MedikamenteWirkstoff

Hydrocortison: Nebenwirkungen und Wirkung

Hydrocortison ist eine künstlich hergestellte Form des körpereigenen Hormons Cortisol. Als verschreibungspflichtige Tabletten ersetzt es Cortisol, wenn die Nebennieren nicht genug davon bilden (Nebenniereninsuffizienz) oder bei einer angeborenen Nebennierenhyperplasie (adrenogenitales Syndrom). Weil es ein fehlendes Hormon ersetzt, sind Nebenwirkungen laut Packungsbeilage weniger wahrscheinlich. Lebenswichtig ist aber, es nie abrupt abzusetzen und bei Krankheit, Erbrechen oder Stress rechtzeitig ärztlich die Dosis anpassen zu lassen.

Frau in den Vierzigern frühstückt morgens an einem hellen Küchentisch mit einer Schale Müsli und einem Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Wofür wird Hydrocortison eingesetzt?

Hydrocortison ist eine künstlich hergestellte Form des natürlichen Hormons Cortisol, das im Körper von den Nebennieren gebildet wird. Es gehört zu den Corticosteroiden, genauer zu den Glucocorticoiden, und ist als Tablette verschreibungspflichtig [1, 2]. Diese Seite behandelt Hydrocortison zum Einnehmen; Cremes und Sprays mit Hydrocortison zur Anwendung auf der Haut gehören zu den Cortison-Cremes und haben eigene Packungsbeilagen.

Laut Packungsbeilage wird Hydrocortison Zentiva angewendet, wenn der Körper selbst nicht ausreichend Cortisol herstellt, weil ein Teil der Nebenniere nicht arbeitet (Nebenniereninsuffizienz). Die Ursache kann eine erbliche Erkrankung sein, das adrenogenitale Syndrom [1]. Laut Fachinformation ist Hydrocortison Zentiva zugelassen für die Ersatztherapie bei Kindern und Jugendlichen, bei Erwachsenen als Ergänzung zu Hydrocortison-Präparaten mit veränderter Wirkstofffreisetzung oder wenn diese nicht verwendet werden können, sowie zur Behandlung der angeborenen Nebennierenhyperplasie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen [2]. Die Ersatztherapie erfolgt in der Regel lebenslang [2].

Wie wirkt Hydrocortison?

Hydrocortison gilt als das wichtigste Corticosteroid der Nebennierenrinde. Es hat tiefgreifende Wirkungen auf den Stoffwechsel, hält auch Salz im Körper zurück und verändert die Immunantwort des Körpers [2]. In der Ersatztherapie ersetzt es das Cortisol, das der Körper selbst nicht ausreichend herstellt [1]. Um den natürlichen Tagesrhythmus der Cortisolausschüttung nachzuahmen, sollte die erste Dosis am Morgen höher sein als die übrigen [2].

Nach Einnahme auf nüchternen Magen ist die höchste Konzentration im Blut innerhalb einer Stunde erreicht; nimmt man Hydrocortison mit einer Mahlzeit, wird die Aufnahme verzögert, aber nicht vermindert. Die Halbwertszeit im Blut beträgt etwa anderthalb Stunden, die biologische Halbwertszeit 8 bis 12 Stunden; wegen der kurzen Wirkdauer reichert sich Hydrocortison bei täglicher Einnahme nicht an. Die Tagesdosis wird in der Regel auf mehrere Einnahmen verteilt [2]. Abgebaut wird es vor allem in der Leber über das Enzym CYP3A4, was für Wechselwirkungen wichtig ist [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Weil Hydrocortison ein natürliches Hormon ersetzt, das Ihnen fehlt, sind Nebenwirkungen laut Packungsbeilage weniger wahrscheinlich [1]. Die meisten unerwünschten Wirkungen von Corticosteroiden hängen von Dosis und Dauer ab [2]. Die Packungsbeilage nennt Nebenwirkungen, die bei Hydrocortison-haltigen Arzneimitteln zum Ersatz von Cortisol gemeldet wurden; für alle ist die Häufigkeit nicht bekannt, das heißt, sie lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Bei Erwachsenen unter Ersatzdosen wurden potenziell schwere psychiatrische Nebenwirkungen beobachtet: Euphorie, Manie sowie Psychose mit Halluzinationen und Delirium. Die Beschwerden treten laut Fachinformation meist innerhalb einiger Tage oder Wochen nach Behandlungsbeginn auf; die meisten klingen nach einer Dosisverringerung oder dem Absetzen ab, es kann jedoch eine eigene Behandlung nötig sein [2]. Eine langfristige Behandlung kann bei Kindern die Knochenentwicklung verändern und das Wachstum vermindern [1]. In der Fachinformation steht außerdem, dass in historischen Kohorten (früher beobachteten Gruppen) von Erwachsenen, die seit ihrer Kindheit wegen einer angeborenen Nebennierenhyperplasie behandelt werden, eine verringerte Knochendichte, häufigere Knochenbrüche und Wachstumsverzögerungen beobachtet wurden; ob das mit der heutigen Ersatzbehandlung zusammenhängt, ist unklar [2].

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • PsycheVerlust des Realitätsbezugs (Psychose) mit Wahrnehmung von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen), und geistiger Verwirrtheit (Delirium)[1, 2]Mehr dazu: Psychose und HalluzinationenVerwirrtheit
  • PsycheÜbererregung und Überaktivität (Manie)[1, 2]
  • PsycheIntensives Glücks- und Erregungsgefühl (Euphorie)[1, 2]
  • Magen und DarmBauchschmerzen durch eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
  • Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
  • Nieren und HarnwegeVeränderungen des Kaliumspiegels im Blut mit einem Überschuss an basischen Stoffen in Körpergeweben oder -flüssigkeiten (hypokaliämische Alkalose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei Menschen mit Nebenniereninsuffizienz kann eine Infektion eine lebensbedrohliche adrenale Krise auslösen. Laut Fachinformation sollte unverzüglich eine Gabe von Hydrocortison als Spritze oder Infusion eingeleitet werden, wenn Betroffene erbrechen oder akut erkranken; Betreuungspersonen sollten darin geschult sein, das im Notfall zu tun [2]. In seltenen Fällen wurden unter Corticosteroiden anaphylaktoide, also schwere allergieähnliche Reaktionen beobachtet, vor allem bei Menschen mit früheren Arzneimittelallergien [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern liegt erkältet unter einer Wolldecke auf dem Sofa, eine Frau sitzt neben ihm und spricht ruhig mit ihm
Bild: KI-generiert

Bei Krankheit und Stress: Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie erkranken, starkem Stress ausgesetzt sind, sich verletzen oder operiert werden müssen; die Dosis muss dann möglicherweise erhöht werden [1]. Laut Fachinformation sollte die Tagesdosis in weniger schweren Situationen, etwa bei leichten Infektionen, mittelschwerem Fieber oder kleineren Eingriffen, zeitweilig erhöht werden; in schwerwiegenden Situationen muss die Einnahme durch eine Gabe als Spritze oder Infusion ersetzt werden [2]. Vor einer Operation informieren Sie die Narkoseärztin oder den Narkosearzt [1]. Tipps dazu im Ratgeber Medikamente vor der OP.

Verhaltensänderungen und Magenbeschwerden: Bemerken Sie nach Beginn der Behandlung ungewöhnliche Verhaltensweisen, Angst, Niedergeschlagenheit oder Verwirrtheit, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei Bauchschmerzen oder Übelkeit wenden Sie sich ebenfalls an sie oder ihn [1]. Den Kaliumspiegel überwacht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, um Veränderungen festzustellen [1]. Mehr dazu auf der Seite Kalium.

Kinder: Die Dosis wird nach der Körpergröße angepasst; Wachstum, Blutdruck und Allgemeinbefinden sollten laut Fachinformation mindestens alle drei bis vier Monate kontrolliert werden. Eine übermäßige Gewichtszunahme bei gleichzeitig vermindertem Längenwachstum weist darauf hin, dass die Dosis zu hoch ist [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Hydrocortison wird über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut. Mittel, die dieses Enzym anregen, etwa bestimmte Epilepsiemittel, Rifampicin oder einige HIV-Mittel, können die Wirkung abschwächen und zum Risiko einer adrenalen Krise führen; dann muss die Dosis möglicherweise erhöht werden [1, 2]. Mittel, die das Enzym hemmen, etwa bestimmte Pilzmittel, die Antibiotika Erythromycin und Clarithromycin oder Ritonavir, aber auch Grapefruitsaft und Lakritz, können eine niedrigere Dosis nötig machen [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Hydrocortison
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Mittel gegen Epilepsie (Phenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin), Antibiotika (Rifampicin, Rifabutin), Barbiturate (Phenobarbital, Primidon), HIV-Mittel (Efavirenz, Nevirapin)Hydrocortison wird schneller abgebaut und kann schwächer wirken; Gefahr einer adrenalen Krise[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt muss die Dosis möglicherweise erhöhen
Pilzmittel (Itraconazol, Posaconazol, Voriconazol), Antibiotika (Erythromycin, Clarithromycin), RitonavirHydrocortison wird langsamer abgebaut; mehr Nebenwirkungen möglich[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt muss die Dosis möglicherweise verringern
Grapefruitsaft und LakritzKönnen die Wirkungsweise von Hydrocortison beeinträchtigen[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt muss die Dosis möglicherweise verringern; informieren Sie sie oder ihn

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Hydrocortison nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Hydrocortison Zentiva darf nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen Hydrocortison oder einen der sonstigen Bestandteile [1, 2]. Patientinnen und Patienten mit Nebenniereninsuffizienz werden auf Störungen der Schilddrüse überwacht, weil sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion deutlich beeinflussen kann, wie viel des eingenommenen Hydrocortisons im Körper zur Verfügung steht (Exposition) [2]. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann zudem eine thyreotoxische periodische Paralyse auftreten, eine Erkrankung mit Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Krämpfen und Steifheit [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Hydrocortison oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Krankheit, Infektion, starker Stress, Verletzung oder Operation: Die Ärztin oder der Arzt muss die Dosis möglicherweise vorübergehend erhöhen; bei Infektionen droht eine lebensbedrohliche adrenale Krise[1, 2]
  • Anstehende Operation: die Narkoseärztin oder den Narkosearzt über die Einnahme informieren[1, 2]
  • Anstehende Impfung: Die Ersatztherapie steht einer Impfung, auch mit Lebendimpfstoffen, normalerweise nicht im Weg; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt[1, 2]
  • Schilddrüsenüberfunktion oder andere Schilddrüsenfunktionsstörung: Die Dosis muss gegebenenfalls angepasst werden[1, 2]
  • Allergien gegen andere Arzneimittel: Bei manchen Betroffenen wurde auch eine Allergie gegen Hydrocortison beobachtet[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche: Zu viel Hydrocortison kann Wachstum und Knochen beeinträchtigen; die Dosis wird nach der Körpergröße angepasst und das Wachstum überwacht. Kinder mit angeborener Nebennierenhyperplasie können früher als erwartet in die Pubertät kommen[1, 2]
  • Höhere als die übliche Ersatzdosis: Blutdruckanstieg, Salz- und Wasserrückhaltung und Kaliumverlust möglich; langfristig Merkmale ähnlich einem Cushing-Syndrom mit Übergewicht, Bauchfett, Bluthochdruck und Diabetes[2]
  • Ältere Menschen mit niedrigem Körpergewicht sowie schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörung: Eine Überwachung des Ansprechens wird empfohlen; eine Dosisanpassung kann erforderlich sein[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Als Ersatztherapie kann Hydrocortison in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden, wenn der Körper nicht ausreichend Cortisol herstellt; fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation sagen [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Hydrocortison kann in der Schwangerschaft angewendet werden, wenn der Körper nicht ausreichend Cortisol herstellt. Fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Laut Fachinformation passiert Hydrocortison leicht die Plazenta; in Tierstudien zeigten Corticosteroide eine schädliche Wirkung auf die Fortpflanzung.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Hydrocortison kann in der Stillzeit angewendet werden, wenn der Körper nicht ausreichend Cortisol herstellt. Fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Es gibt bisher keine Hinweise, dass Hydrocortison Zentiva die Fahrtüchtigkeit, das Bedienen von Maschinen oder Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt.[1, 2]

Einnahme

Die Tabletten unzerkaut mit Flüssigkeit während oder unmittelbar nach einer Mahlzeit schlucken; sie können in gleiche Dosen geteilt werden. Laut Fachinformation erfolgt die Ersatztherapie in der Regel lebenslang.[1, 2]

Einnahme vergessen: die vergessene Dosis einnehmen, sobald Sie sich erinnern, und die nächste Dosis zur gewohnten Zeit, auch wenn Sie dadurch zwei Dosen gleichzeitig einnehmen.[1]

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie erkranken, starkem Stress ausgesetzt sind, sich verletzen oder operiert werden müssen; dann muss die Dosis möglicherweise erhöht werden.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nicht ab, ohne vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu fragen: Durch ein abruptes Absetzen können Sie schnell sehr stark erkranken. Laut Fachinformation besteht bei plötzlichem Absetzen die Gefahr, dass es zu einer adrenalen Krise und zum Tod kommt.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie zu viel eingenommen, fragen Sie so bald wie möglich Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Laut Fachinformation wurden nach Überdosierungen in seltenen Fällen akute Vergiftungen oder Todesfälle berichtet; ein Gegenmittel gibt es nicht.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage sagt, dass die Ärztin oder der Arzt die Dosis anhand von Gewicht oder Körperoberfläche bestimmt und bei Krankheit, Operationen oder hoher Stressbelastung zusätzliche Dosen empfehlen kann; die Übersicht ergänzt die Dosisangaben der Fachinformation [1, 2]. Sie ersetzt nicht die Verordnung: Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Schlucken Sie die Tabletten mit Flüssigkeit während oder unmittelbar nach einer Mahlzeit; sie können in gleiche Dosen geteilt werden [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie die vergessene Dosis, sobald Sie sich daran erinnern, und die nächste zur gewohnten Zeit, auch wenn Sie dadurch zwei Dosen gleichzeitig einnehmen [1]. Haben Sie zu viel eingenommen, fragen Sie so bald wie möglich Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1].

Brechen Sie die Einnahme nie ab, ohne vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu fragen: Durch ein abruptes Absetzen können Sie schnell sehr stark erkranken [1]. Laut Fachinformation besteht bei plötzlichem Absetzen die Gefahr, dass es zu einer adrenalen Krise und zum Tod kommt. Ein zu schnelles Absetzen von Corticosteroiden kann eine durch das Arzneimittel verursachte Nebennierenschwäche auslösen, die noch mehrere Monate fortbestehen kann; eine allmähliche Dosisverringerung kann dieses Risiko senken. Treten in dieser Zeit Stresssituationen auf, sollte die Behandlung wieder aufgenommen werden [2]. Tipps im Ratgeber Medikamente absetzen; Telefonnummern im Notfall unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Hydrocortison

Hydrocortison zum Einnehmen gibt es als Tabletten in verschiedenen Stärken, außerdem als Präparate mit veränderter Wirkstofffreisetzung [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Hydrocortison Zentiva [1, 2]. Ein anderes Glucocorticoid zum Einnehmen ist zum Beispiel Prednisolon.

Präparate mit Hydrocortison
PräparatAnbieterHinweis
Hydrocortison ZentivaZentiva Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 10 oder 20 mg zum Einnehmen; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Hydrocortison Zentiva 10 mg/20 mg Tabletten. Zentiva Pharma GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Hydrocortison Zentiva 10 mg Tabletten. Zentiva Pharma GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Hat Hydrocortison als Ersatztherapie viele Nebenwirkungen?

Weil Hydrocortison ein Hormon ersetzt, das Ihrem Körper fehlt, sind Nebenwirkungen laut Packungsbeilage weniger wahrscheinlich. Berichtet wurden Verhaltensänderungen wie Psychose, Manie oder Euphorie, Magenschleimhautentzündung, Übelkeit und Veränderungen des Kaliumspiegels, jeweils ohne bekannte Häufigkeit. Die meisten Nebenwirkungen von Corticosteroiden hängen laut Fachinformation von Dosis und Dauer ab; zu hohe Dosen über lange Zeit können zu Merkmalen ähnlich einem Cushing-Syndrom führen.

Was muss ich tun, wenn ich krank bin oder erbreche?

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie erkranken, starkem Stress ausgesetzt sind, sich verletzen oder operiert werden müssen. Dann muss die Dosis möglicherweise erhöht werden. Wenn Sie erbrechen oder stark erkrankt sind, benötigen Sie möglicherweise eine Hydrocortison-Injektion; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zeigt Ihnen, wie Sie sie im Notfall geben. Holen Sie in diesem Fall unverzüglich ärztliche Hilfe, denn es droht eine lebensbedrohliche adrenale Krise.

Darf ich Hydrocortison einfach absetzen?

Nein. Brechen Sie die Einnahme nicht ab, ohne vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu fragen: Durch ein abruptes Absetzen können Sie schnell sehr stark erkranken. Laut Fachinformation besteht bei plötzlichem Absetzen die Gefahr, dass es zu einer adrenalen Krise und zum Tod kommt. Die Ersatztherapie erfolgt in der Regel lebenslang.

Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?

Laut Packungsbeilage nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie sich daran erinnern, und die nächste Dosis zur gewohnten Zeit, auch wenn Sie dadurch zwei Dosen gleichzeitig einnehmen. Fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Macht Hydrocortison dick?

In der Ersatztherapie soll Hydrocortison nur das fehlende Cortisol ersetzen. Eine langfristige Behandlung mit höheren als den natürlichen Mengen kann laut Fachinformation zu Merkmalen ähnlich einem Cushing-Syndrom führen, mit Übergewicht, Bauchfett, Bluthochdruck und Diabetes. Bei Kindern ist eine übermäßige Gewichtszunahme bei verringertem Längenwachstum ein Hinweis auf eine zu hohe Dosis. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie ungewollt zunehmen.

Darf ich mich impfen lassen, wenn ich Hydrocortison nehme?

Die Anwendung von Hydrocortison steht einer Impfung normalerweise nicht im Wege. Laut Fachinformation führt der Ersatz von Cortisol bei Nebenniereninsuffizienz nicht zu einer Unterdrückung des Immunsystems und ist deshalb auch keine Gegenanzeige für Lebendimpfstoffe. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn eine Impfung ansteht.

Darf ich Hydrocortison in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Ja. Laut Packungsbeilage kann Hydrocortison in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden, wenn der Körper nicht ausreichend Cortisol herstellt. Fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.

Welche Dosis Hydrocortison ist üblich?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt anhand von Gewicht oder Körperoberfläche fest und verteilt sie in der Regel auf mehrere Einnahmen am Tag, die erste und höchste am Morgen. Bei Krankheit oder Stress kann sie vorübergehend erhöht werden. Die Angaben aus Packungsbeilage und Fachinformation finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Lorazepam

    Lorazepam ist ein Benzodiazepin zur Kurzzeitbehandlung schwerer Angst- und Spannungszustände.

  • Medikamente Levetiracetam

    Levetiracetam ist ein Mittel gegen epileptische Anfälle.

  • Medikamente Fentanyl

    Fentanyl-Pflaster lindern starke, langanhaltende Schmerzen.

  • Impfungen Keuchhusten-Impfung: Nebenwirkungen und Reaktionen

    Gegen Keuchhusten wird in Deutschland mit Kombinationsimpfstoffen geimpft.