KrankheitenKrankheit

Polyneuropathie

Bei einer Polyneuropathie sind viele Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark geschädigt; typisch sind Kribbeln, Taubheitsgefühle und brennende Schmerzen, vor allem an den Füßen. Häufigste Ursache ist Diabetes, oft ist auch Alkohol der Auslöser, daneben kommen unter anderem ein Vitamin-B12-Mangel, Entzündungen der Nerven und bestimmte Medikamente infrage. Zuerst wird die Ursache behandelt; gegen die Schmerzen werden laut gesund.bund.de meist Antidepressiva oder Antikonvulsiva eingesetzt, bei schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie nennt die Deutsche Diabetes Gesellschaft dafür unter anderem Amitriptylin, Duloxetin, Pregabalin und Gabapentin. Breiten sich Lähmungen innerhalb kurzer Zeit aus oder wird das Atmen schwer, brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe, bei schwerer Atemnot über den Notruf 112.

Mann Ende fünfzig mit grauem Haar geht in einer grünen Outdoorjacke mit Walkingstöcken auf einem herbstlichen Waldweg
Bild: KI-generiert

Bei einer Polyneuropathie sind viele Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark geschädigt; die Folge sind Missempfindungen und Schmerzen; auch Muskelschwäche oder ein unsicherer Gang können Hinweise sein [1]. Oft steckt ein schlecht eingestellter Diabetes oder starker Alkoholkonsum dahinter [1]. Ziel der Behandlung ist es, die Ursache zu erkennen und zu beseitigen; dazu kommt eine Schmerztherapie, meist mit Antidepressiva oder Antikonvulsiva [1]. Mehr zu Nervenschmerzen anderer Ursache steht unter Nervenschmerzen.

Was ist eine Polyneuropathie?

Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark heißen periphere Nerven; sie steuern zum Beispiel die Muskeln und übermitteln Berührung, Wärme oder Druck [1]. Erkrankungen durch Schäden an diesen Nerven fasst man laut gesund.bund.de unter dem Begriff Polyneuropathie oder periphere Neuropathie zusammen [1]. Die S1-Leitlinie Diagnostik bei Polyneuropathien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN, Version 6.1 von 2024) beschreibt Polyneuropathien als generalisierte Erkrankungen des peripheren Nervensystems, zu dem die Nerven für Bewegung, Empfinden und Organsteuerung gehören [3].

Am häufigsten ist laut Leitlinie eine Form, die an den Beinen beginnt und beide Körperseiten gleich betrifft, mit vorwiegend sensiblen Beschwerden. Häufig ist auch eine Small-Fiber-Neuropathie, bei der vor allem die dünnen Nervenfasern betroffen sind [3]. Nach dem Verlauf unterscheidet die Leitlinie akute Polyneuropathien (bis 4 Wochen), subakute (4 bis 8 Wochen) und chronische (mehr als 8 Wochen) [3].

Häufigkeit: Etwa 3 Prozent aller Menschen entwickeln laut gesund.bund.de einmal im Leben eine Polyneuropathie; bei knapp der Hälfte der Menschen mit Diabetes kommt es im Lauf der Erkrankung zu Nervenschäden [1]. Laut Praxisempfehlung Diabetische Neuropathie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG, aktualisierte Fassung 2025) haben etwa 13 bis 26 Prozent der Menschen mit Diabetes eine schmerzhafte Neuropathie [4].

Symptome

Die Beschwerden hängen davon ab, welche Nerven betroffen sind [1]. Als sensible Reiz- und Ausfallerscheinungen nennt die DGN-Leitlinie unter anderem [3]:

  • Kribbeln, Ameisenlaufen, Stechen, Elektrisieren, Wärme- und Kältemissempfindungen
  • glühend-brennende Schmerzen, spontan oder schon bei leichtester Berührung, zum Beispiel durch Kleidung
  • Juckreiz, Pelzigkeits- und Taubheitsgefühle, das Gefühl, eingeschnürt zu sein oder wie auf Watte zu gehen
  • Gangunsicherheit, besonders im Dunkeln, ein vermindertes bis aufgehobenes Temperaturempfinden und schmerzlose Wunden

Sind die Nerven für die Bewegung geschädigt, nennt die Leitlinie Muskelzucken, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche und Muskelschwund; ein erstes Zeichen einer Muskelschwäche kann nachlassende Ausdauer sein [3]. Nervenschäden an den Organen können laut gesund.bund.de Herzrasen in Ruhe, Schwindel und Ohnmachtsgefühl, vor allem nach dem Aufstehen, Verstopfung, Blähungen oder Durchfall, Probleme beim Wasserlassen, vermindertes oder verstärktes Schwitzen und bei Männern Erektionsstörungen auslösen [1].

Bei Diabetes: Typisch sind Schmerzen, Kribbeln, Brennen und Taubheit in den Füßen, häufig auch in Händen, Unterarmen und Unterschenkeln [2]. Oft sind die Schmerzen nachts schlimmer; schon die Bettdecke oder Socken können schwer zu ertragen sein [2]. Ungefähr die Hälfte der Menschen mit diabetischer Neuropathie hat keine Beschwerden. Trotzdem können Empfindung und Reflexe vermindert sein, und Fußverletzungen bleiben häufig unbemerkt, weil sie nicht schmerzen [2]. Mehr dazu unter Diabetes Typ 2 und Diabetes Typ 1.

Ursachen und Risikofaktoren

Die peripheren Nerven reagieren empfindlich auf Entzündungsvorgänge, die zum Beispiel durch Infektionen oder Zellgifte wie Alkohol ausgelöst werden; geschädigt werden kann die Schutzschicht um die Nervenfasern (Myelinschicht) oder die Faser selbst [1]. Neben Diabetes und erblichen Faktoren nennt gesund.bund.de unter anderem diese Auslöser [1]:

Bei sehr vielen Betroffenen, vor allem älteren, kennt man die genaue Ursache nicht [1]; laut DGN-Leitlinie bleiben etwa 25 Prozent ungeklärt; die Einordnung als chronische idiopathische axonale Polyneuropathie weist auf eine gute Prognose hin [3]. Die mit Abstand häufigste toxische Polyneuropathie in der westlichen Welt entsteht durch schädlichen Gebrauch von Alkohol [3].

Bei Diabetes steigt das Risiko laut DDG unter anderem mit Diabetesdauer, hohem Blutzucker, Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten, Alkohol, Rauchen und Bewegungsmangel [4]. Eine Small-Fiber-Neuropathie kann laut DGN-Leitlinie schon bei gestörter Glukosetoleranz auftreten [3].

Medikamente als Ursache: Die DGN-Leitlinie nennt unter anderem Chemotherapeutika, Isoniazid, Thalidomid und Chloroquin, nach längerer Anwendung das Antibiotikum Linezolid und selten Statine nach langer Anwendung; die Polyneuropathie durch Statine geht nach dem Absetzen zurück [3]. Auch Vitamin B6 in hohen Dosen kann Neuropathien verursachen [3]. Welche Wirkstoffe Kribbeln, Taubheit oder Nervenschäden als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Kribbeln, Taubheit und Polyneuropathie durch Medikamente; mehr zur Chemotherapie.

Diagnose

Im ärztlichen Gespräch geht es laut gesund.bund.de unter anderem um Art, Beginn und Verlauf der Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente und Alkohol; untersucht werden Reizempfinden, Gehen und Stehen, Muskelkraft und Reflexe [1]. Notieren Sie Ihre Medikamente vorher, zum Beispiel im Medikationsplan.

Zu den Basisuntersuchungen gehören laut DGN-Leitlinie immer Anamnese, klinische Untersuchung, Elektrophysiologie und ein Standardlabor; je nach Fall kommen erweitertes Labor, Untersuchung des Nervenwassers (Liquor), Gewebeproben, genetische Tests und Bildgebung mit Ultraschall oder MRT hinzu [3]. Mit der Elektroneurografie wird die Weiterleitung der Nervenimpulse gemessen, mit der Elektromyografie die Reaktion der Muskeln [1]. Zum Standardlabor zählt die Leitlinie unter anderem Blutsenkung, CRP, Differenzialblutbild, Elektrolyte, Leber- und Nierenwerte, eine Untersuchung auf krankhafte Eiweiße (Immunfixation), TSH, HbA1c und Vitamin B12 [3]. Bei Verdacht auf einen Vitamin-B12-Mangel soll Holotranscobalamin zusammen mit Methylmalonsäure im Serum bestimmt werden [3].

Untersuchung bei Diabetes: Laut DDG soll bei Typ-2-Diabetes schon bei der Diagnose auf eine Neuropathie untersucht werden, bei Typ-1-Diabetes spätestens 5 Jahre nach der Diagnose; bei erhöhtem Risiko wird ein jährliches Screening empfohlen [4]. Dazu gehören einfache Tests mit Stimmgabel oder Monofilament und eine Prüfung von Schmerz- oder Temperaturempfinden, immer an beiden Füßen [4].

Eine Überweisung in die Neurologie sollte laut DDG erfolgen, wenn zum Beispiel motorische statt sensible Ausfälle überwiegen, die Beschwerden sich rasch entwickeln, sehr ungleich verteilt sind, trotz besserer Stoffwechsellage fortschreiten, an den Armen beginnen, weitere neurologische Symptome bestehen oder Neuropathien in der Familie vorkommen [4].

Behandlung ohne Medikamente

Frau Mitte sechzig mit kurzem weißem Haar sitzt in einem hellblauen Pullover auf der Bettkante im sonnigen Schlafzimmer und betrachtet aufmerksam ihre Fußsohle
Bild: KI-generiert

Sind andere Erkrankungen die Ursache der Nervenschäden, werden laut gesund.bund.de zunächst diese behandelt; die Beschwerden lassen sich so oft verbessern, aber nicht heilen [1].

Bei Diabetes ist eine gute und stabile Blutzuckerkontrolle wichtig, um die Neuropathie möglichst lange aufzuhalten, laut gesund.bund.de besonders bei Typ-1-Diabetes [2]. Wer mit Typ-2-Diabetes an einer Neuropathie erkrankt ist, kann laut gesund.bund.de besonders auf gesunde Ernährung und viel Bewegung achten, um Blutfette, Blutdruck, Körpergewicht und Blutzucker zu normalisieren [2]. Laut DDG sollen Menschen in allen Stadien der Neuropathie zu Lebensgewohnheiten, Diabetestherapie und Fußpflege beraten werden [4]. Menschen mit diabetischer Neuropathie soll empfohlen werden, Alkohol allenfalls in moderaten Mengen zu trinken und das Rauchen aufzugeben [4]. Wer einen Sensibilitätsverlust an den Füßen hat, mit oder ohne Fehlstellungen, soll eine leitliniengerechte Schuhversorgung erhalten [4].

Gegen die Schmerzen sollte die medikamentöse Therapie laut DDG durch Maßnahmen ohne Medikamente unterstützt werden. Unter anderem Psychotherapie oder Verhaltenstherapie, Physiotherapie, elektrische Nervenstimulation (TENS), Muskelstimulation, vibrierende Schuheinlagen oder Akupunktur können im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie einbezogen werden [4]. Laut gesund.bund.de ist die Wirksamkeit von TENS und Akupunktur bei diabetischer Neuropathie allerdings nicht belegt [2]. Bei einer chronischen entzündlichen Polyneuropathie (CIDP) können Betroffene laut DGN-Leitlinie angepasst an den Einzelfall mit Physiotherapie behandelt werden (Expertenkonsens) [5].

Behandlung mit Medikamenten

Die begleitende Schmerztherapie erfolgt laut gesund.bund.de meist mit Antidepressiva oder Antikonvulsiva. Antidepressiva sorgen dafür, dass vermehrt Botenstoffe gebildet werden, die die Weiterleitung von Schmerzsignalen hemmen; Antikonvulsiva dämpfen die Erregbarkeit der Nerven [1]. Reicht das nicht, können starke Schmerzmittel wie Opioide helfen; weil sie abhängig machen können, sollte man sie generell nur sehr kurz einnehmen [1]. Die Mittel in der Tabelle sind laut Packungsbeilage für neuropathische Schmerzen zugelassen: Amitriptylin bei Erwachsenen, Duloxetin bei Schmerzen durch diabetische Neuropathie, Gabapentin bei peripheren und Pregabalin bei peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen bei Erwachsenen; Tramadol ist für mäßig starke bis starke Schmerzen zugelassen [7, 9, 11, 13, 14, 15].

Bei schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie ist die Therapie laut DDG symptomatisch, nicht ursächlich; sie sollte möglichst früh beginnen, wenn die Schmerzen die Lebensqualität beeinträchtigen [4]. Das Mittel richtet sich nach Wirksamkeit und Risikoprofil. Ob es wirkt, sollte bei ausreichender Dosis frühestens nach zwei Wochen beurteilt werden; unwirksame Mittel sollten nicht weiter verschrieben werden [4]. Die Dosisangaben der Packungsbeilage stehen auf den Wirkstoffseiten, zum Beispiel bei Pregabalin.

Die Nebenwirkungen in der Tabelle stammen aus der Packungsbeilage des jeweiligen Wirkstoffs und gelten nur für ihn ("sehr häufig": bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig": bei bis zu 1 von 10); maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats [7, 9, 11, 13, 14].

Medikamente gegen Schmerzen bei Polyneuropathie nach der DDG-Praxisempfehlung 2025: Gruppen, Beispiele und Nebenwirkungen laut Packungsbeilage
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Trizyklische AntidepressivaAmitriptylin (laut DDG vorzugsweise) [4]Hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin und blockiert Natrium-, Kalium- und NMDA-Kanäle; die schmerzlindernde Wirkung beruht nicht auf der antidepressiven Wirkung [8]Sehr häufig unter anderem: Schläfrigkeit und Benommenheit, Zittern, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen und schneller Herzschlag, Schwindelgefühl beim Aufstehen, Mundtrockenheit, Verstopfung, Übelkeit, starkes Schwitzen, Gewichtszunahme [7]
Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI)DuloxetinHemmt die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin; die schmerzhemmende Wirkung erklärt man sich über eine Verstärkung absteigender schmerzhemmender Bahnen im Zentralnervensystem [10]Sehr häufig: Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Übelkeit, Mundtrockenheit; häufig unter anderem Schwindel, erhöhter Blutdruck, Verstopfung oder Durchfall [9]
Antiepileptika mit Wirkung auf Calciumkanäle (Gabapentinoide)Pregabalin, GabapentinBinden an eine Untereinheit (α2-δ) spannungsabhängiger Calciumkanäle im Zentralnervensystem [12, 15]Pregabalin, sehr häufig: Benommenheit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen [11]. Gabapentin, sehr häufig: Virusinfektionen, Benommenheit, Schwindelgefühl, fehlende Koordination, Müdigkeit, Fieber [13]
Opioide (wenn Opioide angezeigt sind)Tramadol, laut DDG alternativ gegebenenfalls Tilidin [4]Tramadol wirkt an Opioidrezeptoren, vor allem an µ-Rezeptoren; dazu tragen die Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin und eine verstärkte Freisetzung von Serotonin bei [16]Tramadol, sehr häufig: Schwindel, Übelkeit; häufig: Kopfschmerz, Benommenheit, Erbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit, vermehrtes Schwitzen, Erschöpfung [14]

Stufen bei diabetischer Polyneuropathie

Die DDG-Praxisempfehlung (2025) beschreibt einen Stufenplan für die Behandlung mit Medikamenten [4]. Am Anfang steht ein individueller Behandlungsplan nach Schmerzanalyse und Risikoprofil [4]:

  • Zeitweise leichte Schmerzen: ein zeitlich begrenzter Therapieversuch mit Schmerzmitteln wie Paracetamol (Empfehlungsgrad 0).
  • Chronische leichte bis mäßige und chronische starke Schmerzen: eine Einzeltherapie mit einem trizyklischen Antidepressivum (vorzugsweise Amitriptylin), Duloxetin, Pregabalin, Gabapentin, einem Capsaicin-8-%-Pflaster, α-Liponsäure oder, wenn Opioide angezeigt sind, Tramadol (Empfehlungsgrad B). Das Mittel wird nach dem Risikoprofil ausgewählt.
  • Bei fehlender oder unzureichender Wirkung: bei guter Verträglichkeit eine höhere Dosis, der Wechsel auf ein anderes Mittel dieser Gruppe oder eine Kombination. Mittel aus derselben Klasse (Antidepressiva, Antikonvulsiva oder Opioide) sollen nicht miteinander kombiniert werden.
  • Chronische starke Schmerzen bei bestimmten Konstellationen, zum Beispiel Gegenanzeigen: Opioide (Empfehlungsgrad 0).

NSAR und Coxibe sind laut DDG wegen ihrer Langzeitrisiken für Herz, Kreislauf und Nieren bei neuropathischen Schmerzen im Rahmen eines Diabetes nicht angezeigt, ebenso Kombinationspräparate mit Koffein, Benzodiazepinen oder Muskelrelaxanzien, die die Gefahr von Missbrauch und Abhängigkeit bergen [4]. Als realistische Ziele nennt die DDG unter anderem, die Schmerzen um 30 bis 50 Prozent zu verringern und Schlaf und Lebensqualität zu verbessern [4].

α-Liponsäure: Die DGN-Leitlinie zu neuropathischen Schmerzen von 2019, deren Gültigkeit im April 2024 abgelaufen ist, hielt die Datenlage für α-Liponsäure (Thioctsäure) nicht für ausreichend, um sie bei diabetischer Neuropathie generell zu empfehlen [6].

Entzündliche Polyneuropathien

Beim Guillain-Barré-Syndrom (GBS) entzünden sich mehrere Nerven innerhalb kurzer Zeit; die Beschwerden können an den Beinen beginnen und sich ausbreiten, und sind die Atemmuskeln betroffen, bekommt man möglicherweise nicht mehr richtig Luft [17]. Laut S2e-Leitlinie Therapie immunvermittelter Neuropathien der DGN (Version 4.0 von 2025) sind Immunglobuline in die Vene (IVIg) und die Blutwäsche (Plasmapherese) gleichwertig; eines der Verfahren soll bei mäßig schwerem bis schwerem GBS angewendet werden (Empfehlungsgrad A) [5]. Behandelt werden sollten Betroffene in einer Klinik mit Möglichkeit zur Intensivmedizin [5]. Eine Schmerztherapie ist häufig erforderlich; internationale Leitlinien empfehlen laut DGN dafür Gabapentin oder Pregabalin, alternativ trizyklische Antidepressiva [5].

Für die chronische inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) nennt die DGN-Leitlinie Immunglobuline in die Vene und Kortikosteroide, die gegeben werden sollen (jeweils Empfehlungsgrad A); in welcher Reihenfolge und Kombination die Mittel am wirksamsten sind, ist laut Leitlinie nicht verlässlich bekannt [5]. Zur Erhaltung sollten Immunglobuline unter die Haut gegeben werden (B); bei akuter Verschlechterung oder wenn die anderen Mittel versagen, soll eine Plasmapherese oder Immunadsorption erfolgen (A) [5]. Die Schmerztherapie sollte den allgemeinen Empfehlungen zur Therapie neuropathischer Schmerzen folgen (Expertenkonsens) [5]. Mehr zu Kortikosteroiden unter Glucocorticoide.

Wenn die Schmerzen bleiben

Zeigt sich nach spätestens 12 Wochen Therapie keine ausreichende Linderung und schränken die Schmerzen die Lebensqualität ein, soll laut DDG eine in der Schmerztherapie erfahrene Ärztin oder ein erfahrener Arzt hinzugezogen werden [4]. Menschen mit Schmerzen, die auf keine Behandlung ansprechen, sollten so früh wie möglich, spätestens nach 9 Monaten, in einem spezialisierten Zentrum vorgestellt werden, um eine elektrische Rückenmarkstimulation zu prüfen [4].

Nebenwirkungen der Medikamente

Amitriptylin: Während der Behandlung wurden Herzrhythmusstörungen und ein verlängertes QT-Intervall im EKG berichtet; laut Packungsbeilage ist das verlängerte QT-Intervall häufig [7]. Bei neuropathischen Schmerzen wird Amitriptylin laut Packungsbeilage nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet [7]. Trizyklische Antidepressiva in antidepressiv wirksamer Dosierung sollten laut DDG bei Menschen mit einer Neuropathie der Herznerven (kardiale autonome diabetische Neuropathie) nicht gegeben werden, weil sie die Gefahr von Herzrhythmusstörungen erhöhen [4]. Mehr: QT-Verlängerung, Mundtrockenheit und Gewichtszunahme unter Amitriptylin.

Duloxetin: Bei schmerzhafter diabetischer Neuropathie kann es laut Packungsbeilage ein paar Wochen dauern, bis Sie sich besser fühlen [9]. Häufig sind unter anderem erhöhter Blutdruck und Stürze, vor allem bei älteren Menschen [9]. Mittel, die den Serotoninspiegel erhöhen, etwa Tramadol oder trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin, erhöhen zusammen mit Duloxetin die Möglichkeit von Nebenwirkungen; bei Unruhe, Halluzinationen, schnellem Herzschlag, erhöhter Körpertemperatur oder Durchfall wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, weil ein Serotonin-Syndrom vorliegen kann [9]. Mehr: Blutdruckanstieg.

Pregabalin und Gabapentin: Benommenheit und Schläfrigkeit unter Pregabalin könnten laut Packungsbeilage bei älteren Menschen häufiger zu unfallbedingten Verletzungen führen [11]. Zusammen mit anderen Mitteln, die das Nervensystem dämpfen, einschließlich Opioiden, kann Pregabalin diese Wirkungen verstärken und zu Atemschwäche, Koma und Tod führen [11]; auch Gabapentin kann zusammen mit Opioiden Schläfrigkeit, Sedierung oder eine Verringerung der Atmung hervorrufen oder zum Tod führen [13]. Beide Mittel können abhängig machen [11, 13]. Mehr: Schwindel, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme unter Pregabalin und Absetz- und Entzugserscheinungen.

Tramadol: Die wiederholte Anwendung kann zu Gewöhnung, Abhängigkeit und Sucht führen; das Risiko kann mit höherer Dosis und längerer Anwendung steigen [14]. Das Risiko von Nebenwirkungen erhöht sich laut Packungsbeilage, wenn Sie zugleich Gabapentin oder Pregabalin einnehmen; zusammen mit Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression) und Koma, was lebensbedrohlich sein kann [14]. Zusammen mit Amitriptylin steigt laut Fachinformation das Risiko für Krampfanfälle und ein Serotonin-Syndrom [8]. Mehr: Tilidin oder Tramadol.

Müdigkeit und Verkehr: Alle vier Mittel können müde oder schwindlig machen. Fahren Sie laut Packungsbeilagen erst, wenn Sie wissen, wie das Mittel bei Ihnen wirkt; ruft Amitriptylin Schläfrigkeit oder Schwindel hervor, dürfen Sie kein Fahrzeug führen [7, 9, 11, 13]. Mehr: Müdigkeit und Medikamente und Autofahren.

Absetzen: Pregabalin und Gabapentin werden laut Packungsbeilage nicht plötzlich abgesetzt, sondern allmählich über mindestens 1 Woche [11, 13]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Was die Packungsbeilagen zum Beenden sagen, steht auf den Seiten Pregabalin absetzen, Gabapentin absetzen, Duloxetin absetzen, Amitriptylin absetzen und Tramadol absetzen.

Nebenwirkung melden: Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [11]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit einer Polyneuropathie

Für Menschen mit diabetischer Neuropathie ist es laut gesund.bund.de sinnvoll, täglich die Füße zu untersuchen und auf trockene oder rissige Haut sowie entzündete, gerötete Stellen zwischen Zehen und Nägeln zu achten [2]. Fällt das allein schwer, können Angehörige oder eine medizinische Fußpflege helfen [2]. Weil auch zu heißes Wasser Verletzungen verursachen kann, können Sie die Wassertemperatur vor dem Duschen oder Baden mit dem Ellenbogen testen [2].

Physiotherapie kann die körperliche Fitness verbessern und so Stürzen und Verletzungen vorbeugen; in der Ergotherapie lernt man, mit Einschränkungen zurechtzukommen [2]. Haltegriffe im Bad und Nachtlichter in der Wohnung senken die Sturzgefahr [2]. Bei Verdacht auf oder bei bestehender diabetischer Neuropathie sollte laut DDG mindestens halbjährlich kontrolliert werden, bei zusätzlicher Durchblutungsstörung der Beine oder Fußfehlstellungen alle drei Monate [4].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Rasch zunehmende Lähmungen. Beim Guillain-Barré-Syndrom können Muskeln schwächer werden oder ganz gelähmt sein; sind die Atemmuskeln betroffen, bekommt man möglicherweise nicht mehr richtig Luft [17]. Laut DGN-Leitlinie sollten Betroffene wegen der Gefahr von Atemschwäche und Herzrhythmusstörungen in einer Klinik mit Möglichkeit zur Intensivmedizin behandelt werden [5]. Schwere Atemnot ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ein Fall für den Notruf 112 [19].

Plötzliche Taubheit auf einer Seite. Plötzliche Schwäche, Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühle, Sprachstörungen, ein herabhängender Mundwinkel oder ein Gesichtsfeldausfall gehören zu den häufigsten Anzeichen eines Schlaganfalls; meist ist nur eine Körperseite betroffen [18]. Bei jedem Verdacht wählen Sie schnell den Notruf 112 [18]. Mehr: Schlaganfall.

Veränderungen am Fuß. Akute Veränderungen an Haut, Weichteilen oder Gelenken des Fußes, mit oder ohne Verletzung, weisen laut DDG auf eine schwere Komplikation hin; dann soll eine Infektion oder eine durch die Nervenschädigung bedingte Erkrankung von Knochen und Gelenken (Neuroosteoarthropathie, Charcot-Arthropathie) ausgeschlossen werden [4].

Unter den Medikamenten. Bei Atemproblemen oder flacher Atmung unter Pregabalin wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [11]. Bei rötlichen, zielscheibenartigen Flecken am Rumpf, Blasen, Abschälen der Haut oder Geschwüren in Mund, Rachen oder an den Augen brechen Sie Pregabalin laut Packungsbeilage unverzüglich ab und begeben sich umgehend in ärztliche Behandlung [11]. Haben Sie unter Duloxetin oder Amitriptylin Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, gehen Sie laut Packungsbeilagen zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder unverzüglich in ein Krankenhaus [7, 9]. Suizidversuche aller Art sind laut KBV ein Fall für den Notruf 112 [19].

Quellen

  1. Behörde Polyneuropathie. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 17.06.2022. abgerufen am 18.10.2026
  2. Behörde Diabetische Neuropathie. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 26.02.2022. abgerufen am 18.10.2026
  3. Leitlinie S1-Leitlinie Diagnostik bei Polyneuropathien, Version 6.1 (AWMF-Register-Nr. 030/067). Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand vollständig überarbeitet 01.04.2024, gültig bis 31.03.2029. abgerufen am 18.10.2026
  4. Leitlinie DDG-Praxisempfehlung Diabetische Neuropathie, aktualisierte Version 2025 (Ziegler D, Keller J, Maier C, Pannek J; Diabetologie und Stoffwechsel 2025; 20 Suppl 2: S332-S346). Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). Stand 12/2025. abgerufen am 18.10.2026
  5. Leitlinie S2e-Leitlinie Therapie immunvermittelter Neuropathien, Version 4.0 (AWMF-Register-Nr. 030/130). Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand vollständig überarbeitet 01.10.2025, gültig bis 30.09.2030. abgerufen am 18.10.2026
  6. Leitlinie S2k-Leitlinie Diagnose und nicht interventionelle Therapie neuropathischer Schmerzen, Version 1.2 (AWMF-Register-Nr. 030/114), Abschnitt Alpha-Liponsäure. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Stand Mai 2019, gültig bis April 2024 (abgelaufen). abgerufen am 18.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Duloxetin-ratiopharm 30 mg, 60 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 18.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Duloxetin-ratiopharm magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 18.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln (25 bis 300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 18.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 18.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Gabapentin-ratiopharm 100 mg / 300 mg / 400 mg Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 12/2025. abgerufen am 18.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tramadol-ratiopharm 100 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 18.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation Gabapentin-ratiopharm 100 mg / 300 mg / 400 mg Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 18.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Tramadol-ratiopharm 100 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 18.10.2026
  17. Behörde ICD-Code G61.0: Guillain-Barré-Syndrom (Erläuterung der "Was hab' ich?" gemeinnützigen GmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  18. Behörde Schlaganfall. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 16.12.2022. abgerufen am 18.10.2026
  19. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was ist eine Polyneuropathie?

Bei einer Polyneuropathie sind mehrere Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark geschädigt, die sogenannten peripheren Nerven. Sie steuern zum Beispiel die Muskeln und leiten Berührung, Wärme oder Druck weiter. Typisch sind laut gesund.bund.de Schmerzen und Missempfindungen, vor allem an den Füßen; auch Muskelschwäche und ein unsicherer Gang können Hinweise sein. Laut Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie beginnt die häufigste Form an den Beinen.

Welche Medikamente helfen bei Polyneuropathie?

Gegen die Schmerzen werden laut gesund.bund.de meist Antidepressiva oder Antikonvulsiva eingesetzt, also Mittel, die auch bei Depressionen oder Epilepsie verwendet werden; reicht das nicht, können Opioide helfen, die wegen der Abhängigkeitsgefahr nur sehr kurz genommen werden sollten. Bei schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie nennt die Praxisempfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (2025) als Einzeltherapie trizyklische Antidepressiva, vorzugsweise Amitriptylin, sowie Duloxetin, Pregabalin, Gabapentin, ein Capsaicin-8-%-Pflaster, α-Liponsäure oder, wenn Opioide angezeigt sind, Tramadol (Empfehlungsgrad B). Welches Mittel passt, hängt laut Praxisempfehlung von Wirksamkeit, Risikoprofil und Begleiterkrankungen ab.

Ist eine Polyneuropathie heilbar?

Das hängt von der Ursache ab. Behandelt man die zugrunde liegende Erkrankung, lassen sich die Beschwerden laut gesund.bund.de oft verbessern, aber nicht heilen. Eine diabetische Neuropathie ist nicht heilbar; man kann ihr aber vorbeugen und den Verlauf verlangsamen. Toxische Polyneuropathien schreiten laut DGN-Leitlinie nach Weglassen des Auslösers in der Regel nicht weiter voran oder bilden sich teilweise oder ganz zurück. Die Schmerztherapie bei diabetischer Polyneuropathie ist laut DDG symptomatisch, nicht ursächlich.

Helfen Vitamine bei Polyneuropathie?

Ein Vitamin-B12-Mangel ist eine mögliche Ursache. Vitamin B12 gehört laut DGN-Leitlinie zum Standardlabor; ist eine andere Erkrankung die Ursache, wird laut gesund.bund.de zunächst diese behandelt. Mehr dazu unter Vitamin-B12-Mangel. Vitamin B6 kann in hohen Dosen laut DGN-Leitlinie selbst Neuropathien verursachen. α-Liponsäure nennt die DDG-Praxisempfehlung bei diabetischer Polyneuropathie als eine Möglichkeit der Einzeltherapie; die inzwischen abgelaufene DGN-Leitlinie zu neuropathischen Schmerzen von 2019 empfahl sie nicht generell.

Was kann ich bei Polyneuropathie selbst tun?

Bei diabetischer Neuropathie ist es laut gesund.bund.de sinnvoll, die Füße täglich auf trockene oder rissige Haut und entzündete, gerötete Stellen zu untersuchen. Die Wassertemperatur können Sie vor dem Duschen oder Baden mit dem Ellenbogen testen. Physiotherapie kann die Fitness verbessern und Stürzen vorbeugen; Haltegriffe im Bad und Nachtlichter senken die Sturzgefahr. Menschen mit diabetischer Neuropathie soll laut DDG empfohlen werden, Alkohol allenfalls in moderaten Mengen zu trinken und das Rauchen aufzugeben.

Kann Alkohol eine Polyneuropathie verursachen?

Ja. Ein starker Alkoholkonsum gehört laut gesund.bund.de zu den häufigen Auslösern; bei Menschen mit Alkoholabhängigkeit tritt eine Polyneuropathie ähnlich häufig auf wie bei Menschen mit Diabetes. Nimmt der Konsum zu, verstärken sich die Missempfindungen. Laut DGN-Leitlinie ist sie die mit Abstand häufigste toxische Polyneuropathie in der westlichen Welt; eindeutige Grenzwerte für den täglichen Alkoholkonsum gibt es nicht. Hilfe finden Sie unter Alkoholabhängigkeit.

Können Medikamente eine Polyneuropathie auslösen?

Ja, laut gesund.bund.de zum Beispiel bestimmte Antibiotika und Medikamente gegen Krebs. Die DGN-Leitlinie nennt außerdem unter anderem Isoniazid, Thalidomid und Chloroquin sowie selten Statine nach langer Anwendung. Welche Wirkstoffe Kribbeln, Taubheit oder Nervenschäden als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Kribbeln, Taubheit und Polyneuropathie durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Krankheiten Nervenschmerzen

    Nervenschmerzen entstehen, wenn Nerven selbst geschädigt sind.

  • Krankheiten Trigeminusneuralgie

    Die Trigeminusneuralgie löst blitzartige, heftige Schmerzen in einer Gesichtshälfte aus.

  • Krankheiten Restless-Legs-Syndrom

    Beim Restless-Legs-Syndrom drängt es vor allem abends, die Beine zu bewegen.

  • Nebenwirkungen Haarausfall durch Medikamente

    Haarausfall kann eine Nebenwirkung von Medikamenten sein, etwa von Methotrexat, Valproinsäure oder Krebsmitteln.