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Lupus erythematodes
Beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) richtet sich das Abwehrsystem gegen körpereigenes Bindegewebe; betroffen sein können Haut, Gelenke und innere Organe wie die Nieren. Laut S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (Version 1.2 von 2025) soll Hydroxychloroquin bei allen Erkrankten ab der Diagnose eingesetzt werden; Glukokortikoide (Kortison) sollen so bald wie möglich auf eine niedrige Erhaltungsdosis reduziert und besser ganz abgesetzt werden; reicht das nicht, soll eine Therapie mit Immunsuppressiva oder Biologika eingeleitet werden (jeweils Empfehlungsgrad A). Fieber unter einer Behandlung, die das Abwehrsystem dämpft, kann auf eine gefährliche Infektion hinweisen und gehört ärztlich abgeklärt.

Beim Lupus erythematodes richtet sich das Abwehrsystem gegen körpereigenes Bindegewebe, etwa in der Haut und in Blutgefäßen. Betroffen sein können Haut, Gelenke und innere Organe wie die Nieren [2]. Laut S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), Version 1.2 von 2025, soll Hydroxychloroquin bei allen Erkrankten ab der Diagnose eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A). Sind die Beschwerden damit und mit niedrig dosiertem Kortison nicht ausreichend kontrolliert, soll eine Therapie mit Immunsuppressiva oder Biologika eingeleitet werden (Empfehlungsgrad A) [1].
Was ist Lupus erythematodes?
Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist laut Leitlinie eine heterogene und komplexe systemische Autoimmunerkrankung, die für viele Betroffene schwere Einschränkungen ihrer Lebensqualität bedeutet [1]. Die Abwehrstoffe lösen vor allem in Blutgefäßen eine Entzündung aus; werden Blutgefäße geschädigt, können auch Organe geschädigt werden [2]. Über alle Altersklassen hinweg sind 90 % der Erkrankten Frauen. In der europäischen Bevölkerung streut das Alter beim Beginn neben einem Erkrankungsgipfel nach der Pubertät weit [1]. Die Leitlinie gilt für Erwachsene; für Lupus im Kindes- und Jugendalter gibt es eine eigene Leitlinie [1].
Daneben gibt es Formen, die vor allem die Haut betreffen (kutaner Lupus erythematodes). Bei einer davon, dem subakuten kutanen Lupus, richten sich die Abwehrstoffe gegen das Bindegewebe der kleinen Blutgefäße in der Haut. Es kann sein, dass auch andere Organe betroffen sind [3].
Symptome
Typische Beschwerden sind laut gesund.bund.de Schmerzen in Muskeln und Gelenken; man kann auch Hautrötungen haben, zum Beispiel im Gesicht. Sind die Nieren betroffen, arbeiten sie möglicherweise nicht mehr richtig, und es kann ein hoher Blutdruck entstehen [2]. Die Klassifikationskriterien, die die Leitlinie abbildet, listen typische Zeichen auf, die an einen SLE denken lassen sollten [1]:
- Fieber,
- Haarausfall ohne Narbenbildung und Geschwüre im Mund,
- Hautlupus in akuter, subakuter oder diskoider Form,
- Gelenkentzündung: Entzündung der Gelenkinnenhaut (Synovialitis) oder Druckschmerz in mindestens 2 Gelenken,
- Erguss im Brustfell (Pleura) oder im Herzbeutel oder eine akute Herzbeutelentzündung,
- Beteiligung des Nervensystems mit Verwirrtheit (Delirium), Psychose oder epileptischen Anfällen,
- zu wenig weiße Blutkörperchen oder Blutplättchen oder ein Abbau roter Blutkörperchen durch Autoantikörper (Autoimmunhämolyse),
- Eiweiß im Urin oder eine Nierenentzündung (Lupusnephritis).
Für viele Betroffene ist eine ausgeprägte Erschöpfung (Fatigue) laut Leitlinie ein führendes Symptom [1]. Eine Lupusnephritis kann lange Zeit keine Beschwerden machen; die Leitlinie nennt sie eine häufige und schwerwiegende Organbeteiligung [1].
Beim subakuten kutanen Lupus bilden sich vor allem am Kopf, am Rücken und an den Armen rote, erhabene Flecken, die rundlich und etwa so groß wie eine Münze sein können. Die Haut kann dort rau oder schuppig sein [3].
Ursachen und Risikofaktoren
Die Hautveränderungen des subakuten kutanen Lupus können unter anderem durch Sonnenlicht oder bestimmte Medikamente mit ausgelöst oder verstärkt werden [3].
Medikamente als Ursache: Ein systemischer Lupus erythematodes kann auch durch ein Arzneimittel ausgelöst werden; dafür gibt es eine eigene Diagnose [4]. Ein Beispiel: Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol sind laut Fachinformation mit sehr seltenen Fällen eines subakuten kutanen Lupus erythematodes verbunden. Treten Hautveränderungen vor allem an sonnenbeschienenen Stellen auf und kommen Gelenkschmerzen hinzu, sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden. Nach einem solchen Hautlupus unter einem Protonenpumpenhemmer kann das Risiko auch unter anderen Mitteln dieser Gruppe erhöht sein [20].
Diagnose
Besteht ein begründeter Verdacht auf einen SLE, soll die betroffene Person laut Leitlinie zeitnah einer Spezialistin oder einem Spezialisten vorgestellt werden, um die Diagnose zu sichern. Die Diagnose ist immer eine ärztliche Entscheidung [1]. Die Klassifikationskriterien setzen antinukleäre Antikörper (ANA) im Blut ab einem Titer von 1:80 voraus und vergeben Punkte für Beschwerden und Laborbefunde, etwa Antikörper gegen doppelsträngige DNA oder erniedrigte Komplementfaktoren [1].
Weil eine Nierenbeteiligung lange unbemerkt bleiben kann, sollten Erkrankte ohne bekannte Lupusnephritis laut Leitlinie alle 3 Monate auf Eiweiß im Urin untersucht werden (Expertenkonsens). Besteht der Verdacht auf eine erstmals auftretende Lupusnephritis, soll eine Nierenbiopsie durchgeführt werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Laut Leitlinie wird die Krankheitsaktivität bei jedem Termin erfasst, die Überwachung der Behandlung umfasst auch mögliche Nebenwirkungen, Organschäden werden einmal im Jahr erfasst; Begleiterkrankungen sollten mindestens einmal im Jahr dokumentiert werden [1].
Behandlung ohne Medikamente
Behandlung mit und ohne Medikamente wird laut Leitlinie in gemeinsamer Entscheidung an die jeweilige Situation angepasst; Ziel ist eine dauerhafte Remission [1]. Zum Management ohne Medikamente gehören laut Leitlinie [1]:
- Sonnenschutz: konsequent, mit mindestens Lichtschutzfaktor 50.
- Lebensstil: ausgewogene Ernährung, körperliche Bewegung und Rauchverzicht.
- Impfungen: Alle Erkrankten sollen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) geimpft werden (Empfehlungsgrad A); dabei sollte die Immunsuppression berücksichtigt werden (Empfehlungsgrad B).
- Fatigue: Zur Behandlung sollten Schulungen und körperliches Training durchgeführt werden (Empfehlungsgrad B).
- Herz und Gefäße: Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollen regelmäßig überprüft werden (Empfehlungsgrad B). Wegen des erhöhten Risikos sollten Erkrankte allgemeine Vorbeugemaßnahmen wahrnehmen und nach Leitlinie behandelt werden: mit Änderungen des Lebensstils, niedrig dosierter Acetylsalicylsäure, Einstellung des Blutdrucks und Kontrolle der Blutfette (Empfehlungsgrad B).
Die häufig komplexe Therapie kann es laut Leitlinie schwer machen, die Medikamente wie vereinbart einzunehmen; das sollte regelmäßig angesprochen werden, vor allem wenn das Therapieziel nicht erreicht wird. Die Behandlung profitiert von gut informierten Betroffenen, wofür die Einbindung in die Selbsthilfe von großer Bedeutung ist [1]. An der Leitlinie haben die Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V. und die Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e. V. mitgewirkt [1].
Behandlung mit Medikamenten

Die Leitlinie weist darauf hin, dass ihre Empfehlungen sich nach der Evidenz richten und nicht grundsätzlich den Zulassungsstatus in Deutschland wiedergeben [1]. Die Tabelle nennt die Gruppen der Leitlinie mit Wirkstoffen, die für Lupus zugelassen sind; die Nebenwirkungen stammen aus Packungsbeilage oder Fachinformation eines Beispielpräparats ("sehr häufig": bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig": bei bis zu 1 von 10). Bei Prednisolon gibt die Packungsbeilage keine Häufigkeiten an, weil sie stark von Dosis und Dauer abhängen.
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Malariamittel (Antimalariamittel) | Hydroxychloroquin [5] | Die Wirkung beim SLE ist belegt; die antirheumatische Wirkung könnte über eine Dämpfung des Abwehrsystems zustande kommen, zum Beispiel durch Hemmung von Komplement- und Antigen-Antikörper-Reaktionen [6] | Sehr häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit; häufig: verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Juckreiz, Blähungen, Durchfall mit Gewichtsverlust, Erbrechen, verschwommenes Sehen (dosisabhängig, rückbildungsfähig), Empfindlichkeit (Affektlabilität) [5] |
| Glukokortikoide (Kortison) | Prednisolon [8] | In höheren Dosen als zum Hormonersatz rasch entzündungshemmend und verzögert immunsuppressiv; hemmt Wanderung und Aktivität von Abwehrzellen sowie Freisetzung und Wirkung von Botenstoffen der Entzündungs- und Immunreaktion [9] | Häufigkeit nicht angegeben, unter anderem: Infektionen, Gewichtszunahme, erhöhte Blutzuckerwerte, Cushing-Syndrom, Knochenschwund (Osteoporose), Linsentrübung, erhöhter Augeninnendruck, Blutdruckerhöhung, Magen-Darm-Geschwüre, Depressionen, Stimmungslabilität [8] |
| Immunsuppressiva | Azathioprin [10] | Vorstufe von 6-Mercaptopurin; hemmt die Vermehrung und Aktivität bestimmter Abwehrzellen (B- und T-Lymphozyten). Die Wirkung kann erst nach mehreren Wochen oder Monaten erkennbar sein [11] | Sehr häufig: Unterdrückung der Knochenmarkfunktion, weniger weiße Blutkörperchen (Leukopenie); häufig: weniger Blutplättchen (Thrombozytopenie); laut Fachinformation auch Übelkeit, bisweilen mit Erbrechen [10, 11] |
Hydroxychloroquin als Basis
Hydroxychloroquin soll laut Leitlinie bei allen Erkrankten ab der Diagnosestellung eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A); die Leitlinie nennt es die Basis jeder Behandlung beim SLE. Eine am Körpergewicht ausgerichtete Dosis sollte angestrebt werden (Empfehlungsgrad B) [1]. Laut Packungsbeilage dauert es mehrere Wochen, bis die Wirkung einsetzt; bessert sich das Krankheitsbild innerhalb von 6 Monaten nicht objektiv, ist das Präparat abzusetzen [5]. Anders als Glukokortikoide und Immunsuppressiva sollte Hydroxychloroquin laut Leitlinie auch in einer Remission nicht beendet werden, wenn keine inakzeptablen Nebenwirkungen vorliegen [1].
Glukokortikoide (Kortison)
Glukokortikoide sollen laut Leitlinie nach Art und Schwere der Organbeteiligung dosiert und so bald wie möglich auf eine niedrige Erhaltungsdosis bis zu einer festgelegten Obergrenze reduziert und besser ganz abgesetzt werden (Empfehlungsgrad A). Bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung können anfangs Methylprednisolon-Stöße in die Vene über 1 bis 3 Tage erwogen werden (Empfehlungsgrad 0) [1]. Prednisolon ist laut Packungsbeilage unter anderem für aktive Phasen eines Lupus erythematodes zugelassen, der innere Organe betrifft, und für chronisch diskoiden und subakut kutanen Lupus erythematodes, wenn Kortison zum Auftragen wegen Schweregrad, Ausdehnung oder Beteiligung innerer Organe nicht ausreicht [8].
Immunsuppressiva und Biologika
Sind die Beschwerden unter Hydroxychloroquin und niedrig dosierten Glukokortikoiden nicht ausreichend kontrolliert, soll laut Leitlinie eine Therapie mit Azathioprin, Methotrexat, Mycophenolat oder den Biologika Anifrolumab oder Belimumab eingeleitet werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Zugelassen sind:
- Azathioprin bei mäßig schweren bis schweren Verlaufsformen des SLE, üblicherweise zusammen mit Glukokortikoiden [10].
- Belimumab als Zusatztherapie bei aktivem, Autoantikörper-positivem SLE mit hoher Krankheitsaktivität trotz Standardtherapie, je nach Darreichungsform ab 5 Jahren oder bei Erwachsenen, und bei Erwachsenen zusammen mit immunsuppressiven Basistherapien bei aktiver Lupusnephritis. Der Antikörper blockiert einen Überlebensfaktor für B-Zellen (BLyS) [12].
- Anifrolumab als Zusatztherapie bei Erwachsenen mit moderatem bis schwerem, aktivem, Autoantikörper-positivem SLE, die bereits eine Standardtherapie erhalten. Der Antikörper hemmt die Signale von Typ-I-Interferonen [14].
Lupus gehört dagegen nicht zu den Anwendungsgebieten in der Packungsbeilage von Methotrexat (metex) [15]. Mycophenolsäure (Myfortic) ist laut Packungsbeilage nur dafür zugelassen, die Abstoßung einer transplantierten Niere zu verhindern [16]. Mehr dazu im Ratgeber Off-Label-Use.
Bei akut organ- oder lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der Niere sollte laut Leitlinie eine Therapie mit Cyclophosphamid in die Vene oder in therapieresistenten Fällen eine Behandlung erfolgen, die B-Zellen beseitigt (Empfehlungsgrad B). Diese B-Zell-depletierende Therapie, bisher meist mit Rituximab, wird beim SLE laut Leitlinie off-label eingesetzt [1].
Hautbeteiligung
Hautbeschwerden des SLE sollen laut Leitlinie neben Hydroxychloroquin mit örtlich entzündungshemmenden Mitteln behandelt werden, darunter Kortison-Cremes der Wirkstärkeklassen 2 bis 4 (Empfehlungsgrad A). Reicht das nicht, sollen zusätzlich im ganzen Körper wirkende (systemische) Glukokortikoide und/oder Anifrolumab, Belimumab, Methotrexat oder Mycophenolat eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A) [1].
Lupusnephritis
Auch bei einer Lupusnephritis soll laut Leitlinie Hydroxychloroquin eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A). Bei aktiver proliferativer Lupusnephritis soll anfangs mit Cyclophosphamid in die Vene oder mit Mycophenolat (zur Zulassung siehe oben) behandelt werden, jeweils zusammen mit Glukokortikoiden (Empfehlungsgrad A). Abgewogen werden sollte eine anfängliche Kombinationstherapie: Cyclophosphamid oder Mycophenolat mit Belimumab oder Mycophenolat mit einem Calcineurininhibitor (Empfehlungsgrad B). Nach einem Ansprechen der Niere soll die Behandlung mindestens drei Jahre fortgesetzt werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Zum Schutz der Nierenfunktion gehört laut Leitlinie zuallererst die Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems mit ACE-Hemmern oder Sartanen; hinzugekommen ist der zusätzliche Einsatz von SGLT2-Hemmern [1].
Antiphospholipid-Syndrom
Manche Erkrankte haben Antikörper gegen Phospholipide (aPL), die mit Blutgerinnseln und Schwangerschaftskomplikationen verbunden sein können. Ohne bisherige Thrombose oder solche Schwangerschaftskomplikationen soll laut Leitlinie bei einem Hochrisiko-Antikörperprofil vorbeugend niedrig dosiertes Acetylsalicylsäure gegeben werden (Empfehlungsgrad A). Nach einer ersten Venenthrombose bei Antiphospholipid-Syndrom soll mit einem Vitamin-K-Antagonisten behandelt werden (Empfehlungsgrad A) [1]; zu ihnen gehört Phenprocoumon [18]. Direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) sollten bei thromboembolischem Antiphospholipid-Syndrom nicht angewendet werden, weil darunter im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten das Risiko für arterielle Ereignisse erhöht ist (Empfehlungsgrad B); als Therapie eines arteriellen Antiphospholipid-Syndroms sollen sie nicht angewendet werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Auch laut Rote-Hand-Brief vom 23.05.2019 wird die Anwendung von DOAK bei Antiphospholipid-Syndrom nicht empfohlen, besonders nicht bei Hochrisikopatienten [18]. Mehr: Blutverdünner und Thrombose.
Nebenwirkungen der Medikamente
Augen unter Hydroxychloroquin: Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, kommt es laut Packungsbeilage zu Veränderungen der Netzhaut (Retinopathie); bei fortgeschrittener Retinopathie kann sie sich auch nach dem Absetzen weiter verschlimmern. Die Packungsbeilage sieht augenärztliche Untersuchungen vor Beginn einer längerfristigen Therapie und währenddessen mindestens alle 3 Monate vor [5]. Laut Leitlinie sollten Kontrollen innerhalb der ersten 6 Monate und nach 5 Jahren jährlich erfolgen, bei bestimmten Risiken wie eingeschränkter Nierenfunktion von Beginn an jährlich [1]. Mehr: Sehstörungen.
Psyche: Laut Risikoinformation des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vom 27.11.2020 hat eine Überprüfung durch den Ausschuss für Risikobewertung (PRAC) der EMA einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Hydroxychloroquin oder Chloroquin und dem Risiko für psychiatrische Störungen und suizidales Verhalten bestätigt. Die psychiatrischen Störungen können manchmal schwerwiegend sein und traten bei Menschen mit und ohne frühere psychische Probleme auf; bei Hydroxychloroquin können sie im ersten Monat nach Beginn der Behandlung auftreten. Wer psychische Probleme wie irrationale Gedanken, Angst, Halluzinationen, Verwirrtheit oder Depressionen einschließlich Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid bei sich bemerkt oder von anderen darauf hingewiesen wird, sollte laut BfArM sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [7]. Unter Belimumab wurde laut Rote-Hand-Brief vom 27.03.2019 in klinischen Studien ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende psychiatrische Ereignisse beobachtet, darunter Depression, Suizidgedanken und Selbstverletzung [13]. Mehr: Depressive Verstimmung durch Medikamente.
Kortison: Zahlreiche Studien fanden laut Leitlinie Zusammenhänge zwischen der täglichen Prednisolon-Dosis und unerwünschten Wirkungen [1]. Muskelschwund und Knochenschwund treten laut Packungsbeilage dosisabhängig auf und sind auch bei nur kurzzeitiger Anwendung möglich [8]. Mehr: Osteoporose, Blutzucker und Gewichtszunahme.
Infektionen: Das krankheits- und therapiebedingt erhöhte Risiko für Infektionen, bösartige Erkrankungen und Osteoporose sollte laut Leitlinie in der Betreuung berücksichtigt werden (Empfehlungsgrad B) [1]. Bei Belimumab sind laut Produktinformation bakterielle Infektionen wie Bronchitis oder Harnwegsinfekte sehr häufig [12], bei Anifrolumab Infektionen der oberen Atemwege [14]. Unter Azathioprin können laut Packungsbeilage vermehrt Infektionen und Hautkrebs auftreten; sie rät, unnötige Sonne und UV-Licht zu meiden, Schutzkleidung zu tragen und Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden [10]. Mehr: Infektanfälligkeit und Blutbildveränderungen.
Schmerzmittel: Bei systemischem Lupus erythematodes sollte Ibuprofen laut Packungsbeilage nur unter strenger Abwägung von Nutzen und Risiko angewendet werden. Unter Ibuprofen wurde eine Hirnhautentzündung ohne Infektion (aseptische Meningitis) beobachtet; ein erhöhtes Risiko scheint bei SLE zu bestehen [19].
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Leben mit Lupus: Kinderwunsch und Verhütung
Eine Schwangerschaft sollte laut Leitlinie in Phasen ohne Krankheitsaktivität geplant und von spezialisierten Einrichtungen interdisziplinär begleitet werden (Expertenkonsens) [1]. Laut Packungsbeilage von Quensyl kann Hydroxychloroquin mit einem geringfügig erhöhten Risiko für Fehlbildungen verbunden sein und sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt nach ärztlicher Ansicht die Risiken; bei Lupus darf Quensyl nicht in der Stillzeit eingenommen werden [5]. Laut Leitlinie soll Hydroxychloroquin in der Schwangerschaft fortgesetzt oder vor der Empfängnis neu begonnen werden (Empfehlungsgrad A). Zu den Mitteln, die zur Vorbeugung und Behandlung von Schüben in der Schwangerschaft eingesetzt werden können, zählen Hydroxychloroquin, Glukokortikoide und Azathioprin (Empfehlungsgrad 0). Mycophenolat, Cyclophosphamid und Methotrexat sollten in der Schwangerschaft vermieden werden (Empfehlungsgrad B), und alle Schwangeren mit SLE sollten niedrig dosierte Acetylsalicylsäure erhalten (Empfehlungsgrad B) [1]. Was Embryotox zu einzelnen Mitteln schreibt, steht auf den Wirkstoffseiten, etwa bei Hydroxychloroquin und Azathioprin.
Laut Rote-Hand-Brief vom 07.02.2018 müssen Frauen im gebärfähigen Alter unter Mycophenolat vor Beginn, während und bis 6 Wochen nach der Behandlung mindestens eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Weil Mycophenolat erbgutschädigend (genotoxisch) ist, wird bei behandelten Männern empfohlen, dass der Patient oder seine Partnerin während der Behandlung und mindestens 90 Tage danach zuverlässig verhütet [17].
Über wirksame Verhütung sollten Erkrankte laut Leitlinie informiert werden; die Wahl sollte die Krankheitsaktivität und das Thromboserisiko, insbesondere den aPL-Status, berücksichtigen, und eine Spirale (Intrauterinpessar) kann allen angeboten werden, wenn keine gynäkologischen Gründe dagegensprechen (Empfehlungsgrad B). Bei stabilem oder inaktivem SLE ohne aPL können kombinierte Pillen erwogen werden (Empfehlungsgrad 0); bei aPL können Präparate nur mit Gestagen unter sorgfältiger Berücksichtigung des persönlichen Thromboserisikos erwogen werden [1]. Für Präparate mit Desogestrel oder Etonogestrel weist ein Rote-Hand-Brief vom 06.08.2026 auf ein gering erhöhtes Risiko für einen Hirnhauttumor (Meningeom) bei Anwendung ab einem Jahr hin [22]. Mehr: Verhütungsmittel und Medikamente in der Schwangerschaft.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Fieber und Infektionen: Erkrankte haben krankheits- und therapiebedingt ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Infektionen; bei Fieber und ähnlichen Beschwerden sollten Infektionen laut Leitlinie immer in Betracht gezogen werden (Expertenkonsens) [1]. Unter Azathioprin informieren Sie laut Packungsbeilage bei jedem Anzeichen von Fieber oder einer Infektion, etwa Halsschmerzen, Mundentzündung oder Beschwerden beim Wasserlassen, sofort Ihre Fachärztin oder Ihren Facharzt oder suchen sofort ein Krankenhaus auf [10].
Warnzeichen unter Hydroxychloroquin: Bei ersten Anzeichen einer Netzhauterkrankung, also nachlassender Sehschärfe oder Ausfall des Rotsehens, ist laut Packungsbeilage sofort die Ärztin oder der Arzt zu informieren und die Behandlung abzubrechen. Bei Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid, Zeichen von Leberproblemen oder schweren Hautreaktionen, zum Beispiel mit Blasen oder Hautablösung, brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage ab und wenden sich unverzüglich an eine Ärztin oder einen Arzt. Bei Herzklopfen oder unregelmäßigem Herzschlag benachrichtigen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [5]. Unter Belimumab sollten Behandelte laut Rote-Hand-Brief umgehend medizinische Hilfe suchen, wenn Depressionen, Suizidgedanken, suizidales Verhalten oder Selbstverletzung neu auftreten oder sich verstärken [13]. Mehr: Schwere Hautreaktionen.
Notruf: Bewusstlosigkeit, schwere Atemnot, starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden, akute und anhaltende Krampfanfälle sowie Suizidversuche sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112. Sind die Praxen geschlossen, geht es um Beschwerden, mit denen man normalerweise eine Praxis aufsuchen würde, und kann die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [21].
Quellen
- Leitlinie S3-Leitlinie Management des systemischen Lupus erythematodes inklusive sekundärem Antiphospholipidsyndrom, Kinderwunsch und Schwangerschaft, Version 1.2 (AWMF-Register-Nr. 060-008), Zeitschrift für Rheumatologie 2025, 84 (Suppl 3): S83-S111. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) mit 12 weiteren Fachgesellschaften und Patientenorganisationen. Stand Version 1.2, verabschiedet 01.04.2025, online publiziert 06.11.2025, gültig bis voraussichtlich 31.03.2030. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde ICD-Code M32.9: Systemischer Lupus erythematodes, nicht näher bezeichnet (Erläuterung der "Was hab' ich?" gGmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde ICD-Code L93.1: Subakuter Lupus erythematodes cutaneus (Erläuterung der "Was hab' ich?" gGmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde ICD-Code M32.0: Arzneimittelinduzierter systemischer Lupus erythematodes (Erläuterung der "Was hab' ich?" gGmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quensyl 200 mg Filmtabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Quensyl 200 mg Filmtabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Risikoinformation: Hydroxychloroquin und Chloroquin: Psychiatrische Störungen. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 27.11.2020. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Azathioprin STADA 25 mg/50 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Azathioprin STADA 25 mg/50 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Benlysta (Belimumab), Anhang I: Fachinformation. GlaxoSmithKline (Ireland) Limited (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand EMA, Dokument aktualisiert am 08.09.2026. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Belimumab (Benlysta): erhöhtes Risiko für schwerwiegende psychiatrische Ereignisse (Depression, suizidale Gedanken, suizidales Verhalten oder Selbstverletzung). GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG in Abstimmung mit EMA und Paul-Ehrlich-Institut (Archiv der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft). Stand 27.03.2019. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Saphnelo (Anifrolumab), Anhang I: Fachinformation. AstraZeneca AB (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand EMA, Dokument aktualisiert am 16.10.2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten (Abschnitt 1, Anwendungsgebiete). medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Myfortic 180 mg magensaftresistente Tabletten (Abschnitt 1, Anwendungsgebiet). Novartis Pharma GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu mycophenolatmofetil-(MMF)/mycophenolsäurehaltigen Arzneimitteln (MPA): Angepasste Empfehlungen zur Kontrazeption. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht vom BfArM am 07.02.2018). Stand 07.02.2018. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Eliquis, Pradaxa, Lixiana/Roteas und Xarelto: Die Anwendung bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom wird nicht empfohlen. Bayer AG, Boehringer Ingelheim International GmbH, Bristol-Myers Squibb/Pfizer EEIG und Daiichi Sankyo Europe in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 23.05.2019. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Pantoprazol-ratiopharm 40 mg magensaftresistente Tabletten (Abschnitte 4.4 und 4.8). ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu desogestrel- und etonogestrelhaltigen Arzneimitteln: Risiko eines Meningeoms und Maßnahmen zur Risikominimierung. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht vom BfArM am 06.08.2026). Stand 06.08.2026. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente helfen bei Lupus?
Laut S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (Version 1.2 von 2025) soll Hydroxychloroquin bei allen Erkrankten ab der Diagnose eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A). Glukokortikoide (Kortison) sollen nach Art und Schwere der Organbeteiligung dosiert und so bald wie möglich auf eine niedrige Erhaltungsdosis reduziert und besser ganz abgesetzt werden (Empfehlungsgrad A). Reicht das nicht, soll laut Leitlinie eine Therapie mit Azathioprin, Methotrexat, Mycophenolat oder den Biologika Anifrolumab oder Belimumab eingeleitet werden (Empfehlungsgrad A); für Lupus zugelassen sind davon laut Packungsbeilage bzw. Produktinformation Azathioprin, Anifrolumab und Belimumab. Welches Mittel infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welche Nebenwirkungen hat Hydroxychloroquin?
Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, sind laut Packungsbeilage von Quensyl Bauchschmerzen und Übelkeit. Häufig sind unter anderem verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Juckreiz und verschwommenes Sehen. Gelegentlich kommt es zu Veränderungen der Netzhaut. Wegen möglicher Nebenwirkungen am Auge sieht die Packungsbeilage augenärztliche Kontrollen vor. Beschrieben sind außerdem psychische Veränderungen und Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid, ohne bekannte Häufigkeit. Mehr auf der Seite Hydroxychloroquin.
Wie lange muss ich Hydroxychloroquin nehmen?
Laut Packungsbeilage dauert es beim Lupus mehrere Wochen, bis die Wirkung einsetzt; der Erfolg lässt sich frühestens nach 4 bis 12 Wochen beurteilen. Bessert sich das Krankheitsbild innerhalb von 6 Monaten nicht objektiv, ist das Mittel abzusetzen. Laut Leitlinie sollte Hydroxychloroquin auch in einer Remission nicht beendet werden, wenn keine inakzeptablen Nebenwirkungen vorliegen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Wie sieht Lupus auf der Haut aus?
Beim systemischen Lupus kann man laut gesund.bund.de Hautrötungen haben, zum Beispiel im Gesicht. Beim subakuten kutanen Lupus, einer Form, die vor allem die Haut betrifft, bilden sich rote, erhabene Flecken, die rundlich und etwa so groß wie eine Münze sein können; die Haut kann dort rau oder schuppig sein. Sonnenlicht oder bestimmte Medikamente können diese Hautveränderungen mit auslösen oder verstärken.
Darf ich mit Lupus in die Sonne?
Zur Behandlung gehört laut Leitlinie ein konsequenter Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 50. Sonnenlicht kann laut gesund.bund.de die Hautveränderungen des subakuten kutanen Lupus mit auslösen oder verstärken. Unter Azathioprin können laut Packungsbeilage vermehrt Hautkrebs und Infektionen auftreten; empfohlen werden dort Schutzkleidung, Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und der Verzicht auf unnötige Sonne.
Kann ich mit Lupus schwanger werden?
Eine Schwangerschaft sollte laut Leitlinie in Phasen ohne Krankheitsaktivität geplant und von spezialisierten Einrichtungen interdisziplinär begleitet werden (Expertenkonsens). Laut Packungsbeilage von Quensyl sollte Hydroxychloroquin in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt nach ärztlicher Ansicht die Risiken; bei Lupus darf es nicht in der Stillzeit eingenommen werden. Laut Leitlinie soll Hydroxychloroquin in der Schwangerschaft fortgesetzt oder vor der Empfängnis neu begonnen werden (Empfehlungsgrad A); Mycophenolat, Cyclophosphamid und Methotrexat sollten in der Schwangerschaft vermieden werden (Empfehlungsgrad B). Sprechen Sie schon vor einer Schwangerschaft mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Medikamente.
Können Medikamente einen Lupus auslösen?
Ja. Es gibt einen durch Arzneimittel ausgelösten systemischen Lupus erythematodes mit eigener Diagnoseverschlüsselung. Auch die Hautveränderungen des subakuten kutanen Lupus können laut gesund.bund.de durch bestimmte Medikamente mit ausgelöst oder verstärkt werden. Ein Beispiel: Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol sind laut Fachinformation mit sehr seltenen Fällen eines subakuten kutanen Lupus erythematodes verbunden.
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Krankheiten Myasthenia gravisMyasthenia gravis ist eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der Muskeln bei Belastung schneller ermüden.
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