NebenwirkungenNebenwirkung
Verlangsamter Herzschlag durch Medikamente
Ein verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) ist laut den Produktinformationen unter anderem bei Herzmitteln beschrieben, zum Beispiel bei Betablockern wie Bisoprolol, Metoprolol und Nebivolol, bei Verapamil, Digitoxin, Ivabradin und Amiodaron. Beschrieben ist er außerdem bei dem Alzheimer-Mittel Donepezil und dem Blutdrucksenker Clonidin. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Ihr Herzschlag während der Behandlung immer langsamer wird oder Sie Beschwerden wie Schwindel, Müdigkeit oder Kurzatmigkeit bemerken. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot oder starken Brustschmerzen rufen Sie den Notruf 112.

Einige Medikamente können den Herzschlag verlangsamen; bei Betablockern wie Bisoprolol gehört das laut Packungsbeilage sogar zur Wirkung [4]. Von einem zu langsamen Herzschlag (Bradykardie) spricht man laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), wenn das Herz in Ruhe weniger als 60-mal pro Minute schlägt; normalerweise schlägt das Herz eines Erwachsenen im Ruhezustand etwa 60- bis 90-mal pro Minute [1]. Typische Beschwerden sind Schwindel und Unwohlsein; bei einer starken Bradykardie mit weniger als 30 bis 40 Herzschlägen pro Minute kann es zu einer kurzen Bewusstlosigkeit kommen [1]. Zu den möglichen Ursachen zählt das IQWiG auch die Einnahme von Herzmedikamenten [1]. In Packungsbeilagen heißt die Nebenwirkung etwa verlangsamte Herzschlagfolge, verlangsamter Puls, langsamer Herzschlag oder Bradykardie [4, 6, 8, 10].
Welche Medikamente einen langsamen Puls auslösen können
Die Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe; jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.
- Betablocker: Bei Bisoprolol ist eine verlangsamte Herzschlagfolge laut Packungsbeilage bei Menschen mit Herzmuskelschwäche sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten), bei Menschen mit Bluthochdruck oder Angina pectoris gelegentlich (bis zu 1 von 100) [4, 5]. Bei Metoprolol ist ein verlangsamter Puls laut Packungsbeilage häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten) [6]. Bei Nebivolol nennt die Packungsbeilage einen langsamen Herzschlag als gelegentliche Nebenwirkung; in einer klinischen Studie zur Herzleistungsschwäche wurde er sehr häufig berichtet [8]. Andere Betablocker, auch in Augentropfen (zum Beispiel bei der Behandlung eines Glaukoms), üben laut Packungsbeilage von Bisoprolol einen verstärkenden Effekt aus [4].
- Calciumkanalblocker vom Verapamil-Typ: Bei Verapamil ist eine verlangsamte Herzschlagfolge laut Packungsbeilage häufig; ohne bekannte Häufigkeit nennt sie außerdem einen Sinusstillstand, eine Sinusbradykardie und einen Herzstillstand (Asystolie) [10]. Ein AV-Block II. oder III. Grades, eine Bradykardie oder im Extremfall eine Asystolie treten laut Fachinformation mit höherer Wahrscheinlichkeit bei Menschen mit Sinusknotensyndrom auf, das häufiger bei älteren Menschen vorkommt [11].
- Digitalis (Herzglykoside): Bei Digitoxin nennt die Packungsbeilage jede Form von Herzrhythmusstörungen als sehr häufige Nebenwirkung, darunter Störungen der Herzschlagfolge wie eine Verlangsamung der Herzfrequenz (Bradykardie) und Erregungsleitungsstörungen zwischen Herzvorhof und Herzkammer (AV-Block) [12]. Nebenwirkungen können laut Packungsbeilage auch Symptome einer Überdosierung sein [12]. Störungen der Blutsalze Kalium, Kalzium und Magnesium begünstigen laut Packungsbeilage Herzrhythmusstörungen [12].
- Ivabradin: Ivabradin ist laut Fachinformation ein rein herzfrequenzsenkender Wirkstoff [15]. Eine Verlangsamung der Herzfrequenz ist laut Packungsbeilage häufig und tritt insbesondere innerhalb der ersten zwei bis drei Monate nach Behandlungsbeginn auf [14]. Laut Fachinformation berichteten 3,3 Prozent der Behandelten über eine Bradykardie; bei 0,5 Prozent trat eine schwere Bradykardie mit 40 oder weniger Herzschlägen pro Minute auf [15]. Am 11.12.2014 veröffentlichte das BfArM einen Rote-Hand-Brief der Firma Servier Deutschland mit neuen Empfehlungen, um das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse und schwerer Bradykardien unter Ivabradin zu verringern; seitdem ist die gleichzeitige Anwendung mit Verapamil oder Diltiazem kontraindiziert [24].
- Amiodaron: Bei dem Mittel gegen Herzrhythmusstörungen Amiodaron ist eine verlangsamte Herzschlagfolge laut Packungsbeilage häufig, normalerweise nicht stark ausgeprägt und dosisabhängig [16]. Sehr selten (bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten) kommt es zu einer ausgeprägten Verlangsamung oder einem Sinusknotenstillstand, vor allem bei älteren Menschen oder bei gestörter Sinusknotenfunktion [16].
- Mittel gegen Alzheimer-Demenz: Bei Donepezil ist eine Verlangsamung des Herzschlags laut Packungsbeilage gelegentlich [19]. Laut Fachinformation können Cholinesterasehemmer wie Donepezil aufgrund ihrer Wirkungsweise sogenannte vagotone Wirkungen auf die Herzfrequenz haben, zum Beispiel eine Bradykardie [20]. Mehr zur Gruppe: Parkinson- und Demenzmittel.
- Clonidin: Bei dem Blutdrucksenker Clonidin ist eine Reduzierung der Herzfrequenz (Bradykardie) laut Packungsbeilage gelegentlich [21]. Ein Absinken der Herzschlagfolge unter 56 Schläge pro Minute sollte laut Fachinformation während der Behandlung vermieden werden [22].
- Weitere Mittel: Laut IQWiG können bestimmte Medikamente als Nebenwirkung eine Herzrhythmusstörung auslösen, darunter einige Herzmittel und Blutdrucksenker, aber auch manche Antidepressiva, Antibiotika oder Krebsmedikamente [2]. Auch ein AV-Block, bei dem die Weiterleitung der Impulse zwischen Vorhöfen und Herzkammern gestört ist, ist laut IQWiG als Nebenwirkung bestimmter Medikamente möglich, zum Beispiel von einigen Herzmitteln, Antidepressiva oder Krebsmedikamenten [3].
Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation einen verlangsamten Herzschlag nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Bisoprolol | Sehr häufig | Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) bei Menschen mit Herzschwäche · Verlangsamter Herzschlag bei Menschen mit Bluthochdruck oder Angina pectoris; Überleitungsstörungen von den Herzvorhöfen auf die Herzkammern… |
| Digitoxin | Sehr häufig | Jede Form von Herzrhythmusstörungen, insbesondere Extraschläge aus den Herzkammern (Extrasystolen), Kammertachykardien mit Doppel- oder Dreifachschlägen (Bigeminie, Trigeminie), schnelle Schlagfolge der Vorhöfe… |
| Nebivolol | Sehr häufig | Langsamer Herzschlag oder andere Herzbeschwerden (laut Fachinformation verlangsamter Herzschlag, Herzleistungsschwäche, verzögerte Erregungsleitung bzw. AV-Block) · Bei Behandlung der Herzleistungsschwäche: langsamer… |
| Amiodaron | Häufig | Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), normalerweise nicht stark ausgeprägt und dosisabhängig · Ausgeprägte Verlangsamung des Herzschlags oder Sinusknotenstillstand, vor allem im höheren Alter oder bei gestörter… |
| Atenolol | Häufig | Langsamer Herzschlag (Bradykardie) |
| Carvedilol | Häufig | Langsamer Herzschlag (Bradykardie) |
| Guanfacin | Häufig | Niedrige Herzfrequenz (laut Fachinformation Bradykardie) · Verringerte Herzfrequenz |
| Ivabradin | Häufig | Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), insbesondere in den ersten zwei bis drei Monaten nach Behandlungsbeginn |
| Levomethadon | Häufig | Herzklopfen, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), gelegentlich bis häufig |
| Metoprolol | Häufig | Verlangsamter Puls (Bradykardie), unregelmäßiger Herzschlag oder Herzklopfen (Palpitationen) |
| Propranolol | Häufig | Starke Verlangsamung der Herzfrequenz (Bradykardie) |
| Tizanidin | Häufig | Verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag (Bradykardie, Tachykardie) |
| Trazodon | Häufig | Herzrhythmusstörungen, zum Beispiel verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag (Bradykardie, Tachykardie) oder Rhythmusstörungen der Herzkammern, insbesondere bei bereits bestehenden Rhythmusstörungen |
| Verapamil | Häufig | Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), Entstehung oder Verschlimmerung einer Herzmuskelschwäche, übermäßiger Blutdruckabfall und/oder Beschwerden durch Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen… |
| Amisulprid | Gelegentlich | Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) |
| Amlodipin | Gelegentlich | Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie), einschließlich verlangsamtem Herzschlag, Kammertachykardie und Vorhofflimmern |
| Brinzolamid | Gelegentlich | Verstärktes Herzklopfen, das auch beschleunigt oder unregelmäßig sein kann (Palpitationen); verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) |
| Carbamazepin | Gelegentlich | Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie), Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Verschlechterung einer bestehenden koronaren Herzkrankheit; laut Fachinformation gelegentlich bis selten |
| Citalopram | Gelegentlich | Beschleunigter oder verlangsamter Herzschlag (Tachykardie, Bradykardie) |
| Clonidin | Gelegentlich | Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) |
| Diazepam | Gelegentlich | Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie) |
| Donepezil | Gelegentlich | Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie) |
| Fentanyl | Gelegentlich | Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) |
| Glyceroltrinitrat | Gelegentlich | Herzrhythmusstörungen mit verlangsamtem Puls (Bradykardie) |
| Infliximab | Gelegentlich | Neu auftretende oder sich verschlechternde Herzschwäche (Herzinsuffizienz), langsamer Herzschlag; laut Fachinformation auch Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) |
| Lacosamid | Gelegentlich | Verlangsamter Herzschlag, spürbarer Herzschlag (Palpitationen), unregelmäßiger Puls oder andere Veränderungen der elektrischen Herzaktivität (Reizleitungsstörungen); laut Fachinformation AV-Block, Bradykardie,… |
| Metoclopramid | Gelegentlich | Langsamer Herzschlag (Bradykardie), besonders bei Anwendung in die Vene |
| Morphin | Gelegentlich | Pulsbeschleunigung, Pulsverlangsamung (Tachykardie, Bradykardie) |
| Moxonidin | Gelegentlich | Verlangsamter Puls (Bradykardie) |
| Naratriptan | Gelegentlich | Beschleunigter oder verlangsamter Herzschlag oder veränderter Herzrhythmus; laut Fachinformation auch Herzklopfen |
| Olanzapin | Gelegentlich | Langsamer Herzschlag (Bradykardie) |
| Ondansetron | Gelegentlich | Langsamer Herzschlag (Bradykardie) |
| Paliperidon | Gelegentlich | Störungen der Reizleitung im Herzen (AV-Block), Verlängerung des QT-Intervalls, schneller Herzschlag nach dem Aufstehen, langsamer Herzschlag, EKG-Veränderungen, Herzklopfen (Palpitationen) |
| Pregabalin | Gelegentlich | Erhöhung der Herzschlagrate (Tachykardie), Herzrhythmusstörungen (AV-Block 1. Grades), verlangsamter Herzschlag (Sinusbradykardie) |
| Quetiapin | Gelegentlich | Verlangsamter Herzschlag zu Beginn der Behandlung, mit niedrigem Blutdruck und Ohnmacht |
| Risperidon | Gelegentlich | Vorhofflimmern, gestörte Reizleitung zwischen Vorhöfen und Kammern (AV-Block) und andere Störungen der elektrischen Reizleitung, Verlängerung des QT-Intervalls, langsamer Herzschlag, veränderte EKG-Befunde, Herzklopfen… |
| Rituximab | Gelegentlich | Bei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: Herzprobleme wie verlangsamter Herzschlag oder Schmerzen in der Brust (Angina pectoris) |
| Rivastigmin | Gelegentlich | Störungen des Herzrhythmus, zum Beispiel zu langsamer Herzschlag (Bradykardie) |
| Tapentadol | Gelegentlich | Beschleunigter Herzschlag, verlangsamter Herzschlag, Herzklopfen |
| Telmisartan | Gelegentlich | Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) |
| Timolol | Gelegentlich | Verlangsamter oder unregelmäßiger Puls |
| Topiramat | Gelegentlich | Verlangsamter oder unregelmäßiger Herzschlag, Herzklopfen |
| Urapidil | Gelegentlich | Herzklopfen, beschleunigter oder verlangsamter Herzschlag (Tachykardie, Bradykardie) |
| Escitalopram | Selten | Langsamer Herzschlag (Bradykardie) |
| Hydromorphon | Selten | Schneller Herzschlag, langsamer Herzschlag sowie kräftiger, möglicherweise schneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Tachykardie, Bradykardie, Palpitationen) |
| Paroxetin | Selten | Langsamer Herzschlag (Bradykardie) |
| Rizatriptan | Selten | Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) |
| Sertralin | Selten | Langsamer Herzschlag (Bradykardie) |
| Tramadol | Selten | Verlangsamter Herzschlag |
| Biperiden | Sehr selten | Verlangsamung der Herztätigkeit |
| Certoparin | Sehr selten | In Einzelfällen, wie bei unfraktioniertem Heparin: niedriger Blutdruck und verlangsamter Herzschlag, schmerzhafte Dauererektion des Penis (Priapismus), Übersäuerung des Blutes (Azidose) und Verminderung der… |
| Doxazosin | Sehr selten | Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), unregelmäßiger Herzschlag (Herzrhythmusstörungen) |
| Methocarbamol | Sehr selten | Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) |
| Oxcarbazepin | Sehr selten | Unregelmäßiger, sehr schneller oder langsamer Herzschlag; laut Fachinformation AV-Block und Herzrhythmusstörungen |
| Aripiprazol | Nicht bekannt | Plötzlicher unerklärbarer Tod, lebensbedrohlich unregelmäßiger Herzschlag, Herzanfall (laut Fachinformation Herzstillstand), verlangsamter Herzschlag; laut Fachinformation auch Torsade de Pointes und Rhythmusstörungen… |
| Baclofen | Nicht bekannt | Langsamer Herzschlag (Bradykardie) |
| Desloratadin | Nicht bekannt | Bei Kindern: langsamer Herzschlag (Bradykardie) und veränderter Herzschlag; laut Fachinformation bei Kindern und Jugendlichen auch Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) |
| Flecainid | Nicht bekannt | Gestörte Weiterleitung der Erregung zwischen Vorhöfen und Herzkammern (AV-Block 2. oder 3. Grades) und Aussetzen des normalen Herzrhythmus (Sinusarrest) · Langsamer oder schneller Herzschlag und spürbarer Herzschlag… |
| Lithium | Nicht bekannt | Unregelmäßiger oder langsamer Puls (Herzrhythmusstörungen); laut Fachinformation kommt am häufigsten ein verlangsamter Herzschlag durch eine Funktionsstörung des Sinusknotens vor |
| Methylphenidat | Nicht bekannt | Langsamer oder rascher Herzschlag, zusätzliche Herzschläge (Extrasystolen) |
| Prednisolon | Nicht bekannt | Langsamer Herzschlag (Bradykardie) nach Anwendung hoher Dosen |
| Prednison | Nicht bekannt | Langsamer Herzschlag (laut Fachinformation nach Anwendung hoher Dosen) |
| Pridinol | Nicht bekannt | Laut Fachinformation: verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) |
| Pyridostigmin | Nicht bekannt | Herzrhythmusstörungen (zum Beispiel Herzrasen), beschleunigter Puls, verlangsamter Herzschlag, Störungen der Erregungsleitung im Herzen (AV-Block) und Verkrampfungen der Herzkranzgefäße (Prinzmetal-Angina) |
| Sumatriptan | Nicht bekannt | Herzbeschwerden mit schnellerem, langsamerem oder unregelmäßigem Herzschlag, Herzklopfen (Palpitationen), vorübergehende Zeichen einer Minderdurchblutung des Herzens im EKG, Brustschmerzen (Angina pectoris),… |
| Ticagrelor | Nicht bekannt | Unnormal langsamer Herzschlag, üblicherweise weniger als 60 Schläge pro Minute; laut Fachinformation Herzrhythmusstörungen mit verlangsamtem Herzschlag (Bradyarrhythmie) und AV-Block |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (66 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Mehrere pulssenkende Mittel zusammen: Bei gleichzeitiger Einnahme von Amiodaron und Calciumkanalblockern vom Verapamil- und Diltiazem-Typ oder Betablockern kann es laut Packungsbeilage zu einer extrem verlangsamten Herzschlagfolge kommen, ebenso zusammen mit herzwirksamen Glykosiden [16]. Verapamil und Betablocker wie Metoprolol oder Propranolol können ihre Wirkungen auf Herz und Kreislauf laut Packungsbeilage gegenseitig verstärken, unter anderem mit einer höhergradigen Senkung der Herzfrequenz; zusammen mit Ivabradin darf Verapamil nicht eingenommen werden [10]. Bei Metoprolol kann es zusammen mit Reserpin, Alpha-Methyldopa, Clonidin, Guanfacin oder Herzglykosiden laut Fachinformation zu einer ausgeprägten Abnahme der Herzfrequenz kommen [7]. Bei Nebivolol können Arzneimittel wie Paroxetin, Fluoxetin, Thioridazin und Chinidin laut Fachinformation die Spiegel im Blut erhöhen, mit einem erhöhten Risiko für überschießende Bradykardien [9]. Während der Behandlung mit Ivabradin soll laut Packungsbeilage Grapefruitsaft vermieden werden, bei Verapamil grapefruithaltige Speisen und Getränke [10, 14]. Mehr dazu: Wechselwirkungen und Medikamente und Grapefruit.
Zeichen einer anderen Nebenwirkung: Bei Amiodaron gehört eine extreme Verlangsamung des Herzschlags, die über die zu erwartende Wirkung hinausgeht, laut Packungsbeilage zusammen mit Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und Abgeschlagenheit zu den möglichen Hinweisen auf eine Schilddrüsenunterfunktion [16]. Rhythmusstörungen mit schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag behandeln die Seiten QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen und Herzrasen.
Woran Sie einen langsamen Puls durch ein Medikament erkennen
Ein Hinweis ist der zeitliche Zusammenhang mit dem Beginn einer Behandlung oder mit einem neu hinzugekommenen Mittel. Bei Ivabradin tritt die Verlangsamung laut Packungsbeilage insbesondere in den ersten zwei bis drei Monaten nach Behandlungsbeginn auf [14]. Bei Amiodaron kann die Verlangsamung der Herzfrequenz laut Packungsbeilage bei älteren Menschen stärker ausgeprägt sein [16].
Typische Beschwerden eines zu langsamen Herzschlags sind laut IQWiG Schwindel und Unwohlsein [1]. Bei einem schweren AV-Block schlägt das Herz viel zu langsam, was laut IQWiG zu Beschwerden wie Schwindel, Schwäche und Ohnmacht führt; ab Grad 2 kann es vor allem bei körperlicher Anstrengung oder psychischem Stress zudem zu Luftnot, Brustschmerzen oder Ohnmachtsanfällen (Synkopen) kommen [3]. Die Packungsbeilage von Ivabradin nennt Müdigkeit, Schwindel oder Kurzatmigkeit als Beschwerden, die darauf schließen lassen könnten, dass die Herzfrequenz zu niedrig ist [14]. Schwindel, Ohnmacht, niedrigen Blutdruck, Erschöpfung und Schwäche führt die Fachinformation von Ivabradin als Nebenwirkungen auf, die möglicherweise mit einer Bradykardie zusammenhängen [15]. Mehr dazu: Schwindel, Müdigkeit und Niedriger Blutdruck.
Manchmal fällt ein AV-Block durch "Aussetzer" oder einen sehr langsamen Herzschlag beim Pulsmessen oder Abhören des Herzens auf; genau feststellen lässt er sich laut IQWiG mit einem Elektrokardiogramm (EKG), manchmal mit einem Belastungs- oder Langzeit-EKG [3]. Weil die Herzfrequenz im Laufe der Zeit erheblich schwanken kann, sollten laut Fachinformation von Ivabradin vor der Behandlung und bei niedriger Herzfrequenz wiederholte Messungen, ein EKG oder eine ambulante 24-Stunden-Überwachung in Betracht gezogen werden [15]. Bei Menschen, die Digitalis einnehmen, ist eine Herzrhythmusstörung laut Fachinformation von Digitoxin stets als digitalisbedingt aufzufassen, solange nicht das Gegenteil erwiesen ist [13]. Als frühes Zeichen einer übermäßig hohen Dosierung nennt die Packungsbeilage Übelkeit [12].
Für einzelne Mittel nennen die Produktinformationen Grenzen, bei denen die Ärztin oder der Arzt reagieren soll: Sinkt die Herzschlagfolge unter Clonidin unter 56 Schläge pro Minute, ist laut Packungsbeilage eine sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich [21]. Bei Nebivolol nennt die Fachinformation einen Abfall des Ruhepulses unter 50 bis 55 Schläge pro Minute oder Beschwerden, die auf eine Bradykardie hindeuten [9]. Bei Ivabradin gilt das laut Fachinformation, wenn die Herzfrequenz in Ruhe dauerhaft unter 50 Schläge pro Minute sinkt oder Beschwerden wie Schwindel, Müdigkeit oder niedriger Blutdruck auftreten [15]. Wird der Herzschlag unter Metoprolol während der Behandlung langsamer und langsamer, sollen Sie sich laut Packungsbeilage so schnell wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden [6]. Was in Ihrer Packungsbeilage steht und wie die Häufigkeiten gemeint sind, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Warum Medikamente den Puls verlangsamen können
Gedämpfte Wirkung von Stresshormonen: Betablocker beeinflussen die Antwort des Körpers auf bestimmte Nervenimpulse, vor allem im Herzen; als Folge verlangsamt Bisoprolol laut Packungsbeilage die Geschwindigkeit des Herzschlags [4]. Metoprolol verringert oder blockiert laut Fachinformation die anregende Wirkung von Stresshormonen (Katecholaminen) auf das Herz [7].
Verzögerte Weiterleitung im Herzen: Der natürliche Taktgeber des Herzens ist der Sinusknoten [2]. Verapamil hemmt laut Fachinformation als Calcium-Antagonist den Calciumeinstrom durch die Membranen von Muskelzellen; es beeinflusst den Sinusknoten und den AV-Knoten, an dem es die Überleitungszeit verlängert [11]. Digitoxin hat laut Fachinformation unter anderem eine negativ chronotrope Wirkung (Abnahme der Schlagfrequenz) und eine negativ dromotrope Wirkung (Verzögerung der Erregungsleitung); die Impulsüberleitung im Vorhof und im AV-Knoten wird verringert [13]. Bei einem Kaliummangel wird der Herzmuskel laut Fachinformation empfindlicher für Digitoxin, auch wenn die Konzentration im Blut im therapeutischen Bereich liegen kann [13]. Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel.
Wirkung auf den Taktgeber: Ivabradin hemmt laut Fachinformation selektiv einen Ionenstrom (If-Strom), der als Schrittmacher im Sinusknoten die Herzfrequenz reguliert [15]. Amiodaron unterdrückt laut Fachinformation die Eigenaktivität (Automatie) im Schrittmachergewebe des Herzens und verlangsamt so die Herzfrequenz; diese Verlangsamung ist atropinresistent, spricht also nicht auf Atropin an [17].
Stärkerer Einfluss des Vagusnervs: Cholinesterasehemmer wie Donepezil können laut Fachinformation aufgrund ihrer Wirkungsweise vagotone Wirkungen auf die Herzfrequenz haben, zum Beispiel eine Bradykardie [20]. Clonidin vermindert laut Fachinformation die Aktivität des sympathischen Nervensystems und steigert gleichzeitig den Vagotonus; beides führt zuerst durch eine Senkung der Herzfrequenz zu einem verringerten Herzzeitvolumen [22].
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bisoprolol soll laut Packungsbeilage nicht ohne ärztliche Absprache unterbrochen oder beendet und nicht abrupt abgesetzt werden; bei einer Herzmuskelschwäche kann sich das Krankheitsbild sonst vorübergehend verschlechtern [4]. Clonidin soll laut Packungsbeilage nicht plötzlich und/oder ersatzlos abgesetzt werden; muss eine Kombination mit einem Betablocker unterbrochen werden, wird nach ärztlicher Anweisung zuerst der Betablocker langsam ausgeschlichen und erst danach, ebenfalls langsam, Clonidin [21]. Donepezil sollte laut Packungsbeilage keinesfalls eigenmächtig ohne ärztlichen Rat abgesetzt werden [19]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.
Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Bemerken Sie unter Verapamil eine der genannten Nebenwirkungen, etwa eine verlangsamte Herzschlagfolge, benachrichtigen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, damit sie oder er über den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen entscheiden kann [10]. Bei Amiodaron muss die Behandlung laut Packungsbeilage bei einer ausgeprägten Verlangsamung der Herzfrequenz in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abgebrochen werden [16]. Bei Ivabradin muss die Behandlung laut Fachinformation abgebrochen werden, wenn die Herzfrequenz weiterhin unter 50 Schlägen pro Minute liegt oder die Beschwerden einer Bradykardie anhalten [15].
Alle Mittel nennen. Weil sich pulssenkende Mittel gegenseitig verstärken können, sollten Ihre Ärztin, Ihr Arzt und die Apotheke alle Mittel kennen, die Sie anwenden; laut Packungsbeilage von Bisoprolol gilt die Verstärkung auch für Betablocker in Augentropfen [4, 10, 16]. Vor einer Narkose informieren Sie die Narkoseärztin oder den Narkosearzt: Unter Bisoprolol können laut Packungsbeilage Gegenregulationsmechanismen wie ein Anstieg der Herzfrequenz beeinträchtigt sein [4]. Unter Amiodaron wurden bei einer Allgemeinnarkose laut Fachinformation selten Fälle eines atropinresistenten verlangsamten Herzschlags beobachtet [17]. Mehr dazu: Medikamente vor der OP und Viele Medikamente gleichzeitig.
Amiodaron und Hepatitis-C-Mittel. Nehmen Sie ein Hepatitis-C-Mittel, das Sofosbuvir enthält, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme von Amiodaron mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, da dies eine lebensbedrohliche Verlangsamung Ihres Herzschlags bewirken kann [16]. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte dazu am 12.05.2015 einen Rote-Hand-Brief: Die Firmen Gilead Sciences und Bristol-Myers Squibb informierten über das Risiko klinisch signifikanter Herzrhythmusstörungen, wenn Sofosbuvir mit Ledipasvir oder Daclatasvir mit Sofosbuvir gleichzeitig mit Amiodaron gegeben wird; zu Beginn einer solchen Behandlung sind die Betroffenen engmaschig zu überwachen [18]. Wegen der langen Halbwertszeit von Amiodaron sollte laut Fachinformation auch bei Menschen, die Amiodaron in den vorangegangenen Monaten abgesetzt haben, die Herzfunktion überwacht werden, wenn eine sofosbuvirhaltige Behandlung beginnt [17]. Mehr dazu: Hepatitis C.
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem BfArM melden [10]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Bei einer starken Bradykardie mit weniger als 30 bis 40 Herzschlägen pro Minute kann es laut IQWiG zu einer kurzen Bewusstlosigkeit kommen [1]. Führt eine Herzrhythmusstörung zu plötzlicher Bewusstlosigkeit, besteht die Gefahr, zu stürzen und sich zu verletzen [2]. Schlägt das Herz bei einem kompletten AV-Block nur noch sehr langsam, kann Sauerstoffmangel im Gehirn zu Ohnmachtsanfällen führen; zu den lebensbedrohlichen Folgen zählt ein Herzstillstand [3]. Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot sowie starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [23].
Zu große Menge eingenommen: Eine Überdosierung von Bisoprolol kann laut Packungsbeilage zu starkem Blutdruckabfall, verlangsamter Herzschlagfolge bis zu Herzstillstand, akuter Herzmuskelschwäche, Verkrampfung der Bronchien und erniedrigtem Blutzucker führen; Symptome sind häufig Atembeschwerden, Erbrechen und/oder Bewusstseinsstörungen, und bei Verdacht sollen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt benachrichtigen [4]. Nach einer zu großen Menge Metoprolol wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder einen Notarzt und halten die Packung bereit [6]. Zu viel Ivabradin könnte laut Packungsbeilage atemlos oder müde machen, weil sich der Herzschlag zu sehr verlangsamt; dann sollen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren [14]. Nach einer zu großen Menge Donepezil (mögliche Zeichen sind niedriger Puls, niedriger Blutdruck, Atemprobleme oder Bewusstlosigkeit) sprechen Sie laut Packungsbeilage sofort mit einer Ärztin oder einem Arzt oder begeben sich in die nächste Notaufnahme [19]. Nach sehr großen Mengen Clonidin rufen Sie laut Packungsbeilage in jedem Fall eine Ärztin oder einen Arzt [21]. Bei Verdacht auf eine Überdosierung von Digitoxin benachrichtigen Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [12].
Amiodaron zusammen mit Sofosbuvir: Bemerken Sie während dieser Kombination einen langsamen oder unregelmäßigen Herzschlag, Kurzatmigkeit oder deren Verschlechterung, Schmerzen im Brustkorb, Benommenheit oder Herzklopfen oder werden Sie beinahe oder ganz bewusstlos, informieren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [16].
Andere Ursachen
Nicht jeder langsame Puls kommt vom Medikament. Bei trainierten Sportlern kann das Herz im Ruhezustand auch weniger als 60-mal pro Minute schlagen, ohne dass Beschwerden auftreten [1]. Weitere mögliche Ursachen sind laut IQWiG eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Unterkühlung [1]. Ist eine Herzrhythmusstörung die Ursache, handelt es sich laut IQWiG meist um einen AV-Block, bei dem die Übertragung der Impulse zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern verzögert oder unterbrochen ist; eine Bradykardie kann auch entstehen, wenn der Sinusknoten ausfällt oder nicht mehr richtig funktioniert [2].
Eine leichte Form des AV-Blocks kommt laut IQWiG manchmal in Ruhe bei Sportlerinnen und Sportlern sowie Jugendlichen vor und gilt dann nicht als krankhaft [3]. Ein schwerer und dauerhafter AV-Block ist meist die Folge einer Herzerkrankung wie eines angeborenen Herzfehlers, einer Herzmuskelentzündung oder der koronaren Herzkrankheit; auch hormonelle Störungen, Autoimmunerkrankungen und Infektionskrankheiten wie die Borreliose können die Weiterleitung der Impulse im Herzen stören [3]. Ältere Menschen erkranken eher an einer schweren Form [3]. Selbst schwere AV-Blöcke können laut IQWiG komplett wieder verschwinden, wenn zum Beispiel auslösende Medikamente abgesetzt werden [3]. Ob ein Mittel geändert wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Bei Herzrhythmusstörungen mit zu langsamem Herzschlag wie einem AV-Block oder einem erkrankten Sinusknoten kann laut IQWiG ein Herzschrittmacher nötig sein [2]. Mehr dazu: Herzinsuffizienz, Herzschwäche durch Medikamente und Medikamente im Alter.
Quellen
- Glossar: Bradykardie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Herzrhythmusstörungen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.10.2022. abgerufen am 12.10.2026
- AV-Block. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 16.11.2022. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Bisoprolol-ratiopharm 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Bisoprolol-ratiopharm 5 mg / 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metoprolol-ratiopharm Succinat 47,5 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Metoprolol-ratiopharm Succinat Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Nebivolol STADA 5 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 01/2020. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Nebivolol STADA 5 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Verapamil-ratiopharm 120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Verapamil-ratiopharm 120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Digitoxin AWD 0,07. TEVA GmbH. Stand 02/2018. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Digitoxin AWD 0,07. TEVA GmbH. Stand 02/2018. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Procoralan (Ivabradin), Anhang III B: Packungsbeilage. Les Laboratoires Servier (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Procoralan (Ivabradin), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Les Laboratoires Servier (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amiodaron-ratiopharm 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Amiodaron-ratiopharm 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Harvoni (Sofosbuvir + Ledipasvir) oder Daklinza (Daclatasvir) in Kombination mit Sovaldi (Sofosbuvir): Risiko von Herzrhythmusstörungen bei gleichzeitiger Gabe von Amiodaron. Gilead Sciences GmbH und Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA, veröffentlicht vom BfArM. Stand 12.05.2015. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Donepezil-HCl-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Donepezil-HCl-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clonidin-ratiopharm 150 (150 Mikrogramm Tabletten). ratiopharm GmbH. Stand 09/2020. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Clonidin-ratiopharm 150. ratiopharm GmbH. Stand 09/2020. abgerufen am 12.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Procoralan (Ivabradin): Neue Kontraindikation und Empfehlungen zur Risikominimierung von kardiovaskulären Ereignissen und schweren Bradykardien. Servier Deutschland GmbH, veröffentlicht vom BfArM. Stand 11.12.2014. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente können den Puls verlangsamen?
Laut den Produktinformationen gehören dazu unter anderem Betablocker wie Bisoprolol, Metoprolol und Nebivolol, der Calciumkanalblocker Verapamil, das Digitalis-Präparat Digitoxin, Ivabradin, das Mittel gegen Herzrhythmusstörungen Amiodaron, das Alzheimer-Mittel Donepezil und der Blutdrucksenker Clonidin. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation einen verlangsamten Herzschlag nennt.
Ab wann ist der Puls zu langsam?
Laut IQWiG schlägt das Herz eines Erwachsenen in Ruhe normalerweise etwa 60- bis 90-mal pro Minute; bei einer Bradykardie sind es weniger als 60 Schläge. Bei trainierten Sportlern kann das Herz in Ruhe auch langsamer schlagen, ohne dass Beschwerden auftreten. Für einzelne Medikamente nennen die Produktinformationen eigene Grenzen, etwa 56 Schläge pro Minute bei Clonidin. Was für Sie gilt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Ist ein langsamer Puls unter Betablockern normal?
Betablocker wie Bisoprolol verlangsamen laut Packungsbeilage die Geschwindigkeit des Herzschlags; das gehört zu ihrer Wirkung. Ein zu stark verlangsamter Herzschlag ist aber eine Nebenwirkung: Bei Bisoprolol ist sie laut Packungsbeilage bei Menschen mit Herzmuskelschwäche sehr häufig, bei Metoprolol häufig. Wird der Herzschlag unter Metoprolol langsamer und langsamer, sollen Sie sich laut Packungsbeilage so schnell wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden.
Darf ich einen Betablocker bei langsamem Puls einfach weglassen?
Nein. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bisoprolol soll laut Packungsbeilage nicht ohne ärztliche Absprache unterbrochen oder beendet und nicht abrupt abgesetzt werden; bei einer Herzmuskelschwäche kann sich das Krankheitsbild sonst vorübergehend verschlechtern. Wie es weitergeht, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Können Augentropfen den Puls senken?
Laut Packungsbeilage von Bisoprolol üben andere Betablocker einen verstärkenden Effekt aus, auch wenn sie in Augentropfen enthalten sind, zum Beispiel bei der Behandlung eines Glaukoms. Die Fachinformation von Verapamil beschreibt einen Patienten, der zusätzlich Augentropfen mit dem Betablocker Timolol erhielt und einen verlangsamten Herzschlag ohne Beschwerden entwickelte. Nennen Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt und in der Apotheke deshalb auch Augentropfen.
Warum ist Amiodaron zusammen mit bestimmten Hepatitis-C-Mitteln riskant?
Zusammen mit Hepatitis-C-Mitteln, die Sofosbuvir enthalten, kann Amiodaron laut Packungsbeilage eine lebensbedrohliche Verlangsamung des Herzschlags bewirken. Das BfArM veröffentlichte dazu am 12.05.2015 einen Rote-Hand-Brief zum Risiko von Herzrhythmusstörungen. Bemerken Sie unter dieser Kombination einen langsamen oder unregelmäßigen Herzschlag, Kurzatmigkeit, Schmerzen im Brustkorb, Benommenheit oder werden Sie beinahe bewusstlos, informieren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wann muss ich bei langsamem Puls den Notruf wählen?
Bei Bewusstlosigkeit oder erheblicher Bewusstseinstrübung, schwerer Atemnot sowie starken Brustschmerzen oder Herzbeschwerden rufen Sie den Notruf 112. Laut IQWiG kann es bei einer starken Bradykardie mit weniger als 30 bis 40 Herzschlägen pro Minute zu einer kurzen Bewusstlosigkeit kommen. Nach einer zu großen Menge verlangen zum Beispiel die Packungsbeilagen von Bisoprolol, Metoprolol, Ivabradin und Donepezil, sofort eine Ärztin oder einen Arzt zu verständigen.
Kann ein langsamer Puls auch andere Ursachen haben?
Ja. Laut IQWiG kommen unter anderem eine Schilddrüsenunterfunktion und eine Unterkühlung infrage; ist eine Herzrhythmusstörung die Ursache, handelt es sich meist um einen AV-Block, bei dem die Weiterleitung der Impulse zwischen Vorhöfen und Herzkammern gestört ist. Ob ein Medikament beteiligt ist, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; einen AV-Block kann sie oder er laut IQWiG mit einem EKG genau feststellen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
Nebenwirkungen Gelenk- und Rückenschmerzen durch MedikamenteManche Medikamente können Gelenk- oder Rückenschmerzen auslösen, etwa Aromatasehemmer, Fluorchinolone und Bisphosphonate.
-
Nebenwirkungen Krampfanfälle durch MedikamenteManche Medikamente können Krampfanfälle auslösen, etwa Bupropion, Tramadol und einige Antibiotika.
-
Nebenwirkungen Erhöhte Leberwerte und Leberschäden durch MedikamenteViele Medikamente können die Leberwerte erhöhen, manche auch die Leber schädigen.
-
Behandlungen Abführlösung vor der Darmspiegelung: NebenwirkungenLaut Packungsbeilage sind Übelkeit und Erbrechen bei Plenvu häufig, bei Endofalk Classic ist Übelkeit sehr häufig.