MedikamenteWirkstoff
Pridinol (Myditin): Nebenwirkungen und Wirkung
Pridinol ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der die Muskulatur entspannt, unter anderem enthalten in Myditin. Er wird bei Erwachsenen gegen krampfartige Muskelverspannungen, Lendenschmerz, Schiefhals und allgemeine Muskelschmerzen eingesetzt. Pridinol wirkt atropinähnlich; es darf unter anderem bei Grünem Star, gutartiger Prostatavergrößerung, Harnverhalt und Herzrhythmusstörungen nicht eingenommen werden.

Wofür wird Pridinol eingesetzt?
Pridinol ist ein Arzneimittel, das die Muskulatur entspannt; laut Packungsbeilage erfolgt die Wirkung über das zentrale Nervensystem [1]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Myditin 3 mg Tabletten; eine Tablette enthält 3,02 mg Pridinol als 4 mg Pridinolmesilat [1, 2]. Pridinol wird bei Erwachsenen angewendet bei krampfartigen Verspannungen der Muskeln (zentrale und periphere Muskelspasmen), bei Lendenschmerz (Lumbalgie), bei Schiefhals (Torticollis) und bei allgemeinen Muskelschmerzen [1, 2]. Mehr zu diesen Beschwerden lesen Sie unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen.
Für nächtliche Beinkrämpfe nennt die Packungsbeilage eine eigene empfohlene Dosis [1]. Mehr zu diesem Beschwerdebild unter Wadenkrämpfe. Pridinol gehört zu den Muskelrelaxanzien; die Fachinformation ordnet es den zentral wirkenden Muskelrelaxanzien zu [2].
Wie wirkt Pridinol?
Laut Fachinformation entfaltet Pridinol seine Wirkung über einen atropinähnlichen Mechanismus, sowohl an der glatten Muskulatur, wie sie etwa in den Wänden innerer Organe vorkommt, als auch an der quergestreiften Muskulatur, zu der die Skelettmuskeln gehören [2]. Genutzt wird das zur Behandlung von Verspannungen der Skelettmuskulatur zentralen und peripheren Ursprungs [2]. Atropinähnliche Mittel nennt man auch anticholinerg: Sie hemmen die Wirkung des Nervenbotenstoffs Acetylcholin. Die Fachinformation spricht bei Pridinol von möglichen anticholinergen Wirkungen, zum Beispiel auf das Sehvermögen [2].
Laut Fachinformation löst Pridinol Muskelverspannungen umso leichter, je frühzeitiger die Behandlung beginnt. Bestehen Muskelkrämpfe schon länger und haben sich zusätzlich Muskelfasern, Bänder und Gelenkkapseln verändert, kann Pridinol nur eine Teilwirkung erzielen [2].
Nach dem Einnehmen ist die höchste Konzentration im Blut nach etwa 1 Stunde erreicht; der Wirkstoff verteilt sich gleichmäßig im Körper [2]. Innerhalb von 24 Stunden wird er überwiegend ausgeschieden, und zwar über die Nieren (teils unverändert, teils als Glucuronat und als Sulfokonjugat) [2]. Laut Packungsbeilage tritt die Wirkung schneller ein, wenn die Tabletten vor den Mahlzeiten eingenommen werden [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Laut Packungsbeilage treten Nebenwirkungen bei den angegebenen Dosierungen selten bis gelegentlich auf und verschwinden im Allgemeinen nach einer Verringerung der Dosis beziehungsweise nach dem Absetzen [1, 2]. "Gelegentlich" bedeutet bei bis zu 1 von 100 Behandelten, "selten" bei bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen. Die Fachinformation stützt die Häufigkeiten auf eine Studie ohne Vergleichsgruppe mit 1.369 Patientinnen und Patienten; Meldungen aus dem Spontanmeldesystem stehen unter "nicht bekannt" [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Gelegentlich kommen Herzrasen, Kreislaufreaktionen und ein niedriger Blutdruck vor, außerdem Übelkeit, Bauchschmerzen und Mundtrockenheit, Müdigkeit und ein Gefühl von Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Sprachstörungen und Unruhe [1, 2]. Selten sind Überempfindlichkeitsreaktionen, Angstgefühl und Depression, Störungen von Aufmerksamkeit, Koordination und Geschmack, Sehstörungen sowie Durchfall und Erbrechen [1, 2].
Ohne bekannte Häufigkeit nennt die Packungsbeilage Herzrhythmusstörungen, einen Glaukomanfall bei Engwinkelglaukom, Wärmestau, Muskelschwäche, Zittern, Missempfindungen der Haut, Halluzinationen und Störungen beim Wasserlassen [1]. Die Fachinformation mit Stand September 2021 führt in dieser Gruppe zusätzlich einen verlangsamten Herzschlag (Bradykardie) und einen akuten Harnverhalt bei gutartiger Vergrößerung der Prostata auf; in der jüngeren Packungsbeilage vom Februar 2023 stehen diese beiden Punkte nicht [1, 2].
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- HerzHerzrasen (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufKreislaufreaktion, niedriger Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- Magen und DarmÜbelkeit, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitBauchschmerzenMundtrockenheit
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit und ein Gefühl von Schwäche (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
- NervensystemSchwindel, Kopfschmerzen, Sprachstörung[1, 2]Mehr dazu: SchwindelKopfschmerzen
- PsycheUnruhe[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen wie Juckreiz, Hautrötung, Schwellung oder Luftnot[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenJuckreizHautausschlagAtemnot
- PsycheAngstgefühl, Depression[1, 2]Mehr dazu: AngstDepressive Verstimmung
- NervensystemStörungen der Aufmerksamkeit, der Koordination und des Geschmacks[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und GedächtnisstörungenGeschmacksstörungen
- AugenStörung der Scharfeinstellung des Auges (Akkommodationsstörung), Sehstörung[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Magen und DarmDurchfall, Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: DurchfallErbrechen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HerzHerzrhythmusstörungen[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- HerzLaut Fachinformation: verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)[2]Mehr dazu: Verlangsamter Herzschlag
- AugenGlaukomanfall bei Engwinkelglaukom (einer Form des Grünen Stars)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Allgemeine BeschwerdenWärmestau[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
- NervensystemZittern (Tremor), Missempfindungen der Haut wie Kribbeln, Brennen oder Taubheit (Parästhesie)[1, 2]Mehr dazu: ZitternKribbeln und Taubheitsgefühl
- PsycheHalluzinationen[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- Nieren und HarnwegeStörungen beim Wasserlassen (Miktionsstörung)[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Nieren und HarnwegeLaut Fachinformation: akuter Harnverhalt bei gutartiger Vergrößerung der Prostata (BPH)[2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Packungsbeilage und Fachinformation nennen einen Glaukomanfall bei Engwinkelglaukom, einer Form des Grünen Stars, als mögliche Nebenwirkung ohne bekannte Häufigkeit; ein bestehender Grüner Star ist eine Gegenanzeige [1, 2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Mehr dazu unter Sehstörungen und Grüner Star.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen: Nebenwirkungen verschwinden laut Packungsbeilage im Allgemeinen nach einer Verringerung der Dosis beziehungsweise nach dem Absetzen [1]. Ob die Dosis geändert wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Wenn Sie die Einnahme abbrechen, können Ihre ursprünglichen Beschwerden wieder auftreten; benachrichtigen Sie auch dann Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].
Kreislauf: Bei niedrigem Blutdruck kann das Risiko von Kreislaufproblemen (Ohnmacht) erhöht sein [1]. Wenn Sie an einer Kreislaufschwäche oder an labilem Blutdruck leiden, nehmen Sie die Tabletten laut Packungsbeilage nach den Mahlzeiten ein, dann werden sie besser vertragen. Besondere Vorsicht ist am ersten Behandlungstag geboten [1, 2].
Sehstörungen: Bemerken Sie vorübergehende Sehstörungen, dürfen Sie kein Fahrzeug führen, keine Maschinen bedienen und keine anderen gefahrvollen Tätigkeiten ausführen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Pridinol verstärkt die Wirkung von Arzneimitteln aus der Gruppe der Anticholinergika [1, 2]. Dazu gehören laut Packungsbeilage zum Beispiel bestimmte Arzneimittel, die bei überaktiver Blase und Harninkontinenz, zur Asthmabehandlung und bei der Parkinson-Erkrankung angewendet werden; die Fachinformation nennt als Beispiel Atropin [1, 2]. Mehr zu diesen Erkrankungen unter Reizblase und Inkontinenz, Asthma und Parkinson.
Werden Pridinol und andere anticholinerg wirkende Mittel zusammen angewendet, können laut Packungsbeilage und Fachinformation Mundtrockenheit, Durst, vorübergehende Sehstörungen (Pupillenerweiterung, Störungen der Scharfeinstellung, Lichtempfindlichkeit, leichter Anstieg des Augeninnendrucks), Rötung und Trockenheit der Haut, ein verlangsamter und danach beschleunigter Herzschlag, Störungen beim Wasserlassen, Verstopfung und sehr selten Erbrechen, Schwindel und Gangunsicherheit auftreten [1, 2]. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder anwenden [1]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Anticholinergika, zum Beispiel bestimmte Arzneimittel bei überaktiver Blase oder Harninkontinenz, zur Asthmabehandlung und bei Parkinson-Erkrankung; die Fachinformation nennt als Beispiel Atropin | Pridinol verstärkt ihre Wirkung. Dann können Mundtrockenheit, Durst, vorübergehende Sehstörungen (Pupillenerweiterung, Störungen der Scharfeinstellung, Lichtempfindlichkeit, leichter Anstieg des Augeninnendrucks), Rötung und Trockenheit der Haut, ein verlangsamter und danach beschleunigter Herzschlag, Störungen beim Wasserlassen, Verstopfung und sehr selten Erbrechen, Schwindel und Gangunsicherheit auftreten[1, 2] | Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Pridinol nicht oder nur mit Vorsicht einnehmen sollte
Pridinol darf nicht eingenommen werden bei Grünem Star, bei gutartiger Wucherung des Prostatagewebes (Prostatavergrößerung), bei Problemen beim Entleeren der Blase (Harnverhalt), bei Einengungen im Magen-Darm-Kanal, bei Herzrhythmusstörungen und in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft [1, 2].
Besondere Vorsicht ist laut Packungsbeilage nötig bei Leber- oder Nierenproblemen, ab 65 Jahren und bei niedrigem Blutdruck [1]. Laut Fachinformation ist bei älteren Menschen sowie bei schwerer Nieren- und/oder Leberinsuffizienz mit einem höheren und/oder länger anhaltenden Blutspiegel zu rechnen [2]. Die Tabletten enthalten Milchzucker (Lactose) [1, 2]. Zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Daten vor [1, 2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Pridinol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Grüner Star (Glaukom)[1, 2]
- Gutartige Wucherung des Prostatagewebes (Prostatahypertrophie)[1, 2]
- Probleme beim Entleeren der Blase (Harnverhalt), als Begleiterscheinung oder als Folge einer Erkrankung[1, 2]
- Einengungen im Bereich des Magen-Darm-Kanals[1, 2]
- Herzrhythmusstörungen[1, 2]
- Die ersten 3 Monate der Schwangerschaft[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Leber- oder Nierenprobleme: Der Wirkstoff könnte dann in höherer Konzentration und/oder über einen längeren Zeitraum als üblich im Körper verfügbar sein; laut Fachinformation ist bei schwerer Nieren- und/oder Leberinsuffizienz Vorsicht geboten[1, 2]
- Menschen ab 65 Jahren: besondere Vorsicht; laut Fachinformation ist mit einem höheren und/oder länger anhaltenden Blutspiegel zu rechnen[1, 2]
- Niedriger Blutdruck: Das Risiko von Kreislaufproblemen (Ohnmacht) kann erhöht sein. Bei Kreislaufschwäche oder labilem Blutdruck die Tabletten nach den Mahlzeiten einnehmen. Besondere Vorsicht ist am ersten Behandlungstag geboten[1, 2]
- Lactose (Milchzucker): Bei bekannter Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern erst nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen; laut Fachinformation sollten Menschen mit der seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption das Mittel nicht einnehmen[1, 2]
- Kinder und Jugendliche: Zur Anwendung liegen keine Daten vor[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Verkehrstüchtigkeit und Einnahme sagen [1, 2]. Bei der Stillzeit unterscheiden sich die Formulierungen: Laut Packungsbeilage darf Pridinol während der gesamten Stillzeit nur auf ärztliche Verordnung eingenommen werden, laut Fachinformation sollte eine Anwendung in der Stillzeit vermieden werden [1, 2]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis. Mehr zum Thema in den Ratgebern Medikamente und Autofahren, Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
In den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft darf Pridinol nicht eingenommen werden. In den folgenden Schwangerschaftsmonaten nur nach sorgfältigem ärztlichem Ermessen, unter ärztlicher Kontrolle und nur, sofern es unbedingt erforderlich ist.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Packungsbeilage darf Pridinol während der gesamten Stillzeit nur auf ärztliche Verordnung eingenommen werden. Laut Fachinformation liegen keine Daten zum Übergang in die Muttermilch beim Menschen vor; eine Anwendung in der Stillzeit sollte vermieden werden. Zum Einfluss auf die Fruchtbarkeit liegen keine Daten vor.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Vorübergehende Sehstörungen sind eine mögliche Nebenwirkung. Treten sie auf, dürfen Sie keine Fahrzeuge führen, keine Maschinen bedienen und keine anderen gefahrvollen Tätigkeiten ausführen. Laut Fachinformation wird wegen möglicher anticholinerger Wirkungen auf das Sehvermögen zu vermehrter Vorsicht beim Führen von Fahrzeugen und beim Bedienen von Maschinen geraten.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, vorzugsweise mit 1 Glas Wasser (200 ml). Die Einnahme ist unabhängig von den Mahlzeiten; vor den Mahlzeiten eingenommen, tritt die Wirkung schneller ein. Bei Kreislaufschwäche oder labilem Blutdruck die Tabletten nach den Mahlzeiten einnehmen, sie werden dann besser vertragen. Die Behandlung erfolgt üblicherweise über einen längeren Zeitraum; wie lange, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Eine vergessene Einnahme nicht mit der doppelten Dosis ausgleichen, sondern wie verordnet fortfahren. Die Tablette hat eine Bruchkerbe und kann in gleiche Dosen geteilt werden. Nicht über 25 °C lagern.[1, 2]
Absetzen
Wird die Einnahme abgebrochen, können die ursprünglichen Beschwerden wieder auftreten; benachrichtigen Sie auch in diesem Fall Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Nebenwirkungen verschwinden im Allgemeinen nach einer Verringerung der Dosis beziehungsweise nach dem Absetzen.[1, 2]
Überdosierung
Bei einer zu großen Menge können die Nebenwirkungen verstärkt auftreten; laut Fachinformation zeigen sich die für Anticholinergika typischen Beschwerden. Benachrichtigen Sie eine Ärztin oder einen Arzt; falls notwendig, kann der Wirkstoff Physostigmin-Salicylat in die Vene (intravenös) gegeben werden.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt eine empfohlene Dosis für die Behandlung über den Tag und eine eigene Dosis bei nächtlichen Beinkrämpfen [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis Sie einnehmen und wie lange, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein, vorzugsweise mit einem Glas Wasser [1]. Die Einnahme ist unabhängig von den Mahlzeiten; vor den Mahlzeiten eingenommen, tritt die Wirkung schneller ein [1, 2]. Die Tablette hat eine Bruchkerbe und kann in gleiche Dosen geteilt werden [1, 2]. Die Behandlung erfolgt laut Packungsbeilage üblicherweise über einen längeren Zeitraum; wie lange, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie beim nächsten Mal nicht die doppelte Dosis ein, sondern fahren wie verordnet fort [1].
Brechen Sie die Einnahme ab, können Ihre ursprünglichen Beschwerden wieder auftreten; benachrichtigen Sie auch in diesem Fall Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Haben Sie mehr eingenommen als verordnet, können die Nebenwirkungen verstärkt auftreten; laut Fachinformation zeigen sich die für Anticholinergika typischen Beschwerden. Benachrichtigen Sie eine Ärztin oder einen Arzt; falls notwendig, kann der Wirkstoff Physostigmin-Salicylat in die Vene gegeben werden [1, 2]. Bewahren Sie die Tabletten nicht über 25 °C auf [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen.
Präparate mit Pridinol
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage (Stand Februar 2023) und Fachinformation (Stand September 2021) von Myditin 3 mg Tabletten, Zulassungsinhaber Trommsdorff GmbH & Co. KG [1, 2]. Es gibt Packungen mit 20, 50 und 100 Tabletten [1]. Pridinol ist verschreibungspflichtig [2, 3]. Weitere Wirkstoffe gegen Muskelverspannungen finden Sie auf der Seite Muskelrelaxanzien.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Myditin 3 mg Tabletten | Trommsdorff GmbH & Co. KG | 3,02 mg Pridinol (als 4 mg Pridinolmesilat) je Tablette; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Myditin 3 mg Tabletten. Trommsdorff GmbH & Co. KG. Stand 02/2023. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Myditin 3 mg Tabletten. Trommsdorff GmbH & Co. KG. Stand 09/2021. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Pridinol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Macht Pridinol müde?
Müdigkeit und ein Gefühl von Schwäche sind laut Packungsbeilage gelegentliche Nebenwirkungen, betreffen also bis zu 1 von 100 Behandelten. Ebenso gelegentlich sind Schwindel und Kopfschmerzen; selten kommen Störungen der Aufmerksamkeit und der Koordination vor. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie solche Beschwerden bemerken.
Darf ich mit Pridinol Auto fahren?
Eine mögliche Nebenwirkung sind vorübergehende Sehstörungen. Treten sie auf, dürfen Sie laut Packungsbeilage keine Fahrzeuge führen, keine Maschinen bedienen und keine anderen gefahrvollen Tätigkeiten ausführen. Die Fachinformation rät wegen möglicher anticholinerger Wirkungen auf das Sehvermögen zu vermehrter Vorsicht beim Fahren.
Was bedeutet es, dass Pridinol anticholinerg wirkt?
Laut Fachinformation wirkt Pridinol über einen atropinähnlichen Mechanismus. Anticholinerg wirkende Mittel hemmen die Wirkung des Nervenbotenstoffs Acetylcholin. Zusammen mit anderen solchen Arzneimitteln (Anticholinergika) können laut Packungsbeilage unter anderem Mundtrockenheit, Durst, vorübergehende Sehstörungen, Störungen beim Wasserlassen und Verstopfung auftreten.
Hilft Pridinol bei nächtlichen Wadenkrämpfen?
Die Packungsbeilage von Myditin nennt für nächtliche Beinkrämpfe eine eigene empfohlene Dosis (siehe Abschnitt Dosierung). Ob Pridinol für Ihre Beschwerden infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Darf ich Pridinol in der Schwangerschaft oder Stillzeit einnehmen?
In den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft darf Pridinol nicht eingenommen werden, danach nur nach sorgfältigem ärztlichem Ermessen, unter ärztlicher Kontrolle und nur, wenn es unbedingt erforderlich ist. Laut Packungsbeilage darf Pridinol während der gesamten Stillzeit nur auf ärztliche Verordnung eingenommen werden; laut Fachinformation sollte eine Anwendung in der Stillzeit vermieden werden.
Mit welchen Medikamenten verträgt sich Pridinol nicht?
Pridinol verstärkt die Wirkung von Anticholinergika. Dazu gehören laut Packungsbeilage zum Beispiel bestimmte Arzneimittel bei überaktiver Blase und Harninkontinenz, zur Asthmabehandlung und bei Parkinson-Erkrankung. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen.
Wie schnell wirkt Pridinol?
Laut Packungsbeilage tritt die Wirkung schneller ein, wenn die Tabletten vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Laut Fachinformation ist die höchste Konzentration im Blut nach etwa 1 Stunde erreicht. Pridinol löst laut Fachinformation Muskelverspannungen umso leichter, je frühzeitiger die Behandlung beginnt.
Wie hoch ist die Dosis von Pridinol?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was die Packungsbeilage von Myditin dazu sagt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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