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Psychose und Halluzinationen durch Medikamente

Halluzinationen, also das Sehen, Hören oder Fühlen von Dingen, die nicht da sind, und Wahnvorstellungen stehen in den Produktinformationen verschiedener Medikamente. Als häufig (bei bis zu 1 von 10 Behandelten) nennen die Produktinformationen Halluzinationen zum Beispiel bei den Parkinsonmitteln Pramipexol und Levodopa/Carbidopa, dem Demenzmittel Donepezil, dem Muskelrelaxans Baclofen und dem Schlafmittel Zolpidem. Seltener nennen sie Halluzinationen oder eine Psychose bei Fluorchinolon-Antibiotika, Prednison und Amitriptylin. Holen Sie bei Halluzinationen unter einem Medikament umgehend ärztlichen Rat ein. Manche Packungsbeilagen, etwa von Levodopa/Carbidopa und Levofloxacin, verlangen dann, die Einnahme abzubrechen und sofort ärztliche Hilfe zu holen. Sonst gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Älterer Mann mit weißem Haar sitzt in der Dämmerung im Sessel und blickt verunsichert zu einem Schatten an der Wohnzimmerwand
Bild: KI-generiert

Manche Medikamente können Halluzinationen auslösen: Man sieht, hört oder fühlt Dinge, die gar nicht da sind [3]. In Packungsbeilagen und Fachinformationen stehen außerdem Wahnvorstellungen, Paranoia, psychotische Reaktionen oder eine Psychose [2, 13, 15]. Eine Psychose beschreibt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) als Phase, in der Menschen die Welt oft ganz anders wahrnehmen als sonst: Sie hören Stimmen, fühlen sich verfolgt oder von anderen beeinflusst, und manche verlieren den Bezug zur Realität fast völlig [1]. Verwandt ist das Delir, das die Packungsbeilage von Pramipexol als verminderte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit und Realitätsverlust beschreibt [3].

Welche Medikamente Psychosen und Halluzinationen auslösen können

Die Beispiele stammen aus Fachinformationen und Packungsbeilagen. Jede Häufigkeitsangabe gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Parkinsonmittel: Halluzinationen sind laut Fachinformation von Pramipexol bekannte Nebenwirkungen einer Behandlung mit Dopaminagonisten und Levodopa; Patientinnen und Patienten sollten darüber informiert werden, dass meist visuelle Halluzinationen auftreten können [2]. Bei Pramipexol sind Halluzinationen als häufig eingestuft (bei bis zu 1 von 10 Behandelten), Wahnvorstellungen, Paranoia und Delir als gelegentlich (bei bis zu 1 von 100) [2]. Bei Morbus Parkinson gehörten Halluzinationen zu den Nebenwirkungen, die unter Pramipexol im Vergleich zu Placebo am häufigsten berichtet wurden (bei mindestens 5 Prozent der Behandelten) [2]. Die Fachinformation von Levodopa/Carbidopa stuft unter anderem psychotische Episoden mit Wahnideen und paranoider Gedankenbildung sowie Halluzinationen als häufig ein [4]. Wie Ropinirol und weitere Wirkstoffe eingestuft sind, zeigt die Tabelle.
  • Demenzmittel: In der Fachinformation von Donepezil sind Halluzinationen, Erregungszustände und aggressives Verhalten als häufig eingestuft; sie waren laut Fachinformation nach einer Dosisverringerung oder dem Absetzen der Behandlung reversibel [6].
  • Muskelrelaxanzien: Bei Baclofen nennt die Fachinformation Depression, Schlafstörungen, Euphorie, Halluzinationen, Albträume und Verwirrtheit als häufig, die Verwirrtheit insbesondere bei älteren Menschen [7]. Auch das plötzliche Absetzen kann zu Halluzinationen führen (siehe unten) [7].
  • Glucocorticoide (Cortison-Präparate): In der Fachinformation des Prednison-Präparats Lodotra ist eine Psychose als selten eingestuft (bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten) [9]. Die Fachinformation von Dexamethason nennt unter anderem Psychosen, Manie und Halluzinationen; die Häufigkeit dieser Nebenwirkungen hängt laut Fachinformation sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer ab und kann daher nicht angegeben werden [10].
  • Antibiotika (Fluorchinolone): Bei Ciprofloxacin nennt die Packungsbeilage Halluzinationen als selten und psychotische Reaktionen als sehr selten (bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten) [13]. Psychiatrische Reaktionen können laut Fachinformation schon nach der ersten Anwendung auftreten; in seltenen Fällen können Depression oder Psychose zu Suizidgedanken und -handlungen fortschreiten [12]. Bei Levofloxacin sind Halluzinationen und Paranoia laut Packungsbeilage selten [15]. Ein Rote-Hand-Brief vom 8. April 2019 informierte über die Lebensqualität beeinträchtigende, lang anhaltende und möglicherweise irreversible Nebenwirkungen von Fluorchinolonen, die hauptsächlich den Bewegungsapparat und das Nervensystem betreffen [16].
  • Antidepressiva: Die Fachinformation von Amitriptylin stuft ein Delirium bei älteren Menschen und Halluzinationen als selten ein [17].
  • ADHS-Medikamente: Bei Methylphenidat sind psychotische Erkrankungen sowie Halluzinationen beim Hören, Sehen und Fühlen laut Fachinformation gelegentlich [18]. Psychotische Beschwerden oder eine Manie können laut Fachinformation auch bei Menschen ohne bekannte psychotische Erkrankung durch normale Dosierungen hervorgerufen werden [18].
  • Schlafmittel: Bei Zolpidem sind Halluzinationen laut Fachinformation häufig [19]. Unter Benzodiazepinen und verwandten Mitteln kann es laut Fachinformation zu psychiatrischen und "paradoxen" Reaktionen wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Psychosen und Delirium kommen; diese Störungen treten meist bei älteren Menschen auf [19].
  • Montelukast (gegen Asthma): Die Packungsbeilage nennt Halluzinationen als sehr selten; sie gehören zu den Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen, bei denen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren sollen [21].

Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder eine Psychose nennt:

Psychose und Halluzinationen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
BaclofenHäufigDepression, Schlafstörungen, gehobene Stimmungslage (Euphorie), Halluzinationen, Albträume und Verwirrtheit, insbesondere bei älteren Menschen
DonepezilHäufigHalluzinationen (Sehen oder Hören von Dingen, die nicht wirklich da sind)
FentanylHäufigSehen, Fühlen, Hören oder Riechen von Dingen, die nicht da sind (Halluzinationen)
HaloperidolHäufigSchwerwiegende psychische Probleme wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen; Depression
Levodopa/CarbidopaHäufigPsychische Veränderungen einschließlich Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Paranoia und Depression, laut Fachinformation mit oder ohne Suizidtendenzen; Phasen einer Psychose
MorphinHäufigVeränderungen der Aktiviertheit (meist verminderte Aktivität, aber auch erhöhte Aktivität oder Übererregbarkeit), Schlaflosigkeit, Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen (z. B. Halluzinationen), Verwirrtheitszustände
PramipexolHäufigBei Parkinson-Krankheit: Halluzinationen (Dinge sehen, hören oder fühlen, die gar nicht da sind) und Verwirrtheit · Bei Parkinson-Krankheit: Paranoia (z. B. übertriebene Angst um das eigene Wohlbefinden),…
PropranololHäufigInsbesondere zu Beginn der Behandlung Verwirrtheit, Nervosität, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Albträume oder Halluzinationen
RopinirolHäufigBei Parkinson-Krankheit: Halluzinationen (Dinge "sehen", die in Wirklichkeit nicht vorhanden sind) · Bei Parkinson-Krankheit: psychische Probleme (andere als Halluzinationen) wie schwere Verwirrtheit (Delirium),…
TacrolimusHäufigAngst, Verwirrtheit und Desorientiertheit, Depression, Stimmungsschwankungen, Albträume, Halluzinationen, psychische Erkrankungen · Psychotische Störung
ValproinsäureHäufigHalluzinationen, Verwirrtheit
ZolpidemHäufigWahrnehmung von Dingen, die nicht real sind (Halluzinationen), Erregung, Albträume · Dinge denken, die nicht wahr sind (Wahnvorstellungen) · Arzneimittelwirkung, die dem Erwarteten entgegengesetzt ist (paradoxe…
AlprazolamGelegentlichHalluzinationen
BrivaracetamGelegentlichUngewöhnliche Gedanken und/oder Realitätsverlust (psychotische Störungen), Aggressivität, Erregtheit (Agitiertheit)
CarvedilolGelegentlichVerwirrtheit, Halluzinationen · Psychose
CefaclorGelegentlichVorübergehende Trugwahrnehmungen (Halluzinationen), Nervosität, Schlaflosigkeit oder Verwirrtheit
CitalopramGelegentlichSehen und Hören von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen)
ClonidinGelegentlichAlbträume, Wahrnehmungsstörungen, Sinnestäuschungen
DaridorexantGelegentlichSehen oder Hören lebhaft erscheinender oder beunruhigender Dinge, die nicht wahr sind, beim Einschlafen oder Aufwachen (Halluzinationen)
DigitoxinGelegentlichPsychische Veränderungen (z. B. Albträume, Agitiertheit, Verwirrtheit), Depressionen, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Psychosen
DimenhydrinatGelegentlichDesorientierung mit illusionärer bzw. wahnhafter Verkennung der Umgebung und psychomotorischer Unruhe; laut Fachinformation Delirien
EnzalutamidGelegentlichHalluzinationen (laut Fachinformation visuelle Halluzinationen)
EtoricoxibGelegentlichAngstgefühl, Depressionen, Konzentrationsstörungen, Halluzinationen (Dinge sehen, fühlen oder hören, die nicht da sind)
GuanfacinGelegentlichSinnestäuschungen (optische oder akustische Halluzinationen)
HydromorphonGelegentlichHalluzinationen, Albträume
LacosamidGelegentlichÜbertriebenes Wohlbefinden (euphorische Stimmung); Sehen oder Hören von Dingen, die nicht wirklich sind (Halluzinationen); abnorme Gedanken oder Realitätsverlust
LevetiracetamGelegentlichMentale (psychotische) Störungen, auffälliges Verhalten, Halluzinationen, Wut, Verwirrtheit, Panikattacken, emotionale Instabilität und Stimmungsschwankungen, Agitiertheit
LisinoprilGelegentlichStimmungsschwankungen; Sehen oder Hören von Dingen, die nicht da sind (Halluzinationen)
MemantinGelegentlichHalluzinationen; laut Fachinformation hauptsächlich bei schwerer Alzheimer-Demenz beobachtet · Psychotische Reaktionen
MethylphenidatGelegentlichSehen, Fühlen oder Hören von Dingen, die nicht existieren (Halluzinationen) als Zeichen einer Psychose · Wahnvorstellungen
MetoclopramidGelegentlichHalluzination
MetronidazolGelegentlichSchläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Verwirrtheitszustände, Erregbarkeit, traurige Verstimmtheit (Depression)
MirtazapinGelegentlichHalluzinationen
MycophenolsäureGelegentlichUngewöhnliche Träume und Wahnwahrnehmungen
OxycodonGelegentlichWahrnehmungsstörungen, zum Beispiel Halluzinationen oder Unwirklichkeitsgefühl
ParoxetinGelegentlichHalluzinationen (Trugwahrnehmungen und seltsame Geräusche)
PregabalinGelegentlichHalluzinationen
RanolazinGelegentlichBeklemmung, Schlafstörungen (Insomnie), Verwirrtheitszustände, Halluzinationen
SertralinGelegentlichPsychotische Störung, gestörtes Denken, Halluzination, Verfolgungswahn (Paranoia)
TopiramatGelegentlichHören, Sehen oder Fühlen von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen), schwere psychische Störung (Psychose)
VenlafaxinGelegentlichTrugwahrnehmungen (Halluzinationen) · Orientierungslosigkeit und Verwirrtheit, oft mit Trugwahrnehmungen (Delirium)
AgomelatinSeltenHalluzinationen
AmitriptylinSeltenDelirium (vor allem bei älteren Menschen), Halluzinationen · Paranoia
AtenololSeltenHalluzinationen und psychische Störungen (laut Fachinformation Psychosen)
AtomoxetinSeltenBei Kindern und Jugendlichen: Psychotische Beschwerden einschließlich Halluzinationen (Stimmen hören oder Dinge sehen, die nicht da sind) und dem Glauben an Dinge, die nicht wahr oder fragwürdig sind · Bei Erwachsenen:…
BiperidenSeltenBei höheren Dosen Unruhe, gesteigerte Erregbarkeit (Agitiertheit), Angst, Verwirrtheit, Sinnestäuschungen (delirante Syndrome und Halluzinationen), Schlaflosigkeit
BisoprololSeltenAlbträume, Halluzinationen
BuprenorphinSeltenSinnes- und Wahrnehmungstäuschungen (Halluzinationen), Angstzustände und Albträume
CarbamazepinSeltenSinnestäuschungen (optische und akustische Halluzinationen), Depression, depressive oder manische Verstimmungen, Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten; laut Packungsbeilage auch Verwirrtheit und Unruhe · Aktivierung…
CelecoxibSeltenVerwirrtheit, Halluzinationen
CetirizinSeltenDepression, Halluzinationen, Aggression, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit
CiprofloxacinSeltenVerwirrtheit, Desorientiertheit, Angstzustände, Albträume, Depressionen (die möglicherweise zu Selbstmordgedanken, Selbstmordversuchen oder vollendetem Selbstmord führen können) oder Halluzinationen · Psychotische…
DuloxetinSeltenSinnestäuschungen (Halluzinationen)
EscitalopramSeltenAggression, Gefühl der Selbstentfremdung (Depersonalisation) und Halluzinationen
FlecainidSeltenVerwirrtheit, Sehen von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen), und Gedächtnislücken (Amnesie)
FluoxetinSeltenUntypisches wildes Verhalten (laut Fachinformation Hypomanie und Manie), Halluzinationen, Erregtheit, Panikattacken, Verwirrtheit, Stottern, Aggression
LevofloxacinSeltenSehen oder Hören von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen), Paranoia (psychotische Reaktionen) · Veränderungen in Meinungen und Gedanken (psychotische Reaktionen) mit der Gefahr von Suizidgedanken oder…
MoxifloxacinSeltenHalluzinationen; laut Fachinformation auch Delirium · Psychotische Reaktionen, möglicherweise bis zur Selbstgefährdung wie Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuchen
NitrofurantoinSeltenVerwirrtheit, Depression, Euphorie und psychotische Reaktionen
NoscapinSeltenTrugwahrnehmungen (Halluzinationen)
PrednisonSeltenVerlust des Realitätsbezugs (Psychose)
Sacubitril/ValsartanSeltenSehen, Hören oder Fühlen von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen) · Paranoia
TizanidinSeltenSinnestäuschungen (Halluzinationen); laut Fachinformation klingen sie von selbst ab, ohne deutliche Zeichen einer Psychose, und traten ausnahmslos bei Menschen auf, die gleichzeitig möglicherweise halluzinogene Mittel…
TramadolSeltenHalluzinationen, Verwirrtheitszustände, Schlafstörungen, Delirium, Ängstlichkeit und Albträume
ZopiclonSeltenUnruhe, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Aggressivität, Wut, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Psychosen (z. B. Wahnvorstellungen), unnormales Verhalten, möglicherweise mit Gedächtnisstörung, und andere Verhaltensstörungen
AciclovirSehr seltenErscheinungen am Nervensystem: körperliche Unruhe, Verwirrtheit, Zittern, Bewegungs- und Sprachstörungen, Wahnvorstellungen, Entfremdungserlebnisse, Krampfanfälle, krankhafte Veränderung des Gehirns, Schläfrigkeit und…
BupropionSehr seltenGefühl der Unwirklichkeit oder Fremdheit (Depersonalisation), Halluzinationen, Wahnvorstellungen, schweres Misstrauen (Paranoia) · Realitätsverlust und Unfähigkeit, klar zu denken oder zu urteilen (Psychose), auch mit…
ClopidogrelSehr seltenVerwirrtheitszustände, Halluzinationen
Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim)Sehr seltenSeelisch-geistige Erkrankungen (akute Psychosen) und Sinnestäuschungen (Halluzinationen)
DesloratadinSehr seltenHalluzinationen
DextromethorphanSehr seltenHalluzinationen
DiclofenacSehr seltenPsychotische Reaktionen
EsomeprazolSehr seltenSehen, Fühlen oder Hören von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen)
FamotidinSehr seltenVorübergehende (reversible) psychische Störungen wie Halluzinationen, Desorientiertheit, Verwirrtheits-, Angst- und Unruhezustände, Depression
IsotretinoinSehr seltenAnzeichen einer Psychose: Verlust des Bezugs zur Realität, z. B. Stimmen hören oder Dinge sehen, die nicht da sind
LamotriginSehr seltenHalluzinationen: Dinge sehen oder hören, die nicht wirklich da sind
MetoprololSehr seltenVergesslichkeit oder Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit, Halluzinationen, Persönlichkeitsveränderungen (z. B. Veränderung der Stimmung)
MidazolamSehr seltenVerringerte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit, Euphorie, Halluzinationen
MontelukastSehr seltenVerhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen: Halluzinationen, Desorientierung, Lebensmüdigkeit und entsprechendes Verhalten (laut Fachinformation suizidale Gedanken und Handlungen)
OmeprazolSehr seltenSehen, Fühlen oder Hören von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen)
OxymetazolinSehr seltenHalluzinationen (vorrangig bei Kindern)
RivastigminSehr seltenHalluzinationen (Dinge sehen, die es nicht wirklich gibt) · Bei Exelon Hartkapseln beobachtet und möglicherweise auch beim Pflaster: Bluthochdruck; Entzündung der Bauchspeicheldrüse; Blutungen im Darm, erkennbar an…
SolifenacinSehr seltenHalluzinationen, Verwirrtheit
SulfasalazinSehr seltenPsychose
XylometazolinSehr seltenUnruhe, Schlaflosigkeit, Müdigkeit (Schläfrigkeit), Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Halluzinationen (vorrangig bei Kindern)
AmiodaronNicht bekanntVerwirrtheit (Delirium), Halluzinationen
AzithromycinNicht bekanntHalluzinationen
BudesonidNicht bekanntPsychose
ClarithromycinNicht bekanntDenkstörungen (Psychosen), Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Verwirrtheit, Desorientierung (nicht wissen, wo Sie sich befinden) und Entfremdungsgefühl sich selbst gegenüber (Depersonalisation)
DexamethasonNicht bekanntPsychosen, Manie und Halluzinationen
DiazepamNicht bekanntSinnestäuschungen (Halluzinationen) und eine Wirkungsumkehr ("paradoxe Reaktionen") wie Erregbarkeit, Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Unruhe, Nervosität, Feindseligkeit, Angstzustände, Schlafstörungen, Albträume…
DoxylaminNicht bekannt"Paradoxe" Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Albträume, Verwirrtheit, Halluzinationen und Zittern
ErythromycinNicht bekanntVorübergehende Störungen des zentralen Nervensystems wie Verwirrtheitszustände, Krampfanfälle, Halluzinationen, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und Schwindelgefühl
GabapentinNicht bekanntSelbstmordgedanken, Halluzinationen
HydrocortisonNicht bekanntVerlust des Realitätsbezugs (Psychose) mit Wahrnehmung von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen), und geistiger Verwirrtheit (Delirium)
HydroxychloroquinNicht bekanntDepression, Halluzinationen, Nervosität oder Angstzustände, Verwirrtheit, Unruhe, Schlafstörungen, Hochgefühl oder Überreizung (Manie), Wahnvorstellungen; auch der Ausbruch einer Psychose ist möglich
LevocetirizinNicht bekanntSehen oder Hören von Dingen, die nicht wirklich da sind (Halluzination)
Levodopa/BenserazidNicht bekanntSinnestäuschungen (Halluzinationen), Wahnvorstellungen, Störungen des Zeitgefühls
LisdexamfetaminNicht bekanntBei Kindern und Jugendlichen: Sehen, Fühlen oder Hören von Dingen, die nicht da sind (Halluzinationen) · Psychotische Episoden: Sehen, Fühlen oder Hören von Dingen, die nicht da sind, Paranoia und Wahnvorstellungen
LithiumNicht bekanntHalluzinationen, Schläfrigkeit (Somnolenz), Erinnerungsverlust (Amnesie)
LorazepamNicht bekanntParadoxe Reaktionen, also Wirkungen entgegen der erwarteten Beruhigung, zum Beispiel Angst, Erregungszustände, Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten (Feindseligkeit, Aggression, Wut), Schlafstörungen oder…
PantoprazolNicht bekanntHalluzinationen und Verwirrtheit, besonders wenn diese Beschwerden schon früher aufgetreten sind
PrednisolonNicht bekanntPsychosen, Manie und Sinnestäuschungen (Halluzinationen)
PridinolNicht bekanntHalluzinationen
PromethazinNicht bekanntHalluzinationen
PropiverinNicht bekanntWahrnehmen von Dingen, die nicht existieren (Halluzinationen)
PseudoephedrinNicht bekanntSchlaflosigkeit, selten Halluzinationen und andere anregende Wirkungen auf das zentrale Nervensystem
RoxithromycinNicht bekanntHalluzinationen, Verwirrtheitszustände
TianeptinNicht bekanntVerwirrung und Halluzinationen
Tilidin/NaloxonNicht bekanntHalluzinationen, Verwirrtheitszustand, euphorische Stimmung
TimololNicht bekanntSchlaflosigkeit, Gedächtnisverlust, Albträume und Halluzinationen
TrazodonNicht bekanntWahn, aggressive Reaktion, Halluzinationen

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (112 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Psychose und Halluzinationen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (5 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Psychose und Halluzinationen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
FentanylDelirium; die Anzeichen können eine Kombination aus gesteigerter körperlicher Erregbarkeit (Agitiertheit), Unruhe, Orientierungsstörung, Verwirrtheit, Furcht, Halluzinationen, Schlafstörungen und Albträumen umfassenNicht bekannt
MetronidazolNicht entzündliche Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie) mit z. B. Verwirrtheit, Fieber, Kopfschmerzen, Halluzinationen, Lähmungen, Lichtempfindlichkeit, Störungen der Seh- und Bewegungsfähigkeit, Nackensteife sowie Erkrankung des Kleinhirns mit z. B.…Sehr selten
RizatriptanSerotonin-Syndrom mit Koma, instabilem Blutdruck, stark erhöhter Körpertemperatur, Koordinationsstörungen der Muskulatur, Unruhe und HalluzinationenNicht bekannt
TramadolSerotoninsyndrom: veränderter Gemütszustand (z. B. Unruhe, Halluzinationen, Koma), Fieber, beschleunigter Herzschlag, instabiler Blutdruck, unwillkürliches Zucken, Muskelsteifheit, Koordinationsstörungen und/oder Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit,…Nicht bekannt
VenlafaxinSerotonin-Syndrom (Unruhe, Halluzinationen, Koordinationsverlust, schneller Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, schnelle Blutdruckänderungen, überaktive Reflexe, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Koma); in der schwersten Form ähnlich einem malignen…Selten

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen; Verwirrtheit und Delir behandelt die Seite Vergesslichkeit und Verwirrtheit.

Woran Sie Halluzinationen durch ein Medikament erkennen

Art der Wahrnehmung. Die meisten Halluzinationen unter Pramipexol sind laut Packungsbeilage visueller Art [3]. In den Produktinformationen von Methylphenidat sind Halluzinationen beim Hören, Sehen und Fühlen beschrieben [18].

Zeitlicher Zusammenhang. Unter Ciprofloxacin können psychiatrische Reaktionen laut Fachinformation schon nach der ersten Anwendung auftreten [12]. Unter Levofloxacin entwickelten sich psychotische Reaktionen sehr selten zu Suizidgedanken und selbstgefährdendem Verhalten, manchmal schon nach einer einzelnen Dosis [14]. Halluzinationen unter Donepezil bildeten sich laut Fachinformation nach einer Dosisverringerung oder dem Absetzen zurück [6]. Bei Pramipexol sollten Betroffene laut Fachinformation regelmäßig im Hinblick auf manisches Verhalten und ein Delir überwacht werden [2].

Nach dem Absetzen. Nach mehrmonatiger, hoch dosierter Behandlung mit Baclofen kann es laut Fachinformation nach einem plötzlichen Absetzen oder einer abrupten Dosisverringerung unter anderem zu Delirium, Verwirrtheit, Halluzinationen beim Sehen und Hören und Agitiertheit bis hin zu psychotischen, manischen oder paranoiden Erkrankungen und Krampfanfällen kommen [7]. Mehr dazu: Abhängigkeit und Entzugserscheinungen.

Mehrere Mittel und Vorerkrankungen. Bei Menschen, die Zolpidem zusammen mit Antidepressiva wie Bupropion, Fluoxetin, Sertralin oder Venlafaxin einnahmen, wurde laut Fachinformation über vereinzelte Fälle von visuellen Halluzinationen berichtet [19]. Psychosen, Schizophrenie, Depressionen, manische Störungen oder Verwirrtheitszustände können laut Fachinformation von Baclofen durch die Behandlung verschlimmert werden [7]. Unter Ciprofloxacin können sich laut Packungsbeilage die Beschwerden einer bestehenden Depression oder Psychose verschlimmern [13]. Unter Levodopa/Carbidopa sollten laut Fachinformation alle Patientinnen und Patienten sorgfältig auf psychische Veränderungen überwacht werden; wer schon einmal eine Psychose hatte, sollte mit Vorsicht behandelt werden [4]. Mehr dazu: Viele Medikamente gleichzeitig.

Andere mögliche Erklärungen. Bei einer akuten Psychose erkennen Betroffene laut IQWiG oft nicht, dass sie eine haben [1]. Auch Angehörige können Veränderungen bemerken: Laut Packungsbeilage von Pramipexol sollen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, wenn Sie selbst, Ihre Familie oder Betreuungspersonen manisches Verhalten oder ein Delir bemerken [3]. Bestimmte Beschwerden einer Psychose können laut IQWiG auch unter Drogeneinfluss oder bei anderen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen auftreten; körperliche und neurologische Untersuchungen dienen dazu, andere Ursachen auszuschließen, etwa Erkrankungen des Nervensystems oder Alkohol- und Drogenkonsum [1].

Was Sie tun können

Ältere Frau mit grauem Haar sitzt mit ihrer erwachsenen Tochter am Küchentisch und spricht ruhig mit ihr
Bild: KI-generiert

Ärztlichen Rat einholen. Sprechen Sie umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn unter einem Medikament Halluzinationen oder Wahnvorstellungen auftreten. Entwickeln sich unter Pramipexol manisches Verhalten oder ein Delir, muss die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage möglicherweise die Dosis anpassen oder die Behandlung abbrechen [3]. Bei Methylphenidat sollte laut Fachinformation an einen möglichen Zusammenhang mit dem Mittel gedacht und ein Abbruch der Behandlung erwogen werden, wenn manische oder psychotische Beschwerden auftreten [18]. Verschlechtert sich eine bestehende Psychose unter Levodopa/Carbidopa, sollte das Mittel laut Fachinformation abgesetzt werden [4]. Diese Entscheidungen trifft die Ärztin oder der Arzt.

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Die Packungsbeilage von Dexamethason sagt ausdrücklich, die Behandlung auf keinen Fall selbst abzubrechen; bei psychischen Verstimmungen sollen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren [11]. Bei Baclofen kann ein plötzliches Absetzen nach längerer, hoch dosierter Behandlung selbst Halluzinationen auslösen [7]. Ausnahmen, in denen die Packungsbeilage das Beenden der Einnahme verlangt, stehen im nächsten Abschnitt. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Nicht Auto fahren. Pramipexol kann laut Packungsbeilage Halluzinationen hervorrufen; wenn Sie davon betroffen sind, dürfen Sie weder ein Fahrzeug führen noch Maschinen bedienen [3]. Mehr dazu: Medikamente und Autofahren.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [15]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Wenn die Packungsbeilage das Beenden verlangt. Bei psychischen Veränderungen wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Paranoia oder Depression unter Levodopa/Carbidopa sollen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage abbrechen und unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen oder ins nächstgelegene Krankenhaus gehen [5]. Bei Halluzinationen oder Paranoia unter Levofloxacin sollen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage abbrechen und sofort einen Arzt aufsuchen [15]. Laut Rote-Hand-Brief zu Fluorchinolonen sollen Ärztinnen und Ärzte ihren Patientinnen und Patienten empfehlen, die Behandlung bei den ersten Anzeichen einer schwerwiegenden Nebenwirkung, darunter vom zentralen Nervensystem ausgehende Beeinträchtigungen, zu beenden und sich an ihre Ärztin oder ihren Arzt zu wenden [16]. Bei Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder anderen psychiatrischen und "paradoxen" Reaktionen unter Zolpidem sollen Sie laut Packungsbeilage die Einnahme beenden und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren [20]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Weitere Warnzeichen. Treten unter Ciprofloxacin Depressionen, Psychosen, Selbstmordgedanken oder -verhalten auf, wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [13]. Schläfrigkeit, Verwirrtheit oder Halluzinationen nach der Einnahme zu vieler Baclofen-Tabletten, besonders bei einer Nierenerkrankung, können laut Packungsbeilage neurologische Zeichen einer Überdosierung sein; benachrichtigen Sie dann sofort eine Ärztin oder einen Arzt [8]. Die Packungsbeilage von Montelukast nennt Halluzinationen unter den Beschwerden, bei denen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren sollen [21].

Gedanken an Selbsttötung. Wenn Sie unter Levodopa/Carbidopa zu irgendeinem Zeitpunkt daran denken, sich selbst zu verletzen oder zu töten, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder gehen sofort in ein Krankenhaus [5]. Suizidversuche aller Art, Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für die Notrufnummer 112 [22]. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 [23].

Andere Ursachen

Nicht jede Halluzination kommt vom Medikament. Halluzinationen wie Stimmenhören und Wahnvorstellungen wie Verfolgungswahn gehören laut IQWiG zu den wesentlichen Beschwerden einer Schizophrenie; Menschen mit Schizophrenie durchleben wiederkehrende Psychosen [1]. Die genauen Ursachen der Schizophrenie sind laut IQWiG bislang ungeklärt; manche Menschen haben anlagebedingt ein höheres Risiko [1]. Auch Veränderungen im Gehirn, Schlafstörungen, Drogenkonsum (zum Beispiel Cannabis oder Amphetamine), traumatische Erfahrungen und psychischer Stress können laut IQWiG zur Entwicklung einer Psychose beitragen [1].

Akute Psychosen deuten sich laut IQWiG oft lange vorher an: In den Wochen oder Monaten davor sind Menschen oft ruhelos und angespannt, schlafen schlecht und haben Konzentrations- und Gedächtnisprobleme [1]. Ob Beschwerden von einer Erkrankung oder einem Mittel kommen, klärt die Ärztin oder der Arzt.

Quellen

  1. Schizophrenie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 29.04.2026. abgerufen am 12.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Pramipexol-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pramipexol-ratiopharm 0,18 mg/0,35 mg/0,7 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Levodopa/Carbidopa-ratiopharm 100 mg/25 mg, 200 mg/50 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levodopa/Carbidopa-ratiopharm 100 mg/25 mg und 200 mg/50 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2025. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Donepezil-HCl-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 12.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Baclofen-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Baclofen-ratiopharm 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation Lodotra 1 mg/2 mg/5 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung (Prednison). Skyepharma Production SAS (Mitvertrieb Mundipharma GmbH). Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg/8 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2022. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Ciprofloxacin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ciprofloxacin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  14. Fachinformation Fachinformation Levofloxacin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten (Version 19). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levofloxacin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten (Version 8). ratiopharm GmbH. Stand 12/2025. abgerufen am 12.10.2026
  16. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Fluorchinolon-Antibiotika: Schwerwiegende und anhaltende, die Lebensqualität beeinträchtigende und möglicherweise irreversible Nebenwirkungen. Zulassungsinhaber fluorchinolonhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.04.2019. abgerufen am 12.10.2026
  17. Fachinformation Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  18. Fachinformation Fachinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
  19. Fachinformation Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 12.10.2026
  20. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 12.10.2026
  21. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtabletten (Versionscode Z08). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  22. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  23. TelefonSeelsorge Deutschland, Startseite. TelefonSeelsorge Deutschland. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können Halluzinationen auslösen?

Als häufig nennen die Produktinformationen Halluzinationen zum Beispiel bei den Parkinsonmitteln Pramipexol und Levodopa/Carbidopa, beim Demenzmittel Donepezil, beim Muskelrelaxans Baclofen und beim Schlafmittel Zolpidem. Gelegentlich sind sie beim ADHS-Mittel Methylphenidat, selten bei Fluorchinolon-Antibiotika wie Ciprofloxacin und Levofloxacin, bei Prednison (Psychose) und Amitriptylin. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder eine Psychose nennt.

Können Parkinson-Medikamente Halluzinationen auslösen?

Halluzinationen sind laut Fachinformation von Pramipexol bekannte Nebenwirkungen einer Behandlung mit Dopaminagonisten und Levodopa; Betroffene sollten darüber informiert werden, dass meist visuelle Halluzinationen auftreten können. Die Packungsbeilage von Levodopa/Carbidopa nennt psychische Veränderungen wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Paranoia. Treten sie auf, sollen Sie die Einnahme abbrechen und unverzüglich ärztliche Hilfe suchen oder ins nächstgelegene Krankenhaus gehen. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Kann Cortison eine Psychose auslösen?

Das ist möglich. In der Fachinformation des Prednison-Präparats Lodotra ist eine Psychose als selten eingestuft (bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten). Die Fachinformation von Dexamethason nennt Psychosen, Manie und Halluzinationen. Ihre Häufigkeit hängt laut Fachinformation stark von Dosis und Behandlungsdauer ab und lässt sich nicht angeben. Laut Packungsbeilage von Dexamethason sollen Sie bei psychischen Verstimmungen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren und die Behandlung auf keinen Fall selbst abbrechen.

Können Antibiotika Halluzinationen verursachen?

Ja, zum Beispiel Fluorchinolone. Bei Ciprofloxacin und Levofloxacin sind Halluzinationen laut Packungsbeilage selten. Psychiatrische Reaktionen können laut Fachinformation von Ciprofloxacin schon nach der ersten Anwendung auftreten. Bei Halluzinationen oder Paranoia unter Levofloxacin sollen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage abbrechen und sofort einen Arzt aufsuchen. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Was ist ein Delir?

Die Packungsbeilage von Pramipexol beschreibt ein Delir als verminderte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit und Realitätsverlust. Laut Fachinformation von Amitriptylin kann bei älteren Menschen selten ein Delirium auftreten. Mehr dazu auf der Seite Vergesslichkeit und Verwirrtheit durch Medikamente.

Darf ich Auto fahren, wenn mein Medikament Halluzinationen auslöst?

Für Pramipexol verneint das die Packungsbeilage: Pramipexol kann Halluzinationen hervorrufen, und wenn Sie davon betroffen sind, dürfen Sie weder ein Fahrzeug führen noch Maschinen bedienen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Was können Angehörige tun?

Laut Packungsbeilage von Pramipexol sollen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, wenn Sie selbst, Ihre Familie oder Betreuungspersonen bemerken, dass sich manisches Verhalten oder ein Delir entwickelt. Bei einer akuten Psychose erkennen Betroffene laut IQWiG oft nicht, dass sie eine haben. In lebensbedrohlichen Fällen, etwa bei Bewusstlosigkeit oder einem Suizidversuch, rufen Sie den Notruf 112.

Können Halluzinationen auch andere Ursachen haben?

Ja. Halluzinationen wie Stimmenhören und Wahnvorstellungen gehören laut IQWiG zu den wesentlichen Beschwerden einer Schizophrenie. Zur Entwicklung einer Psychose können laut IQWiG unter anderem Drogen wie Cannabis oder Amphetamine, Schlafstörungen, psychischer Stress und traumatische Erfahrungen beitragen. Bestimmte Beschwerden einer Psychose kommen auch unter Drogeneinfluss oder bei Depressionen oder Angststörungen vor. Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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