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Libido- und Potenzprobleme durch Medikamente
Weniger Lust auf Sex und Erektionsstörungen nennen viele Packungsbeilagen als Nebenwirkung, zum Beispiel von Antidepressiva aus den Gruppen der SSRI und SNRI, von Finasterid, von Mitteln, die die Geschlechtshormone senken, wie Leuprorelin, von den Betablockern Bisoprolol und Metoprolol, vom Entwässerungsmittel Spironolacton sowie von Opioiden wie Oxycodon. Bei SSRI/SNRI und Finasterid wurde laut Produktinformation berichtet, dass die Beschwerden auch nach dem Absetzen anhielten. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Manche Medikamente können die Lust auf Sex (Libido) dämpfen oder zu Erektionsstörungen führen. Laut gesund.bund.de zählen manche Medikamente zu den möglichen Gründen, wenn der Penis nicht richtig steif wird [17]. Bei Antidepressiva berichten Patientinnen und Patienten laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zum Beispiel von Störungen der Sexualität; manche dieser Beschwerden können aber auch Folgen der Depression sein [16]. In Packungsbeilagen heißen solche Nebenwirkungen zum Beispiel vermindertes sexuelles Verlangen (verringerte Libido), Erektionsstörungen, Impotenz oder Potenzstörungen; manche nennen daneben Störungen des Samenergusses oder des Orgasmus [2, 5, 8].
Welche Medikamente Libido- und Potenzprobleme auslösen können
Die Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe. Jede Häufigkeitsangabe gilt für den Wirkstoff, bei dem sie steht.
- Antidepressiva: Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) können laut einer Empfehlung des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur Symptome einer sexuellen Funktionsstörung verursachen; die Empfehlung vom Mai 2019 betrifft Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin und Sertralin sowie Desvenlafaxin, Duloxetin, Milnacipran und Venlafaxin [1]. In der Packungsbeilage von Paroxetin sind Störungen des sexuellen Verlangens oder der sexuellen Funktion, zum Beispiel ausbleibender Orgasmus und bei Männern Erektions- und Ejakulationsstörungen, als sehr häufig eingestuft (mehr als 1 von 10 Behandelten) [2]. Beim trizyklischen Antidepressivum Amitriptylin sind Störungen der Sexualfunktion mit vermindertem sexuellem Antrieb und Erektionsschwierigkeiten als häufig eingestuft (bis zu 1 von 10 Behandelten) [4].
- Finasterid: Finasterid hemmt laut Rote-Hand-Brief das Enzym 5-Alpha-Reduktase; Tabletten mit 1 mg sind zur Behandlung von männlichem Haarausfall in einem frühen Stadium zugelassen, Tabletten mit 5 mg zur Behandlung der gutartigen Vergrößerung der Prostata [7]. Laut Packungsbeilage von Finasterid 5 mg sind die Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen (Impotenz), und vermindertes sexuelles Verlangen häufig; sie werden im Allgemeinen zu Beginn der Behandlung beobachtet, sind meist vorübergehend und verschwinden bei Fortsetzung der Behandlung wieder [5]. Mit nicht bekannter Häufigkeit nennt die Packungsbeilage Impotenz und eine Verminderung des Sexualtriebs, die auch nach dem Absetzen andauern [5]. Laut Fachinformation sind Impotenz und verminderte Libido die häufigsten Nebenwirkungen; bei der Mehrheit bilden sie sich im Verlauf der Behandlung zurück [6].
- Mittel, die Geschlechtshormone senken: Leuprorelin drosselt laut Packungsbeilage nach einer kurzfristigen Anregung über die Hirnanhangdrüse die Hormone, die in Hoden und Eierstöcken die Bildung der Geschlechtshormone steuern; die Spiegel der Geschlechtshormone sinken dadurch [11]. Bei Männern mit Prostatakrebs sind eine Verminderung der Libido und der Potenz sowie Potenzstörungen in der Packungsbeilage als sehr häufig eingestuft [11].
- Entwässerungsmittel und Betablocker: Beim Entwässerungsmittel (Diuretikum) Spironolacton nennt die Packungsbeilage Potenzstörungen als gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten); häufig ist bei Männern eine meist wieder zurückgehende Vergrößerung der Brust (Gynäkomastie) [10]. Bei den Betablockern Bisoprolol und Metoprolol sind Potenzstörungen bzw. Impotenz und andere Sexualstörungen als selten eingestuft (bis zu 1 von 1.000 Behandelten); bei Metoprolol kommt selten eine bindegewebige Verhärtung der Schwellkörper des Penis (Induratio penis plastica) hinzu [8, 9].
- Opioide: In der Packungsbeilage von Oxycodon sind verminderte Libido sowie Impotenz und eine Abnahme der Konzentration von Geschlechtshormonen als gelegentlich eingestuft [13].
- Weitere Mittel: Für Pregabalin nennt die Packungsbeilage eine Verringerung des Geschlechtstriebs und Erektionsstörungen als häufig, Probleme der Sexualfunktion einschließlich der Unfähigkeit, einen sexuellen Höhepunkt zu erreichen, und eine verzögerte Ejakulation als gelegentlich [14]. Bei der Minipille mit Desogestrel ist vermindertes sexuelles Verlangen als häufig eingestuft [15]; mehr dazu unter Verhütungsmittel.
Die erste Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation weniger Lust auf Sex nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Leuprorelin | Sehr häufig | Bei Männern mit Prostatakrebs: Verminderung von Libido und Potenz, Potenzstörungen (erektile Dysfunktion), Verkleinerung der Hoden · Bei Frauen (Enantone-Gyn): Schmierblutungen, Veränderung oder Abnahme der Libido,… |
| Paroxetin | Sehr häufig | Störungen des sexuellen Verlangens oder der sexuellen Funktion, zum Beispiel ausbleibender Orgasmus und bei Männern Erektions- und Ejakulationsstörungen; in bestimmten Fällen blieben die Beschwerden nach Ende der… |
| Amiodaron | Häufig | Verminderter Sexualtrieb (Libido) |
| Amitriptylin | Häufig | Verminderter sexueller Antrieb (Libido vermindert) |
| Atomoxetin | Häufig | Bei Erwachsenen: Vermindertes sexuelles Interesse |
| Citalopram | Häufig | Vermindertes sexuelles Verlangen |
| Clonidin | Häufig | Nachlassen des sexuellen Bedürfnisses (Abnahme von Potenz und Libido) |
| Desogestrel | Häufig | Vermindertes sexuelles Verlangen (Libido) |
| Dienogest | Häufig | Depressive Stimmung, Schlafstörungen, Nervosität, Verlust des Interesses an Sex, Stimmungswandel |
| Doxepin | Häufig | Sexuelle Störungen: Abnahme des sexuellen Interesses, Ejakulationsstörungen bzw. Potenzstörungen |
| Drospirenon | Häufig | Verminderte sexuelle Lust (Libido), Stimmungsschwankungen |
| Duloxetin | Häufig | Vermindertes sexuelles Verlangen (Libidoverminderung) |
| Escitalopram | Häufig | Störungen der Sexualfunktion: verzögerter Samenerguss (Ejakulationsstörungen), Erektionsstörungen, weniger sexuelles Interesse (verringerte Libido) und bei Frauen Orgasmusstörungen |
| Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring) | Häufig | Verminderter Sexualtrieb |
| Finasterid | Häufig | Vermindertes sexuelles Verlangen (verringerte Libido); im Allgemeinen zu Beginn der Behandlung, meist vorübergehend, verschwindet bei Fortsetzung der Behandlung wieder (Filmtabletten mit 5 mg) · Nachlassen des… |
| Fluoxetin | Häufig | Verminderter Sexualtrieb |
| Levomethadon | Häufig | Eingeschränkte Libido und/oder eingeschränkte Potenz, gelegentlich bis häufig |
| Levonorgestrel | Häufig | Libidoabnahme (weniger Lust auf Sex) |
| Lisdexamfetamin | Häufig | Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, oder Veränderungen des Geschlechtstriebs |
| Medroxyprogesteron | Häufig | Verringerte Lust auf Sex und fehlender Orgasmus |
| Methylphenidat | Häufig | Verminderter sexueller Antrieb · Probleme mit dem sexuellen Antrieb |
| Olanzapin | Häufig | Sexuelle Funktionsstörungen wie verminderter Sexualtrieb bei Männern und Frauen oder Erektionsstörungen bei Männern |
| Pregabalin | Häufig | Verringerung des Geschlechtstriebs |
| Sertralin | Häufig | Vermindertes sexuelles Interesse |
| Venlafaxin | Häufig | Ausbleibender Orgasmus (Anorgasmie) und verminderter Geschlechtstrieb |
| Brinzolamid | Gelegentlich | Verringertes Lustgefühl (Libido vermindert) |
| Diazepam | Gelegentlich | Zu- oder Abnahme des sexuellen Bedürfnisses (Libido) |
| Domperidon | Gelegentlich | Verlust des Interesses an Sex oder vermindertes Interesse an Sex (Libidoverlust) |
| Febuxostat | Gelegentlich | Weniger Lust auf Sex (verminderte Libido), Schlaflosigkeit |
| Haloperidol | Gelegentlich | Verwirrtheit; Verlust oder Abnahme des sexuellen Verlangens |
| Hydromorphon | Gelegentlich | Vermindertes sexuelles Verlangen |
| Irbesartan | Gelegentlich | Probleme mit der sexuellen Leistungsfähigkeit (sexuelle Dysfunktion) |
| Levonorgestrel/Ethinylestradiol | Gelegentlich | Abnahme des sexuellen Verlangens (Libidoabnahme) |
| Lorazepam | Gelegentlich | Veränderungen des sexuellen Verlangens (Libido), Impotenz, abgeschwächter Orgasmus |
| Moxonidin | Gelegentlich | Depression, Angst, Nervosität, vermindertes sexuelles Verlangen (Libidoverlust) |
| Oxazepam | Gelegentlich | Abnahme oder Zunahme des sexuellen Verlangens |
| Oxycodon | Gelegentlich | Verminderte Libido |
| Paliperidon | Gelegentlich | Schlafstörungen, Erregungszustand (Manie), verminderter sexueller Antrieb, Nervosität, Albträume |
| Pravastatin | Gelegentlich | Sexuelle Schwierigkeiten (sexuelle Dysfunktion) |
| Quetiapin | Gelegentlich | Sexuelle Funktionsstörungen |
| Ramipril | Gelegentlich | Vorübergehende Erektionsstörungen; weniger Lust auf Sex bei Männern und Frauen |
| Risperidon | Gelegentlich | Erregungszustand (Manie), Verwirrtheit, verminderter sexueller Antrieb, Nervosität, Albträume |
| Silodosin | Gelegentlich | Vermindertes sexuelles Verlangen (Libido) |
| Topiramat | Gelegentlich | Verminderte Libido oder Verlust der Libido |
| Atenolol | Selten | Störungen des Sexualtriebs und Potenzstörungen |
| Bromazepam | Selten | Zu- oder Abnahme des sexuellen Bedürfnisses |
| Buprenorphin | Selten | Vermindertes sexuelles Interesse |
| Estradiol | Selten | Angstzustände; vermindertes oder gesteigertes sexuelles Verlangen |
| Zopiclon | Selten | Störung des sexuellen Verlangens (Libidostörung) |
| Carbamazepin | Sehr selten | Sexuelle Störungen wie Impotenz und verminderte Libido, verminderte männliche Fruchtbarkeit und/oder veränderte Bildung von Samenzellen |
| Famotidin | Sehr selten | Verminderte Libido |
| Methotrexat | Sehr selten | Gestörte Bildung von Ei- oder Samenzellen, Unfruchtbarkeit, Störungen des Menstruationszyklus, Verlust des sexuellen Interesses, Impotenz, Scheidenausfluss, Vergrößerung der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie) |
| Morphin | Sehr selten | Verminderung der Libido |
| Propranolol | Sehr selten | Störungen des sexuellen Verlangens (Libidostörungen) |
| Dienogest/Ethinylestradiol | Nicht bekannt | Stimmungsveränderungen, erhöhtes oder vermindertes sexuelles Verlangen (Libido) |
| Gabapentin | Nicht bekannt | Zunahme an Brustgewebe, Vergrößerung der Brust; sexuelle Funktionsstörungen wie veränderte Libido, Probleme beim Samenerguss oder Unvermögen, einen Höhepunkt zu erreichen |
| Isotretinoin | Nicht bekannt | Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten; schwächere Libido |
| Rosuvastatin | Nicht bekannt | Störungen der Sexualfunktion |
| Testosteron | Nicht bekannt | Libidoveränderungen; bei hohen Dosen im Allgemeinen umkehrbare Unterbrechung oder Verringerung der Samenbildung (Spermatogenese) mit dadurch bedingter Verkleinerung der Hoden |
| Timolol | Nicht bekannt | Sexualstörungen und vermindertes sexuelles Empfinden |
| Trazodon | Nicht bekannt | Verminderter Geschlechtstrieb (Libido) |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (61 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Erektionsstörungen, Impotenz und Potenzstörungen zeigt die zweite Tabelle:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Leuprorelin | Sehr häufig | Bei Männern mit Prostatakrebs: Verminderung von Libido und Potenz, Potenzstörungen (erektile Dysfunktion), Verkleinerung der Hoden |
| Paroxetin | Sehr häufig | Störungen des sexuellen Verlangens oder der sexuellen Funktion, zum Beispiel ausbleibender Orgasmus und bei Männern Erektions- und Ejakulationsstörungen; in bestimmten Fällen blieben die Beschwerden nach Ende der… |
| Amitriptylin | Häufig | Erektionsschwierigkeiten |
| Atomoxetin | Häufig | Bei Erwachsenen: Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostatitis), Leistenschmerzen bei Männern, Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, verzögerter Orgasmus, Regelblutungskrämpfe |
| Botulinumtoxin Typ A | Häufig | Bei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) |
| Chlortalidon | Häufig | Impotenz |
| Citalopram | Häufig | Ejakulationsstörungen, auch ausbleibende Ejakulation; Erektionsstörungen, Impotenz |
| Clonidin | Häufig | Nachlassen des sexuellen Bedürfnisses (Abnahme von Potenz und Libido) |
| Doxepin | Häufig | Sexuelle Störungen: Abnahme des sexuellen Interesses, Ejakulationsstörungen bzw. Potenzstörungen |
| Duloxetin | Häufig | Erektionsstörungen |
| Escitalopram | Häufig | Störungen der Sexualfunktion: verzögerter Samenerguss (Ejakulationsstörungen), Erektionsstörungen, weniger sexuelles Interesse (verringerte Libido) und bei Frauen Orgasmusstörungen |
| Finasterid | Häufig | Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen (Impotenz); im Allgemeinen zu Beginn der Behandlung, meist vorübergehend, verschwindet bei Fortsetzung der Behandlung wieder (Filmtabletten mit 5 mg) · Erektionsstörungen… |
| Fluoxetin | Häufig | Sexuelle Probleme, einschließlich Schwierigkeiten, eine Erektion aufrechtzuerhalten; laut Fachinformation auch Ejakulationsstörungen |
| Gabapentin | Häufig | Erektionsstörungen (Impotenz) |
| Haloperidol | Häufig | Erektionsstörungen (Impotenz) |
| Levomethadon | Häufig | Eingeschränkte Libido und/oder eingeschränkte Potenz, gelegentlich bis häufig |
| Lisdexamfetamin | Häufig | Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, oder Veränderungen des Geschlechtstriebs |
| Methylphenidat | Häufig | Unvermögen, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten |
| Olanzapin | Häufig | Sexuelle Funktionsstörungen wie verminderter Sexualtrieb bei Männern und Frauen oder Erektionsstörungen bei Männern |
| Pregabalin | Häufig | Erektionsstörungen · Probleme der Sexualfunktion, verzögerte Ejakulation |
| Sertralin | Häufig | Menstruationsstörungen, Erektionsstörungen |
| Venlafaxin | Häufig | Ejakulations- und Orgasmusstörungen beim Mann sowie Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) |
| Adalimumab | Gelegentlich | Impotenz (Erektionsstörung) |
| Amlodipin | Gelegentlich | Erektionsstörungen, Vergrößerung der Brustdrüsen beim Mann (Gynäkomastie) |
| Brinzolamid | Gelegentlich | Erektionsprobleme (erektile Dysfunktion) |
| Carvedilol | Gelegentlich | Impotenz (erektile Dysfunktion) |
| Doxazosin | Gelegentlich | Impotenz (ausbleibende Erektionen, schmerzhafte Dauererektionen) |
| Enalapril | Gelegentlich | Impotenz |
| Febuxostat | Gelegentlich | Erektionsprobleme (erektile Dysfunktion) |
| Fentanyl | Gelegentlich | Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder zu halten (Impotenz), oder andere Probleme beim Sex |
| Hydrochlorothiazid | Gelegentlich | Potenzstörungen |
| Hydromorphon | Gelegentlich | Erektionsstörungen, Impotenz |
| Irbesartan | Gelegentlich | Probleme mit der sexuellen Leistungsfähigkeit (sexuelle Dysfunktion) |
| Lisinopril | Gelegentlich | Impotenz (Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder ausreichend lange zu halten) |
| Lorazepam | Gelegentlich | Veränderungen des sexuellen Verlangens (Libido), Impotenz, abgeschwächter Orgasmus |
| Moxonidin | Gelegentlich | Brustvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie), Impotenz |
| Mycophenolsäure | Gelegentlich | Unvermögen, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten |
| Nebivolol | Gelegentlich | Impotenz |
| Nifedipin | Gelegentlich | Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) |
| Opipramol | Gelegentlich | Sexuelle Funktionsstörungen (Erektions- und Potenzstörungen, Ejakulationsstörungen) |
| Oxycodon | Gelegentlich | Impotenz und Abnahme der Konzentration von Geschlechtshormonen |
| Paliperidon | Gelegentlich | Erektionsprobleme, Ejakulationsstörung, Ausbleiben einzelner Monatsblutungen oder andere Zyklusprobleme, Brustbildung bei Männern, sexuelle Funktionsstörungen, Brustschmerzen, Milchabsonderung aus den Brüsten |
| Pravastatin | Gelegentlich | Sexuelle Schwierigkeiten (sexuelle Dysfunktion) |
| Quetiapin | Gelegentlich | Sexuelle Funktionsstörungen |
| Ramipril | Gelegentlich | Vorübergehende Erektionsstörungen; weniger Lust auf Sex bei Männern und Frauen |
| Risperidon | Gelegentlich | Erektionsprobleme, Störung des Samenergusses |
| Silodosin | Gelegentlich | Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten (erektile Dysfunktion) |
| Spironolacton | Gelegentlich | Potenzstörungen |
| Topiramat | Gelegentlich | Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, sexuelle Störung |
| Atenolol | Selten | Störungen des Sexualtriebs und Potenzstörungen |
| Baclofen | Selten | Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) |
| Bisoprolol | Selten | Potenzstörungen |
| Buprenorphin | Selten | Erektionsschwäche |
| Dihydralazin | Selten | Potenzstörungen |
| Felodipin | Selten | Impotenz bzw. Störungen der Sexualfunktion |
| Itraconazol | Selten | Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) |
| Metoprolol | Selten | Impotenz und andere Sexualstörungen, bindegewebige Verhärtung der Schwellkörper des Penis (Induratio penis plastica) |
| Ranolazin | Selten | Impotenz (erektile Dysfunktion) |
| Amiodaron | Sehr selten | Nebenhodenentzündung (Epididymitis), Impotenz |
| Carbamazepin | Sehr selten | Sexuelle Störungen wie Impotenz und verminderte Libido, verminderte männliche Fruchtbarkeit und/oder veränderte Bildung von Samenzellen |
| Famotidin | Sehr selten | Impotenz |
| Methotrexat | Sehr selten | Gestörte Bildung von Ei- oder Samenzellen, Unfruchtbarkeit, Störungen des Menstruationszyklus, Verlust des sexuellen Interesses, Impotenz, Scheidenausfluss, Vergrößerung der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie) |
| Morphin | Sehr selten | Erektionsstörungen, Ausbleiben der Regelblutung |
| Propranolol | Sehr selten | Potenzstörungen |
| Fluvastatin | Nicht bekannt | Impotenz (erektile Dysfunktion) |
| Guanfacin | Nicht bekannt | Schwierigkeit, eine Erektion zu bekommen und aufrechtzuerhalten (erektile Dysfunktion) |
| Isotretinoin | Nicht bekannt | Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten; schwächere Libido |
| Lithium | Nicht bekannt | Sexuelle Störungen, Impotenz |
| Losartan | Nicht bekannt | Impotenz (erektile Dysfunktion) |
| Rosuvastatin | Nicht bekannt | Störungen der Sexualfunktion |
| Simvastatin | Nicht bekannt | Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) |
| Verapamil | Nicht bekannt | Impotenz (erektile Dysfunktion) |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (72 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Erektionsstörungen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (5 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Amisulprid | Erhöhter Prolaktinspiegel im Blut, der nach Absetzen zurückgeht; dadurch können Milchfluss (Galaktorrhö), Ausbleiben der Monatsblutung oder Zyklusstörungen, Vergrößerung der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie), Brustschmerz, Brustvergrößerung und… | Häufig |
| Dexamethason | Störungen der Sexualhormonausschüttung mit unregelmäßiger oder ausbleibender Regel (Amenorrhö), männlicher Körperbehaarung bei Frauen (Hirsutismus) oder Impotenz | Nicht bekannt |
| Paliperidon | Erhöhter Wert des Hormons Prolaktin im Blut (das kann Beschwerden auslösen, muss aber nicht): bei Männern Anschwellen der Brustdrüsen, Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, andere sexuelle Funktionsstörungen; bei Frauen Brustbeschwerden,… | Häufig |
| Prednisolon | Störungen der Sexualhormonausschüttung mit Ausbleiben der Regel (Amenorrhö), männlicher Körperbehaarung bei Frauen (Hirsutismus) oder Impotenz | Nicht bekannt |
| Prednison | Störung der Sexualhormonausschüttung, möglicherweise mit Ausbleiben der Regelblutung bei Frauen oder Impotenz bei Männern | Selten |
Mehr dazu: Prolaktin, Brustspannen und Gynäkomastie, Depressive Verstimmung durch Medikamente und Beipackzettel verstehen.
Woran Sie Libido- und Potenzprobleme durch ein Medikament erkennen
Ein Hinweis kann der zeitliche Zusammenhang mit dem Beginn der Behandlung sein. Bei Finasterid werden Impotenz und verminderte Libido laut Packungsbeilage im Allgemeinen zu Beginn der Behandlung beobachtet [5]. Nebenwirkungen von Antidepressiva treten laut IQWiG meist in den ersten Wochen der Einnahme auf und zeigen sich später seltener; ob, wie häufig und welche Nebenwirkungen auftreten, hängt auch vom Wirkstoff und der Dosierung ab [16]. Lesen Sie in Abschnitt 4 Ihrer Packungsbeilage nach, ob dort sexuelle Funktionsstörungen genannt sind.
Die Zuordnung ist nicht immer einfach, weil die Grunderkrankung selbst die Sexualität beeinflussen kann. Laut IQWiG können manche Beschwerden, die als Nebenwirkung von Antidepressiva wahrgenommen werden, auch Folgen der Depression sein [16]. Laut Fachinformation von Amitriptylin kann eine verringerte Libido auch ein Symptom der Depression sein und wird in der Regel schwächer, wenn sich der depressive Zustand bessert [22]. Bei Opioiden können Dauer und Höhe der Dosis eine Rolle spielen: Oxycodon kann laut Packungsbeilage wie andere Opioide die Bildung körpereigener Hormone wie der Sexualhormone beeinflussen, vor allem wenn über lange Zeit hohe Dosen eingenommen wurden [13].
Wie lange die Beschwerden anhalten, ist je nach Wirkstoff verschieden. Bei Finasterid 5 mg verschwinden sie laut Packungsbeilage meist bei Fortsetzung der Behandlung wieder; daneben beschreibt sie mit nicht bekannter Häufigkeit Fälle, die nach dem Absetzen andauerten [5]. Für SSRI und SNRI hat der PRAC 2019 empfohlen, in die Produktinformation aufzunehmen, dass die Symptome in einigen Fällen nach Ende der Behandlung bestehen blieben; die Packungsbeilage von Paroxetin enthält diesen Hinweis [1, 2]. Wer wegen einer vergrößerten Prostata Finasterid 5 mg einnimmt, findet in der Packungsbeilage außerdem ein vermindertes Spermavolumen bei der Ejakulation als häufig und Störungen des Samenergusses als gelegentlich [5].
Laut IQWiG steigt das Risiko für Nebenwirkungen von Antidepressiva, wenn zusätzlich andere Medikamente eingenommen werden [16]. Mehr dazu: Viele Medikamente gleichzeitig.
Warum Medikamente die Sexualität beeinflussen können
Ein Teil der Mittel greift in den Hormonhaushalt ein. Leuprorelin senkt laut Fachinformation bei dauerhafter Anwendung die Spiegel der steuernden Hormone LH und FSH; beim Mann werden Spiegel der männlichen Geschlechtshormone erreicht, wie sie nach einer operativen Entfernung beider Hoden vorliegen [12]. Finasterid hemmt laut Rote-Hand-Brief das Enzym 5-Alpha-Reduktase [7]. Opioide wie Oxycodon können laut Packungsbeilage die Bildung von Sexualhormonen beeinflussen [13].
Bei Antidepressiva hängen manche Nebenwirkungen laut IQWiG vermutlich direkt mit der Wirkung der Mittel auf das Gehirn zusammen und sind bei verschiedenen Wirkstoffen einer Gruppe ähnlich; als Beispiel nennt das IQWiG Störungen der Sexualität [16].
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Paroxetin sollen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage nicht abbrechen, bevor Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu anweist; beim Beenden wird die Dosis langsam über einige Wochen oder Monate verringert, um das Risiko für Absetzsymptome zu senken [2]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.
Offen ansprechen. Sprechen Sie sexuelle Nebenwirkungen in der Praxis an. Laut IQWiG ist es wichtig, die Vor- und Nachteile der einzelnen Antidepressiva mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen; bei der Wahl eines Mittels kann auch die Art der möglichen Nebenwirkungen ausschlaggebend sein, zum Beispiel wenn jemand sexuelle Unlust oder Erektionsstörungen eher vermeiden möchte [16]. Bei Finasterid gegen Haarausfall sollen Patienten laut Rote-Hand-Brief bei Anzeichen einer sexuellen Funktionsstörung ärztlichen Rat einholen; die Ärztin oder der Arzt kann dann einen Abbruch der Behandlung erwägen [7]. Den Packungen mit Finasterid 1 mg wird laut Rote-Hand-Brief eine Patientenkarte beigelegt, die auf diese Risiken hinweist [7].
Verlauf je nach Wirkstoff. Bei Finasterid 5 mg sind Impotenz und verminderte Libido laut Packungsbeilage meist vorübergehend und verschwinden bei Fortsetzung der Behandlung wieder [5]. Bei SSRI und SNRI wurden dagegen laut der Empfehlung des PRAC lang anhaltende sexuelle Funktionsstörungen berichtet, bei denen die Symptome trotz Absetzen bestehen blieben; die Fachinformation von Paroxetin enthält diesen Hinweis für SSRI [1, 3].
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [13]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Eine schmerzhafte Dauererektion des Penis (Priapismus) nennen einzelne Packungsbeilagen als Nebenwirkung. In der Packungsbeilage von Clozapin ist sie als sehr selten eingestuft; hält die Erektion länger als 4 Stunden an, könnte laut Packungsbeilage eine sofortige medizinische Behandlung erforderlich sein, um weitere Komplikationen zu vermeiden [21]. Sehr selten nennt auch die Fachinformation von Paroxetin einen Priapismus [3].
Unter Finasterid wurde über Stimmungsänderungen wie depressive Verstimmung, Depression und, seltener, Selbstmordgedanken berichtet; laut Packungsbeilage sollen Sie dann unverzüglich Ihren Arzt um Rat fragen [5]. Wer Finasterid gegen Haarausfall einnimmt, soll laut Rote-Hand-Brief vom 15. September 2025 die Behandlung abbrechen und ärztlichen Rat einholen, wenn depressive Stimmung, Depressionen oder Suizidgedanken auftreten; sexuelle Funktionsstörungen können laut Rote-Hand-Brief zu solchen Stimmungsänderungen beitragen [7]. Holen Sie bei solchen Warnzeichen in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Abgesehen von den in der Packungsbeilage genannten Warnzeichen gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr dazu: Depressive Verstimmung durch Medikamente.
Andere Ursachen
Nicht jede Veränderung der Sexualität kommt vom Medikament. Laut gesund.bund.de kann eine körperliche Ursache dahinterstecken, wenn der Penis nicht richtig steif wird, zum Beispiel eine Erkrankung der Blutgefäße, durch die sich die Schwellkörper nur noch schlecht mit Blut füllen, ein gestörter Gehalt an bestimmten Botenstoffen oder ein höheres Alter [17]. Weitere mögliche Ursachen sind:
- Diabetes: Bei einer diabetischen Nervenschädigung (Neuropathie) können laut gesund.bund.de auch die Nerven betroffen sein, die die Organfunktionen steuern; zu den möglichen Beschwerden gehören Erektionsstörungen [18].
- Prostatakrebs und seine Behandlung: Zu den möglichen Nebenwirkungen der Behandlungen von Prostatakrebs gehören laut gesund.bund.de Erektionsprobleme [19].
- Depression: Störungen der Sexualität können laut IQWiG auch Folgen einer Depression sein [16].
- Wechseljahre: Manche Frauen haben in den Wechseljahren laut gesund.bund.de weniger Lust auf Sex [20].
Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Mehr zur Erkrankung: Erektionsstörungen.
Quellen
- Behörde Neufassung des Wortlauts der Produktinformationen: Auszüge aus den Empfehlungen des PRAC zu Signalen, verabschiedet im Rahmen der PRAC-Sitzung vom 13. bis 16. Mai 2019 (EMA/PRAC/286524/2019), Abschnitt 3 "SNRI/SSRI: Persistierende sexuelle Funktionsstörung nach Absetzen von Arzneimitteln". Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC). Stand 11.06.2019. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paroxetin STADA 20 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Paroxetin STADA 20 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Finasterid STADA 5 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Finasterid STADA 5 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief Finasterid, Dutasterid: Neue Maßnahmen zur Minimierung des Risikos für Suizidgedanken. Zulassungsinhaber finasterid- und dutasteridhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 15.09.2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Bisoprolol-ratiopharm 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metoprolol-ratiopharm Succinat 47,5 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Spironolacton-ratiopharm 50 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Enantone Monats-Depot 3,75 mg Retardmikrokapseln und Suspensionsmittel (Leuprorelin). Takeda GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Enantone Monats-Depot 3,75 mg Retardmikrokapseln und Suspensionsmittel (Leuprorelin). Takeda GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxycodon-HCl-ratiopharm 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln (25 bis 300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Desirett 75 Mikrogramm Filmtabletten (Desogestrel). Exeltis Germany GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Wie wirksam sind Antidepressiva? (Abschnitt Nebenwirkungen). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde ICD-Code N48.4: Impotenz organischen Ursprungs (Erklärung in einfacher Sprache). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Diabetische Neuropathie. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 26.02.2022. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Prostatakrebs. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem Krebsinformationsdienst des DKFZ). Stand 14.10.2025. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Wechseljahre. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 03.02.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente können die Lust auf Sex vermindern?
Vermindertes sexuelles Verlangen nennen zum Beispiel die Packungsbeilagen von Antidepressiva wie Paroxetin (sehr häufig) und Amitriptylin (häufig), von Finasterid (häufig), Pregabalin (häufig), der Minipille mit Desogestrel (häufig) und von Oxycodon (gelegentlich). Bei Männern mit Prostatakrebs vermindert Leuprorelin laut Packungsbeilage sehr häufig Libido und Potenz. Die Tabellen auf dieser Seite zeigen alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation die Beschwerde nennt.
Welche Medikamente können Erektionsstörungen auslösen?
Laut gesund.bund.de können manche Medikamente dazu führen, dass der Penis nicht richtig steif wird. Erektionsstörungen oder Impotenz stehen zum Beispiel in den Packungsbeilagen von Paroxetin, Amitriptylin, Finasterid, Pregabalin und Leuprorelin. Die Packungsbeilage des Entwässerungsmittels Spironolacton nennt Potenzstörungen als gelegentlich, die der Betablocker Bisoprolol und Metoprolol als selten. Auch für Oxycodon ist Impotenz als gelegentlich eingestuft.
Können Antidepressiva dauerhafte sexuelle Probleme verursachen?
Laut der 2019 vom EMA-Ausschuss PRAC empfohlenen Produktinformation können SSRI und SNRI Symptome einer sexuellen Funktionsstörung verursachen, und es wurden lang anhaltende sexuelle Funktionsstörungen berichtet, die trotz Absetzen bestehen blieben. Das betrifft unter anderem Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin, Duloxetin und Venlafaxin. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Geht die Impotenz durch Finasterid wieder weg?
Laut Packungsbeilage von Finasterid 5 mg werden Impotenz und verminderte Libido im Allgemeinen zu Beginn der Behandlung beobachtet; sie sind meist vorübergehend und verschwinden bei Fortsetzung der Behandlung wieder. Mit nicht bekannter Häufigkeit sind aber auch Impotenz und ein verminderter Sexualtrieb beschrieben, die nach dem Absetzen andauerten. Bei Finasterid gegen Haarausfall sollen Sie laut Rote-Hand-Brief vom 15. September 2025 bei Anzeichen einer sexuellen Funktionsstörung ärztlichen Rat einholen.
Machen Blutdrucksenker impotent?
Die Packungsbeilagen der Betablocker Bisoprolol und Metoprolol nennen Potenzstörungen als seltene Nebenwirkung. Beim Entwässerungsmittel Spironolacton sind Potenzstörungen als gelegentlich eingestuft. Bei Metoprolol nennt die Packungsbeilage außerdem selten eine bindegewebige Verhärtung der Schwellkörper (Induratio penis plastica). Sprechen Sie die Beschwerden in der Praxis an. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Kann die Pille die Libido senken?
Bei der Minipille mit Desogestrel nennt die Packungsbeilage vermindertes sexuelles Verlangen als häufig. Weitere hormonelle Verhütungsmittel mit dieser Angabe zeigt die Tabelle auf dieser Seite. Ob ein anderes Mittel infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Wann muss ich sofort zum Arzt?
Eine schmerzhafte Dauererektion (Priapismus) kann laut Packungsbeilage von Clozapin eine sofortige medizinische Behandlung erfordern, wenn sie länger als 4 Stunden anhält. Wer Finasterid gegen Haarausfall einnimmt und depressive Stimmung, eine Depression oder Suizidgedanken bemerkt, soll laut Rote-Hand-Brief die Behandlung abbrechen und ärztlichen Rat einholen. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe, bei Suizidgedanken im Notfall über den Notruf 112.
Können Libido- und Potenzprobleme auch andere Ursachen haben?
Ja. Laut gesund.bund.de können zum Beispiel Erkrankungen der Blutgefäße, gestörte Botenstoffe, manche Medikamente oder ein höheres Alter dazu führen, dass der Penis nicht richtig steif wird. Erektionsstörungen können auch durch Nervenschäden bei Diabetes entstehen oder nach einer Behandlung von Prostatakrebs auftreten. Störungen der Sexualität können laut IQWiG auch Folge einer Depression sein, und in den Wechseljahren haben manche Frauen weniger Lust auf Sex.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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