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Silodosin: Nebenwirkungen und Wirkung

Silodosin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff für erwachsene Männer mit Beschwerden durch eine gutartige Prostatavergrößerung; er entspannt die glatte Muskulatur in Prostata, Harnblase und Harnröhre. Sehr häufig werden beim Geschlechtsverkehr weniger Spermien freigesetzt; das verschwindet nach dem Absetzen wieder. Bei Schwellungen im Gesicht oder im Hals oder bei Atembeschwerden wenden Sie sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt.

Mann Anfang sechzig mit kurzem grauem Haar geht im Herbst in leichter Jacke einen Weg am Flussufer entlang
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Ejakulationsstörung: Beim Geschlechtsverkehr werden weniger oder kaum nachweisbare Spermien freigesetzt (laut Fachinformation u. a. retrograde Ejakulation und Anejakulation); die Wirkung verschwindet nach dem Absetzen wieder[1, 2]
  • Häufig: Schwindel, auch Schwindel beim Aufstehen[1, 2]
  • Häufig: Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie)[2]
  • Häufig: Laufende oder verstopfte Nase[1, 2]
  • Häufig: Durchfall[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Silodosin eingesetzt?

Silodosin gehört zur Arzneimittelgruppe der sogenannten Alpha-1A-Adrenorezeptor-Blocker und ist verschreibungspflichtig [1, 2]. Es wird bei erwachsenen Männern angewendet, um Anzeichen und Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) zu behandeln. Dazu können laut Packungsbeilage Schwierigkeiten zu Beginn der Blasenentleerung gehören, das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleert zu haben, und häufigerer Harndrang, auch nachts [1, 2].

Weil eine gutartige Prostatavergrößerung die gleichen Beschwerden verursachen kann wie Prostatakrebs, untersucht die Ärztin oder der Arzt vor der Behandlung die Prostata; Silodosin ist nicht für die Behandlung von Prostatakrebs geeignet [1]. Laut Fachinformation sollten vor der Behandlung und danach in regelmäßigen Abständen eine digitale rektale Untersuchung und, falls notwendig, eine Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) erfolgen [2]. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf Silodosin nicht angewendet werden [1]. Weitere Wirkstoffe dieses Bereichs stellt die Seite Prostata-, Blasen- und Potenzmittel vor.

Wie wirkt Silodosin?

Silodosin wirkt gezielt an Bindungsstellen (Rezeptoren) in Prostata, Harnblase und Harnröhre. Es hemmt diese Rezeptoren, dadurch entspannt sich die glatte Muskulatur in diesen Geweben; das Wasserlassen fällt leichter, und die Beschwerden werden gelindert [1]. Laut Fachinformation kommen die Alpha-1A-Rezeptoren, an die Silodosin bindet, vorwiegend in Prostata, Harnblase, Blasenhals, Prostatakapsel und Harnröhre vor. Zu den Alpha-1B-Rezeptoren, die sich vorwiegend in Herz und Gefäßen befinden, hat Silodosin eine wesentlich geringere Bindung; die Kontraktionsfähigkeit des Blasenmuskels wird nicht beeinträchtigt [2].

In einer Untersuchung an gesunden Männern wurde die höchste Konzentration im Blut nach 2,5 Stunden erreicht. Die Halbwertszeit von Silodosin beträgt rund 11 Stunden, die seines Hauptabbauprodukts rund 18 Stunden; gleichbleibende Spiegel werden nach 3 bzw. 5 Behandlungstagen erreicht [2]. Nahrung verringert die höchste Konzentration im Blut um rund 30 Prozent, hat aber nur eine geringe Wirkung auf die insgesamt aufgenommene Menge [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation von Urorec. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation waren Ejakulationsstörungen in den placebokontrollierten Studien und in der Langzeitanwendung mit 23 Prozent die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen. Sie können die männliche Fruchtbarkeit vorübergehend beeinträchtigen, klingen aber wenige Tage nach dem Absetzen wieder ab [2]. Ein Blutdruckabfall beim Aufstehen trat in den placebokontrollierten Studien bei 1,2 Prozent der Behandelten unter Silodosin und bei 1,0 Prozent unter Placebo auf; er kann gelegentlich zu einer Ohnmacht führen [2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Geschlechtsorgane und BrustEjakulationsstörung: Beim Geschlechtsverkehr werden weniger oder kaum nachweisbare Spermien freigesetzt (laut Fachinformation u. a. retrograde Ejakulation und Anejakulation); die Wirkung verschwindet nach dem Absetzen wieder[1, 2]

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • HerzSchneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenHerzrhythmusstörungen
  • NervensystemOhnmachtsanfall (Synkope), Verlust des Bewusstseins[1, 2]

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Verletzungen und VergiftungenFloppy-Iris-Syndrom während einer Operation wegen Linsentrübung (Kataraktoperation): verringerte Muskelspannung der Regenbogenhaut[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Eine allergische Reaktion kann laut Packungsbeilage schwerwiegende Folgen haben; Anzeichen sind Schwellungen im Gesicht oder im Hals, Atembeschwerden, Benommenheit, Juckreiz oder Nesselausschlag [1]. Schwindel beim Aufstehen und gelegentlich ein Ohnmachtsanfall sind vor allem zu Beginn der Behandlung möglich oder wenn Sie zusätzlich blutdrucksenkende Arzneimittel einnehmen [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Sechzigern im ruhigen Gespräch mit einem Arzt in einem hellen Sprechzimmer, beide sitzen an einem Schreibtisch
Bild: KI-generiert

Ejakulationsstörung: Am häufigsten werden beim Geschlechtsverkehr weniger Spermien freigesetzt; diese Wirkung verschwindet nach dem Absetzen wieder [1]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie sich ein Kind wünschen oder den Eindruck haben, dass das Arzneimittel Ihr Sexualleben beeinflusst [1]. Mehr zum Thema auf der Seite Libido und Potenz.

Schwindel und Blutdruckabfall: Fühlen Sie sich schwach oder schwindlig, setzen oder legen Sie sich sofort hin, bis die Beschwerden abgeklungen sind. Kommt es zu Schwindel beim Aufstehen oder zu einem Ohnmachtsanfall, informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Bei Männern mit einem Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie) wird die Behandlung mit Silodosin laut Fachinformation nicht empfohlen [2]. Mehr dazu auf den Seiten Schwindel und Niedriger Blutdruck.

Nase und Darm: Eine laufende oder verstopfte Nase und Durchfall gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Für das Gespräch kann ein Nebenwirkungs-Tagebuch hilfreich sein; weitere Informationen bieten die Seiten Verstopfte Nase und Durchfall.

Augenoperation: Müssen Sie sich wegen einer Linsentrübung operieren lassen, informieren Sie unverzüglich Ihre Augenärztin oder Ihren Augenarzt, wenn Sie Silodosin einnehmen oder früher eingenommen haben. Bei manchen Patienten, die mit Arzneimitteln dieser Art behandelt werden, kann sich während einer solchen Operation die Muskelspannung der Regenbogenhaut verringern; der Augenspezialist kann dann geeignete Vorsichtsmaßnahmen treffen [1]. Laut Fachinformation wird geraten, die Behandlung mit einem Alpha-1-Blocker 1 bis 2 Wochen vor der Kataraktoperation zu beenden; Vorteil und Dauer einer solchen Unterbrechung sind aber noch nicht geklärt [2]. Ob Sie die Behandlung aufschieben oder vorübergehend unterbrechen sollten, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen möchten [1]. Besonders wichtig sind blutdrucksenkende Mittel, vor allem andere Alpha-1-Blocker wie Prazosin oder Doxazosin, deren Wirkung sich verstärken könnte, und Mittel gegen Erektionsstörungen wie Sildenafil oder Tadalafil, die zusammen mit Silodosin zu einem leichten Abfall des Blutdrucks führen könnten [1]. Pilzmittel wie Ketoconazol oder Itraconazol, das HIV-Mittel Ritonavir und Ciclosporin können den Silodosin-Gehalt im Blut erhöhen, Mittel gegen Epilepsie und Rifampicin seine Wirkung abschwächen [1, 2].

Wechselwirkungen von Silodosin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Blutdrucksenkende Mittel, vor allem Alpha-1-Blocker wie Prazosin oder DoxazosinDie Wirkung dieser Arzneimittel kann sich verstärken[1, 2]Laut Fachinformation wird die Kombination mit anderen Alpha-Blockern nicht empfohlen und eine Behandlung mit Blutdrucksenkern nur mit Vorsicht begonnen, vorher ärztlich besprechen
Mittel gegen Pilzinfektionen (z. B. Ketoconazol, Itraconazol), gegen HIV (z. B. Ritonavir) oder gegen Abstoßung nach Transplantationen (z. B. Ciclosporin)Silodosin-Gehalt im Blut kann steigen[1, 2]Laut Fachinformation wird die gleichzeitige Anwendung dieser stark wirksamen Hemmer nicht empfohlen, Ärztin oder Arzt informieren
Mittel gegen Erektionsstörungen (z. B. Sildenafil oder Tadalafil)Leichter Abfall des Blutdrucks möglich[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation sollten Patienten, die beide Mittel einnehmen, auf mögliche Nebenwirkungen hin überwacht werden
Mittel gegen Epilepsie oder Rifampicin (gegen Tuberkulose)Wirkung von Silodosin kann abgeschwächt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Silodosin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Sie dürfen Silodosin nicht einnehmen, wenn Sie gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile allergisch sind [1, 2]. Bei schweren Leberproblemen oder schweren Nierenproblemen sollten Sie es nicht einnehmen; bei mittelschweren Nierenproblemen beginnt die Ärztin oder der Arzt die Behandlung vorsichtig und gegebenenfalls mit einer niedrigeren Dosis [1]. Hatten Sie beim plötzlichen Aufstehen schon einmal einen Schwindel- oder Schwächeanfall, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor der Einnahme [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Silodosin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Geplante Augenoperation wegen Linsentrübung (Kataraktoperation): unverzüglich die Augenärztin oder den Augenarzt informieren, wenn Sie Silodosin einnehmen oder früher eingenommen haben; fragen Sie, ob Sie die Behandlung aufschieben oder vorübergehend unterbrechen sollten. Laut Fachinformation wird ein Behandlungsbeginn bei geplanter Kataraktoperation nicht empfohlen[1, 2]
  • Früherer Schwindel- oder Schwächeanfall beim plötzlichen Aufstehen: vorher die Ärztin oder den Arzt informieren; laut Fachinformation wird Silodosin bei orthostatischer Hypotonie nicht empfohlen[1, 2]
  • Schwere Leberprobleme: Sie sollten Silodosin nicht einnehmen, weil die Anwendung dabei nicht geprüft wurde[1, 2]
  • Nierenprobleme: Bei mittelschweren Nierenproblemen beginnt die Ärztin oder der Arzt die Behandlung vorsichtig und gegebenenfalls mit einer niedrigeren Dosis; bei schweren Nierenproblemen sollten Sie Silodosin nicht einnehmen[1, 2]
  • Prostatakrebs: Weil eine gutartige Prostatavergrößerung die gleichen Beschwerden verursachen kann, untersucht die Ärztin oder der Arzt vor der Behandlung die Prostata; Silodosin ist nicht für die Behandlung von Prostatakrebs geeignet[1, 2]
  • Kinderwunsch: Silodosin kann die Spermienzahl verringern und die Zeugungsfähigkeit vorübergehend beeinträchtigen; die Wirkung verschwindet nach dem Absetzen. Fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Silodosin darf bei ihnen nicht angewendet werden, da das Anwendungsgebiet für diese Altersgruppe nicht von Bedeutung ist[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Silodosin ist nicht für die Einnahme durch Frauen vorgesehen; Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit entfallen [1, 2]. Zum Thema Alkohol enthält die Produktinformation keine eigenen Angaben. Setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Maschinen, wenn Sie sich einer Ohnmacht nahe, schwindlig oder benommen fühlen oder verschwommen sehen [1]. Laut Fachinformation sollten Patienten vor Beginn der Behandlung darüber informiert werden, dass die männliche Fruchtbarkeit vorübergehend beeinträchtigt sein kann [2].

Schwangerschaft

Silodosin ist nicht für die Einnahme durch Frauen vorgesehen; Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit entfallen.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Maschinen, wenn Sie sich einer Ohnmacht nahe, schwindlig oder benommen fühlen oder verschwommen sehen. Laut Fachinformation hat Silodosin geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit; seien Sie vorsichtig, bis Sie wissen, wie Sie darauf reagieren.[1, 2]

Einnahme

Die Kapsel immer zu einer Mahlzeit einnehmen, vorzugsweise immer zur gleichen Tageszeit. Nicht zerbrechen oder zerkauen, sondern als Ganzes schlucken, am besten mit einem Glas Wasser.[1, 2]

Kapsel vergessen: Sie können sie am selben Tag später einnehmen; steht der nächste Einnahmezeitpunkt unmittelbar bevor, lassen Sie die versäumte Dosis aus. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein.[1]

Absetzen

Wenn Sie die Behandlung abbrechen, können Ihre Beschwerden wieder auftreten. Die Ejakulationsstörung verschwindet nach dem Absetzen wieder, laut Fachinformation wenige Tage danach.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie mehr als eine Kapsel eingenommen, informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; fühlen Sie sich schwindlig oder schwach, sofort. Laut Fachinformation war ein Blutdruckabfall beim Aufstehen in Untersuchungen mit hohen Dosen die Nebenwirkung, die die Dosis begrenzte.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die empfohlene Dosis und einen Hinweis für Männer mit mittelschweren Nierenproblemen; die Angaben für ältere Patienten und die Grenzen für eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion stammen aus der Fachinformation [1, 2]. Die Übersicht ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Kapsel immer zu einer Mahlzeit ein, vorzugsweise immer zur gleichen Tageszeit. Zerbrechen oder zerkauen Sie sie nicht, sondern schlucken Sie sie als Ganzes, am besten mit einem Glas Wasser [1]. Haben Sie eine Kapsel vergessen, können Sie sie am selben Tag später einnehmen; steht der nächste Einnahmezeitpunkt unmittelbar bevor, lassen Sie die versäumte Dosis aus. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein [1].

Wenn Sie die Behandlung abbrechen, können Ihre Beschwerden wieder auftreten. Bei weiteren Fragen zur Einnahme wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Haben Sie mehr als eine Kapsel eingenommen, informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bei Schwindel oder Schwäche sofort [1]. Telefonnummern für Notfälle finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Silodosin

Silodosin gibt es als Kapseln der Stärken 4 mg und 8 mg [2]. Grundlage dieser Seite ist die Produktinformation der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zu Urorec mit Fachinformation und Packungsbeilage, Stand Mai 2025 [1, 2].

Präparate mit Silodosin
PräparatAnbieterHinweis
Silodosin ZentivaZentiva Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Hartkapseln mit 4 mg oder 8 mg Silodosin
UrorecRecordati Ireland Ltd. (in Deutschland vertreten durch Recordati Pharma GmbH)verschreibungspflichtig; Hartkapseln mit 4 mg oder 8 mg Silodosin; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Urorec (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Urorec 8 mg/4 mg Hartkapseln. Recordati Ireland Ltd. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 05/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Urorec (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), und Anhang II. Recordati Ireland Ltd. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 05/2025. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Silodosin verschrieben?

Silodosin wird bei erwachsenen Männern angewendet, um Anzeichen und Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrößerung zu behandeln. Dazu können Schwierigkeiten zu Beginn der Blasenentleerung, das Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung und häufigerer Harndrang, auch nachts, gehören. Für die Behandlung von Prostatakrebs ist Silodosin nicht geeignet.

Was bedeutet die Ejakulationsstörung unter Silodosin?

Dass beim Geschlechtsverkehr weniger oder kaum nachweisbare Spermien freigesetzt werden, ist die häufigste Nebenwirkung und betrifft mehr als 1 von 10 Behandelten. Laut Fachinformation gehören dazu die retrograde Ejakulation und die Anejakulation. Die Wirkung verschwindet nach dem Absetzen wieder; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie einen Kinderwunsch haben.

Macht Silodosin unfruchtbar?

Silodosin kann die Spermienzahl verringern und so die Fähigkeit, ein Kind zu zeugen, vorübergehend beeinträchtigen. Nach dem Absetzen normalisiert sich die Fruchtbarkeit laut Fachinformation wieder. Wenn Sie ein Kind zeugen möchten, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.

Macht Silodosin schwindelig?

Schwindel, auch Schwindel beim Aufstehen, ist häufig und betrifft bis zu 1 von 10 Behandelten; selten kommt es zu einem Ohnmachtsanfall. Fühlen Sie sich schwach oder schwindlig, setzen oder legen Sie sich sofort hin, bis die Beschwerden abgeklungen sind, und informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Setzen Sie sich in diesem Zustand nicht ans Steuer.

Kann ich Silodosin mit Sildenafil oder Tadalafil nehmen?

Laut Packungsbeilage könnte die gleichzeitige Anwendung mit Mitteln gegen Erektionsstörungen wie Sildenafil oder Tadalafil zu einem leichten Abfall des Blutdrucks führen; informieren Sie deshalb Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation sollten Patienten, die beide Mittel einnehmen, auf mögliche Nebenwirkungen hin überwacht werden.

Wann nehme ich Silodosin ein?

Nehmen Sie die Kapsel immer zu einer Mahlzeit ein, vorzugsweise immer zur gleichen Tageszeit, und schlucken Sie sie als Ganzes, am besten mit einem Glas Wasser. Haben Sie eine Kapsel vergessen, können Sie sie am selben Tag später einnehmen, außer der nächste Einnahmezeitpunkt steht unmittelbar bevor. Die Angaben zur Dosis stehen im Abschnitt Dosierung.

Was ist vor einer Augenoperation zu beachten?

Müssen Sie sich wegen einer Linsentrübung operieren lassen, informieren Sie unverzüglich Ihre Augenärztin oder Ihren Augenarzt, wenn Sie Silodosin einnehmen oder früher eingenommen haben. Während einer solchen Operation kann sich die Muskelspannung der Regenbogenhaut verringern. Fragen Sie, ob Sie die Behandlung aufschieben oder vorübergehend unterbrechen sollten.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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