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Scheidenpilz
Bei einem Scheidenpilz haben sich Hefepilze, meist Candida albicans, in der Scheide vermehrt und eine Entzündung ausgelöst; typisch sind Jucken, Brennen und weißlicher, krümeliger Ausfluss. In der Regel reicht laut IQWiG eine Behandlung mit einem Antipilzmittel als Scheidenzäpfchen oder Creme, zum Beispiel mit Clotrimazol, die meist nur 1 bis 6 Tage dauert; das verschreibungspflichtige Fluconazol zum Einnehmen ist laut Fachinformation vorgesehen, wenn eine örtliche Behandlung nicht geeignet ist. Bei starken Beschwerden, häufig wiederkehrenden Infektionen, einer Immunschwäche oder in der Schwangerschaft gehört die Behandlung in ärztliche Hände.

Ein Scheidenpilz macht sich laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) durch Jucken, Brennen und weißlichen Ausfluss bemerkbar [1]. In der Regel reicht eine Behandlung mit einem Antipilzmittel, das als Zäpfchen oder Creme in die Scheide eingeführt wird; je nach Präparat dauert sie meist nur 1 bis 6 Tage [1]. Manche Wirkstoffe können auch einmalig als Tablette eingenommen werden [1]; Fluconazol ist dafür laut Fachinformation vorgesehen, wenn eine örtliche Behandlung nicht geeignet ist [7]. Bei starken Beschwerden, häufig wiederkehrenden Infektionen oder einer Immunschwäche ist ärztlicher Rat sinnvoll [1].
Was ist ein Scheidenpilz?
Bei einem Scheidenpilz haben sich Hefepilze in der Scheide (Vagina) vermehrt und eine Entzündung ausgelöst [1]. Meist ist der Erreger Candida albicans. Diese Pilze gehören zur natürlichen Scheidenflora, kommen normalerweise aber nur in geringer Zahl vor und verursachen dann keine Beschwerden [1]. Der Bereich um den Scheideneingang und die Schamlippen kann sich ebenfalls entzünden [1, 3].
Infektionen durch Scheidenpilze sind nach Bakterieninfektionen (bakterielle Vaginose) die zweithäufigste Ursache für Scheidenentzündungen. Bis zu 75 von 100 Frauen haben mindestens einmal im Leben einen Scheidenpilz, am häufigsten im gebärfähigen Alter [1]. Oft sind die Beschwerden nur wenig ausgeprägt, manchmal fehlen sie auch ganz; selten sind sie stark [1].
Symptome
Typische Beschwerden sind Juckreiz, ein unangenehmes Brennen und Schmerzen. Die Schleimhaut der Scheide ist gerötet und weißlich belegt [1]. Oft kommt es zu weiß-gelblichem Ausfluss, der wässrig oder krümelig sein und geronnener Milch ähneln kann [1]. Die Beschwerden können sich einige Tage vor der Regelblutung verstärken. Hat sich die Entzündung auf die äußeren Geschlechtsorgane ausgebreitet, sind zum Beispiel auch die Schamlippen rot und geschwollen [1]. Geschlechtsverkehr kann schmerzhaft sein, und wenn sich die Harnröhre entzündet hat, schmerzt auch das Wasserlassen [1].
Wird die juckende Haut aufgekratzt, können sich andere Krankheitserreger leichter ansiedeln und die Beschwerden verstärken; die Entzündung kann auch auf die Harnröhrenmündung übergreifen [1]. Ernsthafte Komplikationen sind laut IQWiG sehr selten und hängen meist mit einem geschwächten Immunsystem zusammen, etwa durch eine Krebsbehandlung oder eine AIDS-Erkrankung [1].
Ursachen und Risikofaktoren
Die Scheidenflora kann aus dem Gleichgewicht geraten; dann können sich die Hefepilze stark vermehren [1]. Das IQWiG nennt als Risikofaktoren unter anderem [1, 2]:
- eine Schwangerschaft, weil der hohe Östrogenspiegel die Scheidenflora verändern kann,
- die Antibabypille, die den Hormonhaushalt ähnlich verändert wie eine Schwangerschaft,
- Diabetes und andere Krankheiten, die das Immunsystem schwächen, etwa eine HIV-Infektion,
- Stress, übertriebene Intimhygiene, synthetische und eng anliegende Kleidung, Schwitzen und luftdichte Slipeinlagen oder Binden.
Ein Scheidenpilz kann auch durch Ansteckung entstehen, wenn sehr viele Hefepilze von außen in die Scheide gelangen, zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr mit einem Mann, der eine Pilzinfektion der Eichel hat [1].
Medikamente als Ursache: Verschiedene Medikamente können laut IQWiG einen Scheidenpilz fördern, darunter Antibiotika, Kortison (Glucocorticoide) sowie eine Hormon-, Strahlen- oder Chemotherapie [1]. Frauen, die mit der Pille verhüten, haben ein erhöhtes Risiko [1]. Eine Pilzinfektion nach den Wechseljahren kann mit der Einnahme von Medikamenten zusammenhängen, etwa mit östrogenhaltigen Mitteln [1]. Welche Packungsbeilagen Pilzinfektionen als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Infektanfälligkeit durch Medikamente.
Diagnose
In der Regel lässt sich ein Scheidenpilz an den Beschwerden und den sichtbaren Veränderungen der Scheidenschleimhaut erkennen. Bestehen Zweifel, entnimmt die Gynäkologin oder der Gynäkologe etwas Scheidenflüssigkeit und untersucht sie auf Hefepilze [1]. Eine sichere Diagnose ist laut Packungsbeilage von KadeFungin 3 nur durch die Frauenärztin oder den Frauenarzt möglich [4]. Bei häufigen Pilzinfektionen oder starken Beschwerden können zusätzliche Untersuchungen zeigen, ob Risikofaktoren wie eine Immunschwäche vorliegen; kommt der Pilz immer wieder, kann sich auch die Partnerin oder der Partner untersuchen lassen [1].
Behandlung ohne Medikamente und Vorbeugung
Für ansonsten gesunde Frauen ist laut IQWiG keine besondere Vorbeugung nötig [1]. Auf Spülungen der Scheide und auf Intimsprays sollten Sie verzichten, weil sie die natürliche Scheidenflora schädigen und Infektionen wahrscheinlicher machen [1]. Während einer Behandlung mit Clotrimazol sollten Sie Desodorantien oder Mittel zur Intimhygiene laut Packungsbeilage nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt anwenden, weil eine verminderte Wirksamkeit dabei nicht ausgeschlossen werden kann [4]. Um sich nicht bei einer erkrankten Partnerin oder einem erkrankten Partner anzustecken, sollte man mit dem Geschlechtsverkehr warten, bis die Infektion abgeklungen ist [1].
Zäpfchen oder Kapseln mit lebenden Milchsäurebakterien (Probiotika) sollen die Scheidenflora schützen und ihr Gleichgewicht wiederherstellen; ihr Nutzen ist laut IQWiG bislang nicht belegt [1]. Möglicherweise unterstützen sie die Heilung, wenn sie zusätzlich zu Antipilzmitteln angewendet werden [2]. Ob Hausmittel wie mit Teebaumöl getränkte Tampons, Knoblauch oder Naturjoghurt wirksam und sicher sind, ist laut IQWiG nicht untersucht [1]; sie können zum Beispiel Allergien oder Reizungen hervorrufen [2]. Ob Antipilzmittel während einer Antibiotikabehandlung einem Scheidenpilz vorbeugen, ist ebenfalls nicht gut untersucht [1].
Behandlung mit Medikamenten

Ein Scheidenpilz wird mit Antipilzmitteln (Antimykotika) behandelt, also Medikamenten, die Pilze abtöten oder ihr Wachstum hemmen [2]. Laut IQWiG werden bei Pilzinfektionen der Scheide oft Clotrimazol, Nystatin, Ciclopirox und Fluconazol eingesetzt [2]. Die meisten Cremes und Scheidenzäpfchen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, müssen aber selbst bezahlt werden [2]. Fluconazol ist verschreibungspflichtig [7].
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Antipilzmittel zur örtlichen Anwendung (Vaginaltabletten, Scheidenzäpfchen, Creme) | Clotrimazol [4]; laut IQWiG auch Nystatin und Ciclopirox [2] | Clotrimazol hemmt nach derzeitiger Kenntnis die Bildung von Ergosterin, einem wichtigen Baustein der Zellmembran von Pilzen; Zusammensetzung und Eigenschaften der Membran verändern sich stark [5] | Clotrimazol, gelegentlich: örtliche Hautreizungen mit vorübergehender Rötung, Brennen oder Stechen, bei Überempfindlichkeit allergische Reaktionen; Häufigkeit nicht bekannt: Blutungen aus der Scheide [4]. |
| Antipilzmittel zum Einnehmen (Triazole) | Fluconazol [6] | Hemmt bei Pilzen einen wesentlichen Schritt der Ergosterol-Bildung; die lange Halbwertszeit ist die Grundlage für die Behandlung des Scheidenpilzes mit einer Einzeldosis [7] | Häufig: Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Anstieg von Blut- oder Leberwerten, Hautausschlag [6] |
Häufig heißt laut Packungsbeilage bei bis zu 1 von 10 Behandelten, gelegentlich bei bis zu 1 von 100 Behandelten; bei "Häufigkeit nicht bekannt" ist die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar [4, 6]. Jede Häufigkeit gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht.
Örtliche Behandlung in der Scheide
Bei einer unkomplizierten Infektion reicht laut IQWiG eine örtliche Behandlung über wenige Tage aus, je nach Wirkstoff 1 bis 6 Tage. Scheidenzäpfchen und Cremes werden am besten vor dem Schlafengehen möglichst tief in die Scheide eingeführt; manchen Packungen liegt eine kleine Tube Creme für entzündete äußere Geschlechtsorgane bei [2]. Clotrimazol als Kombi-Packung aus Vaginaltabletten und Creme wird laut Packungsbeilage bei Infektionen der Scheide und des äußeren Genitalbereichs durch Hefepilze angewendet. Im Allgemeinen reicht eine Anwendung an 3 aufeinanderfolgenden Tagen; falls erforderlich, kann auf ärztliche Anweisung eine zweite Behandlung über weitere 3 Tage angeschlossen werden [4]. Die Behandlung sollte laut Packungsbeilage nicht während der Regelblutung stattfinden bzw. vor deren Beginn abgeschlossen sein [4]. Die Angaben zur Dosis stehen unter Clotrimazol: Dosierung.
Clotrimazol darf laut Packungsbeilage nicht angewendet werden, wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff oder einen anderen Bestandteil sind [4]. Im Labor kann es die Wirksamkeit anderer örtlich wirkender Pilzmittel wie Nystatin vermindern [4].
Fluconazol zum Einnehmen
Fluconazol ist laut Fachinformation bei akutem oder wiederkehrendem Scheidenpilz vorgesehen, wenn eine örtliche Behandlung nicht geeignet ist, und um Rückfälle zu verringern, wenn der Pilz viermal oder öfter im Jahr auftritt [7]. Die Kapseln können zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon eingenommen werden [6]. Laut IQWiG kann eine einmalige Tablette zum Beispiel während der Regelblutung sinnvoll sein [2]. Die Angaben zur Dosis stehen unter Fluconazol: Dosierung.
Fluconazol darf laut Packungsbeilage nicht zusammen mit Astemizol oder Terfenadin (Allergiemittel), Cisaprid, Pimozid, Chinidin oder dem Antibiotikum Erythromycin eingenommen werden [6]. Mit vielen weiteren Mitteln sind Wechselwirkungen möglich, zum Beispiel mit Blutverdünnern wie Warfarin, mit Statinen gegen hohes Cholesterin, bestimmten Blutdrucksenkern, Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR und der Pille; informieren Sie deshalb Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Medikamente [6]. Sprechen Sie laut Packungsbeilage vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie unter anderem Leber- oder Nierenprobleme oder eine Herzerkrankung wie Herzrhythmusstörungen haben [6]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
Wenn der Pilz immer wiederkommt
Als kompliziert gelten laut IQWiG Pilzinfektionen mit starken Beschwerden, etwa ausgeprägten, schmerzhaften Schwellungen, Infektionen, die häufiger als viermal pro Jahr wiederkehren, und Infektionen bei geschwächtem Immunsystem [2]. Dann ist es sinnvoll, mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen. Die Behandlung wird meist in eine Anfangs- und eine Erhaltungstherapie aufgeteilt; es kann nötig sein, über mehrere Monate Antipilz-Tabletten einzunehmen [1, 2]. Sind Tabletten zum Beispiel wegen einer Schwangerschaft oder wegen Wechselwirkungen nicht möglich, kann auch ganz mit Cremes oder Zäpfchen behandelt werden [2].
Eine Mitbehandlung der Partnerin oder des Partners ist meist nicht nötig, außer wenn feststeht, dass er oder sie ebenfalls eine Hefepilzinfektion im Genitalbereich hat [1]. Wurde beim Partner eine Pilzinfektion von Eichel und Vorhaut oder bei der Partnerin von Scheide und Schamlippen ärztlich festgestellt, sollte er oder sie laut Packungsbeilage von KadeFungin 3 zusätzlich örtlich behandelt werden [4]. Fluconazol ist laut Fachinformation auch bei einer Candida-Infektion der Eichel vorgesehen, wenn eine örtliche Behandlung nicht geeignet ist [7].
Schwangerschaft und Stillzeit
In der Schwangerschaft treten Pilzinfektionen der Scheide laut Embryotox häufiger auf, weil die hormonellen Veränderungen das Wachstum von Hefepilzen begünstigen; ungefähr 30 Prozent aller Schwangeren sind betroffen [8]. Eine Candida-Infektion selbst stellt laut Embryotox vermutlich kein erhöhtes Risiko für den Verlauf der Schwangerschaft dar, kann aber durch die Veränderung des Scheidenmilieus indirekt dazu beitragen, dass sich eventuell gefährliche Keime leichter vermehren [8]. Laut IQWiG können Scheideninfektionen bei Schwangeren das Risiko für vorzeitige Wehen, Fehl- und Frühgeburten etwas erhöhen, und das Kind kann sich bei der Geburt anstecken, etwa mit einem Mundsoor oder einer Windeldermatitis [1]. Um das beim Neugeborenen seltener zu machen, wird laut Embryotox bei Nachweis von Hefepilzen in den letzten 6 Schwangerschaftswochen eine Behandlung mit einem Antipilzmittel empfohlen [8].
Bei einer Pilzinfektion der Scheide ist laut Embryotox in der Schwangerschaft Clotrimazol Mittel der Wahl; Miconazol kann bei entsprechender Indikation ebenfalls verwendet werden [8]. Den Erfahrungsumfang mit Clotrimazol in der Schwangerschaft stuft Embryotox als sehr hoch ein; auch in der Stillzeit gehört Clotrimazol laut Embryotox zu den Mitteln der Wahl bei einer Pilzinfektion [9]. Laut Packungsbeilage von KadeFungin 3 darf Clotrimazol in der Schwangerschaft aus Gründen der Vorsicht nur nach einer Nutzen-Risiko-Abschätzung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt angewendet werden; die Vaginaltabletten sollten dann ohne Applikator eingeführt werden [4]. In der Stillzeit können Sie es laut Packungsbeilage auf ärztliche Anweisung anwenden [4].
Fluconazol sollten Sie laut Packungsbeilage nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft vermuten oder planen, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es ausdrücklich gesagt. Die Einnahme im ersten Drittel der Schwangerschaft kann das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen; niedrige Dosen können das Risiko für eine Fehlbildung der Knochen oder Muskeln leicht erhöhen [6]. Werden Sie während der Behandlung oder innerhalb einer Woche nach der letzten Dosis schwanger, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [6]. Laut der neueren Fachinformation (Stand Januar 2024) darf Fluconazol in der Schwangerschaft nur bei eindeutiger Notwendigkeit in Standarddosen und als Kurzzeittherapie angewendet werden; die Studien zu Herzfehlbildungen nach Einnahme im ersten Drittel der Schwangerschaft sind uneinheitlich, eine Auswertung von 5 Beobachtungsstudien ergab aber ein erhöhtes Risiko [7]. Laut IQWiG sind Antipilzmittel zum Einnehmen für Schwangere und Stillende nicht zugelassen; als Creme oder Scheidenzäpfchen können sie angewendet werden [2]. Nach einer einmaligen Einnahme, wie sie bei Scheidenpilz vorgesehen ist, können Sie laut Packungsbeilage weiter stillen; nehmen Sie Fluconazol wiederholt ein, sollten Sie nicht weiter stillen [6]. Ist eine Behandlung über den ganzen Körper nötig, kann laut Embryotox auch unter Fluconazol gestillt werden, auch bei einer mehrtägigen Behandlung einer nachgewiesenen Candida-Infektion der Brust [10]. Laut Embryotox ist bei einer Pilzinfektion von Haut oder Schleimhaut in der Schwangerschaft und bei einer Pilzinfektion der Scheide in der Stillzeit eine örtliche Behandlung mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin zu bevorzugen [10]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Nebenwirkungen der Medikamente
Bei Antipilzmitteln, die auf Haut oder Schleimhaut aufgetragen werden, sind laut IQWiG eine zusätzliche Reizung der entzündeten Stellen, Brennen oder Jucken möglich [2]. Bei Clotrimazol nennt die Packungsbeilage gelegentlich örtliche Hautreizungen mit vorübergehender Rötung, Brennen oder Stechen und bei Überempfindlichkeit allergische Reaktionen; Blutungen aus der Scheide kommen mit nicht bekannter Häufigkeit vor [4]. Die Creme enthält Benzylalkohol, der leichte örtliche Reizungen hervorrufen kann, und Cetylstearylalkohol, der örtlich begrenzte Hautreizungen hervorrufen kann [4]. Mehr dazu: Juckreiz.
Bei Fluconazol sind laut Packungsbeilage Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, ein Anstieg von Blut- oder Leberwerten und Hautausschlag häufig [6]. Gelegentlich kann es zu Schwindelgefühl oder Krampfanfällen kommen; das ist beim Autofahren und Bedienen von Maschinen zu berücksichtigen [6]. Fluconazol kann die Leber beeinträchtigen: Bei Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder einer Gelbfärbung von Haut oder Augen beenden Sie laut Packungsbeilage sofort die Einnahme und informieren unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [6]. Bei einem ausgedehnten Hautausschlag mit erhöhter Körpertemperatur und vergrößerten Lymphknoten (DRESS-Syndrom) beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und suchen sofort ärztliche Hilfe [6]. Mehr dazu: schwere Hautreaktionen.
Alle Nebenwirkungen mit Häufigkeit finden Sie auf den Seiten Clotrimazol und Fluconazol; was die Häufigkeitsangaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte melden [4]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Im Alltag: offen darüber sprechen
Erkrankungen der Geschlechtsorgane sind vielen Menschen peinlich. Wer die Behandlung deshalb aufschiebt oder dem Partner oder der Partnerin nichts davon erzählt, hat laut IQWiG womöglich länger mit der Infektion zu tun und kann andere anstecken [1]. Laut IQWiG ist die Hausarztpraxis meist die erste Anlaufstelle, und mit einer Frageliste kann man sich auf den Arztbesuch vorbereiten [1]. Eine Vorlage bietet unser Werkzeug Fragen für das Arztgespräch.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Ärztlicher Rat ist laut IQWiG sinnvoll bei starken Beschwerden, häufig wiederkehrenden Infektionen oder einem erhöhten Risiko für Komplikationen, etwa bei einer Immunschwäche [1]. Fühlen Sie sich nach 3 Tagen Behandlung mit Clotrimazol nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [4]. Auch wenn die Pilzinfektion unter Fluconazol nicht besser wird, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, weil eine andere Behandlung nötig sein könnte [6]. In der Schwangerschaft lassen Sie sich vor jeder Behandlung ärztlich beraten [4, 6].
Nach der Einnahme von Fluconazol informieren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bei Zeichen einer allergischen Reaktion wie plötzlichem pfeifendem Atemgeräusch, Atemproblemen oder Engegefühl in der Brust, Anschwellen von Augenlidern, Gesicht oder Lippen oder einem blasenbildenden Hautausschlag [6]. Schwere Atemnot ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ein Fall für den Notruf 112 [11].
Quellen
- Pilzinfektion der Vagina (Scheidenpilz). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 21.01.2026. abgerufen am 18.10.2026
- Was hilft gegen eine Pilzinfektion der Vagina (Scheidenpilz)?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 21.01.2026. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Pilzinfektion der Scheide (Scheidenpilz). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 17.10.2024. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation KadeFungin 3 Kombi-Packung (Vaginaltabletten 200 mg und Creme 2 %), regulierter Teil (Abschnitte 1 bis 6). DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation KadeFungin 3 Kombi-Packung (Abschnitt 5.1). DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Fluconazol STADA 150 mg Hartkapseln (Druckcode 9356170/2402). STADAPHARM GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Fluconazol STADA 100 mg/-150 mg Hartkapseln (Abschnitte 4.1, 5.1, 5.2 und 11). STADAPHARM GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Embryotox Embryotox: Vaginale Infektionen (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Embryotox Embryotox: Clotrimazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 18.10.2026
- Embryotox Embryotox: Fluconazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 18.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Was hilft schnell gegen Scheidenpilz?
In der Regel reicht laut IQWiG eine kurze Behandlung mit einem Antipilzmittel, das als Scheidenzäpfchen oder Creme in die Scheide eingeführt wird; je nach Präparat dauert sie meist nur 1 bis 6 Tage. Bei der Kombi-Packung KadeFungin 3 mit Clotrimazol reicht laut Packungsbeilage im Allgemeinen eine Anwendung an 3 aufeinanderfolgenden Tagen; wie viel Sie anwenden, steht auf der Seite Clotrimazol. Halten Sie die Behandlungsdauer laut Packungsbeilage auch dann ein, wenn Sie sich schon früher besser fühlen.
Kann ich Scheidenpilz selbst behandeln?
Die meisten Cremes und Scheidenzäpfchen gegen Scheidenpilz sind laut IQWiG rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, müssen aber selbst bezahlt werden. Eine sichere Diagnose ist laut Packungsbeilage von KadeFungin 3 aber nur durch die Frauenärztin oder den Frauenarzt möglich. Fühlen Sie sich nach 3 Tagen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei starken Beschwerden, häufig wiederkehrenden Infektionen oder einem erhöhten Risiko für Komplikationen, etwa bei einer Immunschwäche, ist laut IQWiG ärztlicher Rat sinnvoll.
Ist Fluconazol rezeptfrei?
Nein, Fluconazol ist verschreibungspflichtig. Laut Fachinformation wird es bei akutem oder wiederkehrendem Scheidenpilz eingesetzt, wenn eine örtliche Behandlung nicht geeignet ist, und um Rückfälle zu verringern, wenn der Pilz viermal oder öfter im Jahr auftritt. Es darf laut Packungsbeilage nicht zusammen mit bestimmten Mitteln wie Erythromycin, Pimozid, Chinidin, Cisaprid, Astemizol oder Terfenadin eingenommen werden, und mit vielen anderen Arzneimitteln sind Wechselwirkungen möglich. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosis stehen auf der Seite Fluconazol.
Was hilft gegen Scheidenpilz in der Schwangerschaft?
Bei einer Pilzinfektion der Scheide ist laut Embryotox in der Schwangerschaft Clotrimazol Mittel der Wahl; Miconazol kann bei entsprechender Indikation ebenfalls verwendet werden. Clotrimazol darf laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nur nach einer Nutzen-Risiko-Abschätzung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt angewendet werden, die Vaginaltabletten dann ohne Applikator. Fluconazol sollten Sie laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nicht einnehmen, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es ausdrücklich gesagt. Laut Embryotox ist bei einer Pilzinfektion von Haut oder Schleimhaut eine örtliche Behandlung mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Muss mein Partner mitbehandelt werden?
Meist nicht. Eine Mitbehandlung ist laut IQWiG nur nötig, wenn feststeht, dass er oder sie auch eine Hefepilzinfektion im Genitalbereich hat, etwa mit geröteter Eichel oder juckender Scheide. Kommt der Pilz immer wieder, kann es laut IQWiG sinnvoll sein, dass sich die Partnerin oder der Partner ärztlich untersuchen und wenn nötig behandeln lässt, um eine gegenseitige Ansteckung zu vermeiden. Mit dem Geschlechtsverkehr sollte man laut IQWiG warten, bis die Infektion beim Partner oder bei der Partnerin abgeklungen ist.
Darf ich während der Behandlung Sex haben oder Kondome benutzen?
Geschlechtsverkehr kann während der Infektion laut IQWiG schmerzhaft sein. Bei gleichzeitiger Anwendung von KadeFungin 3 und Kondomen aus Latex kann laut Packungsbeilage die Reißfestigkeit der Kondome und damit ihre Sicherheit vermindert sein. Laut IQWiG können Antipilzmittel fetthaltig sein und Kondome zum Beispiel für Spermien durchlässiger machen; beachten Sie deshalb die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Helfen Hausmittel wie Joghurt oder Teebaumöl?
Ob Hausmittel wie mit Teebaumöl oder Naturjoghurt getränkte Tampons oder Knoblauch wirksam und sicher sind, ist laut IQWiG nicht untersucht. Mögliche Risiken sind allergische Reaktionen oder Reizungen der Schleimhaut. Der Nutzen von Zäpfchen oder Kapseln mit Milchsäurebakterien (Probiotika) ist laut IQWiG bislang nicht belegt. Die Scheide auszuspülen, ist laut IQWiG in keinem Fall eine gute Idee, weil sich dadurch die Entzündung verstärken kann.
Können Medikamente einen Scheidenpilz auslösen?
Ja. Laut IQWiG können unter anderem Antibiotika, Kortison und eine Hormon-, Strahlen- oder Chemotherapie einen Scheidenpilz fördern; auch die Antibabypille erhöht das Risiko. Nach den Wechseljahren kann ein Scheidenpilz mit östrogenhaltigen Mitteln zusammenhängen. Welche Packungsbeilagen Pilzinfektionen als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Infektanfälligkeit durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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