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Schlafstörungen

Von einer Schlafstörung (Insomnie) spricht man laut IQWiG, wenn jemand in mindestens drei Nächten pro Woche und länger als einen Monat so schlecht schläft, dass die Lebensqualität beeinträchtigt ist. Als erste Behandlung empfiehlt die Europäische Insomnie-Leitlinie 2023 eine kognitive Verhaltenstherapie (Empfehlungsgrad A); wirkt sie nicht ausreichend, nennt sie ein Medikament als Möglichkeit (A), etwa ein Benzodiazepin oder eine Z-Substanz für bis zu 4 Wochen oder einen Orexin-Rezeptor-Antagonisten für bis zu 3 Monate (A). Lassen Sie anhaltende Schlafstörungen ärztlich abklären; bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen, holen Sie sofort Hilfe, bei akuter Gefahr über den Notruf 112.

Frau Anfang fünfzig mit grau-blondem Haar sitzt am Abend in einer petrolfarbenen Strickjacke im Sessel am Fenster und hält eine Tasse Kräutertee im warmen Lampenlicht
Bild: KI-generiert

Jeder Mensch schläft manchmal schlecht. Von einer Schlafstörung (Insomnie) sprechen Fachleute laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), wenn die Probleme länger als einen Monat andauern [1]. Als erste Behandlung empfiehlt die Europäische Insomnie-Leitlinie 2023 eine kognitive Verhaltenstherapie (Empfehlungsgrad A); wirkt sie nicht ausreichend, nennt sie ein Medikament als Möglichkeit (A) [6]. Wer daran denkt, sich das Leben zu nehmen, braucht sofort Hilfe; die Nummern stehen im Abschnitt Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen.

Was ist eine Schlafstörung?

Wer in mindestens drei Nächten pro Woche und mehr als einen Monat lang so schlecht schläft, dass die Lebensqualität beeinträchtigt ist, hat laut IQWiG eine Schlafstörung [1]. Die Europäische Insomnie-Leitlinie 2023 der European Sleep Research Society befasst sich mit der chronischen Insomnie: Die Schlafprobleme gehen mit deutlichen Beschwerden am Tag einher und treten mindestens mehrmals pro Woche über 3 Monate auf [6].

Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen hat laut IQWiG etwa ein Drittel der Menschen, eine Schlafstörung etwa 6 von 100 Menschen in Deutschland, Frauen häufiger als Männer [1]. Erwachsene schlafen im Durchschnitt ungefähr sieben Stunden pro Nacht, über 80-Jährige etwa sechs; eine halbe Stunde bis zum Einschlafen ist laut IQWiG ganz normal [1].

Symptome

Wer Schlafprobleme hat, findet laut IQWiG keinen erholsamen Schlaf und fühlt sich deshalb tagsüber müde und abgeschlagen. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass man [1]:

  • sehr lange zum Einschlafen braucht,
  • nachts unruhig schläft und oft aufwacht,
  • nachts aufwacht und lange wach liegt,
  • morgens viel zu früh aufwacht und nicht wieder einschlafen kann.

Vielen fällt es schwer, sich bei der Arbeit oder einem Hobby zu konzentrieren, und sie sorgen sich vor allem nachts sehr über die Folgen [1]. Müdigkeit am Tag, gedrückte Stimmung oder Reizbarkeit und Probleme mit Aufmerksamkeit oder Konzentration gehören laut Europäischer Insomnie-Leitlinie 2023 in der Regel dazu [6].

Ursachen und Risikofaktoren

Vieles kann den Schlaf stören. Das IQWiG nennt etwa [1]:

  • Sorgen, Stress und belastende Lebensereignisse wie eine Trennung oder eine schwere Erkrankung
  • Alkohol und Drogen, Schichtarbeit und Lärm
  • Beschwerden wie Schmerzen, nächtlichen Harndrang oder Hitzewallungen
  • Schlafwandeln, Zähneknirschen, nächtliche Atemstillstände (Schlafapnoe) und Unruhe in den Beinen (Restless-Legs-Syndrom)
  • bestimmte Medikamente wie Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI

Durch Stress ausgelöste Schlafstörungen können laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) anhalten, auch wenn der Auslöser vorbei ist; sie beruhen dann auf Gewöhnungseffekten, die Anspannung und Angst vor Schlaflosigkeit hervorrufen [7]. Ungewohnt viel Alkohol vor dem Schlafengehen hilft zunächst beim Einschlafen, führt später aber zu häufigem Erwachen, Schwitzen, Unruhe und Albträumen [7].

Krankheiten: Den Schlaf stören können laut IQWiG unter anderem eine chronische Nierenschwäche sowie Schilddrüsen-, Herz- und Lungenerkrankungen; auch mit psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen können Schlafprobleme zusammenhängen [1].

Medikamente als Ursache: Welche Medikamente Schlafstörungen und Albträume als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Schlafstörungen durch Medikamente.

Diagnose

Im Gespräch fragt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG nach Medikamenten, koffeinhaltigen Getränken, Alkohol oder Drogen, nach Stress und belastenden Ereignissen und nach Schmerzen, körperlichen oder psychischen Erkrankungen; dazu kommen eine körperliche Untersuchung und eine Blutabnahme [1]. Ein Schlaftagebuch kann helfen, Zusammenhänge oder ein Muster zu erkennen; bei Verdacht auf nächtliche Atemstörungen oder Beinbewegungen kann eine Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll sein [1]. Die Europäische Insomnie-Leitlinie 2023 empfiehlt für die Diagnose ein klinisches Gespräch zur Schlaf- und Krankengeschichte sowie Schlaffragebögen und Schlaftagebücher (Empfehlungsgrad A) [6].

Behandlung ohne Medikamente

Mann Ende fünfzig mit kurzem grauem Haar geht in einer dunkelroten Jacke bei Sonnenuntergang einen ruhigen Weg unter Bäumen entlang
Bild: KI-generiert

Die Europäische Insomnie-Leitlinie 2023 empfiehlt eine kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie (KVT-I) als erste Behandlung für Erwachsene jeden Alters, unabhängig von Begleiterkrankungen, persönlich oder digital (Empfehlungsgrad A; A steht laut Leitlinie für eine sehr starke, B für eine starke Empfehlung) [6]. Als wirksamste Bestandteile nennt die Leitlinie die Begrenzung der Schlafdauer und die Reizkontrolle (B) [6].

Die KVT soll laut IQWiG Denkmuster verändern, die vom Schlaf abhalten [4]. Kombiniert wird sie mit anderen Methoden [3, 4]:

  • Reizkontrolle (Stimuluskontrolle): erst ins Bett gehen, wenn man müde ist, aufstehen, wenn man nicht (wieder) einschlafen kann, das Bett nur zum Schlafen (und für Sex) nutzen und morgens immer zur selben Zeit aufstehen [3].
  • Begrenzung der Schlafdauer: Die Zeit im Bett wird auf die Zeit beschränkt, in der man tatsächlich schläft [3]. Laut DGSM sollte eine Fachperson für Schlafmedizin sie vermitteln, nachdem körperliche Ursachen ausgeschlossen sind [7].
  • Entspannung: zum Beispiel progressive Muskelentspannung oder autogenes Training [4].
  • Schlafhygiene: ein ruhiges, dunkles Schlafzimmer, regelmäßige Schlafenszeiten und 4 bis 6 Stunden vor dem Schlafengehen kein Alkohol, Kaffee oder Tee [3].

In den meisten Studien dauerte die KVT laut IQWiG 4 bis 6 Wochen mit etwa einer Sitzung pro Woche; angeboten wird sie einzeln, in der Gruppe oder digital [4]. Bestimmte Apps können als digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) verschrieben werden [3]. Lichttherapie und Bewegung können laut Europäischer Insomnie-Leitlinie 2023 als Ergänzung zur KVT-I nützlich sein (B) [6].

Behandlung mit Medikamenten

Medikamente beseitigen laut IQWiG nicht die Ursachen einer Schlafstörung; starke Schlafmittel wie Benzodiazepine und Z-Substanzen kommen normalerweise erst infrage, wenn der Leidensdruck groß ist und keine andere Therapie ausreichend geholfen hat, auch keine KVT [2]. Wirkt die KVT-I nicht ausreichend, nennt die Europäische Insomnie-Leitlinie 2023 ein Medikament als Möglichkeit (A); sie empfiehlt, dass Betroffene und Behandelnde gemeinsam entscheiden, ob es eingesetzt wird [6]. Die Leitlinie ordnet die Mittel so ein [6]:

  • Benzodiazepine und Z-Substanzen kommen für die Kurzzeitbehandlung bis 4 Wochen infrage (A). Eine längere Behandlung ohne Zulassung, täglich oder besser mit Pausen, hält die Leitlinie in manchen Fällen für möglich, wenn Vor- und Nachteile im Einzelfall besprochen werden (B) [6].
  • Orexin-Rezeptor-Antagonisten wie Daridorexant kommen für bis zu 3 Monate infrage (A); eine längere Behandlung hält die Leitlinie in manchen Fällen für möglich, wenn Vor- und Nachteile im Einzelfall besprochen werden (A) [6].
  • Beruhigende (sedierende) Antidepressiva in niedriger Dosis kommen für die Kurzzeitbehandlung bis 4 Wochen infrage, in der Regel ohne Zulassung dafür; Gegenanzeigen seien sorgfältig zu beachten (B) [6].
  • Melatonin mit verzögerter Freisetzung kommt laut Zusammenfassung der Leitlinie bei Menschen ab 55 Jahren für bis zu 3 Monate infrage (B); in ihrer Empfehlungstabelle heißt es, eine längere Behandlung bis zu 3 Monaten könne bei über 55-Jährigen in manchen Fällen wirksam sein. Schnell freisetzendes Melatonin, ob frei verkäuflich oder verschrieben, empfiehlt die Leitlinie nicht, außer wenn eine Störung des Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt ist (A) [6].
  • Antihistaminika, Antipsychotika und pflanzliche Mittel werden nicht empfohlen (A): wegen unzureichender Belege, bei Antihistaminika auch wegen möglicher Risiken, bei Antipsychotika wegen ihrer Nebenwirkungen [6].

In Deutschland sind laut IQWiG von den Z-Substanzen Zolpidem und Zopiclon zur Behandlung von Schlafstörungen zugelassen, von den Antipsychotika Melperon und Pipamperon für ältere Menschen mit alterstypischen Erkrankungen [2]. Doxepin wird laut Packungsbeilage unter anderem bei Unruhe, Angst oder Schlafstörungen im Zusammenhang mit depressiven Erkrankungen oder leichten Entzugserscheinungen angewendet [17]. Laut IQWiG ist es in niedriger Dosierung als einziges Antidepressivum zur Behandlung einer Schlafstörung zugelassen [2]; laut Europäischer Insomnie-Leitlinie 2023 haben beruhigende Antidepressiva ohne begleitende Depression keine allgemeine Zulassung für Insomnie [6]. Melatonin-Arzneimittel müssen laut IQWiG ärztlich verschrieben werden [2].

Die Nebenwirkungen in der Tabelle stammen aus der Packungsbeilage des Beispielwirkstoffs und gelten nur für ihn: "sehr häufig" heißt bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bei bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100, "nicht bekannt", dass die Häufigkeit nicht abschätzbar ist [8, 15, 22]. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Mittel gegen Schlafstörungen: Gruppen, Beispiele und Nebenwirkungen laut Packungsbeilage
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Z-Substanzen (Benzodiazepin-Rezeptor-Agonisten)Zolpidem, ZopiclonBenzodiazepin-ähnliche Schlafmittel, die am GABA-Rezeptorkomplex im Gehirn wirken; Zopiclon bindet dort an anderer Stelle als Benzodiazepine [9, 11]Zolpidem, häufig unter anderem: Halluzinationen, Albträume, Depression, Schläfrigkeit am folgenden Tag, Kopfschmerzen, Schwindel, Gedächtnisstörungen [8]. Zopiclon, häufig: Benommenheit am folgenden Tag, Mundtrockenheit, bitterer Geschmack [10]
BenzodiazepineOxazepam (laut Packungsbeilage unter anderem bei Durchschlafstörungen) [12]Oxazepam bindet an Benzodiazepinrezeptoren des GABA-Systems und verstärkt die hemmende Wirkung von GABA; es dämpft Angst, Spannung und Erregung und wirkt beruhigend und schlaffördernd [13]Oxazepam, häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Beruhigung (Sedierung), Übelkeit, Mundtrockenheit [12]
Orexin-Rezeptor-AntagonistenDaridorexantBlockiert die Orexin-1- und Orexin-2-Rezeptoren; die Orexine fördern die Wachheit. Daridorexant verringert so die Wachheit und erleichtert das Einschlafen [14]Häufig: Kopfschmerzen, übermäßige Schläfrigkeit, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit; gelegentlich unter anderem Schlaflähmung beim Einschlafen oder Aufwachen [14]
Melatonin (Retardtabletten)MelatoninKörpereigenes Hormon, das an der Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt ist; seine Wirkung an den Melatonin-Rezeptoren soll zu den schlaffördernden Eigenschaften beitragen [16]Keine häufigen Nebenwirkungen genannt; gelegentlich unter anderem Reizbarkeit, Nervosität, Rastlosigkeit, Schlaflosigkeit, Albträume, Kopfschmerzen, Benommenheit, Müdigkeit [15]
Antidepressiva mit beruhigender WirkungDoxepin (laut Packungsbeilage unter anderem bei Schlafstörungen im Zusammenhang mit Depressionen) [17]Trizyklisches Antidepressivum mit ausgeprägt beruhigender Wirkung; hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin und blockiert Histamin-H1-Rezeptoren [18]Häufig: Störungen beim Wasserlassen, innere Unruhe, Durstgefühl, allergische Hautreaktionen und Juckreiz, sexuelle Störungen; Häufigkeit nicht bekannt unter anderem Mundtrockenheit, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel [17]
AntihistaminikaDoxylamin, Diphenhydramin (rezeptfrei) [2]; Promethazin (verschreibungspflichtig) [2], laut Packungsbeilage bei Schlafstörungen bei Erwachsenen, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht durchführbar sind oder nicht erfolgreich waren [29]Doxylamin blockiert die H1-Rezeptoren für den Botenstoff Histamin und hat daneben eine beruhigende (sedierende) Wirkung [20]Doxylamin, Häufigkeit nicht bekannt unter anderem: Schläfrigkeit, Schwindelgefühl, Benommenheit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen [19]. Diphenhydramin, am häufigsten berichtet: Schläfrigkeit, Benommenheit und Konzentrationsstörungen am Folgetag, Schwindel, Muskelschwäche [21]. Promethazin, sehr häufig: Müdigkeit (Sedierung), Mundtrockenheit und Eindickung von Schleim [29]
Antipsychotika mit schwacher WirkstärkePipamperon, Melperon [2]Die Wirkung der Neuroleptika wird auf eine Blockade von Dopamin-Rezeptoren im Gehirn zurückgeführt; Pipamperon bindet außerdem stark an Serotonin-Rezeptoren und wirkt beruhigend, schlaffördernd und erregungsdämpfend [23]Pipamperon, sehr häufig: Schläfrigkeit, Zahnradphänomen; häufig unter anderem Depression, Bewegungsstörungen, beschleunigter Herzschlag, Blutdruckabfall beim Aufstehen [22]
Pflanzliche MittelBaldrianwurzelDie beruhigende Wirkung ist aus Erfahrung bekannt, lässt sich aber nicht sicher bestimmten Inhaltsstoffen zuschreiben [25]Häufigkeit nicht bekannt: Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Bauchkrämpfe [24]

Benzodiazepine und Z-Substanzen

Zolpidem wird laut Packungsbeilage zur Kurzzeitbehandlung bei Erwachsenen nur bei Schlafstörungen verschrieben, die schwerwiegend sind, extrem beeinträchtigen oder massiv belasten. Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein; sie kann wenige Tage bis zu 2 Wochen dauern und sollte einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten [8]. Zopiclon sollte laut Packungsbeilage nur bei Schlafstörungen von klinisch bedeutsamem Schweregrad angewendet werden, höchstens 4 Wochen einschließlich der Absetzphase [10]. Bei Oxazepam ist die Anwendung laut Packungsbeilage bei akuten Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen oder Schlafstörungen auf Einzelgaben oder wenige Tage zu beschränken; 4 Wochen sollten nicht überschritten werden [12]. Ist die Behandlung mit Zolpidem nach 7 bis 14 Tagen nicht erfolgreich, kann das auf eine psychiatrische oder körperliche Krankheit hinweisen, die untersucht werden sollte [8].

Abhängigkeit: Bei Zolpidem ist laut Packungsbeilage eine körperliche und psychische Abhängigkeit möglich. Das Risiko steigt mit Dosis und Behandlungsdauer und ist größer bei einer seelischen Erkrankung oder bei Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch in der Vorgeschichte [8]. Auch Zopiclon kann laut Packungsbeilage zu Missbrauch und zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen; das Risiko steigt mit Dosis und Behandlungsdauer und ist größer, wenn es länger als 4 Wochen angewendet wird [10]. Bei Oxazepam ist eine körperliche und psychische Abhängigkeit laut Packungsbeilage auch im therapeutischen Dosierungsbereich möglich; schon die tägliche Anwendung über wenige Wochen ist mit der Gefahr einer Abhängigkeit verbunden [12]. Lässt die Wirkung nach einigen Wochen nach, sollten Sie laut Packungsbeilage von Zolpidem Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen [8].

Stürze: Zolpidem wirkt laut Packungsbeilage muskelentspannend und kann Schläfrigkeit verursachen; vor allem bei älteren Menschen besteht beim nächtlichen Aufstehen die Gefahr von Stürzen, die manchmal zu schweren Verletzungen führen können [8]. Auch die Packungsbeilage von Oxazepam nennt eine Sturzgefahr, besonders bei älteren Menschen und beim nächtlichen Aufstehen; unter Zopiclon ist Hinfallen, vorwiegend bei älteren Menschen, eine seltene Nebenwirkung [10, 12].

Daridorexant

Daridorexant ist laut Fachinformation für Erwachsene zugelassen, deren Schlafstörungen seit mindestens 3 Monaten anhalten und sich beträchtlich auf die Tagesaktivität auswirken. Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein; ob sie weiter nötig ist, sollte innerhalb von drei Monaten und danach regelmäßig beurteilt werden [14]. In Studien mit Menschen mit Insomnie gab es keine Anzeichen für Missbrauch oder Entzugserscheinungen; Menschen mit Missbrauch oder Abhängigkeit von Alkohol oder anderen Substanzen in der Vorgeschichte sollten aber sorgfältig überwacht werden [14].

Melatonin

Melatonin-Retardtabletten für Erwachsene werden laut Packungsbeilage für sich allein zur kurzzeitigen Behandlung einer primären Insomnie bei Menschen ab 55 Jahren angewendet, also bei Schlaflosigkeit ohne bekannte medizinische, psychiatrische oder umgebungsbedingte Ursache [15]. Die empfohlene Dosierung kann laut Packungsbeilage bis zu 13 Wochen beibehalten werden [15]; die Dosis steht auf der Seite Melatonin. Als Nahrungsergänzungsmittel ist Melatonin laut IQWiG frei verkäuflich, teils ähnlich hoch dosiert wie Medikamente [2].

Rezeptfreie Schlafmittel

Ob Antihistaminika wie Doxylamin oder Diphenhydramin bei Schlafstörungen helfen, ist laut IQWiG bislang nicht verlässlich untersucht; für pflanzliche Mittel wie Baldrian fehlen aussagekräftige Studien [2]. Für Männer mit Prostataproblemen eignen sich Antihistaminika laut IQWiG nicht, weil sie die Blasenentleerung stören können [2]. Die Packungsbeilagen setzen Grenzen:

  • Doxylamin: bei akuten Schlafstörungen möglichst nur einzelne Einnahmen, im Allgemeinen einige Tage bis zu einer Woche; spätestens nach 2 Wochen täglicher Einnahme sollte die Behandlung beendet werden. Kinder und Jugendliche sollen nicht damit behandelt werden [19].
  • Diphenhydramin: Die Behandlung sollte im Allgemeinen nur wenige Tage dauern und 2 Wochen nicht überschreiten; bei fortbestehenden Schlafstörungen suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen es nicht einnehmen [21].
  • Baldrianwurzel: Die Wirkung setzt allmählich ein, deshalb eignet sich Baldrian nicht für akute Schlafstörungen; empfohlen wird eine kontinuierliche Anwendung über 2 bis 4 Wochen. Fühlen Sie sich nach 2 Wochen nicht besser oder schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [24].

Wie viel Sie laut Packungsbeilage einnehmen dürfen, steht auf den Seiten Doxylamin, Diphenhydramin und Baldrianwurzel.

Promethazin

Promethazin darf laut Packungsbeilage unter anderem nicht angewendet werden bei einer Vergiftung mit Alkohol oder mit zentral dämpfenden Arzneimitteln wie Schlaf- oder Beruhigungsmitteln, bei schwerer Schädigung der Blutzellen oder des Knochenmarks und bei Kreislaufschock oder Koma [29]. Bei Kindern unter 6 Jahren darf Promethazin laut einer Risikoinformation des BfArM vom 20. November 2025 nicht mehr angewendet werden (bisher unter 2 Jahren), weil es bei ihnen zu Nebenwirkungen an Nervensystem und Psyche führen kann, insbesondere zu Halluzinationen und aggressivem Verhalten [30]. Promethazin kann das QT-Intervall im EKG verlängern; sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten, können bestimmte Herzrhythmusstörungen (Torsades de Pointes) auftreten, in diesen Fällen ist die Behandlung abzubrechen [29]. Es kann das Reaktionsvermögen auch am Folgetag beeinträchtigen, besonders nach zu kurzem Schlaf oder zusammen mit Alkohol; zumindest während der ersten Tage der Behandlung sollten Sie kein Fahrzeug führen, keine Maschinen bedienen und keine anderen gefahrvollen Tätigkeiten ausüben [29].

Antidepressiva und Antipsychotika

Wird die Schlafstörung von einer Depression begleitet oder verursacht eine Depression die Schlafstörung, kann laut IQWiG ein Antidepressivum erwogen werden. Manche Antidepressiva wirken beruhigend und machen im Gegensatz zu Benzodiazepinen und Z-Substanzen körperlich nicht abhängig [2]. Andere Antidepressiva als Doxepin, die gelegentlich bei Schlafstörungen eingesetzt werden, etwa Agomelatin, Amitriptylin, Mirtazapin und SSRI, sind laut IQWiG dafür nicht zugelassen; über ihren Nutzen und Schaden bei Schlafstörungen ist wenig bekannt. Auch Trazodon ist dafür nicht zugelassen; seine Nebenwirkungen bei dieser Anwendung wurden laut IQWiG nicht ausreichend untersucht [2].

Dass Melperon und Pipamperon die Schlafprobleme älterer Menschen lindern, ist laut IQWiG wissenschaftlich nicht belegt; wegen teils schwerer Nebenwirkungen werden sie bei Schlafstörungen eher selten eingesetzt [2]. Bei älteren Menschen mit Demenz, die mit Antipsychotika behandelt wurden, wurde laut den Packungsbeilagen von Pipamperon und Promethazin ein geringer Anstieg der Todesfälle berichtet [22, 29].

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Zolpidem sollte in der Schwangerschaft, insbesondere in den ersten drei Monaten, nicht eingenommen und in der Stillzeit nicht angewendet werden [8]. Was das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu einzelnen Mitteln schreibt, steht auf den Wirkstoffseiten, etwa bei Zolpidem und Doxylamin, und unter Melatonin in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen der Medikamente

Alle Schlaf- und Beruhigungsmittel können laut IQWiG auch tagsüber müde machen und die Reaktionsfähigkeit verringern; bei älteren Menschen erhöht sich die Sturzgefahr [2]. Mehr: Beruhigungs- und Schlafmittel.

  • Am nächsten Tag und im Verkehr: Zolpidem und Zopiclon haben laut Packungsbeilage großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Am Tag nach der Einnahme können Sie sich benommen, schläfrig, schwindelig oder verwirrt fühlen, langsamer entscheiden, verschwommen oder doppelt sehen und weniger aufmerksam sein. Zwischen der Einnahme und dem Autofahren, dem Bedienen von Maschinen oder Arbeiten in der Höhe empfehlen die Packungsbeilagen bei Zolpidem mindestens 8 Stunden, bei Zopiclon mindestens 12 Stunden [8, 10]; bei Daridorexant wird ein Abstand von etwa 9 Stunden bis zum Fahren oder Bedienen von Maschinen empfohlen [14]. Unter Oxazepam können Beruhigung, Schläfrigkeit, verlängerte Reaktionszeit, Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit und Benommenheit auch am Folgetag fortbestehen; das Fahren, das Bedienen von Maschinen und andere gefahrvolle Tätigkeiten sollten Sie laut Packungsbeilage ganz, zumindest aber in den ersten Tagen der Behandlung unterlassen [12]. Nach Ansicht des Ausschusses für Risikobewertung (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur geht die Anwendung Zolpidem enthaltender Arzneimittel mit einem erhöhten Risiko einer beeinträchtigten Verkehrstüchtigkeit und von Somnambulismus (Schlafwandeln) einher; einige Studien zeigten einen Zusammenhang zwischen beeinträchtigter Verkehrstüchtigkeit am nächsten Morgen und der Einnahme mitten in der Nacht. Auf die PRAC-Empfehlung vom 6. März 2014 hin wurden Warnhinweise in der Produktinformation ergänzt [26]. Mehr: Medikamente und Autofahren.
  • Schlafwandeln und Gedächtnislücken: Unter Zolpidem wurde über Handlungen im Schlaf berichtet, etwa Autofahren oder Essen, an die sich Betroffene nicht erinnern; Alkohol, andere dämpfende Mittel oder eine zu hohe Dosis können das Risiko erhöhen [8]. Wegen möglicher Gedächtnislücken sollte laut Packungsbeilage ein ununterbrochener Schlaf von 8 Stunden möglich sein [8].
  • Paradoxe Reaktionen: Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Albträume, Halluzinationen oder verstärkte Schlafstörungen können unter Zolpidem auftreten, eher bei älteren Menschen; laut Packungsbeilage sollten Sie dann die Einnahme beenden und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren [8].
  • Atmung: Zusammen mit Opioiden, also starken Schmerzmitteln, Mitteln zur Substitutionstherapie und einigen Hustenmitteln, erhöht Zolpidem das Risiko von Schläfrigkeit, Atembeschwerden und Koma; das kann lebensbedrohlich sein [8]. Trinken Sie während der Einnahme laut Packungsbeilage keinen Alkohol [8].
  • Antihistaminika: Unter Diphenhydramin können laut Packungsbeilage bestimmte Herzrhythmusstörungen auftreten (Verlängerung des QT-Intervalls im EKG) [21]. Bei älteren Menschen ist unter Doxylamin die Gefahr von Nebenwirkungen größer, dadurch kann sich die Sturzgefahr erhöhen [19].
  • Stimmung: Einige Studien zeigten bei bestimmten Beruhigungs- und Schlafmitteln einschließlich Zolpidem ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken, Suizidversuche und Suizid; ob das Arzneimittel die Ursache ist, ist laut Packungsbeilage nicht erwiesen [8]. Bei Depressionen sollte Zolpidem nicht die einzige Behandlung sein [8].

Absetzen

Wer Zolpidem plötzlich absetzt, kann laut Packungsbeilage wieder Schlafprobleme und einen Entzugseffekt bekommen; die Ärztin oder der Arzt verringert die Dosis deshalb über einen gewissen Zeitraum [8]. Nach längerem Gebrauch ist es laut IQWiG wichtig, die Dosis schrittweise bis auf null zu senken, am besten mit ärztlicher Hilfe; psychologische Unterstützung, am erfolgreichsten anscheinend eine KVT, kann dabei helfen. Wer das Gefühl hat, den Konsum nicht mehr im Griff zu haben, kann sich auch an eine Suchtberatungsstelle wenden [5]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Was die Packungsbeilagen zum Beenden der Behandlung sagen, steht auf den Seiten zu Zolpidem, Zopiclon, Doxepin und Pipamperon. Allgemeines: Absetz- und Entzugserscheinungen.

Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [8]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Schlafstörungen

Laut DGSM sollten Sie nachts nicht auf die Uhr sehen: Der Druck, schlafen zu müssen, erzeugt Anspannung, die die Schlafstörung verstärken kann. Tagschlaf und abendliches Einnicken sollten Sie laut DGSM meiden [7].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Gedanken, sich das Leben zu nehmen. Haben Sie unter Zolpidem Gedanken, sich selbst zu verletzen oder zu töten, wenden Sie sich laut Packungsbeilage so bald wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [8]. Unter Antidepressiva wie Doxepin können solche Gedanken laut Packungsbeilage zu Beginn der Behandlung verstärkt sein; treten sie zu irgendeinem Zeitpunkt auf, gehen Sie zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen unverzüglich ein Krankenhaus auf [17]. Suizidversuche aller Art nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als Fall für den Notruf 112 [28]. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 [27]. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 [28].

Zu viel eingenommen. Haben Sie mehr Zolpidem eingenommen, als Sie sollten, kontaktieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder gehen sofort in die Notaufnahme eines Krankenhauses, nicht allein, sondern in Begleitung; nehmen Sie Packung, Packungsbeilage und übrige Tabletten mit. Möglich sind Schläfrigkeit, Verwirrung, tiefer Schlaf und möglicherweise ein tödliches Koma [8]. Vergiftungen sowie Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung nennt die KBV als Fälle für den Notruf 112 [28].

Weitere Warnzeichen. Bei Ausschlag, Schluck- oder Atembeschwerden oder einer Schwellung von Lippen, Gesicht, Rachen oder Zunge beenden Sie laut Packungsbeilage von Zolpidem die Einnahme und suchen sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf oder gehen in ein Krankenhaus [8]. Haben Sie im Schlaf Dinge getan, ohne vollständig wach zu sein, etwa Auto gefahren oder gegessen, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [8]. Treten nach plötzlichem Absetzen von Zolpidem Angst, Unruhe, Verwirrtheit, Herzklopfen, Halluzinationen oder Krampfanfälle auf, suchen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [8]. Haben Sie unter Promethazin Fieber über 40 °C und Muskelstarre (mögliches lebensbedrohliches malignes neuroleptisches Syndrom), holen Sie laut Packungsbeilage sofort ärztliche Hilfe [29].

Quellen

  1. Schlafprobleme und Schlafstörungen (Insomnie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 18.10.2026
  2. Schlafstörung: Behandlung mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 18.10.2026
  3. Was tun bei Schlafproblemen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 18.10.2026
  4. Hilft eine kognitive Verhaltenstherapie bei Schlafstörungen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 18.10.2026
  5. Schlafstörung: Schlaf- und Beruhigungsmittel absetzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 18.10.2026
  6. Leitlinie Riemann D, Espie CA, Altena E et al. The European Insomnia Guideline: An update on the diagnosis and treatment of insomnia 2023. J Sleep Res 2023; 32(6): e14035 (Europäische Insomnie-Leitlinie 2023, Open Access, CC BY). European Sleep Research Society (ESRS) und European Insomnia Network, Verlag John Wiley & Sons. Stand 12/2023. abgerufen am 18.10.2026
  7. Ratgeber für Patientinnen und Patienten: Insomnie (Ein- und Durchschlafstörungen). Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), AG Insomnie. Stand letzte Änderung 09.02.2026. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 18.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 18.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zopiclon-ratiopharm 7,5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 18.10.2026
  11. Fachinformation Fachinformation Zopiclon-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 18.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxazepam-ratiopharm 10 mg Tabletten (Versionscode Z10). ratiopharm GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 18.10.2026
  13. Fachinformation Fachinformation Oxazepam-ratiopharm 10 mg Tabletten (Version 2). ratiopharm GmbH. Stand 09/2018. abgerufen am 18.10.2026
  14. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Quviviq (Daridorexant), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Idorsia Pharmaceuticals Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 18.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Melatonin-ratiopharm 2 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 18.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Melatonin-ratiopharm 2 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 18.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Doxepin STADA 50 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 10/2020. abgerufen am 18.10.2026
  18. Fachinformation Fachinformation Doxepin STADA 50 mg/100 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation SchlafTabs-ratiopharm 25 mg Tabletten (Doxylamin, Versionscode Z06). ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
  20. Fachinformation Fachinformation SchlafTabs-ratiopharm 25 mg Tabletten (Doxylamin, Version 4). ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
  21. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diphenhydraminhydrochlorid STADA 50 mg Tabletten. STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 18.10.2026
  22. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pipamperon-neuraxpharm 40 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 18.10.2026
  23. Fachinformation Fachinformation Pipamperon-neuraxpharm 40 mg Tabletten, Pipamperon-neuraxpharm 120 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 18.10.2026
  24. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Baldrian-ratiopharm 450 mg überzogene Tabletten (Versionscode Z09). ratiopharm GmbH. Stand 10/2022. abgerufen am 18.10.2026
  25. Fachinformation Fachinformation Baldrian-ratiopharm 450 mg überzogene Tabletten (Version 4). ratiopharm GmbH. Stand 10/2022. abgerufen am 18.10.2026
  26. Behörde Zolpidem: Wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Gründe für die Änderung der Produktinformation (Anhang II zum Verfahren nach Artikel 31 der Richtlinie 2001/83/EG). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) und Koordinierungsgruppe CMDh. Stand PRAC-Empfehlung vom 06.03.2014. abgerufen am 18.10.2026
  27. TelefonSeelsorge Deutschland (Startseite). TelefonSeelsorge Deutschland. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  28. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  29. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atosil 25 mg Filmtabletten. DESITIN Arzneimittel GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 11.10.2026
  30. Behörde Risikoinformation: Promethazin, Neue Kontraindikation für Kinder unter 6 Jahren. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 20.11.2025. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft gegen Schlafstörungen?

Als erste Behandlung einer chronischen Schlafstörung empfiehlt die Europäische Insomnie-Leitlinie 2023 eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT-I), persönlich oder digital (Empfehlungsgrad A). Dazu gehören laut IQWiG Reizkontrolle, eine Begrenzung der Zeit im Bett, Entspannungstechniken und gute Schlafgewohnheiten. Wirkt die Therapie nicht ausreichend, nennt die Leitlinie ein Medikament als Möglichkeit (A); Benzodiazepine und Z-Substanzen beseitigen laut IQWiG aber nicht die Ursache der Schlafstörung.

Welche Schlaftabletten gibt es ohne Rezept?

Ohne Rezept gibt es laut IQWiG die Antihistaminika Doxylamin und Diphenhydramin sowie pflanzliche Mittel wie Baldrian. Ob Antihistaminika bei Schlafstörungen helfen, ist laut IQWiG nicht verlässlich untersucht; die Europäische Insomnie-Leitlinie 2023 empfiehlt Antihistaminika und pflanzliche Mittel nicht (Empfehlungsgrad A). Die Behandlung mit Doxylamin sollte laut Packungsbeilage spätestens nach 2 Wochen täglicher Einnahme beendet werden, die mit Diphenhydramin 2 Wochen nicht überschreiten. Kinder und Jugendliche sollen nicht mit Doxylamin behandelt werden, unter 18 Jahren darf Diphenhydramin nicht eingenommen werden. Wie viel Sie laut Packungsbeilage nehmen dürfen, steht bei Doxylamin und Diphenhydramin.

Wie lange darf man Schlaftabletten nehmen?

Das hängt vom Mittel ab. Bei Zolpidem sollte die Behandlung laut Packungsbeilage so kurz wie möglich sein; sie kann wenige Tage bis zu 2 Wochen dauern und sollte einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten. Bei Zopiclon nennt die Packungsbeilage ebenfalls höchstens 4 Wochen einschließlich der Absetzphase. Bei Oxazepam ist die Anwendung laut Packungsbeilage bei akuten Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen oder Schlafstörungen auf Einzelgaben oder wenige Tage zu beschränken; 4 Wochen sollten nicht überschritten werden. Bei Daridorexant sollte laut Fachinformation innerhalb von drei Monaten und danach regelmäßig beurteilt werden, ob die Behandlung weiter nötig ist. Über die Dauer Ihrer Behandlung entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Machen Schlaftabletten abhängig?

Bei Benzodiazepinen und Z-Substanzen ja: Laut Packungsbeilage von Zolpidem ist eine körperliche und psychische Abhängigkeit möglich, das Risiko steigt mit Dosis und Behandlungsdauer; bei Oxazepam ist schon die tägliche Einnahme über wenige Wochen mit der Gefahr einer Abhängigkeit verbunden. In Deutschland sind laut IQWiG etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen von diesen Mitteln abhängig. Auch Diphenhydramin kann laut Packungsbeilage wie andere Schlafmittel zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen. Bei Daridorexant gab es laut Fachinformation in Studien mit Menschen mit Insomnie keine Anzeichen für Missbrauch oder Entzugserscheinungen; wer früher Alkohol oder andere Substanzen missbraucht hat oder davon abhängig war, sollte aber sorgfältig überwacht werden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Hilft Melatonin bei Schlafstörungen?

Melatonin-Arzneimittel müssen laut IQWiG ärztlich verschrieben werden. Melatonin-Retardtabletten für Erwachsene sind laut Packungsbeilage für die kurzzeitige Behandlung einer primären Insomnie bei Menschen ab 55 Jahren bestimmt. Laut Zusammenfassung der Europäischen Insomnie-Leitlinie 2023 kommt Melatonin mit verzögerter Freisetzung ab 55 Jahren für bis zu 3 Monate infrage (Empfehlungsgrad B); schnell freisetzendes Melatonin, ob frei verkäuflich oder verschrieben, empfiehlt die Leitlinie nicht, außer wenn eine Störung des Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt ist (Empfehlungsgrad A). Laut IQWiG ist noch unklar, wie gut Melatonin hilft.

Wann sollte ich mit Schlafstörungen zum Arzt?

Wenn Sie häufig schlecht schlafen und sich tagsüber so müde fühlen, dass der Alltag leidet, kann laut IQWiG ein Arztgespräch klären, ob eine körperliche oder psychische Ursache dahintersteckt. Bessern sich die Schlafstörungen unter rezeptfreiem Diphenhydramin oder Baldrian nach 2 Wochen nicht, suchen Sie laut Packungsbeilage eine Ärztin oder einen Arzt auf. Unter Zolpidem kann es laut Packungsbeilage auf eine psychiatrische oder körperliche Krankheit hinweisen, wenn die Behandlung nach 7 bis 14 Tagen nicht erfolgreich ist.

Können Medikamente Schlafstörungen auslösen?

Ja. Laut IQWiG können zum Beispiel Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI den Schlaf stören. Welche Medikamente Schlafstörungen und Albträume als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Schlafstörungen durch Medikamente. Wenn Sie einen Zusammenhang vermuten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was tun bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen?

Holen Sie sofort Hilfe. Suizidversuche aller Art sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für den Notruf 112. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Sind die Praxen geschlossen und kann es nicht bis zum nächsten Tag warten, erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Weitere Nummern stehen unter Notfall und Giftnotruf.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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