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Nierenschäden durch Medikamente

Nierenschäden nennen die Produktinformationen zum Beispiel bei entzündungshemmenden Schmerzmitteln (NSAR) wie Ibuprofen und Naproxen, bei eingeschränkter Nierenfunktion auch zusammen mit ACE-Hemmern oder Sartanen, außerdem bei Lithium, Ciclosporin, Tacrolimus, Methotrexat und Pantoprazol. Eine nachlassende Nierenfunktion bemerkt man laut gesund.bund.de häufig zunächst nicht. Warnzeichen sind laut Packungsbeilagen weniger Urin, Wassereinlagerungen und allgemeines Unwohlsein. Dann brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Mann um die sechzig mit grauem Haar sitzt am Morgen an einem hellen Küchentisch und trinkt nachdenklich ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Die Nieren reinigen das Blut von Abbauprodukten des Stoffwechsels und bilden den Urin, mit dem diese ausgeschieden werden [5]. Bestimmte Medikamente können die Nierentätigkeit einschränken oder die Niere selbst schädigen; laut gesund.bund.de gehören sie zu den möglichen Ursachen eines akuten Nierenversagens, und dauerhafte Nierenschäden können entstehen, wenn Medikamente langfristig eingenommen werden, vor allem Schmerzmittel [5, 6]. In Packungsbeilagen heißen solche Nebenwirkungen zum Beispiel Nierenfunktionsstörung, entzündliche Nierenerkrankung (interstitielle Nephritis), Nierenentzündung oder akutes Nierenversagen [9, 14, 22]. Ein Nachlassen der Nierenfunktion bemerkt man laut gesund.bund.de häufig zunächst nicht; bei einer chronischen Nierenkrankheit im Stadium 1 bis 3 lässt sich die Einschränkung laut Patienteninformation der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) nur über eine Blutuntersuchung feststellen [5, 8].

Welche Medikamente Nierenschäden auslösen können

Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) können bestimmte Medikamente die Nieren schädigen [1]. Auch allergische Reaktionen auf Medikamente können die Nieren beeinträchtigen, ebenso die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente, zum Beispiel von Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure (ASS) [1, 2]. Laut gesund.bund.de können Medikamente wie Antibiotika die Niere selbst schädigen [5]. Für einzelne Wirkstoffe beschreiben die Produktinformationen Folgendes:

  • Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR): In der Packungsbeilage von Ibuprofen sind eine entzündliche Nierenerkrankung (interstitielle Nephritis), die mit einer akuten Nierenfunktionsstörung einhergehen kann, ein nephrotisches Syndrom mit Wasseransammlung im Körper und starker Eiweißausscheidung im Harn sowie Schädigungen des Nierengewebes (Papillennekrosen) als sehr selten eingestuft (bis zu 1 von 10.000 Behandelten) [9]. Für Naproxen nennt die Packungsbeilage ein akutes Nierenversagen, ein nephrotisches Syndrom und eine interstitielle Nephritis als gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten) und Papillennekrosen, insbesondere bei Langzeitbehandlung, als sehr selten [11]. Laut DEGAM-Patienteninformation können manche selbst gekauften Medikamente die Nieren schädigen, insbesondere Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac [8].
  • Gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln: Werden Schmerzmittel gewohnheitsmäßig eingenommen, insbesondere mehrere schmerzstillende Wirkstoffe kombiniert, kann das laut den Produktinformationen von Ibuprofen und Naproxen zu einer dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens führen (Analgetika-Nephropathie) [9, 11]. Mehr im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.
  • Schmerzmittel zusammen mit Blutdrucksenkern und Entwässerungsmitteln: NSAR können laut den Fachinformationen von Ibuprofen und Naproxen die Wirkung von Entwässerungsmitteln (Diuretika) und Blutdrucksenkern abschwächen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion, zum Beispiel bei Austrocknung (Dehydratation) oder bei älteren Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion, kann die gleichzeitige Einnahme eines ACE-Hemmers oder Sartans mit einem NSAR die Nierenfunktion weiter verschlechtern, bis zu einem möglichen akuten Nierenversagen, das gewöhnlich umkehrbar ist [10, 12]. Laut Fachinformation von Ramipril kann die gleichzeitige Behandlung mit ACE-Hemmern und NSAR das Risiko einer Nierenfunktionsstörung und eines Anstiegs des Kaliumspiegels erhöhen [13]. Mehr unter Kaliumstörungen.
  • ACE-Hemmer und Sartane: In der Packungsbeilage von Ramipril sind eine beeinträchtigte Nierenfunktion und ein akutes Nierenversagen als gelegentlich eingestuft [14]. Laut Fachinformation besteht bei Menschen mit erhöhter Aktivität des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems das Risiko eines plötzlichen ausgeprägten Blutdruckabfalls und einer Verschlechterung der Nierenfunktion, insbesondere bei der ersten Gabe eines ACE-Hemmers, bei der ersten gleichzeitigen Gabe mit einem Diuretikum oder bei der ersten Dosissteigerung; dazu zählen zum Beispiel Menschen mit Flüssigkeits- oder Salzmangel, auch unter Diuretika [13]. Zugleich ist Ramipril zur Behandlung bestimmter Nierenerkrankungen zugelassen, etwa einer beginnenden Nierenschädigung durch Diabetes mit Eiweiß im Urin [13].
  • Lithium: Laut der österreichischen Fachinformation von Quilonorm retard kann eine Langzeitbehandlung dazu führen, dass die Niere ihre Fähigkeit, den Harn zu konzentrieren, teilweise verliert; das kann manchmal einen nephrogenen Diabetes insipidus mit vermehrtem Wasserlassen und vermehrtem Durst verursachen, der nach dem Absetzen meist zurückgeht [15]. Nach Langzeitbehandlung wurden außerdem Gewebeveränderungen der Niere berichtet, die die Nierenfunktion einschränken können; ob sie nach dem Absetzen immer zurückgehen, ist unklar [15]. Die Häufigkeit gibt die Fachinformation als nicht bekannt an; die deutsche Fassung kann in Einzelheiten abweichen [15].
  • Ciclosporin und Tacrolimus: In den Packungsbeilagen beider Wirkstoffe sind Nierenprobleme bzw. Nierenbeschwerden als sehr häufig eingestuft (mehr als 1 von 10 Behandelten) [17, 19]. Eine Erhöhung von Kreatinin und Harnstoff im Blut ist laut Fachinformation von Ciclosporin eine häufige und möglicherweise schwerwiegende Komplikation [16]. Tacrolimus kann laut Fachinformation nach einer Transplantation die Nierenfunktion einschränken; eine akute Nierenfunktionsstörung kann ohne aktives Eingreifen zu einer chronischen werden [18]. NSAR können laut den Packungsbeilagen von Ibuprofen und Naproxen die nierenschädigende Wirkung von Ciclosporin und Tacrolimus erhöhen bzw. verstärken [9, 11].
  • Methotrexat: In der Fachinformation ist eine erniedrigte Kreatinin-Clearance (ein Laborhinweis darauf, dass die Nieren nicht gut funktionieren) als sehr häufig eingestuft, eine Nierenerkrankung (Nephropathie) und ein Nierenversagen als gelegentlich [2, 20]. Weil Methotrexat hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden wird, sind bei eingeschränkter Nierenfunktion höhere, länger anhaltende Wirkstoffspiegel zu erwarten, die zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen können [20].
  • Protonenpumpenhemmer: Die Packungsbeilage von Pantoprazol nennt als schwerwiegende Reaktion mit nicht bekannter Häufigkeit Fieber, Hautausschlag und eine Vergrößerung der Nieren, die zu schmerzhaftem Wasserlassen und Schmerzen im unteren Rücken führen kann (schwerwiegende Nierenentzündung) und bis zum Nierenversagen fortschreiten kann [22].
  • Weitere Mittel: Die DEGAM-Leitlinie zur chronischen Nierenkrankheit führt in einer Tabelle zu Medikamenten mit erhöhtem Risiko bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion eine akute Entzündung des Nierengewebes (akute interstitielle Nephritis) mit dem Vermerk "selten" unter anderem bei NSAR, Diuretika, Penicillinen, Tetracyclinen, Fluconazol, Phenytoin und Allopurinol auf, bei Aciclovir eine Schädigung der Niere durch Kristalle (Kristallnephropathie) [7]. Mehr zu Penicillinen und Cephalosporinen.

In der Tabelle steht je Wirkstoff die höchste Einstufung; bei manchen Wirkstoffen, gerade bei den als häufig oder sehr häufig eingestuften, betrifft sie nur veränderte Nierenwerte im Blut, nicht ein Nierenversagen.

Nierenfunktionsstörungen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
CiclosporinSehr häufigNierenprobleme (laut Fachinformation Nierenfunktionsstörung)
FurosemidSehr häufigErhöhter Kreatininwert im Blut · Nierenentzündung (tubulointerstitielle Nephritis) · Nierenversagen
MethotrexatSehr häufigVerminderte Kreatinin-Ausscheidung als Zeichen einer verschlechterten Nierenfunktion (in einer Blutuntersuchung feststellbar) · Nierenschädigung bis zum Nierenversagen, mit möglichen Zeichen wie geschwollenen Händen,…
NivolumabSehr häufigIm Bluttest (laut Fachinformation sehr häufig): Anstieg der Leberwerte (AST, ALT, alkalische Phosphatase), des Kreatinins und der Enzyme Lipase und Amylase; zu niedrige oder zu hohe Werte von Kalium und Kalzium; zu…
Sacubitril/ValsartanSehr häufigVerminderte Nierenfunktion (Nierenfunktionsstörung) · (Akutes) Nierenversagen
TacrolimusSehr häufigNierenbeschwerden (Nierenfunktionsstörung) · Beeinträchtigte Nierenfunktion, verringerte Harnbildung, eingeschränktes oder schmerzhaftes Wasserlassen; laut Fachinformation auch Nierenversagen, akutes Nierenversagen,…
AdalimumabHäufigBlut im Urin, Nierenprobleme
BempedoinsäureHäufigVerringerte glomeruläre Filtrationsrate (eine Messgröße dafür, wie gut die Nieren arbeiten)
CandesartanHäufigBeeinflussung der Nierenfunktion, besonders bei bestehenden Nierenproblemen oder Herzschwäche; in sehr seltenen Fällen Nierenversagen
CarvedilolHäufigAkutes Nierenversagen und Nierenfunktionsstörungen bei Menschen mit Arterienverhärtung (Atherosklerose) und/oder eingeschränkter Nierenfunktion
ChlortalidonHäufigAnstieg stickstoffhaltiger Stoffe im Blut (Harnstoff, Kreatinin), vor allem zu Behandlungsbeginn · Allergisch bedingte Nierenentzündung (interstitielle Nephritis)
DapagliflozinHäufigAbnahme der Kreatinin-Clearance der Nieren zu Behandlungsbeginn, festgestellt in Laboruntersuchungen · Anstieg von Kreatinin im Blut zu Behandlungsbeginn, festgestellt in Laboruntersuchungen · Entzündung der Nieren…
EnalaprilHäufigErhöhter Kaliumspiegel im Blut, erhöhter Kreatininwert im Blut (beides wird normalerweise durch Labortests festgestellt) · Verminderte Nierenfunktion, Nierenversagen
EplerenonHäufigNierenfunktionsstörungen · Erhöhte Harnstoffwerte im Blut; erhöhte Kreatininwerte im Blut, was auf Nierenprobleme hinweisen kann
HydrochlorothiazidHäufigWieder zurückgehender Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Blut · Akute Nierenentzündung (interstitielle Nephritis)
LisinoprilHäufigProbleme mit der Nierenfunktion · Erhöhte Werte von Harnstoff, Kreatinin oder Leberenzymen im Blut · Rückhaltung von Abbaustoffen im Blut, die normalerweise mit dem Urin ausgeschieden werden (Urämie); akutes…
LosartanHäufigVeränderungen der Nierenfunktion einschließlich Nierenversagen · Anstieg von Harnstoff, Kreatinin und Kalium im Blut bei Menschen mit Herzleistungsschwäche
MycophenolsäureHäufigAbweichende Ergebnisse bei Leber- oder Nierenfunktionstests · Blutiger Urin, Nierenschädigung, Schmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen
PembrolizumabHäufigErhöhte Leberwerte, erhöhter Kalziumspiegel und veränderte Nierenwerte im Blut · Entzündung der Nieren (Nephritis)
RivaroxabanHäufigEingeschränkte Nierenfunktion, die in Laboruntersuchungen sichtbar werden kann · Blutungen in der Niere, manchmal mit Blut im Urin, die dazu führen können, dass die Nieren nicht mehr richtig arbeiten…
TicagrelorHäufigErhöhte Kreatininwerte im Blut
TrastuzumabHäufigNierenfunktionsstörungen (laut Fachinformation Nierenerkrankung) · Nierenversagen · Erkrankungen der Nierenkörperchen (membranöse Glomerulonephritis, Glomerulonephropathie)
ValsartanHäufigHerabgesetzte Nierenfunktion (Zeichen einer Nierenfunktionseinschränkung) · Stark verminderte Nierenfunktion (Zeichen eines akuten Nierenversagens) · Erhöhte Werte von Harnstoffstickstoff und Kreatinin im Blut als…
XipamidHäufigVorübergehender Anstieg harnpflichtiger Stoffe im Blut (Harnstoff, Kreatinin), vor allem zu Behandlungsbeginn · Akute Entzündung der Nieren (akute interstitielle Nephritis)
CarbamazepinGelegentlichStörungen der Nierenfunktion wie Eiweiß im Urin (Albuminurie), Blut im Urin (Hämaturie), verminderte Harnproduktion (Oligurie) oder erhöhter Harnstoffstickstoff im Blut (Azotämie) · Nierengewebsentzündung…
CefaclorGelegentlichPlötzlich auftretende Entzündung der Nieren (akute interstitielle Nephritis), die sich nach Beendigung der Behandlung von selbst normalisiert · Leichter Anstieg von Harnstoff oder Kreatinin im Blut
CelecoxibGelegentlichVeränderung der Nierenwerte (Kreatinin und Harnstoff im Blut erhöht) · Akutes Nierenversagen (akute Niereninsuffizienz) · Nierenentzündung und andere Nierenerkrankungen wie nephrotisches Syndrom oder…
CiprofloxacinGelegentlichNierenfunktionsstörung · Nierenversagen, Blut oder Kristalle im Harn, Entzündung der Harnwege
EmpagliflozinGelegentlichVerminderte Nierenfunktion in Blutuntersuchungen: erhöhte Werte von Kreatinin oder Harnstoff, verminderte glomeruläre Filtrationsrate · Nierenentzündung (tubulointerstitielle Nephritis)
EtoricoxibGelegentlichVeränderte Blut- oder Urinwerte zur Nierenfunktion (Eiweiß im Urin, Anstieg des Kreatinins), schwerwiegende Nierenprobleme (Nierenversagen)
FebuxostatGelegentlichBlut im Urin, auffällig häufiges Wasserlassen, Harndrang, erhöhte Eiweißwerte im Urin, Funktionsstörungen der Nieren (laut Fachinformation auch Nierenversagen), Nierensteine, Harnwegsinfektion · Veränderte oder…
IvabradinGelegentlichErhöhte Werte des Kreatinins, eines Abbauprodukts der Muskeln, im Blut
LevofloxacinGelegentlichErhöhte Kreatininwerte im Blut als Zeichen einer Nierenerkrankung · Nierenfunktionsstörungen und manchmal Nierenversagen durch eine allergische Reaktion der Nieren (interstitielle Nephritis)
NaproxenGelegentlichAkutes Nierenversagen · Nephrotisches Syndrom (Wasseransammlung im Körper und starke Eiweißausscheidung im Harn) · Entzündliche Veränderungen des Nierengewebes (interstitielle Nephritis) · Nierenschäden…
NifedipinGelegentlichBei eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) vorübergehende Verschlechterung der Nierenfunktion möglich
RamiprilGelegentlichEingeschränkte Nierenfunktion bis hin zu akutem Nierenversagen; erhöhte Harnstoff- und Kreatininwerte im Blut
SpironolactonGelegentlichWieder zurückgehender Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Blut
TelmisartanGelegentlichEinschränkung der Nierenfunktion einschließlich akuten Nierenversagens · Erhöhter Kreatininwert im Blut
TorasemidGelegentlichErhöhung von Harnstoff und Kreatinin im Blut
ValproinsäureGelegentlichNierenerkrankungen (Nierenversagen, tubulo-interstitielle Nephritis), die sich durch weniger Urin äußern können · Nächtliches Bettnässen; Nierenfunktionsstörung (Fanconi-Syndrom) mit häufigem Wasserlassen, Durst,…
AmiodaronSeltenVorübergehend eingeschränkte Nierenfunktion · Erhöhter Kreatininwert im Blut
Beclometason/FormoterolSeltenNierenentzündung (Nephritis)
CefpodoximSeltenAkutes Nierenversagen (Niereninsuffizienz) · Anstieg harnpflichtiger Substanzen (Kreatinin und Harnstoff) im Blut
EtanerceptSeltenSchädigung der winzigen Filter in den Nieren mit Verschlechterung der Nierenfunktion (Glomerulonephritis)
LevetiracetamSeltenPlötzliche Verringerung der Nierenfunktion (akute Nierenschädigung)
LiraglutidSeltenEingeschränkte Nierenfunktion; akutes Nierenversagen, Anzeichen dafür können eine Verminderung der Urinmenge, metallischer Geschmack im Mund und schnelles Auftreten von blauen Flecken sein
MebendazolSeltenBei Behandlung der Echinokokkose mit erheblich höheren Dosen über längere Zeit: Nierenentzündung (Glomerulonephritis)
MoxifloxacinSeltenNierenfunktionsstörungen (einschließlich Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Blut), Nierenversagen
OlmesartanSeltenNierenfunktionsstörung und Nierenversagen · Erhöhte Nierenfunktionswerte (laut Fachinformation erhöhtes Kreatinin)
OmeprazolSeltenSchwere Nierenentzündung (tubulointerstitielle Nephritis), die laut Fachinformation bis zum Nierenversagen fortschreiten kann
PregabalinSeltenNierenversagen, Verringerung der Harnmenge, Harnverhalt
RanolazinSeltenAkutes Nierenversagen, mangelnde Fähigkeit, Wasser zu lassen (Harnretention)
TopiramatSeltenNierenerkrankung; laut Fachinformation Harnleiterstein und eine Übersäuerung durch die Nieren (renale tubuläre Azidose)
AcetylsalicylsäureSehr seltenNiedrig dosiert (100 mg): Nierenfunktionsstörungen und akutes Nierenversagen · Als Schmerzmittel (500 mg): Nierenfunktionsstörung
Acetylsalicylsäure/Paracetamol/CoffeinSehr seltenNierenfunktionsstörungen
AciclovirSehr seltenAkutes Nierenversagen, Nierenschmerzen; Nierenschmerzen können mit Nierenversagen einhergehen
AmoxicillinSehr seltenNierenprobleme (Entzündung des Nierengewebes, interstitielle Nephritis)
CarbimazolSehr seltenNierenentzündungen (Nephritis)
ClopidogrelSehr seltenNierenentzündung (Glomerulonephritis), Anstieg des Kreatininwerts im Blut
ClozapinSehr seltenNierenentzündung (tubulo-interstitielle Nephritis), möglicherweise mit Übelkeit, Erbrechen, Ermüdung und Gewichtsverlust · Nierenversagen (stark verminderte Urinmenge); nächtliches Bettnässen
Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim)Sehr seltenAusfällung kleinster Kristalle in den Harnwegen (Kristallurie), insbesondere bei Unterernährung, Entzündung der Nieren (akute interstitielle Nephritis), akutes Nierenversagen und Anstieg von Kreatinin und Harnstoff im…
DiclofenacSehr seltenSchädigung des Nierengewebes (interstitielle Nephritis, Papillennekrose), die mit akuter Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz), Eiweiß im Harn (Proteinurie) und/oder Blut im Harn (Hämaturie) einhergehen kann ·…
DoxycyclinSehr seltenNierenschäden wie Entzündung des Nierengewebes (interstitielle Nephritis), akutes Nierenversagen und fehlende Harnausscheidung (Anurie)
ErythromycinSehr seltenEntzündung des Nierengewebes (interstitielle Nephritis)
EsomeprazolSehr seltenSchwere Nierenfunktionsstörungen; laut Fachinformation Entzündung des Nierengewebes (interstitielle Nephritis), bei einigen Betroffenen mit Nierenversagen
IbuprofenSehr seltenNephrotisches Syndrom (Wasseransammlung im Körper und starke Eiweißausscheidung im Urin) · Entzündliche Nierenerkrankung (interstitielle Nephritis), die mit einer akuten Nierenfunktionsstörung einhergehen kann, bis hin…
IndapamidSehr seltenNierenerkrankungen (laut Fachinformation Niereninsuffizienz)
IsotretinoinSehr seltenSchwierigkeiten beim Wasserlassen, geschwollene Augenlider, Gefühl übermäßiger Müdigkeit als mögliche Anzeichen einer Nierenentzündung (Glomerulonephritis)
MesalazinSehr seltenProbleme mit der Nierenfunktion, zum Beispiel veränderte Urinfarbe oder -menge und geschwollene Gliedmaßen; laut Fachinformation Nierenfunktionsstörungen einschließlich akuter und chronischer Entzündung des…
MetamizolSehr seltenAkute Verschlechterung der Nierenfunktion, in einigen Fällen mit fehlender oder zu geringer Harnmenge, Eiweiß im Urin (Proteinurie) oder akutem Nierenversagen; Nierenentzündung (akute interstitielle Nephritis)
PiroxicamSehr seltenSchädigung des Nierengewebes (interstitielle Nephritis, Papillennekrose), auch mit akuter Nierenfunktionsstörung, Eiweiß und/oder Blut im Harn; nephrotisches Syndrom (Wassereinlagerung im Körper und starke…
Povidon-IodSehr seltenNach Anwendung größerer Mengen: Beeinträchtigung der Nierenfunktion; dabei kann es sehr selten zu einem Nierenversagen (Niereninsuffizienz) kommen
PropranololSehr seltenVerschlechterung der Nierenfunktion bei schweren Nierenfunktionsstörungen
RituximabSehr seltenBei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: Nierenversagen
SulfasalazinSehr seltenKrankhafte Veränderungen der Nieren (akute interstitielle Nephritis, nephrotisches Syndrom)
ThiamazolSehr seltenNierenentzündung (Nephritis)
Amoxicillin/ClavulansäureNicht bekanntEntzündung von Nierenkanälchen (interstitielle Nephritis)
ApixabanNicht bekanntBlutungen in der Niere, manchmal mit Blut im Urin, die dazu führen können, dass die Nieren nicht mehr richtig arbeiten (Antikoagulanzien-assoziierte Nephropathie)
AzithromycinNicht bekanntNierenentzündung (interstitielle Nephritis) und Nierenversagen
ClarithromycinNicht bekanntNierenentzündung, verbunden mit Blut im Urin, Fieber und Seitenschmerzen (interstitielle Nephritis), und erheblich verringerte Nierenfunktion (Nierenversagen)
ClindamycinNicht bekanntWassereinlagerungen mit Schwellungen in Beinen, Knöcheln oder Füßen, Kurzatmigkeit oder Übelkeit als mögliche Zeichen einer akuten Nierenschädigung
EdoxabanNicht bekanntBlutungen in der Niere, manchmal mit Blut im Urin, die dazu führen können, dass die Nieren nicht mehr richtig arbeiten (Antikoagulanzien-assoziierte Nephropathie)
GabapentinNicht bekanntAkutes Nierenversagen, Inkontinenz
IrbesartanNicht bekanntBeeinträchtigte Nierenfunktion; laut Fachinformation einschließlich Fällen von Nierenversagen bei Risikopatienten
LamotriginNicht bekanntEntzündung der Nieren (tubulointerstitielle Nephritis) oder Entzündung von Nieren und Augen zugleich (tubulointerstitielle Nephritis mit Uveitis)
LeflunomidNicht bekanntNierenversagen
LithiumNicht bekanntEingeschränkte Nierenfunktion, akutes Nierenversagen; laut Fachinformation nach Langzeitbehandlung auch Gewebeveränderungen der Niere (einschließlich tubulointerstitieller Nephropathie)
MinoxidilNicht bekanntVerminderte Nierenfunktion mit erhöhten Kreatinin- und Harnstoffwerten im Blut
NitrofurantoinNicht bekanntEntzündung des Nierengewebes um die Nierenkanälchen, die zu einer Nierenfunktionsstörung führt (interstitielle Nephritis)
OrlistatNicht bekanntOxalat-Nephropathie: Ablagerung von Calciumoxalat-Kristallen, die zu Nierensteinen und laut Fachinformation zu Nierenversagen führen kann
PantoprazolNicht bekanntEntzündung des Nierengewebes (interstitielle Nephritis), die bis zum Nierenversagen fortschreiten kann
PrednisolonNicht bekanntSklerodermiebedingte renale Krise bei Menschen, die bereits an Sklerodermie (einer Autoimmunerkrankung) leiden; Anzeichen sind erhöhter Blutdruck und verringerte Harnbildung
PrednisonNicht bekanntSklerodermiebedingte renale Krise bei Menschen, die bereits an Sklerodermie leiden; Anzeichen sind erhöhter Blutdruck und verringerte Harnbildung
SitagliptinNicht bekanntNierenfunktionsstörungen, in manchen Fällen war eine Blutwäsche (Dialyse) erforderlich; laut Fachinformation auch akutes Nierenversagen
SolifenacinNicht bekanntStörungen der Nierenfunktion
VerapamilNicht bekanntNierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz)

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (96 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Nierenfunktionsstörungen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (15 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Nierenfunktionsstörungen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
AllopurinolGefäßentzündung (Vaskulitis) im Rahmen einer Überempfindlichkeitsreaktion, die sich zum Beispiel als Leberentzündung (Hepatitis) oder Nierenentzündung zeigen kannSelten
AmoxicillinAllergische Entzündung der Blutgefäßwände (allergische Vaskulitis): Hautausschlag, stecknadelkopfgroße flache rote Punkte unter der Haut oder kleinflächige Hautblutungen, eventuell mit Gelenkschmerzen (Arthritis) und NierenproblemenSehr selten
AmoxicillinKristalle im Urin (Kristallurie), die zu einer akuten Nierenschädigung führen könnenNicht bekannt
Amoxicillin/ClavulansäureKristalle im Urin (Kristallurie), die zu einer akuten Nierenschädigung führenNicht bekannt
AtorvastatinKrankhafter Muskelschwund (Rhabdomyolyse) mit Muskelschwäche, Empfindlichkeit, Schmerzen oder Riss in der Muskulatur oder rotbrauner Verfärbung des Urins, besonders mit Unwohlsein oder erhöhter Temperatur; er ist nicht immer rückbildungsfähig, kann nach dem…Selten
ChininAls Folge einer Thrombozytopenie schwere Gerinnungs- und Nierenfunktionsstörungen: Gerinnungsstörung im ganzen Körper (disseminierte intravasale Gerinnung, DIC), hämolytisch-urämisches Syndrom oder thrombotisch-thrombozytopenisches Syndrom (HUS/TTP),…Sehr selten
CiclosporinZerstörung roter Blutkörperchen mit Nierenproblemen, etwa mit Schwellungen von Gesicht, Bauch, Händen oder Füßen, weniger Wasserlassen, Atembeschwerden, Brustschmerzen, Krampfanfällen oder Bewusstlosigkeit (laut Fachinformation hämolytisch-urämisches Syndrom)Selten
ClarithromycinAbnormer Muskelabbau, der zu Nierenproblemen führen kann (Rhabdomyolyse)Nicht bekannt
DonepezilAbnormer Muskelabbau (Rhabdomyolyse): Muskelschwäche, Druckempfindlichkeit oder Schmerzen der Muskeln, besonders zusammen mit Unwohlsein, erhöhter Temperatur oder dunklem Urin; er kann lebensbedrohlich sein und zu Nierenerkrankungen führenSehr selten
HydrochlorothiazidBei sehr starker Harnausscheidung mit verminderter Blutmenge und Flüssigkeitsmangel: Krampfanfälle, Benommenheit, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Kreislaufkollaps und akutes NierenversagenSelten
IsotretinoinZerfall des Muskelgewebes (Rhabdomyolyse) mit möglicherweise lebensbedrohlicher Muskelschwäche, Bewegungsschwierigkeiten der Arme und Beine, schmerzenden, geschwollenen, blutunterlaufenen Körperbereichen, dunklem Urin, verringerter Harnausscheidung oder…Nicht bekannt
PravastatinSchwerer Muskelzerfall (Rhabdomyolyse), der zu einer lebensbedrohlichen Nierenerkrankung führen kann; laut Fachinformation kann sie mit akutem Nierenversagen infolge von Myoglobin im Urin einhergehenSehr selten
RivaroxabanNierenversagen nach einer schweren BlutungNicht bekannt
SimvastatinZerfall von Skelettmuskelzellen (Rhabdomyolyse), mit oder ohne akutes Nierenversagen; sehr selten mit tödlichem AusgangSelten
TacrolimusSchädigung der kleinsten Blutgefäße (thrombotische Mikroangiopathie), auch als hämolytisch-urämisches Syndrom mit wenig oder keinem Urin (akutes Nierenversagen), extremer Müdigkeit, Gelbsucht, ungewöhnlichen Blutergüssen oder Einblutungen und Anzeichen einer…Gelegentlich
TacrolimusThrombotische thrombozytopenische Purpura: Schädigung der kleinsten Blutgefäße mit Fieber und winzigen roten Punkten unter der Haut, mit oder ohne extreme Müdigkeit, Verwirrtheit, Gelbsucht, Zeichen eines akuten Nierenversagens, Sehverlust und KrampfanfälleSelten
TerbinafinAuflösung von Muskelfasern (Rhabdomyolyse), die oft zu Nierenschäden führt; mögliche Anzeichen: unerklärliche Muskelschwäche oder Muskelschmerzen, dunkel (rotbraun) verfärbter UrinNicht bekannt

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen; andere auffällige Blutwerte behandelt die Seite Veränderte Laborwerte.

Woran Sie Nierenschäden durch ein Medikament erkennen

Nierenwerte sind Laborwerte

Kreatinin ist ein Abbauprodukt aus den Muskeln, das über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden wird; seine Konzentration im Blut gibt Hinweise darauf, ob die Nieren richtig funktionieren [1]. Der Wert steigt laut IQWiG erst merklich, wenn die Nieren schon die Hälfte ihrer Leistung verloren haben, und er hängt auch von der Muskelmasse ab [1]. Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) gibt an, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern, bei Gesunden zwischen 85 und 135 Milliliter; meist wird sie mithilfe des Kreatinin-Werts sowie zum Beispiel von Alter und Geschlecht abgeschätzt, man spricht dann von der geschätzten GFR (eGFR) [4, 8]. Für die Kreatinin-Clearance werden Blut und über 24 Stunden gesammelter Urin untersucht; eine leicht gestörte Nierenfunktion zeigt sich oft noch nicht im Kreatinin-Spiegel, wohl aber in der Kreatinin-Clearance [2]. Harnstoff ist laut IQWiG erst bei stark eingeschränkter Nierenfunktion aussagekräftig [3]. An der Menge von Bluteiweißen wie Albumin im Urin lässt sich abschätzen, wie stark ein Nierenschaden ist [4].

Von einem Laborwert allein lässt sich laut IQWiG meist nicht auf eine Krankheit schließen [1]. Ein hoher Kreatinin-Wert kommt nicht zwingend von einer Nierenschwäche: Bei Flüssigkeitsmangel wird die Niere nicht genügend durchblutet und scheidet weniger Kreatinin aus, und eine hohe Muskelmasse oder eine besonders fleischreiche Ernährung führen dazu, dass mehr Kreatinin gebildet wird [1]. Umgekehrt schließt ein Wert im Referenzbereich eine beginnende Nierenschwäche nicht aus [1].

Veränderte Werte, Nierenentzündung und Nierenversagen

Unter Dapagliflozin, einem SGLT2-Hemmer, ist laut Packungsbeilage eine Abnahme der Kreatinin-Clearance zu Behandlungsbeginn häufig und ein Anstieg des Kreatinins zu Behandlungsbeginn gelegentlich; laut Fachinformation waren die Kreatininerhöhungen während der laufenden Behandlung in der Regel vorübergehend oder nach dem Ende der Behandlung umkehrbar [23]. Bei Ciclosporin hängen die Erhöhungen von Kreatinin und Harnstoff laut Fachinformation von der Dosis ab, sind anfangs umkehrbar und sprechen üblicherweise auf eine niedrigere Dosis an; im Zuge einer Langzeitbehandlung kann es bei manchen Behandelten aber zu Veränderungen im Nierengewebe kommen, etwa einer interstitiellen Fibrose [16].

Unauffällige Werte schließen einen Schaden ebenfalls nicht immer aus: Bei Menschen mit nephrotischem Syndrom wurden unter Ciclosporin laut Fachinformation in seltenen Fällen Veränderungen der Nierenstruktur ohne begleitende Erhöhung des Kreatinins beobachtet [16]. Bei Trimethoprim und Cotrimoxazol ist laut DEGAM-Leitlinie eine falsch positive Erhöhung des Kreatinins möglich [7]. Unter Methotrexat kann ein Anstieg von Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure im Blut dagegen eine Verschlechterung der Nierenleistung anzeigen, die zu einem akuten Nierenversagen mit stark verminderter oder fehlender Harnausscheidung führen kann [20].

Zeitpunkt und Packungsbeilage

Einige Fachinformationen nennen Zeitpunkte, zu denen besonders auf die Nieren geachtet wird: Bei Ramipril sollte die Nierenfunktion vor und während der Behandlung überwacht und die Dosis insbesondere in den ersten Behandlungswochen entsprechend angepasst werden [13]. Nach Beginn einer Kombination aus einem NSAR und einem ACE-Hemmer oder Sartan sollte laut Fachinformation eine regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte erwogen werden [10, 12]. Ob Ihr Medikament die Nieren betreffen kann, lesen Sie in der Packungsbeilage nach: in Abschnitt 2 bei den Warnhinweisen und in Abschnitt 4 bei den Nebenwirkungen [9]. Notieren Sie, seit wann Sie welches Mittel einnehmen und ob sich die Urinmenge verändert oder Schwellungen auftreten, zum Beispiel im Nebenwirkungs-Tagebuch.

Warum Medikamente die Nieren schädigen können

Laut gesund.bund.de unterscheidet die Medizin beim akuten Nierenversagen Ursachen vor der Niere, die zu einer schlechteren Durchblutung führen, Ursachen in der Niere selbst und Ursachen hinter der Niere, bei denen der Harn nicht ausreichend abfließt [5].

Weniger Durchblutung der Nieren: Für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion nennt die DEGAM-Leitlinie bei NSAR und Coxiben eine nierenschädigende Wirkung und eine verminderte Durchblutung der Nieren, für Diuretika eine verringerte Durchblutung der Nieren bei Flüssigkeitsmangel [7].

Entzündung der Nieren: Eine Entzündung der Nieren oder des Nierengewebes nennen zum Beispiel die Packungsbeilagen von Ibuprofen, Naproxen und Pantoprazol [9, 11, 22].

Ablagerungen in den Nierenkanälchen: Die Verschlechterung der Nierenleistung unter Methotrexat ist laut Fachinformation wahrscheinlich durch eine Ablagerung (Präzipitation) von Methotrexat und seinen Abbauprodukten in den Nierenkanälchen bedingt [20]. Für Aciclovir nennt die DEGAM-Leitlinie eine Kristallnephropathie [7].

Anreicherung bei eingeschränkter Nierenfunktion: Manche Medikamente schädigen die Nieren nicht selbst, können sich aber laut DEGAM-Leitlinie bei eingeschränkter Nierenfunktion anreichern und dann giftig wirken, zum Beispiel Colchicin, Digitalisglykoside und Methotrexat [7]. Bei Lithium ist laut Fachinformation durch eine verminderte Ausscheidung über die Nieren eine Vergiftung möglich, etwa bei Erbrechen, Durchfällen oder zu geringer Flüssigkeitsaufnahme [15]. NSAR wie Ibuprofen können den Lithiumspiegel im Blut erhöhen [10]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.

Folge einer anderen Nebenwirkung: Erkrankungen der Muskulatur unter Simvastatin können laut Packungsbeilage in seltenen Fällen bis zu einem Zerfall von Skelettmuskelzellen (Rhabdomyolyse) mit nachfolgendem Nierenversagen führen [24]. Mehr unter Muskelschmerzen.

Risikofaktoren: Als wichtige Risikofaktoren für eine Nierenschädigung durch Arzneimittel nennt die DEGAM-Leitlinie unter anderem ein Alter über 60 Jahre, Diabetes mellitus, eine bereits eingeschränkte Nierenfunktion, Gefäßerkrankungen, Flüssigkeitsmangel, Wechselwirkungen, durch die sich nierenschädigende Wirkungen verstärken, und mehrere oder hohe Dosen nierenschädigender Mittel [7]. Mehr im Ratgeber Medikamente im Alter.

Was Sie tun können

Ältere Frau mit weißem Haar im ruhigen Gespräch mit einer Ärztin in einem hellen Sprechzimmer
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Haben Medikamente ein akutes Nierenversagen ausgelöst, prüfen Ärztinnen und Ärzte laut gesund.bund.de, wie man diese ersetzen oder in der Dosis anpassen kann [5]. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.

Erhöhte Werte abklären lassen. Bei einem erhöhten Kreatinin-Spiegel ist es laut IQWiG wichtig, die Ursache ärztlich genauer abklären zu lassen; vermutet die Ärztin oder der Arzt eine Nierenschädigung, können weitere Untersuchungen wie ein Urintest oder ein Ultraschall der Nieren folgen [1].

Alle Medikamente nennen. Laut DEGAM-Patienteninformation ist es wichtig, allen Ärztinnen und Ärzten eine Nierenkrankheit mitzuteilen und Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel nur in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt einzunehmen [8]. Bei geschwächten Nieren dürfen bestimmte Medikamente nicht eingenommen werden, etwa Ibuprofen gegen Schmerzen; Einzelheiten und Alternativen besprechen Sie laut gesund.bund.de mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [6]. Den Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.

Kontrolltermine wahrnehmen. Bei länger dauernder Einnahme von Ibuprofen oder Naproxen ist laut Packungsbeilage eine regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion erforderlich [9, 11]. Auch bei Ciclosporin, Lithium und Methotrexat sehen die Fachinformationen Kontrollen der Nierenfunktion vor [15, 16, 20]. Bei Menschen, die dauerhaft möglicherweise nierenschädigende Medikamente einnehmen, sollte laut DEGAM-Leitlinie die Nierenfunktion regelmäßig überprüft werden; bei nur vorübergehender Einnahme sollte erwogen werden, die eGFR vor und nach der Behandlung zu bestimmen [7]. Die Kontrollabstände legen Sie laut DEGAM-Patienteninformation gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest [8].

In Absprache ausreichend trinken. Wird ein NSAR mit einem ACE-Hemmer oder Sartan kombiniert, müssen Behandelte laut Fachinformation zu einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme aufgefordert werden [10, 12]. Unter Lithium ist laut Fachinformation darauf zu achten, dass ständig ausreichende Mengen Salz und Wasser aufgenommen werden [15]. Bei Durchfall, Erbrechen und Fieber rät die DEGAM-Patienteninformation, zusätzlichen Flüssigkeitsverlust auszugleichen und eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen, wenn die Beschwerden nicht besser werden [8]. Wie viel Sie trinken sollen, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Wer eine Dialysebehandlung macht, sollte laut gesund.bund.de in der Regel nicht zu viel trinken [6].

Bei Durchfall oder fieberhaften Infekten nachfragen. Bei Menschen mit chronischer Nierenkrankheit sollen bei hinzukommenden Erkrankungen wie Durchfall oder fieberhaften Infekten laut DEGAM-Leitlinie alle möglicherweise nierenschädigenden oder über die Nieren ausgeschiedenen Medikamente überprüft werden [7]. Ob ein Mittel pausiert wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [9]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Die Packungsbeilagen von Ibuprofen und Naproxen nennen eine verminderte Harnausscheidung, Wasseransammlungen im Körper (Ödeme) und allgemeines Unwohlsein als mögliche Zeichen einer Nierenerkrankung bis hin zum Nierenversagen [9, 11]. Bei Methotrexat gehören geschwollene Hände, Knöchel oder Füße, eine veränderte Häufigkeit des Wasserlassens und eine verminderte oder fehlende Urinausscheidung zu den Zeichen einer Nierenschädigung, bei Ciclosporin Nierenprobleme, die die Harnmenge stark vermindern können [17, 21]. Bei Pantoprazol sind es Fieber, Hautausschlag, schmerzhaftes Wasserlassen und Schmerzen im unteren Rücken [22]. Laut gesund.bund.de ist eine verminderte Harnmenge ein erster Hinweis auf ein akutes Nierenversagen; sammeln sich Stoffwechselprodukte im Körper an, können Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auftreten [5]. Mehr unter Wassereinlagerungen.

Bei solchen Zeichen sollen Sie sich laut den Packungsbeilagen sofort bzw. umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden [9, 11, 17, 21, 22]. Ob das Mittel bis dahin weiter eingenommen wird, regeln sie unterschiedlich: Bei Ibuprofen und Naproxen muss die Einnahme laut Packungsbeilage beendet werden, bei Pantoprazol sollen keine weiteren Tabletten eingenommen werden [9, 11, 22]. Bei Methotrexat entscheidet laut Packungsbeilage die Ärztin oder der Arzt, ob die Dosis verringert oder die Behandlung beendet wird [21]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Unter Lithium nennt die Fachinformation Zeichen einer Lithiumvergiftung, etwa Durchfall, Erbrechen, Zittern, Störungen der Bewegungskoordination, Verwirrtheit und Schläfrigkeit; dann ist die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt zu kontaktieren [15].

Schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung sowie akute und anhaltende Krampfanfälle sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [25].

Andere Ursachen

Nicht jede Verschlechterung der Nierenwerte unter einem Medikament kommt vom Medikament. Ein akutes Nierenversagen hat laut gesund.bund.de viele mögliche Ursachen: Rund 60 Prozent gehen auf eine schlechtere Durchblutung der Niere zurück, etwa durch starke Blutungen oder heftigen und anhaltenden Durchfall und Erbrechen [5]. Bei rund 35 Prozent ist die Niere selbst geschädigt, bei 5 Prozent fließt der Harn nicht ausreichend ab, zum Beispiel wegen Nieren- und Harnleitersteinen, Tumoren, Blutgerinnseln oder einer verstopften Harnröhre [5].

Eine chronische Nierenkrankheit wird bei Erwachsenen laut gesund.bund.de meist durch Diabetes mellitus und Bluthochdruck hervorgerufen; dauerhafte Nierenschäden können außerdem durch Entzündungen des Nierengewebes, einen gestörten Harnabfluss durch Nierensteine, Tumoren oder Vernarbungen und angeborene Nierenkrankheiten wie Zystennieren entstehen [6]. Auch bei einer Prostatavergrößerung kann sich Urin in die Nieren zurückstauen [6]. Mehr unter Niereninsuffizienz.

Außerdem nimmt die Nierenfunktion laut DEGAM-Patienteninformation mit zunehmendem Alter normalerweise ab; das kann zu einer Einschränkung führen, die nicht unbedingt durch eine Krankheit verursacht ist, vor allem bei Menschen über 70 Jahre [8].

Quellen

  1. Kreatinin. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 12.10.2026
  2. Kreatinin-Clearance. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 12.10.2026
  3. Harnstoff. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 12.10.2026
  4. Wie verläuft eine chronische Nierenkrankheit (Niereninsuffizienz)?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 14.08.2024. abgerufen am 12.10.2026
  5. Behörde Akutes Nierenversagen. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 29.06.2022. abgerufen am 12.10.2026
  6. Behörde Chronische Nierenkrankheit. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 22.09.2025. abgerufen am 12.10.2026
  7. Leitlinie S3-Leitlinie Versorgung von Patient*innen mit chronischer, nicht-nierenersatztherapiepflichtiger Nierenkrankheit in der Hausarztpraxis, Langversion (AWMF-Register-Nr. 053-048, DEGAM-Leitlinie Nr. 22, Version 2.0). Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN). Stand 06/2024. abgerufen am 12.10.2026
  8. Leitlinie DEGAM Patienteninformation Chronische Nierenkrankheit Stadium 1-3 (zur S3-Leitlinie 053-048, Version 2.0). Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand 2024. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm® 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation IBU-ratiopharm® 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naproxen-CT 500 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Naproxen-CT 500 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  13. Fachinformation Fachinformation Ramipril-ratiopharm® Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 12.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ramipril-ratiopharm® 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Ciclosporin Pro 25 mg/50 mg/100 mg Weichkapseln und 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen (Version 10). TEVA GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ciclosporin Pro 100 mg Weichkapseln (PDF-Version 6). TEVA GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  18. Fachinformation Fachinformation Prograf 0,5 mg/1 mg/5 mg Hartkapseln. Astellas Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Prograf 0,5 mg/1 mg/5 mg Hartkapseln. Astellas Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
  20. Fachinformation Fachinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  21. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  22. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm® 40 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
  23. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Forxiga (Dapagliflozin), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. AstraZeneca AB (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2025 (PDF vom 28.11.2025). abgerufen am 12.10.2026
  24. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Simvastatin-ratiopharm® 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  25. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können die Nieren schädigen?

Die Produktinformationen nennen Nierenschäden zum Beispiel bei entzündungshemmenden Schmerzmitteln (NSAR) wie Ibuprofen und Naproxen, bei eingeschränkter Nierenfunktion auch zusammen mit ACE-Hemmern oder Sartanen, außerdem bei Lithium, Ciclosporin, Tacrolimus und Methotrexat. Die Packungsbeilage von Pantoprazol nennt eine schwerwiegende Nierenentzündung mit nicht bekannter Häufigkeit. Laut IQWiG kann auch die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln wie ASS die Nieren beeinträchtigen. Welche Wirkstoffe mit Steckbrief auf dieser Website betroffen sind, zeigt die Tabelle oben. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Schaden Schmerzmittel wie Ibuprofen den Nieren?

In der Packungsbeilage von Ibuprofen sind Nierenschäden wie eine entzündliche Nierenerkrankung oder Papillennekrosen als sehr selten eingestuft. Die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, besonders mehrerer Wirkstoffe zusammen, kann laut Packungsbeilage die Nieren dauerhaft schädigen. Bei länger dauernder Einnahme ist eine regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion erforderlich. Bei schweren Nierenfunktionsstörungen darf Ibuprofen nicht eingenommen werden. Wie lange Sie ein rezeptfreies Schmerzmittel ohne ärztlichen Rat einnehmen dürfen, steht in der Packungsbeilage. Mehr im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.

Was bedeutet ein erhöhter Kreatininwert unter einem Medikament?

Kreatinin ist ein Abbauprodukt der Muskeln, das über die Nieren ausgeschieden wird. Ein erhöhter Wert kann laut IQWiG darauf hinweisen, dass die Nieren nicht gut arbeiten, kommt aber nicht zwingend von einer Nierenschwäche. Auch Flüssigkeitsmangel, eine hohe Muskelmasse oder eine fleischreiche Ernährung können ihn erhöhen. Unter manchen Medikamenten wie Dapagliflozin kann das Kreatinin zu Behandlungsbeginn ansteigen, laut Fachinformation in der Regel vorübergehend oder nach dem Ende der Behandlung umkehrbar. Lassen Sie erhöhte Werte ärztlich abklären.

Darf ich Ibuprofen nehmen, wenn ich Blutdrucktabletten einnehme?

Fragen Sie vorher in der Arztpraxis oder Apotheke. Laut Packungsbeilage kann Ibuprofen die Wirkung von entwässernden und blutdrucksenkenden Mitteln abschwächen, und zusammen mit ACE-Hemmern kann das Risiko für eine Nierenfunktionsstörung erhöht sein. Bei eingeschränkter Nierenfunktion, etwa bei Austrocknung oder bei älteren Menschen, kann die Kombination mit einem ACE-Hemmer, Betablocker oder Sartan laut Fachinformation bis zu einem gewöhnlich umkehrbaren akuten Nierenversagen führen. Behandelte sollen dann ausreichend trinken, und eine Kontrolle der Nierenwerte sollte erwogen werden.

Woran erkenne ich einen Nierenschaden durch Medikamente?

Ein Nachlassen der Nierenfunktion bemerkt man laut gesund.bund.de häufig zunächst nicht. Es zeigt sich in Blut- und Urinwerten wie Kreatinin, eGFR oder Eiweiß im Urin. Als Warnzeichen nennen die Packungsbeilagen von Ibuprofen und Naproxen eine verminderte Harnausscheidung, Wassereinlagerungen (Ödeme) und allgemeines Unwohlsein, die Packungsbeilage von Pantoprazol Fieber, Hautausschlag, schmerzhaftes Wasserlassen und Schmerzen im unteren Rücken. Bei solchen Zeichen wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Muss ich das Medikament absetzen, wenn meine Nierenwerte schlechter werden?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Was geschieht, entscheidet die Ärztin oder der Arzt: Bei Ciclosporin sprechen die Veränderungen der Nierenwerte laut Fachinformation üblicherweise auf eine niedrigere Dosis an. Nach einem durch Medikamente ausgelösten akuten Nierenversagen prüfen Ärztinnen und Ärzte laut gesund.bund.de, wie man diese ersetzen oder in der Dosis anpassen kann. Bei Warnzeichen wie stark verminderter Harnmenge holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Erholen sich die Nieren nach einem Schaden durch Medikamente wieder?

Das hängt von der Ursache ab. Wird ein akutes Nierenversagen rechtzeitig erkannt und behandelt, lässt es sich laut gesund.bund.de meist heilen. Das akute Nierenversagen bei der Kombination von NSAR mit ACE-Hemmern oder Sartanen ist laut Fachinformation gewöhnlich umkehrbar. Bei Gewebeveränderungen der Niere nach einer Langzeitbehandlung mit Lithium ist dagegen laut Fachinformation unklar, ob sie sich nach dem Absetzen immer zurückbilden.

Was ist eine Analgetika-Nephropathie?

So heißt eine dauerhafte Nierenschädigung durch Schmerzmittel. Laut den Produktinformationen von Ibuprofen und Naproxen kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere wenn mehrere schmerzstillende Wirkstoffe kombiniert werden, zu einer solchen Schädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens führen. Laut IQWiG kann auch die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln wie ASS die Nieren beeinträchtigen. Mehr im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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