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Restless-Legs-Syndrom

Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) treten vor allem abends und in Ruhe unangenehme Empfindungen und ein Drang auf, die Beine zu bewegen; Bewegung lindert die Beschwerden kurzfristig. Die englische Kurzfassung der deutschen Leitlinie empfiehlt bei leichtem RLS und einem Ferritinwert bis 75 Mikrogramm pro Liter zuerst Eisen zum Einnehmen. Danach empfiehlt sie, mit einem Dopaminagonisten wie Pramipexol oder Ropinirol oder mit den für das RLS nicht zugelassenen Mitteln Gabapentin oder Pregabalin zu beginnen; bei einer Augmentation oder wenn diese Mittel bei mittelschwerem bis schwerem RLS versagen, nennt sie Opioide wie Oxycodon mit Naloxon als zweite Wahl. Unter Dopaminagonisten und Levodopa können sich die Beschwerden verstärken (Augmentation); sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Frau Mitte fünfzig mit schulterlangem hellbraunem Haar in einem senfgelben Pullover dehnt am Abend im gemütlichen Wohnzimmer bei warmem Lampenlicht ihre Waden
Bild: KI-generiert

Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS, "unruhige Beine") spüren Betroffene ein unangenehmes Gefühl in den Beinen und einen Drang, sie zu bewegen. Die Beschwerden treten vor allem abends und nachts beim Ausruhen auf und können den Schlaf stören [2]. Die englische Kurzfassung der deutschen S2k-Leitlinie empfiehlt bei leichtem RLS und einem Ferritinwert bis 75 Mikrogramm pro Liter zuerst Eisen zum Einnehmen. Danach kommen Dopaminagonisten, die in Deutschland dafür zugelassen sind, oder die nicht zugelassenen Mittel Gabapentin und Pregabalin infrage; Opioide nennt sie als zweite Wahl [1].

Was ist das Restless-Legs-Syndrom?

Das Restless-Legs-Syndrom ist laut IQWiG eine neurologische Störung, die einen Bewegungsdrang in den Beinen auslöst [2]. Laut der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) müssen dafür alle fünf Kriterien der Internationalen RLS-Studiengruppe erfüllt sein [1]:

  • ein Drang, die Beine zu bewegen, meist mit unangenehmen Empfindungen in den Beinen,
  • Beginn oder Verstärkung in Ruhe, etwa im Liegen oder Sitzen,
  • teilweise oder vollständige Besserung durch Bewegung wie Gehen oder Dehnen, zumindest solange sie anhält,
  • Beschwerden in Ruhe nur am Abend oder in der Nacht oder dann stärker als tagsüber,
  • keine andere Erkrankung oder Verhaltensweise, etwa Muskelschmerzen, eine Venenstauung, Beinödeme oder Wadenkrämpfe, erklärt die Beschwerden allein.

Häufigkeit: Schätzungen zufolge haben etwa 3 bis 10 Prozent der Menschen in Europa und Nordamerika ein RLS. Bei etwa 1,3 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland sind die Beschwerden so ausgeprägt, dass sie den Alltag beeinträchtigen und eine Behandlung infrage kommt [2]. Frauen sind etwa doppelt so oft betroffen wie Männer. Mit zunehmendem Alter wird das RLS häufiger, bei Kindern ist es seltener [2].

Symptome

Betroffene beschreiben das Gefühl laut IQWiG zum Beispiel als Unruhe, Druck oder Spannung tief in den Waden. Weitere typische Empfindungen sind Ziehen, Kribbeln, Jucken, Schmerzen, Pochen und ein Hitzegefühl; selten sind auch die Oberschenkel, die Arme oder die Brust betroffen [2]. Die Beschwerden beginnen, wenn man sich ausruht. Gehen oder andere Beinbewegungen bessern sie kurzfristig, beim Hinsetzen oder Hinlegen kehren sie zurück [2]. Auch Reiben oder Massieren lindert die Beschwerden laut gesund.bund.de [4]. Abends und nachts sind sie am stärksten und können das Einschlafen erschweren [2].

Im Schlaf bewegen manche Betroffene die Beine häufig ungewollt, seltener die Arme; Fachleute sprechen von periodischen Beinbewegungen im Schlaf (PLMS) [2]. Tagsüber sind Betroffene dann möglicherweise erschöpft, gereizt und haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Das RLS kann auch die psychische Gesundheit beeinträchtigen, bis hin zu einer Depression [2]. Anfangs sind die Beschwerden leicht und werden häufig über Jahre hinweg stärker; mit der Zeit können sie auch tagsüber auftreten, wenn man die Beine ausruht [2]. Mehr: Schlafstörungen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen sind laut IQWiG nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen vor allem eine genetische Veranlagung und Veränderungen im Nervensystem eine Rolle [2]. Häufig ist bei Betroffenen im Gehirn nicht ausreichend Eisen verfügbar, obwohl im Blut oft kein Eisenmangel festgestellt werden kann; eine weitere bekannte Ursache ist ein unausgewogener Dopamin-Haushalt [2]. Wer vor dem 45. Lebensjahr erkrankt, hat laut Leitlinie häufig Angehörige mit RLS [1].

Ein RLS kann laut IQWiG auch unter diesen Umständen vorkommen [2]:

Ähnliche Beschwerden macht die Polyneuropathie: Ihre Missempfindungen beginnen laut Leitlinie meist symmetrisch, wie ein Gefühl, Socken zu tragen, und liegen oberflächlich in der Haut, RLS-Beschwerden dagegen eher tief in den Unterschenkeln. Beides kann auch zusammen auftreten [1].

Medikamente als Ursache: Die Leitlinie empfiehlt, Begleitmedikamente, die das RLS verstärken, umzustellen oder abzusetzen [1]. Das entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Welche Wirkstoffe Restless Legs als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Restless Legs durch Medikamente.

Diagnose

Die ersten Untersuchungen sind laut IQWiG meist in der hausärztlichen Praxis möglich; von dort kann an eine neurologische oder schlafmedizinische Praxis überwiesen werden [2]. Wird ein RLS erstmals festgestellt, empfiehlt die Leitlinie, eine Fachärztin oder einen Facharzt für Neurologie hinzuzuziehen [1]. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach anderen Erkrankungen und eingenommenen Medikamenten; Blutuntersuchungen bestimmen die Eisen-, Nieren- und Schilddrüsenwerte [2]. Die Leitlinie empfiehlt, den Eisenstoffwechsel (Ferritin, Transferrinsättigung, Eisen und Eisenbindungskapazität) und das Blutbild bei allen Betroffenen bei der Diagnose, zu Beginn der Behandlung und bei jeder Verschlechterung zu bestimmen [1].

Eine Untersuchung im Schlaflabor (Polysomnographie) ist laut Leitlinie nicht zwingend; die Leitlinie empfiehlt sie etwa, um schlafbezogene Atmungsstörungen auszuschließen [1]. Zusätzlich kann ein L-Dopa-Test gemacht werden: Nehmen die Beschwerden nach einer einmaligen Einnahme von Levodopa rasch ab, spricht das laut IQWiG für ein RLS [2].

Behandlung ohne Medikamente

Besteht gleichzeitig eine andere Erkrankung, die zum RLS beitragen kann, ist es laut IQWiG wichtig, zuerst diese zu behandeln [2].

Verfahren ohne Medikamente kommen laut Leitlinie allein oder zusätzlich zu Medikamenten infrage [1]:

  • Bewegung: Für Yoga gibt es laut Leitlinie ausreichend Belege, dass es die Schlafqualität verbessert und die Beschwerden lindert. Intensiver Sport am Nachmittag oder Abend scheint die nächtlichen Beschwerden dagegen zu verschlimmern [1].
  • Gleichstrom und Infrarotlicht: Eine Behandlung mit schwachem Gleichstrom über die Haut im Bereich des Rückenmarks (tsDCS) und eine Infrarotlicht-Therapie empfiehlt die Leitlinie; beide sind für das RLS nicht zugelassen und nicht überall verfügbar [1].
  • Schlafhygiene: Für gute Schlafgewohnheiten gibt es beim RLS keine Belege, sie gelten laut Leitlinie aber allgemein als sinnvoll [1].

Akupunktur, Druckmanschetten an den Beinen (pneumatische Kompression), eine Laserbehandlung der Venen, Ganzkörper-Kältetherapie und pflanzliche Mittel kann die Leitlinie mangels Daten derzeit nicht empfehlen [1]. Wie hilfreich Verfahren wie Wärmetherapie, Bewegungstraining oder Nahinfrarotlicht sind, lässt sich laut IQWiG noch nicht gut beurteilen; Vitamin D und Baldrian haben keinen nachgewiesenen Nutzen [3].

Einige Menschen berichten laut IQWiG, dass ihnen Massagen, warme Fußbäder, Dehnen, Entspannungsübungen oder der Austausch in einer Selbsthilfegruppe guttun. Vor dem Schlafengehen kann es helfen, auf Kaffee, Nikotin oder Alkohol zu verzichten und abends intensiven Sport und Aufregung zu meiden [2].

Behandlung mit Medikamenten

Mann Anfang sechzig mit weißem Haar in einem weinroten Pullover macht in einem hellen Wohnzimmer auf einer Matte ruhige Yogaübungen
Bild: KI-generiert

Medikamente kommen laut IQWiG infrage, wenn die Beschwerden Alltag und Schlafqualität einschränken [2]. Die Leitlinie empfiehlt, eine dauerhafte Behandlung so spät wie möglich und in der niedrigsten möglichen Dosis zu beginnen [1]. Die englische Kurzfassung der Leitlinie ordnet die Mittel so [1]:

  • Eisen: Bei leichtem RLS und einem Ferritinwert bis 75 Mikrogramm pro Liter empfiehlt sie Eisen zum Einnehmen. Bei mittelschwerem bis schwerem RLS oder wenn Eisen zum Einnehmen nicht infrage kommt oder nicht vertragen wird, empfiehlt sie, eine Infusion zu erwägen [1].
  • Erste Wahl: Reicht das nicht oder liegen die Voraussetzungen für Eisen nicht vor, sind in Deutschland Dopaminagonisten für die erste Behandlungsstufe zugelassen. Für den Beginn der Behandlung empfiehlt sie einen dieser Dopaminagonisten oder Gabapentin oder Pregabalin; die beiden Letzteren sind dafür nicht zugelassen (Off-Label) [1].
  • Levodopa empfiehlt sie nicht zur Dauerbehandlung, sondern nur gelegentlich oder zur Diagnose [1].
  • Zweite Wahl: Bei einer Augmentation oder wenn die Behandlung bei mittelschwerem bis schwerem RLS versagt, nennt sie Opioide wie Oxycodon mit Naloxon als Retardpräparat als Mittel der zweiten Wahl [1].

Die Tabelle nennt Eisen und die für das RLS zugelassenen Mittel; Beispiele mit eigener Wirkstoffseite sind verlinkt. Die Nebenwirkungen stammen aus der Packungsbeilage je eines Präparats, bei Pramipexol, Ropinirol und Oxycodon mit Naloxon aus der Liste für das RLS [5, 7, 10] ("sehr häufig": bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig": bei bis zu 1 von 10, "gelegentlich": bei bis zu 1 von 100, "Häufigkeit nicht bekannt": aus den Daten nicht abschätzbar). Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Eisen und zugelassene Medikamente beim Restless-Legs-Syndrom: Gruppen, Beispiele und Nebenwirkungen laut Packungsbeilage
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Eisenpräparate (Vitamine, Mineralstoffe und Eisen)Eisen(II)-sulfat als Tabletten, laut Packungsbeilage zur Behandlung von Eisenmangelzuständen [12]Arzneimittel zur Behandlung von Eisenmangel [12]; beim RLS betrifft der Eisenmangel laut Leitlinie das zentrale Nervensystem [1]Häufig: Dunkelfärbung des Stuhls. Gelegentlich: Magen-Darm-Störungen und Verstopfung [12]
Dopaminagonisten (Parkinson-Mittel)Pramipexol [5], Ropinirol [7], zugelassen bei mittelgradigem bis schwerem idiopathischem RLS bei Erwachsenen [5, 7, 8]Regen Dopaminrezeptoren im Gehirn an; wie Pramipexol beim RLS wirkt, ist laut Fachinformation unbekannt, es gibt Hinweise auf eine Beteiligung des Dopamin-Systems [6]. Ropinirol lindert laut Packungsbeilage die Missempfindungen und verringert so den Bewegungsdrang [7]Pramipexol bei RLS, sehr häufig: Augmentation, Übelkeit; häufig: Schlaflosigkeit und Schläfrigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, abnorme Träume, Verstopfung, Schwindel, Erbrechen [5]. Ropinirol bei RLS, sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen; häufig: Nervosität, Ohnmacht, Benommenheit, Erschöpfung, Drehschwindel, Magenschmerzen, Verschlechterung des RLS (Augmentation) [7]
Levodopa mit Decarboxylasehemmer (Parkinson-Mittel)Levodopa/Benserazid, zugelassen bei RLS unbekannter Ursache und bei RLS mit Dialyse [9]Levodopa ist eine Vorstufe des Botenstoffs Dopamin; Benserazid hemmt seinen Abbau im Körper, sodass eine geringere Dosis reicht [9]Häufigkeit nicht bekannt, unter anderem: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall besonders zu Beginn, Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit und plötzliche Schlafattacken; beim RLS Verstärkung oder früherer Beginn der Beschwerden (Augmentation) bei längerer Behandlung oder hoher Dosis [9]
Opioide (zweite Wahl)Oxycodon in fester Kombination mit Naloxon als Retardtabletten, laut Fachinformation zugelassen als Second-line-Therapie bei schwerem bis sehr schwerem idiopathischem RLS nach Versagen der dopaminergen Therapie [11]Laut Fachinformation wirkt Oxycodon an Opioidrezeptoren in Gehirn und Rückenmark; Naloxon blockiert diese Wirkung lokal im Darm, um einer Verstopfung entgegenzuwirken [11]Laut Packungsbeilage bei RLS sehr häufig: Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Verstopfung, Übelkeit, Schwitzen, Müdigkeit oder Erschöpfung; häufig unter anderem Appetitabnahme, Schlaflosigkeit, Depressionen, Schwindelgefühl, Juckreiz [10]

Eisen

Eisentabletten werden laut IQWiG zwölf Wochen lang eingenommen. Als Infusion kommt Eisen laut IQWiG auch infrage, wenn die Transferrinsättigung im Blut unter 20 Prozent liegt [3]. Für die Infusion nennt die Leitlinie Eisencarboxymaltose. Um eine Überladung mit Eisen zu vermeiden, empfiehlt sie, dass der Ferritinwert 300 Mikrogramm pro Liter und die Transferrinsättigung 40 Prozent nicht überschreiten und die Eisenwerte 12 Wochen nach der Infusion überprüft werden [1]. Ein niedriger Phosphatspiegel im Blut (Hypophosphatämie) und eine dadurch bedingte Knochenerweichung (Osteomalazie) sind laut BfArM bekannte Nebenwirkungen von Eisencarboxymaltose; ihre Beschwerden wie Müdigkeit, Muskel- und Knochenschmerzen können denen eines Eisenmangels ähneln. Seit September 2026 überprüft die Europäische Arzneimittel-Agentur dieses Risiko bei allen injizierbaren Eisenpräparaten [18]. Mehr: Eisenmangel und Eiseninfusion.

Alle Eisen-Präparate zur intravenösen Anwendung können laut einem Rote-Hand-Brief vom Oktober 2013 schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit tödlichem Ausgang verursachen, auch wenn eine vorherige Anwendung vertragen wurde, einschließlich einer unauffälligen Testdosis. Erhöht ist das Risiko laut Rote-Hand-Brief bei bekannten Allergien, bei immunologischen oder entzündlichen Erkrankungen wie Lupus erythematodes oder rheumatoider Arthritis und bei schwerem Asthma, Ekzemen oder anderen atopischen Allergien. Eisen in die Vene sollte nur angewendet werden, wenn in der Erkennung und Behandlung anaphylaktischer Reaktionen geschulte Fachkräfte und eine vollständige Ausrüstung zur Wiederbelebung unverzüglich verfügbar sind; Behandelte sollten während und bis mindestens 30 Minuten nach jeder Gabe sorgfältig auf Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion überwacht werden [13].

Dopaminagonisten

Pramipexol und Ropinirol werden laut IQWiG täglich als Tablette eingenommen, Rotigotin wird täglich als Pflaster auf die Haut geklebt [3]. Die Retardformen von Pramipexol und Ropinirol sind laut Leitlinie in der EU nicht für das RLS zugelassen [1]. Ropinirol sollte laut Fachinformation nicht bei einem RLS angewendet werden, das zum Beispiel durch eine Nierenfunktionsstörung, eine Eisenmangelanämie oder eine Schwangerschaft verursacht ist [8].

Die Leitlinie empfiehlt, Dopaminagonisten in der niedrigsten wirksamen Dosis zu verordnen, ohne die für das RLS empfohlene Höchstdosis zu überschreiten, und nur ein einziges dopaminerges Mittel einzusetzen [1]. Typische Nebenwirkungen, besonders in den ersten Behandlungswochen, sind laut Leitlinie Wassereinlagerungen, Übelkeit, Kreislaufbeschwerden beim Aufstehen und Schwindel [1]. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosis stehen auf den Wirkstoffseiten unter Pramipexol und Ropinirol.

Gabapentin und Pregabalin: nicht für das RLS zugelassen

Gabapentin und Pregabalin sind laut Leitlinie nicht für das RLS zugelassen, die Leitlinie hält sie aber für wirksam [1]. Laut IQWiG ist es sinnvoll, vorab zu klären, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt [3]. Um eine Augmentation zu vermeiden, empfiehlt die Leitlinie, das RLS vorrangig mit Gabapentin oder Pregabalin zu behandeln oder die Dosis dopaminerger Mittel so niedrig wie möglich zu halten [1]. Mehr im Ratgeber Off-Label-Use.

Sehr häufig sind laut Packungsbeilage bei Gabapentin Virusinfektionen, Benommenheit, Schwindelgefühl, fehlende Koordination, Müdigkeit und Fieber [14], bei Pregabalin Benommenheit, Schläfrigkeit und Kopfschmerzen [15]. Beide Packungsbeilagen nennen Atemschwierigkeiten und eine flache Atmung und ein größeres Risiko einer Abhängigkeit bei früherem Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder Drogen [14, 15]. Zusammen mit Opioiden kann Gabapentin laut Packungsbeilage Schläfrigkeit, Sedierung oder eine verringerte Atmung hervorrufen oder zum Tod führen; bei Pregabalin nennt die Packungsbeilage zusammen mit Mitteln, die das Nervensystem dämpfen, einschließlich Opioiden, Atemschwäche, Koma und Tod [14, 15].

Levodopa

Vor einer Behandlung mit Levodopa mit Benserazid lassen Sie laut Packungsbeilage ärztlich abklären, ob die Beschwerden auf einen Eisenmangel zurückgehen; dann sollte dieser mit Eisen behandelt werden [9]. Wegen der hohen Augmentationsraten bei täglicher Einnahme wird Levodopa laut Leitlinie nicht mehr zur Dauerbehandlung empfohlen; sie empfiehlt es nur zur Diagnose oder gelegentlich [1]. Sind höhere Dosen nötig als in der Packungsbeilage angegeben und verschlimmern sich die Beschwerden weiter oder setzen sie früher am Tag ein, sollte die Behandlung laut Packungsbeilage beendet werden [9].

Opioide

Oxycodon in fester Kombination mit Naloxon (Retardtabletten) ist laut Fachinformation als Second-line-Therapie bei schwerem bis sehr schwerem idiopathischem RLS nach Versagen der dopaminergen Therapie zugelassen. Als Versagen gilt auch eine Augmentation oder eine unzumutbare Unverträglichkeit; angezeigt ist das Mittel bei Menschen, die seit mindestens 6 Monaten an RLS leiden und deren Beschwerden täglich und auch tagsüber an mindestens 4 Tagen pro Woche auftreten [11]. Behandelte sollten laut Fachinformation mindestens alle drei Monate ärztlich untersucht werden; vor einer Fortsetzung über ein Jahr hinaus sollte eine Auslassphase erwogen werden [11]. Bei Opioid-Missbrauch in der Vorgeschichte darf das Mittel beim RLS nicht eingenommen werden [10, 11].

Von Tramadol zur Behandlung des RLS rät die Leitlinie ab: Augmentationen unter Opioiden wurden vor allem in Fallberichten mit Tramadol beschrieben, das auch serotonerg wirkt [1].

Nicht empfohlen

Von Cannabinoiden, Magnesium und Benzodiazepinen zur Behandlung des RLS rät die Leitlinie ab, weil die Studienlage dafür nicht ausreicht [1].

Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder

In der Schwangerschaft ist das RLS laut IQWiG häufig, vor allem im letzten Drittel; nach der Geburt verschwinden die Beschwerden meist von selbst [2, 3]. Die Leitlinie empfiehlt, Schwangeren mit RLS bei einem Ferritinwert bis 75 Mikrogramm pro Liter Eisen zu geben, vor dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zum Einnehmen [1]. Eisen-Präparate zur intravenösen Anwendung sollten laut Rote-Hand-Brief in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist zwingend erforderlich; die Behandlung sollte auf das zweite und dritte Schwangerschaftsdrittel begrenzt werden, sofern der Nutzen die möglichen Risiken für Mutter und Kind eindeutig überwiegt [13]. Von Dopaminagonisten sowie von Gabapentin und Pregabalin rät die Leitlinie in der Schwangerschaft ab [1].

Levodopa mit Benserazid und Levodopa mit Carbidopa dürfen laut ihren Packungsbeilagen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden [9, 19]. Von Levodopa mit Benserazid rät auch die Leitlinie in der Schwangerschaft wegen des Risikos embryotoxischer Wirkungen ab; bei sehr schwerem, sonst nicht behandelbarem RLS nennt sie niedrig dosiertes Oxycodon mit Naloxon [1]. Laut Packungsbeilage sollte die Einnahme von Oxycodon mit Naloxon in der Schwangerschaft so weit wie möglich vermieden werden [10]. Laut Embryotox ist eine Behandlung mit Levodopa akzeptabel, wenn bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft eine eindeutige Indikation für dopaminerge Mittel besteht; als Decarboxylasehemmer sollte bevorzugt Carbidopa eingesetzt werden [16]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Kinder und Jugendliche: Keines der Mittel, die bei Erwachsenen gegen das RLS eingesetzt werden, ist laut Leitlinie für Kinder und Jugendliche zugelassen; erste Wahl ist bei ihnen Eisen [1]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Nebenwirkungen der Medikamente

Augmentation

Die Augmentation ist laut Leitlinie derzeit die häufigste und klinisch wichtigste Nebenwirkung der dopaminergen Behandlung des RLS; die Leitlinie empfiehlt, Behandelte regelmäßig darauf zu untersuchen [1]. Für die Diagnose nennt die Leitlinie diese Zeichen: Die Beschwerden beginnen etwa 2 Stunden früher, breiten sich auf andere Körperteile aus, sind stärker als zu Beginn der Behandlung, und das dopaminerge Mittel wirkt weniger [1]. Laut den Packungsbeilagen beginnen die Beschwerden dann früher am Tag als sonst, bei Pramipexol manchmal schon am Nachmittag, sind intensiver oder breiten sich auf größere Bereiche oder andere Gliedmaßen aus; bei Ropinirol können sie auch am frühen Morgen wieder auftreten. Bemerken Sie solche Zeichen, informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; möglicherweise verringert sie oder er die Dosis oder beendet die Behandlung [5, 7].

Die Leitlinie empfiehlt, sie schrittweise zu behandeln: Eisenwerte prüfen, die Dosis auf die zugelassene Höchstdosis verringern, von Levodopa auf einen Dopaminagonisten wechseln oder von einem Dopaminagonisten auf ein lang wirkendes Mittel wie das Rotigotin-Pflaster oder eine Kombination mit einem Opioid. Nach langer Einnahme muss die Dosis bei vielen Behandelten sehr langsam verringert werden, um Entzugsbeschwerden zu vermeiden [1]. Mehr: Restless Legs durch Medikamente.

Weitere wichtige Nebenwirkungen

  • Ungewöhnliches Verhalten (Impulskontrollstörungen): Pramipexol, Ropinirol und Levodopa können laut Packungsbeilage einen Drang auslösen, sich ungewöhnlich zu verhalten, dem man nicht widerstehen kann: Spielsucht, Essattacken oder zwanghaftes Essen, unkontrolliertes maßloses Einkaufen oder Geldausgeben und ein verändertes oder vermehrtes sexuelles Interesse und Verhalten; bei Ropinirol nennt die Packungsbeilage auch aggressives Verhalten [5, 7, 9]. Bemerken Sie oder Ihre Angehörigen solche Veränderungen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er muss laut Packungsbeilage möglicherweise die Dosis anpassen oder das Mittel absetzen [5, 7]. Die Leitlinie empfiehlt, Betroffene vor Beginn der Behandlung mit einem Dopaminagonisten darüber aufzuklären [1].
  • Müdigkeit und plötzliches Einschlafen: Pramipexol, Ropinirol und Levodopa können laut Packungsbeilage zu übermäßiger Müdigkeit am Tag und plötzlichem Einschlafen führen. Dann dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen [5, 7, 9]. Mehr: Müdigkeit und Medikamente und Autofahren.
  • Beschwerden nach dem Absetzen: Nach dem Absetzen oder einer Dosisverringerung von Pramipexol oder Ropinirol können Depression, Teilnahmslosigkeit, Angst, Müdigkeit, Schwitzen oder Schmerzen auftreten (Dopaminagonisten-Absetzsyndrom) [5, 7]. Wird Ropinirol abrupt beendet, können sich die Beschwerden des RLS laut Packungsbeilage schnell erheblich verschlechtern [7].
  • Opioide: Bei wiederholter Anwendung von Opioiden wie Oxycodon können sich laut Fachinformation eine Toleranz und eine körperliche oder psychische Abhängigkeit entwickeln; bei abruptem Absetzen kann ein Entzugssyndrom auftreten. Bei RLS mit Schlafapnoe ist wegen des Risikos einer Atemdämpfung Vorsicht geboten [11]. Mehr: Absetz- und Entzugserscheinungen.

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Bei den Medikamenten gegen das RLS gibt es Warnzeichen, bei denen Sie sofort handeln sollten:

  • Allergische Reaktion unter Ropinirol mit Nesselausschlag, Schwellung von Gesicht, Lippen, Mund, Zunge oder Rachen, Schluck- oder Atembeschwerden, Ausschlag oder starkem Juckreiz: Beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder suchen Sie die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses auf [7].
  • Langsame und flache Atmung unter Oxycodon mit Naloxon: Sie ist laut Packungsbeilage die bedeutsamste Gefahr einer Überdosierung; rufen Sie dann sofort die nächste erreichbare Ärztin oder den nächsten erreichbaren Arzt zu Hilfe [10].
  • Zu viele Tabletten Pramipexol: Wenden Sie sich laut Packungsbeilage umgehend an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Notfallabteilung des nächsten Krankenhauses [5].
  • Eisen in die Vene: Bei Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion sollen sich Behandelte laut Rote-Hand-Brief sofort in ärztliche Behandlung begeben [13].

Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot und Vergiftungen nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als Fälle für den Notruf 112 [17].

Quellen

  1. Leitlinie Trenkwalder C, Stefani A, Bachmann CG et al.: Restless legs syndrome: abbreviated guidelines by the German sleep society and the German neurological society. Neurol Res Pract 2024;6:53 (gekürzte englische Fassung der S2k-Leitlinie Restless Legs Syndrom, AWMF-Register-Nr. 030-081, Stand der Leitlinie 30.01.2024, gültig bis 24.06.2027). Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN); Open Access über PubMed Central (PMC11539677). Stand 06.11.2024. abgerufen am 18.10.2026
  2. Restless-Legs-Syndrom. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 25.09.2024. abgerufen am 18.10.2026
  3. Behandlungen bei einem Restless-Legs-Syndrom. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 25.09.2024. abgerufen am 18.10.2026
  4. Behörde Restless-Legs-Syndrom. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 13.11.2025. abgerufen am 18.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pramipexol-ratiopharm 0,18 mg/0,35 mg/0,7 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 18.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Pramipexol-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 18.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ropinirol-ratiopharm 1 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Ropinirol-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levodopa/Benserazid-ratiopharm 100 mg/25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 18.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxycocomp-ratiopharm 5 mg/2,5 mg Retardtabletten (Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid). ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 18.10.2026
  11. Fachinformation Fachinformation Oxycocomp-ratiopharm Retardtabletten (Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid). ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 18.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Eisentabletten-ratiopharm 100 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2021. abgerufen am 18.10.2026
  13. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu parenteralen eisenhaltigen Arzneimitteln: Risiko schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen. Zulassungsinhaber eisenhaltiger Arzneimittel zur parenteralen Anwendung in Abstimmung mit EMA und BfArM; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Stand 28.10.2013. abgerufen am 18.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Gabapentin-ratiopharm 100 mg / 300 mg / 400 mg Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 12/2025. abgerufen am 18.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln (25 bis 300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 18.10.2026
  16. Embryotox Embryotox: Levodopa. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 18.10.2026
  17. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  18. Behörde Injizierbare eisenhaltige Arzneimittel: Überprüfung des Risikos für niedrige Phosphatspiegel im Blut und damit zusammenhängende Knochenerkrankungen (Start des Verfahrens). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 04.09.2026. abgerufen am 18.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levodopa/Carbidopa-ratiopharm 100 mg/25 mg und 200 mg/50 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2025. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente helfen gegen Restless Legs?

Die englische Kurzfassung der deutschen S2k-Leitlinie empfiehlt bei leichtem RLS und einem Ferritinwert bis 75 Mikrogramm pro Liter zuerst Eisen zum Einnehmen. Reicht das nicht oder liegen die Voraussetzungen für Eisen nicht vor, empfiehlt sie für den Beginn einen der in Deutschland dafür zugelassenen Dopaminagonisten wie Pramipexol, Ropinirol oder Rotigotin oder die für das RLS nicht zugelassenen Mittel Gabapentin oder Pregabalin. Levodopa empfiehlt sie nur gelegentlich oder zur Diagnose; bei einer Augmentation oder wenn diese Mittel bei mittelschwerem bis schwerem RLS versagen, nennt sie Opioide wie Oxycodon mit Naloxon als zweite Wahl. Welches Mittel passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Hilft Eisen gegen Restless Legs?

Laut IQWiG ist eine unzureichende Verfügbarkeit von Eisen im Gehirn eine mögliche Ursache des RLS. Zeigt eine Blutuntersuchung einen Ferritinwert unter 75 Mikrogramm pro Liter, verschreibt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG zunächst Eisentabletten für zwölf Wochen; Studien deuten darauf hin, dass Eisen die Beschwerden lindern kann, sie sind aber nicht sehr aussagekräftig. Werden die Tabletten nicht vertragen, bei stärkeren Beschwerden oder einer Transferrinsättigung unter 20 Prozent kommt eine Infusion infrage. Mehr unter Eisenmangel.

Was ist eine Augmentation?

So heißt eine Verschlechterung der Beschwerden unter der Behandlung mit dopaminergen Mitteln wie Pramipexol, Ropinirol oder Levodopa. Laut Leitlinie beginnen die Beschwerden dann etwa 2 Stunden früher, breiten sich auf andere Körperteile aus, werden stärker als zu Beginn der Behandlung, und das Mittel wirkt weniger. Laut Packungsbeilage ist sie bei Pramipexol sehr häufig und bei Ropinirol häufig. Bemerken Sie solche Zeichen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Hilft Magnesium bei Restless Legs?

Die Leitlinie rät davon ab, das RLS mit Magnesium zu behandeln; eine systematische Auswertung weniger Fallserien, Fallberichte und einer einzigen kontrollierten Studie brachte kein klares Ergebnis. Das IQWiG sieht schwache Hinweise, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Magnesium oder Vitamin B6 bestimmte Beschwerden kurzfristig lindern könnten; insgesamt lässt sich der Nutzen solcher Verfahren laut IQWiG noch nicht gut beurteilen.

Was kann ich ohne Medikamente tun?

Für Yoga gibt es laut Leitlinie ausreichend Belege, dass es den Schlaf verbessert und die Beschwerden lindert; intensiver Sport am Nachmittag oder Abend scheint die nächtlichen Beschwerden dagegen zu verschlimmern. Laut IQWiG berichten einige Menschen, dass ihnen Massagen, warme Fußbäder, Dehnen oder Entspannungsübungen guttun. Vor dem Schlafengehen kann es helfen, auf Kaffee, Nikotin oder Alkohol zu verzichten.

Können Medikamente Restless Legs auslösen?

Ja. Laut IQWiG kann ein RLS während der Einnahme bestimmter Medikamente auftreten, etwa mancher Betablocker oder Antidepressiva. Die Leitlinie empfiehlt, Begleitmedikamente, die das RLS verstärken, umzustellen oder abzusetzen; das entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Welche Wirkstoffe Restless Legs als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Restless Legs durch Medikamente.

Was hilft in der Schwangerschaft?

Die Leitlinie empfiehlt, Schwangeren mit RLS bei einem Ferritinwert bis 75 Mikrogramm pro Liter Eisen zu geben. Moderate Bewegung, Yoga und Massagen hält sie für empfehlenswert. Von Dopaminagonisten sowie von Gabapentin und Pregabalin rät sie in der Schwangerschaft ab. Nach der Geburt gehen die Beschwerden laut IQWiG meist von selbst weg. Sprechen Sie vor jeder Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich mein Mittel gegen Restless Legs einfach absetzen?

Nein. Laut Packungsbeilage brechen Sie die Einnahme von Pramipexol nicht ab, ohne zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben; die Dosis wird schrittweise verringert. Wird Ropinirol abrupt beendet, können sich die Beschwerden laut Packungsbeilage schnell erheblich verschlechtern. Nach dem Absetzen oder einer Dosisverringerung von Pramipexol oder Ropinirol können laut Packungsbeilage Depression, Teilnahmslosigkeit, Angst, Müdigkeit, Schwitzen oder Schmerzen auftreten. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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