MedikamenteWirkstoff

Adalimumab: Nebenwirkungen und Wirkung

Adalimumab ist ein verschreibungspflichtiger Antikörper gegen den Entzündungsbotenstoff TNF-alpha (TNF-Hemmer). Er wird unter die Haut gespritzt, unter anderem bei rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew, Schuppenflechte, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Sehr häufig sind Reaktionen an der Einstichstelle, Atemwegsinfektionen, Kopf- und Bauchschmerzen. Infektionen, auch Tuberkulose, können leichter auftreten. Vor Behandlungsbeginn wird auf Tuberkulose und Hepatitis B untersucht, und Lebendimpfstoffe sollten während der Behandlung nicht verwendet werden.

Frau in den Dreißigern spaziert an einem frischen Herbstmorgen mit Schal durch einen Park und lächelt
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle, etwa Schmerz, Schwellung, Rötung oder Juckreiz[1, 2]
  • Sehr häufig: Infektionen der Atemwege, etwa Erkältung, Fließschnupfen, Nebenhöhlenentzündung oder Lungenentzündung[1, 2]
  • Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Bauchschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Übelkeit und Erbrechen[1, 2]
  • Sehr häufig: Hautausschlag[1, 2]
  • Sehr häufig: Schmerzen in Muskeln und Knochen[1, 2]
  • Sehr häufig: Verringerte Zahl weißer Blutkörperchen und verringerte Zahl roter Blutkörperchen (nur durch Bluttests erkennbar)[1, 2]
  • Sehr häufig: Erhöhte Blutfettwerte (nur durch Bluttests erkennbar)[1, 2]
  • Sehr häufig: Erhöhte Werte der Leberenzyme (nur durch Bluttests erkennbar)[1, 2]
  • Häufig: Schwere Infektionen, einschließlich Blutvergiftung und Virusgrippe[1, 2]
  • Häufig: Infektionen von Darm (etwa Magen-Darm-Grippe), Haut (etwa Entzündung des Unterhautgewebes und Gürtelrose), Ohr, Mund (etwa Zahninfektionen und Fieberbläschen), Fortpflanzungsorganen und Harnwegen sowie Gelenkinfektionen[1, 2]
  • Häufig: Pilzinfektionen[1, 2]
  • Häufig: Gutartige Tumoren und Hautkrebs (laut Fachinformation außer Melanom, etwa Basalzell- und Plattenepithelkarzinom)[1, 2]
  • Häufig: Allergische Reaktionen, auch jahreszeitlich bedingte Allergien[1, 2]
  • Häufig: Flüssigkeitsverlust (Dehydratation)[1, 2]
  • Häufig: Stimmungsschwankungen, auch Depression, Angstgefühl, Schlafstörungen[1, 2]
  • Häufig: Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Prickeln oder Taubheitsgefühl, Migräne, eingeklemmte Nervenwurzeln (Hexenschuss mit Rücken- und Beinschmerzen)[1, 2]
  • Häufig: Sehstörungen, Augenentzündung, Entzündung des Augenlids und Anschwellen des Auges[1, 2]
  • Häufig: Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Herzrasen[1, 2]
  • Häufig: Hoher Blutdruck, Hitzegefühl, Blutergüsse[1, 2]
  • Häufig: Husten, Asthma, Kurzatmigkeit[1, 2]
  • Häufig: Magen-Darm-Blutungen[1, 2]
  • Häufig: Verdauungsstörungen (Magenverstimmung, Blähungen, Sodbrennen), saures Aufstoßen[1, 2]
  • Häufig: Sicca-Syndrom mit trockenen Augen und trockenem Mund[1, 2]
  • Häufig: Juckreiz, juckender Hautausschlag, blaue Flecken, Hautentzündung wie Ekzeme, brüchige Finger- und Fußnägel, vermehrtes Schwitzen, Haarausfall[1, 2]
  • Häufig: Neuer Ausbruch oder Verschlechterung einer Schuppenflechte (Psoriasis)[1, 2]
  • Häufig: Muskelkrämpfe[1, 2]
  • Häufig: Blut im Urin, Nierenprobleme[1, 2]
  • Häufig: Schmerzen im Brustraum, Wassereinlagerungen (Ödeme), Fieber[1, 2]
  • Häufig: Weniger Blutplättchen mit erhöhtem Risiko für Blutungen oder blaue Flecken; mehr weiße Blutkörperchen (im Bluttest)[1, 2]
  • Häufig: Verzögerte Wundheilung[1, 2]
  • Häufig: Im Bluttest: erhöhte Harnsäure, auffällige Natriumwerte, niedriges Kalzium, Phosphat oder Kalium, hoher Blutzucker, erhöhte Laktatdehydrogenase, Nachweis von Autoantikörpern[1, 2]
  • Häufig: Störungen der Blutgerinnung (verlängerte Gerinnungszeit)[2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Adalimumab eingesetzt?

Adalimumab ist ein verschreibungspflichtiges biologisches Arzneimittel, das unter die Haut gespritzt wird [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird es bei mehreren entzündlichen Erkrankungen angewendet: bei mäßiger bis schwerer rheumatoider Arthritis von Erwachsenen, bei Formen der juvenilen idiopathischen Arthritis von Kindern, bei schwerer ankylosierender Spondylitis (Morbus Bechterew) und axialer Spondyloarthritis, bei Psoriasis-Arthritis, bei Plaque-Schuppenflechte, bei Hidradenitis suppurativa (Acne inversa), bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie bei einer nicht infektiösen Entzündung im Auge (Uveitis) [1]. Bei den meisten dieser Erkrankungen bekommen Sie möglicherweise zunächst andere Arzneimittel und Adalimumab, wenn Sie auf diese nicht ausreichend ansprechen [1]. Je nach Erkrankung ist Adalimumab für Erwachsene und teils auch für Kinder und Jugendliche zugelassen, etwa ab 2 Jahren bei polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis und Uveitis, ab 4 Jahren bei Plaque-Psoriasis, ab 6 Jahren bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa und ab 12 Jahren bei Acne inversa [1, 2].

Neben dem Originalpräparat Humira gibt es weitere Präparate mit Adalimumab, etwa Amgevita, Hulio, Hyrimoz oder Imraldi [3]. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Humira; für Biosimilars gilt die jeweils eigene Packungsbeilage [1, 2].

Wie wirkt Adalimumab?

Adalimumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, also ein Eiweiß, das sich gezielt an ein bestimmtes Ziel anheftet: den Botenstoff Tumornekrosefaktor-alpha (TNFα). TNFα ist an den Abwehrreaktionen des Körpers beteiligt und kommt bei den genannten Erkrankungen vermehrt vor. Adalimumab heftet sich an TNFα und verringert dadurch die entzündlichen Vorgänge [1]. Laut Fachinformation beeinflussen TNF-Hemmer wie Adalimumab das Immunsystem, und ihre Anwendung kann die körpereigene Abwehr gegen Infektionen und Krebs beeinflussen [2].

Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt laut Fachinformation bei ungefähr zwei Wochen; die Ausscheidung kann bis zu vier Monate dauern [2]. Nebenwirkungen können laut Packungsbeilage noch mindestens bis vier Monate nach der letzten Injektion auftreten [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben, einschließlich der Veränderungen, die nur durch Bluttests erkannt werden. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Packungsbeilage sind die meisten Nebenwirkungen leicht bis mäßig ausgeprägt; einige können aber schwerwiegend sein und müssen behandelt werden [1]. Die Fachinformation nennt als am häufigsten berichtete Nebenwirkungen Infektionen der Atemwege, Reaktionen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Schmerzen im Bewegungsapparat. Unter Adalimumab wurden auch tödlich verlaufende und lebensbedrohliche Infektionen einschließlich Blutvergiftung und Tuberkulose, ein Wiederaufflammen von Hepatitis B und verschiedene Krebserkrankungen wie Leukämie und Lymphome berichtet [2]. Mehr dazu unter Infektanfälligkeit durch Medikamente.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • InfektionenTuberkulose und andere Infektionen bei verminderter Abwehrkraft (opportunistische Infektionen)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • InfektionenInfektionen des Nervensystems (etwa virale Hirnhautentzündung), Augeninfektionen, bakterielle Infektionen, Entzündung und Infektion des Dickdarms (Divertikulitis)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Gutartige und bösartige NeubildungenKrebs, darunter Krebs des Lymphsystems (Lymphom) und schwarzer Hautkrebs (Melanom); laut Fachinformation auch solide Tumoren wie Brust-, Lungen- und Schilddrüsentumoren[1, 2]
  • ImmunsystemImmunstörungen, die Lunge, Haut und Lymphknoten betreffen können, am häufigsten als Sarkoidose[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufEntzündung der Blutgefäße (Vaskulitis)[1, 2]
  • NervensystemZittern (Tremor), Nervenerkrankungen (Neuropathie)[1, 2]Mehr dazu: ZitternKribbeln und Taubheitsgefühl
  • NervensystemSchlaganfall[1, 2]
  • AugenDoppeltsehen[2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Ohr und GleichgewichtHörverlust, Ohrensausen[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
  • HerzUnregelmäßiger Herzschlag, etwa übersprungene Schläge; Herzschwäche mit Kurzatmigkeit und geschwollenen Fußknöcheln; Herzinfarkt[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzschwächeAtemnotWassereinlagerungen
  • Gefäße und KreislaufAusbuchtung in der Wand einer Hauptschlagader, Entzündung und Blutgerinnsel in einer Vene, Verschluss eines Blutgefäßes[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
  • AtemwegeLungenerkrankungen mit Kurzatmigkeit, auch Entzündungen; Lungenembolie; Flüssigkeit im Brustfellraum (Pleuraerguss); laut Fachinformation auch chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)[1, 2]Mehr dazu: AtemnotBlutgerinnsel
  • Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse mit starken Schmerzen im Bauch und Rücken[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzenRückenschmerzen
  • Magen und DarmSchluckstörungen, Gesichtsschwellung[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
  • Leber und GalleGallenblasenentzündung, Gallensteine, Fettleber; erhöhtes Bilirubin im Blut[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautNächtliches Schwitzen, Narbenbildung[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeAbnormaler Muskelabbau (Rhabdomyolyse)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSystemischer Lupus erythematodes mit Entzündung von Haut, Herz, Lunge, Gelenken und anderen Organen[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
  • Nieren und HarnwegeNächtlicher Harndrang (Nykturie)[2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen
  • Blut und LymphsystemVerminderung der Blutplättchen durch das Immunsystem (idiopathische thrombozytopenische Purpura)[2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
  • Geschlechtsorgane und BrustImpotenz (Erektionsstörung)[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenEntzündungen[1, 2]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Gutartige und bösartige NeubildungenLeukämie (Krebs, der Blut und Knochenmark betrifft)[1, 2]
  • ImmunsystemSchwere allergische Reaktionen mit Schock (Anaphylaxie)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • NervensystemMultiple Sklerose; Nervenerkrankungen wie Entzündung des Sehnervs und Guillain-Barré-Syndrom mit Muskelschwäche, gestörten Sinnesempfindungen und Kribbeln in Armen und Oberkörper[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und TaubheitsgefühlSehstörungenMuskelschwäche
  • HerzHerzstillstand[1, 2]
  • AtemwegeVernarbung der Lunge (Lungenfibrose)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmDurchbruch der Darmwand[1, 2]
  • Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis), erneuter Ausbruch einer Hepatitis B, vom Immunsystem ausgelöste Leberentzündung (Autoimmunhepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautEntzündung der Blutgefäße der Haut (kutane Vaskulitis)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • HautStevens-Johnson-Syndrom (frühe Anzeichen sind Unwohlsein, Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschlag); entzündlicher Hautausschlag (Erythema multiforme)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • HautÖrtlich begrenzte Schwellung der Haut (Angioödem), Gesichtsschwellung im Rahmen allergischer Reaktionen[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische Reaktionen
  • HautLichenoide Hautreaktion (juckender, rötlicher bis violetter Ausschlag)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
  • Muskeln, Knochen und GelenkeLupusähnliches Syndrom[1, 2]
  • Blut und LymphsystemVerringerte Zahl weißer und roter Blutkörperchen und wenige Blutplättchen (Panzytopenie; im Bluttest)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Gutartige und bösartige NeubildungenHepatosplenales T-Zell-Lymphom, ein selten auftretender, oft tödlicher Blutkrebs[1, 2]
  • Gutartige und bösartige NeubildungenMerkelzellkarzinom (eine Art von Hautkrebs) und Kaposi-Sarkom, eine seltene Krebserkrankung, die am häufigsten als violette Hautveränderungen auftritt[1, 2]
  • Leber und GalleLeberversagen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautVerschlechterung einer Dermatomyositis (Hautausschlag mit Muskelschwäche)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagMuskelschwäche
  • Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme, bei den meisten Behandelten gering[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Die Packungsbeilage unterscheidet zwei Gruppen: Bei einigen Anzeichen, etwa allergischen Reaktionen, Atemnot oder Schwellungen der Füße, sollen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt unverzüglich benachrichtigen; andere, etwa Infektionszeichen, Kribbeln, Taubheit oder nicht heilende Hautstellen, sollen Sie so bald wie möglich melden [1]. Laut Fachinformation sollte Adalimumab bei einer neu auftretenden schweren Infektion oder Blutvergiftung abgesetzt werden, bis die Infektion unter Kontrolle ist; bei einer anaphylaktischen oder anderen schwerwiegenden allergischen Reaktion sofort [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Vierzigern geht an einem sonnigen Morgen mit seinem Hund durch einen Park
Bild: KI-generiert

Infektionen ernst nehmen: Während der Behandlung können Sie leichter an Infektionen erkranken; diese können schwer und in seltenen Fällen lebensbedrohlich sein. Melden Sie Fieber, Wunden, Müdigkeit oder Zahnprobleme Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er kann eine vorübergehende Unterbrechung der Behandlung anordnen [1]. Wenn Sie über 65 Jahre alt sind, können Sie unter Adalimumab anfälliger für Infektionen sein; laut Fachinformation waren schwere Infektionen bei über 65-Jährigen häufiger (3,7 Prozent) als bei Jüngeren (1,5 Prozent) [1, 2]. Planen Sie Reisen in Gebiete, in denen bestimmte Pilzerkrankungen häufig vorkommen, fragen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Tuberkulose und Hepatitis B: Vor Behandlungsbeginn werden Sie auf Tuberkulose untersucht, unter anderem mit einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs und einem Tuberkulintest; Durchführung und Ergebnisse sollten in Ihrem Patientenpass stehen [1, 2]. Eine Tuberkulose kann sich auch trotz vorbeugender Behandlung entwickeln; melden Sie anhaltenden Husten, Gewichtsverlust, Energielosigkeit oder leichtes Fieber unverzüglich, auch nach Ende der Behandlung [1]. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollte Sie außerdem auf das Hepatitis-B-Virus untersuchen [1].

Patientenpass: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt händigt Ihnen einen Patientenpass mit wichtigen Sicherheitsinformationen aus. Führen Sie ihn mit sich [1].

Reaktionen an der Einstichstelle: Schmerz, Schwellung, Rötung oder Juckreiz an der Injektionsstelle gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen [1]. Wie die Spritze richtig gesetzt und der Pen gelagert wird, beschreibt die Packungsbeilage ausführlich; Hinweise zur Lagerung bietet auch der Ratgeber Medikamente im Kühlschrank lagern. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden [1]. Adalimumab darf nicht zusammen mit Anakinra oder Abatacept angewendet werden, weil das Risiko schwerer Infektionen steigt [1, 2]. Mit Basistherapeutika wie Methotrexat, Sulfasalazin, Hydroxychloroquin oder Leflunomid, mit Kortison und mit Schmerzmitteln einschließlich NSAR kann Adalimumab laut Packungsbeilage kombiniert werden [1]. Nehmen Sie zusätzlich Azathioprin oder 6-Mercaptopurin ein, sagen Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Bei einigen Behandelten mit einer seltenen, schweren Lymphomform wurden diese Mittel gleichzeitig angewendet [1, 2].

Wechselwirkungen von Adalimumab
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Anakinra oder AbataceptErhöhtes Risiko schwerer Infektionen[1, 2]Dürfen nicht zusammen mit Adalimumab angewendet werden; laut Fachinformation wird die Kombination auch mit anderen biologischen Basistherapeutika oder TNF-Hemmern nicht empfohlen
Azathioprin oder 6-MercaptopurinIn Ausnahmefällen wurde eine seltene, schwere Lymphomform (hepatosplenales T-Zell-Lymphom) beobachtet; einige Betroffene erhielten gleichzeitig Azathioprin oder 6-Mercaptopurin, laut Fachinformation junge Erwachsene mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation sollte ein mögliches Risiko der Kombination sorgfältig geprüft werden
LebendimpfstoffeKönnen Infektionen verursachen[1, 2]Während der Behandlung nicht verwenden; bei Säuglingen, die im Mutterleib Adalimumab ausgesetzt waren, laut Fachinformation wird eine Lebendimpfung (z. B. BCG) vor Ablauf von 5 Monaten nach der letzten Dosis der Mutter in der Schwangerschaft nicht empfohlen
MethotrexatLaut Fachinformation bildet der Körper zusammen mit Methotrexat weniger Antikörper gegen Adalimumab; ohne Methotrexat können Ausscheidung und Antikörperbildung zunehmen und die Wirksamkeit abnehmen[1, 2]Kann zusammen angewendet werden; die Ärztin oder der Arzt entscheidet
Basistherapeutika (z. B. Sulfasalazin, Hydroxychloroquin, Leflunomid, injizierbare Goldzubereitungen), Kortison, Schmerzmittel einschließlich NSARLaut Packungsbeilage kann Adalimumab zusammen mit diesen Mitteln angewendet werden[1]Bei Fragen Ärztin oder Arzt ansprechen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Adalimumab nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Bei aktiver Tuberkulose oder einer anderen schweren Infektion und bei mäßiger bis schwerer Herzschwäche darf Adalimumab nicht angewendet werden [1, 2]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auch über frühere oder bestehende ernsthafte Herzbeschwerden, eine Erkrankung der Nervenhüllen wie Multiple Sklerose, eine COPD oder starkes Rauchen [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Adalimumab oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Aktive Tuberkulose oder andere schwere Infektionen, laut Fachinformation etwa Blutvergiftung (Sepsis) oder opportunistische Infektionen[1, 2]
  • Mäßige bis schwere Herzschwäche (Herzinsuffizienz)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Tuberkulose: Vor Behandlungsbeginn untersucht die Ärztin oder der Arzt Sie auf Tuberkulose, unter anderem mit Röntgenaufnahme des Brustkorbs und Tuberkulintest; Durchführung und Ergebnisse sollten im Patientenpass dokumentiert werden. Sagen Sie, ob Sie jemals Tuberkulose hatten oder engen Kontakt zu jemandem mit Tuberkulose hatten. Eine Tuberkulose kann sich auch trotz vorbeugender Behandlung entwickeln[1, 2]
  • Infektionen: Unter Adalimumab können Sie leichter an Infektionen erkranken, die schwer und in seltenen Fällen lebensbedrohlich sein können; das Risiko kann bei Lungenproblemen höher sein, und über 65-Jährige können anfälliger für Infektionen sein. Sprechen Sie vor Behandlungsbeginn über bestehende, auch örtlich begrenzte Infektionen, wiederkehrende Infektionen und Reisen in Gebiete mit häufigen Pilzerkrankungen[1, 2]
  • Hepatitis B: Die Ärztin oder der Arzt sollte Sie auf das Hepatitis-B-Virus untersuchen; bei Trägern kann die Infektion wieder ausbrechen, in seltenen Fällen lebensbedrohlich[1, 2]
  • Patientenpass: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt händigt Ihnen einen Patientenpass mit wichtigen Sicherheitsinformationen aus; führen Sie ihn mit sich[1]
  • Impfungen: Besprechen Sie jede Impfung vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; bestimmte Impfstoffe (laut Fachinformation Lebendimpfstoffe) sollten während der Behandlung nicht verwendet werden. Kinder und Jugendliche sollten vor Behandlungsbeginn möglichst alle für ihr Alter vorgesehenen Impfungen erhalten haben[1, 2]
  • Leichte Herzschwäche: Sie muss sorgfältig ärztlich überwacht werden; bei neuen oder sich verschlechternden Beschwerden sofort ärztlich melden[1, 2]
  • Erkrankungen der Nervenhüllen wie Multiple Sklerose: Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob Adalimumab angewendet werden kann[1, 2]
  • Krebs: Das Risiko für Lymphome, Leukämie oder andere Krebsformen kann sich möglicherweise erhöhen; eine seltene, schwere Lymphomform trat teils zusammen mit Azathioprin oder 6-Mercaptopurin auf. Bei COPD oder starkem Rauchen besprechen, ob ein TNF-Hemmer geeignet ist[1, 2]
  • Operationen und Zahnbehandlungen: Vorher über die Behandlung informieren; die Ärztin oder der Arzt kann eine kurze Unterbrechung empfehlen[1, 2]
  • Polysorbat 80 kann allergische Reaktionen hervorrufen; teilen Sie frühere allergische Reaktionen mit[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Hinweise. Was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft, Stillzeit und Verkehrstüchtigkeit sagen, fassen die Karten zusammen [1, 2, 3]. Haben Sie Adalimumab in der Schwangerschaft erhalten, informieren Sie vor jeder Impfung Ihres Kindes dessen Ärztinnen und Ärzte, denn Ihr Säugling hat in den ersten Monaten möglicherweise ein erhöhtes Infektionsrisiko [1].

Schwangerschaft

Frauen, die schwanger werden können, sollten eine geeignete Verhütung erwägen und bis mindestens 5 Monate nach der letzten Dosis verhüten. In der Schwangerschaft sollte Adalimumab nur angewendet werden, wenn es erforderlich ist. Laut einer Studie hatten Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft mit Humira behandelt wurden, kein höheres Risiko für Geburtsfehler als Kinder von Müttern mit der gleichen Erkrankung ohne Humira.[1, 2]

Haben Sie Adalimumab in der Schwangerschaft erhalten, hat Ihr Säugling möglicherweise ein erhöhtes Infektionsrisiko, laut Packungsbeilage während der ersten 5 Monate nach Ihrer letzten Dosis in der Schwangerschaft. Informieren Sie vor jeder Impfung Ihres Kindes die Ärztinnen und Ärzte, damit sie über die Impfung entscheiden können; laut Fachinformation wird die Gabe von Lebendimpfstoffen wie BCG in diesen 5 Monaten nicht empfohlen.[1, 2]

Embryotox ordnet Adalimumab den Medikamenten zu, zu denen es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt. Bei über 3.000 ausgewerteten Schwangerschaften zeigte sich im Vergleich zu Frauen mit den gleichen Grunderkrankungen kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder Fehlgeburten und gegenüber vergleichbaren Gruppen kein negativer Effekt auf Geburtsgewicht, Frühgeburtenrate oder das Risiko für Totgeburten. Laut Embryotox kann Adalimumab in allen Phasen der Schwangerschaft angewendet werden; eine BCG-Lebendimpfung des Säuglings sollte nur bei nicht mehr nachweisbarem Adalimumab-Spiegel oder ab einem Alter von 6 Monaten erfolgen.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Adalimumab kann während der Stillzeit angewendet werden; laut Fachinformation lassen eingeschränkte Informationen darauf schließen, dass es in sehr geringer Konzentration in die Muttermilch übergeht.[1, 2]

Embryotox hält das Stillen unter Adalimumab für akzeptabel; wurde in der Schwangerschaft nicht behandelt, sollte die erste Gabe frühestens zwei Wochen nach der Entbindung erfolgen.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Adalimumab kann einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen haben: Das Sehvermögen kann beeinträchtigt sein, und es kann das Gefühl auftreten, dass sich der Raum dreht.[1, 2]

Einnahme

Adalimumab wird unter die Haut gespritzt (subkutane Injektion); eine genaue Anleitung steht in Abschnitt 7 der Packungsbeilage. Den Fertigpen im Kühlschrank (2 bis 8 °C) und im Umkarton lagern, nicht einfrieren; bei Bedarf, etwa auf Reisen, darf ein einzelner Pen bis zu 14 Tage bei Raumtemperatur (nicht über 25 °C, lichtgeschützt) aufbewahrt werden und muss dann in dieser Zeit verbraucht oder entsorgt werden.[1]

Injektion vergessen: die nächste Dosis spritzen, sobald es Ihnen auffällt, und die darauffolgende Dosis am ursprünglich vorgesehenen Tag.[1]

Absetzen

Die Entscheidung, die Behandlung abzubrechen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; nach dem Abbruch können die Anzeichen Ihrer Erkrankung zurückkehren.[1]

Überdosierung

Haben Sie Adalimumab versehentlich häufiger gespritzt als verordnet, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke und nehmen Sie die Faltschachtel mit, auch wenn sie leer ist.[1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt für jedes Anwendungsgebiet die empfohlene Dosis und den Abstand der Injektionen, bei Kindern und Jugendlichen abhängig vom Körpergewicht [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt legt fest, welche Dosis und welche Stärke Sie erhalten [1].

Anwendung und Absetzen

Adalimumab wird unter die Haut gespritzt; eine genaue Anleitung steht in Abschnitt 7 der Packungsbeilage [1]. Was bei einer vergessenen Injektion zu tun ist, beschreibt die Packungsbeilage [1]. Bewahren Sie die Fertigpens im Kühlschrank und im Umkarton auf; wenn erforderlich, zum Beispiel auf Reisen, darf ein einzelner Pen bis zu 14 Tage bei Raumtemperatur aufbewahrt werden (nicht über 25 °C und vor Licht geschützt), muss dann aber in dieser Zeit verbraucht oder entsorgt werden [1]. Vor einer Operation oder Zahnbehandlung informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; eine kurzzeitige Unterbrechung kann empfohlen werden [1].

Die Entscheidung, die Behandlung abzubrechen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; danach können die Anzeichen Ihrer Erkrankung zurückkehren [1]. Haben Sie versehentlich häufiger gespritzt als verordnet, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke und nehmen Sie die Faltschachtel mit [1].

Präparate mit Adalimumab

Adalimumab gibt es als Fertigpen und Fertigspritze in verschiedenen Stärken, als Originalpräparat Humira und unter weiteren Namen [1, 3]. Laut Fachinformation müssen bei biologischen Arzneimitteln Bezeichnung und Chargenbezeichnung des angewendeten Präparats eindeutig dokumentiert werden [2]. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Humira mit Stand Oktober 2025 [1, 2].

Präparate mit Adalimumab
PräparatAnbieterHinweis
AmgevitaAmgen Europe B.V.Biosimilar, Injektionslösung
HulioBiosimilar Collaborations Ireland LimitedBiosimilar, Injektionslösung
HumiraAbbVie Deutschland GmbH & Co. KGOriginalpräparat; Fertigpen und Fertigspritze, u. a. mit 40 mg; Grundlage dieser Seite
HyrimozSandoz GmbHBiosimilar, Injektionslösung
IdacioFresenius Kabi Deutschland GmbHBiosimilar, Injektionslösung
ImraldiSamsung Bioepis NL B.V.Biosimilar, Injektionslösung

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Humira (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Humira 40 mg Injektionslösung im Fertigpen. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Humira (EPAR), Anhang I: Fachinformation Humira 40 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze/im Fertigpen, und Anhang II. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Adalimumab. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat Adalimumab am häufigsten?

Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, sind Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schmerz, Schwellung, Rötung oder Juckreiz, Infektionen der Atemwege wie Erkältung oder Nebenhöhlenentzündung, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Hautausschlag sowie Muskel- und Knochenschmerzen. Laut Packungsbeilage sind die meisten Nebenwirkungen leicht bis mäßig ausgeprägt; einige können aber schwerwiegend sein und müssen behandelt werden.

Warum muss vor der Behandlung ein Tuberkulose-Test gemacht werden?

Unter Adalimumab wurde über Tuberkulose berichtet, auch über das Wiederaufflammen alter Infektionen. Deshalb untersucht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie vor Behandlungsbeginn, unter anderem mit einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs und einem Tuberkulintest. Die Ergebnisse sollten im Patientenpass stehen. Mit einer aktiven Tuberkulose dürfen Sie Adalimumab nicht anwenden. Anhaltender Husten, Gewichtsverlust, Energielosigkeit oder leichtes Fieber während oder nach der Behandlung melden Sie unverzüglich.

Darf ich mich unter Adalimumab impfen lassen?

Besprechen Sie jede Impfung vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bestimmte Impfstoffe können Infektionen verursachen und sollten während der Behandlung nicht verwendet werden; laut Fachinformation sind Impfungen möglich, mit Ausnahme von Lebendimpfstoffen. Kinder und Jugendliche sollten vor Behandlungsbeginn möglichst alle für ihr Alter vorgesehenen Impfungen erhalten haben.

Was ist der Patientenpass?

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt händigt Ihnen einen Patientenpass aus, der wichtige Sicherheitsinformationen für die Zeit vor und während der Behandlung enthält. Führen Sie ihn mit sich. Laut Packungsbeilage und Fachinformation sollten auch Durchführung und Ergebnisse der Tuberkulose-Tests darin dokumentiert werden.

Erhöht Adalimumab das Krebsrisiko?

Möglicherweise. Laut Packungsbeilage kann sich das Risiko für Lymphome, Leukämie und andere Krebsformen erhöhen. Hautkrebs außer Melanom ist häufig, Lymphome und Melanome sind gelegentlich, Leukämie ist selten. Laut Fachinformation wird die Beurteilung dadurch erschwert, dass Menschen mit lange bestehender, hoch aktiver rheumatoider Arthritis ohnehin ein erhöhtes Risiko für Lymphome und Leukämie haben. Neue oder veränderte Hautstellen sollten Sie ärztlich ansehen lassen.

Darf ich Adalimumab in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden?

In der Schwangerschaft sollte Adalimumab laut Packungsbeilage nur angewendet werden, wenn es erforderlich ist. Frauen, die schwanger werden können, sollten bis mindestens 5 Monate nach der letzten Dosis verhüten. In der Stillzeit kann Adalimumab angewendet werden. Embryotox hält Adalimumab in allen Phasen der Schwangerschaft für anwendbar. Haben Sie es in der Schwangerschaft erhalten, informieren Sie vor Impfungen Ihres Kindes dessen Ärztinnen und Ärzte.

Wie lange können nach dem Absetzen noch Nebenwirkungen auftreten?

Laut Packungsbeilage können Nebenwirkungen noch mindestens bis vier Monate nach der letzten Injektion auftreten. Laut Fachinformation kann die Ausscheidung von Adalimumab bis zu vier Monate dauern, und so lange sollte auch die Überwachung auf Infektionen fortgesetzt werden. Ob und wann Sie die Behandlung beenden, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie bewahre ich den Adalimumab-Pen auf, etwa auf Reisen?

Humira-Fertigpens werden im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C im Umkarton gelagert und dürfen nicht einfrieren. Bei Bedarf, etwa auf Reisen, darf ein einzelner Pen bis zu 14 Tage bei Raumtemperatur (nicht über 25 °C, lichtgeschützt) aufbewahrt werden. Innerhalb dieser 14 Tage muss er verbraucht oder entsorgt werden, auch wenn er wieder in den Kühlschrank kommt. Für Biosimilars gilt die Packungsbeilage des jeweiligen Präparats.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Tacrolimus

    Tacrolimus beugt der Abstoßung eines transplantierten Organs vor.

  • Medikamente Nivolumab

    Nivolumab ist eine Immuntherapie gegen verschiedene Krebsarten.

  • Medikamente Loratadin

    Loratadin lindert Heuschnupfen und Nesselsucht.

  • Behandlungen Thrombosespritze (Heparin): Nebenwirkungen

    Thrombosespritzen mit Heparin können Blutungen und Blutergüsse an der Einstichstelle auslösen.