MedikamenteWirkstoff
Methotrexat (MTX): Nebenwirkungen und Wirkung
Methotrexat (MTX) ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der in niedriger Dosis bei schwerer rheumatoider Arthritis und schwerer Schuppenflechte eingesetzt wird. Bei diesen Erkrankungen wird es nur einmal wöchentlich eingenommen, niemals täglich. Eine versehentlich tägliche Einnahme hat zu tödlichen Vergiftungen geführt. Fieber, Halsschmerzen, Geschwüre im Mund, Atemnot oder Blutungen melden Sie umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wichtig: Bei rheumatoider Arthritis und Schuppenflechte wird Methotrexat nur einmal wöchentlich eingenommen. Die Tabletten dürfen nicht täglich eingenommen werden. Wird Methotrexat häufiger oder in höherer Dosis als verordnet eingenommen, können schwere Erkrankungen bis zum Tod auftreten; besonders bei älteren Menschen wurden nach versehentlich täglicher Einnahme der Wochendosis Todesfälle gemeldet [1, 2].
Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukozytopenie) und/oder der Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]
- Sehr häufig: Kopfschmerzen, Schwindel[1, 2]
- Sehr häufig: Husten[1, 2]
- Sehr häufig: Appetitlosigkeit, Durchfall (vor allem in den ersten 24 bis 48 Stunden nach der Einnahme), Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen[1, 2]
- Sehr häufig: Entzündungen und Geschwüre im Mund- und Rachenraum (vor allem in den ersten 24 bis 48 Stunden nach der Einnahme)[1, 2]
- Sehr häufig: Anstieg der Leberwerte bei Blutuntersuchungen[1, 2]
- Sehr häufig: Haarausfall[1, 2]
- Sehr häufig: Verminderte Kreatinin-Ausscheidung als Zeichen einer verschlechterten Nierenfunktion (in einer Blutuntersuchung feststellbar)[1, 2]
- Sehr häufig: Schwächegefühl[1, 2]
- Häufig: Infektionen, darunter Gürtelrose (Herpes zoster)[1, 2]
- Häufig: Blutarmut (Anämie), Schädigung des Knochenmarks, starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose) oder aller Blutzellen (Panzytopenie); mögliche Zeichen sind Fieber, Halsschmerzen, Geschwüre im Mund, allgemeines Krankheitsgefühl, starke Müdigkeit, Nasenbluten oder kleine rote Punkte auf der Haut[1, 2]
- Häufig: Benommenheit[1, 2]
- Häufig: Bindehautentzündung (Konjunktivitis)[1, 2]
- Häufig: Hautrötung, Hautausschlag, Juckreiz, Hautgeschwüre[1, 2]
- Häufig: Entzündung des Lungengewebes (interstitielle Pneumonitis oder Alveolitis) mit möglichen Zeichen wie allgemeinem Krankheitsgefühl, trockenem Reizhusten, Kurzatmigkeit auch in Ruhe, Brustschmerzen oder Fieber[1, 2]
Wofür wird Methotrexat eingesetzt?
Methotrexat, kurz MTX, ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff. Die Tabletten, die dieser Seite zugrunde liegen, sind für zwei Anwendungsgebiete zugelassen [1, 2]:
- schwere Formen der aktiven rheumatoiden Arthritis (chronische Polyarthritis), wenn andere Basistherapeutika oder nichtsteroidale Antirheumatika nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden, oder wenn die Erkrankung von Anfang an besonders aggressiv verläuft [1, 2],
- schwere Formen der Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) und der Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung (Psoriasis arthropathica), die mit einer üblichen Behandlung nicht ausreichend behandelbar sind [1, 2].
Methotrexat gibt es auch als Fertigspritze. Solche Präparate haben eigene Anwendungsgebiete; bei metex Fertigspritzen gehören zum Beispiel auch eine bestimmte Form der kindlichen Gelenkentzündung (juvenile idiopathische Arthritis) und ein leichter bis mittelschwerer Morbus Crohn dazu [4]. In erheblich höheren Dosen wird Methotrexat außerdem bei bösartigen Erkrankungen eingesetzt [3]. Für diese Anwendungen gelten eigene Packungsbeilagen; diese Seite beschreibt die niedrig dosierte Behandlung bei Rheuma und Schuppenflechte. Wie eine Behandlung gegen Krebs abläuft, erklärt die Seite Chemotherapie.
Wie wirkt Methotrexat?
Laut Packungsbeilage hat Methotrexat drei Eigenschaften: Es hemmt die Vermehrung bestimmter, sich schnell teilender Zellen, es verringert die Aktivität des Immunsystems, und es wirkt entzündungshemmend [1]. Chemisch ähnelt es der Folsäure. Es hemmt das Enzym Dihydrofolat-Reduktase, das Zellen brauchen, um Bausteine ihrer Erbsubstanz herzustellen. Ob die Wirkung bei rheumatoider Arthritis auf einer Entzündungshemmung oder einer Dämpfung des Immunsystems beruht, ist laut Fachinformation nicht geklärt [2].
Bei niedriger Dosierung gelangen im Mittel etwa 70 Prozent des eingenommenen Wirkstoffs ins Blut, wobei die Werte von Mensch zu Mensch und von Einnahme zu Einnahme erheblich schwanken. Die höchsten Blutspiegel werden nach 1 bis 2 Stunden erreicht, die Halbwertszeit liegt bei niedrigen Dosen bei etwa 3 bis 10 Stunden. Methotrexat wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden; arbeiten sie schlechter, bleibt es länger und in höherer Konzentration im Körper [2]. Mit einem Ansprechen auf die Behandlung ist im Allgemeinen nach 4 bis 8 Wochen zu rechnen [1, 2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Nebenwirkungen hängen unter anderem von der Dosis und der Dauer der Behandlung ab. Auch bei niedriger Dosierung können schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten, und zwar während der gesamten Behandlung. Die meisten sind vorübergehend, wenn sie früh erkannt werden; das Absetzen führt aber nicht immer zu einer vollständigen Rückbildung. Einige schwerwiegende Nebenwirkungen können in sehr seltenen Fällen zum plötzlichen Tod führen, und manche treten erst einige Zeit nach der Anwendung auf [1, 2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerminderung der weißen Blutkörperchen (Leukozytopenie) und/oder der Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- NervensystemKopfschmerzen, Schwindel[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindel
- AtemwegeHusten[1, 2]Mehr dazu: Reizhusten
- Magen und DarmAppetitlosigkeit, Durchfall (vor allem in den ersten 24 bis 48 Stunden nach der Einnahme), Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: AppetitlosigkeitDurchfallBauchschmerzenÜbelkeitErbrechen
- Magen und DarmEntzündungen und Geschwüre im Mund- und Rachenraum (vor allem in den ersten 24 bis 48 Stunden nach der Einnahme)[1, 2]
- Leber und GalleAnstieg der Leberwerte bei Blutuntersuchungen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautHaarausfall[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- Nieren und HarnwegeVerminderte Kreatinin-Ausscheidung als Zeichen einer verschlechterten Nierenfunktion (in einer Blutuntersuchung feststellbar)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenSchwächegefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenInfektionen, darunter Gürtelrose (Herpes zoster)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Blut und LymphsystemBlutarmut (Anämie), Schädigung des Knochenmarks, starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose) oder aller Blutzellen (Panzytopenie); mögliche Zeichen sind Fieber, Halsschmerzen, Geschwüre im Mund, allgemeines Krankheitsgefühl, starke Müdigkeit, Nasenbluten oder kleine rote Punkte auf der Haut[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue FleckenFieberMüdigkeit
- NervensystemBenommenheit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- AugenBindehautentzündung (Konjunktivitis)[1, 2]
- HautHautrötung, Hautausschlag, Juckreiz, Hautgeschwüre[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
- AtemwegeEntzündung des Lungengewebes (interstitielle Pneumonitis oder Alveolitis) mit möglichen Zeichen wie allgemeinem Krankheitsgefühl, trockenem Reizhusten, Kurzatmigkeit auch in Ruhe, Brustschmerzen oder Fieber[1, 2]Mehr dazu: ReizhustenAtemnotFieber
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock: Hautausschlag mit geröteter, juckender Haut, Schwellungen an Händen, Füßen, Knöcheln, Gesicht, Augenlidern, Lippen, Mund oder Rachen, Atemnot, Herzjagen, Gefühl, das Bewusstsein zu verlieren[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenHautausschlagAtemnotHerzrasen
- InfektionenInfektionen durch eine gestörte Immunabwehr (opportunistische Infektionen), die tödlich verlaufen können; Begünstigung von Infektionen und Entzündungen durch Unterdrückung der körpereigenen Abwehr[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Gutartige und bösartige NeubildungenBösartige Tumoren im Lymphgewebe (maligne Lymphome), die sich in einigen Fällen nach dem Absetzen zurückbildeten[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungZuckerkrankheit (Diabetes mellitus)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
- PsycheDepressionen[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- NervensystemHalbseitige Lähmung (Hemiparese), Verwirrtheit[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
- Gefäße und KreislaufEntzündung von Blutgefäßen (Vaskulitis), auch allergische Vaskulitis[1, 2]
- AtemwegeBindegewebige Umwandlung des Lungengerüsts (Lungenfibrose), Flüssigkeit zwischen den Lungenblättern (Pleuraerguss)[1, 2]
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) mit möglichen Zeichen wie Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen oder Fieber[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzenÜbelkeitErbrechen
- Magen und DarmGeschwüre und Blutungen im Magen-Darm-Trakt[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- Leber und GalleLeberschädigung (Hepatotoxizität), Leberverfettung, Vernarbung der Leber (Leberfibrose) bis zur Leberzirrhose, Abnahme des Serumalbumins; mögliche Zeichen sind Gelbfärbung von Haut und Augenweiß, dunkler Urin, Übelkeit, Erbrechen, weniger Appetit, Schmerzen rechts im Bauch und Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteÜbelkeitErbrechenAppetitlosigkeitJuckreiz
- HautSchwere Hautausschläge (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), die mit rötlichen, zielscheibenartigen oder kreisrunden Flecken beginnen und lebensbedrohlich sein können[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- HautQuaddeln (Urtikaria), sonnenbrandähnliche Reaktionen durch erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut, verstärkte Pigmentierung, schmerzhafte Abschürfung von Schuppenflechte-Herden, Knötchen unter der Haut (Nodulosis), Wundheilungsstörungen[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtLichtempfindlichkeit der HautPigmentstörungen der HautWundheilungsstörungen
- HautHerpesähnliche Hautveränderungen als schwere giftige Reaktion[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Verminderung der Knochenmasse (Osteoporose)[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenMuskelschmerzenKnochenschwund und Knochenbrüche
- Nieren und HarnwegeNierenschädigung bis zum Nierenversagen, mit möglichen Zeichen wie geschwollenen Händen, Knöcheln oder Füßen, veränderter Häufigkeit des Wasserlassens oder verminderter oder fehlender Urinausscheidung[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenWassereinlagerungen
- Nieren und HarnwegeEntzündung und Geschwüre der Blase (möglicherweise mit blutigem Urin), Blasenentleerungsstörungen, schmerzhaftes Wasserlassen, wenig oder kein Urin[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- SchwangerschaftFehlbildungen des ungeborenen Kindes[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustEntzündungen und Geschwüre im Bereich der Scheide[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenFieber[1, 2]Mehr dazu: Fieber
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- InfektionenBlutvergiftung (Sepsis)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitFieber
- Blut und LymphsystemBlutarmut mit vergrößerten roten Blutkörperchen (megaloblastäre Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- PsycheStimmungsschwankungen, vorübergehende Wahrnehmungsstörungen[1, 2]
- NervensystemLähmung, Sprachstörungen (Aphasie) einschließlich gestörter Lautbildung (Dysarthrie)[1, 2]
- AugenSehstörungen (auch schwerwiegend), Verschluss von Venen der Netzhaut (Retina-Venenthrombose)[1, 2]Mehr dazu: SehstörungenBlutgerinnsel
- Gefäße und KreislaufErniedrigter Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- Gefäße und KreislaufVerschluss von Venen und Arterien durch Blutgerinnsel (thromboembolische Ereignisse), auch Lungenembolie[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
- AtemwegeEntzündungen im Rachenbereich, Atemstillstand[1, 2]
- Magen und DarmDarmentzündung, Blut im Stuhl, Zahnfleischentzündung[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- Leber und GalleAkute Leberentzündung (Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautAkne, punktförmige oder kleinflächige Hautblutungen, rötliche zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken oft mit Blase in der Mitte (Erythema multiforme), roter Hautausschlag, verstärkte Pigmentierung der Nägel, Ablösung der Nägel vom Nagelbett[1, 2]Mehr dazu: AkneBlutungen und blaue FleckenHautausschlagPigmentstörungen der Haut
- Muskeln, Knochen und GelenkeKnochenbruch durch Belastung (Ermüdungsbruch)[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
- Nieren und HarnwegeAnstieg von Harnstoff, Kreatinin und Harnsäure im Blut[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenErhöhte Harnsäure und Gicht
- SchwangerschaftFehlgeburt (Abort)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustVerminderung der Spermienzahl sowie Störungen des weiblichen Zyklus, die sich nach Ende der Behandlung zurückbilden[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- InfektionenLungenentzündung durch Pneumocystis jirovecii; Leberentzündung durch Herpes-Viren, verbreiteter Herpes simplex, Infektionen durch Pilze (Histoplasmose, Kryptokokkose), Bakterien (Nokardiose) oder Zytomegalieviren, auch als Lungenentzündung[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitPilzinfektionen
- Blut und LymphsystemBlutarmut durch unzureichende Bildung roter Blutkörperchen (aplastische Anämie), Zunahme der eosinophilen und Verminderung der neutrophilen Granulozyten (Eosinophilie, Neutropenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Blut und LymphsystemGeschwollene Lymphdrüsen im Kopf- und Halsbereich, unter den Achseln und in den Leisten (teilweise reversibel), übermäßiges Wachstum weißer Blutkörperchen (lymphoproliferative Erkrankungen)[1, 2]
- ImmunsystemMangel an Antikörpern im Blut (Hypogammaglobulinämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- NervensystemMuskelschwäche und Schmerzen in Armen und Beinen, Taubheit oder Kribbeln, verminderte Berührungsempfindung, Geschmacksstörungen (metallischer Geschmack)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und TaubheitsgefühlMuskelschmerzenGeschmacksstörungen
- NervensystemAkute Hirnhautentzündung (aseptische Meningitis) mit starken Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Nackensteifigkeit und Bewusstseinsstörung; Störung der Hirnnerven[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenFieberÜbelkeitErbrechen
- AugenSchwellung um die Augenhöhle, Lidentzündung, Tränenfluss, gesteigerte Lichtempfindlichkeit der Augen, vorübergehende Erblindung, Sehverlust[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzHerzbeutelentzündung (Perikarditis), Erguss im Herzbeutel (Perikarderguss), Behinderung der Herzfüllung durch den Erguss (Perikardtamponade)[1, 2]
- AtemwegeChronische Erkrankung des Lungengerüsts, asthmaähnliche Reaktionen mit Husten und erschwerter Atmung, auffälliger Lungenfunktionstest[1, 2]Mehr dazu: AtemnotReizhusten
- Magen und DarmBluterbrechen[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und GeschwüreErbrechen
- Leber und GalleAbsterben von Leberzellen (akute Lebernekrose), akuter Leberzerfall, Leberversagen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautTiefe Entzündung von Haarfollikeln (Furunkulose), bleibende sichtbare Erweiterung kleiner Hautgefäße (Teleangiektasie), akute Nagelbettentzündung[1, 2]
- Nieren und HarnwegeBlut im Urin, vermehrte Eiweißausscheidung im Urin[1, 2]
- SchwangerschaftTod des ungeborenen Kindes[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustGestörte Bildung von Ei- oder Samenzellen, Unfruchtbarkeit, Störungen des Menstruationszyklus, Verlust des sexuellen Interesses, Impotenz, Scheidenausfluss, Vergrößerung der männlichen Brustdrüse (Gynäkomastie)[1, 2]Mehr dazu: ZyklusstörungenWeniger Lust auf SexErektionsstörungenBrustspannen und Brustvergrößerung
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- InfektionenLungenentzündung (Pneumonie), Wiederauftreten einer Hepatitis-B-Infektion, Verschlechterung einer Hepatitis-C-Infektion[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- AtemwegeLungenblutungen; Sauerstoffmangel in den Geweben (Hypoxie)[1, 2]
- Gutartige und bösartige NeubildungenHautkrebs (berichtet bei Psoriasis-Patienten unter gleichzeitiger PUVA-Lichttherapie)[1, 2]
- NervensystemKrampfanfälle; erhöhter Druck der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bluthochdruck oder Verwirrtheit; Schädigung des Nervensystems (Neurotoxizität), Entzündung der Spinnwebenhaut, Lähmung der Beine (Paraplegie), Starrezustand (Stupor), Koordinationsstörungen, Demenz, Schädigung der weißen Hirnsubstanz (Leukenzephalopathie) oder des Gehirns (Enzephalopathie)[1, 2]Mehr dazu: KrampfanfälleKopfschmerzenVerwirrtheit
- AugenNichtentzündliche Netzhauterkrankung (Retinopathie)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Magen und DarmDurchbruch (Perforation) im Darm[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- Magen und DarmNichtinfektiöse Bauchfellentzündung (Peritonitis), gefährliche Erweiterung des Dickdarms (toxisches Megakolon), Entzündung der Zunge[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- HautArzneimittelreaktion mit Ausschlag am ganzen Körper und vermehrten Eosinophilen im Blut (DRESS-Syndrom); Hautentzündung, Rötung und schuppige Haut; schwerwiegender Gewebeverlust und Abschälung der Haut, häufig zusammen mit schmerzhaften wunden Stellen im Mund oder an Schleimhäuten (epidermale Nekrose)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Muskeln, Knochen und GelenkeKnochenschädigung im Kiefer (infolge übermäßigen Wachstums weißer Blutkörperchen), Absterben von Knochengewebe (Osteonekrose)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustFunktionsstörungen von Harn- und Geschlechtsorganen (urogenitale Dysfunktion)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenBrustschmerzen, Schüttelfrost, Schwellung[1, 2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Methotrexat kann die Blutbildung im Knochenmark hemmen. Dann drohen Infektionen, schwere Blutungen und Blutarmut; erste Zeichen können Fieber, Halsschmerzen, Geschwüre im Mund, grippeartige Beschwerden, starke Abgeschlagenheit, Nasenbluten und Hautblutungen sein [1, 2]. Lungenerkrankungen durch Methotrexat können zu jedem Zeitpunkt der Behandlung plötzlich auftreten und bilden sich nicht immer vollständig zurück [2]. Bei Patientinnen und Patienten mit rheumatischen Erkrankungen wurden akute Lungenblutungen berichtet; bei blutigem Auswurf oder Husten kontaktieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1, 2].
Bemerken Sie einen schwerwiegenden Gewebeverlust und ein Abschälen der Haut, häufig zusammen mit schmerzhaften wunden Stellen im Mund oder an Schleimhäuten (epidermale Nekrose), beenden Sie laut Packungsbeilage die Anwendung und suchen sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Laut Fachinformation wurde über epidermale Nekrosen berichtet, meist zusammen mit einer Verminderung der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen und mit Schäden der Schleimhäute; diese Hautreaktion kann einem Stevens-Johnson-Syndrom oder einer toxischen epidermalen Nekrolyse ähneln [2]. Mehr dazu unter Schwere Hautreaktionen.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Kontrolluntersuchungen wahrnehmen: Damit Nebenwirkungen rechtzeitig erkannt werden, untersucht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vor Beginn Ihr Blut (Blutbild, Leberwerte, Hepatitis-Status, Serumalbumin und Nierenfunktion) und prüft gegebenenfalls auf Tuberkulose, röntgt den Brustkorb oder testet die Lungenfunktion. Während der Behandlung folgen Untersuchungen von Mund und Rachen, Blutbild, Leber- und Nierenwerten und der Atemwege. Nehmen Sie diese Termine unbedingt wahr [1]. Laut Fachinformation finden die Kontrollen in den ersten beiden Wochen wöchentlich statt, im folgenden Monat alle zwei Wochen und danach etwa monatlich, abhängig von der Zahl der weißen Blutkörperchen und davon, wie stabil der Zustand ist [2].
Magen-Darm-Beschwerden und Mundschleimhaut: Durchfall sowie Entzündungen und Geschwüre im Mund- und Rachenraum treten vor allem in den ersten 24 bis 48 Stunden nach der Einnahme auf [1, 2]. Erbrechen, Durchfall oder eine entzündete Mundschleimhaut können zu Flüssigkeitsmangel führen und die Giftigkeit von Methotrexat steigern; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann die Behandlung dann unterbrechen [1, 2]. Informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Beschwerden im Magen-Darm-Trakt haben [1]. Laut Fachinformation kann Fol- oder Folinsäure Magen-Darm-Beschwerden, Mundschleimhautentzündungen, Haarausfall und den Anstieg der Leberwerte verringern; ob und wie Sie Folsäure einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [2].
Sonne und Haut: Methotrexat kann die Haut empfindlicher für Sonnenlicht machen. Meiden Sie intensive Sonne, benutzen Sie ohne ärztlichen Rat keine Sonnenbänke und schützen Sie sich mit Kleidung oder einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor [1]. Mehr dazu unter Lichtempfindlichkeit der Haut.
Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Zu Blutbildveränderungen und Leberwerten finden Sie Hintergründe unter Blutungen und Blutbild und Leberwerte.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke unbedingt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, auch über rezeptfreie [1]. Schmerz- und Entzündungsmittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen sowie Salicylate wie Acetylsalicylsäure verlangsamen die Ausscheidung von Methotrexat und können seine Giftigkeit erhöhen; bei eingeschränkter Nierenfunktion (auch bei leichter Einschränkung) wird von der Kombination abgeraten [2]. Metamizol kann die schädliche Wirkung auf die Blutbildung verstärken, besonders bei älteren Menschen, und soll nicht gleichzeitig angewendet werden [1, 2].
Auch Magensäureblocker wie Omeprazol und Pantoprazol können die Ausscheidung verzögern [1, 2]. Das Antibiotikum Cotrimoxazol und andere Sulfonamide können zusätzlich einen Folsäuremangel verursachen und die Giftigkeit steigern [2]. Während der Behandlung dürfen Sie keine Lebendimpfstoffe erhalten; andere Impfungen können wirkungslos sein [1, 2]. Wem die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung gegen Gürtelrose empfiehlt, steht auf der Seite Gürtelrose-Impfung. Steht eine Operation an, sagen Sie Bescheid, dass Sie Methotrexat nehmen: Narkosemittel auf Stickoxid-Basis (Lachgas) sollen nicht gleichzeitig angewendet werden [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Schmerz- und Entzündungsmittel aus der Gruppe der NSAR (z. B. Ibuprofen) und Acetylsalicylsäure bzw. Salicylate, auch rezeptfreie | Methotrexat wird langsamer ausgeschieden, seine Giftigkeit steigt; schwere Nebenwirkungen bis zu Todesfällen wurden berichtet, vor allem mit hoch dosiertem Methotrexat[1, 2] | Nur mit Vorsicht kombinieren; bei, auch leicht, eingeschränkter Nierenfunktion wird von der Kombination abgeraten; vorher ärztlich besprechen |
| Metamizol (Novaminsulfon) | Schädigende Wirkung auf die Blutbildung kann sich verstärken, besonders bei älteren Menschen[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung vermeiden |
| Protonenpumpenhemmer (Omeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol) | Ausscheidung von Methotrexat kann verzögert werden, höhere Blutspiegel mit Zeichen einer Vergiftung möglich[1, 2] | Vorsicht, besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion; ärztlich besprechen |
| Antibiotika wie Penicilline, Sulfonamide, Trimethoprim/Sulfamethoxazol (Cotrimoxazol), Tetrazykline, Ciprofloxacin, Pristinamycin oder Chloramphenicol | Mehr Methotrexat im Blut und höhere Giftigkeit für Blut und Verdauungstrakt; Sulfonamide und Trimethoprim/Sulfamethoxazol können zusätzlich einen Folsäuremangel verursachen[1, 2] | Sorgfältige ärztliche Überwachung |
| Leberschädigende Arzneimittel wie Azathioprin, Leflunomid, Retinoide oder Sulfasalazin; regelmäßiger Alkoholkonsum | Leberschädigende Wirkung kann zunehmen; mit Leflunomid höheres Risiko für einen Mangel an allen Blutzellen (Panzytopenie)[1, 2] | Engmaschige Überwachung; auf Alkohol verzichten |
| Andere Basistherapeutika gegen Rheuma oder Schuppenflechte (Goldverbindungen, Penicillamin, Hydroxychloroquin, Sulfasalazin, Azathioprin) | Verstärkung der giftigen Wirkungen nicht auszuschließen (Kombination nicht untersucht)[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Ciclosporin | Wirksamkeit und Giftigkeit von Methotrexat können zunehmen, höheres Risiko für Nierenfunktionsstörungen[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Mittel gegen Krebs (Zytostatika) und Mittel, die das Knochenmark schädigen können, z. B. Pyrimethamin (Malaria), Phenytoin oder Triamteren | Ausgeprägte Störungen der Blutbildung möglich; mit Triamteren wurden Knochenmarkschäden und niedrige Folatspiegel beschrieben; Methotrexat erhöht die Blutspiegel von Mercaptopurin[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Probenecid, p-Aminohippursäure, Barbiturate, Beruhigungsmittel (z. B. Benzodiazepine), Sulfonylharnstoffe (Diabetesmittel), orale Verhütungsmittel, p-Aminobenzoesäure | Methotrexat kann stärker verfügbar sein oder langsamer ausgeschieden werden; die Giftigkeit kann steigen[1, 2] | Sorgfältige ärztliche Überwachung |
| Mittel mit Folsäure oder Folinsäure (auch Vitaminpräparate) | Laut Fachinformation können sie die Wirksamkeit von Methotrexat beeinträchtigen; andererseits kann Fol- oder Folinsäure laut Fachinformation bestimmte giftige Wirkungen von Methotrexat verringern[1, 2] | Nur nach ärztlicher Absprache einnehmen |
| Theophyllin; übermäßig viel Kaffee, koffeinhaltige Kaltgetränke oder schwarzer Tee | Methotrexat kann den Theophyllin-Spiegel erhöhen; viel Koffein oder Theophyllin kann die Wirksamkeit von Methotrexat verringern[1, 2] | Theophyllin-Spiegel überwachen; übermäßige Mengen koffeinhaltiger Getränke meiden |
| Amiodaron (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen) | Bei Psoriasis-Patienten traten unter beiden Mitteln Hautgeschwüre auf[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Narkosemittel auf Stickoxid-Basis (Lachgas) | Verstärkt die Wirkung auf den Folatstoffwechsel; schwere Knochenmarkschäden und Mundschleimhautentzündung möglich[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung vermeiden; vor einer Operation die Ärztin oder den Arzt informieren |
| Impfungen mit Lebendimpfstoffen | Erhöhtes Infektionsrisiko; Impfungen können unter Methotrexat außerdem wirkungslos sein[1, 2] | Während der Behandlung keine Lebendimpfstoffe |
| Lichttherapie mit PUVA; Strahlentherapie | Hautkrebs bei einigen Psoriasis-Patienten unter gleichzeitiger PUVA-Therapie; Strahlentherapie kann das Risiko für Gewebeschäden in Weichteilen oder Knochen erhöhen[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Methotrexat nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Methotrexat kann Leber und Nieren schädigen; deshalb kontrolliert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt beide vor und während der Behandlung. Meiden Sie andere leberschädigende Arzneimittel und Alkohol [1]. Bei Menschen mit früherer Hepatitis B oder C kann die Infektion wieder aufflammen oder sich verschlechtern; auch inaktive Infektionen wie Tuberkulose oder Gürtelrose können wieder aktiv werden [1, 2]. Methotrexat kann außerdem Impf- und bestimmte Testergebnisse des Immunsystems verfälschen [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Methotrexat oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Schwere oder aktive Infektionen[1, 2]
- Entzündungen der Mundschleimhaut oder Geschwüre im Magen-Darm-Trakt[1, 2]
- Ausgeprägte Nierenfunktionsstörungen (laut Fachinformation Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min)[1, 2]
- Ausgeprägte Leberfunktionsstörungen[1, 2]
- Bestehende Erkrankungen des blutbildenden Systems[1, 2]
- Störungen des Immunsystems (Immunschwäche, z. B. AIDS)[1, 2]
- Regelmäßiger Konsum größerer Mengen Alkohol, alkoholbedingte oder andere chronische Lebererkrankungen[1, 2]
- Schwangerschaft und Stillzeit[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Diabetes, der mit Insulin behandelt wird: In Einzelfällen entwickelte sich eine Leberzirrhose ohne Anstieg der Leberwerte[1, 2]
- Inaktive, langanhaltende Infektionen wie Tuberkulose, Hepatitis B oder C oder Gürtelrose: Sie können wieder aufflammen[1, 2]
- Frühere oder bestehende Leber- oder Nierenerkrankungen; Lungenerkrankungen; starkes Übergewicht[1, 2]
- Flüssigkeitsansammlungen im Bauch (Aszites) oder zwischen Lunge und Brustwand (Pleuraerguss): Methotrexat wird daraus nur langsam ausgeschieden; sie sollen vorher möglichst durch Punktion entfernt werden[1, 2]
- Flüssigkeitsmangel durch Erbrechen, Durchfall oder Entzündung der Mundschleimhaut kann die Giftigkeit von Methotrexat steigern; die Behandlung kann dann unterbrochen werden[1, 2]
- Ältere Menschen: engmaschige ärztliche Überwachung; wegen verminderter Leber- und Nierenfunktion und geringer Folsäurereserven ist eine relativ niedrige Dosierung erforderlich[1, 2]
- Kinder und Jugendliche: Behandlung nur durch erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte[1, 2]
- Sonnenlicht: Die Haut kann empfindlicher reagieren; intensive Sonne meiden, ohne ärztlichen Rat keine Sonnenbänke, Kleidung oder Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor; nach früherer Strahlentherapie oder Sonnenbrand können Hautentzündungen wieder auftreten (Recall-Reaktion); Schuppenflechte-Herde können sich unter UV-Licht verschlechtern[1, 2]
- Kontrollen: Vor Beginn Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Serumalbumin, Hepatitis-Status, gegebenenfalls Tuberkulose-Test, Röntgen des Brustkorbs oder Lungenfunktionstest; während der Behandlung regelmäßig Mund und Rachen, Blutbild, Leber- und Nierenwerte und Atemwege, die geplanten Termine sind sehr wichtig[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Methotrexat kann Fehlgeburten und schwere Geburtsfehler verursachen und vorübergehend die Bildung von Samen- und Eizellen beeinträchtigen, was in den meisten Fällen umkehrbar ist [1]. Frauen müssen während der Behandlung und danach eine Schwangerschaft vermeiden, Männer dürfen in dieser Zeit kein Kind zeugen [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3]. Allgemeines zum Thema lesen Sie unter Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch dürfen Sie Methotrexat nicht anwenden. Es kann Geburtsfehler verursachen, das ungeborene Kind schädigen oder eine Fehlgeburt auslösen; beschrieben sind Fehlbildungen von Schädel, Gesicht, Herz und Blutgefäßen, Gehirn und Gliedmaßen. Vor Behandlungsbeginn muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden, etwa durch einen Schwangerschaftstest.[1, 2]
Frauen müssen während der Behandlung und mindestens 6 Monate danach zuverlässig verhüten. Männer sollen während der Behandlung und mindestens 3 Monate danach kein Kind zeugen und keinen Samen spenden. Werden Sie während der Behandlung schwanger oder vermuten Sie es, sprechen Sie so bald wie möglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; eine Beratung über die Risiken für das Kind sollte angeboten werden.[1, 2]
Laut Fachinformation kam es bei Schwangeren unter niedrig dosiertem Methotrexat in 42,5 Prozent zu einer Fehlgeburt (bei vergleichbar erkrankten Frauen mit anderen Mitteln: 22,5 Prozent); schwerwiegende Geburtsfehler traten bei 6,6 Prozent der Lebendgeburten auf (Vergleichsgruppe: etwa 4 Prozent).[2]
Embryotox stuft Methotrexat als Arzneimittel mit gesicherter fruchtschädigender Wirkung und/oder gravierender Schädigung des ungeborenen Kindes ein. Nach einer Einnahme in der Schwangerschaft sieht Embryotox die umgehende Umstellung auf ein anderes Rheumamittel vor; eine weiterführende Ultraschalluntersuchung sollte angeboten werden. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox Prednison bzw. Prednisolon, Sulfasalazin und Hydroxychloroquin; außerdem verweist Embryotox auf Azathioprin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Stillen Sie während der Behandlung nicht: Methotrexat geht in die Muttermilch über und kann bei gestillten Kindern giftig wirken. Hält die Ärztin oder der Arzt die Behandlung in der Stillzeit für unbedingt notwendig, muss vorher abgestillt werden.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol: Er kann das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen, besonders an der Leber. Regelmäßiger Konsum größerer Mengen Alkohol ist eine Gegenanzeige.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Müdigkeit, Schwindel und Benommenheit können auftreten und im Einzelfall die Fähigkeit beeinträchtigen, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen, verstärkt zusammen mit Alkohol.[1, 2]
Einnahme
Nur einmal wöchentlich einnehmen, niemals täglich. Legen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einen festen Wochentag fest; der Wochentag soll auf dem Rezept stehen.[1, 2]
Tabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (Wasser, keine Milchprodukte) einnehmen, vorzugsweise am Abend und möglichst nicht zu den Mahlzeiten. Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden wollen, sollen die Tabletten nicht anfassen.[1]
Dosis vergessen: innerhalb von 24 Stunden nach dem festgelegten Tag nachholen; bei längerer Verzögerung zuerst mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Über die Dauer entscheidet sie oder er; die Behandlung ist längerfristig angelegt. Nach dem Absetzen können die Beschwerden der Grunderkrankung wiederkommen.[1, 2]
Bei bestimmten schweren Nebenwirkungen, etwa Lungen- oder schweren Magen-Darm-Komplikationen oder schweren Hautreaktionen, wird die Behandlung unterbrochen oder beendet. Das Absetzen führt nicht immer zu einer vollständigen Rückbildung aufgetretener Nebenwirkungen.[1, 2]
Überdosierung
Eine Überdosis kann zu schweren Vergiftungen bis zum Tod führen. Todesfälle wurden gemeldet, nachdem Methotrexat versehentlich täglich statt nur einmal wöchentlich eingenommen worden war, besonders bei älteren Menschen. Informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder gehen Sie in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses und nehmen Sie die Packung mit. Das Gegenmittel ist Calciumfolinat; seine Wirksamkeit nimmt ab, je mehr Zeit seit der Methotrexat-Einnahme vergangen ist.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt für rheumatoide Arthritis und Schuppenflechte jeweils eine Anfangsdosis und eine Wochendosis, die im Allgemeinen nicht überschritten werden soll, immer bezogen auf die Einnahme nur einmal wöchentlich, nie täglich [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist und an welchem Wochentag Sie sie einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1, 2].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Methotrexat genau so ein, wie es Ihnen verordnet wurde, und ändern Sie die Dosis nicht selbst. Die Einnahme erfolgt nur einmal wöchentlich, niemals täglich, an einem festen Wochentag, den Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vereinbaren; der Wochentag soll auf dem Rezept stehen [1, 2]. Schlucken Sie die Tabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (Wasser, keine Milchprodukte), vorzugsweise am Abend und möglichst nicht zu den Mahlzeiten [1]. Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden möchten, sollen die Tabletten nicht anfassen [1].
Haben Sie die Einnahme vergessen, holen Sie sie innerhalb von 24 Stunden nach dem festgelegten Tag nach; bei längerer Verzögerung sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein [1]. Die Behandlung ist längerfristig angelegt. Unterbrechen oder beenden Sie sie nicht ohne Rücksprache; nach dem Absetzen können die Beschwerden der Grunderkrankung wiederkommen [1]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Methotrexat
Methotrexat gibt es als Tabletten und als Injektionslösung in Fertigspritzen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von metex 7,5 mg/10 mg Tabletten [1, 2]. Präparate unterscheiden sich in Stärke, Darreichungsform und zugelassenen Anwendungsgebieten; maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats [2, 4].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| metex Fertigspritze | medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH | Injektionslösung in Fertigspritzen zur Anwendung einmal wöchentlich; verschreibungspflichtig |
| metex Tabletten | medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH | Tabletten mit 7,5 oder 10 mg zur Einnahme einmal wöchentlich; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Methotrexat. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation metex 50 mg/ml Injektionslösung, Fertigspritze. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Warum darf Methotrexat nur einmal pro Woche eingenommen werden?
Bei rheumatoider Arthritis und Schuppenflechte ist Methotrexat für die Einnahme einmal wöchentlich bestimmt. Wird es häufiger oder in höherer Dosis als verordnet eingenommen, können schwere Erkrankungen bis zum Tod auftreten; besonders bei älteren Menschen wurden nach versehentlich täglicher Einnahme der Wochendosis Todesfälle gemeldet. Legen Sie deshalb mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einen festen Wochentag fest.
Was mache ich, wenn ich Methotrexat zu oft eingenommen habe?
Informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder gehen Sie in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses, und nehmen Sie die Packung mit. Es gibt ein Gegenmittel (Calciumfolinat), das umso schlechter wirkt, je mehr Zeit vergangen ist. Laut Fachinformation gab es nach Überdosierungen in einigen Fällen keine Anzeichen einer Vergiftung.
Was tue ich, wenn ich die Einnahme vergessen habe?
Laut Packungsbeilage nehmen Sie eine vergessene Dosis innerhalb von 24 Stunden nach dem festgelegten Tag ein. Ist mehr Zeit vergangen, sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein.
Darf ich während der Behandlung mit Methotrexat Alkohol trinken?
Nein. Die Packungsbeilage rät, während der Behandlung keinen Alkohol zu trinken, weil er das Risiko von Nebenwirkungen erhöht, besonders an der Leber. Wer regelmäßig größere Mengen Alkohol trinkt oder eine alkoholbedingte Lebererkrankung hat, darf Methotrexat nicht einnehmen.
Warum bekomme ich zusätzlich Folsäure?
Laut Fachinformation kann die Gabe von Fol- oder Folinsäure bestimmte giftige Wirkungen von Methotrexat verringern, etwa Magen-Darm-Beschwerden, Entzündungen der Mundschleimhaut, Haarausfall und den Anstieg der Leberwerte. Folsäurehaltige Mittel können aber auch die Wirksamkeit von Methotrexat beeinträchtigen. Nehmen Sie Folsäure deshalb nur so ein, wie es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt festgelegt hat.
Darf ich Ibuprofen oder andere Schmerzmittel zusammen mit Methotrexat nehmen?
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Schmerz- und Entzündungsmittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen und auch Acetylsalicylsäure verlangsamen die Ausscheidung von Methotrexat und können seine Giftigkeit erhöhen; bei eingeschränkter Nierenfunktion wird von der Kombination abgeraten. Metamizol soll nicht gleichzeitig angewendet werden, weil es die schädliche Wirkung auf die Blutbildung verstärken kann.
Was muss ich bei Kinderwunsch beachten?
Methotrexat kann Fehlgeburten und schwere Geburtsfehler verursachen. Frauen müssen während der Behandlung und mindestens 6 Monate danach zuverlässig verhüten, Männer sollen während der Behandlung und mindestens 3 Monate danach kein Kind zeugen. Planen Sie eine Schwangerschaft, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; eventuell werden Sie zur Beratung an Fachleute überwiesen.
Wie hoch ist die Dosis von Methotrexat?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest, und Sie ändern sie nicht selbst. Welche Wochendosen die Packungsbeilage für rheumatoide Arthritis und Schuppenflechte nennt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
Medikamente MetamizolMetamizol (Novaminsulfon) gegen starke Schmerzen und Fieber: Nebenwirkungen laut Packungsbeilage, Warnzeichen einer …
-
Medikamente ParacetamolParacetamol gegen Schmerzen und Fieber: Nebenwirkungen laut Packungsbeilage, Höchstmenge nach Körpergewicht, Überdosierung …
-
Medikamente PregabalinPregabalin bei Nervenschmerzen, Epilepsie und Angststörung: Nebenwirkungen laut Packungsbeilage, Abhängigkeit, Absetzen …
-
Ratgeber Medikamente und GrapefruitGrapefruit kann die Wirkung mancher Medikamente verstärken oder abschwächen.