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Rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich in der Regel mehrere Gelenke dauerhaft entzünden; typisch sind warme, geschwollene und schmerzende Gelenke, die morgens in der Regel erst nach über einer Stunde wieder beweglich werden. Laut den Empfehlungen der europäischen Fachgesellschaft EULAR von 2025 sollte die Therapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten beginnen, sobald die Diagnose gestellt ist; Methotrexat sollte Teil der ersten Behandlung sein, und wird das Behandlungsziel mit klassischen Basismedikamenten nicht erreicht, sollte ein Biologikum hinzugenommen werden. Entzündungshemmende Schmerzmittel und Kortison können laut IQWiG die Beschwerden lindern, schützen aber nicht vor Gelenkschäden. Bei Verdacht auf eine rheumatoide Arthritis sind laut IQWiG Fachärztinnen und Fachärzte für Rheumatologie gute Ansprechpersonen.

Die rheumatoide Arthritis lässt sich bislang nicht heilen, Medikamente können aber die Entzündung hemmen, das Fortschreiten verzögern und Schmerzen und Schwellungen lindern [1]. Sie früh zu erkennen und zu behandeln, hilft laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Gelenkschäden vorzubeugen [1]. Laut den Empfehlungen der europäischen Fachgesellschaft EULAR (European Alliance of Associations for Rheumatology) von 2025 sollte die Therapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten beginnen, sobald die Diagnose gestellt ist (Evidenzgrad 1a, Empfehlungsstärke A) [4].
Was ist eine rheumatoide Arthritis?
Wenn von "Rheuma" gesprochen wird, ist meist die rheumatoide Arthritis gemeint. Bei ihr greift das körpereigene Abwehrsystem die Innenhaut der Gelenke an; in der Regel sind mehrere Gelenke dauerhaft entzündet [1]. Die Gelenke können schmerzen, steif werden und an Kraft verlieren [1]. Die Entzündung kann sich auch auf andere Bereiche des Körpers auswirken, etwa auf die Blutgefäße; Menschen mit Rheuma haben deshalb ein etwas höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das aber größtenteils von anderen Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und erhöhten Cholesterinwerten abhängt [1].
In Deutschland haben etwa 1 Prozent der Erwachsenen eine rheumatoide Arthritis. Meist beginnt sie nach dem 50. Lebensjahr; Frauen erkranken 2- bis 3-mal so häufig wie Männer und im Durchschnitt etwa 10 Jahre früher [1].
Symptome
Typisch sind laut IQWiG [1]:
- warme, geschwollene und schmerzende Gelenke, meist auf beiden Körperseiten die gleichen,
- steife Gelenke morgens nach dem Aufstehen, die in der Regel erst nach über einer Stunde wieder beweglich werden,
- Kraftlosigkeit: Schmerzende, steife Gelenke werden oft weniger bewegt, dadurch können mit der Zeit die Muskeln schwächer werden,
- Erschöpfung, Müdigkeit und allgemeines Schwächegefühl,
- manchmal kleine feste Knötchen unter der Haut (Rheumaknoten), wenn die Erkrankung fortschreitet.
Meist zeigt sich Rheuma zuerst an den Fingermittel-, Fingergrund- oder Zehengrundgelenken, manchmal auch an Ellbogen, Knöcheln oder Knien; auch rumpfnahe Gelenke wie die Schultern können sich entzünden. Bei manchen beginnt die Erkrankung eher mit Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder leichtem Fieber [1]. Die Beschwerden können langsam zunehmen, lange gleich bleiben oder in Schüben auftreten [1].
Ursachen und Risikofaktoren
Warum das Abwehrsystem die Gelenke angreift, ist nicht genau bekannt. Eine Rolle spielt die familiäre Veranlagung; nach einigen Theorien können Infektionen mit bestimmten Viren oder Bakterien die Autoimmunreaktion auslösen [1]. Rauchen trägt zur Entstehung einer rheumatoiden Arthritis bei und kann ihren Verlauf ungünstig beeinflussen [1]. Gelenkschmerzen können auch eine Nebenwirkung von Medikamenten sein; welche Mittel sie nennen, steht auf der Seite Gelenk- und Rückenschmerzen durch Medikamente.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach schmerzhaften Gelenken, Morgensteifigkeit und allgemeinen Beschwerden, tastet die Gelenke ab und prüft, welche entzündet sind und seit wann. Bluttests zeigen bestimmte Antikörper und Entzündungsreaktionen, Röntgen- oder Ultraschallbilder Veränderungen an den Gelenken [1]. Früh ist die Erkrankung oft schwer festzustellen, weil die Beschwerden in den ersten Wochen bis Monaten wenig ausgeprägt und nicht unbedingt typisch sind; bei Verdacht sind Fachärztinnen und Fachärzte für Rheumatologie gute Ansprechpersonen [1]. Wie sich Rheuma von Arthrose unterscheidet, steht auf der Seite Arthrose.
Behandlung ohne Medikamente
Physiotherapie und Sport können laut IQWiG Beweglichkeit, Kraft und Gelenkfunktion verbessern oder erhalten; gut eignen sich zum Beispiel Radfahren, Walking, Tanzen, Gymnastik, leichtes Krafttraining, Schwimmen und Wassergymnastik [1]. In einer Ergotherapie geht es vor allem darum, Beweglichkeit und Muskelkraft der Hände zu erhalten und den Alltag mit der Erkrankung zu meistern [1]. Psychologische Verfahren können helfen, Schmerzen und Einschränkungen besser zu bewältigen [1]. Bei fortgeschrittener Erkrankung können Hilfsmittel wie orthopädische Einlagen, Greifhilfen und speziell geformtes Besteck viele körperliche Einschränkungen ausgleichen [1]. Lindern Medikamente die Beschwerden nicht und schreitet die Erkrankung weiter fort, wird manchmal die Gelenkinnenhaut operativ entfernt; bei schweren Gelenkschäden kann eine Gelenkprothese oder eine Versteifung des Gelenks infrage kommen [1]. Ist die Erkrankung über längere Zeit nicht in den Griff zu bekommen, kommt eine Rehabilitation infrage [1].
Behandlung mit Medikamenten

Krankheitsmodifizierende Medikamente (englisch abgekürzt DMARDs) hemmen die Entzündung in den Gelenken und beugen so Gelenkschäden vor. Sie werden regelmäßig und dauerhaft angewendet, nicht nur bei Beschwerden, und bis man ihre Wirkung spürt, dauert es mehrere Wochen oder Monate [2]. Das IQWiG unterscheidet klassische Mittel, Biologika und zielgerichtete synthetische Mittel [2]. Die EULAR-Empfehlungen von 2025 nennen unter anderem (Evidenzgrad und Empfehlungsstärke in Klammern) [4]:
- Behandlungsziel: Die Behandlung sollte bei allen Betroffenen auf das Ziel eines anhaltenden Rückgangs der Krankheitszeichen (Remission) oder einer geringen Krankheitsaktivität ausgerichtet sein (1a, A). Bei aktiver Erkrankung sollte die Krankheitsaktivität alle 1 bis 3 Monate kontrolliert werden; gibt es spätestens 3 Monate nach Behandlungsbeginn keine Besserung oder ist das Ziel nach 6 Monaten nicht erreicht, sollte die Therapie angepasst werden (2b, B).
- Erste Behandlung: Methotrexat sollte Teil der ersten Behandlungsstrategie sein; bei Gegenanzeigen oder früher Unverträglichkeit sollten Leflunomid oder Sulfasalazin erwogen werden (1a, A).
- Kortison: Beim Beginn oder Wechsel klassischer Basismedikamente sollte kurzzeitig Kortison erwogen werden, das aber so rasch wie klinisch möglich verringert und abgesetzt werden sollte (1a, A).
- Nächster Schritt: Wird das Ziel mit klassischen Basismedikamenten nicht erreicht, sollte ein Biologikum hinzugenommen werden; JAK-Hemmer können erwogen werden, aber wichtige Risikofaktoren müssen berücksichtigt werden (Wirksamkeit 1a, A; Sicherheit 2a, B). Biologika und JAK-Hemmer sollten mit einem klassischen Basismedikament kombiniert werden (Wirksamkeit 1a, A).
- Anhaltende Remission: Ist Kortison abgesetzt und die Remission anhaltend, wird empfohlen, die Basismedikamente fortzuführen; eine Verringerung der Dosis kann erwogen werden (1b, A). Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Die Nebenwirkungen in der Tabelle stammen aus der Packungsbeilage eines Beispielwirkstoffs; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Klassische Basismedikamente (konventionelle synthetische DMARDs) | Methotrexat, Leflunomid, Sulfasalazin, Hydroxychloroquin [2] | Methotrexat hemmt als Folsäureanalogon das Enzym Dihydrofolat-Reduktase und damit die Bildung von Erbsubstanz; ob es bei rheumatoider Arthritis entzündungshemmend oder über das Immunsystem wirkt, ist nicht geklärt [6] | Methotrexat, sehr häufig unter anderem: weniger weiße Blutkörperchen oder Blutplättchen, Kopfschmerzen, Schwindel, Husten, Appetitlosigkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Entzündungen und Geschwüre im Mund- und Rachenraum, Anstieg der Leberwerte, Haarausfall, Schwächegefühl [5]. Leflunomid, häufig unter anderem: Durchfall, Übelkeit, leichte Erhöhung des Blutdrucks, Leberwerterhöhungen, verstärkter Haarausfall [8] |
| Glucocorticoide (Kortison) | Prednisolon [3] | Prednisolon wirkt in höheren Dosen rasch entzündungshemmend und verzögert immunsuppressiv, unter anderem durch Hemmung von Zellen des Immunsystems [13] | Ohne Häufigkeitsangabe, stark abhängig von Dosis und Dauer: unter anderem Infektionen, Gewichtszunahme, erhöhter Blutzucker, Blutdruckerhöhung, Knochenschwund, Magen-Darm-Geschwüre, Stimmungslabilität [12] |
| Biologika: TNF-alpha-Hemmer | Adalimumab, Etanercept, Infliximab [2] | Adalimumab bindet an den Botenstoff Tumornekrosefaktor (TNF) und neutralisiert ihn, indem es seine Bindung an die TNF-Rezeptoren der Zellen blockiert [14] | Adalimumab, sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle, Infektionen der Atemwege, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Hautausschlag, Schmerzen in Muskeln und Knochen, Veränderungen von Blutbild, Blutfetten und Leberwerten [14]. Etanercept, sehr häufig: Infektionen, Reaktionen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen [15] |
| Weitere Biologika | Rituximab [2] | Bindet an das Merkmal CD20 auf B-Lymphozyten, bestimmten weißen Blutkörperchen [16] | Bei rheumatoider Arthritis sehr häufig unter anderem: Infektionen wie Lungenentzündung oder Harnwegsinfekt, allergische Reaktionen meist während der Infusion, Blutdruckveränderungen, Übelkeit, Ausschlag, Fieber, Juckreiz, Kopfschmerzen, weniger schützende Eiweiße (Immunglobuline) im Blut [16] |
| JAK-Hemmer (zielgerichtete synthetische DMARDs) | Upadacitinib [2] | Hemmt selektiv und umkehrbar Januskinasen, Enzyme, die in den Zellen Signale von Botenstoffen weiterleiten, unter anderem für Entzündungsreaktionen [17] | Sehr häufig: Infektionen von Nase und Rachen, Akne (in den Studien zu rheumatologischen Erkrankungen laut Fachinformation häufig); häufig unter anderem Husten, Fieber, Lippenherpes, Übelkeit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme [17] |
| NSAR (nur gegen die Beschwerden) | Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Etoricoxib, Celecoxib [3] | Diclofenac wirkt über eine Hemmung der Prostaglandinbildung und verringert entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber [19] | Diclofenac, sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt; häufig unter anderem Verdauungsstörungen, Magen-Darm-Geschwüre, Kopfschmerzen, Schwindel, erhöhte Leberwerte [18] |
Häufigkeiten laut Packungsbeilage: "sehr häufig" bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bei bis zu 1 von 10 [5].
Methotrexat
Am Anfang einer Rheumabehandlung steht laut IQWiG in der Regel Methotrexat, oft anfangs zusammen mit Prednisolon [2]. Als Tabletten (metex) ist es laut Packungsbeilage zugelassen bei schweren Formen der aktiven rheumatoiden Arthritis, wenn andere Basistherapeutika oder NSAR nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden oder wenn der Verlauf von Anfang an besonders aggressiv ist [5]; als Fertigspritze laut Fachinformation bei aktiver rheumatoider Arthritis bei Erwachsenen [7]. Es wird nur einmal wöchentlich angewendet; die Packungsbeilage empfiehlt einen festen Wochentag [5]. Fol- oder Folinsäure kann laut Fachinformation Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Mundschleimhautentzündung, Haarausfall und den Anstieg der Leberwerte verringern [6]; ob und wie Sie Folsäure nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Während der Behandlung sollten Sie laut Packungsbeilage keinen Alkohol trinken, und Sie dürfen keine Impfung mit Lebendimpfstoffen erhalten [5]. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosis stehen unter Methotrexat.
Leflunomid, Sulfasalazin und Hydroxychloroquin
Wirkt ein Mittel nicht oder wird es schlecht vertragen, kommen andere klassische Basismedikamente infrage [2]. Leflunomid ist zur Behandlung Erwachsener mit aktiver rheumatoider Arthritis zugelassen [8], Sulfasalazin für die aktive rheumatoide Arthritis bei Erwachsenen [10], Hydroxychloroquin unter anderem bei rheumatoider Arthritis [11]. Hydroxychloroquin darf laut Packungsbeilage bei einer vorbestehenden Netzhauterkrankung nicht eingenommen werden; vor und während einer längerfristigen Behandlung sollten beide Augen augenärztlich untersucht werden [11].
Kortison
Kortisonpräparate wie Prednisolon helfen laut IQWiG gegen Schmerzen und Gelenkschwellungen; ihre Wirkung setzt schnell ein und ist stärker als die von NSAR. Sie können die Zeit überbrücken, bis die Basistherapie wirkt, und vorübergehend bei Rheumaschüben eingesetzt werden [3]. Kortison kann laut IQWiG auch in einzelne stark entzündete Gelenke gespritzt werden; dann ist das Risiko für Nebenwirkungen im ganzen Körper geringer, örtlich ist aber etwa eine Infektion im Gelenk möglich [3]. Prednisolon ist laut Packungsbeilage unter anderem bei voranschreitender rheumatischer Gelenkentzündung mit schwerer fortschreitender Verlaufsform zugelassen [12]. Mehr: Prednisolon absetzen.
Biologika und JAK-Hemmer
Biologika werden laut IQWiG aus lebenden Zellkulturen gewonnen und hemmen zum Beispiel bestimmte Signalstoffe des Abwehrsystems. Sie werden gespritzt oder als Infusion gegeben, in der Regel zusammen mit Methotrexat; wer Methotrexat nicht verträgt, kann direkt mit einem Biologikum beginnen [2]. In Deutschland zugelassen sind laut IQWiG Abatacept, Adalimumab, Anakinra, Certolizumab pegol, Etanercept, Golimumab, Infliximab, Rituximab und Tocilizumab [2]. Adalimumab ist laut Packungsbeilage bei mäßiger bis schwerer rheumatoider Arthritis bei Erwachsenen zugelassen, wenn Basistherapeutika wie Methotrexat nicht ausreichend wirken, außerdem bei schwerer aktiver und fortschreitender Erkrankung ohne vorherige Behandlung mit Methotrexat [14]. Rituximab ist laut Fachinformation in Kombination mit Methotrexat für Erwachsene mit schwerer aktiver rheumatoider Arthritis zugelassen, die auf andere krankheitsmodifizierende Medikamente einschließlich einer oder mehrerer Behandlungen mit TNF-Hemmern ungenügend angesprochen oder diese nicht vertragen haben [16].
JAK-Hemmer sind chemisch hergestellte Wirkstoffe, die als Tabletten eingenommen werden; laut IQWiG gehören dazu Tofacitinib, Baricitinib, Upadacitinib und Filgotinib [2]. Upadacitinib erhalten Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis laut Packungsbeilage, wenn andere Arzneimittel wie Methotrexat nicht ausreichend wirken [17].
Schmerzmittel
Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) können gegen Gelenkschmerzen helfen, schützen aber nicht vor Gelenkschäden [3]. Sie sollten laut IQWiG nur bei Bedarf und nicht über längere Zeit eingenommen werden, möglichst niedrig dosiert; Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol und Pantoprazol senken das Risiko für Komplikationen im Magen-Darm-Trakt deutlich [3]. Diclofenac ist laut Packungsbeilage unter anderem bei chronischen Gelenkentzündungen, insbesondere bei rheumatoider Arthritis, zugelassen [18]. Paracetamol hilft Menschen mit Rheuma laut IQWiG kaum und lindert ihre Schmerzen deutlich schlechter als NSAR [3].
Schwangerschaft und Kinderwunsch
Methotrexat und Leflunomid können laut IQWiG in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen führen [2]. Frauen müssen laut Packungsbeilage während der Behandlung mit Methotrexat und mindestens 6 Monate danach eine Schwangerschaft vermeiden, Männer dürfen während der Behandlung und mindestens 3 Monate danach kein Kind zeugen [5]. Frauen im gebärfähigen Alter dürfen Leflunomid nicht ohne zuverlässigen Empfängnisschutz einnehmen; bis es nach dem Absetzen vollständig ausgeschieden ist, kann es bis zu 2 Jahre dauern [8]. Laut einem Rote-Hand-Brief vom 07.03.2022 sollten Säuglinge, die im Mutterleib Infliximab ausgesetzt waren, bis 12 Monate nach der Geburt keine Lebendimpfstoffe erhalten; bei gestillten Säuglingen, deren Mutter Infliximab erhält, wird die Anwendung von Lebendimpfstoffen nicht empfohlen, außer beim Säugling ist kein Infliximab im Blut nachweisbar [24]. Was Embryotox zu einzelnen Mitteln schreibt, steht auf den Wirkstoffseiten, zum Beispiel bei Methotrexat und Prednisolon in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen der Medikamente
Methotrexat: Laut einem Rote-Hand-Brief vom 25.11.2019 wurden Dosierungsfehler mit schwerwiegenden, auch tödlichen Folgen gemeldet, wenn Methotrexat bei Autoimmunerkrankungen täglich statt einmal wöchentlich angewendet wurde [20]. Auch in niedrigen Dosen können schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten; deshalb sind laut Packungsbeilage Kontroll- und Laboruntersuchungen nötig [5]. Methotrexat kann die Widerstandskraft gegen Infektionen herabsetzen, die Leber schädigen und die Lunge entzünden [5]. Mehr: Infektanfälligkeit, Erhöhte Leberwerte, Blutungen und Blutbild und Haarausfall.
Leflunomid, Sulfasalazin, Hydroxychloroquin: Leflunomid kann laut Packungsbeilage gelegentlich zu Problemen mit Blut, Leber, Lunge oder Nerven führen [8]. Bei Sulfasalazin sind unter anderem sehr häufig Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Müdigkeit, bei Männern auch zu wenige Samenzellen mit vorübergehend eingeschränkter Zeugungsfähigkeit [9]. Hydroxychloroquin kann laut Packungsbeilage die Netzhaut schädigen [11]. Laut einer Risikoinformation des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vom 27.11.2020 hat eine europäische Überprüfung einen Zusammenhang zwischen Chloroquin oder Hydroxychloroquin und dem Risiko für psychiatrische Störungen und suizidales Verhalten bestätigt; die Mittel können auch in zugelassenen Dosen psychiatrische Störungen verursachen, manchmal schwerwiegend und auch bei Menschen ohne frühere psychische Probleme; bei Hydroxychloroquin können sie im ersten Monat nach Beginn der Behandlung auftreten [22].
Kortison: Längerfristig eingenommen, können Kortisonpräparate laut IQWiG eine Reihe ernsthafter Nebenwirkungen haben und unter anderem das Infektionsrisiko erhöhen; bei Osteoporose kann es sinnvoll sein, sie mit Kalzium und Vitamin D zu kombinieren [3]. Mehr: Osteoporose durch Medikamente, Blutzucker und Gewichtszunahme.
Biologika: Vor Beginn einer Behandlung mit Adalimumab wird laut Packungsbeilage auf Tuberkulose untersucht, da unter der Behandlung Tuberkulosefälle berichtet wurden; häufig sind auch schwere Infektionen [14]. Laut einem Rote-Hand-Brief vom 06.11.2008 wurde bei Rituximab über eine progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) berichtet, eine seltene Erkrankung des Gehirns, die in der Regel tödlich verläuft oder zu schwerer Behinderung führt, auch bei rheumatoider Arthritis [23].
JAK-Hemmer: Laut einem Rote-Hand-Brief vom 17.03.2023 wurden bei Menschen mit rheumatoider Arthritis, die bestimmte Risikofaktoren aufwiesen und mit JAK-Hemmern behandelt wurden, im Vergleich zu TNF-alpha-Hemmern häufiger bösartige Erkrankungen, schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse, schwere Infektionen, venöse Blutgerinnsel und Todesfälle beobachtet; diese Risiken gelten als Klasseneffekt. Bei Menschen ab 65 Jahren, Rauchern und ehemaligen Langzeitrauchern sowie bei weiteren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs sollten JAK-Hemmer nur angewendet werden, wenn es keine geeigneten Behandlungsalternativen gibt; bei anderen Risikofaktoren für venöse Blutgerinnsel sollten sie mit Vorsicht angewendet werden. Regelmäßige Hautuntersuchungen werden bei allen Behandelten empfohlen [21].
NSAR: Magengeschwüre oder Blutungen treten laut IQWiG unter anderem eher auf bei Menschen über 65 Jahren, nach früheren Magengeschwüren oder -blutungen, bei viel Alkohol und bei gleichzeitiger Einnahme von Gerinnungshemmern, bestimmten Antidepressiva (SSRI), Kortison oder mehreren entzündungshemmenden Schmerzmitteln [3]. Diclofenac ist laut einem Rote-Hand-Brief vom Juli 2013 bei bestehender Herzschwäche (NYHA-Stadien II bis IV) und Durchblutungsstörungen von Herz, Beinen oder Gehirn kontraindiziert [25]. Mehr: Magenbeschwerden.
Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Leben mit rheumatoider Arthritis
Schmerzen, Erschöpfung, Nebenwirkungen und körperliche Einschränkungen können den Alltag laut IQWiG erheblich beeinträchtigen; viele brauchen für Alltagstätigkeiten mehr Zeit und müssen sich öfter ausruhen [1]. Die Erkrankung kann mit Angst vor der Zukunft, Trauer oder Wut verbunden sein; viele lernen aber, so damit umzugehen, dass trotz Einschränkungen ein erfülltes Leben möglich ist [1]. Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen bieten Unterstützung [1]. Wem die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung gegen Gürtelrose empfiehlt, steht auf der Seite Gürtelrose-Impfung.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Unter Methotrexat informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion wie Schwellungen von Gesicht, Lippen oder Rachen mit Schluck- oder Atembeschwerden, bei Lungenbeschwerden wie trockenem Reizhusten, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen oder Fieber, bei blutigem Auswurf, Gelbfärbung von Haut oder Augen, verminderter oder fehlender Urinausscheidung und bei Zeichen einer Infektion wie Fieber, Schüttelfrost oder Halsschmerzen [5]. Bemerken Sie unter Methotrexat einen schwerwiegenden Gewebeverlust und ein Abschälen der Haut, häufig zusammen mit schmerzhaften wunden Stellen im Mund oder an Schleimhäuten (epidermale Nekrose), beenden Sie laut Packungsbeilage die Anwendung und suchen sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [5]. Bei Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und schmerzhaften Schleimhautentzündungen unter Sulfasalazin ist es laut Packungsbeilage sofort abzusetzen und die Ärztin oder der Arzt aufzusuchen [9]. Bemerken Sie unter Hydroxychloroquin eine Minderung der Sehschärfe oder einen Ausfall des Rotsehens, ist laut Packungsbeilage sofort die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt zu informieren [11]; bei psychischen Problemen wie irrationalen Gedanken, Angst, Halluzinationen, Verwirrtheit oder Depressionen, einschließlich Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid, sollte laut BfArM sofort eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden, auch wenn andere Personen diese Veränderungen bemerken [22]. Unter Adalimumab benachrichtigen Sie laut Packungsbeilage so bald wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bei Anzeichen einer Infektion wie Fieber, Krankheitsgefühl, Wunden, Zahnproblemen oder Brennen beim Wasserlassen [14]. Unter Upadacitinib informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bei plötzlicher Kurzatmigkeit, Schmerzen in Brust oder oberem Rücken oder Schwellungen und Schmerzen der Beine oder Arme, weil das Zeichen für Blutgerinnsel sein können; ebenso bei Fieber, Wunden, mehr Müdigkeit als gewöhnlich oder Zahnproblemen, da dies Anzeichen einer Infektion sein können [17].
Schwere Atemnot, starke Brustschmerzen, Bewusstlosigkeit und Suizidversuche sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112 [26]. Sind die Praxen geschlossen, handelt es sich um Beschwerden, mit denen Sie sonst eine Praxis aufsuchen würden, und kann die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [26].
Quellen
- Rheumatoide Arthritis. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 15.11.2023. abgerufen am 18.10.2026
- Medikamente zur Vorbeugung von Gelenkschäden (rheumatoide Arthritis). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 15.11.2023. abgerufen am 18.10.2026
- Schmerzmittel bei rheumatoider Arthritis. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 15.11.2023. abgerufen am 18.10.2026
- Leitlinie Smolen JS et al.: EULAR recommendations for the management of rheumatoid arthritis with synthetic and biologic disease-modifying antirheumatic drugs: 2025 update. Ann Rheum Dis 2026; 85(6): 991-1009 (Tabelle 1 mit Evidenzgrad und Empfehlungsstärke; Open Access, CC BY-NC-ND 4.0). European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR). Stand 2026 (Band 85, Heft 6; angenommen am 31.01.2026). abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation metex 50 mg/ml Injektionslösung, Fertigspritze. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Arava (Leflunomid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sulfasalazin-Heyl 500 mg magensaftresistente Filmtabletten. Heyl Chem.-pharm. Fabrik GmbH & Co. KG. Stand 02/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Sulfasalazin-Heyl 500 mg magensaftresistente Filmtabletten. Heyl Chem.-pharm. Fabrik GmbH & Co. KG. Stand 02/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quensyl 200 mg Filmtabletten (Hydroxychloroquinsulfat). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Humira (Adalimumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Enbrel (Etanercept), Anhang III B: Packungsbeilage. Pfizer Europe MA EEIG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2025. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation MabThera (Rituximab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Roche Registration GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Rinvoq (Upadacitinib), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diclofenac-ratiopharm 50 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Diclofenac-ratiopharm magensaftresistente Tabletten (25 mg und 50 mg). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Methotrexat: Neue Maßnahmen zur Vermeidung von Dosierungsfehlern mit potenziell tödlichen Folgen bei der Anwendung von Methotrexat bei Autoimmunerkrankungen. Zulassungsinhaber methotrexathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Stand 25.11.2019. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Januskinase-Inhibitoren (Cibinqo, Jyseleca, Olumiant, Rinvoq, Xeljanz): Aktualisierte Empfehlungen zur Minimierung der Risiken. AbbVie, Galapagos, Lilly und Pfizer in Abstimmung mit EMA und BfArM; veröffentlicht vom BfArM. Stand 17.03.2023. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Hydroxychloroquin und Chloroquin: Psychiatrische Störungen. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 27.11.2020. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief für Rituximab (MabThera): Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) im Zusammenhang mit der Anwendung von MabThera bei Autoimmunerkrankungen einschließlich der rheumatoiden Arthritis. Roche Pharma AG, mit den europäischen Behörden abgestimmt (Archiv der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft). Stand 06.11.2008. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Infliximab (Remicade, Flixabi, Inflectra, Remsima, Zessly): Anwendung von Lebendimpfstoffen bei Säuglingen, die in utero oder über das Stillen exponiert waren. Zulassungsinhaber Infliximab-haltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und Paul-Ehrlich-Institut (Archiv der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft). Stand 07.03.2022. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Diclofenac-haltigen Arzneimitteln: Kardiovaskuläre Risiken (Neue Kontraindikationen und Warnhinweise nach europaweiter Überprüfung der kardiovaskulären Sicherheit). Zulassungsinhaber systemisch angewendeter Diclofenac-haltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht vom BfArM am 16.07.2013). Stand Juli 2013. abgerufen am 18.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente helfen bei rheumatoider Arthritis?
Die Grundlage sind krankheitsmodifizierende Medikamente, auch Basismedikamente genannt. Das IQWiG teilt sie in klassische Mittel wie Methotrexat, Leflunomid, (Hydroxy)Chloroquin und Sulfasalazin, Biologika wie Adalimumab oder Etanercept und zielgerichtete synthetische Mittel wie die JAK-Hemmer ein. Laut EULAR-Empfehlungen 2025 sollte Methotrexat Teil der ersten Behandlung sein; wird das Behandlungsziel mit klassischen Basismedikamenten nicht erreicht, sollte ein Biologikum hinzugenommen werden, JAK-Hemmer können unter Berücksichtigung wichtiger Risikofaktoren erwogen werden. Kortison und entzündungshemmende Schmerzmittel können laut IQWiG die Beschwerden lindern, schützen aber nicht vor Gelenkschäden.
Wie lange dauert es, bis Methotrexat wirkt?
Mit einem Ansprechen ist laut Packungsbeilage von metex Tabletten etwa nach 4 bis 8 Wochen zu rechnen. Bis man die Wirkung krankheitsmodifizierender Medikamente spürt, dauert es laut IQWiG mehrere Wochen oder Monate; sie werden regelmäßig und dauerhaft angewendet, nicht nur bei Beschwerden. Bis dahin kann Kortison laut IQWiG helfen, die Zeit zu überbrücken.
Warum wird Methotrexat nur einmal pro Woche eingenommen?
Bei rheumatoider Arthritis und Schuppenflechte wird Methotrexat laut Packungsbeilage nur einmal wöchentlich angewendet; die Tabletten dürfen nicht täglich eingenommen werden. Laut einem Rote-Hand-Brief vom 25.11.2019 wurden Dosierungsfehler mit schwerwiegenden Folgen, auch mit tödlichem Verlauf, gemeldet, wenn Methotrexat bei Autoimmunerkrankungen täglich statt einmal wöchentlich angewendet wurde. Die Packungsbeilage empfiehlt, einen festen Wochentag für die Einnahme zu wählen. Wie viel Sie nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen unter Methotrexat.
Wie lange darf man Kortison bei Rheuma nehmen?
Laut EULAR-Empfehlungen 2025 sollte Kortison beim Beginn oder Wechsel klassischer Basismedikamente kurzzeitig erwogen werden und so rasch wie klinisch möglich verringert und abgesetzt werden. Das IQWiG schreibt, Fachleute empfehlen, Kortisonpräparate höchstens 3 bis 6 Monate lang einzunehmen. Wird die Behandlung zu schnell beendet, können sich die Beschwerden laut IQWiG verstärken; deshalb wird die Dosis langsam verringert. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Was sind Biologika?
Biologika werden laut IQWiG aus lebenden Zellkulturen gewonnen und hemmen zum Beispiel bestimmte Signalstoffe des Abwehrsystems. Sie kommen für Menschen infrage, denen klassische Basismedikamente nicht ausreichend helfen, und werden in der Regel mit Methotrexat kombiniert; sie werden gespritzt oder als Infusion gegeben. Zu den Nebenwirkungen gehören Reaktionen an der Einstichstelle und Infektionen, bei Adalimumab laut Packungsbeilage sehr häufig Infektionen der Atemwege.
Kann ich mit rheumatoider Arthritis schwanger werden?
Methotrexat und Leflunomid können laut IQWiG in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Ungeborenen führen. Frauen müssen laut Packungsbeilage während der Behandlung mit Methotrexat und mindestens 6 Monate danach eine Schwangerschaft vermeiden, Männer dürfen während der Behandlung und mindestens 3 Monate danach kein Kind zeugen. Nach dem Absetzen von Leflunomid kann es laut Packungsbeilage bis zu 2 Jahre dauern, bis es vollständig ausgeschieden ist. Frauen mit Kinderwunsch sprechen laut IQWiG am besten schon vor einer Schwangerschaft mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt.
Was ist der Unterschied zwischen Rheuma und Arthrose?
Die rheumatoide Arthritis ist laut IQWiG eine entzündliche Autoimmunerkrankung. Bei Arthrose sind andere Gelenke zuerst betroffen; nach Pausen besteht oft ein kurzer Anlaufschmerz, und die Gelenke schmerzen vor allem bei Bewegung, nicht in Ruhe. Beide Erkrankungen verlaufen deutlich anders und werden unterschiedlich behandelt. Mehr dazu auf der Seite Arthrose.
Was kann ich selbst bei rheumatoider Arthritis tun?
Physiotherapie und Sport können laut IQWiG Beweglichkeit, Kraft und Gelenkfunktion verbessern oder erhalten, etwa Radfahren, Walking, Tanzen, Gymnastik, leichtes Krafttraining, Schwimmen und Wassergymnastik. Rauchen trägt laut IQWiG zur Entstehung einer rheumatoiden Arthritis bei und kann ihren Verlauf ungünstig beeinflussen. Hilfsmittel wie Greifhilfen oder speziell geformtes Besteck können den Alltag erleichtern.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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