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Schwindel

Schwindel ist laut DEGAM-Leitlinie ein Symptom und keine Krankheit; zu den häufigsten Ursachen in der Hausarztpraxis zählen funktioneller Schwindel, der gutartige Lagerungsschwindel, Störungen der Sinne, ein Blutdruckabfall beim Aufstehen und unerwünschte Wirkungen von Medikamenten. Behandelt wird je nach Ursache, beim Lagerungsschwindel zum Beispiel mit Lagerungsmanövern; sedierende Mittel gegen Schwindel wie Dimenhydrinat sollen laut Leitlinie nur zur rein symptomatischen Behandlung eingesetzt und nicht länger als drei Tage gegeben werden (Konsensempfehlung). Bei plötzlichem Schwindel mit Lähmungen, Sprech- oder Schluckstörungen, Doppelbildern oder Bewusstseinsstörungen rufen Sie sofort den Notruf 112.

Frau Anfang sechzig mit kurzem graublondem Haar in einer petrolfarbenen Strickjacke hält sich in einem hellen Wohnzimmer an einer Stuhllehne fest und macht langsam eine Gleichgewichtsübung
Bild: KI-generiert

Schwindel ist laut der S2k-Leitlinie "Schwindel in der Hausarztpraxis" der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) ein Symptom und keine Krankheit. Er gehört zu den 20 häufigsten Gründen für einen Besuch in der Hausarztpraxis, und die meisten Ursachen lassen sich schon dort klären [1]. Behandelt wird je nach Ursache: beim gutartigen Lagerungsschwindel mit Lagerungsmanövern, bei anhaltendem Schwindel durch Störungen des Gleichgewichtssystems mit gezieltem Gleichgewichtstraining. Sedierende Mittel gegen Schwindel wie Dimenhydrinat sollen laut Leitlinie nur zur rein symptomatischen Behandlung eingesetzt und nicht länger als drei Tage gegeben werden (Konsensempfehlung) [1].

Was ist Schwindel?

Verschiedene Sinne melden dem Gehirn, in welcher Lage sich der Körper im Raum befindet: das Sehen, die Gleichgewichtsorgane in den Innenohren sowie das Tast- und Tiefenempfinden in Haut, Muskeln und Gelenken. Senden diese Sinne unterschiedliche Informationen, kommt das Gehirn laut Patienteninformation der Ärzteschaft "durcheinander"; auch das seelische Empfinden hat einen Einfluss darauf, ob wir uns im Gleichgewicht fühlen [5]. Laut DEGAM-Leitlinie ist Schwindel ein Leit- oder Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen [1]. Nach der Art der Beschwerden unterscheidet sie [1]:

  • Drehschwindel wie beim Karussellfahren, zum Beispiel beim gutartigen Lagerungsschwindel, bei einer akuten einseitigen Störung des Gleichgewichtsorgans oder bei einem Infarkt im Hirnstamm,
  • Schwankschwindel ähnlich wie beim Bootfahren, etwa bei einer Funktionsstörung beider Gleichgewichtsorgane (bilaterale Vestibulopathie), bei funktionellem Schwindel oder bei Störungen der Blutdruckregulation,
  • Benommenheitsschwindel, etwa bei funktionellem Schwindel, bei Schwindel durch Herz und Kreislauf (auch "Schwarzwerden vor Augen") oder als unerwünschte Wirkung von Medikamenten, Drogen, Alkohol oder Schlafentzug.

Ältere Menschen berichten häufiger über Schwindel als jüngere [5]. In einer Befragung von über 30.000 Menschen, die die Leitlinie zitiert, lag der Anteil der Betroffenen je nach Alter zwischen 17 Prozent bei Jüngeren und bis zu 39 Prozent bei über 80-Jährigen [1].

Symptome und Verlauf

Wichtige Hinweise auf die Ursache geben laut Leitlinie vier Merkmale: der zeitliche Verlauf, die Art des Schwindels, was ihn auslöst und welche Beschwerden dazukommen [1]. Zum zeitlichen Verlauf nennt sie unter anderem diese Beispiele [1]:

  • Sekunden bis wenige Minuten: gutartiger Lagerungsschwindel, Schwindel beim Aufstehen durch Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen oder eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns (transitorische ischämische Attacke).
  • Viele Minuten bis Stunden: Morbus Menière (20 Minuten bis 12 Stunden) oder vestibuläre Migräne (5 Minuten bis 72 Stunden).
  • Tage bis wenige Wochen: eine akute einseitige Vestibulopathie (Neuritis vestibularis) oder ein Infarkt im Hirnstamm oder Kleinhirn.
  • Monate bis Jahre: zum Beispiel eine Funktionsstörung beider Gleichgewichtsorgane, funktioneller Schwindel oder Erkrankungen des Nervensystems wie ein Parkinson-Syndrom.

Übelkeit und Erbrechen sind laut Leitlinie eher unspezifische Begleitbeschwerden. Ohrgeräusche oder eine Hörminderung, die in Schüben stärker werden, sprechen für einen Morbus Menière, können aber auch bei Durchblutungsstörungen im Hirnstamm auftreten. Doppelbilder, Gefühlsstörungen im Gesicht oder an Armen und Beinen, Schluck- oder Sprechstörungen und Lähmungen deuten auf eine Störung im Gehirn hin, meist im Hirnstamm. Kopfschmerzen, Licht- oder Lärmempfindlichkeit zusammen mit dem Schwindel oder eine bekannte Migräne deuten auf eine vestibuläre Migräne hin; begleitende Kopfschmerzen können aber auch bei einer Durchblutungsstörung von Hirnstamm oder Kleinhirn oder bei Blutungen, insbesondere einer Subarachnoidalblutung, auftreten. Herzklopfen oder Herzrasen können bei Herzrhythmusstörungen oder kreislaufbedingtem Schwindel vorkommen [1].

Ursachen: Innenohr, Kreislauf, Psyche, Medikamente

Zu den häufigsten Diagnosen bei Schwindel in der Hausarztpraxis zählt die DEGAM-Leitlinie funktionellen Schwindel, den gutartigen Lagerungsschwindel, Schwindel durch Störungen der Sinne (Gleichgewichtssinn, Tast- und Tiefenempfinden oder Sehen), einen Blutdruckabfall beim Aufstehen und unerwünschte Wirkungen von Medikamenten. Weitere häufig gestellte Diagnosen sind Herzrhythmusstörungen, Morbus Menière, Neuritis vestibularis, Polyneuropathie, vestibuläre Migräne und Durchblutungsstörungen des Gehirns [1].

  • Gutartiger Lagerungsschwindel: Nach raschen Kopfbewegungen entsteht laut IQWiG der Eindruck, dass sich alles dreht; typischerweise hält das Schwindelgefühl nur einige Sekunden bis höchstens fünf Minuten an. Auslöser sind wahrscheinlich winzige Steinchen in den Bogengängen des Innenohrs, die bei Kopfbewegungen die Sinneszellen reizen. Etwa 2 von 100 Menschen bekommen irgendwann einen gutartigen Lagerungsschwindel, Frauen ungefähr doppelt so oft wie Männer [2]. Laut Leitlinie ist er die häufigste Schwindelursache, die vom Gleichgewichtsorgan im Innenohr oder vom Gleichgewichtsnerv ausgeht [1].
  • Morbus Menière: Typisch sind wiederkehrende Schwindelanfälle mit Druck im Ohr, Hörminderung und/oder Ohrgeräuschen auf dem betroffenen Ohr. Erklärt wird die Krankheit bislang mit einer Ansammlung von Flüssigkeit im Innenohr (Endolymphhydrops); häufig hatten Betroffene schon einmal einen Hörsturz [1]. Mehr dazu: Tinnitus und Hörsturz.
  • Akute einseitige Vestibulopathie (Neuritis vestibularis): Drehschwindel setzt akut oder innerhalb kurzer Zeit ein, hält mindestens 24 Stunden an und wird von Gangunsicherheit sowie Übelkeit bis zum Erbrechen begleitet. Meist liegt laut Leitlinie eine wieder aktiv gewordene Infektion mit Herpes-simplex-Viren zugrunde, die den Gleichgewichtsnerv entzündet. Die Beschwerden klingen in der Regel innerhalb von einigen Tagen bis wenigen Wochen ab; bis zur vollständigen Heilung können mehrere Monate bis zu drei Jahre vergehen, in dieser Zeit kann das Gehirn die Fehlfunktion ausgleichen [1].
  • Vestibuläre Migräne: Schwindelanfälle zusammen mit Kopfschmerzen, Licht- oder Lärmempfindlichkeit oder bei bekannter Migräne [1]. Mehr dazu: Migräne.
  • Funktioneller Schwindel: Oberbegriff für Formen wie den persistierenden postural-perzeptiven Schwindel (PPPD, früher phobischer Schwankschwindel). Typisch ist ein wechselnd starker Schwank- oder Benommenheitsschwindel, der in bestimmten Situationen wie in Menschenmengen zunimmt. Eine Panikstörung oder eine generalisierte Angststörung kann laut Leitlinie Ursache oder Folge sein; in etwa einem Viertel der Fälle geht eine körperliche Erkrankung wie ein Lagerungsschwindel voraus [1]. Mehr dazu: Angststörung und Depression.
  • Herz und Kreislauf: Die in der Hausarztpraxis häufigste Ursache aus diesem Bereich ist laut Leitlinie der Schwindel beim Aufstehen durch Blutdruckabfall; auch Herzrhythmusstörungen und eine Verengung der Aortenklappe kommen infrage [1]. Bei einem Blutdruckabfall beim Aufstehen lindert laut gesund.bund.de Hinsetzen oder Hinlegen Schwindel und Benommenheit rasch [3]. Mehr dazu: Niedriger Blutdruck, Herzrasen und Vorhofflimmern.
  • Weitere Ursachen: Laut Leitlinie unter anderem Blutarmut, Unter- oder Überzuckerung, Kaliummangel, Alkohol und Drogen. Eine Polyneuropathie allein oder schlechtes Sehen führen zu Gangunsicherheit mit Schwankschwindel, aber nicht zu Drehschwindel [1].

Medikamente als Ursache: Bei Schwindel soll laut Leitlinie stets erfragt werden, welche Medikamente eingenommen werden, und diese sollen auf unerwünschte Wirkungen und Wechselwirkungen überprüft werden (Konsensempfehlung). Eine Funktionsstörung beider Gleichgewichtsorgane können laut Leitlinie zum Beispiel Aminoglykosid-Antibiotika wie Gentamicin oder seltener das Krebsmittel Cisplatin verursachen [1]. Welche Medikamente Schwindel als Nebenwirkung nennen und woran Sie einen Zusammenhang erkennen, steht auf der Seite Schwindel durch Medikamente.

Diagnose

Die wichtigsten Hinweise ergeben sich laut Leitlinie aus dem Gespräch und der körperlichen Untersuchung [1]. Beschreiben Sie Ihren Schwindel deshalb so genau wie möglich: wie er sich anfühlt, wie lange er dauert, ob er immer wiederkehrt und was ihn auslöst, etwa Kopfbewegungen, körperliche Anstrengung oder das Aufrichten aus dem Liegen [5]. Notieren Sie auch Ihre Medikamente, zum Beispiel im Medikationsplan.

Bei kurzen Drehschwindelanfällen, die durch Bewegungen ausgelöst werden, sollen laut Leitlinie routinemäßig bestimmte Lagerungstests (Dix-Hallpike- oder Semont-Manöver) gemacht werden, um einen Lagerungsschwindel des hinteren Bogengangs festzustellen. Bei Erwachsenen mit akut einsetzendem Schwindel (akutes vestibuläres Syndrom) und unwillkürlichen Augenbewegungen (Nystagmus) soll eine darin geschulte Ärztin oder ein darin geschulter Arzt den sogenannten HINTS-Test durchführen, um einen Schlaganfall von einer Störung im Innenohr zu unterscheiden (beides Konsensempfehlungen) [1]. Besteht der Verdacht auf einen Schwindel durch Blutdruckabfall, wird der Blutdruck im Liegen und nach dem Aufstehen gemessen. Bei akutem Schwindel sollte laut Leitlinie vor allem bei langsamem, schnellem oder unregelmäßigem Puls unmittelbar ein EKG geschrieben werden [1].

Behandlung ohne Medikamente

Gutartiger Lagerungsschwindel: Weil er von selbst wieder verschwinden kann, reicht es laut IQWiG oft, abzuwarten. Gängig sind Lagerungsmanöver: Eine bestimmte Abfolge von Kopf- und Körperbewegungen soll die losen Steinchen so bewegen, dass sie keine Anfälle mehr auslösen. Dabei hilft die Ärztin oder der Arzt; es gibt aber auch Varianten, die man allein zu Hause machen kann [2]. Laut DEGAM-Leitlinie sollen Lagerungsmanöver empfohlen werden. Dazu gehören eine sachgerechte Ausführung, eine schriftliche oder digitale Anleitung zur mehrfachen Eigenanwendung zu Hause (Empfehlung: neunmal täglich für drei Tage) und gegebenenfalls eine Kontrolle nach etwa 14 Tagen (Konsensempfehlung) [1].

Gleichgewichtstraining: Vestibuläre Rehabilitation ist eine spezielle Physiotherapie mit Übungen für Blick, Kopfbewegungen und Gleichgewicht. Sie sollte laut Leitlinie Menschen mit anhaltendem Schwindel bei Störungen des Gleichgewichtssystems empfohlen werden. Bei einer akuten einseitigen Vestibulopathie soll möglichst früh das Erlernen eines Trainings angeboten werden, das Betroffene selbstständig durchführen können; bei anhaltenden Beschwerden soll vestibuläre Rehabilitation mit Anleitung zum täglichen Selbstüben über mindestens vier bis sechs Wochen angeboten werden. Menschen mit Morbus Menière, die eine chronische Funktionsstörung des Gleichgewichtsorgans und Gleichgewichtsstörungen haben, soll Physiotherapie bzw. vestibuläre Rehabilitation außerhalb der aktiven Episode angeboten werden (alle Konsensempfehlungen) [1].

Funktioneller Schwindel: Zur Behandlung können laut Leitlinie angeboten werden: eine Aufklärung über die Entstehung der Beschwerden und den Umgang damit (Psychoedukation), allgemeine körperliche Aktivierung, eine kognitive Verhaltenstherapie und Antidepressiva (Konsensempfehlung) [1]. Antidepressiva können sich laut Leitlinie bei begleitenden Panikattacken, Angsterkrankungen, Depressionen oder Schlafstörungen günstig auswirken, die bisherige Evidenz ist aber gering [1]. Escitalopram, das die Leitlinie als Beispiel nennt, ist für Schwindel laut Fachinformation nicht zugelassen, sondern bei depressiven Episoden (Major Depression), Panikstörung, sozialer und generalisierter Angststörung und Zwangsstörung [14]. Mehr dazu: Antidepressiva.

Blutdruckabfall beim Aufstehen: Laut gesund.bund.de beugen unter anderem langsames und schrittweises Aufstehen, besonders morgens, das Anspannen und Lockerlassen der Wadenmuskeln vor dem Aufrichten, ausreichendes Trinken, das Meiden körperlicher Belastung bei heißem Wetter und Stützstrümpfe Schwindel vor [3]. Mehr dazu: Niedriger Blutdruck.

Behandlung mit Medikamenten

Mann Ende vierzig mit dunkelbraunem Haar in einem senffarbenen Pullover sitzt auf einer Behandlungsliege, eine Physiotherapeutin mit kastanienbraunem Haar führt behutsam seine Kopfdrehung
Bild: KI-generiert

Die DEGAM-Leitlinie fasst die Medikamente gegen die verschiedenen Schwindelformen in Gruppen zusammen: Mittel gegen Schwindel und Übelkeit (Antivertiginosa), Mittel gegen Krampfanfälle (Antikonvulsiva), Antidepressiva, entzündungshemmende Mittel (Antiphlogistika), Mittel gegen Morbus Menière und gegen Migräne sowie zwei Wirkstoffgruppen für seltene Formen. Einige der genannten Wirkstoffe sind in den beschriebenen Anwendungen nicht zugelassen (Off-Label) [1]. Die Tabelle zeigt die von der Leitlinie genannten Wirkstoffe, die laut Packungsbeilage gegen Schwindel zugelassen sind.

Zugelassene Medikamente gegen Schwindel im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Antihistaminika gegen Schwindel, Übelkeit und Erbrechen (sedierende Antivertiginosa, Mittel gegen Übelkeit)Dimenhydrinat, laut Packungsbeilage zur Vorbeugung und Behandlung von Reisekrankheit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen (nicht bei Chemotherapie) [6]Verdrängt den Botenstoff Histamin von seinen H1-Rezeptoren; die Wirkung gegen Erbrechen und die dämpfende (sedierende) Wirkung sind deutlich ausgeprägt, dazu kommt eine besonders ausgeprägte anticholinerge Wirkung [7]Häufig: Schläfrigkeit und Benommenheit; gelegentlich unter anderem Unruhe, Schwindel, Verstopfung, Mundtrockenheit, Sehstörungen und schneller Herzschlag [6]
Mittel bei Morbus Menière (Antivertiginosa)Betahistin, laut Packungsbeilage gegen Schwindelzustände im Rahmen des Menière-Symptomenkomplexes [9]Ist mit dem körpereigenen Histamin strukturverwandt; der genaue Wirkmechanismus ist nicht geklärt, Tierversuche weisen überwiegend auf eine aktivierende Wirkung an H1-Rezeptoren hin [10]Häufig: Kopfschmerzen, Übelkeit und Verdauungsstörungen [9]

Häufig heißt laut Packungsbeilage: bei bis zu 1 von 10 Behandelten, gelegentlich: bei bis zu 1 von 100 Behandelten [6, 9].

Dimenhydrinat gegen akuten Schwindel

Zur akuten Behandlung von Schwindel, Übelkeit und Erbrechen bei einer akuten einseitigen Vestibulopathie hält die Leitlinie Dimenhydrinat für sinnvoll; bei Menière-Anfällen mit ausgeprägten Beschwerden nennt sie ein zentral wirksames Antihistaminikum wie Dimenhydrinat [1]. Sedierende Mittel gegen Schwindel sollen laut Leitlinie nur zur rein symptomatischen Behandlung eingesetzt und nicht länger als drei Tage gegeben werden (Konsensempfehlung). Sie verlangsamen die Anpassung des Gehirns an die Störung (zentrale vestibuläre Kompensation) und besitzen ein Suchtpotenzial [1]. Auch beim gutartigen Lagerungsschwindel können laut IQWiG bei schwerem Schwindel für kurze Zeit Mittel eingenommen werden, die ihn unterdrücken [2].

Die Angaben der Packungsbeilage zu Dimenhydrinat auf dieser Seite stammen von Reisetabletten-ratiopharm; die Tabletten sind laut Fachinformation apothekenpflichtig [7]. Laut Packungsbeilage sollen sie ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt nur wenige Tage eingenommen werden; bei längerer Behandlung ist eine Medikamentenabhängigkeit nicht auszuschließen [6]. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosis stehen auf der Wirkstoffseite unter Dosierung. Nicht eingenommen werden dürfen die Tabletten laut Packungsbeilage unter anderem [6]:

  • in der Schwangerschaft und während der Stillzeit,
  • von Kindern bis einschließlich 5 Jahren,
  • bei Krampfanfällen (Epilepsie, Eklampsie) oder einem akuten Asthma-Anfall,
  • bei erhöhtem Augeninnendruck mit engem Kammerwinkel oder einer vergrößerten Prostata mit Restharn,
  • bei Mangeldurchblutung des Gehirns (zerebrovaskuläre Insuffizienz) oder Alkoholmissbrauch,
  • während einer Behandlung mit Aminoglykosid-Antibiotika, weil deren gehörschädigende Wirkung verdeckt werden kann.

Betahistin bei Morbus Menière

Betahistin ist verschreibungspflichtig und laut Packungsbeilage zur Behandlung von Störungen des Gleichgewichtsapparates mit dem Leitsymptom Schwindel und den häufig begleitenden Beschwerden Ohrgeräusche, Ohrenschmerzen und Hörminderung im Rahmen des Menière-Symptomenkomplexes zugelassen. In der Regel handelt es sich um eine Langzeitbehandlung über mehrere Monate [9, 10]. Die Leitlinie nennt Betahistin bei Morbus Menière und bewertet die Evidenz bisher als gering. Nach einer Cochrane-Übersicht von 2023 ist für alle bisher untersuchten Behandlungen zum Einnehmen ungewiss, ob sie die Krankheit heilen oder vollständig zurückdrängen; das gilt auch für Betahistin in den untersuchten Dosierungen und für harntreibende Mittel [1]. Die Anfälle selbst können laut Leitlinie nur symptomatisch behandelt werden, um Schwindel und Erbrechen zu lindern [1]. Sind Sie mit dem Behandlungsverlauf nicht zufrieden, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor einem Abbruch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [9].

Kortison bei akuter einseitiger Vestibulopathie

In der Akutphase einer akuten einseitigen Vestibulopathie (Neuritis vestibularis) sollten laut Leitlinie Steroide (Kortison) gegeben werden (Konsensempfehlung). Studien zeigen laut Leitlinie einen günstigen Effekt auf die Erholung des Gleichgewichtsorgans; die Evidenz muss aber noch durch weitere Studien gestützt werden [1]. Prednisolon ist dafür laut Fachinformation nicht zugelassen: Die Erkrankung steht dort nicht unter den Anwendungsgebieten [12]. Die Nebenwirkungen von Prednisolon hängen laut Packungsbeilage sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer ab; möglich sind unter anderem Infektionen, erhöhte Blutzuckerwerte, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen [11]. Mehr dazu: Glucocorticoide.

Vestibuläre Migräne

Für eine spezifische Behandlung der Anfälle einer vestibulären Migräne und für die Vorbeugung ist die Evidenz laut Leitlinie niedrig oder sehr niedrig; ansonsten wird sie wie eine Migräne behandelt [1]. Bei Anfällen hält die Leitlinie die frühe Einnahme eines entzündungshemmenden Schmerzmittels für sinnvoll, bei Übelkeit oder Erbrechen zusammen mit einem Mittel gegen Erbrechen; Triptane helfen nach derzeitiger Studienlage vermutlich nur sehr eingeschränkt, wenn überhaupt [1]. Mehr dazu: Migräne.

Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder

Reisetabletten mit Dimenhydrinat dürfen laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da Dimenhydrinat vorzeitig Wehen auslösen kann. Es geht in die Muttermilch über; die Stillzeit nennt die Packungsbeilage als Gegenanzeige [6]. Betahistin darf laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nur eingenommen werden, wenn es unbedingt erforderlich ist; bei Kindern und Jugendlichen wird es nicht empfohlen, weil keine ausreichenden Daten vorliegen [9]. Die DEGAM-Leitlinie bezieht sich auf Erwachsene [1]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente bei Kindern.

Nebenwirkungen der Medikamente

Dimenhydrinat: Das Mittel wirkt deutlich dämpfend (sedierend) [7]. Schläfrigkeit und Benommenheit sind laut Packungsbeilage häufig; gelegentlich nennt sie Störungen des zentralen Nervensystems wie Unruhe sowie sogenannte anticholinerge Begleiterscheinungen wie Mundtrockenheit, Verstopfung und Beschwerden beim Wasserlassen [6]. Laut Fachinformation wurden Fälle von Missbrauch berichtet, hauptsächlich bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen [7]. Nach einem europäischen Bewertungsverfahren sind die Fach- und Gebrauchsinformationen von Arzneimitteln mit Dimenhydrinat um Hinweise zu Missbrauch, zum Stevens-Johnson-Syndrom, zum fixen Arzneimittelexanthem und zu verstärkten anticholinergen Wirkungen zusammen mit anderen anticholinerg wirkenden Mitteln anzupassen (Beschluss der europäischen Koordinierungsgruppe CMDh vom 23.07.2026, vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mit Bescheid vom 17.09.2026 umgesetzt) [8]. Das Stevens-Johnson-Syndrom kann laut Fachinformation lebensbedrohlich oder tödlich sein [7]. Bei rötlichen, nicht erhabenen, zielscheibenartigen oder kreisförmigen Flecken am Rumpf, häufig mit Blasen in der Mitte, Abschälen der Haut oder Geschwüren in Mund, Rachen, Nase, an Genitalien oder Augen brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage ab und begeben sich unverzüglich in ärztliche Behandlung [6]. Mehr dazu: Müdigkeit und Schwere Hautreaktionen.

Während der Einnahme von Dimenhydrinat sollte laut Packungsbeilage kein Alkohol getrunken werden. Zusammen mit blutdrucksenkenden Mitteln verstärkt sich die Blutdrucksenkung; zusammen mit anderen Mitteln, die auf das Nervensystem wirken, können sich beruhigende oder erregende Wirkungen gegenseitig verstärken [6]. Mehr dazu: Medikamente und Alkohol.

Betahistin: Bei plötzlichen Schwellungen an Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen mit Schluck- oder Atembeschwerden (angioneurotisches Ödem) kontaktieren Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt [9]. Betahistin soll laut Packungsbeilage nicht gleichzeitig mit einem Antihistaminikum eingenommen werden, weil theoretisch die Wirksamkeit eines der beiden Mittel beeinflusst werden kann [9]; Dimenhydrinat ist ein H1-Antihistaminikum [6]. Bei Asthma und bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren, auch früheren, muss Betahistin unter sorgfältiger Überwachung angewendet werden [9].

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [6]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Schwindel: Training und Sturzvorbeugung

Balance-Übungen, Kraft- und isometrische Übungen, Tai-Chi, Tanz und Walking sind laut Leitlinie geeignete Formen des Trainings bei Schwindel [1]. Beim gutartigen Lagerungsschwindel erhöht laut IQWiG die Unsicherheit während einer Schwindelattacke die Gefahr zu stürzen, besonders bei älteren Menschen; manche bewegen sich aus Furcht vor Anfällen nur wenig und sind dadurch im Alltag eingeschränkt [2]. Bei einer Funktionsstörung beider Gleichgewichtsorgane (bilaterale Vestibulopathie) hält die Leitlinie wegen der erhöhten Sturzgefahr eine Überprüfung der Wohnung auf Stolperfallen für notwendig; sinnvoll erscheinen Gehhilfen wie Walking-Stöcke oder Rollatoren, passendes Schuhwerk, Haltegriffe im Bad und Geländer an Treppen [1]. Mehr dazu: Medikamente im Alter.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Zahlreiche Warnsymptome können laut DEGAM-Leitlinie auf einen gefährlichen Verlauf hindeuten, insbesondere Schwindel zusammen mit Kopf-, Hals- oder Nackenschmerzen, Schluck- oder Sprechstörungen, Heiserkeit, Doppelbildern, einem hängenden Augenlid, Gefühlsstörungen, Lähmungen, Koordinationsstörungen, Bewusstseinsstörungen oder Ohnmacht, Herzrhythmusstörungen oder nach einem Unfall [1]. Akute Störungen des Gleichgewichtssystems mit Ursache im Gehirn, etwa Infarkte oder Blutungen im Hirnstamm oder Kleinhirn, erfordern laut Leitlinie eine notfallmäßige Aufnahme ins Krankenhaus [1]. Zu den häufigsten Anzeichen eines Schlaganfalls zählt gesund.bund.de neben Lähmungen und Sprachstörungen auch Schwindel und einen unsicheren Gang. Bei jedem Verdacht wählen Sie schnell den Notruf 112 und warten nicht ab, ob die Beschwerden wieder verschwinden [4].

Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für den Notruf 112 [13]. Ist der Schwindel neu aufgetreten, dauert er länger an oder ist er sehr heftig, sollten Sie laut Patienteninformation der Ärzteschaft eine Arztpraxis aufsuchen [5].

Quellen

  1. Leitlinie S2k-Leitlinie Schwindel in der Hausarztpraxis, Langfassung, Version 2.5 (AWMF-Register-Nr. 053-018). Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand Stand 02/2025, publiziert 08/2025 (gültig bis 02/2030). abgerufen am 18.10.2026
  2. Gutartiger Lagerungsschwindel. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.10.2023. abgerufen am 18.10.2026
  3. Behörde Blutdruckabfall beim Aufstehen (Orthostatische Hypotonie). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 06.05.2022. abgerufen am 18.10.2026
  4. Behörde Schlaganfall. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 16.12.2022. abgerufen am 18.10.2026
  5. Patienteninformation "Plötzlich Schwindel, was steckt dahinter?" (Akuter Schwindel). Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung. Stand 09/2017. abgerufen am 18.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Reisetabletten-ratiopharm 50 mg Tabletten (Dimenhydrinat). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Reisetabletten-ratiopharm 50 mg Tabletten (Dimenhydrinat), Abschnitte 4.4, 5.1 und 11. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
  8. Behörde PSUR Single Assessment: Umsetzung des einstimmigen Beschlusses der Koordinierungsgruppe vom 23.07.2026 betreffend die Zulassungen für Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Coffein/Dimenhydrinat, Dimenhydrinat (mit Bescheid und Beschluss samt Anhängen). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 17.09.2026. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Betahistin STADA 6 mg Tabletten (Betahistindimesilat). STADAPHARM GmbH. Stand 03/2022. abgerufen am 18.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Betahistin STADA 6 mg/12 mg Tabletten, Abschnitte 5.1 und 11. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2022. abgerufen am 18.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg (Prednisolon), Abschnitt 4. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten (Prednisolon), Abschnitte 4.1 und 5.1. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
  13. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  14. Fachinformation Fachinformation Escitalopram-ratiopharm Filmtabletten, Abschnitt 4.1. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen Schwindel?

Das hängt von der Ursache ab. Zur akuten Behandlung von Schwindel, Übelkeit und Erbrechen bei einer akuten einseitigen Vestibulopathie hält die DEGAM-Leitlinie Dimenhydrinat für sinnvoll. Solche sedierenden Mittel sollen laut Leitlinie aber nur zur rein symptomatischen Behandlung eingesetzt und nicht länger als drei Tage gegeben werden (Konsensempfehlung), weil sie die Anpassung des Gehirns an die Störung (zentrale Kompensation) verlangsamen und ein Suchtpotenzial besitzen. Tritt der Schwindel durch einen Blutdruckabfall beim Aufstehen auf, lindert laut gesund.bund.de Hinsetzen oder Hinlegen die Beschwerden rasch. Neuen, länger anhaltenden oder sehr heftigen Schwindel sollten Sie laut Patienteninformation der Ärzteschaft ärztlich abklären lassen.

Welche Medikamente gibt es gegen Schwindel?

Die DEGAM-Leitlinie ordnet die Mittel nach der Ursache. Zur rein symptomatischen Behandlung von Schwindel, Übelkeit und Erbrechen nennt sie Antihistaminika wie Dimenhydrinat. Bei Morbus Menière ist Betahistin zugelassen; seine Wirksamkeit ist laut Leitlinie bisher nur gering belegt. In der Akutphase einer akuten einseitigen Vestibulopathie (Neuritis vestibularis) sollten laut Leitlinie Steroide gegeben werden (Konsensempfehlung); Prednisolon ist dafür laut Fachinformation nicht zugelassen. Einige der Mittel, die die Leitlinie nennt, sind für die jeweilige Schwindelform nicht zugelassen. Welche Behandlung infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach der Ursache.

Wie lange darf ich Dimenhydrinat gegen Schwindel nehmen?

Reisetabletten mit Dimenhydrinat sollen laut Packungsbeilage ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt nur wenige Tage eingenommen werden. Bei längerer Behandlung ist eine Medikamentenabhängigkeit nicht auszuschließen. Laut DEGAM-Leitlinie sollen sedierende Mittel gegen Schwindel nur zur rein symptomatischen Behandlung eingesetzt und nicht länger als drei Tage gegeben werden (Konsensempfehlung). In Schwangerschaft und Stillzeit und von Kindern bis einschließlich 5 Jahren dürfen die Tabletten laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden. Wie viel Sie laut Packungsbeilage nehmen dürfen, steht auf der Seite Dimenhydrinat.

Hilft Betahistin gegen Schwindel?

Betahistin ist laut Packungsbeilage zur Behandlung von Störungen des Gleichgewichtsapparates mit dem Leitsymptom Schwindel im Rahmen des Menière-Symptomenkomplexes zugelassen, also bei Morbus Menière. Laut DEGAM-Leitlinie ist nach einer Übersichtsarbeit von 2023 für alle bisher untersuchten Behandlungen zum Einnehmen ungewiss, ob sie die Krankheit heilen oder vollständig zurückdrängen; das gilt auch für Betahistin in den untersuchten Dosierungen. In der Regel handelt es sich laut Packungsbeilage um eine Langzeitbehandlung über mehrere Monate. Häufig sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Verdauungsstörungen.

Was hilft bei gutartigem Lagerungsschwindel?

Der gutartige Lagerungsschwindel verschwindet laut IQWiG häufig von allein; ungefähr die Hälfte der Betroffenen ist innerhalb von drei Monaten wieder beschwerdefrei. Laut DEGAM-Leitlinie sollen Lagerungsmanöver empfohlen werden (Konsensempfehlung): eine sachgerechte Ausführung, eine schriftliche oder digitale Anleitung zur mehrfachen Eigenanwendung zu Hause und gegebenenfalls eine Kontrolle nach etwa 14 Tagen. Medikamente gegen Übelkeit sind laut IQWiG nur selten nötig; bei schwerem Schwindel können für kurze Zeit Mittel eingenommen werden, die ihn unterdrücken.

Wann ist Schwindel ein Notfall?

Laut DEGAM-Leitlinie können zahlreiche Warnsymptome auf einen gefährlichen Verlauf hindeuten, insbesondere Schwindel zusammen mit Kopf-, Hals- oder Nackenschmerzen, Schluck- oder Sprechstörungen, Heiserkeit, Doppelbildern, einem hängenden Augenlid, Gefühlsstörungen, Lähmungen, Koordinationsstörungen, Bewusstseinsstörungen oder Ohnmacht, Herzrhythmusstörungen oder nach einem Unfall. Bei jedem Verdacht auf einen Schlaganfall wählen Sie laut gesund.bund.de schnell den Notruf 112 und warten nicht ab, ob die Beschwerden wieder verschwinden.

Können Medikamente Schwindel auslösen?

Ja. Zu den häufigsten Ursachen von Schwindel in der Hausarztpraxis zählt die DEGAM-Leitlinie unerwünschte Wirkungen von Medikamenten. Bei Schwindel soll laut Leitlinie stets erfragt werden, welche Medikamente eingenommen werden, und diese sollen auf unerwünschte Wirkungen und Wechselwirkungen überprüft werden (Konsensempfehlung). Welche Mittel Schwindel als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Schwindel durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Darf ich mit Schwindel Auto fahren?

Ob durch die Gleichgewichtsstörung eine Gefahr im Straßenverkehr besteht, ist laut DEGAM-Leitlinie im Einzelfall zu klären; auch ärztlich verordnete Medikamente können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Dimenhydrinat kann laut Packungsbeilage auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Teilnahme am Straßenverkehr, das Bedienen von Maschinen oder das Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol. Bei Betahistin kann laut Packungsbeilage schon die Grunderkrankung die Fähigkeit beeinträchtigen, Fahrzeuge zu führen. Mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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  • Krankheiten Muskelverspannungen

    Verspannte Muskeln sind oft der Auslöser von Nackenschmerzen.

  • Krankheiten Essenzieller Tremor

    Der essenzielle Tremor ist die häufigste Form krankhaften Zitterns.

  • Krankheiten Alkoholabhängigkeit

    Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, die behandelt werden kann.

  • Wirkstoffgruppen ACE-Hemmer

    ACE-Hemmer sind Blutdrucksenker, deren Wirkstoffe auf "-pril" enden.