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Psoriasis-Arthritis

Die Psoriasis-Arthritis ist eine chronische Gelenkentzündung, die sich häufig bei Menschen mit Schuppenflechte entwickelt; typisch sind schmerzende, steife und geschwollene Gelenke. Laut IQWiG genügen bei nur leicht ausgeprägter Entzündung der Knie-, Ellbogen- oder Handgelenke manchmal NSAR wie Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen; reicht das nicht oder spricht einiges für einen ungünstigen Verlauf, wird eine Behandlung mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten wie Methotrexat, Leflunomid oder Biologika empfohlen. Bei peripherer Arthritis und unzureichendem Ansprechen auf mindestens ein klassisches Basismedikament sehen die EULAR-Empfehlungen von 2023 den Beginn eines Biologikums vor (Empfehlungsgrad A). Eine Psoriasis-Arthritis ist laut gesund.bund.de nicht heilbar; die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen und Schwellungen zu lindern, die Funktion der Gelenke zu erhalten und Gelenkschäden vorzubeugen.

Frau Mitte vierzig mit schulterlangem rotblondem Haar in einem senfgelben Pullover gießt Kräuter auf einem sonnigen Balkon
Bild: KI-generiert

Eine Psoriasis-Arthritis ist eine chronische Gelenkentzündung, die sich häufig bei Menschen mit Schuppenflechte (Psoriasis) entwickelt; sie macht sich durch schmerzende und steife Gelenke bemerkbar [3]. Bei nur leicht ausgeprägter Entzündung der Knie-, Ellbogen- oder Handgelenke genügen laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) manchmal entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR); reicht das nicht aus oder spricht einiges für einen ungünstigen Verlauf, wird eine Behandlung mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten empfohlen [1]. Eine deutsche Leitlinie gibt es noch nicht; die S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) ist in Entwicklung [5]. Europäische Empfehlungen zur medikamentösen Behandlung hat die Rheumatologie-Fachgesellschaft EULAR 2023 aktualisiert [4].

Was ist eine Psoriasis-Arthritis?

Bei einer Psoriasis-Arthritis kommt es laut IQWiG zu einer Autoimmunreaktion: Das Immunsystem ist überaktiv und setzt vermehrt Botenstoffe (Zytokine) frei, die Entzündungsreaktionen auslösen [1]. Die Erkrankung ist laut gesund.bund.de chronisch, sie bleibt also ein Leben lang bestehen, und sie ist nicht heilbar [3].

Bei etwa 25 Prozent der Menschen mit Schuppenflechte entwickelt sich laut IQWiG irgendwann eine Psoriasis-Arthritis, meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr; sie kann aber in jedem Alter auftreten [1]. Bei etwa 80 bis 90 Prozent tritt sie als Folge einer Schuppenflechte auf, oft erst viele Jahre danach. Die Gelenke können sich aber auch entzünden, bevor oder ohne dass Hautveränderungen sichtbar werden [1]. Zwischen der Stärke der Schuppenflechte und der Stärke der Psoriasis-Arthritis gibt es keinen eindeutigen Zusammenhang [1]. Mehr zur Hauterkrankung: Schuppenflechte.

Symptome

Zu den Beschwerden gehören laut IQWiG vor allem [1]:

  • schmerzende Gelenke,
  • steife Gelenke, vor allem am Morgen; die Steifheit verschwindet durch Bewegung oft innerhalb einer halben Stunde,
  • geschwollene Gelenke, die sich warm anfühlen und berührungsempfindlich sind,
  • allgemeine Erschöpfung (Fatigue).

Oft sind Hände, Füße, Ellbogen, Knie, Nacken oder Wirbel betroffen. Häufig entzünden sich mehr als fünf Gelenke, darunter die Endgelenke der Finger und Zehen, die sich bei fortschreitender Erkrankung verformen können [1]. Sind die kleinen Zwischenwirbelgelenke entzündet, kann es zu Rückenschmerzen kommen. Manchmal entzünden sich auch Sehnen und Sehnenscheiden [1]. Die meisten Menschen mit Psoriasis-Arthritis bekommen außerdem eine Nagelpsoriasis mit kleinen Dellen im Nagel, der sich verdicken, verfärben und ablösen kann; sie kann mit einem Nagelpilz verwechselt werden [1].

Wie die Erkrankung verläuft, lässt sich laut IQWiG kaum vorhersagen: Bei manchen entzünden sich nur einzelne Gelenke, bei anderen im Laufe der Zeit weitere [1]. Sind die Entzündungen ausgeprägt und schreitet die Erkrankung fort, können die Gelenke dauerhaft Schaden nehmen und sich verformen; mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten lassen sich Gelenkschäden aufhalten oder hinauszögern [1].

Ursachen und Risikofaktoren

Die Gene spielen laut IQWiG eine wichtige Rolle: Hat ein Elternteil, ein Bruder oder eine Schwester eine Psoriasis oder eine Psoriasis-Arthritis, ist das Risiko stark erhöht, auch daran zu erkranken [1]. Starkes Übergewicht kann laut IQWiG die Entzündungsreaktionen im Körper verstärken und die Wirkung der Psoriasis-Medikamente abschwächen; zu viel Alkohol steht im Verdacht, die Gelenkentzündung zu verstärken [2].

Medikamente: Wird eine Behandlung mit Kortisontabletten beendet, kann es laut IQWiG zu einem Schub der Schuppenflechte kommen [2]. Einen neuen Ausbruch oder eine Verschlechterung einer Schuppenflechte nennt die Packungsbeilage von Adalimumab als häufige Nebenwirkung [10]. Welche weiteren Medikamente das als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Schuppenflechte durch Medikamente.

Diagnose

Um eine Psoriasis-Arthritis festzustellen und von anderen Gelenkentzündungen abzugrenzen, helfen laut IQWiG [1]:

  • körperliche Untersuchung: Typisch ist zum Beispiel, dass sich ein ganzer Finger entzündet (Daktylitis) oder Sehnen und Sehnenscheiden an Händen oder Füßen, etwa die Achillessehnen (Enthesitis),
  • Familiengeschichte: Ist Psoriasis in der Familie verbreitet, deuten Gelenkbeschwerden auf eine mögliche Psoriasis-Arthritis hin,
  • Bluttests: Bei 90 Prozent der Betroffenen sind keine Antikörper nachweisbar, wie sie typischerweise bei einer rheumatoiden Arthritis vorkommen,
  • Bildgebung: Röntgen und Ultraschall helfen, zwischen Psoriasis-Arthritis, rheumatoider Arthritis und Arthrose zu unterscheiden; eine beginnende Psoriasis-Arthritis zeigen sie oft noch nicht eindeutig,
  • Harnsäurespiegel: Ein hoher Wert deutet darauf hin, dass eine Gicht die Beschwerden auslöst.

Schätzungsweise 10 Prozent der Menschen mit Psoriasis-Arthritis haben keine sichtbaren Hautveränderungen; dann ist die Abgrenzung schwieriger [1]. Bei relevantem Hautbefall sehen die EULAR-Empfehlungen eine Zusammenarbeit von Rheumatologie und Dermatologie bei Diagnose und Behandlung vor (übergeordneter Grundsatz C, ohne Empfehlungsgrad) [4].

Behandlung ohne Medikamente

Ältere Frau mit grauem Kurzhaarschnitt und ein Mann mittleren Alters mit dunkelblondem Haar fahren auf einem Radweg am Flussufer nebeneinander Fahrrad
Bild: KI-generiert

Wer an Psoriasis-Arthritis erkrankt, kann laut IQWiG selbst einiges tun: sich ausreichend bewegen, nicht rauchen und bei starkem Übergewicht abnehmen. Wie wirksam diese Maßnahmen sind, ist allerdings bislang kaum in Studien untersucht [1].

  • Bewegung: Sie hält laut IQWiG die Gelenke beweglich, stärkt Muskeln und Knochen und kann eine Fatigue mildern. Empfohlen werden zum Beispiel Kräftigungsübungen, Ausdauersport wie Schwimmen, Radfahren, Walking und Tanzen, Tai-Chi und Yoga. Bei einem akuten Schub oder starken Schmerzen ist es besser, eine Pause zu machen und sich ärztlich beraten zu lassen [2].
  • Funktionstraining: Menschen mit entzündlichen Gelenkerkrankungen können laut IQWiG für bis zu 24 Monate ein Funktionstraining in der Gruppe nutzen; damit die Krankenkasse zahlt, braucht es ein ärztliches Rezept und einen von der Kasse anerkannten Veranstalter [2].
  • Gewicht und Ernährung: Bei starkem Übergewicht wird laut IQWiG empfohlen abzunehmen. Spezielle Diäten werden nicht empfohlen; dass Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin D oder Omega-3-Fettsäuren helfen, ist nicht belegt [2].
  • Rauchstopp: Rauchen macht laut IQWiG anfälliger für Infektionen und begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen; einige Psoriasis-Medikamente erhöhen außerdem das Infektionsrisiko [2]. Unterstützung: Rauchen aufhören.
  • Physiotherapie, Ergotherapie und Hilfsmittel: Passive Behandlungen wie Wärme oder Kälte kommen laut IQWiG nur ergänzend infrage; bei fortgeschrittener Arthritis und Gelenkschäden können Hilfsmittel wie Anziehhilfen den Alltag erleichtern, in der Ergotherapie wird der Umgang damit geübt [2].

Behandlung mit Medikamenten

Laut IQWiG gibt es zwei Gruppen: Mittel, die Beschwerden wie Schmerzen lindern, und krankheitsmodifizierende Medikamente (DMARDs), die die Entzündung in den Gelenken hemmen und Gelenkschäden vorbeugen. Welche infrage kommen, hängt unter anderem davon ab, wie ausgeprägt die Gelenkentzündungen sind, ob und wie stark die Haut betroffen ist und wie der weitere Verlauf abgeschätzt wird [2]. Als Behandlungsziel nennen die EULAR-Empfehlungen von 2023 eine Remission oder alternativ eine niedrige Krankheitsaktivität, mit regelmäßiger Beurteilung der Krankheitsaktivität und passender Anpassung der Therapie (Evidenzgrad 1b, Empfehlungsgrad A) [4].

Die EULAR-Empfehlungen sehen diese Schritte vor [4]:

  • NSAR und Kortisonspritzen: NSAR nennen sie zur Linderung von Beschwerden des Bewegungsapparats (Empfehlungsgrad A), örtliche Kortisonspritzen als mögliche ergänzende Behandlung (Empfehlungsgrad C). NSAR allein sind laut Zusammenfassung des Artikels nur bei milder Erkrankung und kurzfristig vorgesehen.
  • Klassische Basismedikamente: Bei Entzündung vieler Gelenke oder bei Befall eines oder weniger Gelenke mit ungünstigen Prognosefaktoren, etwa Gelenkschäden, erhöhten Entzündungswerten, Daktylitis oder Nagelbeteiligung, sehen sie den raschen Beginn eines klassischen Basismedikaments vor, bei relevantem Hautbefall bevorzugt Methotrexat (Empfehlungsgrad B, Teil zu den Prognosefaktoren C).
  • Biologika: Bei peripherer Arthritis und unzureichendem Ansprechen auf mindestens ein klassisches Basismedikament sehen sie den Beginn eines Biologikums vor (Evidenzgrad 1a, Empfehlungsgrad A), ohne Rangfolge zwischen den Wirkmechanismen.
  • JAK-Hemmer: Bei peripherer Arthritis und unzureichendem Ansprechen auf mindestens ein Biologikum oder wenn ein Biologikum nicht geeignet ist, nennen sie einen JAK-Hemmer als Möglichkeit, unter Berücksichtigung der Sicherheit (Empfehlungsgrad B, Teil zu "nicht geeignet" D).
  • PDE4-Hemmer: Bei milder Erkrankung und unzureichendem Ansprechen auf mindestens ein klassisches Basismedikament nennen sie einen PDE4-Hemmer (Apremilast) als Möglichkeit, wenn weder ein Biologikum noch ein JAK-Hemmer geeignet ist (Empfehlungsgrad B).
  • Sehnenansätze und Wirbelsäule: Bei eindeutiger Enthesitis und unzureichendem Ansprechen auf NSAR oder örtliche Kortisonspritzen empfehlen sie, ein Biologikum zu erwägen, bei relevantem Befall der Wirbelsäule und unzureichendem Ansprechen auf NSAR einen IL-17A-Hemmer, einen TNF-Hemmer, einen IL-17A/F-Hemmer oder einen JAK-Hemmer (jeweils Empfehlungsgrad B).
Medikamente bei Psoriasis-Arthritis: Gruppen, Beispiele und Nebenwirkungen laut Packungsbeilage
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)Diclofenac [6], Naproxen [7]Schmerzstillend und entzündungshemmend [6, 7]Diclofenac, sehr häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt [6]. Naproxen, sehr häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall, geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt [7]
Klassische Basismedikamente (csDMARDs)Methotrexat [8], Leflunomid [9]Methotrexat hemmt die Vermehrung bestimmter, sich schnell teilender Zellen, verringert die Aktivität des Immunsystems und wirkt entzündungshemmend [8]. Der wirksame Abbaustoff von Leflunomid hemmt das Enzym Dihydroorotatdehydrogenase und bremst die Zellvermehrung [9]Methotrexat, sehr häufig: zu wenige weiße Blutkörperchen und/oder Blutplättchen, Kopfschmerzen, Schwindel, Husten, Appetitlosigkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Entzündungen und Geschwüre im Mund- und Rachenraum, erhöhte Leberwerte, Haarausfall, verminderte Kreatinin-Ausscheidung, Schwächegefühl [8]. Leflunomid, häufig unter anderem: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, erhöhte Leberwerte, leichte Blutdruckerhöhung, verstärkter Haarausfall, Ausschlag und Juckreiz, Kopfschmerzen, Schwindel [9]
TNF-alpha-Hemmer (Biologika)Adalimumab [10], Etanercept [11], Infliximab [12]Heften sich an den Entzündungsbotenstoff Tumornekrosefaktor alpha (TNF alpha) oder blockieren seine Aktivität und verringern so die Entzündung [10, 11, 12]Adalimumab, sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle, Infektionen der Atemwege, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Hautausschlag, Schmerzen in Muskeln und Knochen [10]. Etanercept, sehr häufig: Infektionen, Reaktionen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen [11]. Infliximab, sehr häufig: Magenschmerzen, Übelkeit, Virusinfektionen, Infektionen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Reaktionen auf die Infusion, Schmerzen [12]
Interleukin-17A-Hemmer (Biologika)Secukinumab [13]Neutralisiert die Aktivität des Eiweißes IL-17A, das bei Psoriasis-Arthritis in erhöhten Konzentrationen vorliegt [13]Sehr häufig: Infektionen der oberen Atemwege mit Halsschmerzen oder verstopfter Nase [13]
Interleukin-12/23- und Interleukin-23-Hemmer (Biologika)Ustekinumab [14], Guselkumab [15], Risankizumab [16]Ustekinumab hemmt die Botenstoffe IL-12 und IL-23 [14]; Guselkumab und Risankizumab hemmen den Botenstoff IL-23, der bei Psoriasis-Arthritis in erhöhter Konzentration vorliegt bzw. Entzündungen verursacht [15, 16]Ustekinumab, häufig unter anderem: Infektionen von Nase und Hals, Nasennebenhöhlenentzündung, Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Rücken-, Muskel- oder Gelenkschmerzen [14]. Guselkumab, sehr häufig: Infektionen der Atemwege [15]. Risankizumab, sehr häufig: Infektionen der oberen Atemwege mit Halsschmerzen und verstopfter Nase [16]
JAK-HemmerUpadacitinib [17]Verringert die Aktivität des Enzyms Januskinase und dadurch die Entzündung [17]Sehr häufig: Infektionen von Nase und Rachen, Akne [17]

Sehr häufig heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig: bei bis zu 1 von 10 [8, 10]. Die Häufigkeiten gelten nur für den Wirkstoff, bei dem sie stehen; alle Nebenwirkungen stehen auf den Wirkstoffseiten.

Wofür die Mittel zugelassen sind

Diclofenac und Naproxen sind laut Packungsbeilage unter anderem zur Behandlung von Schmerz und Entzündung bei chronischen Gelenkentzündungen zugelassen [6, 7]. Methotrexat-Tabletten sind für schwere Formen der Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung zugelassen, die mit einer üblichen Therapie nicht ausreichend behandelbar sind [8], Leflunomid für Erwachsene mit aktiver Psoriasis-Arthritis [9]. Die Biologika und Upadacitinib sind für Erwachsene mit aktiver Psoriasis-Arthritis zugelassen, Adalimumab, Etanercept und Infliximab bei aktiver und fortschreitender Erkrankung, jeweils wenn eine vorherige Behandlung mit Basismedikamenten unzureichend gewirkt hat; bei Guselkumab, Risankizumab und Upadacitinib auch, wenn sie nicht vertragen wurde [10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17]. Infliximab sollte dabei laut Fachinformation zusammen mit Methotrexat gegeben werden oder allein, wenn Methotrexat nicht vertragen wird oder nicht angewendet werden darf [12]. Laut IQWiG (Stand 2021) gehören außerdem Abatacept, Certolizumab pegol, Golimumab und Ixekizumab zu den Biologika bei Psoriasis-Arthritis [2]. Für Erwachsene mit aktiver Psoriasis-Arthritis, bei denen eine vorangegangene Behandlung mit Basismedikamenten unzureichend gewirkt hat oder nicht vertragen wurde, sind laut Fachinformation außerdem der PDE4-Hemmer Apremilast, allein oder zusammen mit Basismedikamenten [24], und der JAK-Hemmer Tofacitinib zusammen mit Methotrexat [25] zugelassen.

Haut, Darm und Auge bei der Wahl

Bei der Wahl des Wirkmechanismus berücksichtigen die EULAR-Empfehlungen Erkrankungen außerhalb des Bewegungsapparats: Bei relevantem Hautbefall geben sie IL-17A-, IL-17A/F-, IL-23- oder IL-12/23-Hemmern den Vorzug, bei Uveitis einem monoklonalen Antikörper gegen TNF, bei einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung einem monoklonalen Antikörper gegen TNF, einem IL-23- oder IL-12/23-Hemmer oder einem JAK-Hemmer (Empfehlungsgrad B) [4]. Manche Medikamente helfen laut IQWiG gleichzeitig gegen Hauterscheinungen und Gelenkentzündungen, zum Beispiel Methotrexat und die meisten Biologika [2]. Bei unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit eines Biologikums oder JAK-Hemmers empfiehlt EULAR, einen Wechsel auf ein anderes Biologikum oder einen JAK-Hemmer zu erwägen, auch einen Wechsel innerhalb einer Wirkstoffklasse (Empfehlungsgrad C) [4].

Kortison und Schmerzmittel

Kortison kann laut IQWiG zur Linderung akuter Schmerzen in einzelne Gelenke gespritzt werden, bei hartnäckigen Gelenkentzündungen oder um die Zeit zu überbrücken, bis andere Behandlungen wirken. Von Kortisontabletten wird in der Regel abgeraten; wenn überhaupt, sollten sie niedrig dosiert und nicht über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden, da sie sonst schwere Nebenwirkungen haben können [2]. Mehr: Glucocorticoide. NSAR können Schmerzen lindern, schützen laut IQWiG aber nicht vor Gelenkschäden. Paracetamol hilft bei Arthritis laut IQWiG kaum [2]. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosis stehen auf den Wirkstoffseiten, etwa bei Naproxen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Methotrexat darf laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden. Frauen müssen während der Behandlung und mindestens 6 Monate danach eine Schwangerschaft vermeiden, Männer dürfen während der Behandlung und mindestens 3 Monate danach kein Kind zeugen [8]. Leflunomid darf in Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden; bis es nach dem Absetzen vollständig ausgeschieden ist, kann es bis zu 2 Jahre dauern; mit bestimmten Arzneimitteln lässt sich die Zeit auf wenige Wochen verkürzen [9]. Upadacitinib darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden [17]. Nach einem Rote-Hand-Brief vom 7. März 2022 sollten Säuglinge, die im Mutterleib Infliximab ausgesetzt waren, bis 12 Monate nach der Geburt keine Lebendimpfstoffe wie den BCG-Impfstoff erhalten; ein früherer Zeitpunkt kommt danach bei eindeutigem Nutzen in Betracht, wenn kein Infliximab im Blut des Säuglings nachweisbar ist oder die Behandlung auf das erste Schwangerschaftsdrittel beschränkt war. Bei gestillten Säuglingen, deren Mutter Infliximab erhält, wird die Anwendung von Lebendimpfstoffen danach nicht empfohlen, außer es ist kein Infliximab im Blut des Säuglings nachweisbar [23]. Was Embryotox zu einzelnen Wirkstoffen schreibt, steht auf den Wirkstoffseiten. Mehr: Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

NSAR: NSAR führen laut IQWiG manchmal zu Magen-Darm-Beschwerden und können bei längerer Einnahme das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen [2]. Laut Packungsbeilage von Diclofenac können Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre, Durchbrüche oder Blutungen auftreten, manchmal tödlich, insbesondere bei älteren Menschen [6]. Nach einem Rote-Hand-Brief vom Juli 2013, den das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am 16.07.2013 veröffentlichte, ist Diclofenac seitdem bei bestehender Herzschwäche (NYHA-Stadien II bis IV), Durchblutungsstörungen des Herzens (ischämische Herzerkrankung), peripherer Arterienerkrankung oder Erkrankungen der Hirngefäße kontraindiziert [21]. Mehr: Magenbeschwerden.

Methotrexat: Es wird bei Schuppenflechte und rheumatoider Arthritis laut Packungsbeilage nur einmal wöchentlich angewendet; wird es häufiger oder in höheren Dosen als verordnet angewendet, können schwere Erkrankungen einschließlich Tod auftreten [8]. Ein Rote-Hand-Brief vom 25. November 2019 berichtet über Dosierungsfehler mit schwerwiegenden, auch tödlichen Folgen, wenn Methotrexat bei Autoimmunerkrankungen täglich statt wie vorgesehen einmal wöchentlich angewendet wurde [18]. Während der Einnahme sollten Sie laut Packungsbeilage keinen Alkohol trinken, weil das besonders das Risiko von Nebenwirkungen an der Leber erhöhen kann [8]. Mehr: Erhöhte Leberwerte und Medikamente und Alkohol.

Leflunomid: Die Packungsbeilage nennt Anzeichen, bei denen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt sofort benachrichtigen sollen, etwa blasse Haut, Müdigkeit oder blaue Flecken, Gelbsucht, Zeichen einer Infektion, Husten oder Atembeschwerden sowie Kribbeln, Kraftlosigkeit oder Schmerzen in Händen oder Füßen [9].

Biologika und JAK-Hemmer: Während der Behandlung mit Adalimumab können Sie laut Packungsbeilage leichter an Infektionen erkranken, darunter Tuberkulose; vor Beginn wird auf Tuberkulose untersucht [10]. Upadacitinib kann laut Packungsbeilage die Fähigkeit des Körpers, Infektionen zu bekämpfen, herabsetzen [17]. Unter Secukinumab sollten Sie laut Packungsbeilage nicht mit Lebendimpfstoffen geimpft werden [13]. Nach einem Rote-Hand-Brief vom 21. November 2014, den das Paul-Ehrlich-Institut am 22.11.2014 veröffentlichte, wurde unter Ustekinumab bei Psoriasis selten über eine großflächige Hautentzündung mit Schälen der Haut (exfoliative Dermatitis) berichtet; Patienten sollen auf stärkere Rötung und Schälen der Haut über eine größere Körperfläche achten und dies ihrer Ärztin oder ihrem Arzt mitteilen [20]. Nach einem Rote-Hand-Brief vom 17. März 2023 sollten Januskinase-Hemmer bei Menschen ab 65 Jahren, bei Rauchern oder ehemaligen Langzeitrauchern und bei anderen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs nur angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen [19]. Mehr: Infektanfälligkeit durch Medikamente.

Die Behandlung mit Methotrexat sollten Sie laut Packungsbeilage nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt unterbrechen oder beenden [8]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [6]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Psoriasis-Arthritis

Die oft unberechenbaren Beschwerden erschweren es laut IQWiG vielen Menschen, den Alltag zu planen, und können emotional sehr belastend sein [1]. Vielen hilft es, sich gut über die Erkrankung und ihre Behandlung zu informieren, praktische Strategien im Umgang mit ihr zu entwickeln und realistische Erwartungen zu haben [1, 3]. Für Menschen mit Psoriasis gibt es in Deutschland zahlreiche Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen [1].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Unter Methotrexat: Informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bei allergischen Zeichen wie Hautausschlag, Schwellungen von Gesicht, Lippen, Mund oder Rachen mit Schluck- oder Atembeschwerden, Herzjagen oder dem Gefühl, das Bewusstsein zu verlieren, und bei Lungenbeschwerden wie trockenem Reizhusten, Kurzatmigkeit auch in Ruhe, Brustschmerzen oder Fieber [8]. Bei schwerwiegendem Gewebeverlust und Abschälung der Haut, häufig zusammen mit schmerzhaften wunden Stellen im Mund oder an Schleimhäuten (epidermale Nekrose), beenden Sie laut Packungsbeilage die Anwendung und suchen sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [8]. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sollen Patienten laut Rote-Hand-Brief umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen [18].

Unter NSAR: Treten stärkere Schmerzen im Oberbauch, Bluterbrechen, eine Schwarzfärbung des Stuhls oder Blut im Stuhl auf, müssen Sie laut Packungsbeilage von Diclofenac die Anwendung abbrechen und sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren [6].

Unter Biologika: Bei starkem Hautausschlag, Nesselsucht oder anderen Zeichen einer allergischen Reaktion, Schwellungen im Gesicht, an Händen oder Füßen, Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken sowie Kurzatmigkeit bei körperlicher Aktivität oder im Liegen benachrichtigen Sie laut Packungsbeilage von Adalimumab unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; Anzeichen einer Infektion wie Fieber, Krankheitsgefühl, Wunden, Zahnprobleme oder Brennen beim Wasserlassen sollten Sie so bald wie möglich melden [10]. Bei Bauchkrämpfen und Schmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl unter Secukinumab brechen Sie die Anwendung laut Packungsbeilage sofort ab und benachrichtigen unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [13].

Notruf: Schwere Atemnot, starke Brustschmerzen und Bewusstlosigkeit nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als Fälle für den Notruf 112. Ist es nicht lebensbedrohlich, kann die Behandlung aber nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Praxen geschlossen sind [22].

Quellen

  1. Schuppenflechte mit Gelenkentzündung (Psoriasis-Arthritis). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 10.03.2021. abgerufen am 18.10.2026
  2. Was hilft bei Psoriasis-Arthritis?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 10.03.2021. abgerufen am 18.10.2026
  3. Behörde Psoriasis-Arthritis. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 12.05.2022. abgerufen am 18.10.2026
  4. Leitlinie EULAR recommendations for the management of psoriatic arthritis with pharmacological therapies: 2023 update (Gossec L et al., Ann Rheum Dis 2024; 83: 706-719), Tabelle 2 mit Evidenz- und Empfehlungsgraden. European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR). Stand online 18.03.2024. abgerufen am 18.10.2026
  5. Leitlinien der DGRh (Abschnitt Psoriasis-Arthritis: S3-Leitlinie "Diagnosestellung und medikamentöse Therapie der Psoriasis-Arthritis", AWMF-Register-Nr. 060-013, in Entwicklung). Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh). Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diclofenac-ratiopharm 50 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naproxen-CT 500 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten. medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
  9. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Arava (Leflunomid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
  10. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Humira (Adalimumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Humira 40 mg Injektionslösung im Fertigpen. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025 (EMA, aktualisiert am 08.10.2025). abgerufen am 18.10.2026
  11. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Enbrel (Etanercept), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Enbrel 25 mg/50 mg Injektionslösung in Fertigspritze. Pfizer Europe MA EEIG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2025. abgerufen am 18.10.2026
  12. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Remicade (Infliximab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 12/2025. abgerufen am 18.10.2026
  13. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Cosentyx (Secukinumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Cosentyx 150 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025 (EMA, aktualisiert am 16.10.2025). abgerufen am 18.10.2026
  14. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Stelara (Ustekinumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Stelara 45 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 18.10.2026
  15. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Tremfya (Guselkumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Tremfya 100 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 18.10.2026
  16. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Skyrizi (Risankizumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Skyrizi 150 mg Injektionslösung im Fertigpen. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
  17. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Rinvoq (Upadacitinib), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage RINVOQ 15 mg/30 mg/45 mg Retardtabletten. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 18.10.2026
  18. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Methotrexat: Neue Maßnahmen zur Vermeidung von Dosierungsfehlern mit potenziell tödlichen Folgen bei der Anwendung von Methotrexat bei Autoimmunerkrankungen. Zulassungsinhaber methotrexathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Stand 25.11.2019. abgerufen am 18.10.2026
  19. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Januskinase-Inhibitoren (Cibinqo, Jyseleca, Olumiant, Rinvoq, Xeljanz): Aktualisierte Empfehlungen zur Minimierung der Risiken. AbbVie, Galapagos, Lilly und Pfizer in Abstimmung mit EMA und BfArM; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Stand 17.03.2023. abgerufen am 18.10.2026
  20. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Stelara (Ustekinumab): Auftreten einer exfoliativen Dermatitis (Erythrodermie) und Exfoliation der Haut. Janssen-Cilag GmbH in Abstimmung mit PEI und EMA; Brief vom 21.11.2014, veröffentlicht vom Paul-Ehrlich-Institut am 22.11.2014. Stand 21.11.2014. abgerufen am 18.10.2026
  21. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Diclofenac-haltigen Arzneimitteln: Neue Kontraindikationen und Warnhinweise nach europaweiter Überprüfung der kardiovaskulären Sicherheit. Zulassungsinhaber systemisch angewendeter Diclofenac-haltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM; Brief vom Juli 2013, veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte am 16.07.2013. Stand 07/2013. abgerufen am 18.10.2026
  22. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  23. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Infliximab (Remicade, Flixabi, Inflectra, Remsima, Zessly): Anwendung von Lebendimpfstoffen bei Säuglingen, die in utero oder über das Stillen exponiert waren. Zulassungsinhaber Infliximab-haltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und Paul-Ehrlich-Institut (Archiv der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft). Stand 07.03.2022. abgerufen am 18.10.2026
  24. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Otezla (Apremilast), Anhang I: Fachinformation, Abschnitt 4.1. Amgen Europe B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026 (EMA, aktualisiert am 09.03.2026). abgerufen am 18.10.2026
  25. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Xeljanz (Tofacitinib), Anhang I: Fachinformation, Abschnitt 4.1. Pfizer Europe MA EEIG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026 (EMA, aktualisiert am 19.08.2026). abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente helfen bei Psoriasis-Arthritis?

Laut IQWiG gibt es zwei Gruppen: Mittel, die Beschwerden wie Schmerzen lindern, etwa NSAR wie Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen, und krankheitsmodifizierende Medikamente, die die Entzündung in den Gelenken hemmen und Gelenkschäden vorbeugen. Zu Letzteren gehören klassische Mittel wie Methotrexat und Leflunomid sowie Biologika. Die EULAR-Empfehlungen von 2023 nennen außerdem JAK-Hemmer und den PDE4-Hemmer Apremilast. Welches Mittel infrage kommt, hängt laut IQWiG unter anderem davon ab, wie ausgeprägt die Gelenkentzündungen sind und ob und wie stark die Haut betroffen ist.

Wann wird ein Basismedikament wie Methotrexat eingesetzt?

Bei Entzündung vieler Gelenke oder bei Befall eines oder weniger Gelenke mit ungünstigen Prognosefaktoren, etwa Gelenkschäden, erhöhten Entzündungswerten, Daktylitis oder Nagelbeteiligung, sehen die EULAR-Empfehlungen von 2023 den raschen Beginn eines klassischen Basismedikaments vor, bei relevantem Hautbefall bevorzugt Methotrexat (Empfehlungsgrad B, Teil zu den Prognosefaktoren C). Methotrexat ist laut Packungsbeilage für schwere Formen der Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung zugelassen, die mit einer üblichen Therapie nicht ausreichend behandelbar sind. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Wann kommen Biologika infrage?

Laut IQWiG, wenn eine Behandlung mit klassischen krankheitsmodifizierenden Medikamenten nicht ausreicht. Bei peripherer Arthritis und unzureichendem Ansprechen auf mindestens ein klassisches Basismedikament sehen die EULAR-Empfehlungen von 2023 den Beginn eines Biologikums vor (Empfehlungsgrad A), ohne Rangfolge zwischen den Wirkmechanismen. Bei relevantem Hautbefall geben sie IL-17A-, IL-17A/F-, IL-23- oder IL-12/23-Hemmern den Vorzug (Empfehlungsgrad B).

Darf ich bei Psoriasis-Arthritis Kortison nehmen?

Kortison kann laut IQWiG zur Linderung akuter Schmerzen in einzelne Gelenke gespritzt werden, bei hartnäckigen Gelenkentzündungen oder um die Zeit zu überbrücken, bis andere Behandlungen wirken; die EULAR-Empfehlungen nennen örtliche Kortisonspritzen als mögliche ergänzende Behandlung (Empfehlungsgrad C). Von Kortisontabletten wird laut IQWiG in der Regel abgeraten: wenn überhaupt, dann niedrig dosiert und nicht über längere Zeit. Wird eine Behandlung mit Kortisontabletten beendet, kann es zu einem Schub der Schuppenflechte kommen.

Was kann ich selbst tun?

Laut IQWiG gehören ausreichend Bewegung, Rauchverzicht und bei starkem Übergewicht eine Gewichtsabnahme dazu; wie wirksam diese Maßnahmen sind, ist allerdings kaum in Studien untersucht. Empfohlen werden etwa Kräftigungsübungen, Schwimmen, Radfahren, Walking, Tanzen, Tai-Chi oder Yoga. Spezielle Diäten werden nicht empfohlen, und dass Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin D oder Omega-3-Fettsäuren helfen, ist nicht belegt.

Kann ich Medikamente bei Psoriasis-Arthritis absetzen?

Bei anhaltender Remission nennen die EULAR-Empfehlungen von 2023 eine schrittweise Verringerung der Dosis krankheitsmodifizierender Medikamente als Möglichkeit (Empfehlungsgrad B). Die Behandlung mit Methotrexat sollten Sie laut Packungsbeilage nicht ohne Rücksprache unterbrechen oder beenden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Woran erkennt man eine Psoriasis-Arthritis?

Laut IQWiG helfen die körperliche Untersuchung, etwa bei Entzündung eines ganzen Fingers (Daktylitis) oder von Sehnen und Sehnenscheiden wie der Achillessehne, die Familiengeschichte, Bluttests, Röntgen- und Ultraschallbilder sowie der Harnsäurewert, um sie von rheumatoider Arthritis, Arthrose und Gicht abzugrenzen. Bei 90 Prozent der Betroffenen sind keine Antikörper nachweisbar, wie sie typischerweise bei einer rheumatoiden Arthritis vorkommen. Etwa 10 Prozent haben keine sichtbaren Hautveränderungen, was die Abgrenzung erschwert.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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