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Spironolacton: Nebenwirkungen und Wirkung
Spironolacton ist ein verschreibungspflichtiges, kaliumsparendes Entwässerungsmittel, das die Wirkung des Hormons Aldosteron blockiert. Es wird bei Wassereinlagerungen und einer erhöhten Aldosteron-Ausschüttung eingesetzt; Spironolacton Accord ist auch bei schwerer Herzschwäche zugelassen. Häufig steigt der Kaliumwert im Blut, was lebensbedrohlich werden kann. Bei unregelmäßigem Puls, Muskelschwäche oder Müdigkeit informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Lebensbedrohlich erhöhter Kaliumwert im Blut (Hyperkaliämie), vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion; er kann bis zu Muskellähmungen und Herzrhythmusstörungen führen[1, 2]
- Häufig: Erhöhte Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie), die bei entsprechender Veranlagung Gichtanfälle auslösen können[1, 2]
- Häufig: Bei Männern meist wieder zurückgehende Vergrößerung der Brust (Gynäkomastie); bei Frauen und Männern gesteigerte Berührungsempfindlichkeit der Brustwarzen und Brustspannung[1, 2]
- Häufig: Bei Frauen: Menstruationsstörungen[1, 2]
- Häufig: Bei Frauen: vermehrte Behaarung vom männlichen Typ (Hirsutismus)[1, 2]
Wofür wird Spironolacton eingesetzt?
Spironolacton ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das die Harnausscheidung steigert und so Wasseransammlungen im Gewebe ausschwemmen kann [1, 2]. Es gehört zu den Entwässerungsmitteln (Diuretika), genauer zu den kaliumsparenden Mitteln, die das Hormon Aldosteron blockieren [2].
Spironolacton-ratiopharm, die Grundlage dieser Seite, ist für zwei Anwendungsgebiete zugelassen: den primären Hyperaldosteronismus, bei dem ein Tumor der Nebenniere zu viel Aldosteron ausschüttet, wenn keine Operation angezeigt ist, und Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) oder in der Bauchhöhle (Aszites) bei Erkrankungen, die mit einer erhöhten Aldosteron-Ausschüttung einhergehen [1, 2].
Präparate verschiedener Hersteller können unterschiedliche Zulassungen haben. Spironolacton Accord zum Beispiel ist zusätzlich zugelassen bei Ödemen durch eine Herzschwäche, bei schwerer Herzinsuffizienz (NYHA III bis IV), begleitend bei resistentem Bluthochdruck, beim nephrotischen Syndrom und bei Leberzirrhose mit Aszites und Ödemen [4]. Wofür Ihr Präparat zugelassen ist, steht in seiner Packungsbeilage.
Wie wirkt Spironolacton?
Das Hormon Aldosteron sorgt in den Nieren dafür, dass Natrium im Körper bleibt und Kalium ausgeschieden wird. Spironolacton blockiert in den Nierenkanälchen die Bindung von Aldosteron an seinen Rezeptor und wirkt dem entgegen: Die Niere scheidet mehr Natrium und Chlorid aus, dafür weniger Kalium [2]. Deshalb heißt Spironolacton kaliumsparend, und aus demselben Grund kann der Kaliumwert im Blut steigen [1, 2].
Allein angewendet wirkt Spironolacton nur schwach harntreibend; zusammen mit anderen Entwässerungsmitteln wie Thiaziden oder Schleifendiuretika kann die Natriumausscheidung weiter gesteigert werden [2]. Die Wirkung setzt bei regelmäßiger Einnahme schrittweise ein und ist nach 2 bis 3 Tagen oder später am stärksten; die volle harntreibende Wirkung kann auch erst nach 2 Wochen eintreten [2]. Im Körper entstehen aus Spironolacton wirksame Abbauprodukte; für eines davon, Canrenon, beträgt die Halbwertszeit etwa 20 Stunden [2]. Spironolacton wirkt außerdem antiandrogen, also gegen männliche Geschlechtshormone; beim Menschen ist das nachgewiesen [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Häufig, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion, steigt der Kaliumwert im Blut lebensbedrohlich an [1, 2]. Häufig steigt auch die Harnsäure, was bei entsprechender Veranlagung Gichtanfälle auslösen kann [1, 2]. Die übrigen häufigen Nebenwirkungen betreffen Brust und Hormonhaushalt: bei Männern eine meist wieder zurückgehende Brustvergrößerung, bei Frauen und Männern Brustspannen, bei Frauen Menstruationsstörungen und vermehrte Behaarung [1, 2].
Ohne feste Häufigkeitsangabe beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation weitere Störungen des Flüssigkeits- und Salzhaushalts: vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion Natrium- und Magnesiummangel sowie erhöhtes Chlorid und Calcium, bei übermäßiger Harnausscheidung eine verminderte Blutmenge, außerdem eine Übersäuerung des Blutes. Als Folge der Störungen der Blutsalze und der verminderten Blutmenge können Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit, Durst, Kopfschmerzen, Schwäche, Schwindel, Müdigkeit, Sehstörungen, Verwirrtheit, Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufbeschwerden bis zum Kreislaufkollaps entstehen. Bei starker Entwässerung kann sich das Blut eindicken; vor allem bei älteren Menschen kann dann die Neigung zu Thrombosen und Embolien steigen [1, 2]. Fälle von Nierenfunktionsstörungen sind berichtet worden [1, 2].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungLebensbedrohlich erhöhter Kaliumwert im Blut (Hyperkaliämie), vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion; er kann bis zu Muskellähmungen und Herzrhythmusstörungen führen[1, 2]Mehr dazu: Veränderter KaliumspiegelHerzrhythmusstörungen
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie), die bei entsprechender Veranlagung Gichtanfälle auslösen können[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und Gicht
- Geschlechtsorgane und BrustBei Männern meist wieder zurückgehende Vergrößerung der Brust (Gynäkomastie); bei Frauen und Männern gesteigerte Berührungsempfindlichkeit der Brustwarzen und Brustspannung[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- Geschlechtsorgane und BrustBei Frauen: Menstruationsstörungen[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Geschlechtsorgane und BrustBei Frauen: vermehrte Behaarung vom männlichen Typ (Hirsutismus)[1, 2]
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerringerung der Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie durch Antikörper, die Spironolacton auslöst)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemAllergische Reaktionen, die als Haut- und Schleimhautreaktionen auftreten können[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- NervensystemKopfschmerzen, Schläfrigkeit, Verwirrtheitszustände, Störung der Bewegungsabläufe (Ataxie), Schwächegefühl, Schwindel[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenMüdigkeitVerwirrtheitSchwäche (Asthenie)Schwindel
- Magen und DarmMundtrockenheit, Magen-Darm-Beschwerden wie Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Magen-Darm-Krämpfe[1, 2]Mehr dazu: MundtrockenheitBauchschmerzenÜbelkeitErbrechenDurchfall
- Magen und DarmBlutungen der Magenschleimhaut und Magen-Darm-Geschwüre, auch mit Blutungen[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- HautHautrötung, Juckreiz, Hautausschlag, Nesselausschlag (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreizNesselsucht
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe (Wadenkrämpfe)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustPotenzstörungen[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
- Nieren und HarnwegeWieder zurückgehender Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Blut[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenVeränderte Laborwerte
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie) bei Leberzirrhose; starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen mit Infektneigung und schweren Allgemeinbeschwerden (Agranulozytose); Hinweise darauf können Fieber, Schüttelfrost, Schleimhautveränderungen und Halsschmerzen sein[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte InfektanfälligkeitFieber
- NervensystemStimmveränderungen: bei Frauen tiefere, bei Männern höhere Stimmlage, auch Heiserkeit; bei manchen bleibt die Veränderung auch nach dem Absetzen bestehen[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustBei Frauen: schmerzhafte Schwellungen der Brust (Mastodynie), Zwischenblutungen und Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und BrustvergrößerungZyklusstörungen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Leber und GalleLeberschädigung (Hepatotoxizität) mit Anstieg der Leberenzyme und durch Gewebeuntersuchung nachgewiesener Leberentzündung (Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautEntzündliche ringförmige Hautrötungen (Erythema anulare) und Hautveränderungen ähnlich einer flachen Knötchenflechte (Lichen ruber planus)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- HautHaarausfall bis zur Haarlosigkeit (Alopezie)[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- Muskeln, Knochen und GelenkeKnochenerweichung (Osteomalazie)[1, 2]
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HautPemphigoid: Erkrankung, bei der sich mit Flüssigkeit gefüllte Blasen auf der Haut bilden[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- HautSchwere Hautreaktionen mit ausgedehntem Ausschlag, Blasen und sich abschälender Haut (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) oder schwere allergische Reaktion mit Hautausschlag, Beteiligung innerer Organe wie erhöhten Leberenzymen und einer Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (DRESS)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagLeberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautLupus-erythematodes-artiges Syndrom[1, 2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bestimmte Nebenwirkungen wie ein erhöhter Kaliumwert oder Blutbildveränderungen wie die Agranulozytose können lebensbedrohlich werden. Tritt eine Nebenwirkung plötzlich auf oder entwickelt sie sich stark, informieren Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt; sie oder er entscheidet, ob die Behandlung weitergeführt wird [1]. Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion darf Spironolacton nicht noch einmal eingenommen werden [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Kalium im Blick behalten: Zu Beginn und während einer längeren Behandlung wird der Kaliumwert im Blut regelmäßig kontrolliert, zusammen mit Natrium, Calcium, Nierenwerten, Harnsäure und dem Säure-Basen-Haushalt [1, 2]. Nehmen Sie keine zusätzlichen Kaliumpräparate und keine anderen kaliumsparenden Entwässerungsmittel ohne ärztliche Anordnung ein, und meiden Sie eine kaliumreiche Ernährung [1, 2]. Bei unregelmäßigem Pulsschlag, Müdigkeit oder Muskelschwäche, etwa in den Beinen, muss an einen zu hohen Kaliumwert gedacht werden; informieren Sie dann umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].
Flüssigkeit und Gewicht: Achten Sie während der Behandlung auf ausreichendes Trinken. Der Gewichtsverlust durch die vermehrte Harnausscheidung sollte 1 kg am Tag nicht überschreiten [1, 2]. Unerwünschte Flüssigkeitsverluste, etwa durch Erbrechen, Durchfall oder starkes Schwitzen, sollen ausgeglichen werden [1, 2].
Brust, Zyklus, Stimme: Brustspannen, eine Vergrößerung der Brust bei Männern und Zyklusstörungen sind häufig; die Brustvergrößerung geht meist wieder zurück [1, 2]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie solche Veränderungen bemerken, statt Spironolacton eigenmächtig abzusetzen. Selten verändert sich die Stimme, und bei manchen bleibt das auch nach dem Absetzen bestehen; wer beruflich auf seine Stimme angewiesen ist, sollte das vorher besprechen [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Am wichtigsten sind Mittel, die ebenfalls den Kaliumwert erhöhen: Kaliumpräparate, kaliumsparende Entwässerungsmittel wie Triamteren oder Amilorid, das Antibiotikum Trimethoprim und ACE-Hemmer wie Captopril oder Enalapril. Zusammen mit Spironolacton kann das Kalium lebensgefährlich ansteigen; diese Kombinationen werden deshalb nicht empfohlen [1, 2]. Mit ACE-Hemmern drohen zudem ein starker Blutdruckabfall und eine Verschlechterung der Nierenfunktion [1, 2]. Entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR wie Indometacin oder Acetylsalicylsäure können die harntreibende Wirkung abschwächen und das Kalium erhöhen [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Kaliumpräparate (z. B. Kaliumchlorid), ACE-Hemmer (z. B. Captopril, Enalapril), kaliumsparende Entwässerungsmittel (z. B. Triamteren, Amilorid), Trimethoprim oder Trimethoprim/Sulfamethoxazol (Cotrimoxazol); kaliumreiche Lebensmittel | Stark erhöhter Kaliumwert bis hin zu einer lebensgefährlichen Hyperkaliämie[1, 2] | Kombination vermeiden bzw. nicht empfohlen; eine kaliumreiche Ernährung meiden |
| Andere Arzneimittel, die den Kaliumwert im Blut erhöhen können; die Fachinformation von Spironolacton Accord nennt dazu unter anderem Angiotensin-II-Antagonisten (Sartane) und Heparin | Schwere Hyperkaliämie möglich[1, 2, 4] | Die Behandlung sollte nur unter häufiger Kontrolle des Kaliumwerts erfolgen; Ärztin oder Arzt informieren |
| ACE-Hemmer (z. B. Captopril, Enalapril), auch zusammen mit Furosemid | Massiver Blutdruckabfall bis zum Schock und Verschlechterung der Nierenfunktion, die selten zu einem akuten Nierenversagen führen kann; bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern, Furosemid und Spironolacton kann ein akutes Nierenversagen auftreten[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation sollte eine Diuretikabehandlung 2 bis 3 Tage vor Beginn einer ACE-Hemmer-Behandlung abgesetzt werden |
| Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR, z. B. Indometacin, Acetylsalicylsäure), Salicylate, Phenytoin | Harntreibende Wirkung abgeschwächt; NSAR können zusätzlich das Kalium erhöhen und bei Flüssigkeitsmangel ein akutes Nierenversagen auslösen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Andere Entwässerungsmittel (Diuretika) | Verstärkte Harnausscheidung und stärkerer Blutdruckabfall[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Digoxin (Herzmittel) | Höhere Digoxinspiegel im Blut; die Bestimmung des Digoxinspiegels mit RIA kann gestört sein[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Carbenoxolon (Magenmittel) und größere Mengen Lakritze | Spironolacton und Carbenoxolon können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinträchtigen; Lakritze wirkt ähnlich wie Carbenoxolon[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren, auch über den Verzehr größerer Mengen Lakritze |
| Neomycin (Antibiotikum) | Aufnahme von Spironolacton aus dem Darm verzögert[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Abirateron (gegen Prostatakrebs) | Erhöhte PSA-Werte möglich, weil Spironolacton an den Androgenrezeptor bindet[1, 2] | Kombination laut Fachinformation nicht empfohlen; Ärztin oder Arzt informieren |
| Mitotan (gegen Nebennierenkrebs) | Spironolacton kann die Mitotan-Spiegel senken[1, 2] | Nicht gleichzeitig anwenden |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Spironolacton nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Bei einer schweren Nierenfunktionsstörung ist Spironolacton nicht nur unwirksam, sondern sogar schädlich [1, 2]. Ältere Menschen haben ein höheres Risiko für schwere Nebenwirkungen wie Störungen der Blutsalze, Flüssigkeitsmangel, Blutdruckabfall beim Aufstehen und Thrombosen; bei ihnen wird besonders auf die Nierenfunktion geachtet [1]. Spironolacton kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen [1, 2]. Die Übersicht unten gibt die Gegenanzeigen von Spironolacton-ratiopharm wieder [1, 2]. Andere Präparate können weitere nennen: Die Fachinformation von Spironolacton Accord führt zum Beispiel zusätzlich die Addisonsche Krankheit und die gleichzeitige Behandlung mit einem ACE-Hemmer und einem Sartan auf [4]. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Spironolacton oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Fehlende Harnausscheidung (Anurie) oder akutes Nierenversagen[1, 2]
- Schwere Nierenfunktionsstörung mit stark verminderter oder fehlender Harnausscheidung (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min oder Serum-Kreatinin über 1,8 mg/dl)[1, 2]
- Erhöhter Kaliumwert im Blut (Hyperkaliämie)[1, 2]
- Erniedrigter Natriumwert im Blut (Hyponatriämie)[1, 2]
- Schwangerschaft und Stillzeit[1, 2]
- Gleichzeitige Behandlung mit Mitotan (Mittel gegen einen bösartigen Tumor der Nebenniere)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Leichtere Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 60 ml/min): Behandlung nur mit häufiger Kontrolle des Kaliumwerts[1, 2]
- Neigung zu Übersäuerung des Blutes (Azidose) oder zu erhöhtem Kalium als Folge einer Grunderkrankung, etwa bei Diabetes mellitus[1, 2]
- Stark erniedrigter Blutdruck, verminderte Blutmenge (Hypovolämie) oder Flüssigkeitsmangel (Dehydratation)[1, 2]
- Ältere Menschen: auf eine eingeschränkte Nierenfunktion achten; höheres Risiko für schwere Nebenwirkungen wie Kalium- oder Natriummangel, Flüssigkeitsmangel, Blutdruckabfall beim Aufstehen und Thrombosen[1]
- Regelmäßige Blutkontrollen: Kalium, Natrium, Calcium, Bicarbonat, Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure und Säure-Basen-Haushalt[1, 2]
- Der Gewichtsverlust durch die verstärkte Harnausscheidung sollte 1 kg am Tag nicht überschreiten; während der Behandlung auf ausreichendes Trinken achten[1, 2]
- Berufe, in denen die Stimme besonders wichtig ist (z. B. Theater- und Lehrberufe): Stimmveränderungen können bleibend sein; Nutzen und Risiko abwägen[1, 2]
- Kinder: nicht länger als 30 Tage behandeln; Tabletten mit 50 mg sind für Kinder unter 25 kg Körpergewicht nicht geeignet[1, 2]
- Doping: Spironolacton kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen; Missbrauch als Dopingmittel kann die Gesundheit gefährden[1, 2]
- Spironolacton kann bestimmte Laboruntersuchungen stören, z. B. die Bestimmung des Digoxinspiegels mit RIA[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
In Schwangerschaft und Stillzeit darf Spironolacton laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3].
Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft dürfen Sie Spironolacton nicht einnehmen, weil es Hinweise gibt, dass es bei weiblichen und männlichen Nachkommen zu Störungen des Hormonhaushalts führen kann. Laut Fachinformation sind beim Menschen antiandrogene Wirkungen nachgewiesen.[1, 2]
Embryotox ordnet Spironolacton den Mitteln mit widersprüchlichen oder noch unzureichenden Studienergebnissen zu (geringer Erfahrungsumfang). Bei etwa 40 Neugeborenen, die im ersten Schwangerschaftsdrittel im Mutterleib Spironolacton ausgesetzt waren, ergaben sich keine Hinweise auf spezifische Fehlbildungen; ein klinisch bedeutsamer antiandrogener Effekt auf männliche Feten lässt sich aus den bisherigen Erfahrungen nicht ableiten. Die Anwendung in der Schwangerschaft ist laut Embryotox speziellen Anwendungsgebieten vorbehalten, nicht Bluthochdruck oder Schwangerschaftsödemen; nach einer Einnahme im ersten Drittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Ist ein Entwässerungsmittel (Diuretikum) erforderlich, sollte laut Embryotox zunächst geprüft werden, ob Hydrochlorothiazid infrage kommt. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
In der Stillzeit dürfen Sie Spironolacton nicht einnehmen. Laut Fachinformation ist ein wirksames Abbauprodukt (Canrenoat) in der Muttermilch nachgewiesen; ist eine Behandlung dennoch erforderlich, muss abgestillt werden.[1, 2]
Embryotox beschreibt eine geringe Menge in der Muttermilch; Beschwerden bei gestillten Kindern wurden bisher nicht beobachtet. Liegt tatsächlich ein Anwendungsgebiet vor, scheint Stillen laut Embryotox akzeptabel; die Kinderärztin oder der Kinderarzt sollte informiert sein.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Alkohol kann die Wirkung von Spironolacton verstärken. Zusammen mit Alkohol ist auch das Reaktionsvermögen stärker beeinträchtigt.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Spironolacton kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fähigkeit zum Autofahren, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, verstärkt zu Behandlungsbeginn, bei Dosiserhöhung, beim Wechsel des Präparats und zusammen mit Alkohol.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit, etwa einem Glas Wasser, einnehmen und während der Behandlung ausreichend trinken. Über die Dauer der Anwendung entscheidet die Ärztin oder der Arzt; sie sollte möglichst kurz sein, und die Notwendigkeit einer längeren Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden.[1, 2]
Einnahme vergessen: beim nächsten Mal nicht die doppelte Menge nehmen, sondern wie verordnet fortfahren.[1]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort eine Ärztin, einen Arzt oder den Notarzt benachrichtigen und die Packung bereithalten. Mögliche Folgen sind niedriger Blutdruck, Kreislaufstörungen beim Aufstehen, Störungen der Blutsalze, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufkollaps, Thromboseneigung und akutes Nierenversagen. Ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage von Spironolacton-ratiopharm nennt eine Anfangs- und eine Erhaltungsdosis für Erwachsene sowie eine Dosis nach Körpergewicht für Kinder; für die schwere Herzinsuffizienz, für die nur bestimmte Präparate zugelassen sind, gibt die Übersicht zusätzlich die Angaben der Fachinformation von Spironolacton Accord wieder [1, 4]. Die Übersicht ersetzt nicht die Verordnung: Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell nach Schweregrad und Ausmaß der Erkrankung fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit ein, etwa einem Glas Wasser [1]. Wie lange Sie Spironolacton einnehmen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; die Behandlung sollte möglichst kurz sein, und die Notwendigkeit einer längeren Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden. Kinder sollten Spironolacton nicht länger als 30 Tage erhalten [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie beim nächsten Mal nicht die doppelte Menge, sondern fahren wie verordnet fort [1].
Tritt eine Nebenwirkung plötzlich auf oder entwickelt sie sich stark, nehmen Sie Spironolacton nicht ohne ärztliche Anweisung weiter ein [1]. Bei Verdacht auf eine Überdosierung benachrichtigen Sie sofort eine Ärztin, einen Arzt oder den Notarzt und halten die Packung bereit [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Spironolacton
Spironolacton gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten und Filmtabletten in verschiedenen Stärken; die Präparate können sich in ihren zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Spironolacton-ratiopharm, ergänzt um die Fachinformation von Spironolacton Accord [1, 2, 4]. Weitere kaliumsparende Mittel sind etwa Eplerenon; andere Entwässerungsmittel sind zum Beispiel Hydrochlorothiazid und Torasemid.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Aldactone | verschreibungspflichtig | |
| Spironolacton Accord | Accord Healthcare GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 25, 50 oder 100 mg; zusätzlich zugelassen u. a. bei Ödemen durch Herzschwäche, bei schwerer Herzschwäche (NYHA III bis IV) und begleitend bei resistentem Bluthochdruck |
| Spironolacton-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 50 oder 100 mg; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Spironolacton-ratiopharm 50 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Spironolacton-ratiopharm Tabletten (50 mg/100 mg). ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Spironolacton. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Spironolacton Accord 25 mg/50 mg/100 mg Filmtabletten. Accord Healthcare GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Spironolacton eingesetzt?
Spironolacton-ratiopharm ist zugelassen beim primären Hyperaldosteronismus, wenn keine Operation infrage kommt, und bei Wassereinlagerungen im Gewebe oder in der Bauchhöhle bei Erkrankungen mit erhöhter Aldosteron-Ausschüttung. Spironolacton Accord ist außerdem bei Ödemen durch Herzschwäche, bei schwerer Herzschwäche (NYHA III bis IV), begleitend bei resistentem Bluthochdruck, beim nephrotischen Syndrom und bei Leberzirrhose mit Aszites und Ödemen zugelassen. Wofür Ihr Präparat zugelassen ist, steht in seiner Packungsbeilage.
Warum muss unter Spironolacton der Kaliumwert kontrolliert werden?
Spironolacton spart Kalium: Häufig steigt der Kaliumwert im Blut, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion. Ein zu hoher Kaliumwert kann lebensbedrohlich werden und zu Muskellähmungen und Herzrhythmusstörungen führen. Deshalb wird das Kalium zu Beginn und während der Behandlung regelmäßig kontrolliert; zusätzliches Kalium, andere kaliumsparende Mittel und eine kaliumreiche Ernährung sollen Sie meiden.
Kann Spironolacton die Brust vergrößern?
Ja. Bei Männern ist eine meist wieder zurückgehende Vergrößerung der Brust (Gynäkomastie) eine häufige Nebenwirkung; bei Frauen und Männern kommen häufig eine gesteigerte Berührungsempfindlichkeit der Brustwarzen und Brustspannen vor. Bei Frauen sind außerdem Menstruationsstörungen und vermehrte Behaarung häufig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie solche Veränderungen bemerken.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Spironolacton nehme?
Laut Packungsbeilage kann Alkohol die Wirkung von Spironolacton verstärken. Zusammen mit Alkohol kann außerdem das Reaktionsvermögen stärker beeinträchtigt sein, etwa im Straßenverkehr. Wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Darf ich mit Spironolacton Auto fahren?
Spironolacton kann auch bei richtiger Anwendung das Reaktionsvermögen so verändern, dass das Autofahren, das Bedienen von Maschinen oder das Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist. Das gilt verstärkt zu Beginn der Behandlung, bei einer Dosiserhöhung, beim Wechsel des Präparats und zusammen mit Alkohol.
Darf ich Spironolacton in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Nein. Laut Packungsbeilage darf Spironolacton in Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden; für die Schwangerschaft nennt sie als Grund Hinweise auf Störungen des Hormonhaushalts bei weiblichen und männlichen Nachkommen. Das Beratungszentrum Embryotox hält die Anwendung in der Schwangerschaft für speziellen Anwendungsgebieten vorbehalten und empfiehlt nach einer Einnahme im ersten Drittel eine weiterführende Ultraschalluntersuchung. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger werden möchten oder sind.
Welche Dosis Spironolacton ist üblich?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell fest, abhängig von Schweregrad und Ausmaß der Erkrankung. Für die schwere Herzschwäche nennt die Fachinformation von Spironolacton Accord andere Dosen als die Packungsbeilage von Spironolacton-ratiopharm. Die Angaben der Packungsbeilage finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Wirkstoffgruppen Diuretika (Entwässerungsmittel)Diuretika schwemmen über die Nieren Salz und Wasser aus.