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Hormonelle Verhütungsmittel (Pille & Co.)

Hormonelle Verhütungsmittel enthalten ein Gelbkörperhormon (Gestagen), bei der Kombinationspille und beim Vaginalring zusätzlich ein Östrogen. Je nach Mittel hemmen sie den Eisprung, verändern den Schleim am Gebärmutterhals oder die Gebärmutterschleimhaut. Es gibt sie als Pille, Minipille, Vaginalring, Hormonspirale und Spritze, alle sind verschreibungspflichtig. Jedes kombinierte Mittel erhöht laut Fachinformationen das Risiko für Blutgerinnsel in den Venen; wie hoch es ist, hängt nach dem Rote-Hand-Brief des BfArM vom 30.09.2021 vom enthaltenen Gestagen ab.

Frau Ende zwanzig mit rotbraunem Haar sitzt am Morgen auf einem Sofa am Fenster und trinkt ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Hormonelle Verhütungsmittel verhindern eine Schwangerschaft mit künstlichen Geschlechtshormonen: Sie enthalten ein Gelbkörperhormon (Gestagen), die Kombinationspille und der Vaginalring zusätzlich ein Östrogen [1, 7, 9, 11, 12]. Es gibt sie als Tabletten, als Ring in der Scheide, als Spirale mit Hormonabgabe in der Gebärmutter und als Spritze in einen Muskel [1, 7, 9, 11, 12]. Alle hier beschriebenen Präparate sind verschreibungspflichtig [1, 3, 5, 7, 9, 11, 12]. Einzelheiten zu jedem Wirkstoff stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.

Was sind hormonelle Verhütungsmittel?

In den Fachinformationen ist zum Beispiel Levonorgestrel/Ethinylestradiol als fixe Kombination aus Gestagen und Östrogen (G03AA07) eingeordnet, die Hormonspirale als Kunststoff-Intrauterinpessar mit Gestagen (G02BA03) [1, 11]. Ein einheitliches Namensmerkmal gibt es nicht. Von den Gestagenen auf dieser Seite tragen Levonorgestrel, Desogestrel, Etonogestrel und Dienogest die Silbe "gest" im Namen, Drospirenon nicht [1, 3, 5, 7, 9].

Wie hormonelle Verhütungsmittel wirken

Die Wirkung der Kombinationspille beruht laut Fachinformation von Levonorgestrel/Ethinylestradiol auf mehreren Faktoren; die wichtigsten sind die Hemmung des Eisprungs (Ovulationshemmung) und Veränderungen des Schleims am Gebärmutterhals [1]. Der Vaginalring gibt die beiden Hormone Etonogestrel und Ethinylestradiol langsam ab, verhindert laut Packungsbeilage, dass eine Eizelle aus den Eierstöcken freigesetzt wird, und wirkt wie eine kombinierte Pille [10].

Reine Gestagenpräparate

Die meisten reinen Gestagenpillen wirken laut Packungsbeilage von Desogestrel vor allem, indem sie das Eindringen der Samenzellen in die Gebärmutter verhindern; bei Desogestrel reicht die Dosis in den meisten Fällen aus, um auch den Eisprung zu verhindern [8]. Die Pille mit Drospirenon verhindert laut Packungsbeilage den Eisprung, verändert den Schleim im Gebärmutterhals und macht die Gebärmutterschleimhaut dünner [6]. Drospirenon wirkt außerdem gegen männliche Hormone (antiandrogen) und schwach gegen das Hormon Aldosteron; es hat kaliumsparende Eigenschaften [5].

Die Hormonspirale mit Levonorgestrel wirkt laut Fachinformation vor allem örtlich in der Gebärmutter: Sie hemmt das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und macht den Schleim am Gebärmutterhals zäher; die Funktion der Eierstöcke einschließlich des Eisprungs bleibt in der Regel unverändert [11]. Die Dreimonatsspritze mit Medroxyprogesteron unterdrückt laut Fachinformation den Hormonanstieg vor dem Eisprung und hemmt so den Eisprung; zusätzlich wirkt sie auf Gebärmutterschleimhaut und Gebärmutterhalsschleim [12].

Wofür hormonelle Verhütungsmittel eingesetzt werden

Alle Präparate dieser Seite sind zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) zugelassen [1, 3, 5, 7, 9, 11, 12]. Einige haben laut Fachinformation weitere oder engere Anwendungsgebiete:

  • Dienogest/Ethinylestradiol (zum Beispiel Mayra): zusätzlich Behandlung von Frauen mit mittelschwerer Akne, wenn äußerliche Mittel oder geeignete Antibiotika zum Einnehmen nicht geholfen haben und die Frauen sich für eine Verhütungspille entscheiden [3, 4].
  • Hormonspirale mit Levonorgestrel (Mirena): Verhütung und zu starke Regelblutung (Hypermenorrhoe) [11].
  • Medroxyprogesteron als Spritze (Depo-Clinovir): nur bei Frauen, die andere Methoden der Schwangerschaftsverhütung nicht vertragen oder für die die Pille nicht geeignet ist [12].
  • Reine Gestagenpillen wie Desogestrel oder Drospirenon: zugelassen zur Verhütung; laut Fachinformation von Desogestrel können sie auch Frauen anwenden, die keine Östrogene einnehmen wollen oder dürfen, laut den Packungsbeilagen auch Frauen, die keine Östrogene vertragen [6, 7, 8].

Bei der Verschreibung einer Kombinationspille sollten laut den Fachinformationen die persönlichen Risikofaktoren für Blutgerinnsel in den Venen berücksichtigt werden [1, 3]. Hormonelle Verhütungsmittel schützen nicht vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten [1, 7, 12]. Bei Erbrechen oder schwerem Durchfall in den ersten 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme werden die Wirkstoffe einer Pille laut den Packungsbeilagen möglicherweise nicht vollständig aufgenommen [2, 8].

Wirkstoffe der Gruppe

Diese hormonellen Verhütungsmittel sind auf dieser Website mit einem geprüften Wirkstoff-Steckbrief beschrieben:

Was bei einer vergessenen Tablette gilt, steht auf den Wirkstoffseiten im Abschnitt Dosierung, zum Beispiel bei Levonorgestrel/Ethinylestradiol, Desogestrel und Drospirenon [2, 8].

Typische Nebenwirkungen

Frau Anfang dreißig mit kurzem dunkelblondem Haar vertritt sich im Gang eines Fernzugs die Beine
Bild: KI-generiert

Die vollständige Liste steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats und auf den Wirkstoffseiten. Depressive Verstimmung und Depression bezeichnen die Fachinformationen von Levonorgestrel/Ethinylestradiol, der Hormonspirale und der Dreimonatsspritze als allgemein bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel [1, 11, 12]. Wie die Produktinformationen der einzelnen Präparate ausgewählte Nebenwirkungen einstufen, zeigt die Tabelle. Sie stellt Mittel mit unterschiedlicher Zusammensetzung und Anwendungsform nebeneinander; "Levonorgestrel" steht dort für die Hormonspirale. Was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Häufigkeit ausgewählter Nebenwirkungen je Wirkstoff: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffKopfschmerzenÜbelkeitBrustspannen und BrustvergrößerungWeniger Lust auf SexGewichtszunahme
DesogestrelHäufigHäufigHäufigHäufigHäufig
Dienogest/EthinylestradiolHäufigGelegentlichHäufigNicht bekanntGelegentlich
DrospirenonHäufigHäufigHäufigHäufigHäufig
Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring)HäufigHäufigHäufigHäufigHäufig
LevonorgestrelSehr häufigHäufigHäufigHäufigHäufig
Levonorgestrel/EthinylestradiolHäufigHäufigHäufigGelegentlichHäufig
MedroxyprogesteronSehr häufigHäufigHäufigHäufigSehr häufig

Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.

Blutgerinnsel in Venen und Arterien

Die Anwendung jedes kombinierten hormonalen Verhütungsmittels erhöht laut Fachinformation das Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE), also eine Thrombose in einer tiefen Beinvene oder eine Lungenembolie, im Vergleich zur Nichtanwendung [1]. Am höchsten ist das Risiko im ersten Anwendungsjahr und nach einem erneuten Beginn nach einer Pause von mindestens 4 Wochen [1, 13]. VTE verlaufen laut Fachinformation in 1 bis 2 Prozent der Fälle tödlich [1]. Die Zahl der VTE pro Jahr unter niedrig dosierten Kombinationspräparaten ist danach geringer als die erwartete Zahl während einer Schwangerschaft oder in der Zeit nach der Geburt [1].

Nach dem Rote-Hand-Brief des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vom 30.09.2021 unterscheiden sich die Kombinationspräparate im VTE-Risiko; Präparate mit Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat sind mit dem geringsten Risiko verbunden [13]. Der Brief nennt diese geschätzten Fälle je 10.000 Frauen und Anwendungsjahr (Kombinationen mit Ethinylestradiol, sofern nicht anders angegeben) [13]:

  • Frauen ohne kombiniertes Verhütungsmittel, die nicht schwanger sind: 2
  • Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron: 5 bis 7
  • Dienogest: 8 bis 11
  • Gestoden, Desogestrel oder Drospirenon: 9 bis 12
  • Etonogestrel oder Norelgestromin: 6 bis 12
  • Chlormadinon sowie Nomegestrolacetat mit Estradiol: damals noch zu bestätigen

Über das leicht erhöhte Risiko von Präparaten mit Dienogest und Ethinylestradiol hatte die Firma Jenapharm in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem BfArM bereits im Dezember 2018 in einem Rote-Hand-Brief informiert [14]. Für Chlormadinonacetat/Ethinylestradiol schätzt ein Rote-Hand-Brief vom 23.02.2024 das jährliche Risiko auf 6 bis 9 Fälle je 10.000 Frauen [15]. Die Spannen für Levonorgestrel, Dienogest und den Vaginalring stehen auch in deren Fachinformationen [1, 3, 9]. Auch das Risiko für Blutgerinnsel in Arterien, die zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können, ist unter Kombinationspräparaten erhöht; Rückschlüsse auf Unterschiede zwischen den Präparaten lässt die Datenlage laut BfArM zumeist nicht zu [13]. Welches Präparat für Sie in Frage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Das Risiko steigt laut Fachinformation mit weiteren Risikofaktoren, vor allem wenn mehrere zusammenkommen: starkes Übergewicht (Body-Mass-Index über 30), längere Ruhigstellung, größere Operationen oder schwere Verletzungen, ein Blutgerinnsel in den Venen bei Eltern oder Geschwistern (insbesondere in relativ jungen Jahren) und zunehmendes Alter, insbesondere über 35 Jahre [1]. Auch eine Flugreise von mehr als 4 Stunden kann ein Risikofaktor sein [1]. Bei längerer Ruhigstellung, größeren Operationen, jeder Operation an Beinen oder Hüfte, neurochirurgischen Operationen oder schweren Verletzungen ist es laut Fachinformation ratsam, die Pille zu unterbrechen (bei einer geplanten Operation mindestens vier Wochen vorher) und erst zwei Wochen nach der vollständigen Mobilisierung wieder zu beginnen; in dieser Zeit ist eine andere Verhütungsmethode anzuwenden [1]. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr im Ratgeber Medikamente vor der OP und unter Thromboserisiko.

Für reine Gestagenpillen weisen laut Fachinformation von Drospirenon einige Studien, obwohl statistisch nicht signifikant, auf ein möglicherweise leicht erhöhtes VTE-Risiko hin [5]. Laut Packungsbeilage von Desogestrel wird angenommen, dass das Risiko unter reinen Gestagenpillen niedriger ist als unter Pillen, die auch ein Östrogen enthalten; die Einnahme sollte bei einer Thrombose beendet werden [7, 8]. Bei der Dreimonatsspritze sind Venenentzündungen oder Thromboembolien eine Gegenanzeige [12]; die Hormonspirale soll bei akuten venösen Thromboembolien nur unter strenger Indikationsstellung angewendet oder gegebenenfalls entfernt werden [11].

Als mögliche Zeichen einer tiefen Beinvenenthrombose nennen die Packungsbeilagen eine Schwellung eines Beins oder entlang einer Vene, Schmerzen oder Druckschmerz im Bein und eine Erwärmung oder Verfärbung des Beins; als Zeichen einer Lungenembolie unter anderem plötzliche unerklärliche Atemlosigkeit, plötzlichen Husten, bei dem Blut ausgehustet werden kann, und stechende Brustschmerzen [2, 4]. Bei Beschwerden sollen Anwenderinnen laut Fachinformation unverzüglich ärztliche Hilfe suchen und mitteilen, dass sie ein kombiniertes Verhütungsmittel anwenden [1].

Rauchen

Frauen, die ein kombiniertes Verhütungsmittel anwenden möchten, ist laut Fachinformation anzuraten, nicht zu rauchen; Frauen über 35 Jahren, die weiter rauchen, ist dringend zu empfehlen, eine andere Verhütungsmethode anzuwenden [1, 9]. Laut Fachinformation der Dreimonatsspritze haben Raucherinnen, die hormonhaltige Verhütungsmittel anwenden, ein erhöhtes Risiko für zum Teil schwerwiegende Folgen von Gefäßveränderungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall; Frauen über 30 Jahren sollen danach nicht rauchen [12]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Rauchen.

Stimmungsschwankungen und Depression

Depressionen können laut den Fachinformationen schwerwiegend sein und sind ein allgemein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten. Frauen sollte geraten werden, sich bei Stimmungsschwankungen und depressiven Beschwerden an ihre Ärztin oder ihren Arzt zu wenden, auch wenn diese kurz nach Beginn der Anwendung auftreten [1, 11, 12]. Mehr unter Depression als Nebenwirkung.

Kopfschmerzen und Migräne

Kopfschmerzen führen die Packungsbeilagen bzw. Fachinformationen aller Präparate dieser Seite als Nebenwirkung auf [2, 4, 6, 8, 10, 11, 12]. Eine Migräne mit Aura, auch in der Vorgeschichte, ist bei Kombinationspillen und beim Vaginalring eine Gegenanzeige [2, 4, 10]. Werden Migräneanfälle unter einem Kombinationspräparat häufiger oder schwerer, kann das laut Fachinformation einem zerebrovaskulären Ereignis, also einer Durchblutungsstörung im Gehirn, vorausgehen und ein Grund für ein sofortiges Absetzen sein [1]. Bei der Hormonspirale sind Migräne, ihre Verstärkung und außergewöhnlich starke Kopfschmerzen ein Grund für eine strenge Prüfung oder die Entfernung [11]; bei der Dreimonatsspritze ist nach erstmals migräneartigen oder ungewohnt starken Kopfschmerzen von einer erneuten Injektion abzusehen [12].

Veränderungen der Blutung

Bei allen Kombinationspillen kann es laut Fachinformation, insbesondere in den ersten Monaten, zu unregelmäßigen Blutungen (Schmier- oder Durchbruchblutungen) kommen; beurteilen lassen sie sich erst nach etwa drei Zyklen [1]. Bei mehr als 50 Prozent der Anwenderinnen von Pillen mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol wurden in den ersten sechs Zyklen solche Blutungen beobachtet [1]. Unter der Hormonspirale stellen sich seltene Regelblutungen oder ein Ausbleiben der Blutung laut Fachinformation bei etwa 20 Prozent der Anwenderinnen nach und nach ein [11], bei der Dreimonatsspritze treten Regelstörungen sehr häufig auf [12]. Bleibt bei einer Kombinationspille die Blutung in der Pause zweimal aus, muss vor der weiteren Einnahme eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden [1]. Mehr unter Zyklusstörungen.

Brust, Gewicht, Lust und Haut

Weitere Nebenwirkungen, die in den Packungsbeilagen der Gruppe mehrfach vorkommen, sind Brustschmerzen und Brustspannen, Gewichtszunahme, weniger Lust auf Sex und Akne; wie häufig sie sind, unterscheidet sich je nach Präparat [2, 4, 6, 8, 10, 11, 12]. Gelblich-braune Pigmentflecken der Haut, vor allem im Gesicht (Chloasma), können laut Fachinformation gelegentlich unter Kombinationspillen auftreten, insbesondere bei Frauen, die solche Flecken schon in einer Schwangerschaft hatten; sie sollten sich während der Einnahme nicht direkt der Sonne oder UV-Licht aussetzen [1].

Knochendichte

Bei längerer Anwendung der Dreimonatsspritze kann die Knochendichte laut Fachinformation bei Frauen aller Altersgruppen abnehmen; der Verlust steigt mit der Anwendungsdauer und ist bei einigen Frauen nach dem Absetzen möglicherweise nicht vollständig umkehrbar [12]. Besonders bedeutsam ist das in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter. Über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel länger als 2 Jahre, sollte die Spritze nur angewendet werden, wenn andere Verhütungsmethoden nicht angezeigt sind; dann sollte die Knochendichte regelmäßig überprüft werden [12]. Unter Desogestrel und Drospirenon sinkt der Estradiolspiegel im Blut; ob das die Knochendichte klinisch bedeutsam beeinflusst, ist laut den Fachinformationen nicht bekannt [5, 7]. Mehr unter Osteoporose als Nebenwirkung.

Hormonspirale: Einlage, Durchstoßung und Ausstoßung

Eine Durchstoßung der Gebärmutterwand (Perforation) geschieht laut Fachinformation der Hormonspirale meistens bei der Einlage; in einer großen Beobachtungsstudie lag sie bei 1,4 von 1.000 Einlagen einer Mirena innerhalb eines Jahres, bei stillenden Frauen und bis 36 Wochen nach einer Entbindung war das Risiko erhöht [11]. Ausgestoßen wurde die Spirale in klinischen Studien zur Verhütung bei weniger als 4 Prozent der Einlagen; das kann unbemerkt geschehen und den Schutz aufheben [11]. Infektionen im kleinen Becken mit Fieber und Unterbauchschmerzen sind auch später noch möglich [11]. Tritt unter der Spirale eine Schwangerschaft ein, ist eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter relativ wahrscheinlicher [11]. Mehr unter Hormonspirale.

Meningeom

Bei Frauen, die über mehrere Jahre mit Medroxyprogesteronacetat (Dreimonatsspritze) behandelt wurden, wurde laut Fachinformation über Meningeome berichtet, Geschwulste der Hirnhäute; wird ein Meningeom festgestellt, muss die Spritze abgesetzt werden [12].

Für Desogestrel und Etonogestrel, das Gestagen im Vaginalring, nennt ein Rote-Hand-Brief vom 06.08.2026 ein gering erhöhtes Risiko für ein Meningeom während einer derzeitigen längerfristigen Anwendung (1 Jahr oder länger); er betrifft alle Arzneimittel mit diesen Wirkstoffen, allein oder zusammen mit Ethinylestradiol [19]. Beobachtet wurde der Zusammenhang in einer französischen Fall-Kontroll-Studie mit Desogestrel; weil Desogestrel im Körper zu Etonogestrel umgewandelt wird, sind die Ergebnisse laut Brief und Fachinformation des Rings auch für Etonogestrel von Bedeutung [9, 19]. Laut Fachinformation von Desogestrel stieg das Risiko mit längerer Behandlungsdauer; bei Frauen, die zuvor Gestagene mit erhöhtem Meningeomrisiko angewendet haben, laut Brief zum Beispiel Cyproteron, Nomegestrol, Medroxyprogesteron oder Chlormadinon, kann es höher sein [7, 19]. Nach der Schätzung in Brief und Fachinformation tritt bei 67.300 mit Desogestrel behandelten Frauen etwa ein zusätzlicher Fall eines Meningeoms auf [7, 19]. Wird unter einem dieser Mittel ein Meningeom festgestellt, muss die Behandlung beendet werden [7, 9, 19]. Die verfügbaren Daten deuten laut den Fachinformationen darauf hin, dass sich das Risiko nach dem Absetzen verringert [7, 9].

Als mögliche Anzeichen eines Meningeoms nennen die Packungsbeilagen von Desogestrel und Vaginalring Veränderungen des Sehvermögens wie Doppeltsehen oder verschwommenes Sehen, Hörverlust oder Ohrensausen, Verlust des Geruchssinns, sich im Laufe der Zeit verstärkende Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust, Krampfanfälle oder Schwäche in Armen oder Beinen; dann müssen Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren [8, 10].

Wichtige Wechselwirkungen

Die folgenden Wechselwirkungen beschreiben die Fachinformationen, viele ausdrücklich für kombinierte Pillen oder für hormonelle Verhütungsmittel allgemein [1, 5, 7]:

Wichtige Wechselwirkungen hormoneller Verhütungsmittel (Auswahl)
Zusammen mitWas passieren kann
Mittel, die Leberenzyme anregen: Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin, bestimmte HIV-Mittel, möglicherweise auch Felbamat, Griseofulvin, Oxcarbazepin, Topiramat und JohanniskrautDurchbruchblutungen und ein Versagen der Verhütung sind möglich; bei kurzer Behandlung zusätzlich eine Barrieremethode bis 28 Tage danach, bei langer Behandlung eine andere Methode, laut Fachinformation der Kombinationspille eine nichthormonelle, laut Fachinformation von Desogestrel eine, die von solchen Mitteln nicht beeinflusst wird [1, 7]. Bei der Hormonspirale wird wegen der örtlichen Wirkung kein großer Einfluss angenommen [11]
Viele Mittel gegen HIV und Hepatitis C (Protease-Hemmer, nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer)Die Hormonspiegel können steigen oder sinken; im Zweifel zusätzlich eine Barrieremethode [1]
Hepatitis-C-Mittel mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir, Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/VoxilaprevirAnstieg des Leberwerts ALT bei Frauen mit ethinylestradiolhaltigen Mitteln; bei Kombinationspille und Vaginalring eine Gegenanzeige [1, 9]
Starke oder mäßig starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin oder GrapefruitsaftDie Konzentration der Hormone kann steigen [1, 5]
Lamotrigin (gegen Epilepsie)Sein Spiegel kann sinken [1, 5, 7]; unter Kombinationspillen könnten Krampfanfälle häufiger auftreten [2]
Ciclosporin, Theophyllin, TizanidinIhre Konzentration kann unter Kombinationspillen steigen [1]
Kaliumsparende Entwässerungsmittel und Aldosteron-AntagonistenMit Drospirenon: Der Kaliumwert sollte im ersten Behandlungszyklus kontrolliert werden [5]
Gleitmittel oder Mittel gegen Infektionen in der ScheideDer Vaginalring kann brechen [10]

Die Liste ist nicht vollständig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein neues Mittel dazunehmen, auch ein rezeptfreies oder pflanzliches. Mehr in den Ratgebern Wechselwirkungen und Pille und Antibiotika; den Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.

Wann hormonelle Verhütungsmittel nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden

Kombinationspillen und der Vaginalring dürfen laut den Fachinformationen unter anderem nicht angewendet werden bei einem bestehenden oder früheren Blutgerinnsel, bekannten Gerinnungsstörungen, nach Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei Migräne mit Aura, Diabetes mit Gefäßschäden, sehr hohem Blutdruck, schweren Lebererkrankungen oder Lebertumoren und hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Brustkrebs [1, 3, 9]. Reine Gestagenpillen dürfen laut den Fachinformationen unter anderem bei einer aktiven venösen Thromboembolie, schweren Lebererkrankungen, hormonabhängigen bösartigen Tumoren und ungeklärten Blutungen aus der Scheide nicht eingenommen werden, Drospirenon außerdem nicht bei schwerer Niereninsuffizienz oder akutem Nierenversagen [5, 7]. Bei allen Mitteln mit Desogestrel oder Etonogestrel ist laut Rote-Hand-Brief und den Fachinformationen ein Meningeom, auch in der Vorgeschichte, eine Gegenanzeige [7, 9, 19].

Bei der Hormonspirale nennt die Fachinformation zusätzlich Entzündungen im kleinen Becken, eine Entzündung des Gebärmutterhalses, krankhafte Zellveränderungen am Gebärmutterhals und Fehlbildungen der Gebärmutter, die ihre Höhle verformen [11]. Bei der Dreimonatsspritze sind unter anderem Erkrankungen der Hirngefäße, ein Meningeom, Osteoporose und eine geplante Operation innerhalb von 6 Wochen Gegenanzeigen [12]. Vorsicht bzw. Kontrollen verlangen die Fachinformationen unter anderem bei Epilepsie, Diabetes, Bluthochdruck, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Lupus erythematodes [1, 7, 11]. Trifft ein Punkt auf Sie zu, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft werden hormonelle Verhütungsmittel nicht angewendet; tritt unter der Pille eine Schwangerschaft ein, ist sie laut Fachinformation abzusetzen [1, 7]. In umfangreichen Untersuchungen fand sich laut Fachinformation weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bei Kindern von Müttern, die vor der Schwangerschaft eine Kombinationspille eingenommen hatten, noch eine fruchtschädigende Wirkung bei versehentlicher Einnahme in der Schwangerschaft [1]. Das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité (Embryotox) gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an: Studien mit mehreren tausend Schwangeren, die im ersten Schwangerschaftsdrittel Verhütungspillen eingenommen hatten, ergaben keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; eine versehentliche Einnahme bis in die Frühschwangerschaft erfordert danach keine weiterführende Diagnostik [16]. Auch nach der Depotspritze mit Medroxyprogesteronacetat ließ sich laut Embryotox kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko erkennen [17]. Die Fachinformation der Dreimonatsspritze nennt ein erhöhtes Risiko für ein geringes Geburtsgewicht, wenn 1 bis 2 Monate nach der Injektion eine ungewollte Schwangerschaft eintritt; einige Berichte lassen danach einen Zusammenhang zwischen Gestagenen im ersten Schwangerschaftsdrittel und genitalen Fehlbildungen vermuten, und nach einer versehentlichen Gabe in der Schwangerschaft soll über das mögliche Risiko einer Fruchtschädigung aufgeklärt werden [12].

Tritt unter einer liegenden Hormonspirale eine Schwangerschaft ein, informieren Sie umgehend Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt; laut Fachinformation sollte die Spirale so schnell wie möglich entfernt werden, weil sonst das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt erhöht sein kann; auch das Entfernen kann eine Fehlgeburt auslösen [11]. Laut Embryotox muss individuell entschieden werden [17]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Kombinationspillen können laut Fachinformation die Milchmenge verringern und ihre Zusammensetzung verändern; ihre Anwendung wird generell nicht empfohlen, solange nicht vollständig abgestillt ist [1]. Reine Gestagenpillen beeinflussen laut Embryotox weder die Menge noch die Qualität der Muttermilch [16]. Laut Fachinformation von Desogestrel scheint Desogestrel nach Daten aus klinischen Studien Produktion und Qualität der Muttermilch nicht zu beeinflussen; nach der Markteinführung wurde jedoch in seltenen Fällen über eine verminderte Milchproduktion berichtet [7]. Embryotox nennt reine Gestagenpräparate (Minipille) und gestagenhaltige Spiralen als Mittel der ersten Wahl für die hormonelle Verhütung in der Stillzeit; mit der Anwendung kann danach sechs bis acht Wochen nach der Entbindung begonnen werden, und die heute üblichen sehr niedrig dosierten Kombinationspillen hält Embryotox ebenfalls für akzeptabel [16, 17]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Dreimonatsspritze sollen stillende Mütter laut Fachinformation frühestens 6 Wochen nach der Geburt erhalten [12]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.

Absetzen

Eine Pille kann laut den Packungsbeilagen jederzeit beendet werden; ab dann besteht kein Schutz vor einer Schwangerschaft mehr [2, 8]. Nach dem Absetzen einer Kombinationspille kehrt das Risiko für ein Blutgerinnsel laut Packungsbeilage innerhalb weniger Wochen auf den Normalwert zurück [2]. Die Hormonspirale entfernt die Ärztin oder der Arzt [11]. Nach der Dreimonatsspritze kann es laut Fachinformation mehr als 1 Jahr dauern, bis der Eisprung wieder regelmäßig eintritt; bei Frauen, die danach schwanger wurden, lagen im Median 10 Monate zwischen letzter Spritze und Empfängnis [12]. Sprechen Sie vor dem Absetzen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie weiter verhüten möchten. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.

Unterschied zur Hormonersatztherapie und zur "Pille danach"

Auch Mittel zur Hormonersatztherapie wie ein Estradiol-Spray enthalten ein Östrogen, das Spray wird aber bei Frauen nach den Wechseljahren gegen Beschwerden durch Östrogenmangel wie Hitzewallungen angewendet und ist laut Packungsbeilage kein Mittel zur Empfängnisverhütung [18]. Mehr unter Estradiol.

Die "Pille danach" mit Levonorgestrel verschiebt oder verhindert laut Embryotox den Eisprung [17]. Die Hormonspirale ist laut Fachinformation nicht zur Verhütung nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr geeignet [11].

Quellen

  1. Fachinformation Fachinformation Asumate 30 150/30 Mikrogramm Filmtabletten (Levonorgestrel/Ethinylestradiol). Exeltis Germany GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
  2. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Asumate 30 150/30 Mikrogramm Filmtabletten (Levonorgestrel/Ethinylestradiol). Exeltis Germany GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
  3. Fachinformation Fachinformation Mayra 0,03 mg/2 mg Filmtabletten (Ethinylestradiol/Dienogest). Exeltis Germany GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mayra 0,03 mg/2 mg Filmtabletten (Ethinylestradiol/Dienogest). Exeltis Germany GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Slinda 4 mg Filmtabletten (Drospirenon). Exeltis Germany GmbH. Stand 03/2024. abgerufen am 12.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Slinda 4 mg Filmtabletten (Drospirenon). Exeltis Germany GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 12.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Desirett 75 Mikrogramm Filmtabletten (Desogestrel). Exeltis Germany GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 17.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Desirett 75 Mikrogramm Filmtabletten (Desogestrel). Exeltis Germany GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 17.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation GinoRing 0,120 mg/0,015 mg pro 24 Stunden vaginales Wirkstofffreisetzungssystem (Etonogestrel/Ethinylestradiol). Exeltis Germany GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 17.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation GinoRing 0,120 mg/0,015 mg pro 24 Stunden vaginales Wirkstofffreisetzungssystem (Etonogestrel/Ethinylestradiol). Exeltis Germany GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 17.10.2026
  11. Fachinformation Fachinformation Mirena, 52 mg, Intrauterinpessar mit Hormonabgabe (Levonorgestrel). Bayer Vital GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Depo-Clinovir 150 mg Injektionssuspension (Medroxyprogesteronacetat). Pfizer Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
  13. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Kombinierte hormonale Kontrazeptiva, Verordnung solcher mit dem niedrigsten Risiko für venöse Thromboembolien, Nutzung des behördlich beauflagten Schulungsmaterials. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 30.09.2021. abgerufen am 12.10.2026
  14. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Kombinierte hormonale Kontrazeptiva, Dienogest/Ethinylestradiol: leicht erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien im Vergleich zu Levonorgestrel/Ethinylestradiol. Jenapharm GmbH & Co. KG in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand Dezember 2018. abgerufen am 12.10.2026
  15. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Kombinierte hormonale Kontrazeptiva, Chlormadinonacetat/Ethinylestradiol: leicht erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 23.02.2024. abgerufen am 12.10.2026
  16. Embryotox Embryotox: Kontrazeptiva, orale. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  17. Embryotox Embryotox: Gestagene. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  18. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lenzetto 1,53 mg/Sprühstoß transdermales Spray, Lösung (Estradiol). Gedeon Richter Plc. / Gedeon Richter Pharma GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  19. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Desogestrel- und Etonogestrel-haltige Arzneimittel, Risiko eines Meningeoms und Maßnahmen zur Risikominimierung. Zulassungsinhaber desogestrel- und etonogestrelhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 06.08.2026. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen haben hormonelle Verhütungsmittel?

In den Packungsbeilagen der Gruppe stehen unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Brustschmerzen, Gewichtszunahme, weniger Lust auf Sex, Stimmungsschwankungen und Veränderungen der Blutung. Depressive Verstimmung und Depression nennen mehrere Fachinformationen als allgemein bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel. Blutgerinnsel in Venen oder Arterien sind in den Packungsbeilagen der Kombinationspillen und des Vaginalrings als selten eingestuft, können aber schwerwiegend sein. Wie häufig eine Beschwerde ist, hängt vom Präparat ab.

Wie hoch ist das Thromboserisiko der Pille?

Nach dem Rote-Hand-Brief des BfArM vom 30.09.2021 erleiden von 10.000 Frauen ohne kombiniertes Verhütungsmittel, die nicht schwanger sind, etwa 2 pro Jahr eine venöse Thromboembolie, unter Kombinationspillen mit Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat 5 bis 7, mit Dienogest 8 bis 11 und mit Gestoden, Desogestrel oder Drospirenon 9 bis 12. Die Werte gelten für Kombinationspräparate mit Ethinylestradiol; für reine Gestagenpillen (Minipille) nennt der Brief keine Zahlen. Am höchsten ist das Risiko im ersten Anwendungsjahr. Rauchen, Übergewicht und ein Alter ab 35 Jahren erhöhen es zusätzlich.

Was ist der Unterschied zwischen Pille und Minipille?

Die Kombinationspille enthält ein Gestagen und ein Östrogen, die Minipille nur ein Gestagen. Die Minipille kann deshalb auch bei Frauen angewendet werden, die keine Östrogene einnehmen wollen oder dürfen. Laut Packungsbeilage von Desogestrel wird angenommen, dass das Thromboserisiko unter reinen Gestagenpillen niedriger ist als unter Pillen mit Östrogen.

Darf ich rauchen, wenn ich hormonell verhüte?

Laut Fachinformation ist Frauen, die ein kombiniertes Verhütungsmittel anwenden möchten, anzuraten, nicht zu rauchen. Frauen über 35 Jahren, die weiter rauchen, ist dringend eine andere Verhütungsmethode zu empfehlen. Rauchen erhöht das Risiko für Blutgerinnsel in den Arterien, die zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können.

Welche Medikamente schwächen die Wirkung der Pille?

Laut Fachinformation Mittel, die Leberenzyme anregen, zum Beispiel Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Barbiturate, Rifampicin, bestimmte HIV-Mittel, Bosentan und möglicherweise Johanniskraut. Dann kann der Empfängnisschutz nachlassen und es können Durchbruchblutungen auftreten. Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, ob und wie lange Sie zusätzlich verhüten müssen.

Können hormonelle Verhütungsmittel depressiv machen?

Depressive Verstimmung und Depression nennen die Fachinformationen als allgemein bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel. Depressionen können schwerwiegend sein. Wenden Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Beschwerden an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, auch wenn sie kurz nach Beginn der Anwendung auftreten.

Kann ich in der Stillzeit hormonell verhüten?

Kombinationspillen können laut Fachinformation die Milchmenge verringern; ihre Anwendung wird bis zum vollständigen Abstillen generell nicht empfohlen. Embryotox nennt reine Gestagenpräparate (Minipille) und gestagenhaltige Spiralen als Mittel der ersten Wahl in der Stillzeit, sehr niedrig dosierte Kombinationspillen hält Embryotox ebenfalls für akzeptabel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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