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Estradiol (Lenzetto): Nebenwirkungen und Wirkung
Estradiol ist ein verschreibungspflichtiges weibliches Geschlechtshormon (Östrogen) zur Hormonersatzbehandlung bei Beschwerden nach den Wechseljahren, etwa Hitzewallungen; Lenzetto ist ein Spray, das auf die Haut des Unterarms gesprüht wird. Häufig sind Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen, Übelkeit, Ausschlag, Juckreiz, Brustschmerzen und unregelmäßige Blutungen. Eine Hormonersatzbehandlung erhöht das Risiko für Brustkrebs, Blutgerinnsel und Schlaganfall; bei plötzlichen Brustschmerzen, Atemnot oder schmerzhaft geschwollenen und geröteten Beinen brechen Sie die Behandlung sofort ab und holen unverzüglich medizinische Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Unterleibsschmerzen (abdominale Schmerzen), Übelkeit[1, 2]
- Häufig: Ausschlag, Juckreiz[1, 2]
- Häufig: Unregelmäßige Blutungen aus der Gebärmutter oder der Scheide, auch Schmierblutungen[1, 2]
- Häufig: Schmerzempfindliche Brust, Brustschmerzen[1, 2]
- Häufig: Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme[1, 2]
Wofür wird Estradiol eingesetzt?
Estradiol ist ein weibliches Geschlechtshormon (Östrogen) und wird als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Hormonersatzbehandlung eingesetzt [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Lenzetto, einem Spray, das auf die Haut gesprüht wird; von dort gelangt der Wirkstoff ins Blut [1, 2].
Lenzetto wird bei Frauen nach den Wechseljahren angewendet, deren letzte Monatsblutung mindestens 6 Monate zurückliegt, und bei Frauen, deren Eierstöcke operativ entfernt wurden. Es lindert Beschwerden durch den Östrogenmangel nach der Menopause, etwa Hitzewallungen mit plötzlichen Hitzewellen und Schweißausbrüchen; weitere Zeichen eines Östrogenmangels sind unter anderem Schlafprobleme, Reizbarkeit und Scheidentrockenheit [1]. Verschrieben wird es nur, wenn die Beschwerden das alltägliche Leben erheblich beeinträchtigen [1]. Mehr zu diesem Lebensabschnitt lesen Sie unter Wechseljahre und Hormonersatztherapie.
Estradiol gibt es auch in anderen Darreichungsformen, etwa als Tabletten oder Gel. Diese Präparate haben eigene Packungsbeilagen und teils andere Voraussetzungen: Gynokadin Tabletten (Wirkstoff Estradiolvalerat) etwa werden bei Frauen angewendet, deren letzte Monatsblutung mindestens 1 Jahr zurückliegt [3]. Nebenwirkungen, Dosierung und Anwendungshinweise auf dieser Seite beziehen sich auf das Spray.
Wie wirkt Estradiol?
Estradiol ist das wichtigste Östrogen, das die Eierstöcke bilden. Während der Wechseljahre nimmt die körpereigene Östrogenbildung ab, was Beschwerden wie Hitzewallungen verursachen kann [1, 2]. Der Wirkstoff im Spray ist chemisch und biologisch mit dem körpereigenen Estradiol identisch; er ersetzt das fehlende Östrogen und mindert so die Beschwerden [2].
Das Spray trocknet laut Fachinformation im Durchschnitt in 90 Sekunden. Bei täglicher Anwendung stellt sich der Estradiolspiegel im Blut nach 7 bis 8 Tagen auf ein gleichbleibendes Niveau ein und bleibt über 24 Stunden relativ stabil. Studien legen laut Fachinformation nahe, dass auf dem Oberschenkel ähnlich viel Wirkstoff aufgenommen wird wie am Unterarm, auf der Haut des Bauches weniger [2]. Laut Packungsbeilage legen begrenzte Daten nahe, dass bei übergewichtigen Frauen weniger Wirkstoff aufgenommen werden könnte [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die die Packungsbeilage für Lenzetto mit einer Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Folgende Krankheiten wurden bei Frauen mit Hormonersatzbehandlung häufiger berichtet als bei Frauen ohne: Brustkrebs, übermäßiges Wachstum oder Krebs der Gebärmutterschleimhaut, Eierstockkrebs, Blutgerinnsel in den Venen der Beine oder der Lunge, Herzkrankheit, Schlaganfall, Erkrankungen der Gallenblase, hoher Blutdruck, Probleme mit der Leber, hoher Blutzucker und, wenn die Behandlung nach dem 65. Lebensjahr begonnen wurde, ein wahrscheinlicherer Gedächtnisverlust [1]. Bei anderen Arzneimitteln zur Hormonersatzbehandlung wurden zudem unter anderem schwere allergische Reaktionen, Depression, Stimmungsschwankungen, eine Verschlechterung von Epilepsie oder Asthma, Entzündung der Bauchspeicheldrüse und Pilzinfektionen der Scheide berichtet [1].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Magen und DarmUnterleibsschmerzen (abdominale Schmerzen), Übelkeit[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenÜbelkeit
- HautAusschlag, Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
- Geschlechtsorgane und BrustUnregelmäßige Blutungen aus der Gebärmutter oder der Scheide, auch Schmierblutungen[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Geschlechtsorgane und BrustSchmerzempfindliche Brust, Brustschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme oder Gewichtsabnahme[1, 2]Mehr dazu: GewichtszunahmeGewichtsabnahme
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- PsycheDepressive Verstimmung, Schlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungSchlafstörungen
- NervensystemSchwindelgefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Ohr und GleichgewichtSchwindel (Schwindelgefühl oder Drehschwindel)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- AugenSehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzHerzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufErhöhter Blutdruck[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- Magen und DarmDurchfall, Verdauungsstörungen (Dyspepsie)[1, 2]Mehr dazu: DurchfallSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- HautSchmerzhafte, rötliche Hautknötchen (Erythema nodosum), Quaddeln (Urtikaria), Hautreizungen[1, 2]Mehr dazu: Nesselsucht
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustBrustverfärbung, Absonderung aus der Brustdrüse[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustPolypen (kleine Geschwulste) in der Gebärmutter oder am Gebärmutterhals, übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie), Eierstockzysten, Entzündung der Scheide (Vaginitis)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenFlüssigkeitseinlagerung (Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Allgemeine BeschwerdenSchmerzen am Unterarm (laut Packungsbeilage) bzw. in der Achselgegend (laut Fachinformation)[1, 2]
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhung bestimmter Leberenzyme (Gamma-GT) und des Cholesterins im Blut[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteErhöhte BlutfetteVeränderte Laborwerte
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- PsycheAngstzustände; vermindertes oder gesteigertes sexuelles Verlangen[1, 2]Mehr dazu: AngstWeniger Lust auf Sex
- NervensystemMigräne[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- AugenSchwierigkeiten beim Tragen von Kontaktlinsen[1, 2]
- Magen und DarmBlähungen, Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: BlähungenErbrechen
- HautÜbermäßiger Körperhaarwuchs (Hirsutismus), Akne[1, 2]Mehr dazu: Akne
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustSchmerzhafte Monatsblutung, Beschwerden ähnlich dem prämenstruellen Syndrom, Brustvergrößerung[1, 2]Mehr dazu: ZyklusstörungenBrustspannen und Brustvergrößerung
- Allgemeine BeschwerdenErmüdung[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HautHaarausfall (Alopezie), gold-braune Hautverfärbungen vor allem im Gesicht (Chloasma), Hautverfärbung, nach der Markteinführung berichtet[1, 2]Mehr dazu: HaarausfallPigmentstörungen der Haut
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Blutgerinnsel: Das Risiko für Blutgerinnsel in den Venen ist bei Frauen mit Hormonersatzbehandlung etwa 1,3- bis 3-fach höher als bei Frauen ohne, vor allem im ersten Jahr. Wandert ein Gerinnsel in die Lunge, kann es Brustenge, Atemnot oder einen Ohnmachtsanfall verursachen oder sogar zum Tod führen. Von 1.000 Frauen in ihren 50ern ohne Hormonersatzbehandlung bekommen über 5 Jahre durchschnittlich 4 bis 7 ein venöses Blutgerinnsel; mit Östrogen und Gestagen sind es 9 bis 12, mit Östrogen allein nach Entfernung der Gebärmutter 5 bis 8 [1]. Mehr dazu unter Thromboserisiko und Thrombose.
Schlaganfall und Herz: Das Schlaganfallrisiko ist bei Frauen mit Hormonersatzbehandlung etwa 1,5-fach höher; von 1.000 Frauen in ihren 50ern sind über 5 Jahre ohne Behandlung 8 Schlaganfälle zu erwarten, mit Behandlung 11. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der zusätzlichen Fälle [1]. Es gibt keine Hinweise darauf, dass eine Hormonersatzbehandlung einem Herzinfarkt vorbeugt; bei Frauen über 60 Jahren mit kombinierter Behandlung aus Östrogen und Gestagen ist die Wahrscheinlichkeit für eine Herzkrankheit leicht erhöht, bei Frauen ohne Gebärmutter mit Östrogen allein nicht [1]. Mehr unter Schlaganfall.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Regelmäßige Kontrollen: Gehen Sie mindestens einmal im Jahr zur Kontrolluntersuchung und besprechen Sie dabei Nutzen und Risiken einer Fortführung. Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung Ihrer Brüste, untersuchen Sie Ihre Brüste selbst und melden Sie Veränderungen wie Dellen in der Haut, veränderte Brustwarzen oder Knoten [1]. Lassen Sie bei einer Mammographie wissen, dass Sie eine Hormonersatzbehandlung anwenden: Sie kann das Brustgewebe dichter machen und das Ergebnis beeinflussen [1].
Blutungen: Wird Lenzetto mit einem sequenziell dosierten Gestagen-Präparat kombiniert, tritt einmal im Monat eine Entzugsblutung auf. Halten unerwartete Blutungen oder Schmierblutungen über die ersten 6 Monate hinaus an, setzen sie nach mehr als 6 Monaten Anwendung ein oder halten sie nach dem Ende der Behandlung an, suchen Sie so bald wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1]. Vergessene Anwendungen können Durchbruch- und Schmierblutungen wahrscheinlicher machen [1, 2]. Mehr dazu unter Zyklusstörungen.
Weitere Beschwerden: Ist eine Nebenwirkung schwerwiegend oder bemerken Sie Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage stehen, sagen Sie es Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, auch über rezeptfreie und pflanzliche Mittel [1]. Bestimmte Mittel gegen Epilepsie, Tuberkulose oder HIV sowie Johanniskraut können die Wirkung von Estradiol beeinträchtigen; das kann zu unregelmäßigen Blutungen führen. Umgekehrt kann eine Hormonersatzbehandlung die Wirkung von Lamotrigin gegen Epilepsie beeinflussen [1, 2]. Sonnencreme auf der besprühten Haut kann die Aufnahme des Wirkstoffs verändern [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Mittel gegen Epilepsie (z. B. Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin), gegen Tuberkulose (z. B. Rifampicin, Rifabutin), gegen HIV-Infektionen (z. B. Nevirapin, Efavirenz, Ritonavir, Nelfinavir) und Johanniskraut | Können die Wirkung von Lenzetto beeinträchtigen; das kann zu unregelmäßigen Blutungen führen[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Lamotrigin (gegen Epilepsie) | Eine Hormonersatzbehandlung kann seine Wirkung beeinflussen; die Häufigkeit von Anfällen könnte steigen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Kombinationen gegen Hepatitis C (Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir, Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir) | Bei Ethinylestradiol-haltigen Mitteln Anstieg des Leberwerts ALT; ob das auch mit Lenzetto (Estradiol) auftritt, ist nicht bekannt[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Sonnencreme auf der besprühten Haut | Kann die Aufnahme des Estradiols verändern; laut Fachinformation kann sie um 10 Prozent geringer sein, wenn die Sonnencreme etwa eine Stunde nach dem Spray aufgetragen wird[1, 2] | Nicht auf die Sprühstelle auftragen; wenn nötig, mindestens eine Stunde vor dem Spray |
| Laboruntersuchungen | Lenzetto kann die Ergebnisse einiger Laboruntersuchungen beeinflussen[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Laborpersonal über die Anwendung informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Estradiol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Eine Hormonersatzbehandlung ist mit Risiken verbunden, die vor dem Beginn und bei jeder Entscheidung über die Fortführung beachtet werden müssen. Vor dem Beginn erfasst die Ärztin oder der Arzt Ihre eigene und die Krankengeschichte Ihrer Familie und entscheidet, ob eine körperliche Untersuchung nötig ist [1].
Krebsrisiken: Bei Frauen mit Gebärmutter erhöht eine Behandlung nur mit Östrogen das Risiko für eine Verdickung und für Krebs der Gebärmutterschleimhaut: Ohne Hormonersatzbehandlung wird bei durchschnittlich 5 von 1.000 Frauen zwischen 50 und 65 Jahren Gebärmutterschleimhautkrebs festgestellt, mit Östrogen allein je nach Dosis und Dauer bei 10 bis 60 von 1.000. Ein zusätzliches Gestagen über mindestens 12 Tage pro 28-Tage-Zyklus schützt vor diesem zusätzlichen Risiko. Lenzetto enthält eine höhere Östrogendosis als andere Östrogen-Einzelpräparate; wie hoch das Risiko zusammen mit einem Gestagen ist, ist nicht bekannt [1]. Das Brustkrebsrisiko steigt mit der Dauer der Behandlung und zeigt sich innerhalb von 3 Jahren; nach dem Absetzen nimmt es ab, kann aber nach mehr als 5 Jahren Behandlung 10 Jahre oder länger bestehen bleiben. Ohne Behandlung wird über 10 Jahre bei etwa 27 von 1.000 Frauen zwischen 50 und 59 Jahren Brustkrebs festgestellt; bei Frauen, die mit 50 Jahren eine 10-jährige Behandlung beginnen, sind es mit Östrogen allein 34 und mit Östrogen und Gestagen 48 von 1.000 [1]. Eierstockkrebs ist selten; über 5 Jahre wird er bei etwa 2 von 2.000 Frauen zwischen 50 und 54 Jahren ohne Hormonersatzbehandlung festgestellt und bei etwa 3 von 2.000 Frauen, die sie 5 Jahre lang anwenden [1].
Nicht einnehmen bei
- Brustkrebs, bestehend, früher oder Verdacht darauf[1, 2]
- Krebs, dessen Wachstum von Östrogenen abhängt, z. B. Krebs der Gebärmutterschleimhaut, oder Verdacht darauf[1, 2]
- Vaginale Blutungen unklarer Ursache[1, 2]
- Unbehandelte übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)[1, 2]
- Blutgerinnsel in einer Vene (Thrombose), bestehend oder früher, z. B. in den Beinen oder in der Lunge (Lungenembolie)[1, 2]
- Blutgerinnungsstörung (z. B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-Mangel)[1, 2]
- Krankheit durch Blutgerinnsel in den Arterien, bestehend oder früher, z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall oder Angina pectoris[1, 2]
- Lebererkrankung, solange sich die Leberfunktionswerte nicht normalisiert haben[1, 2]
- Porphyrie (seltene, erblich bedingte Blutkrankheit)[1, 2]
- Allergie gegen Estradiol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Schwangerschaft und Stillzeit[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Myome, Endometriose oder früher übermäßiges Wachstum der Gebärmutterschleimhaut, erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel oder für östrogenabhängigen Krebs (z. B. Brustkrebs bei Mutter, Schwester oder Großmutter), Bluthochdruck, Lebererkrankungen wie gutartige Lebertumoren, Diabetes, Gallensteine, Migräne oder schwere Kopfschmerzen, systemischer Lupus erythematodes, Epilepsie, Asthma, Otosklerose, sehr hohe Blutfettwerte (Triglyzeride), Wassereinlagerungen durch Herz- oder Nierenerkrankungen, angeborenes oder erworbenes Angioödem: Diese Erkrankungen können wieder auftreten oder sich verschlimmern; häufigere Kontrolluntersuchungen[1, 2]
- Frauen mit Gebärmutter: Eine reine Östrogenbehandlung erhöht das Risiko für eine übermäßige Verdickung und für Krebs der Gebärmutterschleimhaut; die Ärztin oder der Arzt verschreibt deshalb zusätzlich ein Gestagen, das vor diesem zusätzlichen Risiko schützt. Lenzetto enthält eine höhere Östrogendosis als andere Östrogen-Einzelpräparate; wie hoch das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs bei Anwendung zusammen mit einem Gestagen ist, ist nicht bekannt[1, 2]
- Erhöhtes Thromboserisiko mit zunehmendem Alter, bei längerer Unbeweglichkeit nach Operation, Verletzung oder Krankheit, bei starkem Übergewicht (BMI über 30 kg/m²), bei Gerinnungsstörungen mit Langzeitbehandlung, bei Blutgerinnseln bei nahen Verwandten, bei systemischem Lupus erythematodes oder bei Krebs[1, 2]
- Geplante Operation: Chirurgin oder Chirurgen informieren; unter Umständen muss Lenzetto 4 bis 6 Wochen vorher abgesetzt werden, um das Thromboserisiko zu verringern[1, 2]
- Frauen über 65 Jahren: Es liegen nur begrenzte Erfahrungen vor; laut Fachinformation gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für eine wahrscheinliche Demenz, wenn eine Hormonersatzbehandlung nach dem 65. Lebensjahr begonnen wird[1, 2]
- Vorzeitige Menopause: Die Risiken einer Hormonersatzbehandlung können sich von denen anderer Frauen unterscheiden[1, 2]
- Weniger als 12 Monate seit der letzten Monatsblutung oder jünger als 50 Jahre: Lenzetto verhütet nicht; zusätzliche Verhütungsmethoden können erforderlich sein[1]
- Übertragung auf andere Personen: Andere, insbesondere Kinder, sollen die besprühte Haut nicht berühren; kleine Kinder können sonst unerwartete Zeichen der Pubertät zeigen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Autofahren und Anwendung sagen [1, 2]. Lenzetto ist nur für Frauen nach der Menopause vorgesehen und kein Mittel zur Empfängnisverhütung [1]. Das Spray selbst enthält Alkohol (Ethanol), der auf geschädigter Haut brennen kann; zum Trinken von Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen eigenen Hinweis [1].
Schwangerschaft
Lenzetto ist nur zur Anwendung bei Frauen nach der Menopause vorgesehen und in der Schwangerschaft nicht anzuwenden. Werden Sie schwanger, brechen Sie die Anwendung ab und suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Laut Fachinformation zeigen die meisten epidemiologischen Studien zu einer unbeabsichtigten Östrogenbelastung des Ungeborenen keine fruchtschädigenden Wirkungen.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Sie dürfen Lenzetto in der Stillzeit nicht anwenden.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Lenzetto hat keinen bekannten Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen.[1]
Einnahme
Auf trockene, gesunde Haut der Innenseite des Unterarms sprühen, ersatzweise auf die Innenseite des Oberschenkels; nicht auf oder in der Nähe der Brüste und nicht auf verletzte Haut. Nicht einmassieren oder einreiben, vor dem Anziehen mindestens 2 Minuten trocknen lassen und mindestens 60 Minuten mit Baden oder Waschen warten. Jeden Tag zur gleichen Zeit anwenden.[1, 2]
Das Spray enthält Alkohol und ist brennbar: Bis es getrocknet ist, offene Flammen, brennende Zigaretten und heiße Geräte wie Haartrockner meiden. Bei extremen Temperaturen, etwa in der Sauna oder beim Sonnenbaden, mit Vorsicht anwenden.[1]
Anwendung vergessen: nachholen, sobald Sie daran denken, und am nächsten Tag wie gewohnt weitermachen; ist es fast Zeit für die nächste Anwendung, diese einfach zur gewohnten Zeit vornehmen. Nach vergessenen Anwendungen zuerst einen Sprühstoß mit geschlossenem Deckel abgeben. Nicht die doppelte Menge anwenden, vergessene Anwendungen können Durchbruch- und Schmierblutungen wahrscheinlicher machen.[1, 2]
Absetzen
Besprechen Sie alle 3 bis 6 Monate mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wie lange Sie Lenzetto anwenden sollen; wenden Sie es nur so lange an, wie Sie es zur Linderung der Hitzewallungen brauchen. Wie die Behandlung beendet wird, erklärt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie zu viel angewendet oder hat ein Kind das Spray versehentlich angewendet, kontaktieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder ein Krankenhaus. Möglich sind Übelkeit, Erbrechen und eine Entzugsblutung (unerwartete Blutung aus der Scheide).[1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt die Dosis, mit der die Behandlung wahrscheinlich beginnt, eine mögliche Erhöhung und die maximale Zahl an Sprühstößen pro Tag. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird versuchen, Ihnen die niedrigste Dosis, die zur Behandlung Ihrer Beschwerden nötig ist, für eine möglichst kurze Zeit zu verschreiben, und kann die Dosis während der Behandlung an Ihre Bedürfnisse anpassen [1]. Die Übersicht gibt die Angaben der Packungsbeilage wieder und ersetzt nicht die Verordnung.
Einnahme und Absetzen
Bevor Sie ein neues Behältnis zum ersten Mal verwenden, wird die Pumpe vorbereitet: Halten Sie es aufrecht und drücken Sie bei aufgesetztem Deckel dreimal auf den Knopf. Zum Aufsprühen setzen Sie den Kegel flach auf die Haut und drücken den Knopf einmal vollständig herunter; weitere Sprühstöße kommen auf eine benachbarte Stelle oder den anderen Unterarm [1]. Sprühen Sie versehentlich auf eine andere Hautstelle, etwa die Hände, waschen Sie diese sofort mit Wasser und Seife [1].
Ist eine Operation geplant, informieren Sie die Chirurgin oder den Chirurgen: Unter Umständen müssen Sie Lenzetto 4 bis 6 Wochen vorher absetzen, um das Thromboserisiko zu verringern; wann Sie weitermachen können, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente vor der OP. Wie die Behandlung beendet wird, wenn sie abgeschlossen ist, erklärt Ihnen ebenfalls Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Bei einer Überdosierung oder wenn ein Kind das Spray angewendet hat, kontaktieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder ein Krankenhaus; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Estradiol
Estradiol gibt es von mehreren Herstellern und in verschiedenen Darreichungsformen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Lenzetto 1,53 mg/Sprühstoß transdermales Spray, Lösung [1, 2]. Präparate mit anderer Darreichungsform haben eigene Packungsbeilagen; maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats. Mehr zum Gelbkörperhormon lesen Sie auf der Seite zu Progesteron.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Gynokadin Dosiergel | Besins Healthcare Germany GmbH | Gel zum Auftragen auf die Haut; eigene Packungsbeilage |
| Gynokadin Tabletten | Besins Healthcare Germany GmbH | Tabletten mit 2 mg Estradiolvalerat (entsprechend 1,53 mg Estradiol); eigene Packungsbeilage |
| Lenzetto | Gedeon Richter Plc. (örtlicher Vertreter: Gedeon Richter Pharma GmbH) | verschreibungspflichtig; transdermales Spray mit 1,53 mg je Sprühstoß; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lenzetto 1,53 mg/Sprühstoß transdermales Spray, Lösung. Gedeon Richter Plc. / Gedeon Richter Pharma GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Lenzetto 1,53 mg/Sprühstoß transdermales Spray, Lösung. Gedeon Richter Plc. / Gedeon Richter Pharma GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Gynokadin Tabletten 2 mg (Estradiolvalerat). Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Estradiol-Spray wie Lenzetto angewendet?
Lenzetto wird zur Hormonersatzbehandlung bei Beschwerden durch Östrogenmangel nach den Wechseljahren angewendet, etwa bei Hitzewallungen, bei Frauen, deren letzte Monatsblutung mindestens 6 Monate zurückliegt, oder nach operativer Entfernung der Eierstöcke. Es wird nur verschrieben, wenn die Beschwerden das alltägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Zu Frauen über 65 Jahren liegen nur begrenzte Erfahrungen vor.
Erhöht Estradiol das Brustkrebsrisiko?
Ja. Laut Packungsbeilage erhöhen sowohl eine Hormonersatzbehandlung nur mit Östrogen als auch eine Kombination aus Östrogen und Gestagen das Brustkrebsrisiko; das zusätzliche Risiko hängt von der Dauer ab. Bei Frauen, die mit 50 Jahren eine Behandlung nur mit Östrogen über 10 Jahre beginnen, treten 34 statt etwa 27 Fälle pro 1.000 Frauen auf, mit Östrogen und Gestagen 48 Fälle. Nach dem Absetzen nimmt das zusätzliche Risiko im Lauf der Zeit ab. Untersuchen Sie regelmäßig Ihre Brüste und nutzen Sie, wenn möglich, das Mammographie-Screening.
Wie stark steigt das Thromboserisiko?
Laut Packungsbeilage ist das Risiko für Blutgerinnsel in den Venen bei Frauen mit Hormonersatzbehandlung etwa 1,3- bis 3-fach höher als ohne, vor allem im ersten Jahr. Bei Frauen in ihren 50ern sind über 5 Jahre ohne Behandlung 4 bis 7 Fälle pro 1.000 zu erwarten, mit Östrogen und Gestagen 9 bis 12, nur mit Östrogen (nach Entfernung der Gebärmutter) 5 bis 8. Bei schmerzhaft geschwollenen Beinen, plötzlichen Brustschmerzen oder Atemnot brechen Sie die Behandlung sofort ab und holen unverzüglich medizinische Hilfe.
Brauche ich zusätzlich ein Gestagen?
Wenn Ihre Gebärmutter nicht entfernt wurde, ja: Eine Behandlung nur mit Östrogen erhöht das Risiko für eine Verdickung und für Krebs der Gebärmutterschleimhaut. Ein Gestagen, das über mindestens 12 Tage pro 28-Tage-Zyklus zusätzlich angewendet wird, schützt laut Packungsbeilage vor diesem zusätzlichen Risiko; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verschreibt es Ihnen und erklärt die Einnahme. Lenzetto enthält allerdings eine höhere Östrogendosis als andere Östrogen-Einzelpräparate; wie hoch das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs zusammen mit einem Gestagen ist, ist laut Packungsbeilage nicht bekannt. Wurde die Gebärmutter entfernt, besprechen Sie, ob Sie ein Gestagen brauchen.
Wie wird Lenzetto richtig aufgesprüht?
Sprühen Sie Lenzetto auf trockene, gesunde Haut der Innenseite des Unterarms, ersatzweise auf die Innenseite des Oberschenkels, jedoch nicht auf die Brüste oder in ihre Nähe. Reiben Sie das Spray nicht ein, lassen Sie es mindestens 2 Minuten trocknen, bevor Sie sich anziehen, und warten Sie mindestens 60 Minuten mit Baden oder Waschen. Vor dem ersten Gebrauch eines neuen Behältnisses wird die Pumpe mit drei Sprühstößen bei aufgesetztem Deckel vorbereitet.
Kann das Spray auf andere Personen übertragen werden?
Ja. Estradiol-Spray kann versehentlich von der Haut auf andere Personen übertragen werden. Kleine Kinder können dadurch unerwartete Zeichen der Pubertät zeigen, etwa eine Brustentwicklung; meist verschwinden sie, wenn der Kontakt aufhört. Lassen Sie niemanden die besprühte Haut berühren, bedecken Sie sie gegebenenfalls nach dem Trocknen mit Kleidung und waschen Sie Haut, die versehentlich Kontakt hatte, mit Wasser und Seife ab.
Kann ich mit Lenzetto noch schwanger werden?
Lenzetto ist kein Mittel zur Empfängnisverhütung. Liegt Ihre letzte Monatsblutung weniger als 12 Monate zurück oder sind Sie jünger als 50 Jahre, können zusätzliche Verhütungsmethoden erforderlich sein. Fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Werden Sie schwanger, brechen Sie die Anwendung ab und suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.
Wie lange darf ich Lenzetto anwenden?
Laut Packungsbeilage sollten Sie Lenzetto nur so lange anwenden, wie Sie es zur Linderung der Hitzewallungen nach der Menopause brauchen. Besprechen Sie alle 3 bis 6 Monate mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob die Behandlung noch nötig ist, und gehen Sie mindestens einmal im Jahr zur Kontrolluntersuchung.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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