ImpfungenImpfung

Gelbfieber-Impfung: Nebenwirkungen und Reaktionen

Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Geimpften, nennt die Fachinformation des Gelbfieber-Impfstoffs Stamaril Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schwäche und Schmerzen an der Einstichstelle; Fieber ist dort bei Kleinkindern sehr häufig und in der Allgemeinpopulation häufig. Sehr selten sind schwere Erkrankungen von Gehirn und Nerven (YEL-AND) oder lebenswichtiger Organe (YEL-AVD), die tödlich verlaufen können. Bei Anzeichen wie hohem Fieber mit Kopfschmerzen und Verwirrtheit, Nackensteife, Krampfanfällen, Bewegungsunfähigkeit oder Taubheit in Teilen des Körpers, ungewöhnlichen Blutergüssen oder Atembeschwerden sollen Sie laut Packungsbeilage sofort medizinische Hilfe aufsuchen und erwähnen, dass Sie kürzlich Stamaril erhalten haben. Einen Verdacht auf eine Nebenwirkung können Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitteilen oder selbst über das Impfstoff-Meldeformular auf nebenwirkungen.bund.de melden.

Gepackter Koffer mit Strohhut, Sonnenbrille und hellen Leinenhemden auf einem Bett in einem hellen Zimmer
Bild: KI-generiert

Nach der Impfung gegen Gelbfieber mit Stamaril sind Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schwäche und Schmerzen an der Einstichstelle laut Fachinformation sehr häufig; Fieber ist bei Kleinkindern sehr häufig und in der Allgemeinpopulation häufig [1]. Die Nebenwirkungen traten laut Fachinformation in der Regel innerhalb der ersten drei Tage nach der Impfung auf, Fieber zwischen Tag 4 und Tag 14, und hielten normalerweise nicht länger als 3 Tage an [1]. Sehr selten nennt die Fachinformation schwere Erkrankungen von Gehirn und Nerven oder lebenswichtiger Organe, die tödlich verlaufen können [1]. Bei ihren Anzeichen sollen Sie laut Packungsbeilage sofort medizinische Hilfe aufsuchen und erwähnen, dass Sie kürzlich Stamaril erhalten haben [2]. Eine Übersicht aller Impfungen steht unter Impfungen.

Was die Impfung ist und wem die STIKO sie empfiehlt

Gelbfieber ist laut Packungsbeilage eine schwere Infektionskrankheit, die in bestimmten Gebieten der Welt vorkommt und durch den Stich infizierter Mücken übertragen wird [2], laut Auswärtigem Amt in tropischen und subtropischen Gebieten Südamerikas und Afrikas [12]. Stamaril ist ein Gelbfieber-Lebendimpfstoff mit lebenden, abgeschwächten (attenuierten) Gelbfieber-Viren des Stammes 17D-204, gezüchtet in Hühnerembryonen [1].

Angezeigt ist Stamaril laut Fachinformation für Personen, die in Gebiete mit einem aktuellen oder regelmäßig wiederkehrenden Risiko einer Gelbfieber-Übertragung reisen, diese passieren oder dort leben, die in Länder reisen, die bei der Einreise ein internationales Impfzertifikat verlangen, oder die mit möglicherweise infektiösem Material arbeiten, zum Beispiel im Labor [1]. Bei Kindern von 6 bis 9 Monaten wird die Impfung nicht empfohlen und darf nur unter besonderen Umständen und nach den jeweils gültigen offiziellen Impfempfehlungen erfolgen, unter 6 Monaten ist Stamaril kontraindiziert [1]. Personen ab 60 Jahren haben laut Fachinformation ein potenziell höheres Risiko für schwere und möglicherweise tödliche Gelbfieber-Impfstoff-assoziierte Erkrankungen; sie sollen nur geimpft werden, wenn ein signifikantes und unvermeidbares Risiko einer Gelbfieber-Infektion vorliegt [1].

Die Ständige Impfkommission (STIKO) schreibt in ihren Empfehlungen 2026 (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026): "Die Gelbfieber-Impfung mit dem attenuierten Lebendimpfstoff (Stamaril) wird bei Reisen in Gelbfieber-Endemiegebiete empfohlen." [3] In ihrer Tabelle 2 führt sie die Impfung als Reiseimpfung (Kategorie R) und als Impfung wegen eines beruflichen Risikos (Kategorie B) "bei gezielten Tätigkeiten mit Exposition zum Gelbfieber-Virus (z. B. in Forschungseinrichtungen oder Laboratorien)" [3]. Die Reiseimpfempfehlungen von STIKO und Deutscher Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG; Epidemiologisches Bulletin 27/2026 vom 02.07.2026) nennen die Impfung für "Personen ≥ 9 Monaten bei Reisen in Gelbfieber-Endemiegebiete" (≥ heißt ab) [4]. Geimpft wird laut STIKO "in einer von den Gesundheitsbehörden zugelassenen Gelbfieber-Impfstelle" [3].

Impfstoffe in Deutschland

In der Liste der zugelassenen Gelbfieber-Impfstoffe des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) steht als Impfstoff nur Stamaril, ohne Vermerk, dass er nicht vermarktet wird; die weiteren Einträge sind Parallelimporte desselben Impfstoffs [5].

Berücksichtigte Impfstoffe (Auswahl ohne Wertung, Stand Oktober 2026)
ImpfstoffArtzugelassen ab (Fachinformation)ZulassungsinhaberGrundlage
StamarilGelbfieber-Lebendimpfstoff (Gelbfieber-Virus, Stamm 17D-204, lebend, attenuiert)Säuglinge ab 9 Monaten, Kinder und Erwachsene; von 6 bis 9 Monaten nur unter besonderen Umständen, unter 6 Monaten kontraindiziert; ab 60 Jahren nur bei signifikantem und unvermeidbarem Risiko einer Gelbfieber-InfektionSanofi Winthrop Industrie, Frankreich (nationale Zulassung 178a/94)Fachinformation und Packungsbeilage, Stand 04/2025 [1, 2]

Maßgeblich ist die Packungsbeilage des Impfstoffs, mit dem Sie geimpft werden.

Impfreaktion oder Nebenwirkung?

Übliche Impfreaktionen sind für die STIKO vorübergehende Lokal- und Allgemeinreaktionen, "die als Ausdruck der Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff anzusehen sind" [3]. Nach ihren Kriterien gehören dazu für 1 bis 3 Tage (gelegentlich länger) Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Einstichstelle und für 1 bis 3 Tage Fieber unter 39,5 °C bei rektaler Messung, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Übelkeit, Unruhe und eine Schwellung der regionären Lymphknoten [3]. Bei abgeschwächten Lebendimpfstoffen zählt die STIKO außerdem im Sinne einer "Impfkrankheit" zu deutende Symptome 1 bis 3 Wochen nach der Impfung dazu; ihre Beispiele dafür stammen von anderen Lebendimpfstoffen [3].

Mehrere dieser Beschwerden nennt die Fachinformation von Stamaril als sehr häufig oder häufig, etwa Kopf- und Muskelschmerzen, Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle und Fieber; lokale und allgemeine Reaktionen waren in der Regel von leichter Intensität [1]. Fieber, Muskelschmerzen, Ermüdung, Kopfschmerzen und niedriger Blutdruck können laut Fachinformation aber auch erste Anzeichen der sehr seltenen YEL-AVD sein; Geimpfte sollen dann angewiesen werden, medizinische Hilfe aufzusuchen und die Gelbfieber-Impfung zu erwähnen [1].

"Alle anderen Impfreaktionen sollen gemeldet werden", schreibt die STIKO [3]. Namentlich zu melden ist nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz der Verdacht "einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung" [9]; diese Meldung an das Gesundheitsamt gehört laut STIKO zu den ärztlichen Aufgaben [3]. Unter welchen Voraussetzungen eine solche Schädigung durch eine Schutzimpfung zu Leistungen der Sozialen Entschädigung führt, regelt § 24 SGB XIV in Verbindung mit § 4 Abs. 1 SGB XIV [10].

Nebenwirkungen laut Fachinformation

Die Tabelle enthält alle Nebenwirkungen mit Häufigkeitsangabe aus der Fachinformation von Stamaril. Sie beruht auf klinischen Studien mit allen Altersgruppen und der weltweiten Beobachtung nach der Markteinführung; einige Nebenwirkungen gelten laut Fachinformation nur für Kinder und Jugendliche, bei Fieber und Erbrechen unterscheidet sie Kleinkinder und Allgemeinpopulation [1].

Stamaril (Gelbfieber-Lebendimpfstoff, alle Altersgruppen ab 9 Monaten)

Stamaril: Nebenwirkungen laut Fachinformation (Stand 04/2025), alle Altersgruppen, Angaben nur für Kinder gekennzeichnet
HäufigkeitNebenwirkungen
Sehr häufigKopfschmerzen; Muskelschmerzen (Myalgie); Schwäche (Asthenie); Schmerzen oder Druckschmerz an der Einstichstelle; nur bei Kindern und Jugendlichen: Reizbarkeit, Weinen, Appetitverlust und Benommenheit; bei Kleinkindern außerdem Fieber und Erbrechen [1]
HäufigFieber und Erbrechen (in der Allgemeinpopulation; bei Kleinkindern sehr häufig); Übelkeit; Hautausschlag; Gelenkschmerzen (Arthralgie); Rötung, Bluterguss (Hämatom), Verhärtung und Schwellung an der Einstichstelle [1]
GelegentlichSchwindelgefühl; Bauchschmerzen; Juckreiz (Pruritus); Pickel (Papel) an der Einstichstelle [1, 2]
SeltenLaufende, verstopfte oder juckende Nase (Rhinitis); Durchfall [1, 2]
Sehr seltenGelbfieber-Impfstoff-assoziierte viszerotrope Erkrankung (YEL-AVD), die lebenswichtige Organe betrifft; Gelbfieber-Impfstoff-assoziierte neurotrope Erkrankung (YEL-AND), die Gehirn und Nerven betrifft; Krampfanfall; aseptische Meningitis (Hirnhautentzündung) [1, 2]
Nicht bekanntLymphknotenschwellung (Lymphadenopathie); anaphylaktoide Reaktion einschließlich Angioödem (Schwellung zum Beispiel von Gesicht, Lippen oder Zunge); Taubheitsgefühl oder Kribbeln (Parästhesie); Nesselsucht (Urtikaria); grippeähnliche Erkrankung [1, 2]

Diese Häufigkeiten gelten nur für Stamaril (alle Altersgruppen ab 9 Monaten; Angaben für Kinder wie in der Tabelle gekennzeichnet).

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde nach der Impfung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass die Impfung sie verursacht hat.

Die Packungsbeilage bezieht die Klassen auf Behandelte, also auf geimpfte Personen: sehr häufig heißt mehr als 1 von 10 Geimpften, häufig bis zu 1 von 10, gelegentlich bis zu 1 von 100, selten bis zu 1 von 1.000 [2]. Sehr selten heißt laut Fachinformation weniger als 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" ist die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar [1]. Umrechnen können Sie mit dem Werkzeug Häufigkeit übersetzen.

Mehr zu Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit, Gelenkschmerzen, Hautausschlag, Schwindel, Durchfall und Appetitlosigkeit als Nebenwirkung von Medikamenten; die Tabellen dort zeigen keine Impfstoffe.

Seltene und schwere Nebenwirkungen

YEL-AND (Gehirn und Nerven): Sehr selten wurde laut Fachinformation über Fälle von YEL-AND mit Folgeschäden oder in Einzelfällen mit tödlichem Ausgang berichtet; die meisten traten innerhalb von 30 Tagen nach der Erstimpfung auf [1]. YEL-AND kann sich als Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) zeigen, die gewöhnlich mit hohem Fieber und Kopfschmerzen beginnt und unter anderem zu Verwirrtheit, Persönlichkeitsveränderung oder Krampfanfällen fortschreiten kann, oder die Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark betreffen, zum Beispiel als Guillain-Barré-Syndrom mit beidseitiger Schwäche der Gliedmaßen [1].

YEL-AVD (lebenswichtige Organe): Über Fälle von YEL-AVD mit einem ähnlich fulminanten Verlauf wie nach einer Infektion mit dem Wildvirus wurde laut Fachinformation (Abschnitt 4.4) ebenfalls sehr selten berichtet; die Letalitätsrate betrug etwa 60 Prozent, die meisten Fälle traten innerhalb von 10 Tagen nach der Erstimpfung auf [1]. Nach den unspezifischen ersten Zeichen kann es potenziell schnell zu einer Leberfunktionsstörung mit Gelbsucht (Ikterus), einem Zerfall von Muskelzellen, einem Mangel an Blutplättchen, akutem Atemversagen und Nierenversagen kommen [1].

Als potenzielle Risikofaktoren nennt die Fachinformation ein Lebensalter über 60 Jahre (YEL-AVD und YEL-AND), ein Alter unter 9 Monaten einschließlich Säuglingen, die dem Impfstoff über die Muttermilch ausgesetzt werden (YEL-AND), eine angeborene oder erworbene Immunschwäche (schwerwiegende Nebenwirkungen einschließlich YEL-AND) sowie Erkrankungen oder Entfernung der Thymusdrüse (YEL-AVD); Fälle wurden aber auch bei Personen ohne erkennbare Risikofaktoren gemeldet [1]. Laut den Reiseimpfempfehlungen von STIKO und DTG besteht das Risiko fast ausschließlich bei der Erstimpfung; in sehr seltenen Fällen kann eine YEL-AND auch nach einer Auffrischimpfung auftreten [4]. Sanofi-Aventis Deutschland, der örtliche Vertreter des Zulassungsinhabers, hat Ärztinnen und Ärzte in einem Informationsbrief vom 06.04.2021 auf die Abwägung von Nutzen und Risiko im Einzelfall hingewiesen, besonders bei Kindern unter 9 Monaten, Personen ab 60 Jahren, Schwangeren und Stillenden [6].

Allergische Reaktionen: Schwere Überempfindlichkeit und anaphylaktische Reaktionen wurden laut Fachinformation nach der Markteinführung berichtet; für den Fall einer Anaphylaxie sollen geeignete medizinische Behandlungs- und Überwachungsmöglichkeiten unmittelbar zur Verfügung stehen [1]. Mehr zu allergischen Reaktionen auf Arzneimittel: Arzneimittelallergie.

Ohnmacht: Nach oder sogar vor einer Impfung kann es laut Fachinformation als psychogene Reaktion auf die Injektion zu einer Ohnmacht (Synkope) kommen [1]. Sind Sie oder Ihr Kind bei einer früheren Injektion ohnmächtig geworden, sagen Sie das laut Packungsbeilage vorher [2].

Was Sie nach der Impfung tun können

Mann Mitte fünfzig mit kurzem grauem Haar in petrolfarbenem T-Shirt sitzt mit hochgekrempeltem Ärmel und kleinem runden Pflaster am Oberarm in einem hellen Wartezimmer mit Pflanzen
Bild: KI-generiert

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das medizinische Fachpersonal und teilen mit, dass Sie eine Gelbfieber-Impfung erhalten haben; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen [2]. Beschwerden, Beginn und Dauer können Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch festhalten.

Stamaril kann laut Packungsbeilage zu falsch positiven Ergebnissen von Bluttests auf Dengue-Fieber oder Japanische Enzephalitis führen; werden Ihnen später solche Tests verordnet, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über die Impfung [2]. Für Blutspenden gilt nach der Gelbfieber-Impfung laut den Reiseimpfempfehlungen von STIKO und DTG eine Rückstellfrist von 4 Wochen [4].

Verdacht melden: Für Nebenwirkungen eines Impfstoffs gibt es auf nebenwirkungen.bund.de ein eigenes Impfstoff-Meldeformular; die Meldung geht direkt an die zuständigen Bundesoberbehörden, das Paul-Ehrlich-Institut oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte [7]. Die Meldung sollte unter anderem die Bezeichnung des Impfstoffs und seine Chargenbezeichnung enthalten [7]; beide müssen laut Fachinformation eindeutig dokumentiert werden [1]. Ärztinnen und Ärzte melden den Verdacht einer Impfkomplikation zusätzlich dem Gesundheitsamt [3, 9]. Wie die Meldung abläuft, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wer nicht oder erst später geimpft werden sollte

Stamaril darf laut Packungsbeilage nicht angewendet werden bei [1, 2]:

  • Allergie gegen den Wirkstoff, einen der sonstigen Bestandteile, Eier oder Hühnereiweiß
  • schwerer allergischer Reaktion nach einer früheren Impfung mit einem Gelbfieber-Impfstoff
  • Kindern unter 6 Monaten
  • angeborener oder erworbener Schwäche der Immunabwehr, auch durch Behandlungen wie hoch dosierte systemische Kortikosteroide, andere Arzneimittel einschließlich Biologika mit bekannten immunsuppressiven Eigenschaften, Bestrahlung oder Zytostatika
  • Erkrankungen der Thymusdrüse in der Vorgeschichte (laut Fachinformation einschließlich Myasthenia gravis und Thymom) oder nach operativer Entfernung der Thymusdrüse
  • einer HIV-Infektion mit merklichen Symptomen oder ohne Symptome bei nachgewiesen verminderter Immunfunktion (mehr zu HIV)
  • mäßigen oder schweren fieberhaften Erkrankungen oder akuten Erkrankungen; die Impfung wird dann laut Packungsbeilage verschoben, bis Sie oder Ihr Kind wieder gesund sind

Vor der Impfung ist es laut Packungsbeilage "wichtig, dass Sie eine Risikoabschätzung mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal durchführen, um festzustellen, ob Sie den Impfstoff erhalten sollten", unter anderem wenn Sie älter als 60 Jahre sind, Ihr Kind unter 9 Monate alt ist oder eine HIV-Infektion ohne merkliche Symptome besteht [2]. Bei einer Blutgerinnungsstörung wie Hämophilie oder einer niedrigen Blutplättchenzahl und unter gerinnungshemmenden Arzneimitteln kann Stamaril laut Packungsbeilage gegeben werden, wenn der Impfstoff unter die Haut und nicht in den Muskel gespritzt wird [2]. Die Verschlusskappe der Fertigspritze enthält ein Naturkautschuk-Latex-Derivat; haben Sie gegenüber Latex allergisch reagiert, sagen Sie das laut Packungsbeilage vor der Impfung [2].

Wer nach dem Genuss von Hühnereiweiß innerhalb kurzer Zeit mit anaphylaktischen Symptomen (z. B. Angioödem, Atembeschwerden oder Kreislaufkollaps) reagiert, sollte laut STIKO nicht mit Impfstoffen geimpft werden, die in bebrüteten Hühnereiern gezüchtet wurden, darunter Gelbfieber-Impfstoffe [3]. Bei einer klinisch relevanten Hühnereiweiß-Allergie sollte die Indikation zur Gelbfieber-Impfung laut STIKO und DTG sorgfältig geprüft werden; sind nach einer Gelbfieber-Impfung bei Verwandten ersten Grades schwere unerwünschte Wirkungen aufgetreten, sollte die Impfung nicht erfolgen [4].

Andere Medikamente und Impfungen

Unter immunsuppressiven Therapien wie den oben genannten darf Stamaril laut Fachinformation nicht gegeben werden; besteht Unklarheit über den Grad der Immunsuppression, sollte die Impfung aufgeschoben und der Rat eines Experten eingeholt werden [1]. Zu den falschen Kontraindikationen zählt die STIKO allgemein "Behandlungen mit niedrigen Dosen von Kortikosteroiden oder lokal angewendeten steroidhaltigen Präparaten" [3]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Was die Packungsbeilagen einzelner Mittel zu Lebendimpfstoffen sagen, steht auf den Wirkstoffseiten, zum Beispiel Prednisolon, Methotrexat, Azathioprin und Adalimumab.

Schwangerschaft und Stillzeit

Mit Stamaril wurden laut Fachinformation keine tierexperimentellen Studien zu Entwicklung und Fortpflanzung durchgeführt, das potenzielle Risiko für den Menschen ist unbekannt; Daten über eine begrenzte Anzahl exponierter Schwangerer lassen nicht auf negative Auswirkungen auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fetus oder Neugeborenen schließen [1]. Weil es ein attenuierter Lebendimpfstoff ist, soll Stamaril laut Fachinformation dennoch nicht während der Schwangerschaft gegeben werden, außer bei eindeutiger Indikation und nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung; eine Schwangerschaft soll nach der Impfung für einen Monat vermieden werden [1].

Stillenden darf Stamaril laut Fachinformation nicht gegeben werden, es sei denn, die Impfung ist eindeutig indiziert, etwa während eines Ausbruchs, und der potenzielle Nutzen für die Mutter überwiegt die potenziellen Risiken, auch die für das gestillte Kind; ist eine Impfung erforderlich, wird empfohlen, das Stillen für mindestens 2 Wochen nach der Impfung zu unterbrechen [1]. Es gibt laut Fachinformation sehr wenige Berichte, die auf eine Übertragung des Impfvirus von stillenden Müttern auf den Säugling hindeuten; die Säuglinge können danach eine YEL-AND entwickeln, von der sie sich wieder erholen [1].

Die STIKO schreibt (Epidemiologisches Bulletin 4/2026): "Eine Impfung mit dem Lebendimpfstoff gegen Gelbfieber darf in der Schwangerschaft nur bei eindeutiger Indikation und nur nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung verabreicht werden." [3] Allgemein gilt laut STIKO: "Nach einer Impfung mit einem Lebendimpfstoff sollte eine Schwangerschaft für einen Monat vermieden werden. Ist eine versehentliche Impfung mit einem Lebendimpfstoff in der Frühgravidität erfolgt, stellt dies jedoch keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch dar." [3] Bei Stillenden von Säuglingen unter 6 Monaten ist die Gelbfieber-Impfung laut STIKO kontraindiziert [3]. Bei Säuglingen von 6 bis unter 9 Monaten ist laut STIKO und DTG "eine Impfung der Mutter nach sorgfältiger Risikoabwägung für das Kind (Reiseunvermeidbarkeit) möglich" [4].

Embryotox, das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité, ordnet Impfstoffe in der Schwangerschaft grau ein ("Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt"); Impfungen mit Lebendimpfstoffen gelten dort in der Schwangerschaft als kontraindiziert [8]. Zur Stillzeit schreibt Embryotox: "Die üblichen, in Deutschland empfohlenen und verwendeten Impfstoffe können auch stillenden Müttern verabreicht werden und erfordern keine Einschränkung des Stillens. Ausnahmen bestehen bei der Gelbfieber- und Dengue-Impfung." [8] Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Impfschema laut STIKO und Fachinformation

Hier stehen die Angaben der STIKO und der Fachinformation, keine Impfempfehlung. Wann und wie oft Sie geimpft werden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Impfschema: Angaben der STIKO und der Fachinformation
PersonengruppeAngabe der STIKO (wörtlich)Angabe der Fachinformation (wörtlich)
Erstimpfung (Reisende ab 9 Monaten)"Die Immunisierung gegen Gelbfieber mit dem attenuierten Lebendimpfstoff Stamaril erfolgt mit einer Impfstoffdosis; bei Erstgabe mindestens 10 Tage vor Einreise in ein Endemiegebiet." (Reiseimpfempfehlungen von STIKO und DTG, Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Abschnitt 5.5.6, S. 46) [4]"Der Impfstoff soll mindestens 10 Tage vor Einreise in ein Endemiegebiet verabreicht werden, da vor Ablauf dieser Zeit möglicherweise kein ausreichender Impfschutz aufgebaut wird." Erwachsene und Kinder ab einem Alter von 9 Monaten: "eine Einzeldosis (…) des rekonstituierten Impfstoffs." (Abschnitt 4.2) [1]
Auffrischimpfung (Reisen, Kategorie R)"Vor erneuter oder bei fortgesetzter Exposition sollte einmalig eine Auffrischimpfung erfolgen, sofern 10 oder mehr Jahre seit der Erstimpfung vergangen sind. Nach erfolgter 2. Impfstoffdosis sind keine weiteren Auffrischimpfungen notwendig." (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Tabelle 2, S. 12) [3]Die Auffrischimpfung kann "bei Personen mit einer ungenügenden Immunantwort auf die Erstimpfung erforderlich sein, wenn weiterhin die Gefahr einer Gelbfieber-Virus-Infektion besteht. Eine Auffrischimpfung kann zudem je nach den offiziellen Impfempfehlungen der örtlichen Gesundheitsbehörden notwendig sein." (Abschnitt 4.2) [1]
Berufliche Exposition (Kategorie B)"Bei erneuter oder fortgesetzter Exposition sollte einmalig eine Auffrischimpfung erfolgen, sofern 10 Jahre oder mehr seit der Erstimpfung vergangen sind (max. 2 Impfstoffdosen)." (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Tabelle 2, S. 12) [3]Keine eigene Angabe
Schwangere"Bei 1. Impfstoffdosis in der Schwangerschaft vor erneuter oder bei fortgesetzter Exposition 2. Impfstoffdosis, unabhängig vom Abstand zur Erstimpfung (max. 2 Impfstoffdosen)." (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Tabelle 2, S. 12) [3]Keine eigene Angabe
Personen mit Immundefizienz"Wenn bei der 1. Impfstoffdosis eine Immundefizienz bestand, soll bei fehlender Kontraindikation vor erneuter Exposition eine 2. Impfstoffdosis gegeben werden, unabhängig vom Abstand zur Erstimpfung." (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Tabelle 2, S. 12) [3]"Wenn die Immunsuppression nur vorübergehend ist, soll die Impfung verschoben werden, bis sich die Immunfunktion wieder erholt hat. Bei Patienten, die systemische Kortikosteroide über einen Zeitraum von 14 Tagen oder länger erhalten haben, ist es ratsam, die Impfung bis mindestens einen Monat nach Behandlungsende zu verschieben." (Abschnitt 4.4) [1]
Kinder (erste Impfung vor dem 2. Geburtstag)"Bei 1. Impfstoffdosis vor dem 2. Geburtstag soll vor erneuter oder bei fortgesetzter Exposition eine 2. Gelbfieber-Impfstoffdosis verabreicht werden, sofern seit der Erstimpfung 5 oder mehr Jahre vergangen sind." (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Tabelle 2, S. 12) [3]Keine eigene Angabe
Abstand zu anderen Lebendimpfungen"Zu anderen Lebendimpfungen sollte ein mindestens 4-wöchiger Abstand eingehalten werden. Eine gleichzeitige Gabe von Gelbfieber- und anderen Lebendimpfstoffen ist möglich, auch wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass bei einer Ko-Administration Impfantworten auf einzelne Antigene abgeschwächt werden können." (Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Abschnitt 5.5.6, S. 46) [4]"STAMARIL kann zeitgleich mit Masern-Impfstoff verabreicht werden, wenn dies den offiziellen Empfehlungen entspricht." (Abschnitt 4.5) [1]
Internationale Impfbescheinigung"Für das internationale Zertifikat ist die Verabreichung einer Impfstoffdosis ausreichend. Das Zertifikat ist lebenslang gültig. Dies betrifft bereits ausgestellte und neue Gelbfieber-Impfzertifikate." (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Tabelle 2, S. 12) [3]"Der Gültigkeitszeitraum dieses Impfzertifikats wird entsprechend den Empfehlungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) festgesetzt und beginnt 10 Tage nach der Erstimpfung und sofort nach einer Auffrischimpfung (…)." (Abschnitt 4.1) "In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der WHO und den Internationalen Gesundheitsvorschriften erstreckt sich die Gültigkeit eines Impfzertifikats gegen Gelbfieber auf die Lebenszeit der geimpften Person." (Abschnitt 4.2) [1]

Impfung vor Reisen

Als Reiseimpfung (Kategorie R) steht in Tabelle 2 der STIKO: "Eine Liste der Länder mit der Gefahr einer Gelbfieber-Übertragung und der Länder, die bei Einreise den Nachweis einer Gelbfieber-Impfung fordern, stellt die WHO zur Verfügung (www.who.int/health-topics/yellow-fever). Weitere Informationen s. Reiseimpfempfehlungen der STIKO und der DTG" [3]. Allgemein schreibt die STIKO: "Die Empfehlung über Art und zeitliche Reihenfolge der Impfungen gehört zu den ärztlichen Aufgaben und ist im Einzelfall unter Abwägung der Indikation und gegebenenfalls bestehender Kontraindikationen zu treffen." [3] Wie lange vor der Reise geimpft wird, steht im Abschnitt Impfschema.

Einreise: Die STIKO schreibt: "Bei einigen Ländern besteht bei Einreise eine Nachweispflicht der Gelbfieber-Impfung. Andere Länder fordern den Nachweis nur bei Einreise aus gelbfieberendemischen Ländern oder nach Flughafentransit von mehr als 12 h in einem gelbfieberendemischen Land. Die Nachweispflicht gilt jedoch in der Regel nicht für Säuglinge < 9 Monaten." [3] Ob eine Impfung vorgeschrieben ist, können Sie laut Auswärtigem Amt bei der WHO oder im Reise- und Sicherheitshinweis Ihres Reiselandes nachlesen [12]. Weil sich die Anforderungen jederzeit ändern können, rät der Informationsbrief von Sanofi-Aventis Deutschland Reisenden, sich beim Konsulat oder der Botschaft des Reiselandes zu erkundigen [6].

Impfstelle und Bescheinigung: "Schutzimpfungen gegen Gelbfieber dürfen nur in Impfstellen durchgeführt werden, die von der zuständigen Behörde für die Impfung gegen Gelbfieber zugelassen sind (spezielle Gelbfieber-Impfstellen)", bestimmt § 7 Abs. 1 Satz 1 IGV-Durchführungsgesetz; nach Absatz 3 ist über die Impfung "die internationale Impf- oder Prophylaxebescheinigung nach dem Muster in Anlage 6 IGV auszustellen" [11]. Bei medizinischer Kontraindikation oder nur formaler Indikation ohne Infektionsrisiko kann eine Gelbfieber-Impfstelle laut STIKO und DTG in Ausnahmefällen statt des Impfnachweises eine Impfbefreiung ausstellen; Länder mit Nachweispflicht sind zur Anerkennung dieser Impfbefreiung nicht verpflichtet [4].

Unabhängig von der Impfung halten STIKO und DTG es für unverzichtbar, alle Reisenden auf eine bestmögliche Expositionsprophylaxe hinzuweisen [4]; laut Auswärtigem Amt kann die Erkrankung durch die konsequente Vermeidung von Mückenstichen vermieden werden [12]. Mehr zu anderen Reiseimpfungen: Dengue, Hepatitis A und Tollwut; eine weitere durch Mücken übertragene Krankheit ist Malaria.

Was beim Mitnehmen von Medikamenten zu beachten ist, erklären die Ratgeber Medikamente ins Ausland und Reiseapotheke; Ihre persönliche Liste stellen Sie mit der Reise-Checkliste Medikamente zusammen.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Als Zeichen schwerwiegender Nebenwirkungen nennt die Packungsbeilage allergische Reaktionen (Ausschlag, Jucken oder Quaddeln, Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder anderen Körperteilen, Schluck- oder Atembeschwerden, Bewusstlosigkeit), Beschwerden an Gehirn und Nerven innerhalb eines Monats nach der Impfung (unter anderem hohes Fieber mit Kopfschmerzen und Verwirrtheit, extreme Müdigkeit, Nackensteife, Krampfanfälle, Bewegungsunfähigkeit oder Taubheit in Teilen des Körpers, Persönlichkeitsveränderung) und Beschwerden lebenswichtiger Organe, in der Regel innerhalb von 10 Tagen (zuerst im Allgemeinen Müdigkeitsgefühl, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und manchmal Blutdruckabfall, später zum Beispiel ungewöhnliche Blutergüsse oder Blutungen) [2]. Dazu schreibt sie: "Sollten Sie EINES dieser oben genannten Anzeichen nach der Impfung bei sich bzw. Ihrem Kind beobachten, suchen Sie SOFORT medizinische Hilfe auf und erwähnen Sie, dass Sie kürzlich STAMARIL erhalten haben." [2]

Quellen

  1. Fachinformation Fachinformation STAMARIL Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension in einer Fertigspritze, Gelbfieber-Lebendimpfstoff, Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8 und 5.1. Sanofi Winthrop Industrie (Zulassungsinhaber), Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 04/2025. abgerufen am 21.10.2026
  2. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation STAMARIL Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension in einer Fertigspritze, Abschnitte 1 bis 4. Sanofi Winthrop Industrie (Pharmazeutischer Unternehmer), Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand überarbeitet 04/2025. abgerufen am 21.10.2026
  3. Behörde Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026 (Epid Bull 2026;4:1-79, DOI 10.25646/13636.6): S. 9, Tabelle 2 (S. 12), Kapitel 3 (S. 22 f.), 4.7 (S. 42 f.), 4.8 (S. 45), 4.10 (S. 46 f.), Tabelle 12 (S. 69 f.); Lizenz CC BY 4.0. Ständige Impfkommission (STIKO), Robert Koch-Institut. Stand 22.01.2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026. abgerufen am 21.10.2026
  4. Behörde Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) zu Reiseimpfungen, Epidemiologisches Bulletin 27/2026 (Epid Bull 2026;27:1-112, DOI 10.25646/14248): S. 4, 10, 20, Abschnitt 5.5 (S. 44 bis 47); Lizenz CC BY 4.0. Ständige Impfkommission (STIKO), Robert Koch-Institut, und DTG. Stand 02.07.2026. abgerufen am 21.10.2026
  5. Behörde Gelbfieber-Impfstoffe (Liste der zugelassenen Impfstoffe, Stand: PEI-Bekanntmachung Nr. 544 im BAnz AT 12.08.2026 B6). Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Stand 13.08.2026 (aktualisiert). abgerufen am 21.10.2026
  6. Information an das medizinische Fachpersonal über STAMARIL: Sicherstellung des individuellen Nutzen-Risiko-Verhältnisses (Informationsbrief). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 06.04.2021. abgerufen am 19.10.2026
  7. Behörde Nebenwirkungen melden: Startseite (Impfstoff-Meldeformular; Welche Angaben sollte ich machen?). Paul-Ehrlich-Institut und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, nebenwirkungen.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 19.10.2026
  8. Embryotox Embryotox: Impfstoffe (Schwangerschaft und Stillzeit). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 19.10.2026
  9. Behörde § 6 Infektionsschutzgesetz (IfSG): Meldepflichtige Krankheiten (Absatz 1 Satz 1 Nummer 3). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand IfSG zuletzt geändert durch Art. 3 Abs. 1 G v. 04.03.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 60); Änderung durch Art. 7 G v. 26.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 195) textlich nachgewiesen. abgerufen am 19.10.2026
  10. Behörde § 24 SGB XIV: Geschädigte durch Schutzimpfungen oder andere Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand SGB XIV zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 17.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 179). abgerufen am 19.10.2026
  11. Behörde § 7 Gesetz zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV-Durchführungsgesetz, IGV-DG): Spezielle Gelbfieber-Impfstellen (Absatz 1 Satz 1, Absatz 3). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand IGV-DG zuletzt geändert durch Art. 2 G v. 28.05.2021 (BGBl. I S. 1174). abgerufen am 21.10.2026
  12. Behörde Gelbfieber (Reisen und Gesundheit, Abschnitte Verbreitung, Prävention, Impfung). Auswärtiges Amt. Stand 06.06.2023. abgerufen am 19.10.2026
  13. Behörde Medikamentenallergie (Abschnitte Symptome und Behandlung). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 14.03.2024. abgerufen am 19.10.2026
  14. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 19.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat die Gelbfieber-Impfung?

Laut Fachinformation von Stamaril sind Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schwäche und Schmerzen an der Einstichstelle sehr häufig. Häufig sind unter anderem Übelkeit, Hautausschlag, Gelenkschmerzen sowie Rötung, Bluterguss, Verhärtung und Schwellung an der Einstichstelle; Fieber und Erbrechen sind bei Kleinkindern sehr häufig und in der Allgemeinpopulation häufig. Sehr selten sind schwere Erkrankungen von Gehirn und Nerven (YEL-AND) oder lebenswichtiger Organe (YEL-AVD). Alle Nebenwirkungen mit Häufigkeit stehen im Abschnitt Nebenwirkungen laut Fachinformation.

Wann treten die Nebenwirkungen auf und wie lange dauern sie?

Laut Fachinformation von Stamaril traten die Nebenwirkungen in der Regel innerhalb der ersten drei Tage nach der Impfung auf, mit Ausnahme von Fieber, das zwischen Tag 4 und Tag 14 auftrat. Diese Reaktionen hielten normalerweise nicht länger als 3 Tage an. Die meisten Fälle von YEL-AND wurden innerhalb von 30 Tagen nach der Erstimpfung beobachtet, die meisten Fälle von YEL-AVD innerhalb von 10 Tagen.

Ist Fieber nach der Gelbfieber-Impfung normal?

Fieber nennt die Fachinformation von Stamaril bei Kleinkindern als sehr häufig und in der Allgemeinpopulation als häufig; es trat zwischen Tag 4 und Tag 14 nach der Impfung auf. Zu den üblichen Impfreaktionen zählt die STIKO (Epidemiologisches Bulletin 4/2026) Fieber unter 39,5 °C bei rektaler Messung für 1 bis 3 Tage. Fieber kann laut Fachinformation aber auch ein erstes, unspezifisches Zeichen der sehr seltenen YEL-AVD sein, zusammen mit Muskelschmerzen, Ermüdung, Kopfschmerzen oder niedrigem Blutdruck. Geimpfte sollen laut Fachinformation angewiesen werden, bei solchen Symptomen medizinische Hilfe aufzusuchen und mitzuteilen, dass sie eine Gelbfieber-Impfung erhalten haben.

Kann ich mich ab 60 Jahren gegen Gelbfieber impfen lassen?

Laut Fachinformation von Stamaril besteht bei Personen ab 60 Jahren ein potenziell höheres Risiko für schwere und möglicherweise tödliche Gelbfieber-Impfstoff-assoziierte Erkrankungen. Sie sollen deshalb nur geimpft werden, wenn ein signifikantes und unvermeidbares Risiko einer Gelbfieber-Infektion vorliegt, etwa bei Reisen in Gebiete mit aktuellem oder regelmäßig wiederkehrendem Übertragungsrisiko. Laut den Reiseimpfempfehlungen von STIKO und DTG (Epidemiologisches Bulletin 27/2026) soll die Impfentscheidung unter sorgfältiger Abwägung unter anderem der Grunderkrankungen, der Medikamente und Behandlungen und der geplanten Reiseroute getroffen werden.

Darf ich in der Schwangerschaft oder Stillzeit gegen Gelbfieber geimpft werden?

Laut Fachinformation soll Stamaril als abgeschwächter Lebendimpfstoff nicht während der Schwangerschaft gegeben werden, außer bei eindeutiger Indikation und nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung; nach der Impfung soll eine Schwangerschaft für einen Monat vermieden werden. Stillenden darf Stamaril laut Fachinformation nur gegeben werden, wenn es eindeutig indiziert ist, etwa während eines Ausbruchs; dann wird empfohlen, das Stillen für mindestens 2 Wochen zu unterbrechen. Bei Stillenden von Säuglingen unter 6 Monaten ist die Gelbfieber-Impfung laut STIKO (Epidemiologisches Bulletin 4/2026) kontraindiziert. Mehr im Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit.

Wo bekomme ich die Gelbfieber-Impfung und die Impfbescheinigung?

Schutzimpfungen gegen Gelbfieber dürfen laut § 7 IGV-Durchführungsgesetz nur in Impfstellen durchgeführt werden, die von der zuständigen Behörde dafür zugelassen sind. Über die Impfung ist die internationale Impf- oder Prophylaxebescheinigung nach dem Muster der Internationalen Gesundheitsvorschriften auszustellen. Ab wann und wie lange die Bescheinigung gilt, steht im Abschnitt Impfschema laut STIKO und Fachinformation.

Kann ich mit einer Hühnereiweißallergie gegen Gelbfieber geimpft werden?

Stamaril wird laut Fachinformation in Hühnerembryonen gezüchtet. Eine Überempfindlichkeit gegen Eier oder Hühnerproteine ist laut Fachinformation eine Gegenanzeige. Personen, die nach dem Genuss von Hühnereiweiß innerhalb kurzer Zeit mit anaphylaktischen Symptomen reagieren, sollten laut STIKO (Epidemiologisches Bulletin 4/2026) nicht mit Impfstoffen geimpft werden, die in bebrüteten Hühnereiern gezüchtet wurden, darunter Gelbfieber-Impfstoffe.

Kann die Gelbfieber-Impfung zusammen mit anderen Impfungen gegeben werden?

Laut Fachinformation kann Stamaril zeitgleich mit einem Masern-Impfstoff gegeben werden, wenn dies den offiziellen Empfehlungen entspricht, und zeitgleich mit Impfstoffen, die Typhus-Vi-Kapselpolysaccharide und/oder inaktiviertes Hepatitis-A-Virus enthalten. Jeder Impfstoff sollte an einer eigenen Injektionsstelle gegeben werden, vorzugsweise an einer anderen Gliedmaße. Was die STIKO zum Abstand zu anderen Lebendimpfungen schreibt, steht im Abschnitt Impfschema laut STIKO und Fachinformation. Mehr zu diesen Impfungen: Masern, Mumps, Röteln und Hepatitis A.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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