NebenwirkungenNebenwirkung
Kaliumstörungen durch Medikamente
Den Kaliumspiegel erhöhen können laut Produktinformationen zum Beispiel ACE-Hemmer wie Ramipril, Sartane wie Candesartan, Spironolacton, Trimethoprim (in Cotrimoxazol) und Heparin, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion; senken können ihn Entwässerungsmittel wie Hydrochlorothiazid und Furosemid, Kortison, Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol und laut IQWiG die dauerhafte Einnahme von Abführmitteln. Muskelschwäche, unregelmäßiger Herzschlag oder Missempfindungen können laut Packungsbeilagen Zeichen einer Kaliumstörung sein. Stark erhöhte Werte können laut IQWiG zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Kalium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff: Es ist unter anderem wichtig für die Reizweiterleitung der Nerven, steuert das Anspannen der Muskeln und regelt, wie viel Flüssigkeit die Zellen enthalten [1]. Manche Medikamente erhöhen den Kaliumspiegel im Blut, andere senken ihn. Zu viel Kalium kann laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zum Beispiel an kaliumsparenden Diuretika und anderen Blutdrucksenkern liegen, zu wenig an Diuretika, Kortison oder der dauerhaften Einnahme von Abführmitteln [1]. Fachleute sprechen von Hyperkaliämie und Hypokaliämie; beide können sich je nach Ausprägung durch Beschwerden wie Muskelschwäche bemerkbar machen, und stark erhöhte Werte können zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen [1].
Welche Medikamente Kaliumstörungen auslösen können
Mittel, die den Kaliumspiegel erhöhen können
- ACE-Hemmer: In der Packungsbeilage von Ramipril sind erhöhte Kaliumwerte im Blut als häufig eingestuft (bei bis zu 1 von 10 Behandelten) [5]. Zu den Risikogruppen zählt die Fachinformation unter anderem Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion, Menschen über 70 Jahre, Menschen mit nicht oder unzureichend behandeltem Diabetes sowie Menschen mit Flüssigkeitsmangel (Dehydratation), einer akuten Verschlechterung einer Herzschwäche oder einer Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) [4]. Auch die gleichzeitige Behandlung mit NSAR (entzündungshemmenden Schmerzmitteln) kann laut Fachinformation das Risiko eines Kaliumanstiegs erhöhen [4].
- Sartane: Für Candesartan stuft die Packungsbeilage eine erhöhte Menge an Kalium im Blut als häufig ein, besonders bei bestehenden Nierenproblemen oder einer Herzleistungsschwäche; in schweren Fällen bemerken Betroffene möglicherweise Müdigkeit, Schwäche, unregelmäßigen Herzschlag oder Kribbeln ("Ameisenlaufen") [6].
- Spironolacton: Laut Packungsbeilage tritt unter Spironolacton, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion, häufig eine lebensbedrohliche Erhöhung des Kaliumgehalts im Blut auf, die bis zu Lähmungserscheinungen der Muskeln und Herzrhythmusstörungen führen kann [7]. Eine Neigung zu erhöhtem Kalium besteht laut DEGAM-Leitlinie zur chronischen Nierenkrankheit auch bei Eplerenon, Amilorid und Triamteren [3]. Mehr unter Diuretika.
- Trimethoprim: Unter Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol und Trimethoprim) kann es laut Fachinformation auch bei der üblichen Dosis zu einem erhöhten Kaliumspiegel kommen, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion; auch ein zu niedriger Kaliumspiegel wurde beobachtet [9]. Die Packungsbeilage stuft einen erniedrigten oder einen erhöhten Kaliumgehalt in Verbindung mit einem erniedrigten Natriumgehalt als gelegentlich ein (bei bis zu 1 von 100 Behandelten) [10]. Mehr unter Natriummangel.
- Heparin: Die Fachinformation nennt als seltene Nebenwirkung eine Funktionseinschränkung der Nebennierenrinde (Hypoaldosteronismus), verbunden mit erhöhtem Kalium und einer Übersäuerung des Blutes, besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion und Diabetes mellitus [11]. Bei diesen Risikogruppen und bei gleichzeitiger Einnahme von Mitteln, die den Kaliumspiegel erhöhen, sollte der Kaliumwert laut Produktinformation kontrolliert werden [11, 12].
Kombinationen: Kaliumpräparate, kaliumsparende Diuretika, Spironolacton, Sartane, Heparin und Trimethoprim zusammen mit einem ACE-Hemmer können laut Fachinformation von Ramipril zu einem erhöhten Kaliumspiegel führen [4]. Zusammen mit Spironolacton kann die Einnahme von Kaliumpräparaten, Trimethoprim, ACE-Hemmern oder kaliumsparenden Diuretika laut Packungsbeilage zu einer lebensgefährlichen Erhöhung führen und ist daher zu vermeiden; auch NSAR können dann das Kalium erhöhen [7]. Die Packungsbeilage von Candesartan nennt außerdem kaliumhaltige Salzersatzmittel [6]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
Mittel, die den Kaliumspiegel senken können
- Entwässerungsmittel: Unter Hydrochlorothiazid kommt es laut Packungsbeilage sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) zu Störungen im Flüssigkeits- und Salzhaushalt, insbesondere zu einem Mangel an Kalium und Natrium, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion [13]. Für Furosemid ist ein verminderter Kaliumgehalt des Blutes als häufig eingestuft, insbesondere bei gleichzeitig verminderter Kaliumzufuhr oder erhöhten Kaliumverlusten, zum Beispiel durch Erbrechen oder chronischen Durchfall [15]. Große Mengen Lakritze können laut Packungsbeilage von Furosemid die Kaliumverluste verstärken [15].
- Kortison (Glucocorticoide): Die Packungsbeilage von Prednisolon nennt einen Kaliummangel durch vermehrte Kaliumausscheidung; die Häufigkeit lässt sich laut Fachinformation nicht angeben, weil die Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen [16, 17]. Zusammen mit Entwässerungsmitteln können Glucocorticoide und Abführmittel laut den Packungsbeilagen von Hydrochlorothiazid und Furosemid zu verstärkten Kaliumverlusten führen [13, 15].
- Beta-2-Sympathomimetika (Asthmamittel): Eine Behandlung mit Beta-2-Agonisten wie Salbutamol kann laut Fachinformation zu einem möglicherweise schwerwiegenden Kaliummangel führen; die Häufigkeit ist nicht bekannt [18, 19]. Verstärkt werden kann er durch Theophyllin, Kortikoide, Diuretika, Digitalisglykoside oder einen Sauerstoffmangel im Blut [18].
- Abführmittel: Eine häufige Ursache für einen Kaliummangel ist laut IQWiG die dauerhafte Einnahme von Abführmitteln [1]. Die Packungsbeilage von Macrogol nennt erhöhte oder erniedrigte Kaliumspiegel mit nicht bekannter Häufigkeit [20]. Mehr unter Abführ- und Durchfallmittel.
In der Tabelle stehen erhöhte und erniedrigte Kaliumwerte gemeinsam; ob der Wert steigt oder sinkt, zeigt der Wortlaut.
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Chlortalidon | Sehr häufig | Erniedrigte Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie), vorzugsweise bei höheren Dosen |
| Hydrochlorothiazid | Sehr häufig | Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion: insbesondere Mangel an Kalium und Natrium, außerdem Mangel an Magnesium und Chlorid und ein erhöhter Calciumgehalt im Blut |
| Irbesartan | Sehr häufig | Bei Bluthochdruck mit Typ-2-Diabetes und Nierenerkrankung: erhöhte Kaliumwerte in Blutuntersuchungen · Erhöhte Kaliumwerte im Blut (Hyperkaliämie) |
| Mycophenolsäure | Sehr häufig | Verminderter Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie) · Erhöhter Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie) |
| Nivolumab | Sehr häufig | Im Bluttest (laut Fachinformation sehr häufig): Anstieg der Leberwerte (AST, ALT, alkalische Phosphatase), des Kreatinins und der Enzyme Lipase und Amylase; zu niedrige oder zu hohe Werte von Kalium und Kalzium; zu… |
| Sacubitril/Valsartan | Sehr häufig | Hoher Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung · Niedriger Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung |
| Tacrolimus | Sehr häufig | Erhöhte Kaliumkonzentration im Blut · Zu niedrige Werte von Magnesium, Phosphat, Kalium, Calcium oder Natrium im Blut, andere Veränderungen der Blutsalze, erhöhte Säurewerte des Blutes (metabolische Azidose) |
| Xipamid | Sehr häufig | Senkung des Kaliumspiegels im Blut (Hypokaliämie), die sich z. B. durch Übelkeit und Erbrechen äußern kann |
| Adalimumab | Häufig | Im Bluttest: erhöhte Harnsäure, auffällige Natriumwerte, niedriges Kalzium, Phosphat oder Kalium, hoher Blutzucker, erhöhte Laktatdehydrogenase, Nachweis von Autoantikörpern |
| Candesartan | Häufig | Erhöhter Kaliumwert im Blut, besonders bei bestehenden Nierenproblemen oder Herzschwäche; in schweren Fällen Müdigkeit, Schwäche, unregelmäßiger Herzschlag oder Kribbeln ("Ameisenlaufen") |
| Certoparin | Häufig | Bei Menschen ohne Operation mit eingeschränkter Beweglichkeit laut Fachinformation außerdem Verstopfung, Schlaflosigkeit, niedriger Kaliumspiegel und Übelkeit; diese Beschwerden traten unter unfraktioniertem Heparin… |
| Ciclosporin | Häufig | Hohe Harnsäure- oder Kaliumwerte im Blut, verminderte Magnesiumwerte |
| Enalapril | Häufig | Erhöhter Kaliumspiegel im Blut, erhöhter Kreatininwert im Blut (beides wird normalerweise durch Labortests festgestellt) |
| Eplerenon | Häufig | Erhöhter Kaliumwert im Blut (Hyperkaliämie), mit Beschwerden wie Muskelkrämpfen, Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen |
| Furosemid | Häufig | Zu wenig Kalium im Blut (Hypokaliämie), vor allem bei gleichzeitig geringer Kaliumzufuhr und/oder erhöhten Kaliumverlusten, z. B. durch Erbrechen oder anhaltenden Durchfall. Ein Kaliummangel kann sich durch… |
| Losartan | Häufig | Zu viel Kalium im Blut (Hyperkaliämie) · Anstieg von Harnstoff, Kreatinin und Kalium im Blut bei Menschen mit Herzleistungsschwäche |
| Pembrolizumab | Häufig | Erniedrigte Natrium-, Kalium- oder Kalziumwerte im Blut |
| Prednison | Häufig | Herzrhythmusstörungen aufgrund erhöhter Kaliumausscheidung · Störung des Säure-Basen-Haushalts im Blut durch niedrige Kaliumspiegel (hypokaliämische Alkalose) |
| Ramipril | Häufig | Erhöhter Kaliumwert im Blut (Hyperkaliämie) |
| Rituximab | Häufig | Bei GPA oder MPA: Anstieg des Kaliums im Blut |
| Salmeterol/Fluticason | Häufig | Zu niedriger Kaliumwert im Blut (Hypokaliämie), möglicherweise mit unregelmäßigem Herzschlag, Muskelschwäche oder Krämpfen; berichtet in einer COPD-Studie |
| Spironolacton | Häufig | Lebensbedrohlich erhöhter Kaliumwert im Blut (Hyperkaliämie), vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion; er kann bis zu Muskellähmungen und Herzrhythmusstörungen führen |
| Torasemid | Häufig | Kaliummangel (Hypokaliämie) bei kaliumarmer Ernährung, Erbrechen, Durchfall, nach übermäßigem Gebrauch von Abführmitteln oder bei chronischer Leberfunktionsstörung · Störungen des Salz- und Wasserhaushalts, abhängig… |
| Beclometason/Formoterol | Gelegentlich | Erniedrigte Kaliumwerte (Hypokaliämie), erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) |
| Celecoxib | Gelegentlich | Erhöhter Kaliumwert im Blut (Hyperkaliämie) mit Beschwerden wie Übelkeit, Ermüdung, Muskelschwäche oder Herzklopfen |
| Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim) | Gelegentlich | Erniedrigter Kaliumgehalt im Blut (Hypokaliämie) oder erhöhter Kaliumgehalt (Hyperkaliämie) in Verbindung mit einem erniedrigten Natriumgehalt (Hyponatriämie) |
| Drospirenon | Gelegentlich | Erhöhter Kaliumwert im Blut (Hyperkaliämie) |
| Duloxetin | Gelegentlich | Erhöhte Blutwerte von Kalium oder Kreatinphosphokinase (einem Muskelenzym), die man selbst nicht bemerkt |
| Etoricoxib | Gelegentlich | Erhöhte Kaliumwerte im Blut (Hyperkaliämie) |
| Febuxostat | Gelegentlich | Veränderte Blutwerte: weniger Blutplättchen, weiße Blutkörperchen oder Lymphozyten, weniger Hämoglobin, niedrigerer Hämatokrit; erhöhter Gerinnungswert INR; laut Fachinformation außerdem erhöhte Werte von Amylase,… |
| Leflunomid | Gelegentlich | Zu niedriger Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie) |
| Lisinopril | Gelegentlich | Erhöhter Kaliumwert im Blut |
| Pregabalin | Gelegentlich | Hoher Blutzucker; erhöhte Kreatinphosphokinase und erhöhtes Kreatinin im Blut, verringertes Kalium im Blut, verringerte Zahl der Blutplättchen |
| Telmisartan | Gelegentlich | Erhöhter Kaliumwert im Blut (Hyperkaliämie) |
| Topiramat | Gelegentlich | Abnahme des Kaliumspiegels im Blut |
| Valsartan | Gelegentlich | Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen als Zeichen eines erhöhten Kaliumwerts im Blut (Hyperkaliämie) · Erhöhte Kaliumwerte im Blut, die in schweren Fällen Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen hervorrufen können |
| Budesonid/Formoterol | Selten | Niedriger Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie) |
| Enoxaparin | Selten | Erhöhter Kaliumspiegel im Blut, eher bei Nierenproblemen oder Diabetes |
| Fluconazol | Selten | Niedriger Kaliumgehalt im Blut (Hypokaliämie) |
| Formoterol | Selten | Niedriger Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie); mögliche Anzeichen sind Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen |
| Heparin | Selten | Funktionseinschränkung der Nebennierenrinde (Hypoaldosteronismus) mit erhöhtem Kaliumspiegel im Blut und Störung des Säure-Basen-Haushalts (metabolische Azidose), insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion und… |
| Olmesartan | Selten | Erhöhte Kaliumwerte im Blut (Hyperkaliämie) |
| Tinzaparin | Selten | Anstieg des Kaliumwerts im Blut (Hyperkaliämie) |
| Citalopram | Nicht bekannt | Zu niedriger Kaliumwert im Blut (Hypokaliämie) |
| Dexamethason | Nicht bekannt | Kaliummangel durch vermehrte Kaliumausscheidung, der zu Herzrhythmusstörungen führen kann |
| Hydrocortison | Nicht bekannt | Veränderungen des Kaliumspiegels im Blut mit einem Überschuss an basischen Stoffen in Körpergeweben oder -flüssigkeiten (hypokaliämische Alkalose) |
| Indapamid | Nicht bekannt | Niedrige Kaliumwerte im Blut (Hypokaliämie), laut Fachinformation besonders schwerwiegend bei bestimmten Risikogruppen |
| Macrogol | Nicht bekannt | Veränderungen im Flüssigkeits- oder Salzhaushalt (Elektrolytverschiebungen), vor allem erhöhte oder erniedrigte Kaliumwerte (Hyper- und Hypokaliämie) und erniedrigte Natriumwerte (Hyponatriämie) |
| Pantoprazol | Nicht bekannt | Zu niedrige Natrium-, Magnesium-, Kalzium- oder Kaliumwerte im Blut (Hyponatriämie, Hypomagnesiämie, Hypokalzämie, Hypokaliämie) |
| Prednisolon | Nicht bekannt | Kaliummangel durch vermehrte Kaliumausscheidung |
| Salbutamol | Nicht bekannt | Erniedrigter Kaliumwert im Blut (Hypokaliämie); unter Beta-2-Agonisten kann er möglicherweise sehr ausgeprägt sein |
| Solifenacin | Nicht bekannt | Erhöhter Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie), der einen anormalen Herzrhythmus verursachen kann |
| Testosteron | Nicht bekannt | Gewichtszunahme; bei hoher Dosierung und/oder längerer Behandlung Veränderungen der Elektrolyte (Rückhaltung von Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium, anorganischen Phosphaten und Wasser) |
| Trastuzumab | Nicht bekannt | Hoher Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie) |
| Verapamil | Nicht bekannt | Zu hohe Kaliumkonzentration im Blut (Hyperkaliämie) |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (55 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Veränderter Kaliumspiegel als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (5 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Esomeprazol | Zu niedriger Magnesiumwert im Blut (Hypomagnesiämie), möglich bei Anwendung über mehr als 3 Monate; Zeichen können Erschöpfung, unwillkürliche Muskelanspannungen (Muskelkontraktionen), Verwirrtheit, Krämpfe, Schwindelgefühl und ein schnellerer Herzschlag… | Nicht bekannt |
| Lactulose | Störungen des Elektrolythaushalts (Salzhaushalts) durch Durchfall | Gelegentlich |
| Nivolumab | Tumorlyse-Syndrom: Stoffwechselentgleisung nach einer Krebsbehandlung mit hohen Kalium- und Phosphatwerten und niedrigem Kalzium im Blut | Nicht bekannt |
| Omeprazol | Zu niedriger Magnesiumwert im Blut (Hypomagnesiämie), möglich bei Anwendung über mehr als 3 Monate; Zeichen können Erschöpfung, unwillkürliche Muskelzuckungen, Verwirrtheit, Krämpfe, Schwindelgefühl und ein erhöhter Puls sein. Ein niedriger Magnesiumwert… | Nicht bekannt |
| Trastuzumab | Tumorlyse-Syndrom: Stoffwechselstörungen nach einer Krebsbehandlung mit hohen Kalium- und Phosphatwerten und niedrigem Calciumwert im Blut | Nicht bekannt |
Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen; andere Blutwerte behandelt die Seite Veränderte Laborwerte.
Woran Sie Kaliumstörungen durch ein Medikament erkennen
Der Kaliumwert im Blut
Kalium wird laut IQWiG bei vielen Blutuntersuchungen standardmäßig bestimmt, meist zusammen mit anderen Mineralstoffen wie Natrium, Chlorid und Kalzium [1]. Anlass für eine Kontrolle können zum Beispiel bestimmte Herzkrankheiten, eine Nierenschwäche, die Einnahme von Abführmitteln oder Diuretika und anhaltendes Erbrechen oder Durchfall sein [1]. Als Orientierung nennt das IQWiG für Erwachsene im Blutplasma 3,5 bis 4,6 Millimol pro Liter; die Referenzbereiche können sich aber von Labor zu Labor unterscheiden, und jedes Labor gibt eigene Bereiche an [1]. Von einem Laborwert allein lässt sich meist nicht auf eine Krankheit schließen [1].
Mögliche Beschwerden
Ein zu hoher Kaliumwert kann sich laut IQWiG durch Beschwerden wie Muskelschwäche oder einen verlangsamten Herzschlag bemerkbar machen [1]. Als mögliche Symptome einer schweren Hyperkaliämie nennt die Packungsbeilage von Spironolacton Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen; bei unregelmäßigem Pulsschlag, Müdigkeit oder Muskelschwäche, etwa in den Beinen, muss besonders an einen zu hohen Kaliumspiegel gedacht werden [7].
Ein zu niedriger Kaliumwert kann sich laut IQWiG zum Beispiel durch Muskelschwäche oder einen beschleunigten Herzschlag zeigen [1]. Die Packungsbeilage von Hydrochlorothiazid nennt als mögliche Symptome eines Kaliummangels Müdigkeit, Schläfrigkeit, Teilnahmslosigkeit, Muskelschwäche, Missempfindungen in den Gliedmaßen, Lähmungen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Blähungen, vermehrtes Wasserlassen, gesteigerten Durst sowie Herzrhythmusstörungen und Pulsunregelmäßigkeiten [13]. Mehr unter Herzrasen und Verlangsamter Herzschlag.
Wann besonders auf das Kalium geachtet wird
Bei Spironolacton und Hydrochlorothiazid muss der Kaliumgehalt im Blut laut Packungsbeilage bei Behandlungsbeginn und bei längerer Anwendung regelmäßig kontrolliert werden [7, 13]. Unter Cotrimoxazol sind Kalium und Natrium laut Packungsbeilage engmaschig zu überwachen, insbesondere zu Beginn der Behandlung und bei eingeschränkter Nierenfunktion [10]. Bei ACE-Hemmern sind laut Fachinformation von Ramipril Serumkalium und Nierenfunktion zu überwachen, wenn weitere kaliumerhöhende Mittel hinzukommen [4]. Notieren Sie, seit wann Sie welches Mittel einnehmen und wann Beschwerden auftreten, zum Beispiel im Nebenwirkungs-Tagebuch.
Warum Medikamente den Kaliumspiegel verändern können
Weniger Kalium über die Nieren ausgeschieden: Häufig ist der Kaliumwert laut IQWiG zu hoch, weil der Körper nicht genügend Kalium ausscheidet, etwa bei Nierenversagen, Hormonstörungen oder unter verschiedenen Medikamenten [1]. ACE-Hemmer können eine Hyperkaliämie bewirken, weil sie die Freisetzung des Hormons Aldosteron verhindern; bei normaler Nierenfunktion ist diese Wirkung laut Fachinformation von Ramipril im Allgemeinen nicht bedeutsam [4]. Spironolacton blockiert laut Fachinformation in den Nierenkanälchen die Bindung von Aldosteron an seinen Rezeptor und verringert so die Kaliumausscheidung [8]. Trimethoprim kann sich laut DEGAM-Leitlinie bei eingeschränkter Nierenfunktion anreichern und dann einen erhöhten Kaliumspiegel verursachen, insbesondere zusammen mit ACE-Hemmern, Sartanen oder Spironolacton [3].
Mehr Kalium ausgeschieden: Diuretika und Kortison können laut IQWiG dazu führen, dass der Körper über den Urin viel Kalium ausscheidet [1]. Unter Hydrochlorothiazid nimmt laut Fachinformation die Kaliumausscheidung zu, weil in den Nierenkanälchen vermehrt Natrium gegen Kalium ausgetauscht wird [14]. Auch bei schwerem Erbrechen und Durchfall verliert der Körper laut IQWiG zu viel Kalium [1].
Kalium anders verteilt: Ist das Blut nicht sauer genug (Alkalose), wird laut IQWiG mehr Kalium aus dem Blut in die Zellen befördert; bei einer Übersäuerung (Azidose) geben die Zellen dagegen zu viel Kalium ins Blut ab [1].
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Einen zu hohen oder zu niedrigen Kaliumwert sollten Sie laut IQWiG ärztlich abklären lassen; stecken Medikamente dahinter, können sie vielleicht in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt gewechselt oder anders dosiert werden [1]. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.
Kontrolltermine wahrnehmen. Viele der genannten Produktinformationen sehen regelmäßige Kontrollen der Blutsalze vor, zum Beispiel bei Spironolacton, Hydrochlorothiazid, Furosemid und Cotrimoxazol [7, 10, 13, 15]. Wie oft kontrolliert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Alle Mittel nennen. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Mittel Sie einnehmen, auch Kaliumpräparate und kaliumhaltige Salzersatzmittel; die Packungsbeilage von Candesartan nennt sie unter den Mitteln, die den Kaliumspiegel erhöhen [6]. Den Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.
Ernährung nur in Absprache. Ob mehr oder weniger Kalium in der Nahrung sinnvoll ist, hängt von Ihrem Mittel und Ihrem Wert ab. Die Packungsbeilage von Hydrochlorothiazid empfiehlt wegen der Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel wie Bananen, Gemüse und Nüsse, die von Prednisolon bei längerer Behandlung mit vergleichsweise hohen Dosen eine ausreichende Kaliumzufuhr [13, 16]. Unter Spironolacton ist eine kaliumreiche Ernährung dagegen laut Packungsbeilage zu vermeiden [7]. Bei einem erhöhten Wert kann laut IQWiG je nach Situation eine kaliumärmere Ernährung sinnvoll sein [1]. Besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Flüssigkeitsverluste ausgleichen. Unerwünschte Flüssigkeitsverluste, etwa durch Erbrechen, Durchfall oder starkes Schwitzen, sind laut Packungsbeilage von Spironolacton auszugleichen [7]. Anhaltendes Erbrechen oder Durchfall sind laut IQWiG auch ein Anlass, den Kaliumspiegel zu überprüfen [1]. Mehr unter Durchfall durch Medikamente.
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [13]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Bei stark erhöhten Kaliumwerten ist laut IQWiG schnelle ärztliche Hilfe wichtig, denn sie können zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen [1]. Auch bei einem akuten Nierenversagen gehört ein erhöhtes Kalium laut gesund.bund.de zu den Komplikationen, die zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen können [2]. Schwere Kaliumverluste können laut Packungsbeilage von Hydrochlorothiazid zu einer Darmlähmung oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum Koma führen [13].
Tritt eine Nebenwirkung plötzlich auf oder wird sie stark, sollen Sie laut den Packungsbeilagen von Spironolacton und Hydrochlorothiazid umgehend eine Ärztin oder einen Arzt informieren, weil ein zu hoher bzw. zu niedriger Kaliumgehalt unter Umständen lebensbedrohlich werden kann; das Mittel soll dann nicht ohne ärztliche Anweisung weiter eingenommen werden [7, 13]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden und schwere Atemnot sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [21]. Mehr unter QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen.
Andere Ursachen
Nicht jede Kaliumstörung unter einem Medikament kommt vom Medikament. Ein zu niedriger Wert entsteht laut IQWiG meistens, weil der Körper zu viel Kalium verliert, zum Beispiel bei schwerem Erbrechen und Durchfall, außerdem bei bestimmten Nierenerkrankungen und Hormonstörungen oder wenn über die Nahrung zu wenig Kalium aufgenommen wird [1]. Mehr unter Kaliummangel und Übelkeit und Erbrechen.
Ein zu hoher Wert kann laut IQWiG an Erkrankungen wie einem Nierenversagen oder an Hormonstörungen liegen, an einer Übersäuerung des Blutes, etwa wenn der Körper nicht genügend Sauerstoff bekommt, oder daran, dass bei Verletzungen Zellen zerstört werden und viel Kalium ins Blut gelangt [1]. Mehr unter Niereninsuffizienz und Nierenschäden durch Medikamente. Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Quellen
- Kalium. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Akutes Nierenversagen. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 29.06.2022. abgerufen am 12.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Versorgung von Patient*innen mit chronischer, nicht-nierenersatztherapiepflichtiger Nierenkrankheit in der Hausarztpraxis, Langversion (AWMF-Register-Nr. 053-048, DEGAM-Leitlinie Nr. 22, Version 2.0). Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN). Stand 06/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ramipril-ratiopharm® Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ramipril-ratiopharm® 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Candesartan-ratiopharm® 8 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Spironolacton-ratiopharm® 50 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Spironolacton-ratiopharm® Tabletten (50 mg/100 mg). ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Cotrim-ratiopharm® 400 mg/80 mg Tabletten / Cotrim forte-ratiopharm® 800 mg/160 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cotrim forte-ratiopharm® 800 mg/160 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Heparin-Natrium-5000-ratiopharm® (Ampullen/Fertigspritzen), Version 1. ratiopharm GmbH. Stand 03/2020. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Heparin-Natrium-5000-ratiopharm® Fertigspritzen mit Schutz (Versionscode Z02). ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation HCT-ratiopharm® 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation HCT-ratiopharm® 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Furosemid-ratiopharm® 40 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Salbutamol-ratiopharm® N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salbutamol-ratiopharm® N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Macrogol-ratiopharm® Balance Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente erhöhen den Kaliumspiegel?
Laut Produktinformationen zum Beispiel ACE-Hemmer wie Ramipril, Sartane wie Candesartan, Spironolacton, Trimethoprim (in Cotrimoxazol) und Heparin. Das Risiko ist vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion erhöht. Kommen mehrere solcher Mittel oder Kaliumpräparate und kaliumhaltige Salzersatzmittel zusammen, kann der Kaliumspiegel weiter steigen. Welche Wirkstoffe mit Steckbrief auf dieser Website Kaliumstörungen nennen, zeigt die Tabelle oben.
Welche Medikamente senken den Kaliumspiegel?
Zum Beispiel Entwässerungsmittel wie Hydrochlorothiazid (laut Packungsbeilage sehr häufig) und Furosemid (häufig), außerdem Kortison wie Prednisolon und Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol. Laut IQWiG ist auch die dauerhafte Einnahme von Abführmitteln eine häufige Ursache für einen Kaliummangel. Erbrechen und Durchfall können die Verluste verstärken.
Woran merke ich einen zu hohen oder zu niedrigen Kaliumwert?
Den Kaliumwert zeigt ein Bluttest. Laut IQWiG wird Kalium bei vielen Blutuntersuchungen standardmäßig bestimmt. Ein zu hoher Wert kann sich laut IQWiG durch Muskelschwäche oder einen verlangsamten Herzschlag bemerkbar machen, ein zu niedriger durch Muskelschwäche oder einen beschleunigten Herzschlag. Die Packungsbeilagen nennen außerdem zum Beispiel Müdigkeit, Missempfindungen, Muskelkrämpfe, Verstopfung oder Herzrhythmusstörungen. Bei solchen Beschwerden unter einem kaliumverändernden Mittel wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Darf ich Kaliumpräparate oder Salzersatz nehmen, wenn ich Blutdrucktabletten einnehme?
Nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Kaliumpräparate und kaliumhaltige Salzersatzmittel können zusammen mit ACE-Hemmern oder Sartanen laut Produktinformationen den Kaliumspiegel erhöhen. Zusammen mit Spironolacton ist die Einnahme von Kaliumpräparaten laut Packungsbeilage zu vermeiden, weil eine lebensgefährliche Erhöhung möglich ist.
Sollte ich bei Entwässerungstabletten mehr Bananen essen?
Das hängt vom Mittel ab. Die Packungsbeilage von Hydrochlorothiazid empfiehlt wegen der Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel wie Bananen, Gemüse und Nüsse. Unter Spironolacton, das den Kaliumspiegel erhöhen kann, ist eine kaliumreiche Ernährung dagegen laut Packungsbeilage zu vermeiden. Besprechen Sie Ihre Ernährung deshalb mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Muss ich mein Medikament absetzen, wenn mein Kaliumwert nicht stimmt?
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Lassen Sie den Wert laut IQWiG ärztlich abklären. Stecken Medikamente dahinter, können sie vielleicht gewechselt oder anders dosiert werden. Tritt eine Nebenwirkung plötzlich auf oder wird sie stark, informieren Sie laut Packungsbeilagen von Spironolacton und Hydrochlorothiazid umgehend eine Ärztin oder einen Arzt und nehmen das Mittel nicht ohne ärztliche Anweisung weiter ein.
Ist ein zu hoher Kaliumwert gefährlich?
Stark erhöhte Kaliumwerte können laut IQWiG zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen. Dann ist schnelle ärztliche Hilfe wichtig. Die Packungsbeilage von Spironolacton beschreibt eine Erhöhung, die bis zu Lähmungserscheinungen der Muskeln und Herzrhythmusstörungen führen kann. Bei Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen oder schwerer Atemnot rufen Sie den Notruf 112.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
Nebenwirkungen Medikamente, die den Blutzucker verändernManche Medikamente senken den Blutzucker zu stark, andere erhöhen ihn.
-
Nebenwirkungen Prolaktin, Brustspannen und Gynäkomastie durch MedikamenteManche Medikamente lassen die Brust spannen, wachsen oder Milch absondern.
-
Nebenwirkungen Gicht und erhöhte Harnsäure durch MedikamenteManche Medikamente erhöhen die Harnsäure und können Gichtanfälle auslösen, vor allem Entwässerungsmittel.
-
Ratgeber Medikamente und AlkoholAlkohol kann die Wirkung von Medikamenten verstärken oder abschwächen.