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Hörsturz
Ein Hörsturz ist eine plötzliche Schwerhörigkeit unbekannter Ursache, meist auf einem Ohr; Ohrgeräusche, Schwindel oder ein Druckgefühl im Ohr können hinzukommen. Ein geringer Hörverlust kann von selbst verschwinden; bei einem stärkeren oder anhaltenden Hörverlust werden laut IQWiG kortisonhaltige Medikamente (Glukokortikoide) eingesetzt, als Tabletten, Infusion oder Spritze ins Mittelohr. Für den Hörsturz sind sie nicht zugelassen, ein dafür zugelassenes Medikament gibt es laut gesund.bund.de bisher nicht; wie gut die Behandlung hilft, ist laut IQWiG nicht ausreichend erforscht. Ist der Hörverlust stark oder belastend, besteht bereits eine andere Erkrankung der Ohren oder kommt Schwindel hinzu, raten Fachleute laut IQWiG zu einer Untersuchung und Behandlung innerhalb von 1 bis 2 Tagen, bei sehr starkem Schwindel zu einem Arztbesuch noch am selben Tag.

Bei einem Hörsturz hört man plötzlich schlechter, meist nur auf einem Ohr; Ohrgeräusche (Tinnitus) oder Schwindel können hinzukommen [1]. Die Ursache ist unbekannt [1, 3]. Manchmal erholt sich das Gehör von selbst; bei einem stärkeren oder anhaltenden Hörverlust werden laut IQWiG kortisonhaltige Medikamente (Glukokortikoide) eingesetzt [1]. Für den Hörsturz sind sie nicht zugelassen: Ein für die gezielte Behandlung zugelassenes Medikament gibt es laut gesund.bund.de bisher nicht [3]. Ist der Hörverlust stark oder belastend, besteht bereits eine andere Erkrankung der Ohren oder kommt Schwindel hinzu, wird laut IQWiG eine rasche Behandlung innerhalb von 1 bis 2 Tagen empfohlen [1].
Was ist ein Hörsturz?
Als Hörsturz bezeichnet man laut gesund.bund.de eine meist einseitig auftretende, plötzliche Schwerhörigkeit unbekannter Ursache. Fachleute sprechen auch von einem akuten idiopathischen sensorineuralen Hörverlust [3]. Die Störung liegt im Innenohr: Die Schallwellen werden dort nicht mehr richtig verarbeitet (Innenohr-Schwerhörigkeit) [1]. Typischerweise tritt die Hörminderung innerhalb von wenigen Minuten oder Stunden auf, und sie kann bis zur Ertaubung des betroffenen Ohres reichen [3]. Kurze Hörminderungen, die nach Sekunden oder Minuten von selbst vergehen, kommen bei vielen Menschen ab und zu vor; sie gelten nicht als Hörsturz [3].
In Deutschland gehen laut IQWiG jährlich schätzungsweise 3 von 1.000 Menschen wegen eines Hörsturzes zur Ärztin oder zum Arzt; meist sind Erwachsene zwischen 40 und 60 Jahren betroffen [1]. Laut gesund.bund.de erkranken Männer und Frauen etwa gleich häufig; Kinder bekommen nur selten einen Hörsturz [3].
Symptome
Das wichtigste Anzeichen ist ein plötzlicher Hörverlust, in der Regel auf einem Ohr. Er kann sehr gering sein und sogar unbemerkt bleiben, aber auch bis zur Taubheit reichen [1]. Oft werden nur einzelne Tonhöhen schlechter gehört, zum Beispiel hohe Stimmen, während tiefere Geräusche wie Motoren noch gut zu hören sind [1]. Manche bemerken beim Aufwachen, dass sie auf einem Ohr kaum noch etwas hören; andere haben zunächst nur das Gefühl, das Ohr sei verstopft [3]. Weitere mögliche Beschwerden sind laut IQWiG [1]:
- Ohrgeräusche (Tinnitus) auf der betroffenen Seite,
- Schwindel,
- Doppelton-Hören: Das betroffene Ohr hört Töne höher oder tiefer als das gesunde,
- Geräusch-Überempfindlichkeit: Leise oder mäßig laute Geräusche wirken unangenehm laut,
- Druck auf dem Ohr, ein Gefühl von Watte im Ohr oder ein pelziges, taubes Gefühl im Ohr.
Sehr selten tritt ein plötzlicher Hörverlust auf beiden Ohren auf; dann sollte man laut gesund.bund.de umgehend ärztlichen Rat einholen [3]. Je nach Stärke kann ein Hörsturz die Lebensqualität deutlich einschränken, etwa weil es schwerer fällt, Gesprächen zu folgen [1]. Mehr zu Ohrgeräuschen: Tinnitus.
Ursachen und Risikofaktoren
Bei mehr als 90 Prozent der Betroffenen lässt sich laut gesund.bund.de keine eindeutige Ursache finden [3]. Vermutet wird, dass virusbedingte Entzündungen oder Durchblutungsstörungen im Innenohr eine Rolle spielen; auch Autoimmunreaktionen oder Stress könnten beteiligt sein [3]. Für Infektionen und Stress als Ursache gibt es laut IQWiG allerdings keine Belege. Weil manche Fachleute eine Durchblutungsstörung annehmen, wird der Hörsturz umgangssprachlich auch "Ohrinfarkt" genannt [1].
Vor der Diagnose müssen andere Ursachen eines plötzlichen Hörverlusts ausgeschlossen werden. Dazu gehören laut gesund.bund.de unter anderem Tumoren an Gleichgewichts- oder Hörnerv, im Innenohr oder im Gehirn, die Menière-Krankheit, Viruserkrankungen wie Grippe, Mumps und Masern, Autoimmunerkrankungen, Blutungen im Innenohr, neurologische Störungen wie Multiple Sklerose, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Gefäßerkrankungen, Verletzungen am Kopf, Lärm und starke Druckveränderungen (Barotrauma) [3]. Auch ein Lärm- oder Knalltrauma und ein mit Ohrenschmalz verschlossener Gehörgang können das Hören verschlechtern [1].
Ein erhöhtes Risiko für einen Hörsturz ist laut gesund.bund.de nur für wenige Faktoren nachgewiesen: Rauchen, Alkoholmissbrauch, verschiedene erbliche Veränderungen, die das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen, und einige entzündungshemmend wirkende Schmerzmittel [3]. Mehr dazu: Nikotinabhängigkeit.
Medikamente als Ursache: Nebenwirkungen bestimmter Medikamente zählen laut gesund.bund.de zu den Ursachen, die bei einem plötzlichen Hörverlust ausgeschlossen werden müssen [3]. Welche Wirkstoffe Hörstörungen oder Ohrgeräusche als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Tinnitus und Hörstörungen durch Medikamente. Bringen Sie deshalb eine Liste aller Medikamente mit in die Praxis, zum Beispiel den Medikationsplan.
Diagnose
Bei einem plötzlichen Hörverlust erhält man normalerweise eine Überweisung in eine Praxis für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO); man kann aber auch direkt dorthin gehen [1]. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach den Beschwerden und nach möglichen Auslösern wie einem lauten Knall [1]. Mit einem Mikroskop werden Ohr und Gehörgang betrachtet, um zum Beispiel Erkrankungen des Trommelfells oder einen Pfropf aus Ohrenschmalz auszuschließen [3]. Hörtests mit einer Stimmgabel unterscheiden eine Störung des Innenohrs von einer Störung der Schallleitung; ein Reinton-Audiogramm, bei dem über Kopfhörer Töne verschiedener Höhe vorgespielt werden, zeigt Art und Umfang der Hörschädigung [3]. Bei Schwindel wird in der Regel auch das Gleichgewichtsorgan geprüft [3].
Meist folgen weitere Untersuchungen, um andere Erkrankungen als Ursache zu erkennen, etwa Blutuntersuchungen oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) [1]. Mit einer MRT lässt sich zum Beispiel feststellen, ob ein Tumor wie das Vestibularisschwannom vorliegt [3]. Kinder werden besonders gründlich auf andere Ursachen untersucht, weil sie nur sehr selten einen Hörsturz bekommen [1]. Lässt sich keine Ursache finden, lautet die Diagnose "idiopathischer Hörsturz" [1].
Behandlung ohne Medikamente
Ein Hörsturz muss nicht immer behandelt werden. Ist der Hörverlust nur gering und kaum belastend, rät die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG meist, ein paar Tage abzuwarten, denn bei einigen erholt sich das Gehör von selbst [1, 2]. Die Chance dafür ist laut IQWiG hoch, wenn der Hörverlust gering ist und eher tiefe oder mittlere Töne betrifft; auch ohne Schwindel ist eine Heilung wahrscheinlicher [1]. Laut gesund.bund.de kann man den natürlichen Verlauf abwarten, wenn der Hörverlust gering ist und das Sprachverständnis im Gespräch nicht beeinträchtigt ist [3].
Was die Heilung unterstützt, lässt sich laut IQWiG nicht sicher sagen, weil die Ursachen nicht bekannt sind [2]. Manche empfinden es als angenehm, das betroffene Ohr zum Beispiel mit einem Wärmekissen oder einer Mütze zu wärmen. Oft wird empfohlen, Stress im Alltag zu verringern, Entspannungsübungen zu machen, ausreichend zu schlafen und nicht zu rauchen; solche allgemeinen Empfehlungen garantieren aber nicht, dass man einen Hörsturz schneller wieder loswird [2].
Eine Sauerstoff-Überdrucktherapie (hyperbare Oxygenierung), bei der man in einer Druckkammer reinen Sauerstoff einatmet, kann laut IQWiG ausprobiert werden, wenn die Behandlung mit Glukokortikoiden nicht ausreichend hilft; ihre Wirksamkeit ist schlecht erforscht [1, 2]. Dass sich damit Beschwerden lindern oder heilen lassen, ist laut gesund.bund.de nicht eindeutig bewiesen [3]. Bleibt eine Schwerhörigkeit oder Taubheit bestehen, kommen ein Hörgerät oder ein Cochlea-Implantat infrage [1, 3].
Behandlung mit Medikamenten
Gegen einen Hörsturz werden laut IQWiG in der Regel Glukokortikoide eingesetzt, umgangssprachlich "Kortison" [1, 2]. Sie hemmen Entzündungen; Wirkstoffe sind zum Beispiel Prednisolon oder Dexamethason [2]. Prednisolon wirkt laut Fachinformation in höheren als den zum Hormonersatz nötigen Dosen rasch entzündungshemmend und verzögert immunsuppressiv, also die Abwehr dämpfend [5]; Dexamethason ist laut Fachinformation ein Glukokortikoid mit ausgeprägt antiallergischen, entzündungshemmenden und membranstabilisierenden Eigenschaften [7]. Meist nimmt man die Medikamente einige Tage lang als Tabletten ein; die Behandlung kann verlängert werden, wenn sie die Beschwerden nicht ausreichend lindert [2]. Reicht die Behandlung mit Tabletten nicht aus oder verursacht sie starke Nebenwirkungen, kann der Wirkstoff direkt ins Ohr gespritzt werden; Tabletten und Spritzen ins Ohr können auch kombiniert werden. Selten wird er in eine Vene gespritzt [2]. Welche Anwendungsform gewählt wird, hängt laut gesund.bund.de davon ab, wie stark der Hörverlust ist, welche Tonhöhen betroffen sind und ob Grunderkrankungen bestehen [3].
Nicht zugelassen: Ein für die gezielte Behandlung des Hörsturzes zugelassenes Medikament gibt es laut gesund.bund.de bisher nicht. Die Behandlung stützt sich auf Erfahrungswerte, und keine der möglichen Behandlungen kann das Hörvermögen zuverlässig bei allen wiederherstellen; deshalb entscheiden Sie zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wie Sie vorgehen [3]. Auch die Packungsbeilagen von Prednisolon und Dexamethason nennen den Hörsturz nicht unter ihren Anwendungsgebieten; für den Hörsturz sind beide nicht zugelassen [4, 6]. Mehr zur Anwendung außerhalb der Zulassung im Ratgeber Off-Label-Use.
Wirksamkeit: Zur Wirksamkeit von Glukokortikoiden beim Hörsturz gibt es laut IQWiG nicht genügend aussagekräftige Forschung; bei wie vielen Menschen sie das Hören verbessern, lässt sich nicht zuverlässig sagen [2]. Bisherige Studien weisen laut IQWiG darauf hin, dass Spritzen ins Mittelohr das Hören noch leicht verbessern können, wenn Tabletten nicht geholfen haben; ob die Medikamente auch Tinnitus oder Schwindel verringern, wurde bisher nicht untersucht [2]. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen bringt eine höhere Dosis von Glukokortikoiden als üblich laut gesund.bund.de keinen zusätzlichen Nutzen, erhöht aber das Risiko für Nebenwirkungen [3]. Wie viel Sie einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; eine Dosierung für den Hörsturz nennen die Packungsbeilagen nicht [4, 6].
Spritze ins Mittelohr und Behandlung im Krankenhaus

Für die Spritze ins Mittelohr wird das Ohr zunächst örtlich betäubt, zum Beispiel mit einem getränkten Schwämmchen auf dem Trommelfell. Danach spritzt die Ärztin oder der Arzt den Wirkstoff mit einer feinen Nadel durch das Trommelfell; das dabei entstehende Loch schließt sich normalerweise rasch von selbst [2]. Damit der Wirkstoff gut einwirken kann, bleibt man laut IQWiG etwa 20 Minuten auf der nicht behandelten Seite liegen. Nach der Behandlung wird mit Hörtests geprüft, ob sich die Hörfähigkeit gebessert hat [2].
Oft kann ein Hörsturz ambulant behandelt werden. Eine Behandlung im Krankenhaus empfehlen Fachleute laut IQWiG zum Beispiel, wenn der Hörverlust sehr stark ist oder man gar nichts mehr hört, wenn die ambulante Behandlung nicht anschlägt, wenn sich der Hörverlust trotz Behandlung verstärkt oder wenn bestimmte weitere Krankheiten bestehen, etwa des Nervensystems, der Psyche, des Stoffwechsels oder des Herz-Kreislauf-Systems [2].
Andere Mittel
Weitere Behandlungen sind laut IQWiG schlecht erforscht und werden deshalb nur selten eingesetzt, etwa wenn Glukokortikoide nicht ausreichen oder nicht vertragen werden. Dazu zählt neben der Sauerstoff-Überdrucktherapie eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten [2]. Für pflanzliche Mittel, die beim Hörsturz häufig angeboten werden, gibt es laut IQWiG keine Belege; für homöopathische Mittel kann keine Wirkung nachgewiesen werden [2]. Früher wurden auch Mittel eingesetzt, die den Blutfluss verbessern sollen (Rheologika und gefäßerweiternde Mittel). Studien konnten nicht nachweisen, dass sie beim Hörsturz helfen, und sie können Nebenwirkungen haben; Fachleute empfehlen sie deshalb laut IQWiG nicht mehr [2].
Wer besonders aufpassen muss
Bei Diabetes muss während einer Behandlung mit Prednisolon laut Packungsbeilage regelmäßig der Stoffwechsel kontrolliert werden; ein eventuell erhöhter Bedarf an blutzuckersenkenden Mitteln ist zu berücksichtigen [4]. Mehr dazu: Diabetes Typ 2. Gezielt überwacht und behandelt werden müssen laut Packungsbeilage unter anderem auch Magen-Darm-Geschwüre, schwer einstellbarer Bluthochdruck, Knochenschwund, psychische Erkrankungen und ein erhöhter Augeninnendruck [4]. In der Schwangerschaft soll Prednisolon laut Packungsbeilage nur auf Anraten der Ärztin oder des Arztes eingenommen werden [4]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen der Medikamente
Glukokortikoide als Tabletten: Das Risiko hängt laut IQWiG unter anderem vom Wirkstoff und von der Dosis ab; bei einer kurzen Einnahme sind Nebenwirkungen seltener und meist gut zu kontrollieren [2]. Möglich sind zum Beispiel erhöhte Blutzuckerwerte, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Änderungen von Appetit und Gewicht und ein trockener Mund [2]. Die Packungsbeilage von Prednisolon nennt bei höheren Dosen als beim Hormonersatz Nebenwirkungen, deren Häufigkeit sehr stark von Dosis und Dauer abhängt, darunter Infektionen, erhöhte Blutzuckerwerte, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Blutdruckerhöhung, Depressionen, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Magen-Darm-Geschwüre [4]. Auch die Packungsbeilage von Dexamethason nennt die Nebenwirkungen ohne Häufigkeit [6]. Mehr dazu: Blutzucker, Schlafstörungen und Glukokortikoide.
Treten Magen-Darm-Beschwerden, Schmerzen im Rücken-, Schulter- oder Hüftgelenksbereich, psychische Verstimmungen oder bei Diabetes auffällige Blutzuckerschwankungen auf, informieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; bei verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen wenden Sie sich ebenfalls an sie oder ihn [4]. Hohe Dosen, die nur über wenige Tage gegeben wurden, können laut Packungsbeilage je nach Grunderkrankung und Ansprechen ohne Ausschleichen abgesetzt werden; wie Ihre Behandlung endet, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [4]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr dazu: Prednisolon absetzen.
Spritze ins Mittelohr: Sie ist laut IQWiG meist besser verträglich, weil der Wirkstoff nicht im ganzen Körper wirkt. Möglich sind Schmerzen im Ohr, vorübergehender Schwindel und eine Mittelohrentzündung [2]. Sehr selten kann sich das Loch im Trommelfell nicht von selbst schließen; das kann Schmerzen verursachen, das Hören beeinträchtigen und das Risiko für Infektionen erhöhen, lässt sich aber durch eine Operation verschließen [2].
Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [4]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Nach dem Hörsturz
Danach sind verschiedene Verläufe möglich: Manche hören nach wenigen Stunden oder Tagen von selbst wieder deutlich besser, andere mit Medikamenten nach wenigen Tagen oder Wochen. Das Hörvermögen kann aber auch langfristig beeinträchtigt bleiben, auch nach einer Behandlung, oder das Hören bessert sich, während ein Tinnitus bestehen bleibt [1]. Nach Ende der Behandlung und nach etwa 6 Monaten ist laut gesund.bund.de ein erneuter Hörtest sinnvoll; in Einzelfällen kann eine Rehabilitation helfen [3].
Ohrgeräusche werden laut gesund.bund.de oft geringer, sobald sich das Hörvermögen bessert; manchmal bleiben sie länger bestehen und können dann ebenfalls in einer Reha behandelt werden. Auch Schwindel kann anhalten und weitere Behandlung erfordern [3]. Mehr dazu: Tinnitus und Schwindel. Bildet sich der Hörverlust nicht zurück, lassen sich über Selbsthilfegruppen Kontakte zu anderen Betroffenen knüpfen; bundesweit kann laut IQWiG bei der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) nach einer passenden Gruppe gesucht werden [1].
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Hält eine plötzliche Hörminderung an, sollte laut gesund.bund.de umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden, insbesondere wenn zusätzlich Schwindel auftritt; das gilt auch für einen plötzlichen Hörverlust auf beiden Ohren [3]. Zu einer Untersuchung und Behandlung innerhalb von 1 bis 2 Tagen raten Fachleute laut IQWiG, wenn der Hörverlust stark oder belastend ist, wenn bereits eine andere Erkrankung der Ohren besteht oder wenn Schwindel hinzukommt. Bei sehr starkem Schwindel ist es ratsam, noch am selben Tag möglichst schnell eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen [2].
Plötzlich auftretende Schwäche, Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühle, ein Gesichtsfeldausfall oder ein herabhängender Mundwinkel gehören laut gesund.bund.de zu den häufigsten Anzeichen eines Schlaganfalls, ebenso Schwindel und ein unsicherer Gang. Bei jedem Verdacht auf einen Schlaganfall ist es wichtig, schnell den Notruf 112 zu wählen und nicht abzuwarten, ob die Beschwerden wieder verschwinden [8]. Mehr dazu: Schlaganfall.
Quellen
- Hörsturz. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 26.07.2023. abgerufen am 18.10.2026
- Wie wird ein Hörsturz behandelt?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 26.07.2023. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Hörsturz (geprüft durch die Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 11.03.2025. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2022. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg/8 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Schlaganfall. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 16.12.2022. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Was hilft bei einem Hörsturz?
Gegen einen Hörsturz werden laut IQWiG in der Regel kortisonhaltige Medikamente (Glukokortikoide) eingesetzt, meist einige Tage lang als Tabletten. Reicht das nicht aus oder ist es nicht möglich, kann der Wirkstoff unter örtlicher Betäubung ins Mittelohr gespritzt werden. Wie gut diese Medikamente helfen, ist laut IQWiG nicht ausreichend untersucht. Für den Hörsturz sind sie nicht zugelassen, ein für die gezielte Behandlung zugelassenes Medikament gibt es laut gesund.bund.de bisher nicht; die Behandlung stützt sich auf Erfahrungswerte, und Sie entscheiden zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wie Sie vorgehen.
Muss ein Hörsturz immer behandelt werden?
Nein. Ist der Hörverlust nur gering und kaum belastend, empfiehlt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG meist, ein paar Tage abzuwarten, denn manchmal erholt sich das Gehör von selbst. Bessert er sich in dieser Zeit nicht, wird eine Behandlung empfohlen. Laut gesund.bund.de kann man den natürlichen Verlauf ohne Behandlung abwarten, wenn der Hörverlust gering ist und das Sprachverständnis im Gespräch nicht beeinträchtigt ist.
Wie schnell muss ich mit einem Hörsturz zum Arzt?
Eine Untersuchung und Behandlung innerhalb von 1 bis 2 Tagen raten Fachleute laut IQWiG, wenn der Hörverlust stark oder belastend ist, wenn Sie bereits eine andere Erkrankung der Ohren haben oder wenn Schwindel hinzukommt. Bei sehr starkem Schwindel ist es ratsam, noch am selben Tag möglichst schnell eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Laut gesund.bund.de sollte bei anhaltender Hörminderung umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden, ebenso bei einem plötzlichen Hörverlust auf beiden Ohren.
Warum bekommt man bei einem Hörsturz Kortison?
Glukokortikoide wie Prednisolon oder Dexamethason hemmen laut IQWiG Entzündungen. Als mögliche Ursachen eines Hörsturzes werden laut gesund.bund.de unter anderem virusbedingte Entzündungen oder Durchblutungsstörungen im Innenohr vermutet; geklärt ist die Ursache nicht. Für den Hörsturz zugelassen ist laut gesund.bund.de bisher kein Medikament, auch kein Glukokortikoid. Eine höhere Dosis als üblich bringt laut gesund.bund.de keinen zusätzlichen Nutzen, erhöht aber das Risiko für Nebenwirkungen.
Bezahlt die Krankenkasse die Behandlung eines Hörsturzes?
Die Behandlung mit Glukokortikoiden, egal ob als Tablette, Infusion oder Spritze ins Mittelohr, wird laut IQWiG in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt, weil es nicht genügend aussagekräftige Studien zu ihrem Nutzen gibt. Auch eine Sauerstoff-Überdrucktherapie wird laut IQWiG aus ähnlichen Gründen nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Fragen Sie vor der Behandlung in der Praxis nach den Kosten.
Welche Nebenwirkungen hat Kortison beim Hörsturz?
Bei Tabletten hängt das Risiko laut IQWiG unter anderem vom Wirkstoff und von der Dosis ab; bei kurzer Einnahme sind Nebenwirkungen seltener. Möglich sind zum Beispiel erhöhte Blutzuckerwerte, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Änderungen von Appetit und Gewicht und ein trockener Mund. Spritzen ins Mittelohr können Schmerzen im Ohr, vorübergehenden Schwindel oder eine Mittelohrentzündung verursachen; sehr selten schließt sich das Loch im Trommelfell nicht von selbst. Menschen mit Diabetes müssen laut Packungsbeilage ihren Stoffwechsel regelmäßig kontrollieren lassen.
Kann ein Hörsturz wiederkommen?
Ja. Menschen, die einen Hörsturz im Bereich der tiefen oder mittleren Töne hatten, bekommen laut IQWiG häufiger erneut einen Hörsturz als andere. Was einem Hörsturz vorbeugt, lässt sich laut IQWiG nicht sicher sagen, weil die Ursachen nicht bekannt sind.
Können Medikamente einen Hörsturz auslösen?
Laut gesund.bund.de gehören Nebenwirkungen bestimmter Medikamente zu den Ursachen eines plötzlichen Hörverlusts, die vor der Diagnose Hörsturz ausgeschlossen werden müssen; einige entzündungshemmende Schmerzmittel zählen zu den wenigen nachgewiesenen Risikofaktoren. Welche Wirkstoffe Hörstörungen als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Tinnitus und Hörstörungen durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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BehandlungenNebenwirkungen von Behandlungen wie Strahlentherapie, Kontrastmitteln, Narkose oder Eiseninfusion.