht nötig, und ohne ärztliche Anweisung gilt dann eine niedrigere Höchstmenge.

Was passiert bei einer Überdosis Paracetamol?

Eine Überdosierung kann die Leber schwer schädigen. Erste Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blässe und Bauchschmerzen treten im Allgemeinen innerhalb von 24 Stunden auf; danach kann sich das Befinden bessern, laut Fachinformation bleiben jedoch leichte Bauchschmerzen als Hinweis auf eine Leberschädigung. Rufen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn mehr eingenommen wurde als empfohlen. Laut Fachinformation ist bereits bei Verdacht in den ersten 10 Stunden ein Gegenmittel sinnvoll, das in die Vene gegeben wird.

Darf ich Paracetamol in der Schwangerschaft nehmen?

Falls erforderlich, ja: Laut Packungsbeilage sollten Sie die geringstmögliche Dosis für den kürzestmöglichen Zeitraum einnehmen und Paracetamol nicht über längere Zeit, in hohen Dosen oder zusammen mit anderen Arzneimitteln einnehmen. Embryotox zählt Paracetamol bei behandlungsbedürftigen Schmerzen in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Schmerzmitteln der Wahl; es darf aber nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat tagelang oder über mehrere Wochen eingenommen werden. Einen ursächlichen Zusammenhang mit ADHS oder Autismus beim Kind haben aktuelle Studien laut Embryotox nicht bestätigt.

Kann ich Paracetamol und Ibuprofen zusammen nehmen?

Die Packungsbeilage von Paracetamol-ratiopharm nennt Ibuprofen nicht unter den Wechselwirkungen. Es gibt rezeptfreie Kombinationstabletten mit beiden Wirkstoffen, für die eine eigene Packungsbeilage gilt. Ob und wie Sie zwei Schmerzmittel kombinieren, besprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke; die gewohnheitsmäßige Einnahme mehrerer Schmerzmittel zusammen kann die Nieren dauerhaft schädigen.

Wie schnell wirkt Paracetamol und wie lange?

Nach der Einnahme ist die höchste Konzentration im Blut nach 30 bis 60 Minuten erreicht. Die durchschnittliche Wirkdauer liegt laut Fachinformation bei 4 bis 6 Stunden. Zwischen zwei Einnahmen sollen mindestens 6 Stunden liegen.

Ist Paracetamol schlecht für die Leber?

Laut Packungsbeilage ist ein leichter Anstieg bestimmter Leberenzyme selten (bis zu 1 von 1.000 Behandelten). Eine Überdosierung kann die Leber schwer schädigen; laut Fachinformation sollte Paracetamol auch nicht über längere Zeit und nicht in höheren Dosen eingenommen werden. Bei Lebererkrankungen, Alkoholmissbrauch oder leberschädigenden Arzneimitteln sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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