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Sulfasalazin: Nebenwirkungen und Wirkung
Sulfasalazin ist ein verschreibungspflichtiges, entzündungshemmendes Basistherapeutikum gegen aktive rheumatoide Arthritis bei Erwachsenen und bestimmte Formen der kindlichen Arthritis ab 6 Jahren. Sehr häufig sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und bei Männern eine vorübergehend verminderte Zahl von Samenzellen; regelmäßige Blutbild-, Leber- und Nierenkontrollen gehören zur Behandlung. Bei Fieber mit Halsschmerzen und Entzündungen im Mund oder bei Blasen und Ablösung der Haut setzen Sie Sulfasalazin sofort ab und suchen ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Magenbeschwerden[1, 2]
- Sehr häufig: Zu wenige Samenzellen bei Männern (Oligospermie) mit vorübergehend eingeschränkter Zeugungsfähigkeit[1, 2]
- Sehr häufig: Müdigkeit[1, 2]
- Häufig: Blutarmut durch Folsäuremangel (Folsäuremangelanämie), häufig mit vergrößerten roten Blutkörperchen (Megaloblastose, Makrozytose); zu wenige weiße Blutkörperchen (Leukopenie)[1, 2]
- Häufig: Appetitverlust[1, 2]
- Häufig: Schwindel, Störungen des Geschmackssinns[1, 2]
- Häufig: Husten[1, 2]
- Häufig: Erbrechen, Durchfall, Schmerzen im Bauchraum[1, 2]
- Häufig: Erhöhte Leberenzymwerte[1, 2]
- Häufig: Juckreiz (Pruritus), Hautausschlag (Exantheme), kleinfleckige Blutungen in Haut oder Schleimhaut (Purpura)[1, 2]
- Häufig: Gelenkschmerzen (Arthralgie)[1, 2]
- Häufig: Eiweiß im Urin (Proteinurie)[1, 2]
- Häufig: Fieber, Schläfrigkeit, Benommenheit, Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit[1, 2]
Wofür wird Sulfasalazin eingesetzt?
Sulfasalazin ist ein verschreibungspflichtiges, entzündungshemmendes Arzneimittel [1, 4]. Bei der rheumatoiden Arthritis gehört es zu den Basistherapeutika und wird im Allgemeinen zur Langzeitbehandlung eingesetzt [1, 2]. Die Packungsbeilage beschreibt die rheumatoide Arthritis als chronische Erkrankung, bei der sich die Gelenkinnenhaut entzündet, verdickt und das Gelenk anschwillt [1].
Sulfasalazin-Heyl ist zugelassen zur Behandlung der aktiven rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen und bestimmter Formen der kindlichen Gelenkentzündung (juvenile idiopathische Oligoarthritis und Polyarthritis, polyarthritische Spondylarthritis) bei Kindern ab 6 Jahren, die auf nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR), bei der Oligoarthritis auch auf örtliche Kortisonspritzen, nicht ausreichend angesprochen haben [1, 2]. Für systemische Verlaufsformen der kindlichen Arthritis ist es nicht geeignet [1, 2]. Laut Embryotox wird Sulfasalazin außerdem bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt [3]; für Präparate mit diesem Anwendungsgebiet gelten deren eigene Packungsbeilagen.
Wie wirkt Sulfasalazin?
Wie Sulfasalazin genau wirkt, ist trotz belegter Wirksamkeit nicht vollständig geklärt. Wesentlich scheint sein Einfluss auf entzündungsfördernde Botenstoffe am Ort der Entzündung zu sein; diskutiert wird auch eine Wirkung auf das Immunsystem [1, 2]. Sulfasalazin ist eine Verbindung aus dem Sulfonamid Sulfapyridin und 5-Aminosalicylsäure. Nur etwa 20 Prozent werden im Dünndarm aufgenommen; der größte Teil gelangt in den Dickdarm und wird dort von Darmbakterien in diese beiden Bestandteile gespalten [2].
Die Wirkung setzt erfahrungsgemäß erst nach 1 bis 3 Behandlungsmonaten ein [1, 2]. Wer Wirkstoffe erblich bedingt langsam abbaut (Langsam-Acetylierer), hat laut Fachinformation höhere Spiegel des Bestandteils Sulfapyridin und bekommt eher Nebenwirkungen [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Viele Nebenwirkungen hängen von der Dosis ab und lassen sich durch eine niedrigere Dosis mildern oder vermeiden [1, 2]. Die Packungsbeilage unterscheidet zwei Gruppen: Dosisabhängige Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Blutarmut durch Zerfall roter Blutkörperchen sind größtenteils vorhersehbar. Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Störungen der Blutbildung oder der Leber- und Lungenfunktion sind dagegen nicht vorhersehbar und treten meist zu Beginn der Behandlung auf [1]. Selten färbt sich der Urin gelb-orange, sehr selten verfärben sich Kontaktlinsen gelb [1, 2]. Mehr dazu unter Urinverfärbung durch Medikamente.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Magen und DarmÜbelkeit, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Magenbeschwerden[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitBauchschmerzenAppetitlosigkeitSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- Geschlechtsorgane und BrustZu wenige Samenzellen bei Männern (Oligospermie) mit vorübergehend eingeschränkter Zeugungsfähigkeit[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemBlutarmut durch Folsäuremangel (Folsäuremangelanämie), häufig mit vergrößerten roten Blutkörperchen (Megaloblastose, Makrozytose); zu wenige weiße Blutkörperchen (Leukopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsNährstoffmangel
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitverlust[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- NervensystemSchwindel, Störungen des Geschmackssinns[1, 2]Mehr dazu: SchwindelGeschmacksstörungen
- AtemwegeHusten[1, 2]Mehr dazu: Reizhusten
- Magen und DarmErbrechen, Durchfall, Schmerzen im Bauchraum[1, 2]Mehr dazu: ErbrechenDurchfallBauchschmerzen
- Leber und GalleErhöhte Leberenzymwerte[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautJuckreiz (Pruritus), Hautausschlag (Exantheme), kleinfleckige Blutungen in Haut oder Schleimhaut (Purpura)[1, 2]Mehr dazu: JuckreizHautausschlagBlutungen und blaue Flecken
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen (Arthralgie)[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
- Nieren und HarnwegeEiweiß im Urin (Proteinurie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
- Allgemeine BeschwerdenFieber, Schläfrigkeit, Benommenheit, Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: FieberMüdigkeitKonzentrations- und GedächtnisstörungenSchlafstörungen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerminderung aller Blutzellen (Panzytopenie) oder der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Blutarmut durch Zerfall roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie), Methämoglobinämie (der rote Blutfarbstoff kann keinen Sauerstoff mehr binden)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemBildung von Antikörpern gegen körpereigenes Gewebe, verminderte Menge an Antikörpern (Hypogammaglobulinämie), systemischer Lupus erythematodes (u. a. mit schmetterlingsförmiger Rötung des Gesichts)[1, 2]
- PsycheDepression[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- NervensystemMissempfindungen (Parästhesien), Störungen des Geruchssinns, Nervenstörungen an Armen und Beinen[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- AugenAllergische Bindehautentzündung[1, 2]
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- HerzHerzklopfen (Palpitationen), erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufErhöhter Blutdruck[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- AtemwegeBronchialasthma, Atemnot (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Magen und DarmBlähungen[1, 2]Mehr dazu: Blähungen
- Leber und GalleGelbsucht (Ikterus)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautNesselsucht (Urtikaria), Gewebsschwellungen vor allem im Gesicht (Quincke-Ödem), Lichtempfindlichkeit der Haut, Ausschlag an den Schleimhäuten (Enanthem), Haarausfall (Alopezie)[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenLichtempfindlichkeit der HautHaarausfall
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
- Allgemeine BeschwerdenSchwellungen im Gesicht (Gesichtsödeme), allgemeines Schwächegefühl[1, 2]Mehr dazu: WassereinlagerungenSchwäche (Asthenie)
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- InfektionenEntzündung der Darmschleimhaut nach einer Antibiotikabehandlung oder einer nichtentzündlichen Darmerkrankung (pseudomembranöse Colitis)[1, 2]
- Blut und LymphsystemHochgradige Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose), Blutarmut durch gestörte Blutbildung (aplastische Anämie), Unterfunktion des Knochenmarks (Myelosuppression), Vermehrung von Plasmazellen (Plasmozytose), mehr Eosinophile (Eosinophilie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemHautreaktion mit Blutbildveränderung (Eosinophilie) und Beteiligung von Organen des ganzen Körpers, teils ähnlich dem Pfeiffer’schen Drüsenfieber oder einer Serumkrankheit (DRESS-Syndrom); schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenAllergische Reaktionen
- NervensystemMetallischer Geschmack[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- AugenGelbfärbung der Augen[1, 2]
- AtemwegeEntzündung der Lungenbläschen (fibrosierende Alveolitis), allergische Lungenerkrankung (eosinophile Pneumonie)[1, 2]
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautBlau-rote Verfärbung von Haut und Schleimhäuten durch Sauerstoffmangel im Blut (Zyanose), gelb-orange Verfärbung der Haut, schuppende entzündliche Hauterkrankung (exfoliative Dermatitis)[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der HautSchwere Hautreaktionen
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Nieren und HarnwegeBlut im Urin (Hämaturie), Kristalle im Urin, gelb-orange Verfärbung des Urins[1, 2]Mehr dazu: Urinverfärbung
- Laborwerte und UntersuchungenAnstieg antinukleärer Antikörper (ANA); Schübe einer akuten Porphyrie (Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffs)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemErkrankung des Knochenmarks (myelodysplastisches Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- PsychePsychose[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- NervensystemErkrankungen der Nerven (zentrale und periphere Neuropathie), Entzündung des Rückenmarks (Querschnittsmyelitis), bestimmte Hirnhautentzündungen (aseptische Meningitis)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- AugenGelbfärbung von Kontaktlinsen[1, 2]
- HerzEntzündung des Herzbeutels (Perikarditis) oder des Herzmuskels (Myokarditis)[1, 2]
- Gefäße und KreislaufDurchblutungsstörungen an Händen und Füßen (Raynaud-Syndrom)[1, 2]
- AtemwegeEntzündung der kleinsten Atemwege (Bronchiolitis obliterans)[1, 2]
- Magen und DarmVerschlimmerung einer bestehenden Colitis ulcerosa (entzündliche Darmerkrankung)[1, 2]
- Leber und GalleSchwere, möglicherweise tödliche Leberentzündung (fulminante Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautSchwere, möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
- Nieren und HarnwegeKrankhafte Veränderungen der Nieren (akute interstitielle Nephritis, nephrotisches Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Blut und LymphsystemPseudomononukleose (Beschwerden ähnlich dem Pfeiffer’schen Drüsenfieber)[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungFolatmangel (Mangel an Folsäure)[1, 2]Mehr dazu: Nährstoffmangel
- NervensystemKrankhafte Veränderung des Gehirns (Enzephalopathie)[1, 2]
- Gefäße und KreislaufBlässe[1, 2]
- AtemwegeErkrankung des Bindegewebes der Lunge (interstitielle Lungenerkrankung), Einlagerung bestimmter weißer Blutkörperchen (eosinophile Infiltration), Schmerzen im Mund-Rachen-Raum[1, 2]
- Leber und GalleLeberversagen, Leberentzündung mit Gallestau (cholestatische Hepatitis), Gallestauung (Cholestase)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautAkute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP, großflächiger Ausschlag mit Pusteln), entzündliche Hautrötung (Erythem), Lichen ruber planus (Knötchenflechte)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Muskeln, Knochen und GelenkeSjögren-Syndrom (schwere Autoimmunerkrankung)[1, 2]
- Nieren und HarnwegeNierensteine (Nephrolithiasis)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenGelbfärbung von Körperflüssigkeiten[1, 2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Eine Agranulozytose (ein starker Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen) kann lebensbedrohlich sein. Laut Packungsbeilage setzen Sie Sulfasalazin dann sofort ab, suchen eine Ärztin oder einen Arzt auf und behandeln sich nicht selbst mit Schmerz- oder Fiebermitteln; nach Abklingen der Beschwerden sollte Sulfasalazin nicht erneut eingenommen werden [1]. Das Risiko für schwere Hautreaktionen ist in den ersten Behandlungswochen am höchsten [1, 2]. Mehr dazu unter Blutungen und Blutbildveränderungen und Schwere Hautreaktionen.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Magen und Darm: Übelkeit, Bauchschmerzen und Magenbeschwerden gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen [1]. Bei Kindern empfiehlt die Packungsbeilage, mit einem Teil der Erhaltungsdosis zu beginnen und die Dosis wöchentlich zu steigern, um Magen-Darm-Beschwerden zu verringern [1]. Treten dosisabhängige Nebenwirkungen auf, kann Sulfasalazin nach einer Woche Pause in kleinen, langsam steigenden Dosen erneut gegeben werden, möglichst unter ärztlicher Beobachtung [1, 2]. Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Kontrollen und Flüssigkeit: Zur Behandlung gehören regelmäßige Kontrollen von Blutbild, Leberwerten und Nierenfunktion [1, 2]. Während der Behandlung sollten Sie ausreichend trinken [1, 2]. Sulfasalazin kann die Ergebnisse von Blut- und Urintests beeinflussen; sagen Sie deshalb bei Untersuchungen, dass Sie es einnehmen [1, 2].
Weitere Beschwerden: Weil manche Nebenwirkungen auch Zeichen der Erkrankung sein können, sollten Sie laut Fachinformation das Auftreten von Nebenwirkungen vorsichtshalber immer Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitteilen [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Die wichtigsten Wechselwirkungen entstehen mit Antibiotika, Eisen, Calcium, Folsäure und Arzneimitteln, die stark an Bluteiweiß gebunden werden, etwa Methotrexat [1, 2]. Bei Gerinnungshemmern wie Phenprocoumon ist eine regelmäßige Kontrolle der Blutgerinnung nötig, bei Ciclosporin unter Umständen eine Anpassung der Dosis [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Folsäure | Der Folsäurespiegel kann sinken, vermutlich weil die Aufnahme gehemmt wird; ein Folsäuremangel kann entstehen oder sich verstärken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Eisen | Sulfasalazin und Eisen binden aneinander; Sulfasalazin wird schlechter aufgenommen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Calcium (Calciumglukonat) | Sulfasalazin wurde verzögert aufgenommen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Digoxin (Herzmittel) | In Einzelfällen wurde Digoxin schlechter aufgenommen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Antibiotika (gezeigt für Ampicillin, Neomycin, Rifampicin, Ethambutol) | Die Wirkung von Sulfasalazin kann nachlassen, weil die Darmbakterien geschädigt werden, die es spalten[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Colestyramin oder Colestipol (Anionenaustauscher) | Binden Sulfasalazin und seine Abbauprodukte im Darm; die Wirkung kann vermindert sein[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Gerinnungshemmer zum Einnehmen wie Phenprocoumon | Ihr Abbau in der Leber kann beeinträchtigt werden[1, 2] | Besondere Vorsicht und regelmäßige Kontrolle der Blutgerinnung |
| Methotrexat, Phenylbutazon, Sulfinpyrazon und andere stark an Bluteiweiß gebundene Mittel | Deren Wirkung kann verstärkt werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Andere Mittel, die das Blutbild schädigen können (z. B. Etanercept) | Zu wenige weiße Blutkörperchen, Blutarmut oder zu wenige Blutplättchen können häufiger und stärker auftreten[1, 2] | Engmaschige Kontrolle nötig |
| Ciclosporin | Ciclosporin-Spiegel können sinken[1, 2] | Kontrolle und Anpassung der Dosierung können nötig sein |
| Typhus-Lebendimpfstoff | Die Immunantwort kann verringert sein[1, 2] | Mindestens 24 Stunden Abstand zwischen Sulfasalazin und Impfung empfohlen |
| Leberschädigende Arzneimittel | Zusätzliche Belastung der Leber[1, 2] | Ist die Kombination unvermeidbar, Leberfunktion sorgfältig überwachen |
| Sulfonylharnstoffe (blutzuckersenkende Mittel) | Blutzuckersenkende Wirkung kann verstärkt werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Methenamin (Harnwegsmittel) | Mögliche Bildung von Kristallen im Urin[1, 2] | Kombination nicht erlaubt |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Sulfasalazin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Sulfasalazin sollte ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden [1, 2]. Unter der Behandlung wurden schwere Infektionen im Zusammenhang mit einer Unterdrückung der Blutbildung berichtet, darunter Blutvergiftung und Lungenentzündung; bei einer neuen Infektion wird engmaschig überwacht, bei einer schweren Infektion die Behandlung beendet [1, 2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Sulfasalazin, eines seiner Abbauprodukte oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Allergie gegen Sulfonamide oder Salicylate[1, 2]
- Erkrankungen der blutbildenden Organe oder bereits bestehende Blutbildveränderungen wie zu wenige weiße Blutkörperchen oder Blutplättchen[1, 2]
- Akute intermittierende Porphyrie (Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffs)[1, 2]
- Stark eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion[1, 2]
- Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Gefahr einer Blutarmut durch Zerfall roter Blutkörperchen)[1, 2]
- Darmverschluss (Ileus)[1, 2]
- Erythema exsudativum multiforme (entzündliche Hautrötung), auch in der Vorgeschichte[1, 2]
- Gleichzeitige Behandlung mit Methenamin[1, 2]
- Kinder unter 6 Jahren; nicht geeignet für systemische Verlaufsformen der juvenilen idiopathischen Arthritis[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Kontrollen: Blutbild mit Differenzialblutbild und Leberwerte vor Beginn, dann alle 2 Wochen in den ersten 3 Monaten, in den nächsten 3 Monaten monatlich, danach alle 3 Monate und nach Bedarf; Nierenfunktion einschließlich Urin zu Beginn und mindestens monatlich in den ersten 3 Monaten[1, 2]
- Wiederkehrende oder chronische Infektionen in der Vorgeschichte oder Erkrankungen, die für Infektionen anfällig machen[1, 2]
- Neigung zu Allergien (allergische Disposition) oder Bronchialasthma[1, 2]
- Leicht eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion[1, 2]
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Sulfonylharnstoffe (bestimmte blutzuckersenkende Mittel)[1, 2]
- Langsamer erblich bedingter Abbau (Langsam-Acetylierer): Der Sulfapyridin-Spiegel kann giftige Werte erreichen; laut Fachinformation wird die Bestimmung des Acetylierer-Typs vor Beginn der Behandlung empfohlen und sollte beim Auftreten von Nebenwirkungen in jedem Fall erfolgen[1, 2]
- Immunglobuline können abfallen und antinukleäre Antikörper (ANA) ansteigen; Kontrollen zu Beginn und regelmäßig werden empfohlen[1, 2]
- Ausreichend trinken während der Behandlung[1, 2]
- Blut- und Urintests: Sulfasalazin kann die Ergebnisse beeinflussen, informieren Sie die Ärztin oder den Arzt über die Einnahme[1, 2]
- Ältere Menschen: laut Fachinformation besonders sorgfältig überwachen[2]
- Kinder: Behandlung nur durch erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte einleiten und überwachen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Die Ärztin oder der Arzt entscheidet nur bei eindeutigem Bedarf und mit Vorsicht über die Verordnung, laut Fachinformation vor allem bei langsamem Abbau (Langsam-Acetylierer). Es gibt Berichte über Säuglinge mit Erkrankungen des Nervensystems (laut Fachinformation Neuralrohrdefekte) von Müttern, die in der Schwangerschaft Sulfasalazin erhielten; die Rolle von Sulfasalazin dabei wurde nicht untersucht. Weil Sulfasalazin zu Folsäuremangel führen kann, wird Frauen im gebärfähigen Alter und in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft eine zusätzliche Einnahme von Folsäure empfohlen.[1, 2]
Laut Fachinformation gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Neuralrohrdefekte beim Kind, wenn Sulfasalazin in den 3 Monaten vor Beginn der Schwangerschaft eingenommen wird; Frauen im gebärfähigen Alter ohne sicheren Empfängnisschutz sollten deshalb Folsäure erhalten.[2]
Embryotox bezeichnet Sulfasalazin als auch in der Schwangerschaft gut erprobtes Arzneimittel und gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an: In Studien mit mehr als 2.000 Schwangerschaften, überwiegend von Müttern mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung, wurde kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ermittelt. Eine schwedische Registerstudie diskutierte ein leicht erhöhtes Risiko für Herzscheidewanddefekte; Embryotox weist darauf hin, dass dort der Einnahmezeitraum nicht zuverlässig erfasst wurde und die Frauen häufig weitere Arzneimittel einnahmen. In seiner Ampel kennzeichnet Embryotox Sulfasalazin mit "grau"; bei solchen Mitteln ist laut Embryotox vor der Anwendung in der Schwangerschaft immer eine individuelle Abwägung von Nutzen und Risiko nötig. Laut Embryotox kann Sulfasalazin bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft angewendet werden; auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure sollte geachtet werden. Wird bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Mesalazin als therapeutisch gleichwertige Alternative angesehen, sollte es laut Embryotox bevorzugt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Laut Embryotox beschreiben Fallserien und Einzelberichte unter Sulfasalazin beim Mann eine verminderte Zahl und Beweglichkeit der Samenzellen, die sich nach dem Ab- oder Umsetzen zurückbildete; bei etwa 80 Schwangerschaften, die unter einer Behandlung des Vaters entstanden, wurde kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko gesehen. Bei Fruchtbarkeitsstörungen sollte Sulfasalazin laut Embryotox vermieden oder auf ein in dieser Hinsicht besser geeignetes Arzneimittel umgestellt werden; bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wurde zum Beispiel Mesalazin als Alternative eingesetzt. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Sulfasalazin und seine Abbauprodukte gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Vorsicht ist geboten, besonders bei Frühgeborenen und bei Kindern mit herabgesetzter Stoffwechselaktivität (Langsam-Acetylierer, Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel). Bei gestillten Kleinkindern wurden Blutstuhl oder Durchfall berichtet; in den Fällen, in denen der Ausgang bekannt ist, gingen sie nach dem Absetzen bei der Mutter zurück; stillenden Müttern wird Sulfasalazin deshalb nur mit Vorsicht verschrieben.[1, 2]
Laut Embryotox wurden bei voll gestillten Säuglingen in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle keine Beschwerden beobachtet, selten Durchfall. Embryotox hält die Anwendung in der Stillzeit für möglich, wenn die Sulfonamid-Wirkung erwünscht ist. Wird bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Mesalazin als therapeutisch gleichwertige Alternative angesehen, sollte es laut Embryotox auch in der Stillzeit bevorzugt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Einnahme sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken. Alkohol kann eine eingeschränkte Reaktionsfähigkeit zusätzlich verstärken.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Die Reaktionsfähigkeit kann eingeschränkt sein. Wer unter Schwindel oder zentralnervösen Störungen leidet, sollte kein Fahrzeug führen und keine gefährlichen Maschinen bedienen, verstärkt gilt das zusammen mit Alkohol.[1, 2]
Einnahme
Täglich mindestens 1 Stunde vor einer Mahlzeit mit viel Flüssigkeit einnehmen. Die Filmtabletten nicht zerbrechen oder zerstoßen, sondern im Ganzen schlucken.[1, 2]
Sulfasalazin wird im Allgemeinen als Langzeitbehandlung eingesetzt und kann bei guter Wirkung und Verträglichkeit jahrelang eingenommen werden. Eine zusätzliche Behandlung mit Schmerz- oder Entzündungshemmern kann nötig sein.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Dosis nehmen, sondern mit der verordneten Dosierung fortfahren und die Ärztin oder den Arzt um Rat fragen.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, da die Beschwerden zurückkehren können.[1]
Bei Überempfindlichkeitsreaktionen wird Sulfasalazin sofort abgesetzt. Nach einer Agranulozytose sollte es nicht erneut eingenommen werden; nach einem Stevens-Johnson-Syndrom oder einer toxischen epidermalen Nekrolyse darf es nie wieder eingenommen werden. Bei dosisabhängigen Nebenwirkungen kann es nach einer Woche Pause in kleinen, langsam steigenden Dosen erneut gegeben werden, möglichst unter ärztlicher Beobachtung.[1, 2]
Bei Männern normalisiert sich die verminderte Samenzellbildung nach dem Absetzen durchschnittlich innerhalb von 2 bis 3 Monaten.[1, 2]
Überdosierung
Mögliche Zeichen einer Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen, Magenverstimmung und Bauchschmerzen, in fortgeschrittenen Fällen Benommenheit und Krämpfe. Kontaktieren Sie umgehend Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder ein Krankenhaus; bei schwerer Vergiftung wird Sulfasalazin sofort abgesetzt. Reicht die Linderung nicht aus, erhöhen Sie die Dosis nicht selbst.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt für Erwachsene mit rheumatoider Arthritis einen Wochenplan, mit dem die Dosis stufenweise gesteigert wird, und für Kinder ab 6 Jahren eine Dosis nach Körpergewicht; die Fachinformation ergänzt Angaben für ältere Menschen und bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Sulfasalazin immer genau nach Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ein: täglich mindestens 1 Stunde vor einer Mahlzeit mit viel Flüssigkeit, die Filmtabletten im Ganzen geschluckt [1, 2]. Reicht die Linderung nicht aus, erhöhen Sie die Dosis nicht selbst, sondern fragen Sie ärztlich nach [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, sondern fahren mit der verordneten Dosierung fort [1].
Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache ab, da die Beschwerden zurückkehren können [1]. Bei Überempfindlichkeitsreaktionen wird Sulfasalazin dagegen sofort abgesetzt [1, 2]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Sulfasalazin
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Sulfasalazin-Heyl 500 mg magensaftresistente Filmtabletten [1, 2]. Präparate mit Sulfasalazin können sich in Anwendungsgebieten und Dosierung unterscheiden; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Sulfasalazin-Heyl 500 mg magensaftresistente Filmtabletten | Heyl Chem.-pharm. Fabrik GmbH & Co. KG | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Sulfasalazin medac | medac GmbH | eigene Packungsbeilage |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sulfasalazin-Heyl 500 mg magensaftresistente Filmtabletten. Heyl Chem.-pharm. Fabrik GmbH & Co. KG. Stand 02/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Sulfasalazin-Heyl 500 mg magensaftresistente Filmtabletten. Heyl Chem.-pharm. Fabrik GmbH & Co. KG. Stand 02/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Sulfasalazin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Sulfasalazin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis Sulfasalazin wirkt?
Laut Packungsbeilage setzt die Wirkung erfahrungsgemäß nach 1 bis 3 Behandlungsmonaten ein. Eine zusätzliche Behandlung mit Schmerz- oder Entzündungshemmern kann nötig sein. Sulfasalazin wird im Allgemeinen als Langzeitbehandlung eingesetzt und kann bei guter Wirkung und Verträglichkeit jahrelang eingenommen werden.
Warum färbt sich der Urin unter Sulfasalazin orange?
Eine gelb-orange Verfärbung des Urins ist eine seltene Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten; auch die Haut kann sich gelb-orange und die Augen können sich gelb färben. Sehr selten verfärben sich Kontaktlinsen gelb; eine Gelbfärbung anderer Körperflüssigkeiten ist ebenfalls beschrieben, ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. Gelbsucht ist dagegen eine gelegentliche Nebenwirkung; tritt sie auf, wird Sulfasalazin laut Packungsbeilage bis zum Vorliegen der Blutwerte abgesetzt. Lassen Sie eine Gelbfärbung von Haut oder Augen ärztlich abklären.
Welche Kontrollen sind bei Sulfasalazin nötig?
Vor Beginn und dann alle 2 Wochen in den ersten 3 Monaten sollten ein vollständiges Blutbild und die Leberwerte kontrolliert werden, in den nächsten 3 Monaten monatlich, danach alle 3 Monate und nach Bedarf. Die Nierenfunktion einschließlich Urin wird zu Beginn und mindestens monatlich in den ersten 3 Monaten geprüft. Empfohlen wird außerdem, die Immunglobuline und antinukleären Antikörper zu Beginn und regelmäßig zu kontrollieren.
Beeinflusst Sulfasalazin die Fruchtbarkeit?
Bei Männern ist eine verminderte Zahl von Samenzellen mit vorübergehend eingeschränkter Zeugungsfähigkeit sehr häufig. Die Potenz ist davon nicht betroffen, und auf die Häufigkeit von Fehlbildungen zeigte die verminderte Samenzellzahl bisher keinen Einfluss. Nach dem Absetzen normalisiert sich die Samenzellbildung durchschnittlich innerhalb von 2 bis 3 Monaten. Bei Fruchtbarkeitsstörungen sollte Sulfasalazin laut Embryotox vermieden oder auf ein in dieser Hinsicht besser geeignetes Arzneimittel umgestellt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Sulfasalazin in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage entscheidet die Ärztin oder der Arzt nur bei eindeutigem Bedarf und mit Vorsicht. Weil Sulfasalazin zu Folsäuremangel führen kann, wird Frauen im gebärfähigen Alter und in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft eine zusätzliche Einnahme von Folsäure empfohlen. Das Beratungszentrum Embryotox bezeichnet Sulfasalazin als in der Schwangerschaft gut erprobt und hält es bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft für anwendbar, kennzeichnet es in seiner Ampel aber mit "grau": Vor der Anwendung in der Schwangerschaft ist eine individuelle Abwägung von Nutzen und Risiko nötig.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Sulfasalazin nehme?
Die Packungsbeilage rät, während der Einnahme möglichst keinen Alkohol zu trinken. Alkohol kann eine eingeschränkte Reaktionsfähigkeit zusätzlich verstärken, etwa im Straßenverkehr.
Was muss ich bei der Einnahme beachten?
Nehmen Sie die Filmtabletten täglich mindestens 1 Stunde vor einer Mahlzeit mit viel Flüssigkeit ein und schlucken Sie sie im Ganzen. Trinken Sie während der Behandlung ausreichend. Eisen, Calcium, Colestyramin und manche Antibiotika können die Aufnahme oder Wirkung von Sulfasalazin beeinflussen. Fragen Sie dazu Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu