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Minoxidil-Tabletten: Nebenwirkungen und Wirkung
Minoxidil-Tabletten sind ein verschreibungspflichtiger, gefäßerweiternder Blutdrucksenker für Bluthochdruck, der sich mit anderen Mitteln (auch in Dreifachkombination) nicht ausreichend senken lässt. Sie werden zusammen mit einem harntreibenden Mittel und einem Betablocker eingenommen. Sehr häufig sind schneller Herzschlag, eine Entzündung des Herzbeutels, EKG-Veränderungen und vermehrter Haarwuchs. Nehmen Sie rasch 2 kg oder mehr zu oder bemerken Sie Schwellungen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Zunahme der Herzfrequenz (Tachykardie)[1, 2]
- Sehr häufig: Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis)[1, 2]
- Sehr häufig: Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG)[1, 2]
- Sehr häufig: Vermehrter Haarwuchs (Hypertrichose), Veränderung der Haarfarbe[1, 2]
- Häufig: Flüssigkeitsansammlung um das Herz (Perikarderguss) und Kompression des Herzens durch diese Flüssigkeit (Perikardtamponade)[1, 2]
- Häufig: Vermehrte Salz- und Wasseransammlung im Gewebe (Salz- und Wasserretention), Ödeme[1, 2]
- Häufig: Magen-Darm-Unverträglichkeiten[1, 2]
Wofür wird Minoxidil eingesetzt?
Minoxidil-Tabletten sind ein verschreibungspflichtiges, blutdrucksenkendes Arzneimittel [1, 2]. Laut Packungsbeilage werden sie angewendet, wenn sich ein Bluthochdruck mit anderen Arzneimitteln, auch in der üblichen Dreifachkombination, nicht ausreichend senken lässt (therapieresistente Hypertonie). Minoxidil sollte dabei gleichzeitig mit einem harntreibenden Mittel (Diuretikum) und einem Betablocker gegeben werden [1, 2]. Für einen leichten oder schwankenden Bluthochdruck werden die Tabletten nicht empfohlen [1, 2].
Diese Seite beschreibt nur Minoxidil-Tabletten gegen Bluthochdruck; Grundlage sind Packungsbeilage und Fachinformation von Minoxidil POA Pharma 2,5 mg und 10 mg Tabletten [1, 2]. Für andere Arzneimittel mit Minoxidil gelten deren eigene Packungsbeilagen. Mehr zum Thema Haare lesen Sie auf der Seite Haarausfall.
Wie wirkt Minoxidil?
Minoxidil erweitert die Blutgefäße: Es entspannt die glatte Muskulatur der kleinen Arterien, sodass der Widerstand in den Gefäßen und damit der Blutdruck sinkt. Sein aktives Abbauprodukt aktiviert dazu bestimmte Kaliumkanäle in den Muskelzellen der Gefäße [2]. Die Wirkstoffmenge im Blut halbiert sich laut Fachinformation in etwa 4 Stunden, die Wirkung hält jedoch über mehrere Tage an [2].
Der Körper versucht, den gesenkten Blutdruck auszugleichen: Er sammelt Wasser und Salz an, sodass das Herz mehr Flüssigkeit pumpen muss, und das Herz schlägt schneller [1, 2]. Um das zu verhindern, verschreibt die Ärztin oder der Arzt normalerweise ein harntreibendes Mittel und ein Mittel, das den Puls senkt [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen. In der Regel bessern sich laut Packungsbeilage zuvor bestehende Nebenwirkungen, die durch die Erkrankung oder frühere Behandlungen bedingt waren [1].
Kurz nach Behandlungsbeginn treten bei etwa 60 % der Behandelten Veränderungen im EKG auf; sie verschwinden gewöhnlich bei längerer Behandlung und gehen nach dem Absetzen zurück [1, 2]. Herzbeutelergüsse wurden bei etwa 3 bis 5 % der Behandelten ohne Dialyse beobachtet, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion oder anderen schweren Erkrankungen [1, 2]. Zu Beginn der Behandlung ist eine Gewichtszunahme um 1 bis 1,5 kg häufig; sie verschwindet meist bei fortgesetzter Behandlung [1]. Mehr dazu auf den Seiten Wassereinlagerungen und Herzrasen.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- HerzFlüssigkeitsansammlung um das Herz (Perikarderguss) und Kompression des Herzens durch diese Flüssigkeit (Perikardtamponade)[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungVermehrte Salz- und Wasseransammlung im Gewebe (Salz- und Wasserretention), Ödeme[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Magen und DarmMagen-Darm-Unverträglichkeiten[1, 2]
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- AtemwegeFlüssigkeitsansammlungen im Brustfellraum (Pleuraergüsse)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustSpannungsgefühl in der Brust[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie); Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), was das Risiko für Blutungen oder Blutergüsse erhöht; in Einzelfällen verkürzte Lebensdauer bestimmter Blutbestandteile (hämolytische Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
- ImmunsystemAllergische Reaktionen; antinukleäre Antikörper im Blut[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Stoffwechsel und ErnährungGestörte Verwertung von Zucker (Glucoseintoleranz)[1, 2]
- HerzEngegefühl in der Brust, neue oder sich verschlimmernde Schmerzen in der Brust, den Armen oder Schultern oder Oberbauchbeschwerden (Angina pectoris)[1, 2]
- HerzZu niedriger Blutdruck (Hypotonie) im Zusammenhang mit vorheriger oder gleichzeitiger Einnahme von Guanethidin[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- AtemwegeVeränderungen im Lungengewebe (Lungeninfiltrate)[1, 2]
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- HautSchwerwiegende fieberhafte Erkrankung mit Entzündung und Bläschenbildung an Haut und Schleimhäuten, unter anderem an Mund, Nase oder Geschlechtsorganen (Stevens-Johnson-Syndrom); Hautentzündung mit Bläschenbildung (bullöse Dermatitis); Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Geschlechtsorgane und BrustVergrößerung der Brustdrüsen beim Mann (Gynäkomastie)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Leberenzyme[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Gefäße und KreislaufSchwindel, Benommenheit, Schwächegefühl (laut Fachinformation möglicherweise als Folge eines zu niedrigen oder zu hohen Blutdrucks)[1, 2]Mehr dazu: SchwindelSchwäche (Asthenie)
- AtemwegeSchwierigkeiten beim Atmen, vor allem beim Hinlegen (laut Fachinformation möglicherweise als Folge einer Ödembildung oder eines schlecht eingestellten Blutdrucks)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- HautSchwere und möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktion (toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
- Allgemeine BeschwerdenSchwellung von Knöcheln, Füßen oder Fingern mit oder ohne Gewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: WassereinlagerungenGewichtszunahme
- Laborwerte und UntersuchungenVerminderte Nierenfunktion mit erhöhten Kreatinin- und Harnstoffwerten im Blut[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Laborwerte und UntersuchungenAbnahme von Hämatokrit und Hämoglobin[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie möglicherweise sorgfältig auf Anzeichen eines Herzbeutelergusses und auf Beschwerden des Herzbeutels beobachten [1]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Gewicht und Wassereinlagerungen: Kontrollieren Sie täglich Ihr Körpergewicht und notieren Sie es genau. Achten Sie auf kochsalzarme Kost und nehmen Sie das verordnete harntreibende Mittel regelmäßig ein [1]. Nehmen Sie rasch 2 kg oder mehr zu oder bemerken Sie Schwellungen im Gesicht, an Augenlidern, Händen, Fußknöcheln oder in der Magengegend, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; möglicherweise muss die Dosierung Ihrer Arzneimittel geändert werden [1]. Eine Salz- und Wasseransammlung von mehr als 1 bis 1,5 kg kann die Wirksamkeit von Minoxidil verringern [1, 2].
Vermehrter Haarwuchs: Bei den meisten Behandelten wird die feine Körperbehaarung länger, dunkler und dichter, zuerst im Gesicht, später auch an Rücken, Armen, Beinen oder Kopfhaut [1]. Laut Packungsbeilage können unerwünschte Haare mit Haarentfernungsmitteln oder durch Rasieren entfernt werden; 1 bis 6 Monate nach dem Absetzen verschwindet der vermehrte Haarwuchs wieder [1]. Beenden Sie die Einnahme deswegen keinesfalls eigenmächtig, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Kontrollen: Die Einstellung sollte in einer Spezialambulanz oder -klinik erfolgen, und regelmäßige Kontrolluntersuchungen müssen gewährleistet sein [1, 2]. Werden Sie von mehreren Ärztinnen oder Ärzten behandelt, informieren Sie alle darüber, dass Sie Minoxidil einnehmen [1].
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Zusammen mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln wie Guanethidin kann der Blutdruck übermäßig sinken; empfohlen wird, solche Mittel einige Tage vor Beginn in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt abzusetzen, sonst sollte die Behandlung im Krankenhaus beginnen [1, 2]. Harntreibende Mittel und Betablocker gehören dagegen zur üblichen Begleitbehandlung [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere blutdrucksenkende Arzneimittel, z. B. Guanethidin oder Betanidin | Übermäßige Blutdrucksenkung; der Körper kann den Blutdruck im Sitzen oder Stehen möglicherweise schlechter anpassen (Orthostase)[1, 2] | Laut Packungsbeilage wird empfohlen, die anderen Mittel einige Tage vor Beginn in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt abzusetzen; die Fachinformation nennt hier Guanethidin, das nach Möglichkeit vorher abgesetzt werden sollte. Ist das nicht möglich, sollte die Behandlung unter Beobachtung im Krankenhaus beginnen |
| Neuroleptika (Mittel gegen Psychosen) | Verstärkte Blutdrucksenkung beobachtet[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Harntreibende Mittel (Diuretika) | Die durch Minoxidil verursachte Wasseransammlung kann wirksam eingeschränkt werden[1, 2] | Laut Packungsbeilage ist die gleichzeitige Einnahme notwendig |
| Betablocker | Unterdrücken den durch Minoxidil erhöhten Puls[1, 2] | Werden in der Regel zusammen mit Minoxidil verordnet |
| Methyldopa, Clonidin oder andere Sympatholytika wie Labetalol | Laut Fachinformation sollte die Anfangsdosis von Minoxidil dann kleiner sein[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Minoxidil nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Nach einem Herzinfarkt sollten Sie erst nach Stabilisierung Ihres Zustands mit Minoxidil behandelt werden; bei Angina pectoris darf es nur mit Vorsicht angewendet werden [1, 2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Minoxidil oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Bluthochdruck im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie) durch eine Verengung der Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Kammer (Mitralstenose)[1, 2]
- Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom); laut Fachinformation kann Minoxidil die Ausschüttung von Stresshormonen (Katecholaminen) aus dem Tumorgewebe anregen[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Überstandener Herzinfarkt: Behandlung erst nach Stabilisierung des Zustands[1, 2]
- Angina pectoris: nur mit Vorsicht. Minoxidil kann zu schnellerem Herzschlag und Angina-pectoris-Anfällen führen; deshalb ist es notwendig, es zusammen mit einem Betablocker oder einem anderen Mittel einzunehmen, das diesen Reaktionen entgegenwirkt[1, 2]
- Herzbeutelergüsse: Sie traten bei etwa 3 bis 5 % der Behandelten ohne Dialyse auf, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion oder anderen schweren Erkrankungen; die Ärztin oder der Arzt wird Sie deshalb möglicherweise sorgfältig auf Anzeichen eines Herzbeutelergusses beobachten[1, 2]
- Leichter oder schwankender (labiler) Bluthochdruck: Minoxidil wird dafür nicht empfohlen[1, 2]
- Salz- und Wasserhaushalt: Unter Minoxidil können Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) oder eine Verschlechterung einer bestehenden Herzleistungsschwäche auftreten, verstärkt bei Einnahme ohne zusätzliche Arzneimittel. Deshalb ist es notwendig, Minoxidil zusammen mit einem harntreibenden Mittel einzunehmen; auf kochsalzarme Kost ist zu achten. Kontrollieren und notieren Sie täglich Ihr Körpergewicht[1, 2]
- Eingeschränkte Nierenfunktion ohne Dialyse: Der Salz- und Wasserhaushalt sollte besonders kontrolliert werden; bei Nierenversagen oder Dialyse ist möglicherweise eine niedrigere Dosis nötig[1, 2]
- Kinder: laut Fachinformation nur bei schwerem Bluthochdruck mit Organschäden, wenn andere Behandlungen versagt haben; Beginn im Krankenhaus unter engmaschiger fachärztlicher Überwachung[1, 2]
- Behandlung durch mehrere Ärztinnen oder Ärzte: Informieren Sie alle, dass Sie Minoxidil einnehmen[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Minoxidil wird in der Schwangerschaft und bei Frauen, die schwanger werden können und nicht verhüten, nicht empfohlen [1, 2]. Zu Alkohol machen Packungsbeilage und Fachinformation keine eigene Angabe [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]; allgemeine Hinweise stehen im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Schwangerschaft
Zur Anwendung bei Schwangeren gibt es nur begrenzte Daten. Minoxidil wird während der Schwangerschaft und bei Frauen, die schwanger werden können und nicht verhüten, nicht empfohlen. Laut Fachinformation zeigten Tierstudien eine schädigende Wirkung auf die Fortpflanzung, und nach Minoxidil in der Schwangerschaft wurde über vermehrte Behaarung beim Neugeborenen berichtet.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Es liegen Berichte vor, dass Minoxidil in die Muttermilch übergeht; ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss entschieden werden, ob abgestillt oder auf die Behandlung verzichtet bzw. sie unterbrochen wird; dabei werden der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Behandlung für die Mutter abgewogen.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Studien dazu gibt es nicht. Je nach Ihrer Reaktion auf die Behandlung können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflusst sein, besonders zu Behandlungsbeginn.[1, 2]
Einnahme
Mit ausreichend Wasser einnehmen. Die Kerbe der 2,5-mg-Tablette dient nicht zum Teilen; die 10-mg-Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden. Die regelmäßige Einnahme von Minoxidil und der weiteren verordneten Arzneimittel ist unbedingt erforderlich; verändern Sie die Dosis nicht eigenmächtig.[1, 2]
Die Einstellung sollte in einer Spezialambulanz oder -klinik erfolgen; regelmäßige Kontrolluntersuchungen müssen gewährleistet sein. Zu Beginn bestellt Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt öfter ein, um die richtige Dosis zu finden.[1, 2]
Dosis vergessen: Holen Sie die vergessene Dosis nicht nach, sondern setzen Sie die Einnahme zum nächsten Termin wie verordnet fort. Lassen Sie keine Dosis aus.[1]
Absetzen
Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme von Minoxidil und der zusätzlichen Arzneimittel nicht ohne Rücksprache, auch nicht wegen des vermehrten Haarwuchses. Laut Fachinformation sollten Behandlungspausen 72 Stunden nicht überschreiten.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Wahrscheinlichste Folge ist ein zu niedriger Blutdruck; gelegentlich wurde eine verminderte Harnausscheidung beschrieben.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt eine übliche Anfangsdosis für Erwachsene und Kinder über 12 Jahre, Höchstdosen sowie Hinweise bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion; bei Kindern bis 12 Jahre legt die Fachärztin oder der Facharzt die Dosis fest [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; verändern Sie sie keinesfalls eigenmächtig [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Minoxidil immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und mit ausreichend Wasser ein. Die Kerbe der 2,5-mg-Tablette dient nicht zum Teilen; die 10-mg-Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, holen Sie sie nicht nach, sondern setzen die Einnahme zum nächsten Termin wie verordnet fort [1].
Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme von Minoxidil und der zusätzlichen Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Laut Fachinformation sollten Behandlungspausen 72 Stunden nicht überschreiten [2]. Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; wahrscheinlichste Folge ist ein zu niedriger Blutdruck [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Minoxidil
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Minoxidil POA Pharma 2,5 mg und 10 mg Tabletten [1, 2]. Die Tabelle unten nennt Tabletten gegen Bluthochdruck; andere Arzneimittel mit Minoxidil haben eigene Packungsbeilagen.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Minoxidil POA Pharma | POA Pharma Scandinavia AB | Tabletten 2,5 mg und 10 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Lonolox | Pfizer | Tabletten |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Minoxidil POA Pharma 2,5 mg / 10 mg Tabletten. POA Pharma Scandinavia AB (örtlicher Vertreter POA Pharma GmbH). Stand 09/2023. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Minoxidil POA Pharma 2,5 mg / 10 mg Tabletten. POA Pharma Scandinavia AB. Stand 08/2023. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Warum wächst unter Minoxidil-Tabletten mehr Haar?
Vermehrter Haarwuchs (Hypertrichose) gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen der Tabletten: Bei den meisten Behandelten wird die feine Körperbehaarung länger, dunkler und dichter, etwa 3 bis 6 Wochen nach Behandlungsbeginn, zuerst an Stirn, Schläfen, zwischen den Augenbrauen oder am oberen Teil der Wangen. Laut Fachinformation ist damit keine Hormonstörung verbunden. 1 bis 6 Monate nach dem Absetzen verschwindet der vermehrte Haarwuchs wieder. Beenden Sie die Einnahme deswegen nicht eigenmächtig, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Warum muss ich zusätzlich ein harntreibendes Mittel und einen Betablocker nehmen?
Laut Packungsbeilage versucht der Körper, den gesenkten Blutdruck wieder anzuheben: Er sammelt Salz und Wasser an, und das Herz schlägt schneller. Ein harntreibendes Mittel schwemmt überschüssiges Salz und Wasser aus, ein Betablocker senkt den Puls. Nehmen Sie Minoxidil und die weiteren verordneten Arzneimittel deshalb unbedingt regelmäßig ein.
Warum soll ich mich unter Minoxidil täglich wiegen?
Unter Minoxidil können sich Wasser und Salz im Gewebe ansammeln. Die Packungsbeilage bittet deshalb, das Körpergewicht täglich zu kontrollieren und genau zu notieren. Eine Zunahme um 1 bis 1,5 kg ist zu Beginn häufig und verschwindet meist bei fortgesetzter Behandlung. Nehmen Sie aber rasch 2 kg oder mehr zu oder bemerken Sie Schwellungen im Gesicht, an Augenlidern, Händen, Fußknöcheln oder in der Magengegend, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wie schnell wirkt Minoxidil?
Laut Fachinformation erscheint Minoxidil innerhalb von 30 Minuten im Blut, die höchsten Spiegel werden nach 60 Minuten erreicht. Die Halbwertszeit beträgt etwa 4 Stunden, die Wirkung hält jedoch über mehrere Tage an.
Sind diese Angaben auch für Minoxidil gegen Haarausfall gültig?
Nein. Diese Seite beschreibt ausschließlich Minoxidil-Tabletten zur Behandlung von Bluthochdruck nach Packungsbeilage und Fachinformation von Minoxidil POA Pharma Tabletten. Für andere Arzneimittel mit Minoxidil gelten deren eigene Packungsbeilagen. Mehr zum Thema auf der Seite Haarausfall.
Darf ich Minoxidil in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Minoxidil wird während der Schwangerschaft und bei Frauen, die schwanger werden können und nicht verhüten, nicht empfohlen; zur Anwendung bei Schwangeren gibt es nur begrenzte Daten. Minoxidil geht laut Berichten in die Muttermilch über; ob abgestillt oder auf die Behandlung verzichtet wird, entscheidet sich nach Abwägung des Nutzens für Kind und Mutter. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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