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Enzalutamid (Xtandi): Nebenwirkungen und Wirkung
Enzalutamid (Xtandi) ist ein verschreibungspflichtiges Mittel für erwachsene Männer mit Prostatakrebs, das die Wirkung männlicher Hormone blockiert. Sehr häufig sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Stürze, Knochenbrüche, Hitzewallungen und Bluthochdruck; gelegentlich treten Krampfanfälle auf. Bei einem Krampfanfall, sich verschlimmernden Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder Sehstörungen wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Müdigkeit (laut Fachinformation Asthenie und Fatigue)[1, 2]
- Sehr häufig: Stürze[1, 2]
- Sehr häufig: Knochenbrüche[1, 2]
- Sehr häufig: Hitzewallungen[1, 2]
- Sehr häufig: Bluthochdruck[1, 2]
- Häufig: Angstgefühle[1, 2]
- Häufig: Trockene Haut, Juckreiz[1, 2]
- Häufig: Schwierigkeiten, sich zu erinnern, Vergesslichkeit, verminderte Konzentration, Schwierigkeiten, klar zu denken (laut Fachinformation Gedächtnisstörung, Amnesie, Aufmerksamkeitsstörung, kognitive Störung)[1, 2]
- Häufig: Verengung der Herzkranzgefäße (ischämische Herzerkrankung)[1, 2]
- Häufig: Brustvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie), Schmerzen an der Brustwarze, schmerzempfindliche Brust[1, 2]
- Häufig: Beschwerden eines Restless-Legs-Syndroms: unkontrollierbarer Drang, einen Körperteil zu bewegen, meist das Bein[1, 2]
- Häufig: Veränderungen des Geschmackssinns[1, 2]
Wofür wird Enzalutamid eingesetzt?
Enzalutamid ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das unter dem Namen Xtandi im Handel ist. Es wird bei erwachsenen Männern mit Prostatakrebs eingesetzt [1, 2]. Laut Packungsbeilage sind das drei Situationen: Prostatakrebs, der nicht mehr auf eine Hormontherapie oder eine Operation zur Senkung des Testosteronspiegels anspricht; Prostatakrebs, der sich in andere Körperbereiche ausgebreitet hat und noch auf eine solche Behandlung anspricht; und ein schnell ansteigender PSA-Wert nach Entfernung der Prostata oder Bestrahlung, wenn der Krebs noch auf eine Hormontherapie anspricht und sich nicht ausgebreitet hat [1].
Die Fachinformation grenzt diese Anwendungsgebiete genauer ab, etwa nach Risiko, nach vorheriger Chemotherapie und danach, ob Enzalutamid allein oder zusammen mit einer Androgenentzugstherapie gegeben wird [2]. Laut Fachinformation sollte die Behandlung von einer spezialisierten Ärztin oder einem spezialisierten Arzt mit Erfahrung in der Behandlung des Prostatakrebses begonnen und überwacht werden [2].
Wie wirkt Enzalutamid?
Enzalutamid blockiert die Aktivität männlicher Hormone, der Androgene wie Testosteron [1]. Die Fachinformation ordnet es den Antiandrogenen zu: Es hemmt die Bindung der Androgene an ihren Rezeptor und mehrere weitere Schritte dieses Signalwegs [2].
Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt laut Fachinformation 5,8 Tage [2]. Enzalutamid regt bestimmte Enzyme in Leber und Darm stark an, die viele andere Arzneimittel abbauen; diese Wirkung kann einen Monat oder länger anhalten. Laut Fachinformation sollte man sich vor Beginn der Behandlung einen Überblick über alle gleichzeitig angewendeten Arzneimittel verschaffen [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation sind die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen Schwäche und Müdigkeit, Hitzewallungen, Bluthochdruck, Knochenbrüche, Stürze und Kopfschmerzen; weitere wichtige Nebenwirkungen sind eine ischämische Herzerkrankung und Krampfanfälle [2]. Krampfanfälle wurden bei 6 von 1.000 Behandelten berichtet, unter Placebo bei weniger als 3 von 1.000 [1]. Mehr zu einzelnen Beschwerden lesen Sie unter Hitzewallungen, Knochenschwund und Knochenbrüche und Blutdruckanstieg durch Medikamente.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit (laut Fachinformation Asthenie und Fatigue)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
- Verletzungen und VergiftungenStürze[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeKnochenbrüche[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
- Gefäße und KreislaufHitzewallungen[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
- Gefäße und KreislaufBluthochdruck[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheAngstgefühle[1, 2]Mehr dazu: Angst
- HautTrockene Haut, Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
- NervensystemSchwierigkeiten, sich zu erinnern, Vergesslichkeit, verminderte Konzentration, Schwierigkeiten, klar zu denken (laut Fachinformation Gedächtnisstörung, Amnesie, Aufmerksamkeitsstörung, kognitive Störung)[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- HerzVerengung der Herzkranzgefäße (ischämische Herzerkrankung)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustBrustvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie), Schmerzen an der Brustwarze, schmerzempfindliche Brust[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- NervensystemBeschwerden eines Restless-Legs-Syndroms: unkontrollierbarer Drang, einen Körperteil zu bewegen, meist das Bein[1, 2]Mehr dazu: Unruhige Beine (Restless Legs)
- NervensystemVeränderungen des Geschmackssinns[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- NervensystemKrampfanfälle (in Studien bei 6 von 1.000 Behandelten gegenüber weniger als 3 von 1.000 unter Placebo)[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- PsycheHalluzinationen (laut Fachinformation visuelle Halluzinationen)[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- Blut und LymphsystemNiedrige Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Leber und GalleErhöhte Leberenzymwerte im Bluttest[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- NervensystemPosteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES): eine seltene, sich zurückbildende Erkrankung des Gehirns, etwa mit Krampfanfall, sich verschlimmernden Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Blindheit oder anderen Sehstörungen[1, 2]Mehr dazu: KrampfanfälleKopfschmerzenVerwirrtheitSehstörungen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Rückenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwächeRückenschmerzen
- HerzVeränderungen im EKG (QT-Verlängerung)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- Magen und DarmSchwierigkeiten beim Schlucken des Arzneimittels, auch Würgeanfälle (laut Fachinformation vor allem bei den Kapseln)[1, 2]
- Magen und DarmMagenverstimmung einschließlich Übelkeit; Erbrechen; Durchfall[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenDurchfall
- HautHautreaktion mit roten Punkten oder Flecken, die wie eine Zielscheibe aussehen können, mit dunkelrotem Zentrum und blassroten Ringen (Erythema multiforme)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- HautSchwerwiegende Hautreaktion mit rötlichen, nicht erhabenen, zielscheibenähnlichen oder kreisrunden Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Hautabschälung und Geschwüren in Mund, Rachen, Nase, an den Genitalien oder Augen, möglicherweise nach Fieber und grippeähnlichen Beschwerden (Stevens-Johnson-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
- HautHautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- ImmunsystemSchwellung von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder Hals[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische Reaktionen
- Blut und LymphsystemVerminderung der Blutplättchen, die das Risiko für Blutungen oder blaue Flecken erhöht[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
- Stoffwechsel und ErnährungVerminderter Appetit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Nach einem Krampfanfall kann die Ärztin oder der Arzt entscheiden, dass Sie die Einnahme beenden müssen [1]. Laut Fachinformation wird empfohlen, Enzalutamid bei einem PRES abzusetzen; bei Anzeichen einer schweren Hautreaktion muss es unverzüglich abgesetzt werden [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Stürze und Knochen: Stürze und Knochenbrüche gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen [1]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie sich unsicher auf den Beinen fühlen, gestürzt sind oder Knochenschmerzen haben.
Krampfanfälle: Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor Beginn, ob Sie ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle haben oder Arzneimittel einnehmen, die Anfälle begünstigen können [1]. Nehmen Sie nie mehr als die verordnete Dosis: Krampfanfälle sind dann wahrscheinlicher [1].
Schlucken: Schlucken Sie die Kapseln im Ganzen mit ausreichend Wasser. Haben Sie Schwierigkeiten mit großen Kapseln oder hatten Sie schon Schluckstörungen, fragen Sie nach den Tabletten [1]. Bemerken Sie Anzeichen einer Magen-Darm-Blutung, Blut im Urin oder häufigen dringenden Harndrang, suchen Sie so schnell wie möglich ärztlichen Rat [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Führen Sie eine Liste Ihrer Arzneimittel mit sich und zeigen Sie sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Ihnen ein neues Mittel verschrieben wird. Beginnen oder beenden Sie kein Arzneimittel, ohne mit der Ärztin oder dem Arzt gesprochen zu haben, der Enzalutamid verschreibt [1]. Laut Fachinformation ist Enzalutamid ein potenter Enzyminduktor: Es kann die Spiegel vieler gängiger Arzneimittel erheblich senken, bis zum Verlust ihrer Wirkung [2]. Einige Mittel, etwa bestimmte Asthmamittel, Antidepressiva und Antipsychotika, können das Risiko für Krampfanfälle erhöhen [1]. Weil unter Enzalutamid das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöht sein kann, ist bei Mitteln, die das QT-Intervall verlängern, besondere Vorsicht geboten; mehr dazu unter QT-Verlängerung [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Mittel, die das Krampfanfallrisiko erhöhen können: bestimmte Asthmamittel (z. B. Aminophyllin, Theophyllin), Mittel gegen Depression und Schizophrenie (z. B. Clozapin, Olanzapin, Risperidon, Ziprasidon, Bupropion, Lithium, Chlorpromazin, Thioridazin, Amitriptylin, Doxepin, Imipramin, Mirtazapin), bestimmte Schmerzmittel (z. B. Pethidin) | Höheres Risiko für Krampfanfälle[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Blutgerinnungshemmer wie Warfarin, Acenocumarol oder Clopidogrel | Laut Fachinformation kann Enzalutamid ihre Wirkung beeinflussen[1, 2] | Vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen; laut Fachinformation sollte die gleichzeitige Behandlung mit Warfarin und ähnlichen Mitteln (Cumarinen) vermieden werden; sonst zusätzliche Kontrollen des Gerinnungswerts (INR) |
| Viele andere Arzneimittel, die über bestimmte Enzyme abgebaut werden, etwa Fentanyl, Tramadol, Clarithromycin, Doxycyclin, Cabazitaxel, Carbamazepin, Clonazepam, Phenytoin, Primidon, Valproinsäure, Haloperidol, Diazepam, Midazolam, Zolpidem, Bisoprolol, Propranolol, Diltiazem, Felodipin, Nicardipin, Nifedipin, Verapamil, Digoxin, Dexamethason, Prednisolon, Indinavir, Ritonavir, Tacrolimus, Omeprazol, Atorvastatin, Simvastatin, Levothyroxin | Enzalutamid und diese Mittel können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen; laut Fachinformation können die Spiegel dieser Mittel erheblich sinken, bis zum Verlust der Wirkung, und die Wirkung auf die Enzyme kann einen Monat oder länger anhalten[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; eine Dosisänderung kann nötig sein. Beginnen oder beenden Sie keine Arzneimittel ohne Rücksprache |
| Gemfibrozil (Cholesterinsenker) und andere starke Hemmstoffe des Enzyms CYP2C8 | Mehr Enzalutamid im Blut[1, 2] | Laut Fachinformation möglichst vermeiden; wenn nötig, Dosis von Enzalutamid verringern |
| Colchicin, Dabigatranetexilat, Digoxin | Laut Fachinformation können diese Mittel im Blut ansteigen[1, 2] | Mit Vorsicht anwenden; eventuell Dosisverringerung nötig |
| Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (z. B. Chinidin, Procainamid, Amiodaron, Sotalol) und Mittel, die das QT-Intervall verlängern können, wie Methadon, Moxifloxacin oder Antipsychotika | Wirkung der Rhythmusmittel kann beeinträchtigt sein; höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Paracetamol | Laut Fachinformation ist die Gefahr einer Leberschädigung bei gleichzeitiger Behandlung mit einem Enzyminduktor vermutlich höher[2] | Vorher ärztlich besprechen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Enzalutamid nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Enzalutamid ist nicht für Frauen bestimmt und darf von Frauen, die schwanger sind oder werden können, nicht eingenommen werden; für Kinder und Jugendliche ist es ebenfalls nicht bestimmt [1, 2]. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie eine Herz- oder Gefäßerkrankung, Leber- oder Nierenprobleme oder früher schwere Hautreaktionen hatten, Blutgerinnungshemmer einnehmen oder eine Chemotherapie erhalten [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Krampfanfälle: Mittel, die einen Krampfanfall auslösen oder die Anfallsbereitschaft erhöhen, und ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle vorher mitteilen. Krampfanfälle sind wahrscheinlicher bei mehr als der empfohlenen Dosis, mit bestimmten anderen Arzneimitteln oder bei erhöhtem Anfallsrisiko[1, 2]
- Herz- oder Gefäßerkrankung, auch Herzrhythmusstörungen, oder Behandlung mit Mitteln dagegen: Das Risiko für Herzrhythmusstörungen kann erhöht sein. Laut Fachinformation wurden Männer mit kürzlich erlittenem Herzinfarkt, instabiler Angina pectoris, schwerer Herzschwäche, verlangsamtem Herzschlag oder unkontrolliertem Bluthochdruck nicht in die Hauptstudien aufgenommen[1, 2]
- Früherer schwerer Hautausschlag, Hautabschälung, Blasen oder wunde Stellen im Mund nach Enzalutamid oder anderen Arzneimitteln[1, 2]
- Neue Krebsarten: Es wurde über neue (zweite) Krebserkrankungen berichtet, darunter Blasen- und Dickdarmkrebs[1, 2]
- Schluckschwierigkeiten: Wer große Kapseln schlecht schlucken kann oder schon Schluckstörungen hatte, kann Schwierigkeiten oder Würgeanfälle bekommen; laut Packungsbeilage wird empfohlen, stattdessen Tabletten zu verwenden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[1, 2]
- Leber- oder Nierenprobleme: vorher mitteilen. Laut Fachinformation ist bei schwerer Nierenfunktionsstörung Vorsicht geboten; bei schwerer Leberfunktionsstörung wurde eine verlängerte Halbwertszeit beobachtet[1, 2]
- Chemotherapie, etwa mit Docetaxel: vorher mitteilen; laut Fachinformation kann eine häufigere Verminderung weißer Blutkörperchen durch Docetaxel nicht ausgeschlossen werden[1, 2]
- Kinder und Jugendliche: Enzalutamid ist nicht für sie bestimmt[1, 2]
- Die Weichkapseln enthalten Sorbitol, eine Zuckerart[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Hinweise. Enzalutamid kann einem ungeborenen Kind schaden; deshalb gelten für Männer während der Behandlung und 3 Monate danach besondere Regeln zur Verhütung [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Verkehrstüchtigkeit, Verhütung und Einnahme sagen [1, 2].
Schwangerschaft
Enzalutamid ist nicht für Frauen bestimmt. Es kann das ungeborene Kind schädigen oder eine Fehlgeburt verursachen und darf von Frauen, die schwanger sind oder werden können, nicht eingenommen werden. Frauen, die schwanger sind oder werden können, sollten beschädigte oder geöffnete Kapseln nur mit Schutz wie Handschuhen anfassen.[1, 2]
Männer: Während der Behandlung und 3 Monate danach beim Geschlechtsverkehr mit einer Frau, die schwanger werden könnte, ein Kondom und eine weitere Verhütungsmethode benutzen; beim Geschlechtsverkehr mit einer Schwangeren ein Kondom, um das ungeborene Kind zu schützen. Enzalutamid könnte die männliche Fruchtbarkeit beeinflussen.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Enzalutamid darf von stillenden Müttern nicht eingenommen werden; laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob es in die Muttermilch übergeht.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Enzalutamid könnte einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen haben: Es wurden Krampfanfälle sowie laut Fachinformation psychische und neurologische Wirkungen berichtet. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle haben.[1, 2]
Einnahme
Einmal täglich zur gleichen Zeit, zu oder unabhängig von den Mahlzeiten. Die Weichkapseln im Ganzen mit ausreichend Wasser schlucken, nicht kauen, auflösen oder öffnen. Nur Sie selbst oder Ihre Pflegeperson dürfen das Arzneimittel anfassen.[1]
Einnahme vergessen: die gewohnte Dosis nehmen, sobald Sie daran denken; einen ganzen Tag vergessen: am nächsten Tag die gewohnte Dosis; länger als einen Tag vergessen: umgehend die Ärztin oder den Arzt fragen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Einnahme nur ab, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es angeordnet hat. Laut Fachinformation kann nach dem Ende der Behandlung eine schrittweise Dosisverringerung gleichzeitig eingenommener Arzneimittel nötig sein.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie mehr eingenommen als verschrieben, beenden Sie die Einnahme und wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt: Das Risiko für Krampfanfälle oder Nebenwirkungen könnte erhöht sein. Laut Fachinformation gibt es kein Gegenmittel.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilagen der Kapseln und der Tabletten nennen dieselbe übliche Tagesdosis; die Fachinformation ergänzt, was bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter anderer Mittel und bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion gilt [1, 2, 3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Enzalutamid immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein: einmal täglich zur gleichen Zeit, zu oder unabhängig von den Mahlzeiten. Schlucken Sie die Kapseln im Ganzen; kauen, lösen oder öffnen Sie sie nicht [1]. Nur Sie selbst oder Ihre Pflegeperson dürfen das Arzneimittel anfassen [1].
Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie die gewohnte Dosis, sobald Sie daran denken; haben Sie einen ganzen Tag vergessen, nehmen Sie am nächsten Tag die gewohnte Dosis. Haben Sie die Einnahme länger als einen Tag vergessen, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Brechen Sie die Einnahme nur ab, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es angeordnet hat [1]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Enzalutamid
Enzalutamid ist als Xtandi in Form von Weichkapseln und Filmtabletten erhältlich [1, 3]. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Xtandi mit Stand Juli 2026; die Angaben zu Nebenwirkungen stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation der Weichkapseln [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Xtandi | Astellas Pharma Europe B.V. (in Deutschland: Astellas Pharma GmbH) | Weichkapseln mit 40 mg (Grundlage dieser Seite) sowie Filmtabletten mit 40 mg und 80 mg; verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Xtandi (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Xtandi 40 mg Weichkapseln. Astellas Pharma Europe B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Xtandi (EPAR), Anhang I: Fachinformation Xtandi 40 mg Weichkapseln, und Anhang II. Astellas Pharma Europe B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Xtandi (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Xtandi 40 mg/80 mg Filmtabletten. Astellas Pharma Europe B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Enzalutamid (Xtandi) am häufigsten?
Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Stürze, Knochenbrüche, Hitzewallungen und Bluthochdruck. Häufig sind unter anderem Angstgefühle, trockene Haut, Juckreiz, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme, eine ischämische Herzerkrankung und eine Brustvergrößerung bei Männern. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Nebenwirkungen Sie belasten.
Kann Enzalutamid Krampfanfälle auslösen?
Ja. Krampfanfälle wurden bei 6 von 1.000 Behandelten berichtet, unter Placebo bei weniger als 3 von 1.000. Sie sind wahrscheinlicher, wenn mehr als die empfohlene Dosis eingenommen wird, bei bestimmten anderen Arzneimitteln oder bei erhöhtem Anfallsrisiko. Haben Sie einen Krampfanfall, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Warum sind Stürze und Knochenbrüche unter Enzalutamid ein Thema?
Stürze und Knochenbrüche gehören laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, betreffen also mehr als 1 von 10 Behandelten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher auf den Beinen sind, gestürzt sind oder Schmerzen in Knochen haben.
Was ist PRES?
Das posteriore reversible Enzephalopathie-Syndrom ist eine seltene, sich zurückbildende Erkrankung des Gehirns; laut Packungsbeilage kann es bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen. Anzeichen können ein Krampfanfall, sich verschlimmernde Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Blindheit oder andere Sehstörungen sein. Wenden Sie sich dann umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Welche Wechselwirkungen hat Enzalutamid?
Enzalutamid kann die Wirkung vieler anderer Arzneimittel beeinflussen und umgekehrt, zum Beispiel von bestimmten Schmerzmitteln, Antibiotika, Mitteln gegen Epilepsie, Blutverdünnern, Blutdruck- und Herzmitteln, Kortison oder Schilddrüsenhormonen. Laut Fachinformation kann diese Wirkung einen Monat oder länger anhalten. Führen Sie eine Liste Ihrer Arzneimittel mit sich, und beginnen oder beenden Sie keines ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt, der Enzalutamid verschreibt.
Muss ich unter Enzalutamid verhüten?
Ja, Enzalutamid kann einem ungeborenen Kind schaden. Männer sollen während der Behandlung und 3 Monate danach beim Geschlechtsverkehr mit einer Frau, die schwanger werden könnte, ein Kondom und eine weitere Verhütungsmethode benutzen; bei einer schwangeren Partnerin ein Kondom. Frauen, die schwanger sind oder werden können, sollten beschädigte Kapseln oder Tabletten nur mit Schutz wie Handschuhen anfassen.
Was tun, wenn die Kapseln schwer zu schlucken sind?
Es gab Berichte über Schluckschwierigkeiten und Würgeanfälle, vor allem bei den Kapseln. Schlucken Sie sie im Ganzen mit ausreichend Wasser. Haben Sie Schwierigkeiten mit großen Kapseln oder hatten Sie schon Schluckstörungen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Enzalutamid gibt es auch als Tabletten.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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