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Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring): Nebenwirkungen und Anwendung

Der Vaginalring mit Etonogestrel und Ethinylestradiol ist ein verschreibungspflichtiges kombiniertes hormonales Verhütungsmittel, das in die Scheide eingelegt wird und dort nach einem festen Anwendungsschema bleibt. Häufig sind Kopfschmerzen, Scheideninfektionen, Ausfluss, Bauchschmerzen und Übelkeit; selten bilden sich gesundheitsschädliche Blutgerinnsel. Bei Anzeichen eines Blutgerinnsels wie einem geschwollenen, schmerzenden Bein, plötzlicher Atemnot oder Brustschmerzen suchen Sie dringend ärztliche Hilfe.

Junge Frau Ende zwanzig mit langen dunklen Haaren joggt am Morgen in Sportkleidung über einen Waldweg mit Sonnenlicht zwischen den Bäumen
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit[1, 2]
  • Häufig: Infektionen der Scheide durch Hefe-Keime (wie Soor)[1, 2]
  • Häufig: Unbehagen in der Scheide aufgrund des Rings[1, 2]
  • Häufig: Juckreiz im Genitalbereich, Ausfluss aus der Scheide[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen oder Migräne[1, 2]
  • Häufig: Depressive Verstimmung[1, 2]
  • Häufig: Verminderter Sexualtrieb[1, 2]
  • Häufig: Brustschmerzen, Schmerzen im Becken, schmerzhafte Monatsblutungen[1, 2]
  • Häufig: Akne[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
  • Häufig: Der Ring wird ausgestoßen[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird der Vaginalring mit Etonogestrel und Ethinylestradiol eingesetzt?

Der Vaginalring mit Etonogestrel und Ethinylestradiol dient der Schwangerschaftsverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter; Sicherheit und Wirksamkeit wurden an Frauen zwischen 18 und 40 Jahren nachgewiesen [1, 2]. Er enthält zwei weibliche Sexualhormone und wird deshalb als kombiniertes hormonales Verhütungsmittel bezeichnet. Er wirkt wie eine kombinierte Pille; statt jeden Tag eine Tablette einzunehmen, tragen Sie den Ring nach einem festen Schema ununterbrochen in der Scheide [1]. Der Ring ist verschreibungspflichtig [2].

Bei der Entscheidung für den Ring sollten laut Fachinformation die aktuellen persönlichen Risikofaktoren berücksichtigt werden, besonders für Blutgerinnsel in den Venen, und das Risiko sollte mit dem anderer kombinierter hormonaler Verhütungsmittel verglichen werden [2]. Wie andere hormonale Verhütungsmittel schützt der Ring nicht vor HIV-Infektionen oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten [1]. Einen Überblick über weitere Methoden gibt die Seite Hormonelle Verhütungsmittel; Pillen beschreiben zum Beispiel die Seiten Levonorgestrel/Ethinylestradiol und Desogestrel.

Wie wirkt der Vaginalring?

Der Ring gibt langsam kleine Mengen des Gestagens Etonogestrel und des Estrogens Ethinylestradiol in den Blutkreislauf ab. Die Hormone verhindern, dass eine Eizelle aus den Eierstöcken freigesetzt wird; wenn keine Eizelle freigesetzt wird, können Sie nicht schwanger werden [1, 2]. Laut Fachinformation beruht die empfängnisverhütende Wirkung auf verschiedenen Mechanismen, als wichtigster gilt die Hemmung des Eisprungs [2]. Wegen der geringen Hormonmengen, die abgegeben werden, gilt der Ring laut Packungsbeilage als niedrig dosiertes hormonales Verhütungsmittel [1].

Der Ring ist biegsam und durchsichtig, hat einen Außendurchmesser von 54 mm und enthält 8,25 mg Etonogestrel und 2,60 mg Ethinylestradiol [1, 2]. Die Kalender- oder Temperaturmethode sollten Sie nicht verwenden, weil der Ring die monatlichen Temperaturschwankungen und Veränderungen des Gebärmutterschleims beeinflusst [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation mit Häufigkeitsangabe. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Frauen, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit nicht abschätzen [1, 2]. Laut Fachinformation waren Kopfschmerzen, Scheideninfektionen und Ausfluss in klinischen Studien die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen, jeweils bei 5 bis 6 Prozent der Frauen [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Blutgerinnsel: Alle Frauen, die kombinierte hormonale Verhütungsmittel anwenden, haben ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel in Venen oder Arterien. Am größten ist das Risiko im ersten Jahr der Anwendung; es kann außerdem erhöht sein, wenn die Anwendung nach einer Pause von 4 oder mehr Wochen wieder aufgenommen wird [1]. Von 10.000 Frauen, die weder schwanger sind noch ein kombiniertes hormonales Verhütungsmittel anwenden, erleiden ungefähr 2 im Jahr ein Blutgerinnsel in Bein oder Lunge; bei Pillen mit Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat sind es ungefähr 5 bis 7, beim Ring ungefähr 6 bis 12 von 10.000 Frauen [1]. Das Gesamtrisiko bezeichnet die Packungsbeilage als gering; nach dem Beenden kehrt es in wenigen Wochen auf den Normalwert zurück [1]. Mehr dazu auf den Seiten Thromboserisiko und Thrombose.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • AugenSehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • NervensystemHerabgesetzte Empfindung der Haut (Hypästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • Magen und DarmAufgeblähter Bauch, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung[1, 2]Mehr dazu: BlähungenErbrechenDurchfallVerstopfung
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit, Unwohlsein, Reizbarkeit[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitAggressivität und Reizbarkeit
  • PsycheStimmungsänderungen, Stimmungsschwankungen (Affektlabilität)[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
  • Allgemeine BeschwerdenFlüssigkeitsansammlungen im Körper (Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
  • InfektionenBlasenentzündung oder Entzündung der Harnwege[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeSchwierigkeiten oder Schmerzen beim Wasserlassen, verstärktes Harndranggefühl, vermehrtes Wasserlassen[1, 2]Mehr dazu: Häufiges WasserlassenProbleme beim Wasserlassen
  • Geschlechtsorgane und BrustProbleme beim Geschlechtsverkehr wie Schmerzen oder Blutungen, oder der Partner spürt den Ring[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenBlutdruckerhöhung[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
  • Stoffwechsel und ErnährungAppetitzunahme[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeRückenschmerzen, Muskelkrämpfe, Schmerzen in den Beinen oder Armen[1, 2]Mehr dazu: RückenschmerzenMuskelschmerzen
  • Geschlechtsorgane und BrustBrustschmerzen oder Vergrößerung der Brüste; Veränderungen des Brustgewebes; fibrozystische Mastopathie (Zysten in den Brüsten, die anschwellen oder schmerzhaft werden können)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
  • Geschlechtsorgane und BrustEntzündung des Gebärmutterhalses, Polypen im Gebärmutterhals, Ausstülpung des Gebärmutterhalses (Ektropion)[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustVeränderungen des Blutungsverhaltens (z. B. starke, lange oder unregelmäßige Monatsblutungen oder ihr Ausbleiben), Beschwerden im Beckenbereich, prämenstruelles Syndrom, Gebärmutterkrampf[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • Geschlechtsorgane und BrustScheidenentzündung (durch Bakterien oder Pilze); Brennen, Geruch, Schmerzen, Beschwerden oder Trockenheit in der Scheide oder an den äußeren Geschlechtsteilen[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
  • HautHaarausfall, Ekzeme, Juckreiz, Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: HaarausfallHautausschlagJuckreiz
  • Gefäße und KreislaufHitzewallungen[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
  • HautNesselsucht[1, 2]Mehr dazu: Nesselsucht
  • Verletzungen und VergiftungenKomplikationen bei der Anwendung des Rings[2]
  • Allgemeine BeschwerdenFremdkörpergefühl[2]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Gefäße und KreislaufGesundheitsschädliche Blutgerinnsel in einer Vene oder Arterie, z. B. in einem Bein oder Fuß (tiefe Beinvenenthrombose), in der Lunge (Lungenembolie), Herzinfarkt, Schlaganfall, Mini-Schlaganfall (TIA) oder Blutgerinnsel in Leber, Magen/Darm, Nieren oder Auge[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
  • Geschlechtsorgane und BrustMilchige Absonderung aus der Brustdrüse (Galaktorrhö)[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Angioödem und Anaphylaxie; Verschlimmerung der Beschwerden eines erblichen oder erworbenen Angioödems[2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
  • HautGelblich-braune Pigmentflecken in der Haut, vorwiegend im Gesicht (Chloasma)[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
  • Geschlechtsorgane und BrustPenisbeschwerden beim Sexualpartner (wie Hautreizung, Hautausschlag, Juckreiz)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenDer Ring lässt sich ohne ärztliche Hilfe nicht entfernen, z. B. weil er an der Scheidenwand anhaftet (laut Fachinformation Gewebewucherung an der Einlagestelle)[1, 2]
  • Verletzungen und VergiftungenVerletzungen in der Scheide durch einen gebrochenen Ring[1, 2]
  • Gutartige und bösartige NeubildungenIn der Regel gutartiger Tumor des Gewebes, das Gehirn und Rückenmark umgibt (Meningeom)[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Einige Anzeichen eines Blutgerinnsels wie Husten oder Kurzatmigkeit können mit einer leichteren Erkrankung wie einem grippalen Infekt verwechselt werden; sind Sie unsicher, sprechen Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt [1]. Die Beschwerden eines Schlaganfalls können nur kurz anhalten und sich fast sofort zurückbilden; begeben Sie sich trotzdem dringend in ärztliche Behandlung, da Sie erneut einen Schlaganfall erleiden könnten [1]. Laut Fachinformation sollten Sie dem medizinischen Fachpersonal sagen, dass Sie ein kombiniertes hormonales Verhütungsmittel anwenden [2].

Meningeom: Die Anwendung von Etonogestrel wurde laut Packungsbeilage mit einem leicht erhöhten Risiko für Meningeome in Verbindung gebracht, in der Regel gutartige Tumoren des Gewebes, das Gehirn und Rückenmark umgibt. Das Risiko scheint bei längerer Anwendung und bei Frauen zu steigen, die zuvor Gestagene angewendet haben, die mit Meningeomen in Verbindung gebracht werden [1]. Laut Fachinformation wurde in einer Fall-Kontroll-Studie die derzeitige langfristige Anwendung (mindestens 1 Jahr) von Desogestrel mit einem leicht erhöhten Meningeomrisiko in Verbindung gebracht; da Desogestrel im Körper zu Etonogestrel umgewandelt wird, sind die Ergebnisse auch für den Ring von Bedeutung [2]. Bei welchen Anzeichen Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, zeigt der Kasten oben; wird ein Meningeom festgestellt, beendet die Ärztin oder der Arzt die Behandlung [1, 2]. Darüber informiert auch ein Rote-Hand-Brief vom 6. August 2026 [4].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Junge Frau Ende zwanzig sitzt mit einer Freundin auf einer Bank in einem sonnigen Stadtpark, beide unterhalten sich und lächeln
Bild: KI-generiert

Blutungen: Zwischen den normalen Monatsblutungen kommt es bei einigen Frauen zu unerwarteten Blutungen. Lassen Sie den Ring auf jeden Fall in der Scheide und setzen Sie die Anwendung wie gewohnt fort; dauern die Blutungen an, werden sie stärker oder wiederholen sie sich, suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1]. Bleibt die Monatsblutung zweimal hintereinander aus, besprechen Sie das sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; den nächsten Ring wenden Sie erst an, wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist [1]. Mehr dazu auf der Seite Zyklusstörungen.

Beschwerden in der Scheide: Scheideninfektionen, Juckreiz im Genitalbereich, Ausfluss und Unbehagen durch den Ring gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Spermizide und Mittel gegen Pilzinfektionen zur Anwendung in der Scheide beeinträchtigen die Verhütungswirkung laut Packungsbeilage nicht. Werden aber gleichzeitig andere Präparate in der Scheide angewendet, etwa Gleitmittel oder Arzneimittel zur Behandlung von Infektionen, kann der Ring brechen [1]. Laut Fachinformation gibt es keine Hinweise, dass die Behandlung einer Scheidenentzündung die Wirksamkeit des Rings beeinflusst [2].

Stimmung: Depressive Verstimmung ist häufig, Stimmungsänderungen und Stimmungsschwankungen sind gelegentlich [1, 2]. Depressionen können schwerwiegend sein und gelegentlich zu Selbsttötungsgedanken führen; lassen Sie sich bei Stimmungsschwankungen und depressiven Beschwerden so rasch wie möglich ärztlich beraten [1]. Mehr dazu auf der Seite Depression.

Ausgestoßener oder gebrochener Ring: Ob ein ausgestoßener Ring Sie noch schützt, hängt davon ab, wie lange er außerhalb der Scheide war und in welcher Anwendungswoche das passiert ist; einen gebrochenen Ring verwenden Sie nicht weiter. Wie Sie dann vorgehen und wann zusätzlich ein Kondom für den Mann nötig ist, beschreibt die Packungsbeilage [1]. Können Sie den Ring ertasten, aber nicht entfernen, suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1].

Wechselwirkungen

Informieren Sie stets Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welche anderen Arzneimittel oder pflanzlichen Präparate Sie einnehmen oder anwenden, und sagen Sie auch anderen Ärztinnen, Ärzten, Zahnärzten oder Ihrer Apotheke, dass Sie den Ring verwenden [1]. Einige Mittel gegen Epilepsie, Tuberkulose, HIV oder Hepatitis C sowie Johanniskraut können die empfängnisverhütende Wirkung herabsetzen; dann ist zusätzlich ein Kondom für den Mann nötig, bis zu 28 Tage nach dem Ende der Behandlung [1, 2]. Der Ring kann die Wirksamkeit von Ciclosporin und des Epilepsiemittels Lamotrigin beeinflussen [1]. Mehr dazu im Ratgeber Pille und Antibiotika.

Wechselwirkungen von Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring)
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Mittel gegen Epilepsie (z. B. Primidon, Phenytoin, Barbiturate, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat), Tuberkulose (z. B. Rifampicin), HIV (z. B. Ritonavir, Nelfinavir, Nevirapin, Efavirenz), Hepatitis C (z. B. Boceprevir, Telaprevir), Griseofulvin, Bosentan, JohanniskrautKönnen die Blutspiegel beeinflussen, die empfängnisverhütende Wirkung herabsetzen oder unerwartete Blutungen auslösen[1, 2]Zusätzlich ein Kondom für den Mann verwenden, während der Einnahme und bis zu 28 Tage danach
Ciclosporin; Lamotrigin (gegen Epilepsie)Der Ring kann deren Wirksamkeit beeinflussen; bei Lamotrigin könnten Anfälle häufiger werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Hepatitis-C-Mittel mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir, Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/VoxilaprevirAnstieg eines Leberwerts (ALT) möglich[1, 2]Nicht gemeinsam anwenden; die Ärztin oder der Arzt verschreibt vorher ein anderes Verhütungsmittel; zwei Wochen nach Ende der Behandlung kann der Ring wieder angewendet werden
Diaphragma, Zervixkappe oder Kondom für die FrauDer Ring kann die korrekte Einlage und Position dieser Barrieremethoden behindern[1]Nicht als zusätzliche Verhütung verwenden; ein Kondom für den Mann ist möglich
Andere Präparate in der Scheide wie Gleitmittel oder Mittel gegen InfektionenDer Ring kann brechen[1]Spermizide und Mittel gegen Pilzinfektionen in der Scheide beeinträchtigen die Verhütungswirkung laut Packungsbeilage nicht
LabortestsDer Ring kann das Ergebnis einiger Blut- und Urintests beeinflussen[1]Bei Tests das Fachpersonal über die Anwendung informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer den Vaginalring nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Trifft einer der Punkte unter "Nicht einnehmen bei" auf Sie zu, müssen Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitteilen; sie oder er bespricht dann mit Ihnen, welche andere Form der Empfängnisverhütung für Sie besser geeignet ist [1]. Tritt einer dieser Punkte erstmals während der Anwendung auf, entfernen Sie sofort den Ring, wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und verhüten bis zur Abklärung nicht hormonal [1]. Rauchen erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall; bei der Anwendung wird geraten, mit dem Rauchen aufzuhören [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Rauchen.

Nicht einnehmen bei

  • Blutgerinnsel in einem Blutgefäß der Beine (tiefe Beinvenenthrombose), der Lunge (Lungenembolie) oder eines anderen Organs, jetzt oder früher[1, 2]
  • Bekannte Störung der Blutgerinnung, z. B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-III-Mangel, Faktor-V-Leiden oder Antiphospholipid-Antikörper[1, 2]
  • Bevorstehende Operation oder längere Bettlägerigkeit[1, 2]
  • Herzinfarkt oder Schlaganfall, jemals; Angina pectoris oder vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns (TIA), jetzt oder früher[1, 2]
  • Krankheiten, die das Risiko für Blutgerinnsel in Arterien erhöhen: schwerer Diabetes mit Schädigung der Blutgefäße, sehr hoher Blutdruck, sehr hohe Blutfettwerte, Hyperhomocysteinämie[1, 2]
  • Migräne mit Aura, jetzt oder früher[1, 2]
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung mit hohen Blutfettwerten, jetzt oder früher[1, 2]
  • Schwere Lebererkrankung, solange die Leberfunktion eingeschränkt ist; gutartiger oder bösartiger Lebertumor, jetzt oder früher[1, 2]
  • Brustkrebs oder Krebs der Geschlechtsorgane, jetzt oder früher, oder Verdacht darauf[1, 2]
  • Meningeom (in der Regel gutartiger Tumor der Gewebeschicht, die Gehirn und Rückenmark umgibt), jetzt oder früher[1, 2]
  • Nicht abgeklärte Blutungen aus der Scheide[1, 2]
  • Allergie gegen Ethinylestradiol, Etonogestrel oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Hepatitis C und Einnahme von Arzneimitteln mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir, Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Rauchen: Es wird geraten, mit dem Rauchen aufzuhören. Wer nicht aufhören kann und älter als 35 Jahre ist, dem kann die Ärztin oder der Arzt zu einer anderen Verhütungsmethode raten; laut Fachinformation ist Frauen über 35 Jahren, die weiter rauchen, dringend eine andere Verhütungsmethode zu empfehlen[1, 2]
  • Weitere Risikofaktoren für Blutgerinnsel in Venen: starkes Übergewicht (BMI über 30), Blutgerinnsel bei nahen Angehörigen in jungen Jahren (unter 50), höheres Alter (insbesondere ab ungefähr 35 Jahren), Entbindung vor wenigen Wochen; Flugreisen über 4 Stunden können das Risiko vorübergehend erhöhen[1, 2]
  • Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall: Alter über 35 Jahre, Übergewicht, hoher Blutdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall bei nahen Angehörigen unter 50 Jahren, hohe Blutfettwerte, Migräne (besonders mit Aura), Herzklappenerkrankung oder Vorhofflimmern, Diabetes[1, 2]
  • Operation oder längere Bettlägerigkeit: Die Anwendung muss möglicherweise mehrere Wochen vorher beendet werden; laut Fachinformation ist es ratsam, sie bei einer geplanten Operation mindestens vier Wochen vorher zu unterbrechen und erst zwei Wochen nach vollständiger Mobilisierung wieder aufzunehmen[1, 2]
  • Meningeom: Laut Fachinformation wurde in einer Studie die derzeitige langfristige Anwendung (mindestens 1 Jahr) von Desogestrel mit einem leicht erhöhten Meningeomrisiko in Verbindung gebracht; das Risiko stieg mit längerer Behandlungsdauer. Da Desogestrel im Körper zu Etonogestrel umgewandelt wird, sind die Ergebnisse laut Fachinformation auch für den Ring von Bedeutung. Bei Frauen, die zuvor Gestagene mit erhöhtem Meningeomrisiko angewendet haben (laut Rote-Hand-Brief z. B. Cyproteron, Nomegestrol, Medroxyprogesteron und Chlormadinon), kann das Risiko höher sein; das sollte vor Beginn der Behandlung berücksichtigt werden. Anwenderinnen sollten auf Anzeichen und Symptome eines Meningeoms überwacht werden; die verfügbaren Daten deuten laut Fachinformation darauf hin, dass sich das Risiko nach dem Absetzen verringert[1, 2, 4]
  • Brustkrebs bei nahen Verwandten, Epilepsie, Leber- oder Gallenblasenerkrankung, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch-urämisches Syndrom, Sichelzellanämie, erhöhte Blutfettwerte (Hypertriglyceridämie), oberflächliche Venenentzündung, Krampfadern: die Ärztin oder den Arzt informieren[1, 2]
  • Diabetes: laut Fachinformation besonders in den ersten Monaten der Anwendung sorgfältig überwachen[2]
  • Chloasma (Schwangerschaftsflecken), jetzt oder früher: übermäßiges Sonnenlicht und UV-Strahlung meiden[1, 2]
  • Verstopfung, Gebärmuttervorfall oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: Die Anwendung kann schwierig sein; bei Verstopfung oder einem Gebärmuttervorfall kann der Ring versehentlich ausgestoßen werden[1, 2]
  • Kein Schutz vor HIV-Infektionen (AIDS) oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten[1, 2]
  • Jugendliche unter 18 Jahren: Sicherheit und Wirksamkeit wurden nicht untersucht[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

In der Schwangerschaft darf der Ring nicht angewendet werden; werden Sie während der Anwendung schwanger, entfernen Sie ihn und suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1]. In der Stillzeit wird die Anwendung üblicherweise nicht empfohlen [1]. Zum Thema Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Angaben; dass der Ring die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt, ist unwahrscheinlich [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und die Embryotox-Seite zu Verhütungspillen zum Einnehmen sagen [1, 2, 3].

Schwangerschaft

Der Ring darf in der Schwangerschaft und bei vermuteter Schwangerschaft nicht angewendet werden; werden Sie während der Anwendung schwanger, entfernen Sie den Ring und suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Laut Fachinformation fand sich in umfangreichen Untersuchungen weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bei Kindern von Müttern, die vor der Schwangerschaft kombinierte Pillen eingenommen hatten, noch eine fruchtschädigende Wirkung bei versehentlicher Einnahme in der Frühschwangerschaft; klinische Erfahrungen zur Anwendung eines solchen Rings während der Schwangerschaft liegen nicht vor.[1, 2]

Für Verhütungspillen zum Einnehmen ergaben laut Embryotox Studien mit mehreren tausend im ersten Schwangerschaftsdrittel exponierten Schwangeren keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; eine versehentliche Anwendung üblicher Kombinationspräparate bis in die Frühschwangerschaft erfordert laut Embryotox keine weiterführende Diagnostik.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Die Anwendung in der Stillzeit wird üblicherweise nicht empfohlen; wenn Sie in der Stillzeit den Ring anwenden möchten, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation können Estrogene die Menge der Muttermilch verringern und ihre Zusammensetzung verändern; Hinweise auf nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes liegen nicht vor.[1, 2]

Embryotox nennt reine Gestagenpräparate (Minipille) als Mittel der ersten Wahl für die Verhütung mit Tabletten in der Stillzeit; Kombinationspillen können laut Embryotox die Milchmenge verringern, die heute üblichen sehr niedrig dosierten Kombinationspräparate hält Embryotox aber ebenfalls für akzeptabel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass der Ring die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt.[1, 2]

Einnahme

Sie können den Ring selbst einlegen und entfernen: vorher die Hände waschen, den Ring zusammendrücken und in die Scheide schieben, bis er sich angenehm anfühlt; die genaue Lage ist nicht entscheidend. Prüfen Sie regelmäßig, ob der Ring noch in der Scheide ist, z. B. vor und nach dem Geschlechtsverkehr.[1, 2]

Ring zeitweise außerhalb der Scheide: War er weniger als drei Stunden draußen, schützt er noch, mit kaltem bis lauwarmem (nicht heißem) Wasser abspülen und sobald wie möglich wieder einlegen. War er in der ersten oder zweiten Anwendungswoche länger als drei Stunden draußen, schützt er möglicherweise nicht mehr: abspülen, sofort wieder einlegen, mindestens die nächsten sieben Tage ohne Unterbrechung tragen und in dieser Zeit bei Geschlechtsverkehr zusätzlich ein Kondom für den Mann verwenden; gab es in der ersten Anwendungswoche in den sieben Tagen davor Geschlechtsverkehr, die Ärztin oder den Arzt kontaktieren. War er in der dritten Woche länger als drei Stunden draußen, den Ring entsorgen und entweder sofort einen neuen einlegen oder, nur wenn der Ring die sieben Tage davor ununterbrochen lag, die Monatsblutung abwarten und spätestens sieben Tage nach dem Ausstoßen einen neuen einlegen. War er unbekannt lange draußen, vor einem neuen Ring einen Schwangerschaftstest machen und die Ärztin oder den Arzt fragen.[1]

Gebrochener Ring: nicht weiter verwenden, so bald wie möglich einen neuen einlegen und in den nächsten sieben Tagen zusätzlich ein Kondom für den Mann verwenden; gab es vor dem Bemerken Geschlechtsverkehr, die Ärztin oder den Arzt kontaktieren.[1]

Absetzen

Sie können die Anwendung jederzeit beenden; möchten Sie nicht schwanger werden, fragen Sie nach anderen Verhütungsmethoden. Bei Kinderwunsch sollten Sie eine normale Monatsblutung abwarten, bevor Sie versuchen, schwanger zu werden, das hilft, den Geburtstermin zu errechnen. Nach dem Beenden kehrt das Risiko für ein Blutgerinnsel in wenigen Wochen auf den Normalwert zurück.[1]

Überdosierung

Meldungen über schwerwiegende Auswirkungen einer Überdosierung liegen nicht vor. Haben Sie versehentlich mehr als einen Ring eingelegt, können Übelkeit, Erbrechen oder Zwischenblutungen auftreten; entfernen Sie die überzähligen Ringe und suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf, wenn die Beschwerden fortbestehen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage beschreibt das Anwendungsschema, den Beginn mit dem ersten Ring und das Vorgehen beim Wechsel von anderen Methoden oder bei Anwendungsfehlern [1]. Wenden Sie den Ring immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke an [1].

Anwendung und Absetzen

Sie können den Ring selbst einlegen und entfernen. Waschen Sie sich vorher die Hände, wählen Sie eine bequeme Haltung, drücken Sie den Ring zusammen und schieben Sie ihn in die Scheide, bis er sich angenehm anfühlt; wo genau er liegt, ist nicht wichtig [1]. Zum Entfernen haken Sie den Zeigefinger in den Ring ein oder fassen ihn mit zwei Fingern und ziehen ihn heraus. Den gebrauchten Ring entsorgen Sie im Beutel mit dem Hausmüll, nicht über die Toilette [1]. Tampons können Sie verwenden; legen Sie zuerst den Ring ein und achten Sie beim Entfernen des Tampons darauf, den Ring nicht mitzuziehen [1].

Diaphragma, Zervixkappe oder Kondom für die Frau dürfen Sie nicht als zusätzliche Verhütung verwenden, weil der Ring ihre korrekte Lage behindern kann; ein Kondom für den Mann ist möglich [1]. Sie können die Anwendung jederzeit beenden. Bei Kinderwunsch sollten Sie eine normale Monatsblutung abwarten, bevor Sie versuchen, schwanger zu werden; das hilft, den Geburtstermin zu errechnen [1]. Allgemeines zur Entsorgung finden Sie im Ratgeber Medikamente entsorgen.

Präparate mit Etonogestrel und Ethinylestradiol als Vaginalring

Vaginalringe mit diesen beiden Wirkstoffen gibt es von mehreren Herstellern. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von GinoRing, beide mit Stand August 2026 [1, 2].

Präparate mit Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring)
PräparatAnbieterHinweis
CircletOrganon Healthcare GmbHvaginales Freisetzungssystem 0,120 mg/0,015 mg pro 24 Stunden
GinoRingExeltis Germany GmbHverschreibungspflichtig; vaginales Wirkstofffreisetzungssystem 0,120 mg/0,015 mg pro 24 Stunden; Grundlage dieser Seite
NuvaRingOrganon Healthcare GmbHvaginales Wirkstofffreisetzungssystem 0,120 mg/0,015 mg pro 24 Stunden, auch mit Applikator

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation GinoRing 0,120 mg/0,015 mg pro 24 Stunden vaginales Wirkstofffreisetzungssystem. Exeltis Germany GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 16.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation GinoRing 0,120 mg/0,015 mg pro 24 Stunden vaginales Wirkstofffreisetzungssystem. Exeltis Germany GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 16.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Kontrazeptiva, orale. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu desogestrel- und etonogestrelhaltigen Arzneimitteln: Risiko eines Meningeoms und Maßnahmen zur Risikominimierung. Zulassungsinhaber desogestrel- und etonogestrelhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 06.08.2026. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Wie hoch ist das Thromboserisiko beim Vaginalring?

Von 10.000 Frauen, die weder schwanger sind noch ein kombiniertes hormonales Verhütungsmittel anwenden, erleiden ungefähr 2 im Jahr ein Blutgerinnsel in Bein oder Lunge. Bei Pillen mit Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat sind es ungefähr 5 bis 7, beim Ring ungefähr 6 bis 12 von 10.000 Frauen. Am größten ist das Risiko im ersten Jahr der erstmaligen Anwendung; erhöht sein kann es außerdem, wenn die Anwendung nach einer Pause von 4 oder mehr Wochen wieder aufgenommen wird. Es steigt mit starkem Übergewicht, zunehmendem Alter und weiteren Risikofaktoren.

Darf ich mit dem Vaginalring rauchen?

Rauchen erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Bei der Anwendung wird geraten, mit dem Rauchen aufzuhören; können Sie nicht aufhören und sind älter als 35 Jahre, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen zu einem anderen Verhütungsmittel raten. Laut Fachinformation ist Frauen über 35 Jahren, die weiter rauchen, dringend eine andere Verhütungsmethode zu empfehlen.

Was tun, wenn der Ring herausgefallen ist?

Ob der Ring Sie noch schützt, hängt davon ab, wie lange er außerhalb der Scheide war und in welcher Anwendungswoche das passiert ist. Davon hängt auch ab, ob Sie ihn mit kaltem bis lauwarmem (nicht heißem) Wasser abspülen und wieder einlegen oder einen neuen Ring nehmen und ob zusätzlich ein Kondom für den Mann nötig ist. Die genauen Schritte stehen in der Packungsbeilage; im Zweifel fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Bleibt der Ring beim Geschlechtsverkehr in der Scheide?

Der Ring bleibt während der Anwendungswochen ohne Unterbrechung in der Scheide. Prüfen Sie aber regelmäßig, zum Beispiel vor und nach dem Geschlechtsverkehr, ob er noch richtig liegt, denn er kann unter anderem beim Geschlechtsverkehr ausgestoßen werden. Gelegentlich kommt es beim Geschlechtsverkehr zu Schmerzen oder Blutungen, oder der Partner spürt den Ring.

Macht der Vaginalring dick?

Gewichtszunahme gehört zu den häufigen Nebenwirkungen und kann bis zu 1 von 10 Frauen betreffen; gelegentlich nimmt der Appetit zu. Wenn Sie stark zunehmen, teilen Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, denn Übergewicht erhöht das Risiko für Blutgerinnsel.

Darf ich den Ring in der Stillzeit verwenden?

Die Anwendung in der Stillzeit wird üblicherweise nicht empfohlen; möchten Sie den Ring trotzdem anwenden, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation können Estrogene die Milchmenge verringern und ihre Zusammensetzung verändern. Für die Verhütung mit Tabletten in der Stillzeit nennt Embryotox reine Gestagenpräparate (Minipille) als Mittel der ersten Wahl. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Ab wann schützt der Ring vor einer Schwangerschaft?

Das hängt davon ab, an welchem Zyklustag Sie den ersten Ring einlegen und ob und wie Sie vorher verhütet haben: In manchen Fällen wirkt der Ring sofort, in anderen ist in der ersten Zeit zusätzlich ein Kondom nötig, wenn Sie Geschlechtsverkehr haben. Die Angaben der Packungsbeilage für jede Ausgangslage stehen im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage.

Kann ich mit dem Ring meine Periode verschieben?

Laut Packungsbeilage können Sie den ersten Tag der Monatsblutung verschieben, indem Sie die ring-freie Zeit verkürzen, aber niemals verlängern. Sie können die Blutung auch verzögern, indem Sie die ring-freie Zeit auslassen und sofort einen neuen Ring einlegen; das entspricht allerdings nicht der empfohlenen Anwendung. Dabei können Schmier- oder Durchbruchblutungen auftreten; fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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