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Melatonin: Nebenwirkungen und Wirkung

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das als verschreibungspflichtige Retardtablette mit 2 mg zur kurzzeitigen Behandlung einer primären Schlaflosigkeit bei Menschen ab 55 Jahren zugelassen ist. Die Packungsbeilage nennt gelegentliche und seltene Nebenwirkungen, etwa Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit oder Oberbauchschmerzen. Bei Schmerzen in der Brust, Ohnmacht, Sehstörungen oder Depressionen nehmen Sie keine weiteren Tabletten ein und kontaktieren unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Mann in den Sechzigern sitzt abends im gedämpften Licht einer Nachttischlampe auf der Bettkante und hält eine Tasse Kräutertee
Bild: KI-generiert

Wofür wird Melatonin eingesetzt?

Melatonin gehört zu einer Gruppe von Hormonen, die der Körper selbst bildet [1]. Als verschreibungspflichtige Retardtablette mit 2 mg ist es zugelassen für die kurzzeitige Behandlung einer primären Schlaflosigkeit (Insomnie) bei Menschen ab 55 Jahren, und zwar als alleinige Behandlung. Gemeint sind anhaltende Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten oder eine schlechte Schlafqualität. "Primär" bedeutet, dass die Schlaflosigkeit nicht auf eine bekannte körperliche, psychische oder umgebungsbedingte Ursache zurückgeht [1, 2]. Mehr zum Krankheitsbild lesen Sie auf der Seite Schlafstörungen.

Ohne Rezept dürfen nur Arzneimittel mit 3 mg Melatonin je abgeteilter Arzneiform (zum Beispiel je Tablette) abgegeben werden, mit einer Tagesdosis von bis zu 3 mg und bis 30 mg je Packung, zum Einnehmen bei Jetlag bei Erwachsenen. Alle anderen melatoninhaltigen Arzneimittel sind verschreibungspflichtig [3]. Melatonin wird zu den Beruhigungs- und Schlafmitteln gezählt; die Fachinformation ordnet es den Melatonin-Rezeptor-Agonisten zu [2].

Wie wirkt Melatonin?

Der Körper bildet Melatonin in der Zirbeldrüse, einer kleinen Drüse im Gehirn. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit steigt die Ausschüttung an, erreicht zwischen 2 und 4 Uhr nachts ihren Höhepunkt und fällt in der zweiten Nachthälfte wieder ab. Melatonin ist an der Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt und wird mit einer schlafanstoßenden Wirkung in Verbindung gebracht. Die Aktivität an den Melatonin-Rezeptoren MT1, MT2 und MT3 soll an den schlaffördernden Eigenschaften beteiligt sein [2]. Mit dem Alter geht die körpereigene Melatoninbildung zurück; die Fachinformation nennt diesen Rückgang und die Rolle von Melatonin für Schlaf und Tag-Nacht-Rhythmus als Beweggründe für die Anwendung, insbesondere bei Menschen über 55 Jahren mit primärer Schlaflosigkeit [2].

Die Fachinformation beschreibt Studien mit Menschen mit primärer Schlaflosigkeit über 3 Wochen bis 6 Monate, in denen Einschlafzeit, Schlafqualität und Befinden am Morgen untersucht wurden [2]. Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Nach Einnahme nach einer Mahlzeit ist die höchste Konzentration im Blut nach 3 Stunden erreicht. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt 3,5 bis 4 Stunden. Melatonin wird in der Leber abgebaut, die Abbauprodukte werden innerhalb von 12 Stunden über die Nieren ausgeschieden [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Gelegentlich" heißt: bis zu 1 von 100 Behandelten, "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Häufige oder sehr häufige Nebenwirkungen nennt die Packungsbeilage nicht. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Die Packungsbeilage unterscheidet zwischen schwerwiegenden Nebenwirkungen, bei denen Sie keine weiteren Tabletten einnehmen und unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren, und nicht schwerwiegenden Nebenwirkungen, bei denen Sie ärztlichen Rat einholen [1]. Zu den nicht schwerwiegenden gehören unter anderem Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Nervosität, Schlaflosigkeit und Albträume, Benommenheit, Bluthochdruck, Oberbauchschmerzen, nächtliches Schwitzen und Gewichtszunahme [1].

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • InfektionenGürtelrose (Herpes zoster)[1, 2]
  • Blut und LymphsystemVerminderte Zahl weißer Blutzellen (Leukopenie) und verminderte Zahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie) mit erhöhtem Risiko für Blutungen oder Blutergüsse[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Blutfette (Hypertriglyzeridämie), niedriger Kalziumspiegel und niedriger Natriumspiegel im Blut[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte BlutfetteNatriummangel
  • PsycheDepressionen, gedrückte Stimmung, veränderte Stimmungslage, Weinerlichkeit[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
  • PsycheDesorientiertheit[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
  • PsycheAggression, krankhafte Unruhe (Agitiertheit), Stresssymptome[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und ReizbarkeitUnruhe und Nervosität
  • PsycheVorzeitiges frühmorgendliches Erwachen, gesteigerter Geschlechtstrieb (Libido)[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
  • NervensystemBewusstseinsverlust oder Ohnmachtsanfall (Synkope)[1, 2]
  • NervensystemBeeinträchtigung der Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeitsstörung, Verträumtheit[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • NervensystemUnruhige Beine (Restless-Legs-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Unruhige Beine (Restless Legs)
  • NervensystemSchlechte Schlafqualität[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
  • NervensystemKribbelndes Hautgefühl (Parästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • AugenSehstörung mit verminderter Sehschärfe, Verschwommensehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AugenVermehrter Tränenfluss[1, 2]
  • Ohr und GleichgewichtDrehschwindel, lageabhängiger Schwindel (Benommenheit beim Aufstehen oder Sitzen)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • HerzStarke Schmerzen im Brustkorb durch Angina pectoris[1, 2]
  • HerzHerzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Gefäße und KreislaufHitzewallungen[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
  • Magen und DarmSaures Aufstoßen (Refluxkrankheit), Magenbeschwerden, Magenverstimmung, Magenerkrankungen, Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), Bauchbeschwerden[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und VerdauungsbeschwerdenBauchschmerzen
  • Magen und DarmErbrechen[1, 2]Mehr dazu: Erbrechen
  • Magen und DarmAbgehende Winde, auffällige Darmgeräusche[1, 2]Mehr dazu: Blähungen
  • Magen und DarmBlasen an der Mundschleimhaut, Zungengeschwüre, übermäßige Speichelproduktion[1, 2]
  • Magen und DarmMundgeruch[1, 2]Mehr dazu: Mundgeruch
  • HautEkzem, Hautrötung (Erythem), Hautentzündung der Hände, juckender oder großflächiger Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
  • HautSchuppenflechte (Psoriasis)[1, 2]Mehr dazu: Schuppenflechte
  • HautNagelerkrankungen[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkentzündung (Arthritis), Muskelkrämpfe, nächtliche Krämpfe, Nackenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenMuskelschmerzen
  • Nieren und HarnwegeRote Blutzellen im Urin (Hämaturie)[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeAusscheidung großer Harnmengen, nächtliches Wasserlassen[1, 2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen
  • Geschlechtsorgane und BrustVerlängerte, möglicherweise schmerzhafte Erektion (Priapismus), Entzündung der Prostata[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenAbgeschlagenheit, Schmerzen, Durst[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Leberenzymwerte[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Laborwerte und UntersuchungenAbnorme Blutelektrolyte und abnorme Laborwerte[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Die Packungsbeilage nennt für diese schwerwiegenden Nebenwirkungen dieselbe Handlung: keine weiteren Tabletten einnehmen und unverzüglich die Ärztin oder den Arzt kontaktieren [1]. Beschrieben sind außerdem Überempfindlichkeitsreaktionen und Schwellungen von Mund, Zunge oder Haut; ihre Häufigkeit ist nicht bekannt [1, 2]. Wenden Sie sich bei solchen Beschwerden an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Notrufnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Sechzigern sitzt am Abend am Esstisch bei einer leichten Mahlzeit, im Hintergrund eine warm beleuchtete Wohnung
Bild: KI-generiert

Bei nicht schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Nervosität oder Bauchbeschwerden kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder suchen eine Praxis auf [1].

Werden Sie schläfrig, führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen; hält die Schläfrigkeit an, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Beachten Sie die Einnahmehinweise: nach einer Mahlzeit, 1 bis 2 Stunden vor dem Zubettgehen und ohne Alkohol, denn Alkohol setzt die Wirksamkeit herab [1]. Auch Rauchen kann die Wirksamkeit verringern, weil Bestandteile des Tabaks den Abbau von Melatonin in der Leber beschleunigen können [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Melatonin wird in der Leber vorwiegend über CYP1A-Enzyme abgebaut. Mittel, die diese Enzyme hemmen, können den Melatoninspiegel erhöhen: Unter dem Antidepressivum Fluvoxamin stieg die Menge im Blut um das 17-Fache, diese Kombination muss laut Fachinformation vermieden werden. Auch Östrogene in der Pille oder der Hormonersatztherapie und Cimetidin erhöhen den Spiegel, Antibiotika aus der Gruppe der Chinolone können ihn erhöhen; Carbamazepin und Rifampicin können ihn senken [2]. Zusammen mit Schlafmitteln wie Zolpidem oder Zopiclon kann Melatonin die beruhigende Wirkung verstärken [1, 2].

Wechselwirkungen von Melatonin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Fluvoxamin (Mittel gegen Depressionen und Zwangsstörungen)Hemmt den Abbau von Melatonin; laut Fachinformation steigt die Menge im Blut (AUC) um das 17-Fache[1, 2]Die Kombination muss laut Fachinformation vermieden werden; Ärztin oder Arzt informieren
Psoralene wie 5- oder 8-Methoxypsoralen (Mittel gegen Hauterkrankungen wie Psoriasis), Cimetidin (Magenmittel), Östrogene (in der Pille oder der Hormonersatztherapie), Chinolone (Antibiotika)Melatoninspiegel kann steigen, weil der Abbau gehemmt wird[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Rifampicin (Antibiotikum) und Carbamazepin (Epilepsiemittel)Melatoninspiegel im Blut kann sinken[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Benzodiazepine und Schlafmittel vom Nicht-Benzodiazepin-Typ wie Zaleplon, Zolpidem und ZopiclonBeruhigende Wirkung kann verstärkt werden; zusammen mit Zolpidem waren Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Koordination in einer Studie stärker beeinträchtigt als mit Zolpidem allein[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Thioridazin (Mittel gegen Schizophrenie) und Imipramin (Antidepressivum)Zusammen mit Imipramin übermäßige Ruhigstellung und Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Aufgaben, zusammen mit Thioridazin vermehrte Benommenheit[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Adrenerge Agonisten und Antagonisten (z. B. bestimmte Blutdruckmittel, abschwellende Nasensprays), Opiat-Agonisten und -Antagonisten, Prostaglandinhemmer (z. B. nichtsteroidale Entzündungshemmer), Antidepressiva, TryptophanBeeinflussen laut Literatur die körpereigene Melatoninausschüttung; ob sie die Wirkung von Melatonin-Tabletten verändern, wurde nicht untersucht[1, 2]Ärztin oder Arzt über alle Arzneimittel informieren
AlkoholSetzt die Wirksamkeit herab[1, 2]Vor, bei und nach der Einnahme keinen Alkohol trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Melatonin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Die Retardtabletten mit 2 mg dürfen bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre nicht angewendet werden; laut Packungsbeilage kann für Kinder zwischen 2 und 18 Jahren ein anderes melatoninhaltiges Arzneimittel geeigneter sein [1]. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Melatonin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche von 0 bis 18 Jahren: Das Mittel wurde in dieser Gruppe nicht geprüft und darf nicht angewendet werden[1]
  • Schwangerschaft, Stillzeit, Verdacht auf Schwangerschaft oder Kinderwunsch: Melatonin-ratiopharm darf laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Leber- oder Nierenerkrankungen: Studien fehlen, die Anwendung wird nicht empfohlen; bei eingeschränkter Leberfunktion ist der körpereigene Melatoninspiegel erhöht[1, 2]
  • Autoimmunerkrankungen: Studien fehlen, die Anwendung wird nicht empfohlen[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]
  • Schläfrigkeit kann Fähigkeiten wie das Autofahren beeinträchtigen[1, 2]
  • Rauchen kann die Wirksamkeit herabsetzen, weil Bestandteile des Tabaks den Abbau von Melatonin in der Leber beschleunigen können[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Wenn Sie schwanger sind oder stillen, eine Schwangerschaft vermuten oder planen, dürfen Sie Melatonin-Retardtabletten laut Packungsbeilage nicht einnehmen [1]. Was die Fachinformation und das Bundesinstitut für Risikobewertung dazu sagen, auch zu Nahrungsergänzungsmitteln mit Melatonin, und wo Sie Beratung finden, erklärt die Seite Melatonin in der Schwangerschaft. Allgemeines lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind, vermuten schwanger zu sein oder eine Schwangerschaft planen, dürfen Sie Melatonin-ratiopharm nicht einnehmen. Für Melatonin liegen keine klinischen Daten zu schwangeren Frauen vor; die Fachinformation empfiehlt die Anwendung deshalb nicht. Fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

In der Stillzeit dürfen Sie Melatonin-ratiopharm nicht einnehmen. Körpereigenes Melatonin wurde in der Muttermilch nachgewiesen; wahrscheinlich geht auch eingenommenes Melatonin in die Muttermilch über.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie vor, bei und nach der Einnahme keinen Alkohol, denn er setzt die Wirksamkeit von Melatonin herab.[1]

Autofahren und Maschinen

Melatonin kann Schläfrigkeit hervorrufen. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen. Bei anhaltender Schläfrigkeit fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Einnahme

Die Retardtablette nach einer Mahlzeit und 1 bis 2 Stunden vor dem Zubettgehen einnehmen und im Ganzen schlucken; sie darf nicht zerdrückt oder halbiert werden.[1]

Einnahme vergessen: die Tablette baldmöglichst vor dem Zubettgehen nachholen oder bis zur nächsten Dosis warten und den üblichen Rhythmus fortsetzen. Nicht die doppelte Menge nehmen.[1]

Absetzen

Schädliche Wirkungen einer Unterbrechung oder vorzeitigen Beendigung sind nicht bekannt; Absetzreaktionen nach Abschluss der Behandlung sind ebenfalls nicht bekannt.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie versehentlich zu viel eingenommen, wenden Sie sich so bald wie möglich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Mehr als die empfohlene Tagesdosis kann Schläfrigkeit hervorrufen; laut Fachinformation wird der Wirkstoff voraussichtlich innerhalb von 12 Stunden ausgeschieden.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt eine empfohlene Dosis, den Zeitpunkt der Einnahme und die Dauer, für die diese Dosierung beibehalten werden kann [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Wie lange Sie Melatonin einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Melatonin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein. Die Retardtablette nehmen Sie nach einer Mahlzeit und 1 bis 2 Stunden vor dem Zubettgehen ein. Schlucken Sie sie im Ganzen; sie darf nicht zerdrückt oder halbiert werden [1]. Laut Fachinformation bleibt nur so die verzögerte Freisetzung erhalten [2]. Haben Sie eine Tablette vergessen, holen Sie sie baldmöglichst vor dem Zubettgehen nach oder warten Sie bis zur nächsten Dosis. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].

Schädliche Wirkungen einer Unterbrechung oder vorzeitigen Beendigung der Behandlung sind nicht bekannt, Absetzreaktionen ebenfalls nicht [1]. In einer Studie gingen die Schlafwerte nach dem Absetzen allmählich auf die Ausgangswerte zurück, ohne dass es zu einem Rebound-Effekt oder vermehrten Absetzsymptomen kam [2]. Haben Sie versehentlich zu viel eingenommen, wenden Sie sich so bald wie möglich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; mehr als die empfohlene Tagesdosis kann Schläfrigkeit hervorrufen [1].

Präparate mit Melatonin

Als Arzneimittel gegen primäre Schlaflosigkeit gibt es Melatonin als Retardtabletten mit 2 mg, von verschiedenen Anbietern. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Melatonin-ratiopharm 2 mg Retardtabletten [1, 2]. Für andere melatoninhaltige Arzneimittel, etwa für Kinder, gelten eigene Packungsbeilagen [1].

Präparate mit Melatonin
PräparatAnbieterHinweis
CircadinRAD Neurim Pharmaceuticals EEC SARL2 mg Retardtabletten, verschreibungspflichtig (EU-Zulassung)
Melatonin-ratiopharmratiopharm GmbH2 mg Retardtabletten, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Melatonin-ratiopharm 2 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Melatonin-ratiopharm 2 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Melatonin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Ist Melatonin rezeptfrei?

Arzneimittel mit Melatonin sind grundsätzlich verschreibungspflichtig. Die Arzneimittelverschreibungsverordnung nimmt nur Arzneimittel mit 3 mg je abgeteilter Arzneiform (zum Beispiel je Tablette), einer Tagesdosis von bis zu 3 mg und bis 30 mg je Packung zum Einnehmen bei Jetlag bei Erwachsenen davon aus. Retardtabletten mit 2 mg gegen primäre Schlaflosigkeit gibt es nur auf Rezept.

Welche Nebenwirkungen hat Melatonin?

Häufige Nebenwirkungen nennt die Packungsbeilage nicht. Gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten) treten unter anderem Kopfschmerzen, Migräne, Reizbarkeit, Nervosität, Schlaflosigkeit, Albträume, Benommenheit, Bluthochdruck, Bauchschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit, nächtliches Schwitzen, Juckreiz und Gewichtszunahme auf. Bei seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Brustschmerzen durch Angina pectoris, Ohnmacht, Depressionen oder Sehstörungen nehmen Sie keine weiteren Tabletten und holen unverzüglich ärztlichen Rat ein.

Darf ich Melatonin mit Alkohol nehmen?

Nein. Laut Packungsbeilage sollen Sie vor, bei und nach der Einnahme keinen Alkohol trinken, weil er die Wirksamkeit von Melatonin herabsetzt.

Wie lange darf ich Melatonin nehmen?

Melatonin-Retardtabletten mit 2 mg sind für die kurzzeitige Behandlung zugelassen. Laut Packungsbeilage kann die empfohlene Dosierung bis zu 13 Wochen beibehalten werden. Wie lange Sie Melatonin nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Macht Melatonin abhängig oder gibt es Absetzerscheinungen?

Laut Packungsbeilage sind keine schädlichen Wirkungen einer Unterbrechung oder vorzeitigen Beendigung der Behandlung bekannt, und nach Abschluss der Behandlung sind keine Absetzreaktionen bekannt. Laut Fachinformation gingen die Schlafwerte in einer Studie nach dem Absetzen allmählich auf die Ausgangswerte zurück, ohne Rebound-Effekt.

Darf ich mit Melatonin Auto fahren?

Melatonin kann Schläfrigkeit hervorrufen. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen. Bei anhaltender Schläfrigkeit fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Dürfen Kinder Melatonin bekommen?

Die Retardtabletten mit 2 mg dürfen bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre nicht angewendet werden, weil sie in dieser Gruppe nicht geprüft wurden. Laut Packungsbeilage kann ein anderes melatoninhaltiges Arzneimittel für Kinder zwischen 2 und 18 Jahren geeigneter sein; fragen Sie dazu Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Wann und wie nehme ich Melatonin ein?

Die Angaben der Packungsbeilage zu Dosis und Zeitpunkt stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage". Die Retardtablette wird nach einer Mahlzeit im Ganzen geschluckt und darf nicht zerdrückt oder halbiert werden.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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