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Eisen(II)-sulfat (Eisentabletten): Nebenwirkungen und Wirkung

Eisen(II)-sulfat ist ein Wirkstoff in Eisentabletten und wird zur Behandlung von Eisenmangel eingesetzt. Häufig färbt sich der Stuhl dunkel; gelegentlich treten Magen-Darm-Störungen und Verstopfung auf. Die Tabletten werden unzerkaut, morgens nüchtern bzw. 1 Stunde vor den Mahlzeiten eingenommen. Bewahren Sie sie außer Reichweite von Kindern auf, denn laut Fachinformation sind bei Kleinkindern schon ab einer Gesamtmenge von 300 mg Eisen tödliche Vergiftungen beschrieben.

Junge Frau Ende zwanzig steht morgens in einer hellen Küche am Fenster und trinkt ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Dunkelfärbung des Stuhls durch entstehendes schwarzes Eisensulfid, laut Packungsbeilage und Fachinformation eine häufig zu beobachtende, nicht schädliche Folge der Einnahme von Eisenpräparaten[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Eisen(II)-sulfat eingesetzt?

Eisen(II)-sulfat ist ein Wirkstoff in Eisentabletten zum Einnehmen. Eisentabletten mit Eisen(II)-sulfat sind zur Behandlung von Eisenmangelzuständen zugelassen [1, 2]. Tabletten mit 100 mg Eisen sind für Erwachsene bestimmt, Tabletten mit 50 mg Eisen für Erwachsene und Kinder ab 25 kg Körpergewicht [1, 3]. Die Filmtabletten sind apothekenpflichtig; verschreibungspflichtig sind Eisen-Verbindungen, die gespritzt oder als Infusion gegeben werden [2, 4]. Eisen gehört zur Gruppe der Vitamine, Mineralstoffe und Eisenpräparate; mehr zur Erkrankung lesen Sie unter Eisenmangel.

Bei einer Blutarmut, die nicht auf einem Eisenmangel beruht, dürfen Eisentabletten nicht eingenommen werden; laut Packungsbeilage gilt das etwa bei einer Blutarmut durch Infektionen oder Krebserkrankungen ohne gleichzeitigen Eisenmangel. Auch bei Eisenverwertungsstörungen oder einer Anhäufung von Eisen im Körper dürfen sie nicht eingenommen werden [1, 2]. Die Behandlung mit Eisen als Infusion beschreibt die Seite Eiseninfusion. Laut einer Risikoinformation des BfArM vom 04.09.2026 hat der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur eine Überprüfung von Eisen-Präparaten eingeleitet, die gespritzt oder als Infusion gegeben werden. Anlass sind Bedenken wegen des Risikos für niedrige Phosphatspiegel im Blut (Hypophosphatämie) und damit verbundene Knochenerkrankungen wie eine Knochenerweichung (Osteomalazie); bei Eisencarboxymaltose sind beide als Nebenwirkungen bekannt [5].

Wie wirkt Eisen(II)-sulfat?

Eisen ist Bestandteil des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und zahlreicher Enzyme und hat eine zentrale Bedeutung im Stoffwechsel. Fehlt Eisen, sind nahezu alle Zellfunktionen beeinträchtigt, besonders Vorgänge mit hohem Sauerstoffbedarf wie Wachstumsprozesse [2]. Mit der Nahrung nimmt der Körper nur relativ geringe Eisenmengen auf; größere Verluste lassen sich damit laut Fachinformation kaum ausgleichen, sodass Eisen zusätzlich eingenommen werden muss [2].

Eisen wird je nach Bedarf vor allem im oberen Dünndarm aufgenommen. Eisen(II)-Salze wie Eisen(II)-sulfat sind dort besser verfügbar als Eisen(III)-Salze. Vom Eisen aus der Nahrung werden im Mittel 5 bis 15 Prozent aufgenommen, bei erschöpften Eisenreserven gewöhnlich mehr. Überschüssiges Eisen speichert der Körper als Ferritin oder Hämosiderin [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten enthält alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben [1, 2]. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen. Laut Fachinformation schwanken die Häufigkeitsangaben in der zugrunde liegenden Literatur erheblich [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Mundgeschwüre und Geschwüre in Rachen, Speiseröhre oder Bronchien hängen laut Packungsbeilage und Fachinformation mit einer falschen Einnahme zusammen: wenn Tabletten zerkaut, gelutscht oder länger im Mund gelassen werden oder in die Atemwege gelangen. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen und Menschen mit Schluckbeschwerden [1, 2].

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmDunkelfärbung des Stuhls durch entstehendes schwarzes Eisensulfid, laut Packungsbeilage und Fachinformation eine häufig zu beobachtende, nicht schädliche Folge der Einnahme von Eisenpräparaten[1, 2]

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmMagen-Darm-Störungen und Verstopfung; eine Verstopfung kann durch ausgleichende Ernährung behoben werden[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Magen und DarmMundgeschwüre bei falscher Anwendung, wenn die Tabletten zerkaut, gelutscht oder länger im Mund gelassen werden[1, 2]
  • Magen und DarmGeschwüre im Rachen oder in der Speiseröhre (Verbindung zwischen Mund und Magen) bei falscher Einnahme, vor allem bei älteren Menschen oder bei Schluckbeschwerden[1, 2]
  • Magen und DarmGeschwüre der Bronchien mit Verengung der Bronchien (Bronchostenose), wenn Tabletten in die Atemwege gelangen[1, 2]Mehr dazu: Atemnot

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Gelangt eine Eisensulfat-Tablette in die Atemwege, kann die Schleimhaut der Bronchien absterben; das kann zu Husten, Bluthusten, einer Verengung der Bronchien oder einer Lungeninfektion führen, selbst wenn das Verschlucken Tage oder Monate zurückliegt [2]. Bewahren Sie Eisentabletten für Kinder unzugänglich auf [1]. Laut Fachinformation sind versehentliche Eisenvergiftungen bei Kindern häufiger; bei Kleinkindern sind schon ab einer Gesamtmenge von 300 mg Eisen tödliche Vergiftungen beschrieben [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Mitte dreißig trinkt am Vormittag an einem hellen Esstisch ein Glas Wasser, daneben eine Schale mit frischem Obst
Bild: KI-generiert

Dunkler Stuhl: Eine Dunkelfärbung des Stuhls ist häufig und entsteht durch schwarzes Eisensulfid; Packungsbeilage und Fachinformation beschreiben sie als häufige, nicht schädliche Folge der Einnahme oraler Eisenpräparate [1, 2]. Sind Sie unsicher, ob eine Verfärbung von den Tabletten kommt, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Magen-Darm-Störungen und Verstopfung: Sie treten gelegentlich auf. Eine Verstopfung kann laut Packungsbeilage durch ausgleichende Ernährung behoben werden [1, 2]. Nehmen Sie entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure ein, kann sich die Reizwirkung des Eisens auf die Magen-Darm-Schleimhaut verstärken [1, 2]. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].

Richtig schlucken: Schlucken Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, damit keine Tablette stecken bleibt und die Schleimhaut schädigt; wegen des Risikos von Mundgeschwüren und Zahnverfärbungen lutschen oder zerkauen Sie sie nicht und lassen Sie sie nicht länger im Mund [1, 2]. Haben Sie Schwierigkeiten beim Schlucken, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Fachinformation kommen dann andere Darreichungsformen infrage [1, 2]. Tipps gibt der Ratgeber Tabletten schlucken.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Eisen vermindert die Aufnahme verschiedener Arzneimittel, darunter Schilddrüsenhormon (Thyroxin), Tetracyclin-Antibiotika und Levodopa, und beeinflusst die Aufnahme von Chinolon-Antibiotika wie Ciprofloxacin [1, 2]. Umgekehrt setzen Cholestyramin, magensäurebindende Mittel sowie Calcium-, Magnesium- und Zinkpräparate die Aufnahme von Eisen herab; nehmen Sie Eisentabletten nicht innerhalb von 2 bis 3 Stunden nach diesen Mitteln ein [1, 2].

Auch Lebensmittel hemmen die Eisenaufnahme: Phytate aus Getreide, Phosphate aus Milch, Oxalate aus Spinat oder Rhabarber, Gerbsäuren aus Tee sowie Kaffee [1, 2]. Mehr dazu lesen Sie in den Ratgebern Medikamente mit Milch und Medikamente und Kaffee.

Wechselwirkungen von Eisen(II)-sulfat
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Bestimmte Antibiotika (Tetracycline), Penicillamin (gegen rheumatische Erkrankungen), Levodopa (gegen Parkinson), Methyldopa (gegen Bluthochdruck), Schilddrüsenhormon (Thyroxin) und ZinkEisen vermindert ihre Aufnahme; Zink kann umgekehrt die Eisenaufnahme vermindern[1, 2]Zeitlichen Abstand ärztlich oder in der Apotheke besprechen
Chinolon-Antibiotika (z. B. Ciprofloxacin, Levofloxacin, Norfloxacin, Ofloxacin)Eisen beeinflusst ihre Aufnahme[1, 2]Zeitlichen Abstand ärztlich oder in der Apotheke besprechen
Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder DiclofenacDie Reizwirkung auf die Magen-Darm-Schleimhaut kann verstärkt werden[1, 2]Vorher ärztlich oder in der Apotheke beraten lassen
Cholestyramin (Blutfettsenker), magensäurebindende Mittel (Antacida mit Calcium, Magnesium oder Aluminium) sowie Calcium-, Magnesium- und ZinkpräparateDie Eisenaufnahme wird herabgesetzt[1, 2]Eisentabletten nicht innerhalb von 2 bis 3 Stunden nach diesen Mitteln einnehmen
Getreide (Phytate), Milch (Phosphate), Spinat oder Rhabarber (Oxalate), Tee (Gerbsäuren) und KaffeeHemmen die Aufnahme von Eisen[1, 2]Eisentabletten 1 Stunde vor oder eventuell zwischen den Mahlzeiten einnehmen; laut Fachinformation nicht innerhalb von 2 bis 3 Stunden danach

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Eisen(II)-sulfat nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Verwenden Sie zusätzlich andere Eisenpräparate oder eisenhaltige Nahrungsergänzungen, kann es zu einer Eisenüberdosierung kommen [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Eisen oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Eisenverwertungsstörungen (laut Fachinformation sideroachrestische Anämie, Bleianämie, Thalassämie)[1, 2]
  • Anhäufung von Eisen im Körper (erhöhte Eisenwerte), laut Fachinformation bei Hämochromatose oder chronischem Zerfall roter Blutkörperchen (chronische Hämolysen)[1, 2]
  • Blutarmut, die nicht auf einem Eisenmangel beruht, laut Packungsbeilage etwa eine Blutarmut durch Infektionen oder Krebserkrankungen ohne gleichzeitigen Eisenmangel[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Entzündungen oder Geschwüre der Magen-Darm-Schleimhaut: Die Ärztin oder der Arzt wägt den Nutzen sorgfältig gegen das Risiko einer Verschlimmerung ab[1, 2]
  • Zusätzliche eisenhaltige Nahrungsergänzungen oder andere Eisensalz-Ergänzungen: Risiko einer möglichen Eisenüberdosierung, vorher ärztlich besprechen[1, 2]
  • Schluckbeschwerden und höheres Alter: Risiko, dass Tabletten in die Atemwege gelangen; laut Fachinformation nur nach sorgfältiger Bewertung dieses Risikos, andere Darreichungsformen sind zu erwägen[1, 2]
  • Tabletten nicht lutschen, zerkauen oder länger im Mund lassen, sondern unzerkaut mit Wasser schlucken, wegen des Risikos von Mundgeschwüren und Zahnverfärbungen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche: Die Tabletten mit 100 mg sind unter 18 Jahren nicht vorgesehen, die Tabletten mit 50 mg nicht für Kinder unter 25 kg Körpergewicht[1, 3]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose und Saccharose[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Autofahren, Einnahme und Höchstmenge sagen [1, 2]. In der Schwangerschaft sollte eine Behandlung nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko und nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt erfolgen [1]. Laut Fachinformation sind Berichte über unerwünschte Wirkungen oraler Eisenpräparate in therapeutischen Dosierungen zur Behandlung einer Blutarmut in der Schwangerschaft bisher nicht bekannt [2]. Wann ein Eisenpräparat in der Schwangerschaft infrage kommt und was bei der Einnahme gilt, lesen Sie auf der Seite Eisen(II)-sulfat in der Schwangerschaft. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Eine Behandlung in der Schwangerschaft sollte nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko und nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erfolgen; die hohe Dosierung von 2-mal täglich 1 Tablette mit 100 mg (bzw. 4-mal täglich 1 Tablette mit 50 mg) sollte nicht über einen längeren Zeitraum verordnet werden.[1, 3]

Laut Fachinformation liegen zur Anwendung in der Schwangerschaft keine kontrollierten Studien vor; Berichte über unerwünschte Wirkungen nach Einnahme oraler Eisenpräparate in therapeutischen Dosierungen zur Behandlung von Anämien (Blutarmut) in der Schwangerschaft sind bisher nicht bekannt. Nach akuten Eisenvergiftungen wurden Schädigungen des ungeborenen Kindes und Fehlgeburten beobachtet. Eisenpräparate sind nur unzureichend im Tierversuch auf reproduktionstoxische Eigenschaften (schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzung) geprüft. Es liegen keine Fertilitätsstudien (Studien zur Fruchtbarkeit) vor.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Auch in der Stillzeit sollten Eisentabletten nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko und nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt verordnet werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Es sind keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen bekannt.[1]

Einnahme

Die Filmtabletten morgens nüchtern bzw. jeweils 1 Stunde vor den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, damit keine Tablette stecken bleibt und die Schleimhaut schädigt; nicht lutschen, zerkauen oder länger im Mund lassen.[1, 2]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen, sondern wie vorgesehen weitermachen.[1]

Höchstmenge in der Selbstmedikation

Laut Packungsbeilage nehmen Erwachsene 1- bis 2-mal täglich 1 Tablette mit 100 mg (100 bis 200 mg Eisen) oder 1- bis 4-mal täglich 1 Tablette mit 50 mg (50 bis 200 mg Eisen) ein; Kinder ab 25 kg Körpergewicht 1- bis 3-mal täglich 1 Tablette mit 50 mg (50 bis 150 mg Eisen). Wie viel Eisen der Körper braucht, hängt vom Stadium des Eisenmangels ab, fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 3]

Dauer: Für einen Behandlungserfolg ist grundsätzlich eine Eisentherapie über mindestens 8 Wochen erforderlich; nach Normalisierung der Blutwerte (Hämoglobin) sollte zum Auffüllen der Eisenspeicher noch 6 bis 8 Wochen weiterbehandelt werden.[1, 2]

Absetzen

Bevor Sie die Einnahme abbrechen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie ebenfalls mit ihnen.[1]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung, besonders bei Kindern, unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt verständigen. Laut Fachinformation sind bei Kleinkindern tödliche Vergiftungen schon ab einer Gesamtmenge von 300 mg Eisen beschrieben. Bei einer akuten Eisenvergiftung werden laut Fachinformation gewöhnlich 4 Phasen beobachtet: Innerhalb von 10 Minuten bis 3 Stunden treten Übelkeit, blutiges Erbrechen, Durchfälle und starke Magenschmerzen auf, in schweren Fällen mit Kreislaufkollaps, Schläfrigkeit (Somnolenz), verminderter Harnmenge (Oligurie) und Schock bis hin zum Koma. Nach 4 bis 6 Stunden tritt eine erhebliche allgemeine Besserung ein, die bis zu 24 Stunden, zum Teil auch endgültig anhalten kann. Nach 12 bis 48 Stunden kann plötzlich ein Schockzustand mit Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), periodischer Atmung (Cheyne-Stokes-Atmung) und verminderter Harnmenge auftreten, häufig auch mit Gelbsucht (Ikterus) durch eine giftbedingte Leberentzündung und mit Krampfanfällen, Lähmungen, Schläfrigkeit oder Koma; am 2. bis 4. Tag folgt ein Absterben von Lebergewebe (Lebernekrose), selten können Blutgerinnungsstörungen auftreten. In den folgenden Wochen, vereinzelt erst nach einigen Monaten, können selten Verengungen des Magens oder des Magenausgangs (Pylorusstenose) auftreten. Nach langdauernder Einnahme hoher Eisenmengen, die der Körper nicht benötigt, kann eine chronische Vergiftung mit dem typischen Erscheinungsbild einer Hämochromatose auftreten.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilagen nennen die Dosis für Erwachsene und, bei den Tabletten mit 50 mg, für Kinder ab 25 kg Körpergewicht; wie viel Eisen nötig ist, hängt vom Stadium des Eisenmangels ab [1, 3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder. Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Dosis verordnet, gilt diese.

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Filmtabletten morgens nüchtern bzw. jeweils 1 Stunde vor den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein [1, 2]. Für einen Therapieerfolg ist eine Eisentherapie grundsätzlich über mindestens 8 Wochen erforderlich; nach Normalisierung der Blutwerte sollte noch 6 bis 8 Wochen weiterbehandelt werden, um die Eisenspeicher aufzufüllen [1, 2]. Bevor Sie die Einnahme abbrechen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].

Bewahren Sie die Tabletten für Kinder unzugänglich auf [1]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Eisen(II)-sulfat

Eisentabletten gibt es mit verschiedenen Eisenverbindungen; diese Seite beschreibt Präparate mit Eisen(II)-sulfat. Grundlage sind die Packungsbeilagen von Eisentabletten-ratiopharm 100 mg und N 50 mg und die gemeinsame Fachinformation beider Stärken [1, 2, 3]. Präparate mit anderen Eisenverbindungen haben eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Eisen(II)-sulfat
PräparatAnbieterHinweis
Eisentabletten-ratiopharm 100 mgratiopharm GmbHFilmtabletten mit 100 mg Eisen für Erwachsene (apothekenpflichtig): Grundlage dieser Seite
Eisentabletten-ratiopharm N 50 mgratiopharm GmbHFilmtabletten mit 50 mg Eisen für Erwachsene und Kinder ab 25 kg Körpergewicht (apothekenpflichtig)

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Eisentabletten-ratiopharm 100 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2021. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Eisentabletten-ratiopharm N 50 mg/100 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Eisentabletten-ratiopharm N 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2021. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Eisen-Verbindungen. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  5. Behörde Injizierbare eisenhaltige Arzneimittel: Überprüfung des Risikos für niedrige Phosphatspiegel im Blut und damit zusammenhängende Knochenerkrankungen (Start des Verfahrens). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 04.09.2026. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Ist schwarzer Stuhl bei Eisentabletten normal?

Eine Dunkelfärbung des Stuhls gehört zu den häufigen Wirkungen von Eisentabletten (bis zu 1 von 10 Behandelten). Sie entsteht durch schwarzes Eisensulfid; Packungsbeilage und Fachinformation beschreiben sie als häufig zu beobachtende, nicht schädliche Folge der Einnahme oraler Eisenpräparate. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Verfärbung von den Tabletten kommt, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wann nehme ich Eisentabletten am besten ein?

Morgens nüchtern bzw. jeweils 1 Stunde vor den Mahlzeiten, unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit. Nahrungsmittel können die Eisenaufnahme beeinträchtigen; eventuell ist auch die Einnahme zwischen den Mahlzeiten möglich. Lutschen oder zerkauen Sie die Tabletten nicht und lassen Sie sie nicht länger im Mund.

Darf ich Eisentabletten mit Milch, Kaffee oder Tee einnehmen?

Besser nicht: Milch, Kaffee und Tee hemmen die Aufnahme von Eisen, ebenso Getreide, Spinat und Rhabarber. Laut Fachinformation sollten Eisentabletten nicht innerhalb von 2 bis 3 Stunden nach solchen eisenbindenden Stoffen eingenommen werden. Nehmen Sie die Tabletten deshalb mit Wasser und mit Abstand zu den Mahlzeiten ein.

Wie lange muss ich Eisentabletten nehmen?

Laut Packungsbeilage ist eine Eisentherapie grundsätzlich über mindestens 8 Wochen nötig, um einen Erfolg zu erzielen. Haben sich die Blutwerte (Hämoglobin) normalisiert, sollte noch 6 bis 8 Wochen weiterbehandelt werden, um die Eisenspeicher aufzufüllen. Über die genaue Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Machen Eisentabletten Verstopfung?

Magen-Darm-Störungen und Verstopfung sind gelegentliche Nebenwirkungen (bis zu 1 von 100 Behandelten). Laut Packungsbeilage kann eine Verstopfung durch ausgleichende Ernährung behoben werden. Halten die Beschwerden an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Darf ich Eisentabletten zusammen mit Schilddrüsenhormon oder Antibiotika nehmen?

Eisen vermindert die Aufnahme von Schilddrüsenhormon (Thyroxin), von Tetracyclin-Antibiotika, Penicillamin, Levodopa, Methyldopa und Zink und beeinflusst die Aufnahme von Chinolon-Antibiotika wie Ciprofloxacin. Klären Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, mit welchem zeitlichen Abstand Sie die Mittel einnehmen.

Warum sind Eisentabletten für Kinder gefährlich?

Laut Fachinformation sind bei Kleinkindern schon ab einer Gesamtmenge von 300 mg Eisen tödliche Vergiftungen beschrieben. Bewahren Sie Eisentabletten deshalb für Kinder unzugänglich auf. Besteht der Verdacht, dass ein Kind Tabletten eingenommen hat, verständigen Sie unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Darf ich Eisentabletten in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage sollte eine Behandlung in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko und nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erfolgen; die hohe Dosierung sollte nicht über längere Zeit verordnet werden. Laut Fachinformation liegen zur Anwendung in der Schwangerschaft keine kontrollierten Studien vor; Berichte über unerwünschte Wirkungen nach Einnahme oraler Eisenpräparate in therapeutischen Dosierungen zur Behandlung von Anämien (Blutarmut) in der Schwangerschaft sind bisher nicht bekannt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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