KrankheitenKrankheit

Reizblase und Inkontinenz

Bei einer Reizblase, medizinisch überaktive Blase, kommt der Harndrang plötzlich und lässt sich kaum aufschieben; meist muss man häufig und auch nachts zur Toilette, mit oder ohne ungewollten Urinverlust. Am Anfang stehen Blasentraining und Beckenbodentraining; reicht das nicht, empfiehlt die Leitlinie der European Association of Urology (EAU), Frauen mit überaktiver Blase Anticholinergika oder Beta-3-Agonisten anzubieten (starke Empfehlung). Bei leichter oder mittelschwerer Belastungsinkontinenz ist laut gesund.bund.de regelmäßiges Beckenbodentraining die Behandlung der ersten Wahl. Kann man plötzlich gar kein Wasser mehr lassen, ist das ein Notfall.

Frau Anfang sechzig mit kurzem grauem Haar in einer moosgrünen Jacke geht mit Walkingstöcken auf einem sonnigen Waldweg im Herbst
Bild: KI-generiert

Bei einer Reizblase, medizinisch überaktive Blase, kommt der Harndrang plötzlich und lässt sich kaum aufschieben. Meist muss man häufig und auch nachts zur Toilette, mit oder ohne ungewollten Urinverlust [2]. Neben der überaktiven Blase ist die Belastungsinkontinenz die häufigste Form der Blasenschwäche [1]. Am Anfang der Behandlung stehen Maßnahmen ohne Medikamente wie Blasentraining und Beckenbodentraining. Reichen sie nicht aus, empfiehlt die Leitlinie der European Association of Urology (EAU), Frauen mit überaktiver Blase Anticholinergika oder Beta-3-Agonisten anzubieten (jeweils starke Empfehlung) [2]. Bei leichter oder mittelschwerer Belastungsinkontinenz ist laut gesund.bund.de regelmäßiges Beckenbodentraining die Behandlung der ersten Wahl [1].

Was ist eine Reizblase, was ist Inkontinenz?

Von einer Blasenschwäche oder Harninkontinenz spricht man, wenn Urin unwillkürlich und unkontrolliert abgeht; Betroffene können den Zeitpunkt des Wasserlassens nicht selbst bestimmen [1]. Die überaktive Blase definiert die Internationale Kontinenzgesellschaft (ICS) laut EAU-Leitlinie als Harndrang, meist zusammen mit häufigem und nächtlichem Wasserlassen, mit oder ohne Dranginkontinenz, wenn keine Harnwegsinfektion und keine andere offensichtliche Erkrankung vorliegt. Festgestellt wird sie allein anhand der Beschwerden [2].

gesund.bund.de beschreibt diese Formen der Harninkontinenz [1]:

  • Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz): Ein erhöhter Druck in der Blase, etwa beim Husten, Niesen, Laufen oder Hüpfen, führt zu Urinverlust, bei schweren Formen auch im Sitzen oder Liegen. Ursache ist eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur und/oder eine Schädigung des Blasenschließmuskels.
  • Überaktive Blase: vermehrter, nicht unterdrückbarer Harndrang, vor allem bei älteren Menschen. Geht dabei Urin verloren, spricht man von Dranginkontinenz (nasse Form); schafft man es noch zur Toilette, von der trockenen Form.
  • Mischinkontinenz: eine häufige Mischform aus Belastungsinkontinenz und überaktiver Blase.
  • Seltenere Formen: Bei der Überlaufinkontinenz fließt Urin bei voller Blase ab, etwa wegen einer schwachen Blasenmuskulatur oder einer eingeengten Harnröhre. Hinzu kommen die Fistelinkontinenz, bei der Urin durch fehlgebildete Gänge ständig heraustropft, und die neurogene Inkontinenz durch Nervenschäden.

In Deutschland haben schätzungsweise 10 Millionen Menschen eine Blasenschwäche. Bei Menschen über 60 Jahren sind es bis zu 61 Prozent, in Pflegeeinrichtungen bis zu 80 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner [1]. Bis zum 75. Lebensjahr sind Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer. Bei Frauen über 60 Jahren ist die Mischinkontinenz am häufigsten, bei Männern mit bis zu 80 Prozent die überaktive Blase [1].

Symptome

Beschwerden der unteren Harnwege teilt die EAU-Leitlinie in Speicherbeschwerden, Beschwerden beim Wasserlassen und Beschwerden nach dem Wasserlassen ein. Zu den Speicherbeschwerden gehören häufiges Wasserlassen, Harndrang, nächtliches Wasserlassen und Urinverlust [2]. Bei der überaktiven Blase beschreibt die Packungsbeilage von Solifenacin einen starken, unvorhergesehenen, plötzlich auftretenden und zwingenden Harndrang, häufiges Wasserlassen oder Einnässen, weil die Toilette nicht rechtzeitig erreicht wurde [4]. Bei der Belastungsinkontinenz geht Urin dagegen bei erhöhtem Druck in der Blase ab, etwa beim Husten, Niesen, Laufen oder Hüpfen [1].

Bei Männern kann eine deutlich vergrößerte Prostata laut IQWiG unter anderem zu einem schwächeren Harnstrahl, Nachtröpfeln und dem Gefühl führen, dass die Blase nicht richtig leer wird [14]. Mehr dazu auf den Seiten Prostatavergrößerung und Blasenentzündung.

Ursachen und Risikofaktoren

Für eine überaktive Blase nennt gesund.bund.de viele mögliche Ursachen: häufige bakterielle Blasenentzündungen, einen örtlichen Östrogenmangel nach den Wechseljahren, eine Prostatavergrößerung, Blasentumore sowie Nervenerkrankungen wie Multiple Sklerose oder Rückenmarksschäden. Findet sich keine Ursache, spricht man von einer idiopathischen überaktiven Blase [1]. Meist entsteht eine Blasenschwäche laut gesund.bund.de aus dem Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren [1]:

  • hohes Alter, Pflegebedürftigkeit und eingeschränkte körperliche oder geistige Fähigkeiten, etwa durch eine Demenz,
  • Übergewicht und Adipositas,
  • Diabetes,
  • neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose und Parkinson,
  • bestimmte Medikamente, zum Beispiel harntreibende Mittel (Diuretika),
  • häufiges Husten bei chronischen Lungenerkrankungen oder durch Rauchen, das eine Belastungsinkontinenz fördern kann.

Bei Frauen erhöhen vor allem (mehrfache) vaginale Entbindungen das Risiko, weil sie den Beckenboden schädigen können. Auch ein Hormonmangel in der Scheide nach den Wechseljahren, unter der Pille oder durch eine Hormonspirale kann das Risiko erhöhen. Bei Männern gilt vor allem eine Prostata-Operation als Risikofaktor [1].

Medikamente als Ursache: Die EAU-Leitlinie empfiehlt, bei überaktiver Blase alle eingenommenen Medikamente zu erfragen und neue Mittel zu überprüfen, die mit dem Auftreten oder einer Verschlechterung der Beschwerden zusammenhängen (jeweils starke Empfehlung) [2]. Welche Medikamente einen Harnverhalt, häufigeres Wasserlassen oder Inkontinenz als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Blasenprobleme durch Medikamente.

Diagnose

Ansprechpartner sind laut gesund.bund.de in der Regel Urologinnen und Urologen oder Frauenärztinnen und Frauenärzte; auch die Hausarztpraxis hilft weiter [1]. Nach dem Gespräch über Krankengeschichte und Beschwerden folgen eine körperliche Untersuchung, meist eine Urinuntersuchung und ein Ultraschall von Harnblase und Harnröhre. Weitere Verfahren sind der Vorlagenwiegetest, der die verlorene Urinmenge misst, die Blasenspiegelung und die Messung der Blasenfunktion (Urodynamik) [1].

Ein Blasentagebuch hilft beim Arztgespräch. gesund.bund.de rät, vorher zwei Tage lang Trinkmenge, Toilettengänge, Urinmenge, Urinverluste und Harndrang aufzuschreiben [1]. Bei überaktiver Blase empfiehlt die EAU-Leitlinie ein Blasentagebuch über mindestens drei Tage (starke Empfehlung) [2]. Vor einer Behandlung mit Solifenacin prüft die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage, ob andere Gründe für den häufigen Harndrang vorliegen, etwa eine Herzschwäche oder eine Nierenkrankheit; eine Harnwegsinfektion wird mit einem Antibiotikum behandelt [4]. Notieren Sie auch Ihre Medikamente, zum Beispiel im Medikationsplan.

Behandlung ohne Medikamente

Zur Behandlung stehen laut gesund.bund.de Verhaltens- und Beckenbodentraining, Medikamente und Operationen zur Verfügung [1]. Die EAU-Leitlinie empfiehlt diese Maßnahmen [2, 3]:

  • Blasentraining als erste Behandlung bei überaktiver Blase und Dranginkontinenz (starke Empfehlung); bei Männern mit Inkontinenz als ergänzende Behandlung (starke Empfehlung). Dabei gibt man dem Harndrang nicht sofort nach, sondern zögert das Wasserlassen etwas hinaus [1].
  • Beckenbodentraining: angeleitet und intensiv über mindestens drei Monate als erste Behandlung für alle Frauen mit Belastungs- oder Mischinkontinenz, auch für ältere Frauen und vor und nach einer Geburt (starke Empfehlung); die Programme so intensiv wie möglich gestalten (starke Empfehlung).
  • Toilettengänge nach Aufforderung für Erwachsene mit überaktiver Blase und eingeschränktem Denkvermögen (starke Empfehlung).
  • Weniger Koffein: kann Harndrang und häufiges Wasserlassen bessern, nicht aber die Inkontinenz (starke Empfehlung).
  • Trinkmenge und Getränke überprüfen (schwache Empfehlung).
  • Abnehmen bei Übergewicht und das Gewicht halten (starke Empfehlung) und Hilfe beim Rauchstopp (starke Empfehlung).
  • Stimulation des Schienbeinnervs (posteriore tibiale Nervenstimulation) als Möglichkeit bei überaktiver Blase (starke Empfehlung).
  • Vorlagen und andere Hilfsmittel bei nasser überaktiver Blase, vorübergehend oder wenn andere Behandlungen nicht geplant oder nicht möglich sind (starke Empfehlung).

Eine ausreichende Trinkmenge ist laut gesund.bund.de wichtig, weil stark konzentrierter Urin den Blasenmuskel reizt [1]. Bei älteren Menschen kommt bei überaktiver Blase, Belastungs- und Mischinkontinenz vorrangig ein Toilettentraining mit festen Entleerungszeiten zum Einsatz [1]. Bei Belastungsinkontinenz können in bestimmten Fällen Elektrostimulation, Biofeedback sowie bei Frauen Pessare oder Inkontinenz-Tampons die Behandlung unterstützen. Reichen diese Therapien bei Belastungsinkontinenz nicht aus, kann eine Operation infrage kommen [1]. Die EAU-Leitlinie empfiehlt, nach erfolglosen Maßnahmen ohne Operation, zu denen Beckenbodentraining gehören sollte, verschiedene Operationsverfahren mit ihren Vor- und Nachteilen anzubieten (starke Empfehlung) [2].

Behandlung mit Medikamenten

Frau Mitte vierzig mit schulterlangem kastanienrotem Haar liegt in einem pflaumenfarbenen Sportoberteil auf einer Übungsmatte, eine Physiotherapeutin mit blondem Pferdeschwanz kniet daneben und erklärt eine Übung
Bild: KI-generiert

Medikamente gegen eine überaktive Blase sollen laut gesund.bund.de bewirken, dass sich die Blasenmuskulatur entspannt und weniger stark zusammenzieht; Wirksamkeit und Verträglichkeit können sich individuell unterscheiden [1]. Die EAU-Leitlinie empfiehlt, das Medikament gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten auszuwählen (starke Empfehlung) [2]. Die Häufigkeiten stammen aus den Packungsbeilagen der genannten Präparate.

Medikamente bei überaktiver Blase und Inkontinenz im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Anticholinergika (Muskarinrezeptor-Antagonisten, Blasenmittel) bei überaktiver BlaseSolifenacin [4], Propiverin [6], Trospiumchlorid [8]Der Botenstoff Acetylcholin bringt den Blasenmuskel über Muskarinrezeptoren zum Zusammenziehen; Solifenacin hemmt den dafür wichtigsten Untertyp M3 [5]. Propiverin hemmt zusätzlich den Calcium-Einstrom in die glatte Muskulatur der Harnblase [7]Sehr häufig: Mundtrockenheit (alle drei). Häufig: Verstopfung (alle drei); verschwommenes Sehen, Übelkeit, Verdauungsstörungen (Solifenacin); Sehstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen (Propiverin); Verdauungsbeschwerden, Bauchschmerzen, Übelkeit (Trospiumchlorid) [4, 6, 8]
Beta-3-Agonisten bei überaktiver BlaseMirabegron [9]Selektiver Beta-3-Adrenozeptoragonist; Labor- und Tierversuche weisen laut Fachinformation darauf hin, dass er über Beta-3-Rezeptoren in der Harnblase die Harnspeicherfunktion verbessert [9]Häufig: Harnwegsinfektion, Kopfschmerzen, Schwindel, beschleunigter Herzschlag, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall [9]
Östrogen zur Anwendung in der Scheide (Hormonersatz), nur bei Rückbildung der Scheidenschleimhaut nach den WechseljahrenEstriol als Vaginalcreme, laut Packungsbeilage zugelassen für Beschwerden durch Östrogenmangel an Scheide und Vulva, nicht für Inkontinenz [11]Weibliches Geschlechtshormon; in der Scheide angewendet, mindert es durch Östrogenmangel bedingte Beschwerden im Bereich der Scheide [12]Gelegentlich: unter anderem Reizungen der Scheide mit Hitzegefühl, Juckreiz, Brennen und Rötung, Schmerzen und Spannungsgefühl in der Brust in den ersten Wochen, Schmierblutungen [11]
Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (Antidepressiva) bei Belastungsinkontinenz der FrauDuloxetin (in der EU als Yentreve zugelassen) [13]Hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin; im Tierversuch führte das über eine stärkere Anregung des Harnröhrenschließmuskels zu einer höheren Spannung der Harnröhre, bei Frauen wird ein ähnlicher Mechanismus angenommen [13]Sehr häufig: Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, Müdigkeit. Häufig unter anderem verminderter Appetit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, vermehrtes Schwitzen [13]

Häufig heißt: bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sehr häufig: bei mehr als 1 von 10, gelegentlich: bei bis zu 1 von 100 [4]. Mehr dazu im Werkzeug Häufigkeiten übersetzen.

Anticholinergika

Die EAU-Leitlinie empfiehlt, Frauen mit überaktiver Blase Anticholinergika anzubieten, wenn Maßnahmen ohne Medikamente nicht ausreichen (starke Empfehlung). Sie empfiehlt außerdem, wann immer möglich Formen mit verzögerter Wirkstofffreigabe zu erwägen und Wirkung und Nebenwirkungen früh zu überprüfen (jeweils starke Empfehlung) [2]. Hilft ein Anticholinergikum nicht, empfiehlt die Leitlinie, eine höhere Dosis, eine andere anticholinerge Zubereitung oder einen Beta-3-Agonisten zu erwägen, allein oder zusammen mit einem Anticholinergikum (starke Empfehlung) [2]. Bei Mischinkontinenz mit vorherrschendem Harndrang empfiehlt sie Anticholinergika oder Beta-3-Agonisten (starke Empfehlung), bei Männern mit Dranginkontinenz nach erfolgloser Behandlung ohne Medikamente ebenfalls (starke Empfehlung) [2, 3].

Solifenacin ist laut Packungsbeilage zugelassen für Beschwerden einer überaktiven Blase [4], Propiverin außerdem für Probleme der Blasenkontrolle nach Rückenmarkschäden [6]. Trospiumchlorid wird laut Packungsbeilage bei einer instabilen Blase und bei Blasenentleerungsstörungen durch bestimmte Nervenerkrankungen angewendet [8]. Wer Schwierigkeiten mit der Blasenentleerung hat, etwa einen dünnen Harnstrahl, sollte das vor der Einnahme von Solifenacin mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, weil dann das Risiko eines Harnverhalts stark erhöht ist [4]. Bei Männern mit mehr als 150 ml Restharn rät die EAU-Leitlinie von Anticholinergika gegen eine überaktive Blase ab (schwache Empfehlung) [3].

Ältere Menschen

Anticholinergika sind laut EAU-Leitlinie auch bei älteren Frauen wirksam (Evidenzgrad 1b). Die Wirkung von Mitteln mit anticholinerger Wirkung auf das Denkvermögen summiert sich bei älteren Frauen und nimmt mit der Dauer zu (Evidenzgrad 2). Oxybutynin kann bei älteren Frauen das Denkvermögen verschlechtern (Evidenzgrad 2). Für Darifenacin, Fesoterodin, Solifenacin und Trospium wurde das in Kurzzeitstudien nicht gezeigt (Evidenzgrad 1b) [2]. Eine Langzeitbehandlung mit Anticholinergika sollte bei älteren Frauen nur mit Vorsicht erfolgen, besonders bei bestehenden oder drohenden Gedächtnisstörungen (starke Empfehlung). Vor Beginn empfiehlt die Leitlinie, die gesamte anticholinerge Belastung durch alle Medikamente und die Begleiterkrankungen zu erfassen (starke Empfehlung) [2]. Mehr im Ratgeber Medikamente im Alter.

Beta-3-Agonisten: Mirabegron

Mirabegron ist laut EU-Produktinformation zugelassen zur Behandlung von zwingendem Harndrang, häufigem Wasserlassen und/oder Dranginkontinenz bei Erwachsenen mit überaktiver Blase [9]. Die EAU-Leitlinie empfiehlt, Frauen mit überaktiver Blase Beta-3-Agonisten anzubieten, wenn Maßnahmen ohne Medikamente nicht ausreichen (starke Empfehlung) [2]. Mirabegron kann den Blutdruck erhöhen. Laut Fachinformation sollte der Blutdruck vor Behandlungsbeginn und regelmäßig während der Behandlung gemessen werden, besonders bei Bluthochdruck [9]. Nach einem Rote-Hand-Brief vom 4. September 2015 wurden unter Mirabegron schwerwiegende Fälle von Bluthochdruck berichtet; seitdem ist es bei schwerem, nicht ausreichend eingestelltem Bluthochdruck (oberer Wert ab 180 mmHg und/oder unterer Wert ab 110 mmHg) kontraindiziert [10]. Mirabegron hat auf dieser Website keine eigene Wirkstoffseite.

Östrogen in der Scheide nach den Wechseljahren

Laut gesund.bund.de können östrogenhaltige Salben oder Zäpfchen für die Scheide bei Frauen nach den Wechseljahren oder bei Hormonmangel Beschwerden der Blasenschwäche bessern [1]. Die EAU-Leitlinie empfiehlt, Frauen nach den Wechseljahren mit Belastungsinkontinenz und Beschwerden einer Rückbildung von Scheide und Vulva ein Östrogen zur Anwendung in der Scheide anzubieten (starke Empfehlung). Frauen mit Beschwerden der unteren Harnwege und Zeichen des urogenitalen Menopausensyndroms empfiehlt sie das ebenfalls (schwache Empfehlung) [2]. Eine Estriol-Vaginalcreme ist laut Packungsbeilage zugelassen für Beschwerden durch Östrogenmangel wie Rückbildungserscheinungen an Scheide und Vulva mit Juckreiz, Brennen und Trockenheit, nicht für die Blasenschwäche selbst [11]. Die Creme wird nur zu einem sehr geringen Teil ins Blut aufgenommen [11]. Eine Hormonersatzbehandlung zum Einnehmen mit konjugierten Östrogenen aus Stutenharn bessert eine Belastungsinkontinenz laut EAU-Leitlinie dagegen nicht und kann eine bestehende Harninkontinenz verschlechtern (Evidenzgrad 1a) [2]. Mehr dazu: Wechseljahre.

Duloxetin bei Belastungsinkontinenz

Duloxetin ist in der EU unter dem Namen Yentreve zur Behandlung von Frauen mit mittelschwerer bis schwerer Belastungsinkontinenz zugelassen [13]. Die Wirkstoffseite beschreibt Präparate gegen Depression, Angststörung und Nervenschmerzen; für die Belastungsinkontinenz gilt die eigene Produktinformation von Yentreve. Die EAU-Leitlinie empfiehlt, Duloxetin dort, wo es zugelassen ist, ausgewählten Frauen mit Belastungsinkontinenz anzubieten, denen andere Maßnahmen ohne Operation nicht geholfen haben und die eine Operation vermeiden möchten, und sie sorgfältig über Nebenwirkungen aufzuklären (schwache Empfehlung). Wegen des hohen Risikos für Nebenwirkungen sollte die Behandlung schrittweise begonnen und schrittweise beendet werden (starke Empfehlung) [2]. Die meisten Nebenwirkungen traten laut Fachinformation in der ersten Behandlungswoche auf [13].

Botulinumtoxin in die Blasenwand

Wenn andere Maßnahmen und Medikamente nicht helfen, kann laut gesund.bund.de Botulinumtoxin im Rahmen einer Blasenspiegelung in die überaktive Blasenmuskulatur gespritzt werden; das Nervengift hemmt die Muskelaktivität [1]. Die EAU-Leitlinie empfiehlt Injektionen von OnabotulinumtoxinA in die Blasenwand bei überaktiver Blase oder Dranginkontinenz, wenn Behandlungen ohne Medikamente oder Medikamente nicht ausreichen (starke Empfehlung); dafür ist laut EAU in Europa nur OnabotulinumtoxinA zugelassen. Vorher empfiehlt sie, darüber aufzuklären, dass die Wirkung zeitlich begrenzt ist, dass Harnwegsinfektionen auftreten können und dass möglicherweise über längere Zeit eine Blasenentleerung mit einem Einmalkatheter nötig ist (starke Empfehlung) [2]. Die verlinkte Wirkstoffseite beschreibt das Präparat Dysport mit eigenen Anwendungsgebieten.

Schwangerschaft und Stillzeit

Propiverin dürfen Sie laut Packungsbeilage nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, stillen oder eine Schwangerschaft planen [6]. Solifenacin darf in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es unbedingt erforderlich ist; in der Stillzeit darf es nicht angewendet werden [4]. Trospiumchlorid wird in Schwangerschaft und Stillzeit nur angewendet, wenn die Ärztin oder der Arzt es als absolut erforderlich ansieht [8]. Estriol-Vaginalcreme darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden [11]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen der Medikamente

Anticholinergika: Sehr häufig ist Mundtrockenheit, häufig Verstopfung und bei Solifenacin und Propiverin verschwommenes Sehen oder Sehstörungen [4, 6, 8]. Unter Solifenacin und Trospiumchlorid kommt es gelegentlich zu Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung, selten zu einem Harnverhalt [4, 8]. Trospiumchlorid kann laut Packungsbeilage die Sehschärfe so verändern, dass die Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigt ist, verstärkt bei Behandlungsbeginn und zusammen mit Alkohol [8]. Mehr dazu: Medikamente und Autofahren. Bei Schwellungen des Gewebes unter der Haut (Angioödem) mit Atemnot sollte die Behandlung mit Solifenacin sofort unterbrochen werden [4]. Unter Propiverin kann ein Glaukomanfall ausgelöst werden: Bei farbigen Ringen um Lichtquellen und starken Schmerzen in und um die Augen suchen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Augenärztin oder einen Augenarzt auf [6]. Mehr dazu: Grüner Star.

Mirabegron: Die schwerwiegendste Nebenwirkung ist laut Packungsbeilage ein unregelmäßiger Herzschlag (Vorhofflimmern), der gelegentlich auftritt; dann muss die Einnahme sofort beendet und dringend ärztlicher Rat eingeholt werden [9]. Plötzliche, migräneartige, pochende Kopfschmerzen können ein Anzeichen für einen stark erhöhten Blutdruck sein; informieren Sie dann Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [9]. Mehr dazu: Blutdruckanstieg durch Medikamente. Bei einer Verengung des Blasenausgangs oder zusammen mit anderen Mitteln gegen eine überaktive Blase kann Mirabegron die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich die Blase nicht vollständig entleert [9].

Duloxetin: Die Nebenwirkungen sind laut Packungsbeilage von Yentreve normalerweise leicht bis mittelschwer und verschwinden oft nach kurzer Zeit [13]. Wer an Selbstverletzung oder Suizid denkt, geht laut Packungsbeilage zu einer Ärztin oder einem Arzt oder sucht unverzüglich ein Krankenhaus auf [13]. Soll die Behandlung enden, verringert die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage die Dosis langsam über 2 Wochen. Bei einigen Patientinnen, die die Einnahme nach mehr als einer Woche plötzlich beendet hatten, traten unter anderem Schwindel, Empfindungen ähnlich einem elektrischen Schlag, Schlafstörungen und Übelkeit auf [13]. Mehr dazu: Duloxetin absetzen.

Estriol-Vaginalcreme: Bei Gelbsucht, Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen mit Atembeschwerden, einer deutlichen Blutdruckerhöhung, erstmals auftretenden migräneartigen Kopfschmerzen oder Anzeichen für Blutgerinnsel brechen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage sofort ab und suchen eine Ärztin oder einen Arzt auf [11].

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [4]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Reizblase und Inkontinenz

Viele Betroffene erwähnen eine Blasenschwäche laut gesund.bund.de aus Scham nicht gegenüber ihrer Ärztin oder ihrem Arzt, obwohl es viele Möglichkeiten gibt, sie wirksam zu behandeln [1]. Übergewicht, Verstopfung und chronischer Husten belasten den Beckenboden. Vorbeugen lässt sich dem laut gesund.bund.de mit ausreichend Bewegung, ballaststoffreicher Ernährung und Rauchverzicht; auch Radfahren, Schwimmen und Yoga stärken den Beckenboden [1].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Kann jemand plötzlich kaum noch oder gar kein Wasser mehr lassen (Harnverhalt), ist das laut IQWiG ein Notfall, der rasch behandelt werden muss; die Blase wird dann zunächst über einen Katheter entlastet [14]. Auch unter Mirabegron gilt laut Packungsbeilage: Informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Ihre Blase nicht entleeren können [9]. Schwere Atemnot ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ein Fall für den Notruf 112. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [15].

Laut EAU-Leitlinie sollte das ärztliche Gespräch bei Frauen mit Blasenbeschwerden auch klären, wer an eine Fachpraxis oder Spezialambulanz überwiesen werden muss. Dazu können unter anderem Frauen mit Schmerzen, Blut im Urin, wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, früheren Operationen oder Bestrahlungen im Becken, ständigem Urinverlust als möglichem Hinweis auf eine Fistel, neu auftretendem Einnässen oder Verdacht auf eine Nervenerkrankung gehören [2].

Quellen

  1. Behörde Blasenschwäche (Harninkontinenz). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie). Stand 20.09.2025. abgerufen am 18.10.2026
  2. Leitlinie EAU Guidelines on Management of Non-Neurogenic Female Lower Urinary Tract Symptoms (LUTS), Limited Update March 2026 (Kapitel 3.1, 3.3, 4.1, 4.2, 4.3). European Association of Urology (EAU). Stand 03/2026. abgerufen am 18.10.2026
  3. Leitlinie EAU Guidelines on Non-Neurogenic Male Lower Urinary Tract Symptoms (LUTS), Update March 2026 (Kapitel 5.2.3, 5.6.3, 5.6.4). European Association of Urology (EAU). Stand 03/2026. abgerufen am 18.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Solifenacin-ratiopharm 5 mg/10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 18.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Solifenacin-ratiopharm 5 mg/10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 18.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mictonorm FT 15 mg Filmtabletten. APOGEPHA Arzneimittel GmbH. Stand 05/2018. abgerufen am 18.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Mictonorm FT 15 mg Filmtabletten. APOGEPHA Arzneimittel GmbH. Stand 05/2021. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Spasmex 30 mg TC Filmtabletten. Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH. Stand 03/2021. abgerufen am 18.10.2026
  9. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Betmiga 25 mg/50 mg Retardtabletten (EPAR), Anhang I (Fachinformation) und Anhang III B (Packungsbeilage). Astellas Pharma Europe B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2025. abgerufen am 18.10.2026
  10. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Mirabegron (Betmiga), neue Empfehlungen zum Risiko eines Blutdruckanstiegs. Astellas Pharma GmbH in Abstimmung mit EMA und BfArM; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte am 07.09.2015. Stand 04.09.2015. abgerufen am 18.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation OeKolp-Creme 1 mg/g Vaginalcreme. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 18.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation OeKolp-Creme 1 mg/g Vaginalcreme. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 18.10.2026
  13. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Yentreve 20 mg/40 mg magensaftresistente Hartkapseln (EPAR), Anhang I (Fachinformation) und Anhang III B (Packungsbeilage). Eli Lilly Nederland B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2024. abgerufen am 18.10.2026
  14. Gutartige Prostatavergrößerung (Abschnitte Symptome und Folgen). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 28.06.2022. abgerufen am 18.10.2026
  15. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft gegen eine Reizblase?

Als erste Behandlung empfiehlt die Leitlinie der European Association of Urology (EAU) bei überaktiver Blase ein Blasentraining (starke Empfehlung): Man zögert den Toilettengang bei Harndrang bewusst etwas hinaus. Weniger Koffein kann laut EAU Harndrang und häufiges Wasserlassen bessern, nicht aber die Inkontinenz. Reichen solche Maßnahmen nicht aus, empfiehlt die EAU-Leitlinie, Frauen Anticholinergika oder Beta-3-Agonisten anzubieten (jeweils starke Empfehlung). Welche Behandlung für Sie passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Welche Medikamente gibt es gegen eine überaktive Blase?

Die wichtigste Gruppe sind laut EAU-Leitlinie derzeit Anticholinergika, etwa Solifenacin, Propiverin und Trospiumchlorid; sie werden laut ihren Packungsbeilagen bei einer überaktiven oder instabilen Blase angewendet. Eine zweite Gruppe sind Beta-3-Agonisten wie Mirabegron. Frauen mit Blasenbeschwerden und Zeichen des urogenitalen Menopausensyndroms empfiehlt die EAU-Leitlinie, ein Östrogen zur Anwendung in der Scheide anzubieten (schwache Empfehlung).

Welche Nebenwirkungen haben Blasenmittel?

Bei Anticholinergika ist Mundtrockenheit laut den Packungsbeilagen von Solifenacin, Propiverin und Trospiumchlorid sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten. Häufig sind unter anderem Verstopfung sowie bei Solifenacin und Propiverin Sehstörungen oder verschwommenes Sehen. Unter Mirabegron sind laut Packungsbeilage unter anderem Harnwegsinfektionen, Kopfschmerzen, Schwindel und ein beschleunigter Herzschlag häufig; der Blutdruck sollte vor und während der Behandlung gemessen werden. Einzelheiten stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.

Sind Blasenmittel für ältere Menschen geeignet?

Laut EAU-Leitlinie sind Anticholinergika auch bei älteren Frauen wirksam. Weil sich die Wirkung von Mitteln mit anticholinerger Wirkung auf das Denkvermögen mit der Zeit und mit der Zahl solcher Mittel summiert, sollte eine Langzeitbehandlung bei älteren Frauen laut EAU nur mit Vorsicht erfolgen, besonders bei bestehenden oder drohenden Gedächtnisstörungen (starke Empfehlung). Bringen Sie deshalb eine Liste aller Medikamente zum Arztgespräch mit, zum Beispiel einen Medikationsplan.

Gibt es Tabletten gegen Belastungsinkontinenz?

Bei leichter oder mittelschwerer Belastungsinkontinenz ist laut gesund.bund.de regelmäßiges Beckenbodentraining die Behandlung der ersten Wahl; Medikamente können ergänzend helfen, wirken aber nicht immer. In der EU ist Duloxetin unter dem Namen Yentreve für Frauen mit mittelschwerer bis schwerer Belastungsinkontinenz zugelassen. Die EAU-Leitlinie empfiehlt, es dort, wo es zugelassen ist, ausgewählten Frauen anzubieten, denen andere Maßnahmen ohne Operation nicht geholfen haben und die eine Operation vermeiden möchten, mit sorgfältiger Aufklärung über Nebenwirkungen (schwache Empfehlung). Frauen nach den Wechseljahren mit Belastungsinkontinenz und Beschwerden einer Rückbildung von Scheide und Vulva empfiehlt sie, ein Östrogen zur Anwendung in der Scheide anzubieten (starke Empfehlung).

Hilft Beckenbodentraining auch bei einer Reizblase?

Auch bei der überaktiven Blase ist laut gesund.bund.de ein Beckenbodentraining sinnvoll. Die EAU-Leitlinie empfiehlt, Beckenbodentraining so intensiv wie möglich zu gestalten (starke Empfehlung). Allen Frauen mit Belastungs- oder Mischinkontinenz empfiehlt sie angeleitetes, intensives Training über mindestens drei Monate als erste Behandlung, auch älteren Frauen und Frauen vor und nach einer Geburt (starke Empfehlung).

Können Medikamente eine Blasenschwäche auslösen?

Ja. Zu den Risikofaktoren zählt laut gesund.bund.de die Einnahme bestimmter Medikamente wie harntreibender Mittel (Diuretika). Die EAU-Leitlinie empfiehlt, bei überaktiver Blase alle eingenommenen Medikamente zu erfragen und neue Mittel zu überprüfen, die mit dem Auftreten oder einer Verschlechterung der Beschwerden zusammenhängen (starke Empfehlung). Welche Mittel Blasenprobleme als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Blasenprobleme durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wann sollte ich mit Inkontinenz zum Arzt?

Ansprechpartner sind laut gesund.bund.de Urologinnen und Urologen, Frauenärztinnen und Frauenärzte oder die Hausarztpraxis; viele Formen lassen sich gut behandeln. Eine Überweisung an eine Fachpraxis oder Spezialambulanz kann laut EAU-Leitlinie bei Frauen unter anderem bei Schmerzen, Blut im Urin, wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, ständigem Urinverlust, neu auftretendem Einnässen und Verdacht auf eine Nervenerkrankung nötig sein. Wer plötzlich kaum noch oder gar kein Wasser mehr lassen kann, braucht sofort ärztliche Hilfe.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Krankheiten Prostatavergrößerung

    Eine gutartige Prostatavergrößerung macht vielen älteren Männern das Wasserlassen schwer.

  • Krankheiten Erektionsstörungen

    Bei einer Erektionsstörung wird der Penis für den Sex nicht ausreichend steif.

  • Krankheiten Scheidenpilz

    Scheidenpilz macht sich durch Jucken, Brennen und weißlichen Ausfluss bemerkbar.

  • Wirkstoffgruppen Protonenpumpenhemmer (PPI)

    Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol und Omeprazol verringern die Magensäure.