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Telmisartan: Nebenwirkungen und Wirkung

Telmisartan ist ein verschreibungspflichtiger Blutdrucksenker aus der Gruppe der Sartane (Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten). Er wird gegen Bluthochdruck und zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Erwachsenen mit erhöhtem Risiko eingesetzt. Bei rasch anschwellender Haut und Schleimhaut (Angioödem) oder Zeichen einer Blutvergiftung (Sepsis) sollten Sie die Einnahme abbrechen und unverzüglich ärztliche Hilfe suchen. Nach dem dritten Schwangerschaftsmonat darf Telmisartan nicht mehr eingenommen werden.

Paar Mitte sechzig geht Hand in Hand auf einem sonnigen Weg durch einen Weinberg im Spätsommer
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Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Niedriger Blutdruck (Hypotonie) bei Menschen, die zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt werden[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Telmisartan eingesetzt?

Telmisartan ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Sartane (Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten) [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird er bei Erwachsenen angewendet, um Bluthochdruck zu behandeln, der nicht durch eine andere Erkrankung verursacht wird (essentielle Hypertonie) [1]. Die Packungsbeilage erklärt dazu: Unbehandelt kann hoher Blutdruck die Blutgefäße in verschiedenen Organen schädigen, und weil er vorher gewöhnlich keine Beschwerden macht, ist regelmäßiges Blutdruckmessen notwendig [1].

Außerdem wird Telmisartan eingesetzt, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Erwachsenen mit erhöhtem Risiko zu verringern: bei eingeschränkter Durchblutung des Herzens oder der Beine, nach einem Schlaganfall oder bei Diabetes mit hohem Risiko [1]. Die Fachinformation nennt hier eine koronare Herzerkrankung, einen Schlaganfall oder eine periphere arterielle Verschlusserkrankung in der Vorgeschichte sowie Typ-2-Diabetes mit nachgewiesenem Organschaden [2].

Wie wirkt Telmisartan?

Angiotensin II ist ein Stoff, den der Körper selbst bildet: Er lässt die Blutgefäße enger werden und erhöht so den Blutdruck. Telmisartan blockiert seine Wirkung, die Blutgefäße entspannen sich und der Blutdruck sinkt [1]. Genauer verdrängt Telmisartan laut Fachinformation Angiotensin II von seiner Bindungsstelle, dem AT1-Rezeptor; außerdem sinkt der Aldosteronspiegel im Blut. Anders als die ACE-Hemmer hemmt Telmisartan nicht das Enzym, das auch den Botenstoff Bradykinin abbaut; laut Fachinformation ist deshalb keine Verstärkung der durch Bradykinin vermittelten unerwünschten Wirkungen zu erwarten [2].

Nach der ersten Gabe setzt die blutdrucksenkende Wirkung allmählich innerhalb von 3 Stunden ein. Die stärkste Blutdrucksenkung wird im Allgemeinen 4 bis 8 Wochen nach Behandlungsbeginn erreicht, und die Wirkung hält über 24 Stunden an. Die Pulsfrequenz beeinflusst Telmisartan dabei laut Fachinformation nicht [2]. Ausgeschieden wird der Wirkstoff fast ausschließlich über den Stuhl; die Eliminationshalbwertszeit liegt über 20 Stunden [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Als schwerwiegende Nebenwirkungen hebt die Fachinformation selten auftretende anaphylaktische Reaktionen und Angioödeme sowie akutes Nierenversagen hervor. In kontrollierten Studien mit Bluthochdruck-Patienten waren Nebenwirkungen unter Telmisartan insgesamt im Allgemeinen vergleichbar häufig wie unter einem Scheinmedikament (41,4 % gegenüber 43,9 %) [2]. Ein niedriger Blutdruck ist häufig bei Menschen, die Telmisartan zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusätzlich zu ihrer übrigen Behandlung nehmen; bei Bluthochdruck-Patienten ist er gelegentlich [1, 2].

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (Hypotonie) bei Menschen, die zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt werden[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • InfektionenBlutvergiftung (Sepsis), eine schwere Infektion mit entzündlichen Reaktionen des gesamten Körpers, möglicherweise mit tödlichem Ausgang; laut Packungsbeilage könnte es sich um einen Zufallsbefund handeln oder um einen bisher unbekannten Wirkungsmechanismus[1, 2]
  • Blut und LymphsystemMehr Eosinophile, eine Art der weißen Blutkörperchen (Eosinophilie); Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemSchwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion); allergische Reaktion, z. B. mit Hautausschlag, Juckreiz, Atembeschwerden, pfeifender Atmung (Giemen), Schwellung des Gesichts oder niedrigem Blutdruck[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Blutzucker bei Menschen mit Diabetes mellitus[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
  • PsycheAngstzustände[1, 2]Mehr dazu: Angst
  • NervensystemSchläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • AugenSehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzSchneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Magen und DarmMundtrockenheit, Magenbeschwerden, Geschmacksstörung (Dysgeusie)[1, 2]Mehr dazu: MundtrockenheitGeschmacksstörungen
  • Leber und GalleLeberfunktionsstörung; bei japanischen Patienten tritt sie mit höherer Wahrscheinlichkeit auf[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautRasches Anschwellen von Haut und Schleimhäuten (Angioödem), auch mit tödlichem Ausgang[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
  • HautEkzeme, Hautrötung (Erythem), Nesselsucht (Urtikaria), schwerer arzneimittelbedingter Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagNesselsucht
  • Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen (Arthralgie), Schmerzen in Armen und Beinen, Sehnenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenSehnenentzündung und Sehnenriss
  • Allgemeine BeschwerdenGrippeähnliche Erkrankung[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenVerminderter Hämoglobinwert, erhöhte Harnsäure, erhöhte Leberenzyme oder erhöhte Kreatinphosphokinase (CK) im Blut[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und GichtLeberschäden und erhöhte LeberwerteVeränderte Laborwerte

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • AtemwegeVermehrung von Bindegewebe in der Lunge (interstitielle Lungenerkrankung); ob Telmisartan die Ursache war, ist nicht bekannt[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Magen und DarmSchwellung des Darms (intestinales Angioödem) mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, berichtet nach Anwendung ähnlicher Arzneimittel[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenBauchschmerzenDurchfall

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Ein Angioödem und eine Blutvergiftung (Sepsis) sind selten, aber laut Packungsbeilage äußerst schwerwiegend und können unbehandelt tödlich verlaufen [1]. Bei der Sepsis ist laut Fachinformation offen, ob es sich um einen Zufallsbefund handelt: In einer Studie mit Menschen nach einem Schlaganfall traten Sepsisfälle unter Telmisartan häufiger auf als unter einem Scheinmedikament [2]. Bei Menschen, die Sartane nahmen, wurde über eine Schwellung des Darms (intestinales Angioödem) berichtet; sie hatten Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, und die Beschwerden klangen nach dem Absetzen ab [2]. Mehr über allergische Reaktionen lesen Sie auf der Seite Arzneimittelallergie.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Mitte fünfzig ruht am Nachmittag mit hochgelegten Füßen auf dem Sofa und hält eine Tasse Kräutertee
Bild: KI-generiert

Schwindel und niedriger Blutdruck: Bei einigen Menschen kommt es unter Telmisartan zu Schwindel oder Müdigkeit; dann sollten Sie nicht am Straßenverkehr teilnehmen und keine Maschinen bedienen [1]. Ein zu niedriger Blutdruck kann laut Fachinformation besonders nach der ersten Dosis auftreten, wenn ein Flüssigkeits- oder Salzmangel durch hoch dosierte Entwässerungsmittel, salzarme Kost, Durchfall oder Erbrechen besteht; ein solcher Mangel ist vorher auszugleichen [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Schwindel.

Kalium und Nierenwerte: Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird laut Fachinformation eine regelmäßige Kontrolle von Kalium und Kreatinin im Blut empfohlen, bei Risikopatienten eine engmaschige Kaliumkontrolle [2]. Nehmen Sie zusätzlich ACE-Hemmer oder Aliskiren ein, überprüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gegebenenfalls regelmäßig Nierenfunktion, Blutdruck und Blutsalze [1].

Bauchbeschwerden: Bemerken Sie nach der Einnahme Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Sie oder er entscheidet über die weitere Behandlung; beenden Sie die Einnahme nicht eigenmächtig [1].

Blutzucker: Wer Insulin oder andere blutzuckersenkende Mittel nimmt, kann unter Telmisartan eine Unterzuckerung bekommen; laut Fachinformation sollte eine Überwachung des Blutzuckers in Betracht gezogen werden [2].

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen; unter Umständen muss die Dosierung der anderen Arzneimittel angepasst werden [1]. Die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Sartanen oder Aliskiren erhöht laut Fachinformation das Risiko für niedrigen Blutdruck, erhöhtes Kalium und eine verschlechterte Nierenfunktion und wird deshalb nicht empfohlen [2]. Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR können die Wirkung von Telmisartan abschwächen [1, 2]. Die gleichzeitige Gabe von Lithium wird laut Fachinformation nicht empfohlen; ist sie notwendig, wird eine sorgfältige Kontrolle des Lithiumspiegels empfohlen [2].

Wechselwirkungen von Telmisartan
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
ACE-Hemmer (z. B. Enalapril, Lisinopril, Ramipril) oder AliskirenHäufiger zu niedriger Blutdruck, erhöhtes Kalium und verschlechterte Nierenfunktion (einschließlich akuten Nierenversagens)[1, 2]Mit Aliskiren darf Telmisartan bei Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion nicht eingenommen werden; ACE-Hemmer und Sartane sollten laut Fachinformation bei Nierenschädigung durch Diabetes (diabetische Nephropathie) nicht gleichzeitig angewendet werden; sonst laut Fachinformation nicht empfohlen, wird die Kombination als absolut notwendig erachtet, sollte sie nur unter Aufsicht eines Spezialisten mit engmaschigen Kontrollen von Nierenfunktion, Blutsalzen und Blutdruck erfolgen
Mittel, die den Kaliumspiegel erhöhen können: kaliumhaltiger Salzersatz, kaliumsparende Entwässerungsmittel (z. B. Spironolacton, Eplerenon, Triamteren, Amilorid), Kaliumpräparate, ACE-Hemmer, andere Sartane, NSAR, Heparin, Ciclosporin, Tacrolimus, TrimethoprimKaliumwert im Blut kann ansteigen; das Risiko ist besonders hoch mit kaliumsparenden Entwässerungsmitteln und kaliumhaltigem Salzersatz[1, 2]Kombination mit kaliumsparenden Entwässerungsmitteln, Kaliumpräparaten oder kaliumhaltigem Salzersatz laut Fachinformation nicht empfohlen; ist sie wegen eines bestehenden Kaliummangels notwendig, sollten regelmäßige Kaliumkontrollen erfolgen
Lithium (gegen bestimmte Depressionen)Lithiumspiegel im Blut und dessen giftige Wirkung können steigen (umkehrbar)[1, 2]Gleichzeitige Gabe laut Fachinformation nicht empfohlen; ist sie notwendig, wird eine sorgfältige Kontrolle des Lithiumspiegels empfohlen
Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR, z. B. Acetylsalicylsäure in entzündungshemmender Dosierung, Ibuprofen, COX-2-Hemmer)Blutdrucksenkende Wirkung kann abgeschwächt werden; bei einigen Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion kann sich die Nierenfunktion weiter verschlechtern, einschließlich eines üblicherweise umkehrbaren akuten Nierenversagens[1, 2]Laut Fachinformation sollte die Kombination mit Vorsicht erfolgen, besonders bei älteren Menschen; eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sollte sichergestellt sein, und Kontrollen der Nierenfunktion zu Beginn und in regelmäßigen Abständen sind in Betracht zu ziehen
Entwässerungsmittel in hoher Dosis (z. B. Furosemid, Hydrochlorothiazid)Übermäßiger Wasserverlust und zu niedriger Blutdruck, besonders zu Beginn der Behandlung mit Telmisartan[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Digoxin (Herzmittel)Digoxinspiegel im Blut kann steigen[1, 2]Laut Fachinformation den Digoxinspiegel bei Beginn, Änderung und Ende der Telmisartan-Behandlung überwachen
Andere Blutdrucksenker, Baclofen, Amifostin; Alkohol, Barbiturate, Narkotika oder AntidepressivaBlutdruck kann stärker sinken; Schwindelgefühl beim Aufstehen[1, 2]Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob die Dosierung der anderen Mittel angepasst werden muss
Kortikosteroide (zum Einnehmen oder Spritzen)Blutdrucksenkende Wirkung von Telmisartan kann abgeschwächt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Insulin oder blutzuckersenkende MittelUnterzuckerung möglich[2]Laut Fachinformation sollte eine Überwachung des Blutzuckers in Betracht gezogen werden; eine Dosisanpassung des Diabetesmittels kann nötig sein

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Telmisartan nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder traf er früher zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Weil Telmisartan überwiegend über die Galle ausgeschieden wird, darf es laut Fachinformation bei Gallestau, Abflussstörungen der Galle oder schwer eingeschränkter Leberfunktion nicht angewendet werden [2]. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird Telmisartan nicht empfohlen [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Telmisartan oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Die letzten 6 Monate der Schwangerschaft (laut Fachinformation zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel)[1, 2]
  • Schwere Leberfunktionsstörung, z. B. Gallestau (Cholestase) oder Abflussstörung der Gallenflüssigkeit (Gallengangsobstruktion), oder eine sonstige schwere Lebererkrankung[1, 2]
  • Diabetes mellitus oder eingeschränkte Nierenfunktion bei gleichzeitiger Behandlung mit Aliskiren[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Nierenerkrankung oder Nierentransplantation: Laut Fachinformation wird bei eingeschränkter Nierenfunktion eine regelmäßige Kontrolle von Kalium und Kreatinin empfohlen; zur Anwendung kurz nach einer Nierentransplantation gibt es keine Erfahrungen[1, 2]
  • Verengung der Blutgefäße zu einer oder beiden Nieren (Nierenarterienstenose): Bei Verengung beider Nierenarterien oder der Arterie einer einzigen funktionierenden Niere besteht laut Fachinformation ein erhöhtes Risiko für einen schweren Blutdruckabfall und eine Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)[1, 2]
  • Lebererkrankung: Bei leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion ist laut Fachinformation Vorsicht geboten[1, 2]
  • Herzbeschwerden; laut Fachinformation besondere Vorsicht bei verengter Aorten- oder Mitralklappe oder obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie. Bei Durchblutungsstörungen des Herzens oder der Gefäße kann ein übermäßiger Blutdruckabfall zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen[1, 2]
  • Erhöhter Aldosteronspiegel (Wasser- und Salzretention mit gestörtem Gleichgewicht der Mineralstoffe im Blut): Bei primärem Aldosteronismus wird Telmisartan laut Fachinformation nicht empfohlen[1, 2]
  • Flüssigkeits- oder Salzmangel durch Entwässerungsmittel, salzarme Kost, Durchfall oder Erbrechen: Der Blutdruck kann zu stark sinken, laut Fachinformation besonders nach der ersten Dosis; ein solcher Mangel ist vorher auszugleichen[1, 2]
  • Erhöhter Kaliumspiegel im Blut. Laut Fachinformation sind die wichtigsten Risikofaktoren für einen zu hohen Kaliumwert Diabetes, eingeschränkte Nierenfunktion, Alter über 70 Jahre, weitere kaliumerhöhende Arzneimittel und Komplikationen wie Austrocknung; bei Risikopatienten wird eine engmaschige Kaliumkontrolle empfohlen[1, 2]
  • Diabetes mellitus: Bei Behandlung mit Insulin oder blutzuckersenkenden Mitteln kann laut Fachinformation eine Unterzuckerung auftreten; eine Überwachung des Blutzuckers sollte in Betracht gezogen werden[1, 2]
  • Operation oder Narkose: Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt unbedingt mit, dass Sie Telmisartan einnehmen[1]
  • Menschen mit dunkler Hautfarbe: Die blutdrucksenkende Wirkung kann geringer sein[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Anwendung nicht empfohlen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Telmisartan darf in den letzten 6 Monaten der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, und auch in der frühen Schwangerschaft wird es nicht empfohlen [1, 2]. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder schwanger werden könnten [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3]; allgemeine Hinweise stehen im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Die Einnahme von Telmisartan in der frühen Schwangerschaft wird nicht empfohlen; nach dem dritten Schwangerschaftsmonat darf es nicht mehr eingenommen werden, weil es dann zu schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes führen kann. In der Regel wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfehlen, Telmisartan vor einer Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und Ihnen ein anderes Arzneimittel empfehlen.[1]

Laut Fachinformation lösen Sartane im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel beim Kind Schäden aus (verminderte Nierenfunktion, zu wenig Fruchtwasser, verzögerte Verknöcherung des Schädels), beim Neugeborenen Nierenversagen, niedrigen Blutdruck und einen zu hohen Kaliumwert. Für Telmisartan liegen keine hinreichenden Daten bei Schwangeren vor. Nach einer Einnahme ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel werden Ultraschalluntersuchungen von Nieren und Schädel empfohlen.[2]

Embryotox stuft Telmisartan als Mittel mit gesicherter fruchtschädigender Wirkung und/oder gravierender Schädigung des Ungeborenen ein. Für das erste Schwangerschaftsdrittel lassen rund 400 ausgewertete Schwangerschaftsverläufe mit Sartanen weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko noch ein Fehlbildungsmuster erkennen. Die hochkritische Zeit für eine Schädigung des Kindes (Fetopathie) beginnt ab der 20. Schwangerschaftswoche; wird danach ein Sartan eingenommen, muss laut Embryotox in etwa 30 % dieser Schwangerschaften mit einer Fetopathie gerechnet werden. Nach einer versehentlichen Einnahme in der Frühschwangerschaft sollte laut Embryotox auf einen risikoärmeren Blutdrucksenker umgestellt werden; eine weiterführende Ultraschalluntersuchung kann angeboten werden. Als besser geeignete Mittel bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen nennt Embryotox zum Beispiel Metoprolol oder Alpha-Methyldopa, besonders im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel auch Nifedipin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Telmisartan wird stillenden Müttern nicht empfohlen; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann eine andere Behandlung wählen, wenn Sie stillen wollen, vor allem bei Neugeborenen oder Frühgeborenen. Laut Fachinformation liegen keine Informationen zur Einnahme in der Stillzeit vor.[1, 2]

Laut Embryotox gibt es weder zu Telmisartan noch zu anderen Sartanen veröffentlichte Daten zur Stillzeit; Sartane sollten in der Stillzeit gemieden werden. Versehentlich eingenommene einzelne Dosen erfordern kein Abstillen. Die Behandlung sollte laut Embryotox auf in der Stillzeit besser untersuchte Blutdrucksenker wie Alpha-Methyldopa, Metoprolol oder Nifedipin umgestellt werden; beim älteren Säugling können auch Enalapril oder Captopril erwogen werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol kann die Blutdrucksenkung verstärken; das kann Schwindel beim Aufstehen verursachen. Die Tabletten sollten mit etwas Wasser oder einem anderen nichtalkoholischen Getränk geschluckt werden.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Bei einigen Menschen kommt es unter Telmisartan zu Schwindel oder Müdigkeit. Ist das bei Ihnen der Fall, sollten Sie nicht am Straßenverkehr teilnehmen und keine Maschinen bedienen.[1, 2]

Einnahme

Nach Möglichkeit jeden Tag zur gleichen Zeit einnehmen, zu oder unabhängig von den Mahlzeiten, mit etwas Wasser oder einem anderen nichtalkoholischen Getränk. Wichtig ist, dass Sie Telmisartan jeden Tag einnehmen, sofern Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nichts anderes verordnet. Die 40-mg-Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.[1, 2]

Dosis vergessen: die Dosis einnehmen, sobald es Ihnen einfällt, und dann wie bisher weitermachen. Haben Sie die Tablette an einem Tag vergessen, nehmen Sie am nächsten Tag die übliche Dosis, nicht die doppelte Menge.[1]

Absetzen

Laut Fachinformation kehrt der Blutdruck nach plötzlichem Absetzen über mehrere Tage allmählich zum Ausgangswert zurück, ohne Anhaltspunkte für eine überschießende Blutdruckreaktion. Sprechen Sie vor einer Änderung der Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder die Notfallabteilung des nächsten Krankenhauses. Laut Fachinformation waren die auffälligsten Zeichen einer Überdosierung ein niedriger Blutdruck und schneller Herzschlag; auch verlangsamter Herzschlag, Schwindelgefühl, ein Anstieg des Kreatinins und akutes Nierenversagen wurden berichtet. Telmisartan lässt sich nicht durch Blutwäsche (Hämodialyse) entfernen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die übliche Dosis für die beiden Anwendungsgebiete und eine Grenze bei eingeschränkter Leberfunktion; für Menschen mit stark eingeschränkter Nierenfunktion ergänzt die Fachinformation eine geringere Anfangsdosis [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Telmisartan immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, nach Möglichkeit jeden Tag zur gleichen Zeit. Sie können die Tablette zu oder unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen; sie sollte mit etwas Wasser oder einem anderen nichtalkoholischen Getränk geschluckt werden. Nehmen Sie Telmisartan jeden Tag ein, sofern nichts anderes verordnet ist; haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].

Laut Fachinformation kehrt der Blutdruck nach plötzlichem Absetzen über mehrere Tage allmählich zum Ausgangswert zurück, ohne Anhaltspunkte für eine überschießende Blutdruckreaktion [2]. Sprechen Sie vor einer Änderung der Behandlung trotzdem mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder die Notfallabteilung des nächsten Krankenhauses [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Telmisartan

Telmisartan gibt es von vielen Herstellern als Tabletten in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Telmisartan-ratiopharm 40 mg Tabletten und die Fachinformation für die Stärken 20, 40 und 80 mg [1, 2]. Für Präparate, die Telmisartan zusammen mit einem weiteren Wirkstoff enthalten, gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Telmisartan
PräparatAnbieterHinweis
Telmisartan-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten 40 mg sind Grundlage dieser Seite
Telmisartan AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig
Telmisartan STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Telmisartan-ratiopharm 40 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Telmisartan-ratiopharm 20 mg / 40 mg / 80 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Telmisartan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wie schnell wirkt Telmisartan?

Laut Fachinformation setzt die blutdrucksenkende Wirkung nach der ersten Gabe allmählich innerhalb von 3 Stunden ein. Die stärkste Blutdrucksenkung wird im Allgemeinen 4 bis 8 Wochen nach Behandlungsbeginn erreicht und bei Langzeitbehandlung aufrechterhalten. Die Wirkung hält über 24 Stunden an.

Macht Telmisartan Reizhusten?

Husten gehört laut Packungsbeilage zu den gelegentlichen Nebenwirkungen, betrifft also bis zu 1 von 100 Behandelten. Laut Fachinformation war trockener Husten in klinischen Studien unter Telmisartan im direkten Vergleich seltener als unter ACE-Hemmern; Telmisartan hemmt nicht das Enzym, das den Botenstoff Bradykinin abbaut. Mehr zum Thema lesen Sie auf der Seite Reizhusten durch Medikamente.

Darf ich Telmisartan in der Schwangerschaft nehmen?

In der frühen Schwangerschaft wird Telmisartan laut Packungsbeilage nicht empfohlen; nach dem dritten Schwangerschaftsmonat darf es nicht mehr eingenommen werden, weil es dann das ungeborene Kind schwer schädigen kann. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder schwanger werden könnten. Laut Embryotox beginnt die hochkritische Zeit für eine Schädigung des Kindes (Fetopathie) ab der 20. Schwangerschaftswoche.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Telmisartan nehme?

Ein ausdrückliches Alkoholverbot nennt die Packungsbeilage nicht. Sie weist aber darauf hin, dass Alkohol die Blutdrucksenkung verstärken und so Schwindel beim Aufstehen verursachen kann; die Tabletten sollten mit etwas Wasser oder einem anderen nichtalkoholischen Getränk geschluckt werden. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Kann Telmisartan den Kaliumspiegel erhöhen?

Ja. Ein erhöhter Kaliumwert im Blut gehört zu den gelegentlichen Nebenwirkungen. Laut Fachinformation ist das Risiko höher bei Diabetes, eingeschränkter Nierenfunktion, einem Alter über 70 Jahren und bei gleichzeitiger Einnahme weiterer kaliumerhöhender Mittel wie kaliumsparender Entwässerungsmittel oder kaliumhaltigen Salzersatzes; bei Risikopatienten wird eine engmaschige Kaliumkontrolle empfohlen. Mehr dazu auf der Seite veränderter Kaliumspiegel.

Was tun, wenn ich eine Tablette vergessen habe?

Laut Packungsbeilage besteht kein Anlass zur Sorge: Nehmen Sie die Dosis ein, sobald es Ihnen einfällt, und machen Sie dann wie bisher weiter. Haben Sie die Tablette an einem Tag ganz vergessen, nehmen Sie am nächsten Tag die übliche Dosis und nicht die doppelte Menge.

Muss ich Telmisartan vor einer Operation absetzen?

Die Packungsbeilage nennt keine Pause. Sie verlangt aber, dass Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt unbedingt mitteilen, dass Sie Telmisartan einnehmen, wenn eine Operation oder Narkose ansteht. Was dann zu tun ist, entscheidet das Behandlungsteam; Hintergründe im Ratgeber Medikamente vor der OP.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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  • Werkzeuge Was heißt "häufig"?

    "Häufig" heißt in der Packungsbeilage: bei bis zu 1 von 10 Behandelten.