KrankheitenKrankheit
Bluthochdruck
Von Bluthochdruck (Hypertonie) spricht die Nationale VersorgungsLeitlinie, wenn der in der Arztpraxis gemessene Blutdruck bei 140 mmHg systolisch und/oder 90 mmHg diastolisch oder darüber liegt und sich das bei weiteren Messungen bestätigt; zu Hause gilt ein Mittelwert ab 135/85 mmHg. Meist macht er keine Beschwerden, kann aber auf Dauer das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden erhöhen. Neben weniger Salz, Bewegung und Abnehmen bei Übergewicht nennt die Leitlinie ACE-Hemmer, Sartane, Calciumkanalblocker sowie Thiazide und thiazidartige Diuretika als Mittel der ersten Wahl. Bei sehr hohem Blutdruck mit Atemnot, starker Brustenge, Lähmungen, Seh- oder Sprechstörungen rufen Sie den Notruf 112.

Bluthochdruck (Hypertonie) ist verbreitet: Etwa 50 Prozent der Männer und etwa 40 Prozent der Frauen in Deutschland haben einen erhöhten Blutdruck, und etwa 15 Prozent der Erwachsenen mit Bluthochdruck wissen nichts davon [6, 7]. Meist spürt man ihn nicht. Auf Dauer schädigt er aber die Gefäße und kann das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden erhöhen [6]. Behandelt wird mit Änderungen des Lebensstils und, wenn nötig, mit Medikamenten. Als Mittel der ersten Wahl nennt die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Hypertonie ACE-Hemmer, Sartane, Calciumkanalblocker sowie Thiazide und thiazidartige Diuretika [1].
Was ist Bluthochdruck?
Mit jedem Herzschlag pumpt das Herz Blut in den Kreislauf; dabei übt das Blut Druck auf die Gefäßwände aus. Das ist der Blutdruck. Angegeben werden zwei Werte: der systolische Wert, wenn sich das Herz zusammenzieht, und der diastolische Wert, wenn der Herzmuskel erschlafft, zum Beispiel 128 zu 85 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) [6]. Von Bluthochdruck spricht man, wenn er dauerhaft erhöht ist; einmalig erhöhte Werte bedeuten das noch nicht [6, 8].
Grenzwerte und Einteilung
Die NVL Hypertonie (Version 1.0 von 2023) folgt bei der Definition der europäischen Leitlinie von 2018. Maßgeblich ist der in der Arztpraxis im Sitzen gemessene Blutdruck [1]:
| Kategorie | Systolisch (mmHg) | Diastolisch (mmHg) | |
|---|---|---|---|
| Hypertonie Grad 1 | 140 bis 159 | und/oder | 90 bis 99 |
| Hypertonie Grad 2 | 160 bis 179 | und/oder | 100 bis 109 |
| Hypertonie Grad 3 | ≥ 180 | und/oder | ≥ 110 |
| Isolierte systolische Hypertonie | ≥ 140 | und | < 90 |
Außerhalb der Praxis gelten niedrigere Grenzwerte, weil eine Messung durch Fachpersonal erfahrungsgemäß als ungewohnte oder aufregende Situation erlebt werden kann. Für eine Hypertonie sprechen nach der NVL bei der Heimmessung ein Mittelwert über sieben Tage ab 135/85 mmHg, bei der 24-Stunden-Messung ein Tagesmittel ab 135/85 mmHg, ein 24-Stunden-Mittel ab 130/80 mmHg und ein Nachtmittel ab 120/70 mmHg [1].
Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) setzt die Grenze in ihrer Leitlinie von 2024, deren Kurzfassung die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) als Pocket-Leitlinie auf Deutsch herausgegeben hat, ebenfalls bei 140/90 mmHg. Neu ist dort die Kategorie "erhöhter Blutdruck" mit systolisch 120 bis 139 mmHg oder diastolisch 70 bis 89 mmHg. Für sie empfiehlt die ESC-Leitlinie eine Blutdrucksenkung durch Änderungen des Lebensstils; bei ausreichend hohem Herz-Kreislauf-Risiko empfiehlt sie, nach einer dreimonatigen Lebensstilintervention bei bestätigten Werten ab 130/80 mmHg eine medikamentöse Blutdrucksenkung einzuleiten [5].
Zielwerte unter Behandlung
Nach der NVL "sollen" individuelle Therapieziele für den Blutdruck vereinbart werden (Empfehlung 5-2, starke Empfehlung). Als ideal sieht die Leitliniengruppe einen Praxisblutdruck unter 140/90 mmHg. Je nach Alter, Lebenserwartung, Herz-Kreislauf-Risiko, Belastung durch die Behandlung, Nebenwirkungen und Präferenzen kann ein anderer Wert angemessen sein, in einem Korridor von höchstens 160/90 mmHg bis, nur im Ausnahmefall, mindestens 120/70 mmHg. Für die Heimmessung empfiehlt sie, vom Praxis-Zielwert 5 mmHg abzuziehen; das gilt nicht für Werte unter 130 mmHg [1]. Die ESC-Leitlinie empfiehlt für die meisten Erwachsenen unter Behandlung einen systolischen Zielbereich von 120 bis 129 mmHg, vorausgesetzt, die Behandlung wird gut vertragen (Empfehlungsklasse I) [5]. Welcher Zielwert für Sie gilt, vereinbaren Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Symptome
Ein erhöhter Blutdruck ist meistens nicht zu spüren und lässt sich nur feststellen, indem man ihn misst. Nur wenn er extrem hoch ist, löst er manchmal Beschwerden wie Schwindel und Sehstörungen aus; das kann ein Notfall sein [7]. Hinweise auf eine Blutdruckentgleisung können auch ein roter Kopf oder rote Wangen, Kopfschmerz und Übelkeit sein [4].
Mögliche Folgen
Bleibt der Blutdruck lange erhöht, werden die Arterien steifer, und das Herz muss dauerhaft mehr arbeiten. Mögliche Folgen sind laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Herzinfarkt und koronare Herzkrankheit, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, Schlaganfall, Nierenschäden und Durchblutungsstörungen in den Beinen (pAVK) [7]. Je höher der Blutdruck, desto größer ist das Erkrankungsrisiko [7].
Ursachen und Risikofaktoren
Oft lässt sich keine bestimmte Ursache finden; Fachleute sprechen dann von essenziellem oder primärem Bluthochdruck. Bei etwa 5 von 100 Menschen mit zu hohem Blutdruck lässt sich eine Ursache feststellen, zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine verengte Nierenarterie (sekundärer Bluthochdruck) [7]. Bei einem solchen Verdacht "soll" nach der NVL weitere Diagnostik erfolgen (Empfehlung 3-6). Als Hinweis auf eine Schlafapnoe nennt sie lautes Schnarchen oder auffällige Atempausen [1]. Die wichtigsten Risikofaktoren sind laut IQWiG Übergewicht, eine salzreiche Ernährung, zu viel Alkohol, Rauchen und zu wenig Bewegung. Bluthochdruck kann aber auch familiär veranlagt sein, und Luftverschmutzung durch Straßenverkehr kann den Blutdruck erhöhen [7].
Medikamente als Ursache: Manchmal erhöhen Medikamente den Blutdruck etwas, zum Beispiel bestimmte Mittel gegen psychische Erkrankungen, entzündungshemmende Schmerzmittel wie Diclofenac und Ibuprofen, abschwellende Nasensprays oder -tropfen und hormonelle Verhütungsmittel mit Östrogen [7]. Die NVL nennt außerdem Immunsuppressiva, Antidepressiva und Kortison zum Einnehmen oder Spritzen; auch nach Lakritz, Koffein sowie Fitness- und Diätprodukten wird gefragt [1]. Vor einer Steigerung der Behandlung "sollen" unter anderem die zeitweise Einnahme blutdrucksteigernder Medikamente und die regelmäßige Einnahme der Blutdrucksenker geprüft werden (Empfehlung 7-3) [1]. Mehr: Medikamente, die den Blutdruck erhöhen.
Diagnose
Bei allen Menschen ab 18 Jahren "sollte" nach der NVL einmal der Blutdruck gemessen und dokumentiert werden (Empfehlung 2-1) [1]. Gesetzlich Versicherte können ab dem 35. Geburtstag alle drei Jahre einen Gesundheits-Check-up mit Blutdruckmessung wahrnehmen [6]. Besteht nach der Messung in der Praxis weiter der Verdacht, "soll" eine 24-Stunden-Langzeitmessung empfohlen werden; ist sie nicht verfügbar oder wird sie nicht angenommen, "sollte" zu Hause mit einem validierten Gerät gemessen werden, sonst nach drei bis vier Wochen erneut in der Praxis (Empfehlung 3-2) [1]. Ist die Diagnose bestätigt, "soll" eine Untersuchung von Natrium, Kalium, Nierenfunktion, Blutfetten, Nüchternblutzucker und Urin empfohlen werden (Empfehlung 3-4), ein Ruhe-EKG "sollte" empfohlen werden (Empfehlung 3-5) [1].
Behandlung ohne Medikamente

Behandlung ohne und mit Medikamenten sind nach der NVL in der Regel zwei Säulen, die sich ergänzen [1]. Ein leicht erhöhter Blutdruck lässt sich laut IQWiG oft schon mit einer Änderung des Lebensstils auf normale Werte senken; bei stark erhöhtem Blutdruck sind dafür oft Medikamente nötig [7].
| Maßnahme | Empfehlung der NVL | Empfehlungsgrad |
|---|---|---|
| Weniger Salz | weniger als 6 g Kochsalz pro Tag [1] | "soll" (6-2) |
| Bewegung | bei körperlicher Inaktivität regelmäßige Bewegung in moderater Intensität, mindestens zwei Stunden pro Woche, möglichst über die Woche verteilt [1] | "soll" (6-4) |
| Belastungsuntersuchung | wer körperlich aktiv werden will oder ist, um Intensität, Dauer und Art der Bewegung festzulegen [1] | "sollte" (6-5) |
| Abnehmen | bei Übergewicht und Adipositas; als sinnvoll gilt die Kombination aus weniger Kalorien und mehr Bewegung [1] | "sollte" (6-3) |
| Nicht rauchen | Rauchen aufgeben, Passivrauch möglichst meiden [1] | "soll" (6-6) |
| Alkohol | die Grenzen des risikoarmen Alkoholkonsums nicht überschreiten [1] | "sollte" (6-7) |
| Entspannung | zum Beispiel Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung [1] | "sollte" (6-8) |
| Schulung | strukturierte Schulungen, unter anderem zur Selbstmessung und zum Umgang mit Notfällen [1] | "sollte" (6-9) |
Wem die Änderungen allein oder mit ärztlicher Hilfe nicht gelingen, dem "sollten" strukturierte Programme empfohlen werden (Empfehlung 6-1), etwa von Selbsthilfegruppen, Volkshochschulen oder Krankenkassen [1].
Behandlung mit Medikamenten
Ist eine medikamentöse Behandlung nach den vereinbarten Zielen angezeigt, "soll" nach der NVL ihr Therapie-Algorithmus angewendet werden (Empfehlung 7-1); Wirkstoffwahl und Kombination "sollen" gemeinsam mit den Betroffenen entschieden werden (Empfehlung 7-2) [1]. Bei Hypertonie Grad 1 mit geringem Herz-Kreislauf-Risiko oder bei Gebrechlichkeit sieht der Algorithmus einen Wirkstoff vor, bei Grad 2 oder 3 oder bei Grad 1 mit hohem Risiko bevorzugt eine Kombination. Wird das Ziel nicht erreicht, werden zuerst regelmäßige Einnahme und Nebenwirkungen geprüft; dann "sollte" ein zweiter Wirkstoff dazukommen, bevor einer bis zur Höchstdosis gesteigert wird (Empfehlung 7-4). Kombinationen "sollten" bevorzugt als Fixkombination in einer Tablette angeboten werden (Empfehlung 7-5) [1].
Bei Begleiterkrankungen sind bevorzugt: nach einem Schlaganfall Calciumkanalblocker oder ACE-Hemmer sowie thiazidartige Diuretika, bei Herzschwäche ACE-Hemmer oder Sartane und Betablocker, bei koronarer Herzkrankheit Betablocker, ACE-Hemmer oder Sartane und Calciumkanalblocker, bei Diabetes ACE-Hemmer oder Sartane und Calciumkanalblocker, bei einer Nierenkrankheit ACE-Hemmer oder Sartane, bei stark eingeschränkter Nierenfunktion danach ein Schleifendiuretikum [1].
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| ACE-Hemmer | Ramipril, Enalapril, Lisinopril [9, 14] | Blockieren ein Enzym, das an der Bildung des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin beteiligt ist; die Blutgefäße weiten sich etwas [2, 9] | Ramipril, laut Packungsbeilage häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten): Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindelgefühl, niedriger Blutdruck, trockener Reizhusten, erhöhte Kaliumwerte im Blut [13]. Ein Angioödem kann laut BfArM jederzeit auftreten, auch erst zu einem späteren Zeitpunkt [10] |
| Sartane | Candesartan, Valsartan, Losartan, Telmisartan [13, 14, 26] | Heben die Wirkung des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin auf, ähnlich wie ACE-Hemmer [2, 9] | Candesartan, laut Packungsbeilage häufig: Schwindel, Kopfschmerzen, Atemwegsinfektion, niedriger Blutdruck, erhöhte Kaliumwerte, Beeinflussung der Nierenfunktion; Husten sehr selten (weniger als 1 von 10.000) [14] |
| Calciumkanalblocker | Amlodipin, Nifedipin, Felodipin (Dihydropyridine), Verapamil [1] | Hemmen den Einstrom von Calcium in die Zellen, dadurch erweitern sich die Blutgefäße [2] | Amlodipin, laut Packungsbeilage sehr häufig (mehr als 1 von 10): Ödeme; häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen, Hautrötung mit Wärmegefühl, Knöchelschwellungen [15]. Verapamil, häufig: verlangsamter Herzschlag, Verstopfung [16] |
| Diuretika: Thiazide und thiazidartige Diuretika | Chlortalidon, Indapamid, Hydrochlorothiazid [1] | Sorgen dafür, dass mehr Salze und damit auch Wasser ausgeschieden werden [2] | Hydrochlorothiazid, laut Packungsbeilage sehr häufig: Mangel an Kalium und Natrium; häufig: erhöhte Harnsäure, erhöhter Blutzucker, erhöhte Blutfette [17]. Das Risiko für weißen Hautkrebs steigt mit der Gesamtmenge (Rote-Hand-Brief 2018) [11] |
Von den Thiaziden und thiazidartigen Diuretika werden laut NVL die thiazidartigen Mittel Chlortalidon oder Indapamid, wenn möglich, bevorzugt eingesetzt. Betablocker sieht die Leitliniengruppe ohne Herzerkrankung nicht als primäre Behandlung bei Bluthochdruck, weil andere gut geprüfte Wirkstoffe zur Verfügung stehen. Für bestimmte Personengruppen nennt sie weitere Wirkstoffklassen [1]:
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Betablocker: bei Herzerkrankungen wie Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion, koronarer Herzkrankheit oder Vorhofflimmern [1] | Metoprolol, Bisoprolol [1] | Beeinflussen die Antwort des Körpers auf bestimmte Nervenimpulse, vor allem im Herzen; der Herzschlag wird langsamer [18] | Bisoprolol, laut Packungsbeilage häufig: Müdigkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen (bei Bluthochdruck vor allem zu Beginn), Kälte- oder Taubheitsgefühl in Fingern oder Zehen, Magen-Darm-Beschwerden [18] |
| Aldosteronantagonisten: bei therapieresistentem Bluthochdruck und primärem Hyperaldosteronismus [1] | Spironolacton [1] | Spironolacton erhöht als Gegenspieler des Hormons Aldosteron die Ausscheidung von Natrium und verringert den Kaliumverlust [20] | Spironolacton, laut Packungsbeilage häufig: lebensbedrohlich erhöhter Kaliumgehalt im Blut (vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion), erhöhte Harnsäure, Brustvergrößerung bei Männern, Brustspannung [19] |
| Alpharezeptorblocker: zweite Wahl, etwa bei gutartiger Prostatavergrößerung; laut NVL ungeeignet bei Herzschwäche und koronarer Herzkrankheit [1] | Doxazosin, Urapidil [1] | Erweitern die Blutgefäße, sodass das Herz das Blut leichter hindurchpumpen kann [21] | Doxazosin, laut Packungsbeilage häufig: Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Herzklopfen, Blutdruckabfall beim Aufstehen, Schwellungen an Knöcheln, Füßen oder Fingern [21] |
| Schleifendiuretika: bei Herzschwäche mit Beschwerden, Ödemen und chronischer Nierenkrankheit [1] | Furosemid [25] | Furosemid hemmt in einem Abschnitt der Niere (Henle-Schleife) die Rückaufnahme von Salzen; mit dem Natrium wird mehr Wasser ausgeschieden [25] | Furosemid, laut Packungsbeilage sehr häufig: Störungen der Blutsalze, Abnahme des Körperwassers, erhöhte Triglyzeride; häufig: zu wenig Natrium und Kalium, erhöhte Harnsäure und Gichtanfälle [22] |
| Zentrale Alpha-2-Rezeptor-Agonisten [1] | Moxonidin, Clonidin [1] | Moxonidin bindet an bestimmte Bindestellen im Gehirn und verringert die Aktivität der Nerven, die den Blutdruck regulieren [23] | Moxonidin, laut Packungsbeilage sehr häufig: Mundtrockenheit; häufig: Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Schlafstörungen [23] |
| Direkte Vasodilatatoren: Reservewirkstoffe, kombiniert mit Betablocker und Diuretikum [1] | Minoxidil (Tabletten) [1] | Wirken an der glatten Muskulatur der Gefäße und verringern so den Gefäßwiderstand [1] | Minoxidil-Tabletten, laut Packungsbeilage sehr häufig: schnellerer Herzschlag, Herzbeutelentzündung, EKG-Veränderungen, vermehrter Haarwuchs; häufig: Wasseransammlungen [24] |
Wird der Zielblutdruck trotz der höchsten vertragenen Dosis von drei Blutdrucksenkern nicht erreicht, spricht die NVL von therapieresistenter Hypertonie. Dann sieht der Algorithmus vor, eine nur scheinbare Resistenz oder einen sekundären Bluthochdruck auszuschließen und je nach Kaliumwert und Nierenfunktion Spironolacton oder einen Alpharezeptorblocker bzw. Betablocker hinzuzunehmen [1]. Die Zulassung unterscheidet sich je nach Präparat: Spironolacton Accord ist laut Fachinformation therapiebegleitend bei resistenter Hypertonie zugelassen [20], Spironolacton-ratiopharm laut Packungsbeilage für einen primären Hyperaldosteronismus und Wasseransammlungen bei bestimmten Erkrankungen [19]. Minoxidil-Tabletten werden laut Packungsbeilage angewendet, wenn sich der Blutdruck mit anderen Mitteln, auch in Kombination, nicht ausreichend kontrollieren lässt [24]. Außerdem nennt die NVL kaliumsparende Diuretika wie Amilorid in Kombination mit Hydrochlorothiazid und den Renin-Hemmer Aliskiren, der nicht mit ACE-Hemmern oder Sartanen kombiniert werden darf [1].
Bei Polymedikation, also vielen gleichzeitig eingenommenen Medikamenten, "sollte" eine Medikationsanalyse durchgeführt werden, gegebenenfalls mit der Apotheke (Empfehlung 7-15) [1]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen und im Medikationsplan.
Kinderwunsch und Schwangerschaft: ACE-Hemmer und Sartane sind laut NVL fruchtschädigend (teratogen) und werden bei geplanter oder bestehender Schwangerschaft nicht eingesetzt. Frauen im gebärfähigen Alter "sollen" bei Kinderwunsch Nifedipin, Metoprolol oder Alpha-Methyldopa angeboten werden (Empfehlung 7-9) [1]. Die vereinbarte Medikation "soll" trotz Kinderwunsch nicht ohne ärztliche Absprache abgesetzt oder herunterdosiert werden (Empfehlung 7-10) [1]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen der Medikamente
Zu Beginn einer Behandlung fühlen sich manche Menschen zunächst etwas schlapp, bis sich der Kreislauf auf den niedrigeren Blutdruck eingestellt hat. Wer ein Präparat wirklich nicht verträgt, kann es laut IQWiG mit einem anderen Wirkstoff versuchen und das passende Mittel gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt finden [9]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
- Reizhusten: laut IQWiG die häufigste Nebenwirkung von ACE-Hemmern; Sartane lösen seltener Hustenreiz aus [9]. Mehr: Reizhusten durch Medikamente.
- Angioödem: Laut einer Risikoinformation des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vom 28.05.2026 gilt für alle Arzneimittel, die ACE-Hemmer enthalten, auch für Kombinationspräparate: Während der Behandlung kann jederzeit ein Angioödem auftreten, auch erst zu einem späteren Zeitpunkt [10]. Mehr: Arzneimittelallergie.
- Weißer Hautkrebs: Laut einem Rote-Hand-Brief der Zulassungsinhaber vom 17.10.2018, abgestimmt mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem BfArM, haben pharmakoepidemiologische Studien für Hydrochlorothiazid ein mit steigender Gesamtmenge erhöhtes Risiko für nichtmelanozytären (weißen) Hautkrebs gezeigt. Wer Hydrochlorothiazid allein oder in einem Kombinationspräparat einnimmt, sollte die Haut regelmäßig auf neue oder veränderte Stellen untersuchen, verdächtige Stellen melden und sich vor Sonne und UV-Strahlung schützen [11]. Die NVL vermutet das erhöhte Risiko als Klasseneffekt der Thiazide und thiazidartigen Diuretika [1]. Mehr: Lichtempfindlichkeit.
- Betablocker: Laut Packungsbeilage von Bisoprolol sollte die Behandlung nicht abrupt beendet werden; bei koronarer Herzkrankheit besteht sonst die Gefahr eines Herzinfarkts und eines plötzlichen Todes [18]. Bei Asthma sind Betablocker laut NVL kontraindiziert; sind sie unverzichtbar, nennt die NVL kardioselektive (Beta-1-selektive) Betablocker als bevorzugt [1]. Die Packungsbeilage von Bisoprolol nennt schweres Asthma als Gegenanzeige [18].
- Kombinationen: Laut den Kernelementen des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC), die das BfArM am 01.12.2014 veröffentlicht hat, erhöht die kombinierte Anwendung von ACE-Hemmern, Sartanen oder Aliskiren miteinander (duale Blockade des Renin-Angiotensin-Systems) im Vergleich zur Behandlung mit nur einem dieser Mittel das Risiko für erhöhtes Kalium, niedrigen Blutdruck und eine Abnahme der Nierenfunktion; eine duale Blockade wird nicht empfohlen. Wer derzeit so behandelt wird, dem empfiehlt der PRAC, die Behandlung beim nächsten vorgesehenen Termin mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen [12].
Mehr zu einzelnen Beschwerden: Kaliumspiegel, Natriummangel, Schwindel, Wassereinlagerungen, Langsamer Puls und Libido und Potenz. Zum Absetzen: Ramipril, Candesartan, Amlodipin, Bisoprolol und Metoprolol. Nebenwirkungen können Sie auch direkt dem BfArM melden [13]; wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Leben mit Bluthochdruck: Selbstmessung und Kontrollen
Wer wegen Bluthochdruck behandelt wird, sollte laut NVL-Patientenblatt den Blutdruck regelmäßig zu Hause messen, um zu prüfen, ob der vereinbarte Zielwert erreicht ist [3]. So messen Sie am Oberarm:
- Morgens und abends in Ruhe, möglichst zur selben Uhrzeit und immer am selben Arm messen, bei Unterschieden am Arm mit den höheren Werten [3].
- Aufrecht sitzen, beide Beine nebeneinander auf dem Boden. Die Manschette am freien Oberarm 2 bis 3 cm oberhalb der Ellenbeuge anlegen, den Arm etwa auf Herzhöhe ablegen und mindestens 5 Minuten ruhen [3, 8].
- Während der Messung normal atmen, sich nicht bewegen, nicht sprechen [3].
- Zweimal hintereinander mit 1 bis 2 Minuten Abstand messen und alle Werte notieren; vor jedem Kontrolltermin etwa eine Woche lang täglich [3, 8].
Besonders wichtig sind regelmäßige Messungen in den ersten 4 bis 6 Wochen nach einem neuen Medikament oder einer neuen Dosis [3]. Nach Beginn oder Änderung der Behandlung sieht die NVL eine Kontrolle nach 4 bis 6 Wochen vor; ist das Ziel erreicht, ohne relevante Begleiterkrankungen jährlich, bei Begleiterkrankungen wie Herzschwäche oder chronischer Nierenkrankheit alle 3 Monate (Empfehlung 4-1, "sollte") [1]. Auch ohne Beschwerden ist es wichtig, die Medikamente täglich einzunehmen [2]. Als besonders hilfreich haben sich laut IQWiG regelmäßige Arzttermine, ein möglichst einfacher Einnahmeplan und Behälter mit Fächern für jeden Tag erwiesen [9]; dazu passt die Einnahme-Erinnerung.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Liegt der obere Wert über 180 mmHg und der untere über 110 mmHg, sprechen Fachleute von einer Blutdruckentgleisung [4]. Ohne weitere Beschwerden ist sie nach der NVL ernst zu nehmen, aber kein Notfall [1]. Bewahren Sie Ruhe und messen Sie nach etwa 30 Minuten erneut [4]. Sind die Werte nicht besser oder halten Beschwerden an, rufen Sie Ihre Arztpraxis an oder suchen sie auf [4]. Ein häufiger Grund für eine Entgleisung ist, dass blutdrucksenkende Medikamente nicht regelmäßig eingenommen oder weggelassen werden [4].
Ein Notfall liegt vor, wenn der stark erhöhte Blutdruck Gehirn und andere Organe schädigt. Mögliche Folgen sind etwa ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt, ein Riss in der Hauptschlagader, eine Gehirnblutung, Wasser in der Lunge oder Nierenprobleme [4]. Dann "soll" nach der NVL umgehend eine Einweisung ins Krankenhaus erfolgen (Empfehlung 7-14) [1]. Anzeichen können Atemnot, starke Brustenge, Verwirrtheit, Lähmungen, Seh- oder Sprechstörungen, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit sein. Legen Sie sich ruhig hin und rufen Sie den Notruf 112 oder lassen Sie ihn rufen [4, 8]. Sind Sie unsicher, holen Sie möglichst schnell fachkundigen Rat ein, etwa beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 [4]. In der Schwangerschaft brauchen Sie bei so hohen Werten rasch ärztliche Hilfe, weil das unter anderem ein Anzeichen einer Eklampsie sein kann [4, 8].
Die Packungsbeilage von Ramipril nennt Schwellungen des Gesichts, der Lippen oder des Rachens, die das Schlucken oder Atmen erschweren, als mögliche Anzeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion und als Grund, die Einnahme umgehend abzubrechen und sich unverzüglich an eine Ärztin oder einen Arzt zu wenden [13]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
Quellen
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie, Langfassung, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-009). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 1.0, 2023 (gültig bis 29.06.2028). abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie NVL Hypertonie, Patientenblatt "Was sind die wichtigsten Medikamente?". Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (BÄK, KBV, AWMF), Redaktion ÄZQ. Stand 2024. abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie NVL Hypertonie, Patientenblatt "Wie messe ich meinen Blutdruck richtig?". Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (BÄK, KBV, AWMF), Redaktion ÄZQ. Stand 2024. abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie NVL Hypertonie, Patientenblatt "Was tun, wenn der Blutdruck plötzlich viel zu hoch ist?". Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (BÄK, KBV, AWMF), Redaktion ÄZQ. Stand 2023. abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie Pocket-Leitlinie: Erhöhter Blutdruck und Hypertonie (ESC Pocket Guidelines Version 2024, deutsche Fassung). Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK), European Society of Cardiology (ESC). Stand Version 2024. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Bluthochdruck. gesund.bund.de, Bundesministerium für Gesundheit (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 05.03.2026. abgerufen am 17.10.2026
- Bluthochdruck (Hypertonie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.05.2024. abgerufen am 17.10.2026
- Wie wird der Blutdruck gemessen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.05.2024. abgerufen am 17.10.2026
- Mit welchen Medikamenten wird Bluthochdruck behandelt?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.05.2024. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Risikoinformation: ACE-Hemmer-haltige Arzneimittel, Epinephrin/Adrenalin möglicherweise unwirksam bei durch ACE-Hemmer ausgelöstem Angioödem. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 28.05.2026. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Hydrochlorothiazid: Risiko von nichtmelanozytärem Hautkrebs (Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom der Haut). Zulassungsinhaber hydrochlorothiazidhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 17.10.2018. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Wesentliche Elemente für die Kommunikation bezüglich der das Renin-Angiotensin-System beeinflussenden Arzneimittel (ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten, Aliskiren). Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC), veröffentlicht vom BfArM. Stand 01.12.2014. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ramipril-ratiopharm 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Candesartan-ratiopharm 8 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amlodipin-ratiopharm 5 mg N Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Verapamil-ratiopharm 120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation HCT-ratiopharm 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Bisoprolol-ratiopharm 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Spironolacton-ratiopharm 50 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Spironolacton Accord 25 mg/50 mg/100 mg Filmtabletten. Accord Healthcare GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Doxazosin-ratiopharm 4 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Furosemid-ratiopharm 40 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Moxonidin STADA 0,2 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 09/2019. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Minoxidil POA Pharma 2,5 mg / 10 mg Tabletten. POA Pharma Scandinavia AB (örtlicher Vertreter POA Pharma GmbH). Stand 09/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Furosemid-ratiopharm 40 mg / 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Losartan-ratiopharm 12,5 mg/25 mg/50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Ab welchem Wert spricht man von Bluthochdruck?
Nach der Nationalen VersorgungsLeitlinie Hypertonie ab einem in der Arztpraxis gemessenen Blutdruck von 140 mmHg systolisch und/oder 90 mmHg diastolisch, bestätigt durch weitere Messungen. Bei der Heimmessung gilt ein Mittelwert über sieben Tage ab 135/85 mmHg, im 24-Stunden-Mittel ab 130/80 mmHg.
Was bedeutet "erhöhter Blutdruck" in der ESC-Leitlinie von 2024?
Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie bezeichnet Praxiswerte von 120 bis 139 mmHg systolisch oder 70 bis 89 mmHg diastolisch als erhöhten Blutdruck. Bluthochdruck beginnt auch dort bei 140/90 mmHg. Bei erhöhtem Blutdruck empfiehlt die Leitlinie Änderungen des Lebensstils; bei ausreichend hohem Herz-Kreislauf-Risiko empfiehlt sie nach drei Monaten Lebensstilintervention bei bestätigten Werten ab 130/80 mmHg zusätzlich Medikamente.
Welche Medikamente werden bei Bluthochdruck eingesetzt?
Mittel der ersten Wahl sind laut Nationaler VersorgungsLeitlinie ACE-Hemmer, Sartane, Calciumkanalblocker sowie Thiazide und thiazidartige Diuretika. Betablocker kommen vor allem infrage, wenn sie wegen einer Herzerkrankung ohnehin angezeigt sind. Weitere Gruppen wie Spironolacton, Alpharezeptorblocker, zentral wirkende Mittel oder Minoxidil nennt die Leitlinie für bestimmte Personengruppen, etwa wenn der Blutdruck trotz drei Wirkstoffen nicht im Zielbereich liegt.
Welche Nebenwirkungen haben Blutdrucksenker?
Das hängt vom Wirkstoff ab. Bei ACE-Hemmern ist trockener Reizhusten laut IQWiG die häufigste Nebenwirkung; bei Amlodipin sind Wassereinlagerungen laut Packungsbeilage sehr häufig, bei Hydrochlorothiazid Störungen von Kalium und Natrium. Schwindel nennen die Packungsbeilagen von Ramipril, Amlodipin und Bisoprolol vor allem für den Beginn der Behandlung. Die Häufigkeiten stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten und in der Packungsbeilage Ihres Präparats.
Was tun bei Husten durch Blutdrucktabletten?
Trockener Reizhusten ist laut IQWiG die häufigste Nebenwirkung von ACE-Hemmern; Sartane lösen seltener Hustenreiz aus. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob ein anderer Wirkstoff infrage kommt. Ausführlich: Reizhusten durch Medikamente.
Kann man Bluthochdruck ohne Medikamente senken?
Ein leicht erhöhter Blutdruck lässt sich laut IQWiG oft schon mit einer Änderung des Lebensstils auf normale Werte senken. Die Leitlinie empfiehlt unter anderem weniger als 6 g Kochsalz pro Tag, regelmäßige Bewegung, Abnehmen bei Übergewicht und risikoarmen Alkoholkonsum. Das Rauchen aufzugeben empfiehlt sie, um einen weiteren Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auszuschließen. Bei stark erhöhtem Blutdruck sind laut IQWiG oft Medikamente nötig.
Was tun bei Blutdruckwerten über 180/110 mmHg?
Bewahren Sie Ruhe und messen Sie nach etwa 30 Minuten erneut. Sind die Werte nicht besser oder halten Beschwerden an, rufen Sie Ihre Arztpraxis an; sind Sie unsicher, holen Sie schnell Rat ein, etwa beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Kommen Atemnot, starke Brustenge, Lähmungen, Seh- oder Sprechstörungen, Krampfanfälle, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit hinzu, rufen Sie den Notruf 112. In der Schwangerschaft brauchen Sie bei so hohen Werten rasch ärztliche Hilfe.
Darf ich Blutdrucktabletten absetzen, wenn die Werte gut sind?
Laut NVL-Patientenblatt senken die Medikamente den Blutdruck durchgängig, wenn sie richtig eingenommen werden; auch ohne Beschwerden ist es wichtig, sie täglich einzunehmen. Ein häufiger Grund für einen entgleisten Blutdruck ist, dass Medikamente weggelassen werden. Die Packungsbeilage von Bisoprolol warnt vor einem abrupten Abbruch der Behandlung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
Krankheiten Niedriger BlutdruckEin niedriger Blutdruck kann Schwindel auslösen, zum Beispiel beim Aufstehen.
-
-
Krankheiten HerzinsuffizienzBei einer Herzinsuffizienz pumpt das Herz nicht mehr genug Blut in den Körper.
-
Werkzeuge Was heißt "häufig"?"Häufig" heißt in der Packungsbeilage: bei bis zu 1 von 10 Behandelten.