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Vitamin-B12-Mangel

Bei einem Vitamin-B12-Mangel fehlt dem Körper ein Vitamin, das er unter anderem für die Blutbildung und die Nerven braucht; mögliche Folgen sind eine Blutarmut und Schäden an Nerven und Rückenmark. Ursachen sind laut gesund.bund.de unter anderem eine vegane Ernährung, ein höheres Alter, chronische Darmerkrankungen, Operationen zur Gewichtsabnahme sowie Medikamente wie Magensäureblocker oder Metformin. Lässt sich der Mangel über die Ernährung nicht beheben, kommen Tabletten, Spritzen oder Infusionen mit Vitamin B12 infrage; welches Mittel und welche Dosis sich eignen, berät die Ärztin oder der Arzt. Weil die Beschwerden nicht eindeutig sind, klärt die Ärztin oder der Arzt die Ursache mit Fragen und Bluttests.

Frau Mitte dreißig mit langem kastanienrotem Haar in einer petrolfarbenen Bluse bereitet an einer hellen Küchenarbeitsplatte einen Salat mit gekochten Eiern und Käse zu
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Vitamin B12 braucht der Körper unter anderem für die Blutbildung und die Nerven. Er kann es nicht selbst herstellen und muss es mit der Nahrung aufnehmen [1]. Fehlt es über längere Zeit, kann eine Blutarmut mit vergrößerten roten Blutkörperchen entstehen, und Nerven und Rückenmark können geschädigt werden [1, 2, 6]. Lässt sich der Mangel über die Ernährung nicht beheben, kommen laut gesund.bund.de Tabletten oder Infusionen mit Vitamin B12 infrage; welches Mittel und welche Dosis sich eignen, berät die Ärztin oder der Arzt [1].

Was ist ein Vitamin-B12-Mangel?

Vitamin B12 gehört zu den acht B-Vitaminen, die unter anderem für den Stoffwechsel, die Blutbildung und die Nerven wichtig sind. Ist der Körper mit mindestens einem B-Vitamin nicht ausreichend versorgt, spricht man laut gesund.bund.de von einem Vitamin-B-Mangel; als ICD-Code nennt gesund.bund.de dafür E53 [1]. Unter dem Namen Vitamin B12 wird eine Gruppe von Stoffen zusammengefasst, zu der Cyanocobalamin gehört [5]. Laut Fachinformation ist Vitamin B12 neben Folsäure an Stoffwechselvorgängen beteiligt, die die Bildung der Erbsubstanz beeinflussen, vor allem bei der Blutbildung und anderen Reifungsvorgängen von Zellen [6].

Aufgenommen wird Vitamin B12 überwiegend im Dünndarm, und zwar nur, wenn es vorher eine Verbindung mit dem Intrinsic Factor eingegangen ist, einem Eiweiß, das die Magenschleimhaut bildet [5, 6]. Unabhängig davon kann es auch über Magen-Darm-Trakt und Schleimhäute ins Blut gelangen, von eingenommenen Mengen laut Fachinformation aber nicht mehr als etwa 1 bis 3 Prozent [6]. Der wichtigste Speicher ist die Leber. Bekommt ein gesunder Mensch gar kein Vitamin B12 mehr, dauert es laut Fachinformation 3 bis 5 Jahre, bis kritische Werte erreicht sind [6].

Der Mangel an Vitamin B12 ist laut gesund.bund.de der häufigste Vitamin-B-Mangel. Er tritt bei etwa 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung in westlichen Industrienationen auf; bei den über 60-Jährigen haben etwa 20 Prozent einen Vitamin-B12-Mangel [1].

Symptome

Einen leichten Mangel bemerkt man laut gesund.bund.de oft nicht, Beschwerden treten erst auf, wenn er stärker ausgeprägt ist. Bei einem Mangel an Vitamin B12 oder Folat (Vitamin B9) nennt gesund.bund.de unter anderem [1]:

  • Blutarmut, Müdigkeit, eine blassere oder gelbliche Haut und eine geringere Leistungsfähigkeit,
  • depressive Stimmungen und Vergesslichkeit,
  • Kopfschmerzen und Schwindel, Brustschmerzen und Atembeschwerden,
  • Geschwüre im Mund,
  • Kribbeln oder Taubheit, vor allem in den Beinen, und Probleme beim Gehen.

Laut Fachinformation sind die Beschwerden meist uncharakteristisch, zum Beispiel Müdigkeit und Blässe, Kribbeln in Händen und Füßen, Gangunsicherheit und eine verminderte körperliche Belastbarkeit. Im Blut zeigt sich eine Blutarmut mit gestörter Reifung der roten Blutkörperchen (megaloblastäre Anämie). An den Nerven können Ausfälle im peripheren und zentralen Nervensystem auftreten; Zeichen einer Polyneuropathie können mit Schäden an den langen Bahnen des Rückenmarks und psychischen Störungen zusammentreffen [6]. Ein langanhaltender Mangel kann laut gesund.bund.de zu einer solchen Erkrankung des Rückenmarks führen, der funikulären Myelose [1]. Mehr unter Polyneuropathie.

Schwangerschaft und Säuglinge: Ein Vitamin-B12-Mangel bei Schwangeren kann laut gesund.bund.de ein niedriges Geburtsgewicht oder eine Frühgeburt verursachen. Wird ein Mangel bei Säuglingen nicht rechtzeitig erkannt, sind eine verzögerte Entwicklung oder dauerhafte neurologische Schäden möglich; als Anzeichen bei Säuglingen nennt gesund.bund.de eine Entwicklungsverzögerung, einen niedrigen Blutdruck, Zittern oder Krämpfe. Selten haben schon Neugeborene einen Mangel, weil die Mutter zu wenig Vitamin B hatte und das Kind im Mutterleib und beim Stillen nicht ausreichend versorgt wurde [1].

Ursachen und Risikofaktoren

Als Ursachen eines Vitamin-B-Mangels nennt gesund.bund.de [1]:

  • Ernährung: Wer sich vegan ernährt, nimmt über das Essen so gut wie kein Vitamin B12 auf. Auch eine Mangelernährung, etwa durch eine Essstörung wie Magersucht oder eine einseitige Diät, kommt infrage.
  • Höheres Alter: Ältere Menschen haben häufiger einen Vitamin-B-Mangel, zum Beispiel weil sie insgesamt zu wenig oder nicht genug vitaminreiche Lebensmittel essen.
  • Erkrankungen: Chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie, eine chronische Schilddrüsenerkrankung wie die Hashimoto-Thyreoiditis oder eine genetisch bedingte Entzündung der Magenschleimhaut können die Aufnahme erschweren.
  • Operationen zur Gewichtsabnahme: Ein Magenband oder Magenbypass verkleinert die Magenfläche, sodass der Körper weniger Nährstoffe aufnimmt.
  • Alkohol: Bei Menschen, die übermäßig viel Alkohol trinken, kommt ein Vitamin-B-Mangel häufiger vor.
  • Medikamente: Manche Medikamente können einen Mangel hervorrufen, zum Beispiel Magensäureblocker oder Metformin.

Die Fachinformation einer Vitamin-B12-Injektionslösung nennt als Ursachen eines im Labor gesicherten Mangels außerdem eine ungenügende Bildung von Intrinsic Factor, Erkrankungen im Endabschnitt des Dünndarms (Ileum) wie die Sprue, einen Befall mit dem Fischbandwurm, eine veränderte Darmführung nach einer Magenoperation (Blind-Loop-Syndrom) und angeborene Störungen des Vitamin-B12-Transports. Äußern kann sich der Mangel danach als Blutarmut mit großen, unreifen roten Blutkörperchen, zu der die perniziöse Anämie (Perniciosa, Biermer-Anämie) gehört, und als Schädigung des Rückenmarks (funikuläre Spinalerkrankung) [5, 6].

Medikamente als Ursache: Bei Metformin gegen Diabetes Typ 2 sind verminderte oder niedrige Vitamin-B12-Spiegel im Blut laut Packungsbeilage häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [8]. Das Risiko steigt laut Fachinformation mit zunehmender Dosis und Behandlungsdauer und bei Risikofaktoren für einen Vitamin-B12-Mangel. Bei Verdacht, etwa bei einer Blutarmut oder Nervenschäden, sollten die Vitamin-B12-Werte überwacht werden; die Metformin-Behandlung sollte so lange fortgesetzt werden, wie sie vertragen wird und keine Gegenanzeige besteht [9]. Omeprazol kann laut Packungsbeilage die Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigen, besonders bei längerer Einnahme [10]. Laut Fachinformation gilt das wie für alle säurehemmenden Arzneimittel, etwa die Protonenpumpenhemmer, weil weniger Magensäure gebildet wird [11]. Nach mehrjähriger Behandlung mit H2-Antihistaminika oder Protonenpumpenhemmern besteht laut Fachinformation einer Vitamin-B12-Injektionslösung das Risiko, dass sich ein Vitamin-B12-Mangel verschlechtert [6]. Weitere Medikamente nennt die Seite Nährstoffmangel durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Diagnose

Weil die Beschwerden unterschiedlich und nicht eindeutig sind, fragt die Ärztin oder der Arzt laut gesund.bund.de zunächst ausführlich nach Ernährungsgewohnheiten, Erkrankungen und Medikamenten. Laboruntersuchungen, meist Bluttests, können den Verdacht bestätigen; oft wird ein Mangel zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt [1]. Notieren Sie Ihre Medikamente vorher, zum Beispiel im Medikationsplan.

Sind die roten Blutkörperchen vergrößert, was am erhöhten mittleren Zellvolumen (MCV) zu sehen ist, sind laut IQWiG ein Vitamin-B12- oder Folsäuremangel die häufigsten Ursachen. Ein erhöhtes MCV kann aber auch andere Gründe haben, etwa Erkrankungen, die die Blutbildung stören, übermäßigen Alkoholkonsum oder bestimmte Medikamente wie Methotrexat oder die Antibabypille [2]. Weil ein Vitamin-B12-Mangel zu denselben Veränderungen im Blutbild führt wie ein Folsäuremangel, wird zur Abklärung einer megaloblastären Anämie neben dem Folsäure-Wert auch der Vitamin-B12-Wert bestimmt [3]. Laut Fachinformation führt eine jahrelang verminderte oder fehlende Aufnahme zu Mangelerscheinungen, wenn der Vitamin-B12-Spiegel im Plasma unter 200 pg/ml fällt [6].

Für Menschen über 50 ohne Mangelerscheinungen fand ein im Auftrag des IQWiG erstellter HTA-Bericht keine Belege, dass routinemäßige Messungen der Vitamin-B12- oder Vitamin-D-Werte einen Nutzen haben. Die beiden Studien zur Behandlung niedriger Vitamin-B12-Spiegel zeigten keine Hinweise auf eine bessere Gesundheit, sichere Aussagen ließen sich wegen der begrenzten Daten aber nicht ableiten. Ohne medizinischen Grund ist der Test eine Selbstzahlerleistung (IGeL), bei Beschwerden, die auf einen Mangel zurückgehen könnten, zahlt die gesetzliche Krankenkasse [4]. Bei einem erhöhten Risiko, etwa mit Morbus Crohn oder Zöliakie, sollte man seine Werte laut gesund.bund.de regelmäßig überprüfen lassen [1].

Neugeborene: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 15.05.2025 beschlossen, die Früherkennung eines Vitamin-B12-Mangels in das erweiterte Neugeborenen-Screening aufzunehmen; der Beschluss ist am 13.08.2025 in Kraft getreten [13].

Behandlung ohne Medikamente

Vitamin B12 kommt laut gesund.bund.de vor allem in tierischen Lebensmitteln vor, zum Beispiel in Leber, Niere, Muskelfleisch, Fisch, Eiern sowie in Milch und Milchprodukten. Vergorene pflanzliche Lebensmittel wie Sauerkraut enthalten zwar auch Vitamin B12, aber in so geringen Mengen, dass sie den Bedarf nicht decken [1]. Um einen Mangel an B-Vitaminen zu beheben, reicht es danach oft, die Ernährung umzustellen; außerdem lassen sich bekannte Ursachen behandeln [1]. Auch laut IQWiG lässt sich eine Blutarmut durch einen Vitamin-B12- oder Folsäuremangel manchmal schon durch Ersatzpräparate oder eine angepasste Ernährung behandeln. Weil auch ernstzunehmende Erkrankungen dahinterstecken können, ist es sinnvoll, die Ergebnisse ärztlich abklären zu lassen [2].

Vorbeugen: Wer sich vegan ernährt, sollte laut gesund.bund.de ärztlich abklären lassen, ob die Einnahme von Vitamin-B12-Tabletten sinnvoll ist. Menschen, die etwa wegen eines Magenbands einen höheren Bedarf an Vitamin B haben, können einem Mangel durch Tabletten oder Spritzen vorbeugen [1]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

Behandlung mit Medikamenten

Mann Anfang siebzig mit weißem Haar und hellblauen Augen in einem beigen Strickpullover spricht in einer hellen Hausarztpraxis mit einer Ärztin mit dunkelbraunem Pferdeschwanz
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Reicht eine Ernährungsumstellung nicht aus oder ist sie wegen einer veganen Ernährung nicht möglich, kommen laut gesund.bund.de Tabletten oder Infusionen infrage, die das fehlende B-Vitamin enthalten; welches Mittel und welche Dosis sich eignen, berät die Ärztin oder der Arzt [1]. Zu therapeutischen Zwecken wird Vitamin B12 laut Fachinformation als Cyanocobalamin, Hydroxocobalamin oder Hydroxocobalaminacetat angewendet; der Körper wandelt diese Vorstufen in die wirksamen Formen um [6].

Medikamente bei Vitamin-B12-Mangel im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Vitamin B12 (Vitamine)Cyanocobalamin als Injektionslösung oder Tabletten [5, 7]Ersetzt das fehlende Vitamin; Vitamin B12 ist neben Folsäure an Stoffwechselvorgängen beteiligt, die die Bildung der Erbsubstanz beeinflussen, vor allem bei der Blutbildung und anderen Reifungsvorgängen von Zellen [6]Laut Packungsbeilage einer Injektionslösung keine häufigen; sehr selten ekzem- und nesselsuchtartige Hautreaktionen, Überempfindlichkeitsreaktionen und Akne; Häufigkeit nicht bekannt: allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktischem Schock, Rotfärbung des Urins, Schmerzen an der Einstichstelle [5]

"Sehr selten" heißt: bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten; bei "nicht bekannt" ist die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar [5]. Was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Spritze oder Tabletten

Spritze: Eine Injektionslösung mit Cyanocobalamin ist laut ihrer Packungsbeilage für einen Vitamin-B12-Mangel zugelassen, der sich über die Ernährung nicht beheben lässt. Sie wird in der Regel in einen Muskel gespritzt, kann aber auch langsam in eine Vene oder unter die Haut gegeben werden; wie oft, nennt die Packungsbeilage, falls die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet [5]. Die Lösung ist zur längeren Anwendung bestimmt, und wer die Behandlung unterbricht, gefährdet laut Packungsbeilage den Behandlungserfolg [5]. Sie ist ohne Verschreibung in der Apotheke erhältlich [5, 6].

Tabletten: Laut den Pflichtangaben eines Herstellers werden dessen Tabletten mit Cyanocobalamin bei Erwachsenen angewendet zur Behandlung eines Mangels durch Mangelernährung, zur Erhaltungstherapie bei einer beeinträchtigten Aufnahme, etwa infolge einer atrophischen Gastritis, entzündlicher Darmerkrankungen, einer Zöliakie, nach Magen- oder Darmoperationen oder bei langfristiger Einnahme von Magensäureblockern, Aminosalicylaten oder Metformin, und zur dauerhaften Behandlung einer perniziösen Anämie, nachdem sich die Blutwerte normalisiert haben. Eine perniziöse Anämie oder Nervenbeschwerden werden danach zu Beginn mit Spritzen oder Infusionen behandelt, bis sich die Blutwerte normalisiert haben [7].

Vorsicht und Gegenanzeigen

Nicht angewendet werden darf die Injektionslösung laut Packungsbeilage bei einer Allergie gegen Cyanocobalamin oder einen der sonstigen Bestandteile und bei bösartigen Tumoren, laut Fachinformation wegen des Risikos eines fortschreitenden Wachstums [5, 6]. Bei der Leberschen hereditären Optikusneuropathie, einer schweren erblichen Augenerkrankung, sollte sie nicht angewendet werden [5, 6]. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind bisher nicht bekannt [5, 6].

Folsäure: Folsäure ist laut Fachinformation zur Behandlung eines Folsäuremangels zugelassen, der sich über die Ernährung nicht beheben lässt. Der Anstieg junger roter Blutkörperchen, den Folsäure auslöst, kann einen Vitamin-B12-Mangel verdecken. Wegen der Gefahr bleibender Schäden des Nervensystems muss vor der Behandlung einer megaloblastären Blutarmut sichergestellt sein, dass sie nicht auf einem Vitamin-B12-Mangel beruht, auch wenn die Blutarmut lebensbedrohlich ist; ihre Ursache muss vor Beginn der Behandlung abgeklärt werden [12].

Schwangerschaft und Stillzeit: Nach den bisherigen Erfahrungen haben höhere Dosen Vitamin B12 als die empfohlene Zufuhr laut Fachinformation keine nachteiligen Auswirkungen auf das ungeborene Kind. Vitamin B12 passiert die Plazenta und geht in die Muttermilch über [6]. Fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [5]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

Laut Packungsbeilage einer Injektionslösung mit Cyanocobalamin treten sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten, Hauterscheinungen wie ekzemartige und nesselsuchtartige Reaktionen, Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen) und Akne auf [5]. Ohne bekannte Häufigkeit nennt sie allergische Reaktionen mit Juckreiz, Hautrötung und Schwellungen, einschließlich akuter Reaktionen wie einem anaphylaktischen Schock, einem Angioödem mit Schwellung von Haut und Schleimhaut vor allem im Gesicht und dem Absterben von Hautzellen (Hautnekrosen), außerdem Schmerzen an der Einstichstelle [5]. Mehr unter Arzneimittelallergie und Akne durch Medikamente.

Der Urin kann sich rot färben, weil Vitamin B12 über den Urin ausgeschieden wird [5]. Mehr unter Urinverfärbung. Vergiftungen oder Zeichen einer Überdosierung sind laut Packungsbeilage nicht bekannt; laut Fachinformation hat Vitamin B12 eine große therapeutische Breite [5, 6].

Treten unangenehme Nebenwirkungen auf, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die weitere Behandlung [5]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [5]; wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit einem Vitamin-B12-Mangel

Bei einer nachgewiesenen Aufnahmestörung im Darm wird Vitamin B12 laut Fachinformation in der Regel lebenslang ersetzt; bei guter Verträglichkeit ist die Dauer der Anwendung nicht begrenzt [6]. Eine perniziöse Anämie wird laut Pflichtangaben eines Herstellers dauerhaft behandelt [7]. Wer Metformin einnimmt und Risikofaktoren für einen Vitamin-B12-Mangel hat, braucht laut Fachinformation möglicherweise regelmäßige Kontrollen der Vitamin-B12-Werte [9]. Unter Omeprazol wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Zeichen eines niedrigen Vitamin-B12-Spiegels bemerken, etwa extreme Müdigkeit, ein Gefühl wie Nadelstiche auf der Haut, eine wunde und rote Zunge, Muskelschwäche, Sehstörungen, Gedächtnisschwäche oder Verwirrtheit [10]. Mehr im Ratgeber Medikamente im Alter.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Kribbeln oder Taubheit vor allem in den Beinen, Probleme beim Gehen, Blässe, Müdigkeit oder Vergesslichkeit können laut gesund.bund.de zu einem Vitamin-B12-Mangel gehören [1]. Lassen Sie solche Beschwerden ärztlich abklären. Bei Säuglingen sind laut gesund.bund.de dauerhafte neurologische Schäden möglich, wenn ein Mangel nicht rechtzeitig erkannt wird; lassen Sie eine Entwicklungsverzögerung oder Zittern deshalb in der Kinderarztpraxis abklären [1].

Starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden, schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung sowie akute und anhaltende Krampfanfälle sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [14]. Akute allergische Reaktionen wie ein anaphylaktischer Schock sind nach einer Vitamin-B12-Spritze laut Packungsbeilage möglich, ihre Häufigkeit ist nicht bekannt [5].

Quellen

  1. Behörde Vitamin-B-Mangel: Symptome, Ursachen und Behandlung (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 26.02.2022. abgerufen am 17.10.2026
  2. MCV (Mittleres Zellvolumen). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 17.10.2026
  3. Folsäure (Blutwert). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 17.10.2026
  4. HTA kompakt: Blutwerte. Profitieren ältere Personen von einer regelmäßigen Bestimmung der Vitamin-B12- und Vitamin-D-Werte im Blut? (HT20-04, Version 1.0). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), ThemenCheck Medizin. Stand 02.03.2022. abgerufen am 17.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Vitamin B 12 Lichtenstein 1.000 Mikrogramm/ml Injektionslösung (Cyanocobalamin). Winthrop Arzneimittel GmbH (Pharmazeutischer Unternehmer); Zentiva Pharma GmbH (Mitvertrieb). Stand 02/2018. abgerufen am 17.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Vitamin B 12 Lichtenstein 1.000 Mikrogramm/ml Injektionslösung (Cyanocobalamin). Winthrop Arzneimittel GmbH (Zulassungsinhaber); Zentiva Pharma GmbH (Mitvertrieb). Stand 10/2025. abgerufen am 17.10.2026
  7. Pflichtangaben B12 Ankermann 1.000 Mikrogramm überzogene Tabletten (Cyanocobalamin). Wörwag Pharma GmbH & Co. KG. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 17.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 17.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Omeprazol-ratiopharm NT 20 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
  11. Fachinformation Fachinformation Omeprazol-ratiopharm NT magensaftresistente Hartkapseln (10/20/40 mg). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Folsäure-ratiopharm 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2016. abgerufen am 17.10.2026
  13. Beschluss Kinder-Richtlinie: Früherkennung eines Vitamin B12-Mangels und weiterer Zielerkrankungen (Homocystinurie, Propionazidämie und Methylmalonazidurie) im erweiterten Neugeborenen-Screening (Beschlussdatum 15.05.2025, Inkrafttreten 13.08.2025, BAnz AT 12.08.2025 B3). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand 15.05.2025. abgerufen am 17.10.2026
  14. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Welche Symptome hat ein Vitamin-B12-Mangel?

Einen leichten Mangel bemerkt man laut gesund.bund.de oft nicht. Bei einem Mangel an Vitamin B12 oder Folat nennt gesund.bund.de unter anderem Blutarmut, Müdigkeit, blassere oder gelbliche Haut, eine geringere Leistungsfähigkeit, depressive Stimmungen, Vergesslichkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Geschwüre im Mund sowie Kribbeln oder Taubheit vor allem in den Beinen und Probleme beim Gehen. Ein langanhaltender Vitamin-B12-Mangel kann zu einer Erkrankung des Rückenmarks führen, der funikulären Myelose. Weil die Beschwerden nicht eindeutig sind, fragt die Ärztin oder der Arzt nach Ernährung, Erkrankungen und Medikamenten und lässt Blut untersuchen.

Welche Medikamente können einen Vitamin-B12-Mangel auslösen?

Bei Metformin gegen Typ-2-Diabetes sind verminderte Vitamin-B12-Spiegel laut Packungsbeilage häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten; das Risiko steigt laut Fachinformation mit der Dosis, der Behandlungsdauer und bei Risikofaktoren für einen Mangel. Die Metformin-Behandlung sollte danach fortgesetzt werden, solange sie vertragen wird und keine Gegenanzeige besteht. Omeprazol kann laut Packungsbeilage die Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigen, besonders bei längerer Einnahme; laut Fachinformation gilt das wie für alle säurehemmenden Arzneimittel. Weitere Beispiele stehen auf der Seite Nährstoffmangel durch Medikamente.

Wie wird ein Vitamin-B12-Mangel festgestellt?

Die Ärztin oder der Arzt fragt laut gesund.bund.de nach Ernährungsgewohnheiten, Erkrankungen und Medikamenten; Bluttests können den Verdacht bestätigen. Vergrößerte rote Blutkörperchen (erhöhtes MCV) gehen laut IQWiG am häufigsten auf einen Vitamin-B12- oder Folsäuremangel zurück. Bei einer megaloblastären Blutarmut werden Folsäure und Vitamin B12 bestimmt, weil beide Mängel dieselben Veränderungen im Blutbild verursachen. Gibt es Beschwerden, die auf einen Mangel hindeuten können, zahlt die gesetzliche Krankenkasse den Test; ohne medizinischen Grund ist er laut IQWiG eine Selbstzahlerleistung (IGeL).

Tabletten oder Spritze: Wie wird Vitamin B12 gegeben?

Laut gesund.bund.de kommen Tabletten oder Infusionen infrage, wenn eine Ernährungsumstellung nicht ausreicht; welches Mittel und welche Dosis sich eignen, berät die Ärztin oder der Arzt. Eine perniziöse Anämie oder Nervenbeschwerden werden laut Pflichtangaben eines Herstellers zu Beginn mit Spritzen oder Infusionen behandelt, bis sich die Blutwerte normalisiert haben; danach sind Tabletten zur dauerhaften Behandlung möglich. Eine Injektionslösung mit Cyanocobalamin wird laut ihrer Packungsbeilage in der Regel in einen Muskel gespritzt. Bei einer nachgewiesenen Aufnahmestörung im Darm wird Vitamin B12 laut Fachinformation in der Regel lebenslang ersetzt.

Brauche ich bei veganer Ernährung Vitamin B12?

Wer sich vegan ernährt, nimmt laut gesund.bund.de über das Essen so gut wie kein Vitamin B12 zu sich. Vergorene pflanzliche Lebensmittel wie Sauerkraut enthalten zwar etwas Vitamin B12, aber zu wenig, um den Bedarf zu decken. Sie sollten deshalb laut gesund.bund.de ärztlich abklären lassen, ob die Einnahme von Vitamin-B12-Tabletten für Sie sinnvoll ist.

Darf ich bei einem Vitamin-B12-Mangel Folsäure nehmen?

Tabletten mit 5 mg Folsäure sind laut Fachinformation zur Behandlung eines Folsäuremangels zugelassen, der sich über die Ernährung nicht beheben lässt. Folsäure kann danach einen Vitamin-B12-Mangel verdecken. Wegen der Gefahr bleibender Schäden des Nervensystems muss vor der Behandlung einer megaloblastären Blutarmut sichergestellt sein, dass sie nicht auf einem Vitamin-B12-Mangel beruht, auch wenn die Blutarmut lebensbedrohlich ist. Mehr auf der Seite Folsäure.

Kann man Vitamin B12 überdosieren?

Vergiftungen oder Zeichen einer Überdosierung sind laut Packungsbeilage einer Injektionslösung nicht bekannt; laut Fachinformation hat Vitamin B12 eine große therapeutische Breite. Wird die Speicherkapazität des Körpers überschritten, wird der Überschuss mit dem Urin ausgeschieden, der sich dadurch rot färben kann. Allergische Reaktionen sind trotzdem möglich, laut Packungsbeilage sehr selten oder mit nicht bekannter Häufigkeit.

Wird bei Neugeborenen auf Vitamin-B12-Mangel getestet?

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 15.05.2025 beschlossen, die Früherkennung eines Vitamin-B12-Mangels in das erweiterte Neugeborenen-Screening aufzunehmen; der Beschluss ist am 13.08.2025 in Kraft getreten. Wird ein Mangel bei Säuglingen nicht rechtzeitig erkannt, sind laut gesund.bund.de eine verzögerte Entwicklung oder dauerhafte neurologische Schäden möglich.

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