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Prednisolon: Nebenwirkungen und Wirkung
Prednisolon ist ein verschreibungspflichtiges Glucocorticoid (im Alltag oft einfach Cortison genannt), das bei vielen entzündlichen, allergischen und Autoimmunerkrankungen sowie als Hormonersatz eingesetzt wird. Die Nebenwirkungen hängen laut Packungsbeilage sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer ab. Beim Hormonersatz ist das Risiko bei Beachtung der empfohlenen Dosierungen gering. Setzen Sie Prednisolon nie eigenmächtig ab: Nach längerer Behandlung kann eine ausgeprägte körperliche Stresssituation sonst lebensgefährlich sein.

Wofür wird Prednisolon eingesetzt?
Prednisolon ist ein Glucocorticoid, also ein Nebennierenrindenhormon, im Alltag oft einfach "Cortison" genannt. Es wirkt auf den Stoffwechsel, den Salzhaushalt (Elektrolythaushalt) und auf Gewebefunktionen und ist als Tablette verschreibungspflichtig [1, 2]. Prednisolon gehört zur Gruppe der Glucocorticoide zum Einnehmen und Spritzen.
Laut Packungsbeilage werden Predni H Tablinen bei Erkrankungen angewendet, die eine Behandlung mit Glucocorticoiden im ganzen Körper notwendig machen, je nach Erscheinungsform und Schweregrad. Die Anwendungsgebiete reichen von rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis und Gefäßentzündungen über Asthma, akute Verschlechterungen einer COPD und bestimmte Lungenerkrankungen bis zu allergischen Reaktionen und Hauterkrankungen, die sich mit örtlich anwendbaren Glucocorticoiden nicht ausreichend behandeln lassen, und zu Augenerkrankungen. Dazu kommen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, bestimmte Nieren-, Nerven- und Bluterkrankungen, die Vorbeugung und Behandlung von Erbrechen durch Chemotherapie sowie die lindernde Behandlung (Palliativtherapie) bösartiger Erkrankungen [1, 2].
Außerdem dient Prednisolon als Hormonersatz bei verminderter oder fehlender Funktion der Nebennierenrinde (Nebennierenrinden-Insuffizienz) jenseits des Wachstumsalters und bei Stresszuständen nach langfristiger Corticoidbehandlung. Als Mittel der ersten Wahl für den Hormonersatz nennt die Packungsbeilage Hydrocortison und Cortison [1, 2]. Mehr zum Hormonersatz mit Cortisol steht auf der Seite Hydrocortison.
Wie wirkt Prednisolon?
Prednisolon beeinflusst je nach Dosis den Stoffwechsel fast aller Gewebe des Körpers. Bei Ausfall oder Schwäche der Nebennierenrinde kann es das körpereigene Hormon Hydrocortison (Cortisol) ersetzen; weil Prednisolon nur eine geringe mineralocorticoide Wirkung hat, also wenig Einfluss auf den Salz- und Wasserhaushalt, muss beim Hormonersatz bei Ausfall der Nebennierenrinden-Funktion zusätzlich ein Mineralocorticoid gegeben werden [2]. In höheren Dosen, als sie für den Hormonersatz nötig sind, wirkt Prednisolon rasch entzündungshemmend und mit Verzögerung immunsuppressiv, dämpft also das Abwehrsystem: Es hemmt Zellen des Immunsystems sowie die Freisetzung und Wirkung von Botenstoffen der Entzündung, etwa Prostaglandinen und Leukotrienen [2].
Nach der Einnahme wird Prednisolon rasch und nahezu vollständig aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist nach 1 bis 2 Stunden erreicht. Die Halbwertszeit im Blut (die Zeit, in der sich die Menge halbiert) beträgt etwa 3 Stunden und ist bei schweren Leberfunktionsstörungen verlängert. Die Wirkung hält länger an, als der Wirkstoff im Blut verweilt: im mittleren Dosisbereich 18 bis 36 Stunden [2]. Eine länger dauernde Behandlung mit hohen Dosen führt zur Rückbildung des Immunsystems und der Nebennierenrinde [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Für den Hormonersatz nennt die Packungsbeilage ein geringes Nebenwirkungsrisiko, wenn die empfohlenen Dosierungen beachtet werden. Bei der Behandlung von Erkrankungen mit höheren Dosierungen als beim Hormonersatz können die unten aufgeführten Nebenwirkungen auftreten [1, 2]. Packungsbeilage und Fachinformation nennen für keine von ihnen eine Häufigkeit: Die Nebenwirkungen hängen sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer ab, ihre Häufigkeit kann daher nicht angegeben werden [1, 2]. In der Liste unten stehen sie deshalb alle unter "nicht bekannt", also ohne Angabe einer Häufigkeit. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen auch Selbstmordgedanken und Verwirrtheit, Wirbelbrüche und Brüche der langen Knochen sowie ein langsamer Herzschlag nach hohen Dosen [1, 2]. Nach einer Glucocorticoid-Behandlung im ganzen Körper wurde bei Frühgeborenen eine bestimmte Herzmuskelerkrankung (hypertrophische Kardiomyopathie) beobachtet; bei Säuglingen, die eine solche Behandlung erhalten, sollte deshalb das Herz überwacht werden [1, 2]. Mehr zu einzelnen Beschwerden lesen Sie auf den Seiten Gewichtszunahme, Blutzucker, Knochenschwund und Infektanfälligkeit.
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- InfektionenVerschleierung (Maskierung) von Infektionen; Auftreten, Wiederauftreten und Verschlimmerung von Infektionen durch Viren, Pilze oder Bakterien sowie von Infektionen durch Parasiten oder durch Erreger, die sonst selten Infektionen verursachen (opportunistische Infektionen)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitPilzinfektionen
- InfektionenAktivierung einer Infektion mit Zwergfadenwürmern (Strongyloidiasis)[1, 2]
- Blut und LymphsystemBlutbildveränderungen: Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) oder aller Blutzellen (Polyzythämie), Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Lymphopenie, Eosinopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen, zum Beispiel Hautausschlag durch das Arzneimittel (Arzneimittelexanthem)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlag
- ImmunsystemSchwere allergische (anaphylaktische) Reaktionen wie Herzrhythmusstörungen, Krämpfe der Bronchialmuskulatur (Bronchospasmen), zu hoher oder zu niedriger Blutdruck, Kreislaufkollaps oder Herzstillstand[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHerzrhythmusstörungenAtemnotNiedriger Blutdruck
- ImmunsystemSchwächung der Immunabwehr[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- HormonsystemPhäochromozytom-Krise bei Vorliegen eines Phäochromozytoms (eines zumeist im Nebennierenmark gelegenen, hormonbildenden Tumors), zum Beispiel mit stark erhöhtem Blutdruck, Kopfschmerzen, Schwitzen, Herzklopfen und Blasswerden der Haut[1, 2]
- HormonsystemAusbildung eines Cushing-Syndroms; typische Zeichen sind Vollmondgesicht, Stammfettsucht und Gesichtsröte[1, 2]
- HormonsystemUnterdrückung der Nebennierenrinde (Inaktivität bzw. Schwund der Nebennierenrinde)[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitsteigerung[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Blutzuckerwerte (verminderte Glukosetoleranz) und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhung der Blutfettwerte (Cholesterin und Triglyceride)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
- Stoffwechsel und ErnährungWassereinlagerungen im Gewebe (Gewebswassersucht, Ödeme) durch Rückhaltung von Natrium[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Stoffwechsel und ErnährungKaliummangel durch vermehrte Kaliumausscheidung[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
- PsycheDepressionen, Gereiztheit, Euphorie und Antriebssteigerung[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungAggressivität und Reizbarkeit
- PsychePsychosen, Manie und Sinnestäuschungen (Halluzinationen)[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- PsycheStimmungsschwankungen (Stimmungslabilität) und Angstgefühle[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungAngst
- PsycheSchlafstörungen[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- PsycheSelbstmordgefährdung (Suizidalität) und Selbstmordgedanken[1, 2]
- PsycheVerwirrtheit[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
- NervensystemErhöhter Hirndruck (Pseudotumor cerebri)[1, 2]
- NervensystemAuftreten einer bis dahin unerkannten Epilepsie und Erhöhung der Anfallsbereitschaft bei bestehender Epilepsie[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- AugenSteigerung des Augeninnendrucks (Glaukom) und Linsentrübung (Katarakt)[1, 2]
- AugenErkrankung der Ader- und Netzhaut des Auges (Chorioretinopathie), die zu Sehstörungen einschließlich Sehverlust führen kann[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenVerschlimmerung von Hornhautgeschwüren; Begünstigung von Entzündungen am Auge durch Viren, Bakterien oder Pilze[1, 2]
- AugenVerschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzBestimmte Herzmuskelerkrankung (hypertrophische Kardiomyopathie) bei Frühgeborenen[1, 2]
- HerzLangsamer Herzschlag (Bradykardie) nach Anwendung hoher Dosen[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter Herzschlag
- Gefäße und KreislaufBlutdruckerhöhung[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- Gefäße und KreislaufErhöhung des Arteriosklerose- und Thromboserisikos[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
- Gefäße und KreislaufGefäßentzündung (Vaskulitis), auch als Entzugssyndrom nach Langzeitbehandlung[1, 2]
- Gefäße und KreislaufErhöhte Brüchigkeit der kleinsten Blutgefäße (Kapillarfragilität)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- Magen und DarmMagen-Darm-Geschwüre und Magen-Darm-Blutungen[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
- HautDehnungsstreifen der Haut, Dünnwerden der Haut ("Pergamenthaut") und Erweiterung kleiner Hautgefäße (Teleangiektasien)[1, 2]
- HautNeigung zu Blutergüssen, punktförmige oder flächige Hautblutungen[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- HautVermehrte Körperbehaarung (Hypertrichose)[1, 2]
- HautAkne (Steroidakne)[1, 2]Mehr dazu: Akne
- HautEntzündliche Hautveränderungen im Gesicht, besonders um Mund, Nase und Augen (rosacea-artige, periorale Dermatitis)[1, 2]
- HautÄnderungen der Hautpigmentierung[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelerkrankungen (Myopathie), Muskelschwäche und Muskelschwund[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
- Muskeln, Knochen und GelenkeKnochenschwund (Osteoporose), dosisabhängig und auch bei nur kurzzeitiger Anwendung möglich[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
- Muskeln, Knochen und GelenkeAndere Formen des Knochenabbaus: Absterben von Knochengewebe (Knochennekrosen)[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeWirbelbrüche und Brüche der langen Knochen (Wirbelfrakturen, Frakturen der langen Knochen)[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
- Muskeln, Knochen und GelenkeSehnenbeschwerden, Sehnenentzündung und Sehnenrisse[1, 2]Mehr dazu: Sehnenentzündung und Sehnenriss
- Muskeln, Knochen und GelenkeFetteinlagerungen in der Wirbelsäule (epidurale Lipomatose)[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeWachstumshemmung bei Kindern[1, 2]
- Nieren und HarnwegeSklerodermiebedingte renale Krise bei Menschen, die bereits an Sklerodermie (einer Autoimmunerkrankung) leiden; Anzeichen sind erhöhter Blutdruck und verringerte Harnbildung[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenBlutdruckanstieg
- Geschlechtsorgane und BrustStörungen der Sexualhormonausschüttung mit Ausbleiben der Regel (Amenorrhö), männlicher Körperbehaarung bei Frauen (Hirsutismus) oder Impotenz[1, 2]Mehr dazu: ZyklusstörungenErektionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenVerzögerte Wundheilung[1, 2]Mehr dazu: Wundheilungsstörungen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Brechen Sie die Behandlung auf keinen Fall selbst ab, auch wenn Beschwerden auftreten; informieren Sie stattdessen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Schwere anaphylaktische Reaktionen, also Überreaktionen des Immunsystems, können auftreten; bei Menschen, die hohe Dosen erhalten, können außerdem die Zeichen einer Bauchfellreizung nach dem Durchbruch eines Magen-Darm-Geschwürs fehlen [1, 2]. Nach der Anwendung von Corticosteroiden wurde über eine Phäochromozytom-Krise berichtet, die möglicherweise tödlich verläuft; bei einem vermuteten oder bekannten Phäochromozytom, einem zumeist im Nebennierenmark gelegenen, hormonbildenden Tumor, sollten Corticosteroide nur nach einer angemessenen Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden [1, 2]. Viruserkrankungen wie Windpocken oder Masern können unter Prednisolon besonders schwer verlaufen [1, 2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Knochen schützen: Abhängig von Dauer und Dosis der Behandlung muss mit einem negativen Einfluss auf den Calciumstoffwechsel gerechnet werden; die Packungsbeilage empfiehlt deshalb eine Vorbeugung gegen Osteoporose. Sie besteht in einer ausreichenden Zufuhr von Calcium und Vitamin D sowie körperlicher Aktivität. Das gilt vor allem bei zusätzlichen Risikofaktoren wie familiärer Veranlagung, höherem Lebensalter, zu geringer Eiweiß- und Calciumzufuhr, starkem Rauchen, übermäßigem Alkoholgenuss, nach den Wechseljahren und bei Bewegungsmangel. Bei bereits bestehender Osteoporose sollte zusätzlich eine medikamentöse Behandlung erwogen werden [1, 2].
Kalium und Salz: Achten Sie vor allem bei länger dauernder Behandlung mit vergleichsweise hohen Dosen auf eine ausreichende Kaliumzufuhr, etwa über Gemüse und Bananen, und auf eine begrenzte Kochsalzzufuhr; lassen Sie den Kaliumspiegel im Blut von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt überwachen [1]. Mehr dazu auf der Seite Kalium.
Blutzucker, Augen und Kontrollen: Bei Diabetes muss der Stoffwechsel regelmäßig kontrolliert werden; ein eventuell erhöhter Bedarf an blutzuckersenkenden Mitteln ist zu berücksichtigen. Bei einer Langzeitbehandlung sind regelmäßige ärztliche Kontrollen erforderlich, einschließlich augenärztlicher Kontrollen in dreimonatigen Abständen [1, 2]. Außerdem sollte Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bei einer Langzeitbehandlung einen Corticoid-Ausweis ausstellen, den Sie immer bei sich tragen sollten [1].
Infekte: Prednisolon kann die Anzeichen einer Infektion verdecken, und eine lang dauernde Anwendung auch geringer Mengen führt zu einem erhöhten Infektionsrisiko [1, 2]. Besonders gefährdet bei Masern oder Windpocken sind abwehrgeschwächte Menschen, die diese Krankheiten bisher noch nicht hatten: Haben sie während der Behandlung Kontakt zu Erkrankten, sollten sie sich umgehend an ihre Ärztin oder ihren Arzt wenden, die oder der gegebenenfalls eine vorbeugende Behandlung einleitet [1, 2]. Auch andere Beschwerden, die Sie bemerken, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder anwenden, kürzlich eingenommen oder angewendet haben oder dies beabsichtigen [1]. Bestimmte Schlafmittel (Barbiturate), bestimmte Mittel gegen Krampfanfälle (Phenytoin, Carbamazepin, Primidon) und das Tuberkulosemittel Rifampicin beschleunigen den Abbau in der Leber und können die Wirkung von Prednisolon abschwächen; bestimmte Mittel gegen Pilzerkrankungen und einige HIV-Mittel wie Ritonavir oder Cobicistat können die Wirkung verstärken, bei den HIV-Mitteln laut Fachinformation auch das Risiko von Nebenwirkungen [1, 2]. Zusammen mit Entzündungs- und Rheumamitteln aus der Gruppe der NSAR kann die Gefahr von Magengeschwüren und Magen-Darm-Blutungen steigen [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Bestimmte Schlafmittel (Barbiturate), Mittel gegen Krampfanfälle (Phenytoin, Carbamazepin, Primidon) und das Tuberkulosemittel Rifampicin | Sie beschleunigen den Abbau in der Leber und können die Wirkung von Prednisolon abschwächen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Ephedrin (kann zum Beispiel in Mitteln gegen niedrigen Blutdruck, chronische Bronchitis und Asthmaanfälle, zum Abschwellen der Schleimhäute bei Schnupfen und in Appetitzüglern enthalten sein) | Durch beschleunigten Abbau im Körper kann die Wirksamkeit von Prednisolon herabgesetzt werden[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Bestimmte Mittel gegen Pilzerkrankungen (Ketoconazol, Itraconazol) | Sie verlangsamen den Abbau in der Leber und können die Wirkung von Prednisolon verstärken[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Einige Mittel gegen HIV (Ritonavir, Cobicistat) | Die Wirkungen von Prednisolon können verstärkt werden; laut Fachinformation ist mit einem erhöhten Risiko von Nebenwirkungen im ganzen Körper zu rechnen[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt überwacht Sie möglicherweise sorgfältig; laut Fachinformation sollte die Kombination vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko |
| Bestimmte weibliche Geschlechtshormone, z. B. zur Schwangerschaftsverhütung ("Pille") | Die Wirkung von Prednisolon kann verstärkt werden[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Mittel gegen übermäßige Magensäure (Antazida) mit Magnesium- oder Aluminiumhydroxid | Prednisolon kann schlechter aufgenommen werden[1, 2] | Die beiden Arzneimittel sollten in einem zeitlichen Abstand eingenommen werden (2 Stunden) |
| Herzglykoside (Mittel zur Herzstärkung) | Ihre Wirkung kann durch einen Kaliummangel verstärkt werden[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Harntreibende Mittel (Saluretika) und Abführmittel | Die Kaliumausscheidung wird verstärkt[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Blutzuckersenkende Mittel und Insulin | Die blutzuckersenkende Wirkung kann vermindert werden[1, 2] | Blutzucker regelmäßig kontrollieren; ein erhöhter Bedarf ist zu berücksichtigen |
| Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung (orale Antikoagulanzien, Cumarinderivate) | Ihre Wirkung kann abgeschwächt oder verstärkt werden[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob eine Dosisanpassung des gerinnungshemmenden Mittels notwendig ist |
| Entzündungs- und Rheumamittel (NSAR, Salicylate, Indometacin) | Die Gefahr von Magengeschwüren und Magen-Darm-Blutungen kann erhöht sein[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Nicht depolarisierende Muskelrelaxanzien | Die Muskelerschlaffung kann länger anhalten[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Atropin und andere Anticholinergika | Zusätzliche Steigerung des Augeninnendrucks möglich[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Praziquantel (Wurmmittel) | Verminderte Wirkung möglich[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Chloroquin, Hydroxychloroquin, Mefloquin (Mittel gegen Malaria oder rheumatische Erkrankungen) | Erhöhtes Risiko für Muskelerkrankungen oder Herzmuskelerkrankungen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Somatropin (Wachstumshormon) | Die Wirkung von Somatropin wird vermindert, insbesondere bei hohen Prednisolon-Dosen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Protirelin | Der Anstieg des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH) ist vermindert[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Mittel zur Unterdrückung der körpereigenen Abwehr (immunsuppressive Substanzen), darunter Ciclosporin | Die Infektanfälligkeit kann steigen, und bereits bestehende, aber vielleicht noch nicht ausgebrochene Infektionen können sich verschlimmern; bei Ciclosporin kann Prednisolon zusätzlich die Ciclosporinspiegel im Blut erhöhen und dadurch die Gefahr von Krampfanfällen verstärken[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| ACE-Hemmer (Blutdrucksenker) | Erhöhtes Risiko für Blutbildveränderungen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Fluorchinolone (bestimmte Antibiotika) | Erhöhtes Risiko für Sehnenbeschwerden, Sehnenentzündung und Sehnenrisse[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Prednisolon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Prednisolon darf nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen Prednisolon oder einen der sonstigen Bestandteile. Außer der allergischen Reaktion gibt es laut Packungsbeilage bei kurzfristiger Einnahme in akut lebensbedrohlichen Krankheitssituationen keine Gegenanzeigen [1, 2]. Ist eine höhere Dosis als beim Hormonersatz erforderlich, sollte Prednisolon bei bestimmten Infektionen nur eingenommen werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für unbedingt erforderlich hält [1]. Erkrankungen wie Magen-Darm-Geschwüre, schwer einstellbarer Bluthochdruck, eine schwer einstellbare Zuckerkrankheit, Osteoporose, psychische Erkrankungen einschließlich Selbstmordgefährdung oder ein erhöhter Augeninnendruck müssen während der Behandlung gezielt überwacht und den Erfordernissen entsprechend behandelt werden [1, 2]. Bei Kindern sollte Prednisolon wegen des Risikos einer Wachstumshemmung nur bei zwingenden medizinischen Gründen angewendet werden [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Akute Virusinfektionen (Hepatitis B, Windpocken, Gürtelrose, Herpes-simplex-Infektionen, Hornhautentzündung durch Herpesviren), akute und chronische bakterielle Infektionen, Pilzerkrankungen mit Befall innerer Organe, bestimmte Parasitenerkrankungen (Amöben-, Wurminfektionen), Lymphknotenerkrankung nach Tuberkulose-Impfung, infektiöse Leberentzündung (HBsAg-positive chronisch-aktive Hepatitis) oder Kinderlähmung: Ist eine höhere Dosis als beim Hormonersatz erforderlich, sollte Prednisolon nur eingenommen werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es für unbedingt erforderlich hält; gegebenenfalls müssen zusätzlich gezielt Mittel gegen die Krankheitserreger eingenommen werden[1, 2]
- Verdacht auf oder bestätigte Infektion mit Zwergfadenwürmern (Strongyliden): Prednisolon kann zur Aktivierung und Massenvermehrung der Parasiten führen[1, 2]
- Tuberkulose in der Vorgeschichte: Anwendung nur unter gleichzeitiger Einnahme von Mitteln gegen Tuberkulose. Stumme Infektionen wie Tuberkulose oder Hepatitis B können wieder aktiviert werden[1, 2]
- Impfungen mit Lebendimpfstoffen (abgeschwächte Erreger): Ist eine höhere Dosis als beim Hormonersatz erforderlich, sollte Prednisolon etwa 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach der Impfung nur eingenommen werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es für unbedingt erforderlich hält. Impfungen mit Totimpfstoffen (abgetötete Krankheitserreger) sind grundsätzlich möglich, der Impferfolg kann bei höheren Dosierungen aber beeinträchtigt sein[1, 2]
- Magen-Darm-Geschwüre, schwer einstellbarer Bluthochdruck, schwer einstellbare Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Knochenschwund (Osteoporose), psychische Erkrankungen (auch in der Vorgeschichte) einschließlich Selbstmordgefährdung, erhöhter Augeninnendruck (Eng- und Weitwinkelglaukom), Verletzungen und Geschwüre der Hornhaut: Diese Erkrankungen müssen während der Behandlung gezielt überwacht und den Erfordernissen entsprechend behandelt werden. Bei psychischen Erkrankungen wird eine neurologische oder psychiatrische Überwachung empfohlen, bei Glaukom sowie bei Verletzungen und Geschwüren der Hornhaut eine augenärztliche Überwachung und begleitende Behandlung[1, 2]
- Schwere Dickdarmentzündung (Colitis ulcerosa) mit drohendem Durchbruch, mit Abszessen oder eitrigen Entzündungen, möglicherweise auch ohne Bauchfellreizung; entzündete Darmwandausstülpungen (Divertikulitis); die Zeit unmittelbar nach bestimmten Darmoperationen: wegen der Gefahr eines Darmwanddurchbruchs nur bei zwingenden medizinischen Gründen und unter entsprechender Überwachung. Bei hohen Dosen können die Zeichen einer Bauchfellreizung nach dem Durchbruch eines Magen-Darm-Geschwürs fehlen[1, 2]
- Sklerodermie (systemische Sklerose): Tägliche Dosen von 15 mg oder mehr können das Risiko einer sklerodermiebedingten renalen Krise erhöhen; die Ärztin oder der Arzt kann Sie anweisen, regelmäßig Blutdruck und Urin überprüfen zu lassen; laut Fachinformation sollten Blutdruck und Nierenfunktion routinemäßig überprüft werden[1, 2]
- Myasthenia gravis: Zu Beginn kann sich die Erkrankung verschlechtern; die Einstellung auf Prednisolon sollte im Krankenhaus erfolgen. Sind die Störungen im Bereich von Gesicht und Rachen besonders schwer und ist die Atmung beeinträchtigt, sollte die Behandlung einschleichend begonnen werden[1, 2]
- Schwerer Bluthochdruck oder schwere Herzschwäche: sorgfältige ärztliche Überwachung, da die Gefahr einer Verschlechterung besteht[1, 2]
- Vermutetes oder bekanntes Phäochromozytom (ein zumeist im Nebennierenmark gelegener, hormonbildender Tumor): Nach der Anwendung von Corticosteroiden wurde über eine Phäochromozytom-Krise berichtet, die möglicherweise tödlich verläuft; Corticosteroide sollten deshalb nur nach einer angemessenen Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden[1, 2]
- Hohe Dosen: Es kann zu einem verlangsamten Herzschlag (Bradykardie) kommen; das Auftreten korreliert nicht notwendigerweise mit der Dauer der Behandlung[1, 2]
- Diabetes: Der Stoffwechsel muss regelmäßig kontrolliert werden; ein erhöhter Bedarf an blutzuckersenkenden Mitteln ist möglich[1, 2]
- Langzeitbehandlung: regelmäßige ärztliche Kontrollen einschließlich augenärztlicher Kontrollen in dreimonatigen Abständen; besonders bei länger dauernder Behandlung mit vergleichsweise hohen Dosen auf ausreichende Kaliumzufuhr und begrenzte Kochsalzzufuhr achten und den Kaliumspiegel im Blut überwachen lassen[1, 2]
- Schilddrüsenunterfunktion oder Leberzirrhose: Es können auch schon niedrigere Dosierungen ausreichen oder es kann eine Dosisreduktion erforderlich sein[1, 2]
- Kinder: Prednisolon sollte wegen des Risikos einer Wachstumshemmung nur bei zwingenden medizinischen Gründen angewendet und das Längenwachstum regelmäßig kontrolliert werden; die Behandlung sollte zeitlich begrenzt oder abwechselnd (alternierend) erfolgen[1, 2]
- Säuglinge: Nach einer Glucocorticoid-Behandlung im ganzen Körper wurde bei Frühgeborenen eine bestimmte Herzmuskelerkrankung (hypertrophische Kardiomyopathie) beobachtet; bei Säuglingen, die eine solche Behandlung erhalten, sollte deshalb das Herz überwacht werden, laut Fachinformation mittels Echokardiogramm[1, 2]
- Ältere Menschen: Wegen des erhöhten Osteoporoserisikos sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis sorgfältig erwogen werden[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; nehmen Sie sie dann erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Laut Fachinformation sollten Menschen mit der seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption die Tabletten nicht einnehmen[1, 2]
- Allergietests: Hautreaktionen können unterdrückt werden. Dopingkontrollen: Die Anwendung kann zu positiven Ergebnissen führen; bei Missbrauch als Dopingmittel kann es zu einer Gefährdung der Gesundheit kommen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Während einer Schwangerschaft soll Prednisolon laut Packungsbeilage nur auf Anraten der Ärztin oder des Arztes eingenommen werden [1]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité zählt Prednisolon zu den Glucocorticoiden der Wahl für eine Behandlung im ganzen Körper in Schwangerschaft und Stillzeit [3]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und Embryotox sagen [1, 2, 3]. Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Prednisolon in der Schwangerschaft mit "sehr hoch" an. Nach seiner Empfehlung darf eine Behandlung nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung in allen Phasen der Schwangerschaft erfolgen [3]. Werden Glucocorticoide am Ende der Schwangerschaft eingenommen, kann sich laut Packungsbeilage beim Neugeborenen die Nebennierenrinde zurückbilden [1]. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Embryotox im Einzelnen sagen, auch zu Stillzeit und Kinderwunsch, lesen Sie auf der Seite Prednisolon in der Schwangerschaft, Allgemeines im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Während einer Schwangerschaft soll Prednisolon nur auf Anraten der Ärztin oder des Arztes eingenommen werden; informieren Sie sie oder ihn über eine bestehende oder eingetretene Schwangerschaft. Bei einer Langzeitbehandlung mit Glucocorticoiden während der Schwangerschaft sind Wachstumsstörungen des ungeborenen Kindes nicht auszuschließen. Werden Glucocorticoide am Ende der Schwangerschaft eingenommen, kann sich beim Neugeborenen die Nebennierenrinde zurückbilden, was eine ausschleichende Ersatzbehandlung erforderlich machen kann. Im Tierversuch zeigte Prednisolon fruchtschädigende Wirkungen (zum Beispiel Gaumenspalten); ein erhöhtes Risiko für solche Schäden beim Menschen durch die Gabe von Prednisolon in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten wird diskutiert.[1]
Laut Fachinformation darf eine Behandlung in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.[2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Prednisolon in der Schwangerschaft mit "sehr hoch" an und ordnet es der Ampelfarbe grau zu (Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt). Eine Behandlung mit Prednisolon darf laut Embryotox nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung in allen Phasen der Schwangerschaft durchgeführt werden. Ein geringfügig erhöhtes Risiko für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten bei Behandlung zwischen der 8. und 11. Schwangerschaftswoche lässt sich laut Embryotox nicht ganz ausschließen. Bei einer selten erforderlichen hoch dosierten Behandlung im ganzen Körper über Wochen sollte laut Embryotox das Wachstum des Kindes per Ultraschall kontrolliert werden; dauert die Behandlung bis zur Geburt, muss eine Unterfunktion der Nebennierenrinde (Nebenniereninsuffizienz) mitbedacht und gegebenenfalls behandelt werden. Embryotox nennt Prednisolon und Prednison Mittel der Wahl unter den Glucocorticoiden für eine Behandlung im ganzen Körper in der Schwangerschaft. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Prednisolon geht in die Muttermilch über. Eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekannt geworden; trotzdem sollte die Notwendigkeit in der Stillzeit genauestens geprüft werden. Sind aus Krankheitsgründen höhere Dosen erforderlich, sollten Sie abstillen. Setzen Sie sich bitte umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung.[1, 2]
Embryotox nennt Prednisolon, Prednison und Methylprednisolon Glucocorticoide der Wahl für eine Behandlung im ganzen Körper während der Stillzeit. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch hohe Dosen, einmalig oder an wenigen Tagen nacheinander gegeben, erfordern laut Embryotox keine Einschränkung des Stillens; bei wiederholter Gabe solch hoher Dosen sollte laut Embryotox, wenn es sich einrichten lässt, drei bis vier Stunden mit dem Stillen gewartet werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Die Packungsbeilage nennt keine Wechselwirkung mit Alkohol. Übermäßigen Alkoholgenuss zählt sie aber zu den Risikofaktoren, bei denen eine Vorbeugung gegen Knochenschwund, abhängig von Dauer und Dosierung der Behandlung, vor allem zu empfehlen ist.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Bisher liegen keine Hinweise vor, dass Prednisolon die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit während oder unmittelbar nach einer Mahlzeit einnehmen; sie sind in gleiche Hälften oder Viertel teilbar. Bei der Behandlung von Erkrankungen wird im Allgemeinen die gesamte Tagesdosis frühmorgens zwischen 6 und 8 Uhr eingenommen; beim Hormonersatz wird sie auf zwei Einzelgaben verteilt (morgens und mittags, bei adrenogenitalem Syndrom morgens und abends). Ob eine Einnahme nur jeden 2. Tag möglich ist, prüft die Ärztin oder der Arzt abhängig vom Krankheitsbild und vom individuellen Ansprechen auf die Behandlung.[1, 2]
Einnahme vergessen: Sie können sie im Laufe des Tages nachholen und am nächsten Tag die verordnete Dosis wie gewohnt weiter einnehmen. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein. Haben Sie die Einnahme mehrmals vergessen, kann die behandelte Krankheit unter Umständen wieder aufflammen oder sich verschlimmern; dann sollten Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden, die oder der die Behandlung überprüft und gegebenenfalls anpasst.[1]
Bei einer Langzeitbehandlung sollte Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen Corticoid-Ausweis ausstellen, den Sie immer bei sich tragen sollten.[1, 2]
Absetzen
Prednisolon darf nie eigenmächtig abgesetzt werden: Vor allem eine länger dauernde Behandlung unterdrückt die körpereigene Bildung von Glucocorticoiden, und eine ausgeprägte körperliche Stresssituation kann dann lebensgefährlich sein (Addison-Krise). Folgen Sie stets dem Dosierungsschema Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.[1]
Nach Eintritt der erwünschten Wirkung wird die Dosis je nach Grunderkrankung schrittweise verringert: zunächst in etwas größeren, dann in kleineren Stufen; ist die Tagesdosis auf mehrere Einzeldosen verteilt, wird zuerst die Abenddosis, dann eine etwaige Mittagsdosis verringert. Laut Fachinformation entscheidet die klinische Situation darüber, ob die Dosis ganz abgebaut wird oder eine Erhaltungsdosis nötig ist; die Verringerung bis zur erforderlichen Erhaltungsdosis oder das Beenden erfolgt gegebenenfalls unter Kontrolle des adrenalen Regelkreises (Hormonregelkreis der Nebennieren). Hohe und höchste Dosen, die über wenige Tage gegeben wurden, können je nach Grunderkrankung und klinischem Ansprechen ohne Ausschleichen abgesetzt werden.[1, 2]
Bei Beendigung oder gegebenenfalls Abbruch einer langzeitigen Einnahme ist zu denken an: Wiederaufflammen oder Verschlimmerung der Grundkrankheit, akute Unterfunktion der Nebennierenrinde (besonders in Stresssituationen, zum Beispiel während einer Infektion, nach Unfällen oder bei verstärkter körperlicher Belastung) und durch den Cortison-Entzug bedingte Krankheitszeichen und Beschwerden. Bei zu rascher Dosisverringerung nach lang dauernder Behandlung kann es zu Beschwerden wie Muskel- und Gelenkschmerzen kommen.[1, 2]
Überdosierung
Laut Packungsbeilage werden auch große Mengen bei kurzfristiger Einnahme im Allgemeinen ohne Komplikationen vertragen; besondere Maßnahmen sind nicht erforderlich. Beobachten Sie verstärkte oder ungewöhnliche Nebenwirkungen an sich, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat fragen. Laut Fachinformation sind akute Vergiftungen mit Prednisolon nicht bekannt; bei Überdosierungen ist mit verstärkten Nebenwirkungen zu rechnen, insbesondere auf das Hormonsystem, den Stoffwechsel und den Salzhaushalt (Elektrolythaushalt). Ein Gegenmittel ist nicht bekannt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt Dosisbereiche für den Hormonersatz und für die Behandlung bestimmter Erkrankungen; welche Stufe für welche Erkrankung vorgesehen ist, steht dort beim jeweiligen Anwendungsgebiet [1]. Für den Dosisabbau nennt sie Schritte, die unter Beobachtung der Krankheitsaktivität als Orientierung dienen können [1]. Die Fachinformation ergänzt die übliche Erhaltungsdosis und das Ausmaß einer Dosiserhöhung bei besonderen Belastungen [2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit während oder unmittelbar nach einer Mahlzeit ein. Bei der Behandlung von Erkrankungen wird im Allgemeinen die gesamte Tagesdosis frühmorgens eingenommen, beim Hormonersatz verteilt auf zwei Einzelgaben; ob eine Einnahme nur jeden zweiten Tag möglich ist, prüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Der Hormonersatz bei einer dauerhaften Schwäche der Nebennierenrinde erfolgt lebenslang [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, können Sie sie im Laufe des Tages nachholen und am nächsten Tag die verordnete Dosis wie gewohnt weiter einnehmen; nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein [1].
Setzen Sie Prednisolon nie eigenmächtig ab. Vor allem eine länger dauernde Behandlung unterdrückt die körpereigene Bildung von Glucocorticoiden; eine ausgeprägte körperliche Stresssituation kann dann lebensgefährlich sein (Addison-Krise) [1]. Sobald ein befriedigendes Behandlungsergebnis erreicht ist, wird die Dosis auf eine Erhaltungsdosis verringert oder die Behandlung beendet; dafür legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein Behandlungsschema fest, das Sie genau einhalten sollten [1]. Beim Beenden einer Langzeitbehandlung kann die Grunderkrankung wieder aufflammen, es kann zu einer akuten Unterfunktion der Nebennierenrinde kommen (besonders bei Infektionen, Unfällen oder verstärkter körperlicher Belastung), und es können Beschwerden durch den Cortison-Entzug auftreten [1, 2]. Hohe und höchste Dosen, die über wenige Tage gegeben wurden, können laut Packungsbeilage je nach Grunderkrankung und klinischem Ansprechen ohne Ausschleichen abgesetzt werden [1, 2]. Wird die Dosis nach lang dauernder Behandlung zu rasch verringert, kann es zu Beschwerden wie Muskel- und Gelenkschmerzen kommen [1, 2]. Was eine internationale Leitlinie zum Cortison-Entzugssyndrom, zur Unterfunktion der Nebennierenrinde nach dem Absetzen und zum Vorgehen beim Ausschleichen sagt, lesen Sie auf der Seite Prednisolon absetzen, Allgemeines im Ratgeber Medikamente absetzen.
Kommt es während der Behandlung zu besonderen körperlichen Belastungen wie einer fieberhaften Erkrankung, einem Unfall, einer Operation oder einer Geburt, verständigen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder unterrichten Sie einen Notarzt über die laufende Behandlung; eine vorübergehende Steigerung der Tagesdosis kann notwendig werden [1, 2]. Tipps dazu im Ratgeber Medikamente vor der OP. Was bei einer zu großen Menge gilt, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Prednisolon
Prednisolon zum Einnehmen gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Predni H Tablinen (Winthrop Arzneimittel GmbH, Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH); beide tragen den Stand Juli 2022 [1, 2]. Laut Embryotox ist Prednisolon die biologisch aktive Form des Prednisons; es kann außer als Tablette auch über die Vene, über den Enddarm (rektal) oder örtlich angewendet werden, etwa am Auge oder auf der Haut [3]. Diese Seite beschreibt die Tabletten; für die anderen Anwendungsformen gelten eigene Packungsbeilagen. Als Zäpfchen mit Prednisolonacetat ist Prednisolon laut Fachinformation von INFECTOCORTIKRUPP Zäpfchen 100 mg unter anderem zur Behandlung des Kruppsyndroms (Pseudokrupp) zugelassen; diese Fachinformation macht eigene Angaben, auch zu den Nebenwirkungen [4]. Mehr dazu auf der Seite Pseudokrupp. Weitere Glucocorticoide auf dieser Website sind Prednison, Dexamethason und Hydrocortison.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Predni H Tablinen | Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH) | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 5, 20 oder 50 mg; Grundlage dieser Seite |
| Prednisolon acis | mibe GmbH Arzneimittel | verschreibungspflichtig; Tabletten in mehreren Stärken |
| Prednisolon GALEN | GALENpharma GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten in mehreren Stärken |
| Prednisolon JENAPHARM | mibe GmbH Arzneimittel | verschreibungspflichtig; Tabletten in mehreren Stärken |
| Prednisolon STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 5, 10, 20 oder 50 mg |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Prednisolon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 16.10.2026
- Fachinformation Fachinformation INFECTOCORTIKRUPP Zäpfchen 100 mg (Prednisolonacetat). INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 08/2020. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Prednisolon?
Die Nebenwirkungen hängen laut Packungsbeilage sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer ab, deshalb geben Packungsbeilage und Fachinformation für keine von ihnen eine Häufigkeit an. Beim Hormonersatz ist das Risiko bei Beachtung der empfohlenen Dosierungen gering. Bei der Behandlung von Erkrankungen mit höheren Dosen sind unter anderem ein Cushing-Syndrom mit Vollmondgesicht, Gewichtszunahme, erhöhter Blutzucker, Knochenschwund, Muskelschwäche, dünne Haut, Infektanfälligkeit, Stimmungsveränderungen und Schlafstörungen möglich.
Macht Prednisolon dick?
Gewichtszunahme, Appetitsteigerung und Wassereinlagerungen im Gewebe gehören zu den möglichen Nebenwirkungen einer Behandlung mit höheren Dosen als beim Hormonersatz. Sie hängen laut Packungsbeilage sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer ab, deshalb kann eine Häufigkeit nicht angegeben werden. Typische Zeichen eines Cushing-Syndroms sind laut Packungsbeilage Vollmondgesicht, Stammfettsucht und Gesichtsröte. Wenn Sie ungewollt zunehmen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie Prednisolon aber nicht eigenmächtig ab.
Darf ich Prednisolon einfach absetzen?
Nein. Prednisolon darf nie eigenmächtig abgesetzt werden, weil vor allem eine länger dauernde Behandlung die körpereigene Bildung von Glucocorticoiden unterdrückt; eine ausgeprägte körperliche Stresssituation kann dann lebensgefährlich sein. Die Dosis wird nach einem Behandlungsschema schrittweise verringert, das Ihre Ärztin oder Ihr Arzt festlegt. Hohe und höchste Dosen, die über wenige Tage gegeben wurden, können laut Packungsbeilage je nach Grunderkrankung und klinischem Ansprechen ohne Ausschleichen abgesetzt werden.
Wann sollte ich Prednisolon einnehmen?
Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit während oder unmittelbar nach einer Mahlzeit eingenommen. Bei der Behandlung von Erkrankungen wird im Allgemeinen die gesamte Tagesdosis frühmorgens zwischen 6 und 8 Uhr eingenommen; hohe und mittlere Tagesdosen können je nach Erkrankung auf mehrere Einzelgaben verteilt werden. Beim Hormonersatz wird die Tagesdosis auf zwei Einzelgaben verteilt, morgens und mittags, bei adrenogenitalem Syndrom morgens und abends. Halten Sie sich an das Schema, das Ihre Ärztin oder Ihr Arzt festgelegt hat.
Darf ich während der Behandlung mit Prednisolon Alkohol trinken?
Eine Wechselwirkung mit Alkohol nennt die Packungsbeilage nicht. Sie zählt übermäßigen Alkoholgenuss aber zu den Risikofaktoren, bei denen eine Vorbeugung gegen Knochenschwund (abhängig von Dauer und Dosierung der Behandlung) vor allem zu empfehlen ist. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie unsicher sind.
Kann ich mich während der Behandlung mit Prednisolon impfen lassen?
Impfungen mit Totimpfstoffen, die abgetötete Krankheitserreger enthalten, sind grundsätzlich möglich; bei höheren Dosierungen kann der Impferfolg aber beeinträchtigt sein. Ist eine höhere Dosis als beim Hormonersatz erforderlich, sollte Prednisolon etwa 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach einer Impfung mit einem Lebendimpfstoff nur eingenommen werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für unbedingt erforderlich hält. Sprechen Sie eine geplante Impfung deshalb vorher an.
Darf ich Prednisolon in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
In der Schwangerschaft soll Prednisolon laut Packungsbeilage nur auf ärztlichen Rat eingenommen werden; bei einer Langzeitbehandlung sind Wachstumsstörungen des Kindes nicht auszuschließen. Das Beratungszentrum Embryotox zählt Prednisolon zu den Glucocorticoiden der Wahl für eine Behandlung im ganzen Körper in Schwangerschaft und Stillzeit. Laut Packungsbeilage sollten Sie abstillen, wenn aus Krankheitsgründen höhere Dosen erforderlich sind, und sich umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung setzen.
Welche Dosis Prednisolon ist üblich?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell fest, abhängig von Art und Schwere der Erkrankung und vom Ansprechen auf die Behandlung. Die Packungsbeilage nennt Dosisbereiche für den Hormonersatz und für die Behandlung bestimmter Erkrankungen bei Erwachsenen und Kindern sowie Schritte, die beim Dosisabbau als Orientierung dienen können. Sie finden sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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