ImpfungenImpfung
Tetanus-Impfung: Nebenwirkungen und Reaktionen
Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle sind laut Fachinformation bei Revaxis (Td-IPV) und bei Covaxis (Tdap, Erwachsene von 18 bis 64 Jahren) sehr häufig, Fieber ist bei beiden häufig. Bekommen Sie nach dem Verlassen der Praxis Atembeschwerden, blaue Lippen oder eine blaue Zunge, eine Schwellung von Gesicht oder Hals-Rachen-Bereich oder niedrigen Blutdruck mit Schwindel oder Kollaps, müssen Sie laut Packungsbeilage von Revaxis sofort einen Arzt aufsuchen; die Packungsbeilage von Covaxis nennt dafür und für Ausschlag "sollten Sie SOFORT einen Arzt aufsuchen". Einen Verdacht melden Sie über das Impfstoff-Meldeformular auf nebenwirkungen.bund.de.

Gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) führt die Liste des Paul-Ehrlich-Instituts einen Einzelimpfstoff und mehrere Kombinationsimpfstoffe, die zusätzlich gegen Diphtherie und teils gegen weitere Krankheiten gerichtet sind [6]. Für Erwachsene nennt die STIKO eine Td-Kombinationsimpfung gegen Tetanus und Diphtherie [5]. Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle sind laut Fachinformation bei Revaxis (Td-IPV) und bei Covaxis (Tdap, Erwachsene von 18 bis 64 Jahren) sehr häufig [1, 3]. Bei Revaxis traten diese Reaktionen in klinischen Studien laut Fachinformation in der Regel innerhalb von 48 Stunden auf und hielten ein bis zwei Tage an [3]. Treten nach dem Verlassen der Praxis Zeichen einer schweren allergischen Reaktion auf, müssen Sie laut Packungsbeilage von Revaxis sofort einen Arzt aufsuchen; bei Covaxis heißt es "sollten" [2, 4]. Weitere Impfungen finden Sie unter Impfungen.
Was die Impfung ist und wem die STIKO sie empfiehlt
Covaxis und Revaxis enthalten Tetanus-Toxoid, adsorbiert an ein Aluminiumsalz: bei Covaxis Aluminiumphosphat, bei Revaxis Aluminiumhydroxid [1, 3]. Die STIKO nennt Impfstoffe gegen Tetanus als Beispiel für Totimpfstoffe [5]. Covaxis enthält laut Packungsbeilage keine lebenden Bakterien [2]. Revaxis wird laut Fachinformation zur aktiven Immunisierung als Auffrischimpfung nach Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie und Poliomyelitis bei Kindern ab dem 6. Lebensjahr, Jugendlichen und Erwachsenen angewendet [3]. Covaxis wird laut Fachinformation bei Personen ab 4 Jahren als Auffrischimpfung nach abgeschlossener Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis angewendet und außerdem zum passiven Schutz vor Pertussis im frühen Säuglingsalter nach der Impfung der Mutter in der Schwangerschaft [1].
Die STIKO-Empfehlungen 2026 (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026) führen Tetanus im Impfkalender als Standardimmunisierung vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter [5]. In Tabelle 2 steht unter der Kategorie S/A: "Erwachsene erhalten eine Td-Kombinationsimpfung, ggf. bei entsprechender Indikation einmalig als Tdap- oder als Tdap-IPV-Kombinationsimpfung." [5] Unter Pertussis heißt es: "Erwachsene sollen die nächste fällige Td-Impfung einmalig als Tdap-Kombinationsimpfung erhalten." [5] Und im Kapitel zu Tetanus: "Jede Auffrischimpfung mit Td (auch im Verletzungsfall) sollte Anlass sein, die Indikation für eine Pertussis-Impfung zu überprüfen und gegebenenfalls einen Kombinationsimpfstoff (Tdap) einzusetzen, bei entsprechender Indikation Tdap-IPV." [5] Für wen und in welchen Abständen, steht im Abschnitt Impfschema; mehr zur Tdap-Impfung auf der Seite Keuchhusten-Impfung. Zur Kostenübernahme steht in Tabelle 9 der STIKO: "Nach Mitteilungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) von April 2018 werden die Kosten für Tetanus-Kombinationsimpfungen generell übernommen, soweit nach Empfehlungen der STIKO nach einem Arbeitsunfall eine Tetanus-Prophylaxe erforderlich ist." [5]
Impfstoffe in Deutschland
Ausgewählt sind je ein Tdap-, Td-IPV- und Td-Impfstoff mit frei zugänglicher Fachinformation [1, 3, 13]. Für Covaxis und Revaxis veröffentlicht der Zulassungsinhaber auch die Gebrauchsinformation [2, 4].
| Impfstoff | Art | zugelassen ab (FI 4.1) | Zulassungsinhaber | Grundlage |
|---|---|---|---|---|
| Covaxis | Tdap-Impfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten, reduzierter Antigengehalt | Personen ab 4 Jahren als Auffrischimpfung nach abgeschlossener Grundimmunisierung; Schwangere zum passiven Schutz der Säuglinge vor Pertussis | Sanofi Winthrop Industrie (PEI.H.02159.01.2) | FI und GI 11/2025 [1, 2] |
| Revaxis | Td-IPV-Impfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung, reduzierter Antigengehalt | Kinder ab dem 6. Lebensjahr, Jugendliche und Erwachsene als Auffrischimpfung nach Grundimmunisierung | Sanofi Winthrop Industrie (Zulassung 115a/97) | FI und GI 01/2025 [3, 4] |
| Td-IMMUN | Td-Impfstoff gegen Tetanus und Diphtherie, reduzierter Antigengehalt | Personen ab 5 Jahren zur aktiven Immunisierung gegen Tetanus und Diphtherie: als Auffrischimpfung, zur Grundimmunisierung bei fehlender, unvollständiger oder unbekannter Grundimmunisierung und zur Tetanusprophylaxe bei tetanusgefährdeten Verletzungen mit gleichzeitiger Immunisierung gegen Diphtherie | AJ Vaccines A/S (PEI.H.02357.01.2) | FI 10/2024 [13] |
Maßgeblich ist die Packungsbeilage des Impfstoffs, mit dem Sie geimpft werden. In Tabelle 12 der STIKO stehen außerdem Tetana (Tetanus-Einzelimpfstoff, ab 2 Monaten), Td-IMMUN (Td, ab dem 5. Geburtstag), Boostrix (Tdap), Boostrix Polio und Repevax (Tdap-IPV); TdaP-IMMUN ist dort als "vorübergehend nicht verfügbar" vermerkt [5]. Laut Paul-Ehrlich-Institut wird der deutsche Markt seit September 2025 als Alternative zu dem bisher erhältlichen Td-pur mit Td-IMMUN beliefert; Td-pur sollte nach Angabe seines Zulassungsinhabers voraussichtlich ab August 2025 nicht mehr verfügbar sein (Meldung vom 17.09.2025) [7]. Außer für Td-IMMUN gelten die Häufigkeiten unten für diese Impfstoffe nicht.
Impfreaktion oder Nebenwirkung?
Als übliche, nicht meldepflichtige Impfreaktionen beschreibt die STIKO unter anderem eine "für die Dauer von 1 bis 3 Tagen (gelegentlich länger) anhaltende Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Injektionsstelle" sowie "für die Dauer von 1 bis 3 Tagen Fieber < 39,5° C (bei rektaler Messung), Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Übelkeit, Unruhe, Schwellung der regionären Lymphknoten" [5]. Bei Revaxis sind laut Fachinformation Kopfschmerz, Übelkeit und Fieber häufig, Muskelschmerz und allgemeines Krankheitsgefühl gelegentlich [3]. In den Studien mit Covaxis traten Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Müdigkeit laut Fachinformation üblicherweise innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung auf und bildeten sich ohne bleibende Folgen zurück [1].
"Alle anderen Impfreaktionen sollen gemeldet werden", schreibt die STIKO [5]. Nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz ist der Verdacht "einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung" namentlich zu melden [10]; diese Meldung an das Gesundheitsamt gehört laut STIKO zu den ärztlichen Aufgaben [5]. Ob Geschädigte durch eine Schutzimpfung Leistungen der Sozialen Entschädigung erhalten, regelt § 24 SGB XIV mit seinen Voraussetzungen [11].
Nebenwirkungen laut Fachinformation
Die Häufigkeiten gelten für den Kombinationsimpfstoff als Ganzes [1, 3].
Covaxis (Tdap, Erwachsene von 18 bis 64 Jahren)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Sehr häufig | Kopfschmerzen; Durchfall; Schmerzen am ganzen Körper (generalisierter Schmerz) oder Muskelschwäche; Ermüdung und Schwäche (Asthenie), Unwohlsein; Schmerzen, Rötung (Erythem) und Schwellung an der Einstichstelle [1, 2] |
| Häufig | Übelkeit, Erbrechen; Ausschlag; Gelenkschmerzen (Arthralgie) oder Gelenkschwellung; Fieber, Schüttelfrost, Beschwerden der Lymphknoten in der Achselhöhle (axilläre Adenopathie) [1, 2] |
| Nicht bekannt | Überempfindlichkeit (anaphylaktische Reaktion; Angioödem, Ödem, Ausschlag, niedriger Blutdruck); Missempfindungen (Parästhesie), verminderte Empfindung (Hypoästhesie), Guillain-Barré-Syndrom, Entzündung der Armnerven (Brachial-Neuritis), Gesichtslähmung (Fazialislähmung), Krampfanfälle (Konvulsionen), Ohnmacht (Synkope), Entzündung des Rückenmarks (Myelitis); Herzmuskelentzündung (Myokarditis); Juckreiz (Pruritus), Nesselsucht (Urtikaria); Muskelentzündung (Myositis); blauer Fleck, steriler Abszess und Knötchen an der Einstichstelle (alle nach der Markteinführung berichtet) [1, 2] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Covaxis (Erwachsene von 18 bis 64 Jahren). Die Packungsbeilage derselben Fassung nennt schwerwiegende allergische Reaktionen sehr selten (bis zu 1 von 10.000 Personen) [2]. Für Kinder von 4 bis 6 und Jugendliche von 11 bis 17 Jahren nennt die Fachinformation eigene Häufigkeiten [1]. Großflächige Reaktionen an der Einstichstelle über 50 mm bis zu einer massiven Schwellung der Gliedmaße über ein oder beide Gelenke hinaus wurden laut Fachinformation nach Covaxis bei Jugendlichen und Erwachsenen beobachtet; sie treten in der Regel 24 bis 72 Stunden nach der Impfung auf und bilden sich innerhalb von 3 bis 5 Tagen von selbst zurück [1].
Revaxis (Td-IPV, Kinder ab dem 6. Lebensjahr, Jugendliche und Erwachsene)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Sehr häufig | Reaktionen an der Einstichstelle: Schmerz, Rötung (Erythem), Verhärtung (Induration), Schwellung (Ödem) und Knötchenbildung [3, 4] |
| Häufig | Kopfschmerz; Schwindel; Übelkeit, Erbrechen; Fieber [3, 4] |
| Gelegentlich | geschwollene Lymphknoten (Lymphadenopathie); Muskelschmerz (Myalgie); allgemeines Krankheitsgefühl [3, 4] |
| Selten | Gelenkschmerz (Arthralgie) [3, 4] |
| Nicht bekannt | systemische allergische oder anaphylaktische Reaktionen einschließlich Schock; Krampfanfall, Guillain-Barré-Syndrom, Entzündung der Nerven von Schulter und Arm (Plexus-brachialis-Neuritis), vorübergehende Missempfindungen und Taubheitsgefühl (Parästhesie, Hypästhesie) im geimpften Arm, Ohnmacht (vasovagale Synkope); Bauchschmerzen, Durchfall; allergische Reaktionen wie Nesselsucht (Urtikaria), verschiedene Arten von Ausschlag und Schwellung des Gesichts (Gesichtsödem); Schmerz im geimpften Arm; großflächige Reaktionen an der Einstichstelle (über 50 mm) mit Schwellung der Gliedmaße, die sich über eines oder beide Gelenke ausdehnt, Beginn 24 bis 72 Stunden nach der Impfung, Abklingen innerhalb von 3 bis 5 Tagen von selbst; Blässe, Schwäche (Asthenie), Schüttelfrost, grippeähnliche Symptome (laut Fachinformation aus Spontanmeldungen nach der Markteinführung) [3, 4] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Revaxis (Kinder ab dem 6. Lebensjahr, Jugendliche und Erwachsene). Laut Packungsbeilage derselben Fassung können schwere allergische Reaktionen "in seltenen Fällen" nach einer Impfung auftreten [4].
Td-IMMUN (Td, Kinder ab 5 Jahren, Jugendliche und Erwachsene)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Sehr häufig | Kopfschmerzen; Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle (bei Erwachsenen häufig), Schmerzen und Jucken an der Einstichstelle, Ermüdung [13] |
| Häufig | Schwindelgefühl; Übelkeit, Erbrechen und Durchfall (Diarrhoe); Muskelschmerzen (Myalgie); Unwohlsein, Fieber ab 38 °C, Rötung oder Schwellung von 5 cm oder mehr an der Einstichstelle [13] |
| Gelegentlich | Ekzem und Hautentzündung (Dermatitis) [13] |
| Selten | Überempfindlichkeit einschließlich anaphylaktischer Reaktionen; Nesselsucht (Urtikaria-Reaktionen); hohes Fieber über 40 °C, Gewebeknötchen (Granulom) oder steriler Abszess an der Einstichstelle [13] |
| Sehr selten | Ohnmacht (vasovagale Synkope) [13] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Td-IMMUN (Kinder ab 5 Jahren, Jugendliche und Erwachsene). Bei Erwachsenen wurden Rötung und Schwellung an der Einstichstelle laut Fachinformation mit geringerer Häufigkeit beobachtet (häufig) [13]. Die Sicherheitsbewertung umfasst laut Fachinformation auch Nebenwirkungen anderer Impfstoffe aus klinischen Studien und Spontanmeldungen [13]. Diese Impfstoffe enthalten Diphtherie- und Tetanus-Antigen in gleicher oder höherer Menge als Td-IMMUN, kombiniert mit Aluminiumhydroxid und anderen Impfstoffantigenen [13].
Für Säuglinge nennt die STIKO einen Kombinationsimpfstoff, "der gleichzeitig gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis, Hib und Hepatitis B schützt" [5]. Die Nebenwirkungen der Säuglingsimpfstoffe Infanrix hexa und Pentavac sowie des Tdap-IPV-Impfstoffs Repevax stehen mit eigenen Tabellen auf der Seite Keuchhusten-Impfung.
Jede Häufigkeit gilt nur für den Impfstoff, bei dem sie steht. Sie sagt nicht, welcher Impfstoff für Sie besser verträglich ist.
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde nach der Impfung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass die Impfung sie verursacht hat.
Sehr häufig heißt mehr als 1 von 10, häufig bis zu 1 von 10, gelegentlich bis zu 1 von 100, selten bis zu 1 von 1.000, sehr selten bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2, 3, 4]. Bezugsgröße sind laut Packungsbeilage bei Covaxis und Revaxis Personen, bei Revaxis "geimpfte Personen" [2, 4]. In der Fachinformation von Td-IMMUN heißt sehr häufig mindestens 1 von 10; eine Bezugsgröße nennt sie nicht [13]. Umrechnen können Sie mit dem Werkzeug Häufigkeit übersetzen. Mehr zu Kopfschmerzen, Schwindel und Gelenkschmerzen als Nebenwirkung von Medikamenten (ohne Impfstoffe).
Seltene und schwere Nebenwirkungen
Allergische Reaktionen: In den Fachinformationen von Covaxis und Revaxis stehen anaphylaktische Reaktionen unter "nicht bekannt" [1, 3], in der von Td-IMMUN Überempfindlichkeit einschließlich anaphylaktischer Reaktionen unter selten [13]; die Packungsbeilagen nennen schwere allergische Reaktionen bei Covaxis sehr selten, bei Revaxis "in seltenen Fällen" [2, 4]. Laut Packungsbeilage von Revaxis zeigen sie sich meist kurz nach der Impfung, wenn man noch in der Praxis oder Klinik ist [4]. In der Fachinformation von Covaxis heißt es: "Wie bei allen injizierbaren Impfungen sollten geeignete Mittel zur Überwachung und Behandlung von seltenen anaphylaktischen Reaktionen nach Gabe des Impfstoffs unmittelbar bereitstehen." [1] Bei Td-IMMUN muss dafür laut Fachinformation "stets eine angemessene medizinische Behandlung und Überwachung gewährleistet werden" [13]. Die STIKO-Empfehlungen ergänzen: "Grundsätzlich sollten Impfungen in einem medizinischen Umfeld erfolgen, in dem eine klinische Überwachung nach der Impfung und ggf. die Behandlung einer anaphylaktischen Reaktion durchgeführt werden können." [5] Mehr dazu: Arzneimittelallergie.
Nerven und Herz: Guillain-Barré-Syndrom, Entzündung der Armnerven und Krampfanfälle stehen in den Fachinformationen von Covaxis und Revaxis unter "nicht bekannt", bei Covaxis außerdem Gesichtslähmung, Entzündung des Rückenmarks und Herzmuskelentzündung (Myokarditis) [1, 3]. Mehr zu Krampfanfällen.
Arthus-Phänomen: "In Ausnahmefällen kann es nach wiederholter Gabe von Totimpfstoffen zu Nebenwirkungen wie einer ausgeprägten lokalen Unverträglichkeitsreaktion mit schmerzhafter Schwellung und Rötung der betroffenen Extremität (sogenanntes Arthus-Phänomen) kommen", schreibt die STIKO. Diese selbstlimitierende Reaktion trete "am ehesten bei hohen vorbestehenden Serum-Antikörperkonzentrationen nach sehr häufigen Impfungen mit Tetanus- und/oder Diphtherie-Toxoid auf"; danach "sollte vor weiteren Impfungen mit Td eine Antikörperbestimmung erfolgen" [5].
Knötchen und Ohnmacht: Laut Fachinformation von Covaxis kann sich bei allen Adsorbat-Impfstoffen ein bleibendes Knötchen an der Einstichstelle entwickeln, vor allem, wenn der Impfstoff in die oberen Schichten des Gewebes unter der Haut verabreicht wird [1]. Eine Ohnmacht kann laut den Fachinformationen von Covaxis und Revaxis nach oder sogar vor der Injektion auftreten; bei Revaxis sind Vorkehrungen zu treffen, um Verletzungen durch die Ohnmacht zu verhindern, bei Covaxis sollten dafür im Vorfeld Maßnahmen ergriffen werden [1, 3]. Bei Td-IMMUN stehen Gewebeknötchen (Granulom) oder steriler Abszess an der Einstichstelle unter selten, Ohnmacht (vasovagale Synkope) unter sehr selten [13].
Was Sie nach der Impfung tun können

Verschlimmern sich Nebenwirkungen bei Ihnen oder Ihrem Kind, informieren Sie laut Packungsbeilage von Revaxis Ihre Ärztin, Ihren Arzt, das medizinische Fachpersonal oder die Apotheke; das gilt auch, wenn eine Nebenwirkung Sie erheblich beeinträchtigt [4]. Wer sich nach der Impfung mit Revaxis schwindlig fühlt, sollte laut Packungsbeilage keine Fahrzeuge steuern oder Maschinen bedienen [4]. Covaxis hat laut Fachinformation keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit [1].
Schmerzmittel zum Einnehmen vor oder während der Impfung führt die STIKO unter den Maßnahmen, "die nicht zur Schmerzreduktion empfohlen sind" (Ausnahme ist die Paracetamol-Vorbeugung bei der Meningokokken-B-Impfung von Kindern unter 2 Jahren) [5]. Laut STIKO sollten Personen, die beim Impfen oder anderen medizinischen Interventionen schon einmal ohnmächtig geworden sind, im Liegen geimpft werden [5]. Beschwerden mit Beginn und Dauer können Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch festhalten; Fragen für das Aufklärungsgespräch sammelt das Werkzeug Fragen für das Arztgespräch. Hinweise für Eltern stehen im Ratgeber Medikamente bei Kindern.
Verdacht melden: Nebenwirkungen eines Impfstoffs können Sie selbst über das Impfstoff-Meldeformular auf nebenwirkungen.bund.de melden; die Meldung geht direkt an das Paul-Ehrlich-Institut oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte [8]. Wenn möglich, sollte sie unter anderem die Chargenbezeichnung des Impfstoffs enthalten, die auf der Verpackung steht [8]. Ärztinnen und Ärzte melden den Verdacht einer Impfkomplikation zusätzlich dem Gesundheitsamt [5, 10]. Mehr im Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wer nicht oder erst später geimpft werden sollte
Covaxis
- Nicht verabreicht werden darf Covaxis laut Fachinformation bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Diphtherie-, Tetanus- oder Pertussis-Impfstoffe, gegen sonstige Bestandteile oder gegen Rückstände aus der Herstellung (Formaldehyd, Glutaraldehyd) [1].
- Nach einer Enzephalopathie unbekannter Ursache innerhalb von 7 Tagen nach einer früheren pertussishaltigen Impfung soll Covaxis nicht verabreicht werden [1].
- Bei akuten, schweren, fieberhaften Erkrankungen sollte die Impfung verschoben werden; eine leichte Infektion ist keine Gegenanzeige [1].
- Wer an einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung, unkontrollierter Epilepsie oder fortschreitender Enzephalopathie leidet, sollte nur dann geimpft werden, wenn eine Behandlung eingeleitet ist und sich der Zustand stabilisiert hat [1].
- Trat ein Guillain-Barré-Syndrom innerhalb von 6 Wochen nach einem früher gegebenen tetanustoxoidhaltigen Impfstoff auf, sollte die Entscheidung auf einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung basieren [1].
- Die weichen Verschlusskappen bestimmter Fertigspritzen enthalten ein Naturkautschuk-Latexderivat, das bei Latex-empfindlichen Personen allergische Reaktionen hervorrufen kann [1].
Revaxis
- Gegenanzeigen sind laut Fachinformation eine Überempfindlichkeit gegen Tetanus-, Diphtherie- oder Poliomyelitis-Impfstoffe, gegen sonstige Bestandteile oder gegen Neomycin, Streptomycin oder Polymyxin B, die in Spuren enthalten sein können [3].
- Akute, schwere, fieberhafte Erkrankungen sind eine Gegenanzeige; eine leichte Infektion ist es nicht [3].
- Gegenanzeige sind auch neurologische Komplikationen nach einer früheren Impfung gegen Tetanus und/oder Diphtherie [3].
- Nach einem Guillain-Barré-Syndrom oder einer Plexus-brachialis-Neuritis nach einem Tetanus-Toxoid-haltigen Impfstoff sollte vor einer weiteren Impfung eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung erfolgen [3].
- Bei Thrombozytopenie oder Gerinnungsstörungen darf Revaxis nur unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen verabreicht werden [3].
- Revaxis enthält Phenylalanin, das für Personen mit Phenylketonurie schädlich sein kann [3].
Für Td-IMMUN nennt die Fachinformation als Gegenanzeige schwere Nebenwirkungen nach einer früheren Impfung mit dem Impfstoff oder einem seiner sonstigen Bestandteile [13]. Bei einer akuten fieberhaften Erkrankung soll die Impfung verschoben werden, bei einer unkontrollierten Gerinnungsstörung muss Td-IMMUN mit Vorsicht angewendet werden, und bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Formaldehyd, das in Spuren enthalten sein kann, ist Vorsicht geboten [13]. Bei zu häufiger Auffrischungsimpfung erhöht sich laut Fachinformation die Gefahr von Nebenwirkungen [13].
Covaxis sollte laut Fachinformation nicht zur Grundimmunisierung angewendet werden, Revaxis ist dafür nicht vorgesehen [1, 3]. Für akute Erkrankungen gilt laut STIKO: "Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit akuten schweren Erkrankungen sollten erst nach Genesung geimpft werden (Ausnahme: postexpositionelle Impfung)." [5] Zu den "falschen Kontraindikationen" zählt sie unter anderem "banale Infekte, auch wenn sie mit subfebrilen Temperaturen (< 38,5° C) einhergehen", "Behandlungen mit Antibiotika" und "angeborene oder erworbene Immundefekte bei Impfung mit Totimpfstoffen" [5].
Andere Medikamente und Impfungen
Revaxis kann laut Fachinformation zeitgleich mit anderen Impfstoffen oder Immunglobulinen in unterschiedliche Gliedmaßen verabreicht werden [3]. Covaxis kann laut Fachinformation unter anderem zeitgleich mit inaktiviertem Grippeimpfstoff, Hepatitis-B- und Polio-Impfstoff sowie mit HPV- und konjugierten Meningokokken-Impfstoffen (A, C, Y, W) gegeben werden; mit anderen Impfstoffen oder Immunglobulinen darf er laut Fachinformation in Übereinstimmung mit allgemein anerkannten Impfempfehlungen zeitgleich an unterschiedlichen Körperstellen verabreicht werden [1]. Personen, die mit gerinnungshemmenden Mitteln (Antikoagulanzien) behandelt werden oder an Blutgerinnungsstörungen leiden, sollten Injektionen in den Muskel laut Fachinformation von Covaxis nur mit Vorsicht verabreicht werden, da es zu Blutungen kommen kann; ihnen kann der Impfstoff auch tief unter die Haut gegeben werden, auch wenn das zu stärkeren Lokalreaktionen führen kann [1].
Bei immunsuppressiver Behandlung oder Immunschwäche kann die Immunantwort laut den Fachinformationen von Covaxis und Revaxis eingeschränkt sein; wenn möglich, sollte die Impfung verschoben werden [1, 3]. Personen unter immunsuppressiver Behandlung können laut Fachinformation von Td-IMMUN geimpft werden, die Immunantwort kann aber vermindert sein [13]. Personen mit chronischer Immunschwäche wie Aids sollten laut Fachinformation von Revaxis dennoch geimpft werden; bei Covaxis ist ihre Impfung laut Fachinformation empfohlen, auch wenn die Antikörperbildung eingeschränkt sein könnte [1, 3]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Was die Packungsbeilagen einzelner Mittel zu Impfungen sagen, steht etwa auf den Seiten Methotrexat und Prednisolon.
Schwangerschaft und Stillzeit
Covaxis kann laut Fachinformation während des zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittels gemäß offiziellen Empfehlungen verabreicht werden; Studien und Beobachtungsdaten zu Frauen, die in diesen Abschnitten geimpft wurden, zeigten laut Fachinformation keine impfbezogene negative Auswirkung auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fötus oder Neugeborenen [1]. Nach Tetanus- oder Diphtherie-Toxoid-haltigen Impfstoffen und inaktivierten Polio-Impfstoffen in der Schwangerschaft wurden laut Fachinformation von Revaxis bisher keine fruchtschädigenden (teratogenen) Effekte beobachtet; trotzdem sollte Revaxis an Schwangere nur verabreicht werden, wenn eine Auffrischung des Impfschutzes als eindeutig erforderlich angesehen wird [3]. In der Stillzeit kann Revaxis laut Fachinformation verabreicht werden; bei Covaxis wurden die Auswirkungen auf gestillte Kinder laut Fachinformation nicht untersucht; da Covaxis inaktiviert ist, ist jegliches Risiko für den Säugling unwahrscheinlich, vor der Impfung stillender Mütter sollte daher eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen [1, 3].
Für Td-IMMUN reichen die Daten laut Fachinformation nicht aus, um ein fruchtschädigendes Risiko zu beurteilen; in der Schwangerschaft soll das mögliche Risiko einer Erkrankung nach Kontakt mit Diphtherie und Tetanus gegen das theoretische Risiko der Impfung abgewogen werden [13]. Für eine Gefährdung gestillter Säuglinge liegt laut Fachinformation kein Nachweis vor [13].
Embryotox, das Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité, ordnet Impfstoffe in der Schwangerschaft grau ein, als "Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt", und schreibt: "Bei gegebener Indikation dürfen während der Schwangerschaft die üblichen, in Deutschland empfohlenen und verwendeten Totimpfstoffe angewendet werden." [9] Zur Stillzeit: "Die üblichen, in Deutschland empfohlenen und verwendeten Impfstoffe können auch stillenden Müttern verabreicht werden und erfordern keine Einschränkung des Stillens. Ausnahmen bestehen bei der Gelbfieber- und Dengue-Impfung." [9]
Laut STIKO stellt die Schwangerschaft "keine Kontraindikation für die Gabe von Totimpfstoffen dar (wie z. B. gegen Influenza, Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Hepatitis A und B)". Außerdem: "Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten nur dringend indizierte Impfungen durchgeführt werden, um zu vermeiden, dass die in der Frühschwangerschaft häufigen Spontanaborte mit der Impfung in Zusammenhang gebracht werden." [5] Die Impfung gegen Pertussis wird laut STIKO "in jeder Schwangerschaft" ausdrücklich empfohlen; Einzelheiten stehen auf der Seite Keuchhusten-Impfung [5]. Stillende können laut STIKO alle von ihr empfohlenen Impfungen erhalten, mit Ausnahme der Dengue- und, bei Säuglingen unter 6 (9) Monaten, der Gelbfieber-Impfung [5]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Impfschema laut STIKO und Fachinformation
Hier stehen die Angaben der STIKO und der Fachinformation, keine Impfempfehlung. Wann und wie oft Sie geimpft werden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
| Personengruppe | Angabe der STIKO (wörtlich) | Angabe der Fachinformation (wörtlich) |
|---|---|---|
| Reif geborene Säuglinge | "Für die Grundimmunisierung von Reifgeborenen sind im Säuglingsalter 3 Impfstoffdosen im Alter von 2, 4 und 11 Monaten empfohlen (…)." (Kapitel 3.2, Tetanus, S. 34) [5] | Covaxis: "bei Personen ab 4 Jahren"; Revaxis: "bei Kindern ab dem 6. Lebensjahr, Jugendlichen und Erwachsenen" (jeweils Abschnitt 4.1) [1, 3]. Angaben der Säuglingsimpfstoffe stehen auf der Seite Keuchhusten-Impfung. |
| Frühgeborene | "Für Frühgeborene (Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche) sind 4 Impfstoffdosen im chronologischen Alter von 2, 3, 4 und 11 Monaten empfohlen." (Kapitel 3.2, Tetanus, S. 34) [5] | wie bei Säuglingen [1, 3] |
| Kinder und Jugendliche | "Auffrischimpfungen sind im Alter von 5 bis 6 Jahren und im Alter von 9 bis 16 Jahren empfohlen." (Kapitel 3.2, Tetanus, S. 34) [5] | Covaxis "kann erneut verabreicht werden, um den Schutz vor Diphtherie, Tetanus und Pertussis im Abstand von 5 bis 10 Jahren aufzufrischen" [1]. Revaxis: "Die Gabe von REVAXiS sollte entsprechend den offiziellen Impfempfehlungen bzw. der jeweils üblichen Praxis für Auffrischimpfungen mit Tetanus-Diphtherie-Toxoid-Kombinationsimpfstoffen (mit reduziertem Diphtherie-Toxoid-Gehalt) bei gleichzeitiger Anwendung mit inaktiviertem Poliomyelitis-Virusimpfstoff erfolgen." [3] (jeweils Abschnitt 4.2) |
| Erwachsene | "Alle weiteren Auffrischimpfungen sollten in 10-jährigem Abstand zur vorangegangenen Impfung erfolgen." (Kapitel 3.2, Tetanus, S. 34) "Td-Auffrischimpfung alle 10 Jahre. Nächste fällige Td-Impfung einmalig als Tdap- bzw. bei entsprechender Indikation als Tdap-IPV-Kombinationsimpfung" (Tabelle 1, S. 8) Kategorie S/A: "Alle Personen bei fehlender oder unvollständiger Grundimmunisierung, wenn die letzte Impfstoffdosis der Grundimmunisierung oder die letzte Auffrischimpfung länger als 10 Jahre zurückliegt." "Eine begonnene Grundimmunisierung wird vervollständigt, Auffrischimpfungen in 10-jährigem Intervall." (Tabelle 2, S. 18) [5] | Covaxis wie bei Kindern und Jugendlichen [1]. Revaxis: "Um das Risiko des Auftretens von Nebenwirkungen gering zu halten, sollte REVAXiS nicht verabreicht werden, wenn die vollständige Grundimmunisierung oder die letzte Auffrischimpfung mit Tetanus- oder Diphtherie-Toxoiden innerhalb der letzten fünf Jahre durchgeführt wurde." (Abschnitt 4.4) [3] |
| Nach einer Verletzung | "Auch Bagatellverletzungen können Eintrittspforten für Clostridium tetani und dessen Sporen sein und sollten immer Anlass für behandelnde Ärztinnen und Ärzte sein, den Tetanus-Impfstatus zu überprüfen (s. Tab. 9). Falls erforderlich, sind postexpositionelle Tetanus-Impfungen unverzüglich durchzuführen." (Kapitel 5.4, S. 58) Tabelle 9 "Tetanus-Immunprophylaxe im Verletzungsfall" unterscheidet für die Impfung und für Tetanus-Immunglobulin (TIG) nach dokumentiertem Impfstatus, Zeit seit der letzten Impfung und Art der Wunde; zum Impfstoff: "Kinder < 6 Jahre erhalten einen Kombinationsimpfstoff mit DTaP, ältere Kinder und Jugendliche Tdap. Erwachsene erhalten ebenfalls Tdap, wenn sie noch keine Pertussis-Impfung im Erwachsenenalter (≥ 18 Jahre) erhalten haben oder sofern eine aktuelle Indikation für eine Pertussis-Impfung besteht (s. Tab. 2)." (Tabelle 9, Fußnote b, S. 59) [5] | Covaxis: "Im Verletzungsfall kann Covaxis zur Tetanus-Prophylaxe zeitgleich mit Tetanus-Immunglobulin oder allein entsprechend den offiziellen Impfempfehlungen verabreicht werden." [1] Revaxis: "Die Schutzwirkung von REVAXiS bei Verletzungen mit möglichem Kontakt zu Tetanus-Erregern wurde nicht untersucht." "(…) kann REVAXiS als Tetanusprophylaxe bei Verletzungen verabreicht werden, wenn gleichzeitig gegen Diphtherie und Poliomyelitis geimpft werden soll." [3] (jeweils Abschnitt 4.2) |
Welche Nebenwirkungen die Impfstoffe gegen Tollwut laut Fachinformation haben, steht auf der Seite Tollwut-Impfung.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
- Revaxis: Treten Atembeschwerden, blau verfärbte Lippen oder Zunge, ein Anschwellen des Gesichts oder des Hals-Rachen-Bereichs, niedriger Blutdruck, der zu Schwindel führt, oder ein Ohnmachtsanfall (Kollaps) auf, nachdem Sie die Einrichtung verlassen haben, in der Sie oder Ihr Kind geimpft wurden, "müssen Sie SOFORT einen Arzt aufsuchen" [4].
- Covaxis: Bei Schwierigkeiten beim Atmen, blauer Zunge oder blauen Lippen, Ausschlag, einer Schwellung des Gesichts oder des Hals-Rachen-Bereichs oder niedrigem Blutdruck, der zu Schwindel oder Kreislaufkollaps führt, nach dem Verlassen der Einrichtung "sollten Sie SOFORT einen Arzt aufsuchen" [2].
Quellen
- Fachinformation Fachinformation Covaxis Injektionssuspension in einer Fertigspritze (Diphtherie-Tetanus-Pertussis (azellulär, aus Komponenten)-Adsorbat-Impfstoff, reduzierter Antigengehalt), Abschnitte 2 und 4.1 bis 4.8. Sanofi Winthrop Industrie (Zulassungsinhaber), Vertrieb Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 21.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Covaxis Injektionssuspension in einer Fertigspritze (Abschnitte 1 bis 4). Sanofi Winthrop Industrie (Zulassungsinhaber), Vertrieb Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 21.10.2026
- Fachinformation Fachinformation REVAXiS Injektionssuspension in einer Fertigspritze (Tetanus-Diphtherie-Poliomyelitis (inaktiviert)-Adsorbat-Impfstoff, reduzierter Antigengehalt), Abschnitte 2 und 4.1 bis 4.8. Sanofi Winthrop Industrie (Zulassungsinhaber), Vertrieb Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 21.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation REVAXiS Injektionssuspension in einer Fertigspritze (Abschnitte 1 bis 4). Sanofi Winthrop Industrie (Zulassungsinhaber), Vertrieb Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026: Tabelle 1 (S. 8), Tabelle 2 (S. 16 und 18), Kapitel 3.2 Tetanus (S. 34), 4.6 (S. 42), 4.7 (S. 42 f.), 4.8 (S. 45), 4.10 (S. 46 f.), 5.4 mit Tabelle 9 (S. 58 f.), 6.7 (S. 62), Tabelle 12 (S. 69 f.); Lizenz CC BY 4.0. Ständige Impfkommission (STIKO), Robert Koch-Institut. Stand 22.01.2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Tetanus-Impfstoffe (Wundstarrkrampf), Liste der zugelassenen Impfstoffe (Stand: PEI-Bekanntmachung Nr. 544 im BAnz AT 12.08.2026 B6). Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Stand 12.08.2026. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Tetanus-Diphtherie-Impfstoff Td-IMMUN ist zur Grundimmunisierung und als Auffrischimpfung verfügbar (Meldung). Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Stand 17.09.2025. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Nebenwirkungen melden: Startseite (Impfstoff-Meldeformular; Welche Angaben sollte ich machen?). Paul-Ehrlich-Institut und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, nebenwirkungen.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
- Embryotox Embryotox: Impfstoffe (Schwangerschaft und Stillzeit). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 19.10.2026
- Behörde § 6 Infektionsschutzgesetz (IfSG): Meldepflichtige Krankheiten (Absatz 1 Satz 1 Nummer 3). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand IfSG zuletzt geändert durch Art. 3 Abs. 1 G v. 04.03.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 60); Änderung durch Art. 7 G v. 26.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 195) textlich nachgewiesen. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde § 24 SGB XIV: Geschädigte durch Schutzimpfungen oder andere Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand SGB XIV zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 17.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 179). abgerufen am 21.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
- Fachinformation Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels) Td-IMMUN, Injektionssuspension, Einzeldosis-Fertigspritze, Diphtherie- und Tetanus-Impfstoff (adsorbiert, reduzierter Antigengehalt), Abschnitte 2 und 4.1 bis 4.8. AJ Vaccines A/S (Zulassungsinhaber), bereitgestellt von Astro Pharma Vertrieb und Handel von pharmazeutischen Produkten GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 21.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat die Tetanus-Impfung?
Das hängt vom Impfstoff ab. Bei Revaxis (Td-IPV) sind Reaktionen an der Einstichstelle laut Fachinformation sehr häufig, Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Fieber häufig. Für Erwachsene von 18 bis 64 Jahren nennt die Fachinformation von Covaxis (Tdap) unter anderem Kopfschmerzen, Durchfall, Müdigkeit und Unwohlsein als sehr häufig. Alle Nebenwirkungen je Impfstoff stehen im Abschnitt Nebenwirkungen laut Fachinformation.
Wie lange tut der Arm nach der Tetanus-Impfung weh?
In klinischen Studien mit Revaxis traten Reaktionen an der Einstichstelle laut Fachinformation in der Regel innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung auf und hielten ein bis zwei Tage an. Die STIKO zählt eine "für die Dauer von 1 bis 3 Tagen (gelegentlich länger) anhaltende Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Injektionsstelle" zu den üblichen Impfreaktionen (STIKO-Empfehlungen 2026, Stand 10.09.2026). Großflächige Reaktionen über 50 mm, bei denen die Schwellung über ein oder beide Gelenke reicht, klingen laut Fachinformation von Revaxis innerhalb von 3 bis 5 Tagen von selbst ab.
Ist Fieber nach der Tetanus-Impfung normal?
Fieber ist laut Fachinformation bei Revaxis häufig, bei Covaxis für Erwachsene von 18 bis 64 Jahren ebenfalls. Zu den üblichen Impfreaktionen zählt die STIKO Fieber unter 39,5 °C (bei rektaler Messung) für die Dauer von 1 bis 3 Tagen (STIKO-Empfehlungen 2026, Stand 10.09.2026). "Alle anderen Impfreaktionen sollen gemeldet werden", schreibt die STIKO; wie das geht, steht im Abschnitt Was Sie nach der Impfung tun können.
Brauche ich nach einer Verletzung eine Tetanus-Impfung?
Laut STIKO sollten auch Bagatellverletzungen "immer Anlass für behandelnde Ärztinnen und Ärzte sein, den Tetanus-Impfstatus zu überprüfen"; falls erforderlich, sind postexpositionelle Tetanus-Impfungen "unverzüglich durchzuführen" (STIKO-Empfehlungen 2026, Stand 10.09.2026). Ob zusätzlich Tetanus-Immunglobulin gegeben wird, unterscheidet die STIKO nach dokumentiertem Impfstatus, Zeit seit der letzten Impfung und Art der Wunde. Die Angaben stehen im Abschnitt Impfschema laut STIKO und Fachinformation.
Was passiert, wenn ich zu oft gegen Tetanus geimpft werde?
"Von zusätzlich verabreichten Impfstoffdosen geht in der Regel kein erhöhtes Risiko aus", schreibt die STIKO. In Ausnahmefällen kann es laut STIKO nach wiederholter Gabe von Totimpfstoffen zu einer ausgeprägten lokalen Unverträglichkeitsreaktion mit schmerzhafter Schwellung und Rötung der betroffenen Gliedmaße kommen (Arthus-Phänomen), am ehesten bei hohen vorbestehenden Serum-Antikörperkonzentrationen nach sehr häufigen Impfungen mit Tetanus- und/oder Diphtherie-Toxoid (STIKO-Empfehlungen 2026, Stand 10.09.2026). Was die Fachinformation von Revaxis zum zeitlichen Abstand sagt, steht im Abschnitt Impfschema.
Darf ich in der Schwangerschaft gegen Tetanus geimpft werden?
Laut STIKO ist eine Schwangerschaft keine Kontraindikation für Totimpfstoffe, etwa gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis; im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten nur dringend indizierte Impfungen durchgeführt werden (STIKO-Empfehlungen 2026, Stand 10.09.2026). Covaxis kann laut Fachinformation im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel gemäß offiziellen Empfehlungen verabreicht werden. Revaxis sollte laut Fachinformation an Schwangere nur verabreicht werden, wenn eine Auffrischung des Impfschutzes als eindeutig erforderlich angesehen wird. Mehr im Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit.
Gibt es einen Impfstoff nur gegen Tetanus?
Ja. In der Liste des Paul-Ehrlich-Instituts ist Tetana der einzige Impfstoff nur gegen Tetanus, zur Verwendung ab einem Lebensalter von 2 Monaten; alle anderen Tetanus-Impfstoffe dort sind Kombinationsimpfstoffe. Bei der STIKO heißt es: "Erwachsene erhalten eine Td-Kombinationsimpfung" (STIKO-Empfehlungen 2026, Stand 10.09.2026). Die Häufigkeiten auf dieser Seite gelten nicht für Tetana.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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