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Acetylsalicylsäure (ASS): Nebenwirkungen und Wirkung
Acetylsalicylsäure (ASS) gibt es in der Apotheke für zwei Anwendungen. In höherer Dosierung, etwa als Tabletten mit 500 mg, wird sie gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber eingenommen. Niedrig dosiert, etwa als Tabletten mit 100 mg, beugt sie Blutgerinnseln vor, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt, nach Eingriffen an Arterien oder nach Vorläuferstadien eines Hirninfarkts. Beide Anwendungen haben eigene Packungsbeilagen; die Häufigkeiten der Nebenwirkungen stehen deshalb getrennt. Bei Zeichen einer Magen-Darm-Blutung wie schwarzem Stuhl oder blutigem Erbrechen nehmen Sie ASS nicht weiter ein und holen sofort ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Acetylsalicylsäure eingesetzt?
Acetylsalicylsäure, kurz ASS, wird in zwei getrennten Anwendungen eingesetzt. Für beide gibt es eigene Präparate mit eigener Packungsbeilage, und sie unterscheiden sich in Dosierung, Dauer und den angegebenen Häufigkeiten der Nebenwirkungen [1, 3]. Beide Formen sind als Tabletten zum Einnehmen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich; verschreibungspflichtig ist Acetylsalicylsäure nur zur Anwendung als Injektion oder Infusion [2, 4, 6].
Als Schmerz- und Fiebermittel (z. B. 500 mg)
Tabletten mit 500 mg wirken schmerzstillend und fiebersenkend. Sie sind zugelassen zur Behandlung von Fieber und leichten bis mäßig starken Schmerzen, zum Beispiel Kopfschmerzen, Grippesymptomen, Zahn- oder Muskelschmerzen, bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren [1]. Fühlen Sie sich nach 3 Tagen (bei Fieber) bzw. 3 bis 4 Tagen (bei Schmerzen) nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. ASS gehört zu den Nichtopioid-Schmerzmitteln; die Fachinformation ordnet sie den nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR) zu [2].
Niedrig dosiert zur Hemmung der Blutplättchen (z. B. 100 mg)
In niedriger Dosierung hemmt ASS das Zusammenhaften und Verklumpen der Blutplättchen (Thrombozyten) und beugt so Blutgerinnseln vor [3]. Tabletten mit 100 mg werden angewendet bei instabiler Angina pectoris und beim akuten Herzinfarkt als Teil der Standardtherapie, zur Vorbeugung eines weiteren Herzinfarkts, nach Operationen oder Eingriffen an Arterien (etwa nach einer Bypass-Operation oder der Aufdehnung von Herzkranzgefäßen) sowie zur Vorbeugung von vorübergehenden Durchblutungsstörungen des Gehirns (TIA) und Hirninfarkten (Schlaganfall), nachdem Vorläuferstadien aufgetreten sind [3]. Laut Packungsbeilage eignen sich diese Tabletten nicht zur Behandlung von Schmerzen [3]. Mehr zu Mitteln, die die Blutgerinnung beeinflussen, lesen Sie unter Blutverdünner.
Wie wirkt Acetylsalicylsäure?
Acetylsalicylsäure hemmt dauerhaft (irreversibel) die Cyclooxygenase-Enzyme, die an der Bildung der Prostaglandine beteiligt sind, und wirkt dadurch schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend [2]. In den Blutplättchen blockiert sie zugleich die Bildung von Thromboxan A2, einem Stoff, der das Verklumpen der Plättchen fördert und Gefäße verengt. Dieser Effekt hält gewöhnlich für die gesamte achttägige Lebensdauer eines Blutplättchens an. Bei einmal täglicher niedriger Dosierung wird dabei die Bildung von Prostacyclin in den Gefäßwänden (einem Stoff, der Gefäße erweitert und das Verklumpen der Blutplättchen hemmt) nicht ausgeprägt beeinträchtigt [4].
Nach der Einnahme wird Acetylsalicylsäure rasch aufgenommen und in Salicylsäure umgewandelt. Die höchsten Spiegel im Blut sind nach 10 bis 20 Minuten (Acetylsalicylsäure) bzw. nach 0,3 bis 2 Stunden (Salicylsäure) erreicht. Die Halbwertszeit der Salicylsäure hängt von der Dosis ab: 2 bis 3 Stunden nach niedrigen und etwa 15 Stunden nach hohen Dosen. Ausgeschieden wird sie hauptsächlich über die Nieren [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die beiden Packungsbeilagen geben die Häufigkeiten unterschiedlich an, deshalb sind die Einträge unten nach Anwendung gekennzeichnet und nicht vermischt [1, 3]. Die Packungsbeilage der Tabletten mit 500 mg nennt für alle Nebenwirkungen die Häufigkeit "nicht bekannt": Sie lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Die Packungsbeilage der Tabletten mit 100 mg ordnet die Nebenwirkungen Häufigkeitsklassen zu: "Häufig" heißt bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [3]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Für die niedrig dosierte Anwendung beschreibt die Packungsbeilage außerdem Blutungen wie Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Hautblutungen oder Blutungen der Harn- und Geschlechtsorgane mit möglicher Verlängerung der Blutungszeit, ohne dafür eine Häufigkeit anzugeben; diese Wirkung kann 4 bis 8 Tage nach der Einnahme anhalten. Nach längerer Einnahme kann durch verborgene Blutverluste aus Magen oder Darm eine Blutarmut durch Eisenmangel entstehen [3]. Schwerwiegende Blutungen wie Hirnblutungen sind selten bis sehr selten, besonders bei nicht eingestelltem Bluthochdruck oder gleichzeitiger Behandlung mit Gerinnungshemmern [3]. Mehr dazu unter Blutungen und Blutbild und Magenbeschwerden.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Magen und DarmNiedrig dosiert (100 mg): Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall[3, 4]Mehr dazu: Sodbrennen und VerdauungsbeschwerdenÜbelkeitErbrechenBauchschmerzenDurchfall
- Magen und DarmNiedrig dosiert (100 mg): geringfügige Blutverluste aus dem Magen-Darm-Bereich (Mikroblutungen)[3, 4]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und GeschwüreBlutungen und blaue Flecken
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Magen und DarmNiedrig dosiert (100 mg): Magen- oder Darmgeschwüre, die sehr selten zu einem Durchbruch führen können[3, 4]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- Magen und DarmNiedrig dosiert (100 mg): Magen- oder Darmentzündungen[3, 4]
- Magen und DarmNiedrig dosiert (100 mg): Magen- oder Darmblutungen[3, 4]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und GeschwüreBlutungen und blaue Flecken
- HautNiedrig dosiert (100 mg): Hautreaktionen[3, 4]Mehr dazu: Hautausschlag
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemNiedrig dosiert (100 mg): Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, der Atemwege, des Magen-Darm-Bereichs und des Herz-Kreislauf-Systems, vor allem bei Menschen mit Asthma, etwa mit Blutdruckabfall, Anfällen von Atemnot, Entzündung der Nasenschleimhaut, verstopfter Nase, allergischem Schock oder Schwellungen von Gesicht, Zunge und Kehlkopf (Quincke-Ödem)[3, 4]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnotNiedriger BlutdruckVerstopfte Nase
- Blut und LymphsystemNiedrig dosiert (100 mg): schwerwiegende Blutungen wie Hirnblutungen (selten bis sehr selten), besonders bei nicht eingestelltem Bluthochdruck und/oder gleichzeitiger Behandlung mit Gerinnungshemmern; in Einzelfällen möglicherweise lebensbedrohlich[3, 4]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungNiedrig dosiert (100 mg): Unterzuckerung (Hypoglykämie)[3, 4]Mehr dazu: Unterzuckerung
- Stoffwechsel und ErnährungNiedrig dosiert (100 mg): verminderte Harnsäureausscheidung, die bei gefährdeten Menschen einen Gichtanfall auslösen kann[3, 4]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und Gicht
- Leber und GalleNiedrig dosiert (100 mg): erhöhte Leberwerte[3, 4]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautNiedrig dosiert (100 mg): schwere, fieberhaft verlaufende Hautausschläge mit Beteiligung der Schleimhäute (Erythema exsudativum multiforme)[3, 4]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
- Nieren und HarnwegeNiedrig dosiert (100 mg): Nierenfunktionsstörungen und akutes Nierenversagen[3, 4]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Blut und LymphsystemAls Schmerzmittel (500 mg): Blutungen wie Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder rote Flecken unter der Haut[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- ImmunsystemAls Schmerzmittel (500 mg): allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Asthmaanfall oder Anschwellen des Gesichts mit Atemproblemen[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
- NervensystemAls Schmerzmittel (500 mg): Kopfschmerzen, Schwindel, Hörverlust, Ohrgeräusche (Tinnitus), gewöhnlich Zeichen einer Überdosierung[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindelOhrgeräusche
- NervensystemAls Schmerzmittel (500 mg): Hirnblutung[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- AtemwegeAls Schmerzmittel (500 mg): Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis), Atemnot (Dyspnoe), Verengung der Atemwege (Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte NaseAtemnot
- Magen und DarmAls Schmerzmittel (500 mg): Magenschmerzen, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenÜbelkeitErbrechen
- Magen und DarmAls Schmerzmittel (500 mg): Magen-Darm-Blutungen (Blutungen aus dem Mund, Blut im Stuhl oder schwarz gefärbter Stuhl), häufiger bei älteren Menschen und bei hohen Dosen; laut Fachinformation mit möglicher Blutarmut durch Eisenmangel[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und GeschwüreBlutungen und blaue FleckenVeränderungen des Blutbilds
- Magen und DarmAls Schmerzmittel (500 mg): Magen-Darm-Geschwüre und Durchbrüche[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- Leber und GalleAls Schmerzmittel (500 mg): Anstieg der Leberenzyme, der sich nach dem Absetzen weitgehend normalisiert; Leberfunktionsstörung, vor allem der Leberzellen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautAls Schmerzmittel (500 mg): Nesselsucht (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: Nesselsucht
- HautAls Schmerzmittel (500 mg): schwerwiegende Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse oder Erythema multiforme[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Nieren und HarnwegeAls Schmerzmittel (500 mg): Nierenfunktionsstörung[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenAls Schmerzmittel (500 mg): Reye-Syndrom (Bewusstseinstrübung, auffälliges Verhalten oder Erbrechen) bei einem Kind mit Viruserkrankung, das Acetylsalicylsäure eingenommen hat[1, 2]Mehr dazu: Erbrechen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die Packungsbeilage der Tabletten mit 500 mg weist darauf hin, dass die Nebenwirkungen schwerwiegend sein können und möglicherweise dringende ärztliche Hilfe oder eine Behandlung im Krankenhaus nötig ist [1]. Laut Fachinformation können Blutungen, Geschwüre oder Durchbrüche im Magen-Darm-Trakt jederzeit während der Behandlung auftreten, auch ohne Vorzeichen; das Risiko steigt bei älteren Menschen, bei niedrigem Körpergewicht und bei gleichzeitiger Behandlung mit Gerinnungshemmern oder Plättchenhemmern [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Magen-Darm-Beschwerden: Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall sind unter niedrig dosierter ASS häufig [3]. Die Packungsbeilage sieht vor, die Tabletten mit 100 mg unzerkaut möglichst nach der Mahlzeit mit reichlich Flüssigkeit einzunehmen, nicht auf nüchternen Magen [3]. Tabletten mit 500 mg nehmen Sie mit reichlich Flüssigkeit ein [1]. Verzichten Sie auf Alkohol, denn er erhöht das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen [1, 3]. Halten Beschwerden an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Kleine Blutungen: Wenn Sie sich schneiden oder verletzen, kann es etwas länger als sonst dauern, bis eine Blutung zum Stillstand kommt. Kleinere Schnitte und Verletzungen, etwa beim Rasieren, sind in der Regel ohne Bedeutung; bei ungewöhnlichen Blutungen an ungewöhnlicher Stelle oder von ungewöhnlicher Dauer wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [3].
Kopfschmerzen durch Schmerzmittel: Treten Kopfschmerzen auf, während Sie ASS oder andere Schmerzmittel über längere Zeit einnehmen, erhöhen Sie nicht die Dosis, sondern lassen Sie sich ärztlich oder in der Apotheke beraten [1]. Hinweise zum Umgang mit Schmerzmitteln gibt der Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen. Wenn Sie ASS regelmäßig anwenden, sprechen Sie vor jedem weiteren Arzneimittel mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, auch vor rezeptfreien [1, 3]. Gerinnungshemmer wie Cumarine oder Heparin, andere Plättchenhemmer wie Clopidogrel, entzündungshemmende Schmerzmittel, Kortison und Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI erhöhen zusammen mit ASS das Risiko für Blutungen oder Magen-Darm-Nebenwirkungen [1, 3]. Mit Methotrexat in einer Dosierung von mehr als 15 mg pro Woche darf ASS nicht kombiniert werden [1].
Wer niedrig dosierte ASS zum Schutz von Herz und Gefäßen einnimmt, sollte zwei Schmerzmittel kennen: Ibuprofen kann die gerinnungshemmende Wirkung niedrig dosierter ASS beeinträchtigen (bei gelegentlicher Einnahme ist eine Wechselwirkung nicht wahrscheinlich), und Metamizol kann die Wirkung auf die Blutplättchen verringern, wenn beide gleichzeitig eingenommen werden [3]. Einen Vergleich beider Wirkstoffe als Schmerzmittel bietet der Ratgeber ASS oder Ibuprofen. Welche Nebenwirkungen die Grippeimpfstoffe laut Fachinformation haben, steht auf der Seite Grippeimpfung.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Methotrexat | Wirkung und Nebenwirkungen von Methotrexat können verstärkt werden; laut Fachinformation erhöhte Giftigkeit vor allem für das Blut[1, 2, 3] | Mit mehr als 15 mg Methotrexat pro Woche nicht kombinieren (bei Tabletten mit 100 mg schon ab 15 mg pro Woche), bei niedrigeren Dosen nur nach ärztlicher Rücksprache |
| Gerinnungshemmer (z. B. Cumarine, Heparine) und Mittel zur Auflösung von Blutgerinnseln (Thrombolytika) | Erhöhtes Blutungsrisiko[1, 3] | Als Schmerzmittel nicht bei früherem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür; sonst nur nach ärztlicher Rücksprache |
| Andere Mittel gegen die Verklumpung der Blutplättchen (z. B. Clopidogrel, Ticlopidin) | Erhöhtes Blutungsrisiko[1, 3] | Nur nach ärztlicher Rücksprache |
| Andere entzündungs- und schmerzhemmende Mittel (nichtsteroidale Antirheumatika) und Rheumamittel | Erhöhtes Risiko für Blutungen und Geschwüre im Magen-Darm-Bereich[1, 2, 3] | Nur nach ärztlicher oder apothekerlicher Rücksprache |
| Ibuprofen (bei niedrig dosierter ASS zur Vorbeugung von Blutgerinnseln) | Kann die gerinnungshemmende Wirkung niedrig dosierter ASS beeinträchtigen; bei gelegentlicher Einnahme von Ibuprofen ist eine Wechselwirkung nicht wahrscheinlich[3, 4] | Nicht ohne ausdrückliche ärztliche Anweisung kombinieren |
| Metamizol (gegen Schmerzen und Fieber) | Kann bei gleichzeitiger Einnahme die Wirkung von ASS auf die Blutplättchen verringern[3] | Bei niedrig dosierter ASS zum Herzschutz nur mit Vorsicht kombinieren |
| Kortison und kortisonähnliche Mittel (Glucocorticoide; ausgenommen Anwendung auf der Haut oder Kortisonersatztherapie) | Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich, laut Fachinformation auch für Blutungen[1, 2, 3] | Vorher ärztlich besprechen |
| Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI (z. B. Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Sertralin) | Erhöhtes Risiko für Blutungen, besonders im Magen-Darm-Bereich[1, 2, 3] | Vorher ärztlich besprechen |
| Blutzuckersenkende Mittel (Antidiabetika) | Der Blutzucker kann sinken[3] | Vorher ärztlich besprechen |
| Digoxin, Valproinsäure | Ihre Wirkung kann verstärkt werden[3] | Vorher ärztlich besprechen |
| Entwässerungsmittel (Diuretika), ACE-Hemmer und Sartane | Ihre Wirkung kann abgeschwächt werden; laut Fachinformation bei Flüssigkeitsmangel Gefahr eines akuten Nierenversagens[1, 2, 3] | Ausreichend trinken; Nierenfunktion zu Beginn überwachen lassen |
| Harnsäuresenkende Gichtmittel (z. B. Probenecid, Benzbromaron) | Ihre Wirkung wird abgeschwächt[1, 2, 3] | Vorher ärztlich besprechen |
| Pemetrexed, Anagrelid oder Deferasirox | Je nach Mittel mehr Nebenwirkungen von Pemetrexed, höheres Blutungsrisiko (Anagrelid) oder mehr Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen (Deferasirox)[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden zur örtlichen Anwendung, Antacida und Aktivkohle | Mehr Acetylsalicylsäure wird ausgeschieden bzw. weniger aufgenommen[1, 2] | Laut Fachinformation mindestens 2 Stunden Abstand halten |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Acetylsalicylsäure nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie ASS anwenden dürfen, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Die Liste fasst die Gegenanzeigen beider Packungsbeilagen zusammen; Unterschiede sind vermerkt [1, 3].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Acetylsalicylsäure, andere Salicylate oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 3]
- Frühere Asthmaanfälle oder andere allergische Reaktionen auf Acetylsalicylsäure oder ähnliche Mittel gegen Schmerzen, Fieber oder Entzündungen (Salicylate, nichtsteroidale Entzündungshemmer)[1, 3]
- Magen- oder Darmgeschwür, auch Zwölffingerdarmgeschwür (bei 100 mg: akute Geschwüre)[1, 3]
- Krankhaft erhöhte Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese)[1, 3]
- Stark eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion (bei 100 mg: Leber- und Nierenversagen)[1, 3]
- Schwere Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz); bei 100 mg: schwere, nicht durch Medikamente eingestellte Herzschwäche[1, 3]
- Gleichzeitige Behandlung mit Methotrexat in einer Dosierung von mehr als 15 mg pro Woche (bei 100 mg: 15 mg oder mehr pro Woche)[1, 3]
- Als Schmerzmittel (500 mg): Behandlung mit Gerinnungshemmern zum Einnehmen, wenn früher ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür aufgetreten ist[1, 2]
- Die letzten 3 Monate der Schwangerschaft in einer Dosierung von mehr als 100 mg Acetylsalicylsäure pro Tag (Packungsbeilage und Fachinformation der Tabletten mit 500 mg, Fachinformation der Tabletten mit 100 mg); diesen Text hat die Koordinierungsgruppe der Arzneimittelbehörden (CMDh) im September 2024 für Arzneimittel mit Acetylsalicylsäure vereinbart, auch für niedrig dosierte. Die Packungsbeilage der Tabletten mit 100 mg nennt in ihrer Liste der Gegenanzeigen abweichend mehr als 150 mg, in ihrem Abschnitt zur Schwangerschaft nicht mehr als 100 mg pro Tag[1, 2, 3, 4, 7]
Besondere Vorsicht bei
- Gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel mit Acetylsalicylsäure: Gefahr der Überdosierung[1, 2]
- Regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln: Sie kann die Nierenfunktion beeinträchtigen, besonders bei Kombination mehrerer Schmerzmittel; laut Fachinformation können bleibende Nierenschäden auftreten[1, 2]
- Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Erbkrankheit der roten Blutkörperchen): Acetylsalicylsäure kann die roten Blutkörperchen zerstören (Hämolyse) oder eine Blutarmut auslösen; das Risiko steigt bei hoher Dosis, Fieber oder akuten Infektionen[1, 3]
- Magen- oder Darmgeschwüre, Magen-Darm-Blutungen oder Magenschleimhautentzündung in der Vorgeschichte[1, 3]
- Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion; bei verminderter Durchblutung von Herz und Gefäßen (z. B. Gefäßerkrankung der Nieren, Herzschwäche, Flüssigkeitsverlust, größere Operationen, Blutvergiftung oder stärkere Blutungen) kann Acetylsalicylsäure das Risiko einer Nierenfunktionsstörung und eines akuten Nierenversagens weiter erhöhen[1, 3]
- Asthma, Heuschnupfen, Nasenpolypen, chronische Atemwegserkrankungen oder andere Allergien[1, 3]
- Starke Monatsblutungen: Sie können sich laut Fachinformation verstärken und verlängern[1, 2]
- Gicht oder Arzneimittel gegen Gicht: Acetylsalicylsäure vermindert die Harnsäureausscheidung und kann bei gefährdeten Menschen einen Gichtanfall auslösen[1, 3]
- Gleichzeitige Behandlung mit Gerinnungshemmern (z. B. Cumarinderivate oder Heparin, ausgenommen niedrig dosiertes Heparin)[3]
- Operationen, auch kleine Eingriffe wie das Ziehen eines Zahns: Das Blutungsrisiko ist erhöht, auch wenn die Einnahme mehrere Tage zurückliegt, informieren Sie Ärztin oder Arzt, Operateur, Narkoseärztin oder -arzt bzw. Zahnarztpraxis[1, 3]
- Blutungen wie Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Hautblutungen oder Blutungen der Harn- und Geschlechtsorgane mit verlängerter Blutungszeit sind möglich; die Wirkung kann 4 bis 8 Tage nach der Einnahme anhalten. Nach längerer Einnahme niedrig dosierter ASS kann durch verborgene Blutverluste aus Magen oder Darm eine Blutarmut durch Eisenmangel entstehen[3, 4]
- Kopfschmerzen bei längerer Einnahme von Schmerzmitteln: Dosis nicht erhöhen, sondern ärztlich oder in der Apotheke beraten lassen[1, 2]
- Kinder und Jugendliche mit Viruserkrankungen wie Grippe oder Windpocken oder mit fieberhaften Erkrankungen: Acetylsalicylsäure nur nach ärztlicher Anweisung und nur, wenn andere Maßnahmen nicht wirken (Gefahr eines Reye-Syndroms)[1, 2, 3]
- Acetylsalicylsäure-haltige Arzneimittel sollen nicht längere Zeit oder in höheren Dosen ohne ärztlichen Rat angewendet werden[3]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was die beiden Packungsbeilagen, die Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3, 5]. Bei Kinderwunsch ist zu bedenken, dass ASS zu den Arzneimitteln gehört, die die Fähigkeit von Frauen, schwanger zu werden, beeinträchtigen können; diese Wirkung ist nach dem Absetzen umkehrbar [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Laut beiden Packungsbeilagen (500 mg und 100 mg): In den ersten 6 Monaten der Schwangerschaft sollten Sie Acetylsalicylsäure nicht einnehmen, sofern es nicht absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt, dann so niedrig dosiert und so kurz wie möglich; das gilt auch, wenn Sie schwanger werden möchten. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann eine Einnahme über mehr als ein paar Tage beim Kind Nierenprobleme mit zu wenig Fruchtwasser verursachen oder ein Blutgefäß am Herzen des Kindes (Ductus arteriosus) verengen. Müssen Sie länger als ein paar Tage behandelt werden, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine zusätzliche Überwachung empfehlen.[1, 3]
In den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht mehr als 100 mg Acetylsalicylsäure pro Tag einnehmen: Höhere Mengen können das ungeborene Kind schädigen (Nieren- und Herzprobleme), die Blutungsneigung von Mutter und Kind beeinflussen und dazu führen, dass die Geburt später einsetzt oder länger dauert. Wer niedrige Dosen bis einschließlich 100 mg pro Tag einnimmt, braucht eine strenge geburtshilfliche Überwachung. Wird die Behandlung auf ärztliche Anweisung fortgesetzt oder begonnen, gilt die verordnete Dosis.[1, 3]
Embryotox (hoher Erfahrungsumfang): Als Schmerz- und Fiebermittel ist ASS bis zur 28. Schwangerschaftswoche nur ein Mittel der zweiten Wahl und sollte nicht ohne ärztlichen Rat tagelang oder über Wochen eingenommen werden; ab der 28. Woche dürfen ASS und andere NSAR nicht angewendet werden. Besser geeignet sind laut Embryotox Paracetamol (ganze Schwangerschaft) sowie Ibuprofen oder Diclofenac (erstes und zweites Drittel). Eine niedrig dosierte Behandlung (Low-dose) kann bei entsprechender Indikation in der ganzen Schwangerschaft durchgeführt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Als Schmerzmittel: Acetylsalicylsäure kann in die Muttermilch übergehen; die Packungsbeilage empfiehlt die Anwendung in der Stillzeit nicht. Laut Fachinformation ist bei gelegentlicher Anwendung der empfohlenen Dosis eine Stillpause nicht erforderlich, bei regelmäßiger Anwendung oder höheren Dosen sollte abgestillt werden.[1, 2]
Niedrig dosiert: Acetylsalicylsäure und ihre Abbauprodukte gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Bei einer Tagesdosis bis 150 mg ist eine Stillpause in der Regel nicht erforderlich; bei höheren Dosen sollte abgestillt werden.[3]
Embryotox: Die gelegentliche Einnahme als Schmerzmittel erscheint vertretbar, bei Früh- und Neugeborenen ist Vorsicht geboten; eine mehrtägige oder Dauertherapie ist zu vermeiden, als Schmerzmittel sind Paracetamol und Ibuprofen zu bevorzugen. Eine Low-dose-Therapie ist in der Stillzeit akzeptabel; beim Kind sollte auf punktförmige Hautblutungen oder Blutergüsse geachtet werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Als Schmerzmittel darf ASS laut Packungsbeilage nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden; auch niedrig dosierte ASS sollte nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden. Alkohol erhöht das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen.[1, 3]
Autofahren und Maschinen
Acetylsalicylsäure hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen; bei niedrig dosierter ASS sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.[1, 2, 3]
Einnahme
Als Schmerzmittel: Tabletten mit reichlich Flüssigkeit einnehmen. Niedrig dosiert: Tabletten unzerkaut möglichst nach der Mahlzeit mit reichlich Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) einnehmen, nicht auf nüchternen Magen; bei einem akuten Herzinfarkt sollte die erste Tablette zerbissen oder zerkaut werden.[1, 3]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen; niedrig dosierte ASS wie verordnet weiter einnehmen.[1, 3]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Tabletten mit 500 mg: Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren höchstens 6 Tabletten am Tag; ältere Menschen ab 65 Jahren sowie Jugendliche von 12 bis 15 Jahren mit 40 bis 50 kg Körpergewicht höchstens 4 Tabletten am Tag. Zwischen zwei Einnahmen mindestens 4 Stunden. Für Menschen unter 40 kg Körpergewicht (Kinder unter 12 Jahren) sind die Tabletten nicht geeignet.[1, 2]
Ohne ärztliche Verordnung nicht länger als 3 Tage bei Fieber und 3 bis 4 Tage bei Schmerzen. Fühlen Sie sich danach nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Absetzen
Niedrig dosierte ASS: Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht, ohne es vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.[3]
Treten Magen-Darm-Blutungen auf, muss die Behandlung sofort beendet werden. Werden Kopfschmerzen durch die längere Einnahme von Schmerzmitteln ausgelöst, sollte die Einnahme laut Fachinformation in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt beendet werden. Die mögliche Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit von Frauen bildet sich nach dem Absetzen zurück.[1, 2]
Überdosierung
Ohrgeräusche, Gefühl von Hörverlust, Kopfschmerzen oder Schwindel sind typische Zeichen einer Überdosierung; bei niedrig dosierter ASS kann laut Packungsbeilage auch Verwirrtheit ein Anzeichen sein. Schwindel und Ohrklingen können, besonders bei Kindern und älteren Menschen, Zeichen einer ernsthaften Vergiftung sein. Beenden Sie die Einnahme und wenden Sie sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt. Laut Fachinformation ist eine Überdosierung vor allem für ältere Menschen und kleine Kinder gefährlich und kann tödlich verlaufen.[1, 2, 3]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage der Tabletten mit 500 mg nennt die Dosis für die Selbstbehandlung nach Alter und für Jugendliche nach Körpergewicht; die Packungsbeilage der Tabletten mit 100 mg nennt für jedes Anwendungsgebiet eine Tagesdosis, falls die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet [1, 3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder. Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Dosis verordnet, gilt diese.
Einnahme und Absetzen
Als Schmerzmittel ist ASS für die kurze Anwendung gedacht: ohne ärztliche Verordnung nicht länger als 3 Tage bei Fieber und 3 bis 4 Tage bei Schmerzen [1]. Nehmen Sie keine weiteren Arzneimittel mit Acetylsalicylsäure ein, um eine Überdosierung zu vermeiden, und bedenken Sie, dass die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln (besonders mehrerer zusammen) die Nieren schädigen kann [1, 2]. Treten Magen-Darm-Blutungen auf (Blutungen aus dem Mund, Blut im Stuhl, schwarz gefärbter Stuhl), beenden Sie die Behandlung sofort und rufen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder den ärztlichen Notdienst an [1].
Niedrig dosierte ASS ist zur längerfristigen Anwendung vorgesehen; über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht, ohne es vorher mit ihr oder ihm abgesprochen zu haben [3]. Steht eine Operation an, auch ein kleiner Eingriff beim Zahnarzt, informieren Sie die Behandelnden über die Einnahme [1, 3]. Hinweise dazu gibt der Ratgeber Medikamente vor der OP. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Acetylsalicylsäure
Acetylsalicylsäure ist unter anderem in Aspirin enthalten [5]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von ASS-ratiopharm 500 mg Tabletten (Schmerzmittel) und ASS-ratiopharm 100 mg TAH Tabletten (Blutplättchenhemmung) [1, 2, 3, 4]. Für Kombinationspräparate und für magensaftresistente Tabletten gelten eigene Packungsbeilagen.
Tabletten mit 100 mg, die aufgrund einer Standardzulassung im Handel sind, haben laut BfArM als einziges Anwendungsgebiet "Schmerzen und Fieber"; ihre Packungsbeilage enthält keine Dosierungshinweise für die Vorbeugung von Blutgerinnseln (Thromboseprophylaxe). Werden sie dafür eingesetzt, besteht laut BfArM die Gefahr einer Fehldosierung. Das BfArM bittet darum, solche Präparate nicht zur Thromboseprophylaxe zu verordnen oder in der Apotheke abzugeben (Risikoinformation vom 04.10.2022) [8].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Aspirin | ||
| ASS-ratiopharm 100 mg TAH | ratiopharm GmbH | Tabletten mit 100 mg zur Hemmung der Blutplättchen (apothekenpflichtig): Grundlage dieser Seite für die niedrig dosierte Anwendung |
| ASS-ratiopharm 500 mg | ratiopharm GmbH | Tabletten mit 500 mg gegen Schmerzen und Fieber (apothekenpflichtig): Grundlage dieser Seite für die Anwendung als Schmerzmittel |
| HerzASS-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Tabletten mit 50 oder 100 mg zur Hemmung der Blutplättchen (apothekenpflichtig) |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation ASS-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation ASS-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation ASS-ratiopharm 100 mg TAH Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation ASS-ratiopharm 100 mg TAH Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Acetylsalicylsäure. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Acetylsalicylsäure. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde CMDh: Minutes for the meeting on 17-18 September 2024 (EMA/CMDh/492082/2024), Abschnitt 6.6.1: NSAID-haltige Arzneimittel und Anwendung in der Schwangerschaft. Coordination Group for Mutual Recognition and Decentralised Procedures - Human (CMDh), Heads of Medicines Agencies. Stand 15.10.2024. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Risikoinformation: ASS 100 mg Standardzulassungen: Risiko für Fehldosierungen. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 04.10.2022. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen ASS 500 und ASS 100?
Tabletten mit 500 mg werden nur kurz gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber eingenommen. Tabletten mit 100 mg hemmen in dieser niedrigen Dosierung unter anderem das Zusammenhaften und Verklumpen der Blutplättchen; laut Packungsbeilage eignen sie sich nicht zur Behandlung von Schmerzen. Sie werden langfristig eingenommen, etwa nach einem Herzinfarkt, nach Eingriffen an Arterien oder zur Vorbeugung von Hirninfarkten, nachdem Vorläuferstadien aufgetreten sind. Für beide gelten eigene Packungsbeilagen.
Wie viel ASS darf ich gegen Schmerzen höchstens nehmen?
Laut Packungsbeilage der Tabletten mit 500 mg nehmen Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren 1 Tablette, bei höherem Fieber oder stärkeren Schmerzen 2 Tabletten je Einnahme, mit mindestens 4 Stunden Abstand und höchstens 6 Tabletten am Tag. Für Menschen ab 65 Jahren und Jugendliche von 12 bis 15 Jahren mit 40 bis 50 kg gelten 1 Tablette je Einnahme und höchstens 4 Tabletten am Tag. Ohne ärztliche Verordnung nehmen Sie ASS höchstens 3 Tage gegen Fieber und 3 bis 4 Tage gegen Schmerzen.
Darf ich Ibuprofen nehmen, wenn ich ASS 100 einnehme?
Laut Packungsbeilage kann Ibuprofen die gerinnungshemmende Wirkung niedrig dosierter ASS beeinträchtigen; bei gelegentlicher Einnahme von Ibuprofen ist eine Wechselwirkung nicht wahrscheinlich. Auch Metamizol kann die Wirkung von ASS auf die Blutplättchen verringern. Andere entzündungshemmende Schmerzmittel erhöhen zusammen mit ASS das Risiko für Blutungen und Geschwüre im Magen-Darm-Bereich. Wenn Sie ASS regelmäßig einnehmen, sprechen Sie vor jedem weiteren Arzneimittel, auch einem rezeptfreien, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Muss ich ASS vor einer Operation oder beim Zahnarzt absetzen?
Acetylsalicylsäure erhöht schon in geringen Dosen das Blutungsrisiko, auch dann, wenn die Einnahme bereits mehrere Tage zurückliegt. Informieren Sie deshalb vor jeder Operation, auch vor kleinen Eingriffen wie dem Ziehen eines Zahns, Ihre Ärztin, Ihren Arzt, die Narkoseärztin oder den Narkosearzt bzw. Ihre Zahnarztpraxis. Niedrig dosierte ASS unterbrechen Sie nicht ohne ärztliche Absprache.
Darf ich ASS und Alkohol kombinieren?
Nein. Laut Packungsbeilage darf ASS als Schmerzmittel nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden; auch niedrig dosierte ASS sollte nicht mit Alkohol eingenommen werden. Alkohol erhöht das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen.
Darf ich ASS in der Schwangerschaft nehmen?
Als Schmerzmittel sollten Sie ASS in den ersten 6 Monaten nur einnehmen, wenn es absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt; in den letzten 3 Monaten dürfen Sie nicht mehr als 100 mg pro Tag einnehmen, und dann nur unter strenger geburtshilflicher Überwachung. Embryotox bezeichnet ASS als Schmerzmittel bis zur 28. Schwangerschaftswoche als Mittel der zweiten Wahl; eine niedrig dosierte Behandlung kann bei entsprechender Indikation in der ganzen Schwangerschaft durchgeführt werden.
Darf ich Kindern ASS geben?
Kindern und Jugendlichen mit Viruserkrankungen wie Grippe oder Windpocken oder mit fieberhaften Erkrankungen dürfen Sie ASS nur nach ärztlicher Anweisung geben: Es wurde dann das Reye-Syndrom beobachtet, eine sehr schwerwiegende, lebensbedrohliche Erkrankung. Treten bei einem Kind nach ASS Schwindel, Ohnmachtsanfälle, auffälliges Verhalten oder Erbrechen auf, informieren Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt. Tabletten mit 500 mg sind für Kinder unter 12 Jahren mit weniger als 40 kg nicht geeignet.
Warum blute ich unter ASS länger?
Wenn Sie sich schneiden oder verletzen, kann es unter ASS etwas länger als sonst dauern, bis die Blutung aufhört; das hängt laut Packungsbeilage mit der Wirkung von ASS auf die Blutgerinnung zusammen. Laut Fachinformation hemmt ASS die Blutplättchen dauerhaft, gewöhnlich für deren gesamte achttägige Lebensdauer, und die verlängerte Blutungszeit kann 4 bis 8 Tage nach der Einnahme anhalten. Kleinere Schnitte, etwa beim Rasieren, sind in der Regel ohne Bedeutung; bei ungewöhnlichen Blutungen wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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