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Diclofenac: Nebenwirkungen und Wirkung
Diclofenac ist ein Schmerz- und Entzündungshemmer aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Verschreibungspflichtige Tabletten lindern Schmerzen und Entzündungen unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen, Arthrose, Gichtanfall und nach Verletzungen; rezeptfrei gibt es zum Einnehmen nur Tabletten mit bis zu 25 mg gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber. Am häufigsten sind Magen-Darm-Beschwerden; bei Zeichen einer Magen-Darm-Blutung, Schmerzen im Brustkorb oder einer schweren allergischen Reaktion brechen Sie die Einnahme ab und holen sofort ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall[1, 2]
- Sehr häufig: Geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut (Anämie) verursachen können[1, 2]
- Häufig: Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen (Flatulenz) und Bauchkrämpfe[1, 2]
- Häufig: Appetitlosigkeit[1, 2]
- Häufig: Magen-Darm-Geschwüre, unter Umständen mit Blutung und Durchbruch[1, 2]
- Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag und Hautjucken[1, 2]
- Häufig: Zentralnervöse Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Erregung, Reizbarkeit oder Müdigkeit[1, 2]
- Häufig: Erhöhte Leberenzymwerte im Blut[1, 2]
Wofür wird Diclofenac eingesetzt?
Diclofenac ist ein schmerzstillender und entzündungshemmender Wirkstoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, kurz NSAR [1]. Verschreibungspflichtige magensaftresistente Tabletten werden eingesetzt, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern: bei akuten Gelenkentzündungen einschließlich Gichtanfall, bei chronischen Gelenkentzündungen, insbesondere rheumatoider Arthritis, bei Morbus Bechterew und anderen entzündlich-rheumatischen Wirbelsäulenerkrankungen, bei Reizzuständen einer Arthrose an Gelenken oder Wirbelsäule, bei entzündlichem Weichteilrheuma sowie bei schmerzhaften Schwellungen oder Entzündungen nach Verletzungen [1, 2]. Magensaftresistente Tabletten geben den Wirkstoff möglicherweise verzögert frei. Sie sollen deshalb nicht zu Beginn einer Behandlung eingesetzt werden, bei der die Wirkung schnell eintreten muss [1, 2].
Ohne Rezept gibt es Diclofenac zum Einnehmen nur in niedriger Stärke: laut Arzneimittelverschreibungsverordnung bis 25 mg je Tablette, mit einer Tagesdosis bis höchstens 75 mg, gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber und für höchstens 3 Tage bei Fieber oder 4 Tage bei Schmerzen [6]. Solche Filmtabletten sind zur kurzzeitigen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen und von Fieber zugelassen und apothekenpflichtig [3, 4]. Gele und Pflaster mit Diclofenac zum Auftragen auf die Haut sind in bestimmten Grenzen ebenfalls rezeptfrei [6]. Für sie gelten eigene Packungsbeilagen; diese Seite behandelt Diclofenac zum Einnehmen.
Wie wirkt Diclofenac?
Diclofenac hemmt die Bildung von Prostaglandinen, körpereigenen Botenstoffen. Beim Menschen verringert es so entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber [2]. Laut Embryotox hemmt Diclofenac die beiden Enzyme COX-1 und COX-2 (Cyclooxygenasen), die COX-2 etwas stärker als die COX-1 [5]. Außerdem kann es die Verklumpung der Blutplättchen vorübergehend hemmen; Menschen mit Störungen der Blutstillung sollen deshalb sorgfältig überwacht werden [1, 2].
Wie schnell Diclofenac ins Blut gelangt, hängt von der Darreichungsform ab. Aus magensaftresistenten Tabletten wird der Wirkstoff erst nach dem Magen aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist je nach Verweildauer im Magen nach 1 bis 16 Stunden erreicht, im Mittel nach 2 bis 3 Stunden [2]. Bei den rezeptfreien Filmtabletten mit Diclofenac-Kalium liegt dieser Zeitpunkt nach Einnahme auf nüchternen Magen im Mittel bei etwa 35 Minuten [4]. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert, beträgt etwa 2 Stunden. Etwa 70 Prozent verlassen den Körper nach dem Abbau in der Leber als unwirksame Abbauprodukte über die Nieren, etwa 30 Prozent über den Stuhl [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage der verschreibungspflichtigen Diclofenac-ratiopharm-Tabletten eine Häufigkeit angibt; eine großflächige Form des fixen Arzneimittelexanthems nennen zusätzlich die Fachinformation und die Packungsbeilage der rezeptfreien Filmtabletten [1, 2, 3]. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Die Nebenwirkungen hängen überwiegend von der Dosis ab und sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich; am häufigsten betreffen sie den Verdauungstrakt [1, 2]. Die Packungsbeilage der rezeptfreien Filmtabletten nennt dieselben Häufigkeitsklassen und weist darauf hin, dass die Aufzählung auch Nebenwirkungen einer hoch dosierten Langzeitbehandlung bei Rheuma umfasst; bei kurzer Anwendung können sie seltener auftreten [3]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Herz und Kreislauf: Arzneimittel wie Diclofenac sind laut Packungsbeilage mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden; jedes Risiko ist bei hohen Dosen und länger dauernder Behandlung wahrscheinlicher [1]. Die Fachinformation wird genauer: Klinische Studien und epidemiologische Daten weisen übereinstimmend auf ein erhöhtes Risiko für arterielle thrombotische Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall hin, insbesondere bei hoher Dosis und bei Langzeitanwendung. Da dieses Risiko mit Dosis und Dauer der Anwendung steigen kann, sollte die niedrigste wirksame Tagesdosis über den kürzestmöglichen Zeitraum angewendet und regelmäßig überprüft werden, ob die Behandlung noch nötig ist [2]. Wassereinlagerungen, Bluthochdruck und Herzschwäche wurden im Zusammenhang mit NSAR berichtet [1, 2].
Magen und Darm: Blutungen, Geschwüre und Durchbrüche im Magen-Darm-Trakt, auch mit tödlichem Ausgang, wurden unter allen NSAR einschließlich Diclofenac berichtet, zu jedem Zeitpunkt der Behandlung und mit oder ohne vorherige Warnzeichen. Das Risiko ist höher mit steigender Dosis und bei Geschwüren in der Vorgeschichte; bei älteren Menschen kommt es häufiger zu solchen Nebenwirkungen, und sie haben schwerwiegendere Folgen [1, 2]. Schnell freisetzende Formen wie die rezeptfreien Filmtabletten können laut deren Packungsbeilage schlechter vom Magen vertragen werden [3]. Mehr dazu auf der Seite Magenbeschwerden durch Medikamente.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Magen und DarmMagen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenDurchfall
- Magen und DarmGeringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut (Anämie) verursachen können[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und GeschwüreVeränderungen des Blutbilds
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Magen und DarmVerdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen (Flatulenz) und Bauchkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und VerdauungsbeschwerdenBlähungenBauchschmerzen
- Magen und DarmAppetitlosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- Magen und DarmMagen-Darm-Geschwüre, unter Umständen mit Blutung und Durchbruch[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag und Hautjucken[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagJuckreiz
- NervensystemZentralnervöse Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Erregung, Reizbarkeit oder Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindelMüdigkeitUnruhe und NervositätAggressivität und Reizbarkeit
- Leber und GalleErhöhte Leberenzymwerte im Blut[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemNesselsucht (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: Nesselsucht
- Magen und DarmMagenschleimhautentzündung (Gastritis)[1, 2]
- Magen und DarmBlutiges Erbrechen (Hämatemesis), Blut im Stuhl oder blutiger Durchfall[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und GeschwüreErbrechenDurchfall
- Leber und GalleLeberschäden, insbesondere bei Langzeitbehandlung; akute Leberentzündung (Hepatitis) mit oder ohne Gelbsucht, die sehr selten sehr schwer (fulminant) und auch ohne Vorzeichen verläuft[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautHaarausfall[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- Nieren und HarnwegeWassereinlagerungen im Körper (Ödeme), insbesondere bei Bluthochdruck oder eingeschränkter Nierenfunktion[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemUnverträglichkeitsreaktionen (anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen), einschließlich niedrigem Blutdruck, Herzjagen und Schock[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNiedriger BlutdruckHerzrasen
- NervensystemSchläfrigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- AtemwegeAsthma, einschließlich Atemnot[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- InfektionenVerschlechterung infektionsbedingter Entzündungen, zum Beispiel Entwicklung einer nekrotisierenden Fasciitis, beschrieben im zeitlichen Zusammenhang mit NSAR[1, 2]
- Blut und LymphsystemStörungen der Blutbildung (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie, Agranulozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Blut und LymphsystemBlutarmut durch beschleunigten Abbau roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemPlötzlich auftretende Schwellungen der Haut oder Schleimhäute (Angioödem), einschließlich Schwellungen von Gesicht, Zunge und innerem Kehlkopf mit Einengung der Luftwege, Luftnot[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische ReaktionenAtemnot
- PsychePsychotische Reaktionen[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- PsycheDepression[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- PsycheAngstgefühle, Albträume, Schlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: AngstAlbträumeSchlafstörungen
- NervensystemSensibilitätsstörungen und Missempfindungen (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemStörungen der Geschmacksempfindung[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- NervensystemGedächtnisstörungen, Desorientierung[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und GedächtnisstörungenVerwirrtheit
- NervensystemKrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- NervensystemZittern[1, 2]Mehr dazu: Zittern
- NervensystemSchlaganfall[1, 2]
- NervensystemHirnhautentzündung ohne Infektion (aseptische Meningitis) mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Nackensteifigkeit oder Bewusstseinstrübung; ein erhöhtes Risiko scheint bei systemischem Lupus erythematodes und Mischkollagenose zu bestehen[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenÜbelkeitErbrechenFieber
- AugenSehstörung, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus), Hörstörungen[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- HerzHerzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- HerzBrustschmerz[1, 2]
- HerzWassereinlagerung (Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- HerzHerzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)[1, 2]Mehr dazu: Herzschwäche
- HerzHerzinfarkt[1, 2]
- Gefäße und KreislaufBluthochdruck (Hypertonie)[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- Gefäße und KreislaufGefäßentzündung (Vaskulitis)[1, 2]
- AtemwegeInterstitielle Lungenentzündung (Pneumonitis)[1, 2]
- Magen und DarmMundschleimhautentzündung, auch mit Geschwüren (ulzerative Stomatitis), und Zungenentzündung[1, 2]
- Magen und DarmSchädigung der Speiseröhre (Ösophagusläsionen)[1, 2]
- Magen und DarmVerstopfung[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
- Magen und DarmBeschwerden im Unterbauch wie Dickdarmentzündung (Colitis), auch blutende Colitis (hämorrhagische Colitis); Verstärkung eines Morbus Crohn oder einer Colitis ulcerosa[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Magen und DarmDarmverengung (intestinale Strikturen)[1, 2]
- Leber und GalleAbsterben von Lebergewebe (Lebernekrose), Leberversagen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautHautausschlag mit Rötung (Ekzem, Erythem, Exanthem), Erythema multiforme[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- HautLichtüberempfindlichkeit der Haut[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
- HautHautblutungen, auch allergisch bedingt (Purpura)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- HautSchwere Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Blasenbildung (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse/Lyell-Syndrom) und Hautentzündung mit Abschuppung (exfoliative Dermatitis)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Nieren und HarnwegeSchädigung des Nierengewebes (interstitielle Nephritis, Papillennekrose), die mit akuter Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz), Eiweiß im Harn (Proteinurie) und/oder Blut im Harn (Hämaturie) einhergehen kann[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Nieren und HarnwegeNephrotisches Syndrom (Wassereinlagerung im Körper und starke Eiweißausscheidung im Harn)[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenWassereinlagerungen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HerzSchmerzen im Brustkorb als mögliches Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (Kounis-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Magen und DarmLeichte Krämpfe und Schmerzempfindlichkeit im Bauch kurz nach Beginn der Behandlung, gefolgt von Blutungen aus dem Enddarm oder blutigem Durchfall, in der Regel innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Bauchschmerzen (laut Fachinformation ischämische Kolitis)[1, 2]Mehr dazu: DurchfallMagen-Darm-Blutungen und GeschwüreBauchschmerzen
- HautFixes Arzneimittelexanthem: runde oder ovale Stellen mit Rötung und Schwellung der Haut, Blasen und Juckreiz; die Haut kann danach dunkel verfärbt bleiben, und die Reaktion kehrt bei erneuter Einnahme in der Regel an derselben Stelle wieder[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreizPigmentstörungen der Haut
- HautGroßflächige Form des fixen Arzneimittelexanthems mit Blasen (generalisiertes bullöses fixes Arzneimittelexanthem)[2, 3]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Allergische Reaktionen können schon bei der ersten Anwendung auftreten, auch ohne früheren Kontakt mit dem Wirkstoff [1, 2]. Schwere Hautreaktionen traten in der Mehrzahl der Fälle im ersten Behandlungsmonat auf [1, 2]. Die Werte von Leberenzymen können steigen; bei länger dauernder oder wiederholter Behandlung sind deshalb regelmäßige Kontrollen der Leberwerte angezeigt. Eine Leberentzündung kann ohne vorausgehende Beschwerden auftreten [1, 2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen Magen und Darm [1]. Nebenwirkungen lassen sich verringern, wenn die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten notwendigen Zeitraum angewendet wird [1, 3]. Hatten Sie schon einmal Nebenwirkungen am Magen-Darm-Trakt, melden Sie jede ungewöhnliche Beschwerde im Bauchraum Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, besonders in höherem Alter [1]. Bei Geschwüren in der Vorgeschichte, im höheren Alter oder bei gleichzeitiger Einnahme niedrig dosierter ASS kann die Ärztin oder der Arzt zusätzlich ein Mittel zum Schutz der Magenschleimhaut erwägen, zum Beispiel einen Protonenpumpenhemmer [1, 2]. Auf Alkohol verzichten Sie möglichst [1].
Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Erregung, Reizbarkeit oder Müdigkeit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen. Haben Sie Sehstörungen oder sind Sie benommen, schwindelig oder schläfrig, fahren Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen [1]. Erhöhte Leberenzymwerte sind ebenfalls häufig; bei längerer Behandlung werden Leberwerte, Nierenfunktion und Blutbild regelmäßig kontrolliert [1, 2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Andere NSAR sollen nicht zusammen mit Diclofenac angewendet werden, weil Hinweise auf zusätzliche Vorteile fehlen und sich Nebenwirkungen verstärken können [1, 2]. Kortison, Blutverdünner wie Warfarin, ASS und bestimmte Antidepressiva (SSRI) erhöhen zusammen mit Diclofenac das Risiko für Geschwüre und Blutungen im Magen-Darm-Trakt [1, 2]. Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer, Betablocker und Sartane sowie Entwässerungsmittel können schwächer wirken; zugleich steigt das Risiko für Nierenfunktionsstörungen, vor allem bei älteren Menschen [1, 2]. Wie sich Diclofenac und Ibuprofen unterscheiden, beschreibt der Ratgeber Ibuprofen oder Diclofenac?
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere NSAR, auch COX-2-Hemmer | Höheres Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen; Nebenwirkungen können sich verstärken[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung vermeiden |
| Kortison (Glukokortikoide) | Höheres Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS) und Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI | Höheres Risiko für Magen-Darm-Blutungen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten; bei niedrig dosierter ASS kann ein Mittel zum Schutz der Magenschleimhaut erwogen werden |
| Gerinnungshemmer (Blutverdünner) wie Warfarin | Gerinnungshemmende Wirkung kann verstärkt werden, Blutungsrisiko steigt[1, 2] | Strenge ärztliche Überwachung und Kontrolle der Blutgerinnung |
| Digoxin, Phenytoin oder Lithium | Blutspiegel dieser Mittel kann steigen[1, 2, 3] | Lithiumspiegel kontrollieren, Digoxin- und Phenytoinspiegel kontrollieren lassen; bei der rezeptfreien Kurzanwendung laut Packungsbeilage der 25-mg-Filmtabletten in der Regel nicht erforderlich |
| Entwässerungsmittel (Diuretika) und Blutdrucksenker wie Betablocker, ACE-Hemmer und Sartane (Angiotensin-II-Antagonisten) | Blutdrucksenkende Wirkung kann nachlassen; höheres Risiko für Nierenfunktionsstörungen, vor allem bei älteren Menschen; bei eingeschränkter Nierenfunktion ist ein in der Regel umkehrbares akutes Nierenversagen möglich[1, 2] | Nur mit Vorsicht kombinieren: Blutdruck regelmäßig kontrollieren, ausreichend trinken, Kontrolle der Nierenwerte nach Beginn der Kombination erwägen lassen |
| Kaliumsparende Entwässerungsmittel | Kaliumwert im Blut kann steigen[1, 2] | Kalium regelmäßig kontrollieren lassen |
| Methotrexat | Einnahme innerhalb von 24 Stunden vor oder nach Methotrexat: höhere Methotrexat-Konzentration und mehr Nebenwirkungen[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Ciclosporin | Nierenschädigende Wirkung von Ciclosporin kann zunehmen[1, 2] | Diclofenac sollte niedriger dosiert werden als ohne Ciclosporin, ärztlich besprechen |
| Tacrolimus | Nierenschädigende Wirkung von Tacrolimus kann zunehmen[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Probenecid (Gichtmittel) | Diclofenac wird langsamer ausgeschieden, reichert sich an, Nebenwirkungen können sich verstärken[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Blutzuckersenkende Mittel zum Einnehmen (orale Antidiabetika) | Vereinzelt Unter- oder Überzuckerung, die eine Dosisänderung der Antidiabetika nötig machte[1, 2] | Blutzucker vorsichtshalber kontrollieren |
| Antibiotika aus der Gruppe der Chinolone | Vereinzelt Berichte über Krampfanfälle[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Colestipol oder Colestyramin | Diclofenac wird verzögert oder vermindert aufgenommen[1, 2] | Diclofenac mindestens 1 Stunde vor oder 4 bis 6 Stunden nach diesen Mitteln einnehmen |
| Starke CYP2C9-Hemmer wie Sulfinpyrazon oder Voriconazol | Diclofenac wird langsamer abgebaut, die Menge im Blut kann deutlich ansteigen[1, 2] | Vorsicht, vorher ärztlich besprechen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Diclofenac nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Diclofenac darf nicht eingenommen werden, wenn bei Ihnen eine Herzkrankheit oder eine Erkrankung der Hirngefäße festgestellt wurde (zum Beispiel nach einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder einem kleinen Schlaganfall, kurz TIA, bei verengten Adern zum Herzen oder Gehirn oder nach einer Operation an diesen Adern), und auch nicht bei Durchblutungsstörungen der Beine (periphere arterielle Verschlusskrankheit) [1, 2]. Rauchen Sie, haben Sie Diabetes, Angina pectoris, Blutgerinnsel, Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterin- oder Triglyzeridwerte, informieren Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Diclofenac oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Frühere Reaktionen auf Acetylsalicylsäure oder andere NSAR mit Schwellungen von Gesicht und Mund (Angioödem), Asthmaanfällen, Schmerzen in der Brust, Schwellungen der Nasenschleimhaut oder Hautreaktionen[1, 2]
- Ungeklärte Störungen der Blutbildung[1, 2]
- Aktive Magen- oder Darmgeschwüre, Blutungen oder Durchbruch[1, 2]
- Bestehende oder wiederholt aufgetretene Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre oder Blutungen (mindestens 2 nachgewiesene Episoden)[1, 2]
- Magen-Darm-Blutung oder -Durchbruch in der Vorgeschichte im Zusammenhang mit einer früheren Behandlung mit NSAR[1, 2]
- Hirnblutungen oder andere aktive Blutungen[1, 2]
- Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen[1, 2]
- Festgestellte Herzkrankheit und/oder Erkrankung der Hirngefäße, zum Beispiel nach Herzinfarkt, Schlaganfall oder kleinem Schlaganfall (TIA), bei verengten Adern zum Herzen oder Gehirn oder nach einer Operation an diesen Adern; laut Fachinformation auch bei bekannter Herzschwäche ab Stadium NYHA II[1, 2]
- Durchblutungsstörungen der Beine (periphere arterielle Verschlusskrankheit), auch in der Vorgeschichte[1, 2]
- Letztes Drittel der Schwangerschaft[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: Tabletten mit 50 mg sind wegen des zu hohen Wirkstoffgehalts nicht geeignet[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Ältere Menschen: häufiger Nebenwirkungen, vor allem Blutungen und Durchbrüche im Magen-Darm-Trakt, auch mit tödlichem Ausgang; bei gebrechlichen Menschen oder geringem Körpergewicht wird die niedrigste noch wirksame Dosis empfohlen[1, 2]
- Magen-Darm-Erkrankungen in der Vorgeschichte, auch Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn: Der Zustand kann sich verschlechtern[1, 2]
- Kürzlich erfolgte oder geplante Operation an Magen oder Darm: Diclofenac kann die Wundheilung des Darms nach dem Eingriff verschlechtern[1, 2]
- Risikofaktoren für Herz und Gefäße, Rauchen, Diabetes, Angina pectoris, Blutgerinnsel, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterin- oder Triglyzeridwerte: vorher ärztlich besprechen; laut Fachinformation nur nach sorgfältiger Abwägung[1, 2]
- Bluthochdruck oder leichte Herzschwäche in der Vorgeschichte: Überwachung nötig, da unter NSAR Flüssigkeitseinlagerungen und Ödeme berichtet wurden[1, 2]
- Frühere schwere Hautreaktion nach Diclofenac oder anderen Schmerzmitteln (Ausschlag, Schälen der Haut, Blasen, Geschwüre im Mund): vor der Einnahme ärztlich besprechen[1]
- Lebererkrankungen: sorgfältige ärztliche Überwachung; Leberwerte können steigen, bei länger dauernder oder wiederholter Behandlung regelmäßig kontrollieren lassen; bei hepatischer Porphyrie kann Diclofenac einen Anfall auslösen[1, 2]
- Eingeschränkte Herz- oder Nierenfunktion, Bluthochdruck, höheres Alter, gleichzeitige Einnahme von Entwässerungsmitteln oder nierenbelastenden Arzneimitteln, starker Flüssigkeitsmangel etwa vor oder nach größeren Operationen: Nierenfunktion vorsorglich überwachen[1, 2]
- Angeborene Porphyrie (z. B. akute intermittierende Porphyrie), systemischer Lupus erythematodes oder Mischkollagenose: nur nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko[1, 2]
- Direkt nach größeren chirurgischen Eingriffen: besonders sorgfältige ärztliche Überwachung[1, 2]
- Asthma, Heuschnupfen, Nasenpolypen, chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen oder chronische Atemwegsinfekte: erhöhtes Risiko für allergische Reaktionen wie Asthmaanfälle, Quincke-Ödem oder Nesselsucht; besondere Vorsicht (Notfallbereitschaft) auch bei allergischen Reaktionen auf andere Stoffe, etwa Hautreaktionen, Juckreiz oder Nesselsucht[1, 2]
- Störungen der Blutstillung: Diclofenac kann die Verklumpung der Blutplättchen vorübergehend hemmen[1, 2]
- Infektionen: Diclofenac kann deren Anzeichen und Beschwerden verschleiern[1, 2]
- Länger dauernde Anwendung: Nierenfunktion und Blutbild regelmäßig kontrollieren lassen[1, 2]
- Vor Operationen: Ärztin, Arzt oder Zahnarzt nach der Einnahme fragen bzw. darüber informieren[1]
- Rezeptfreie Filmtabletten mit 25 mg: Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nicht empfohlen, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen; schnell freisetzende Formen können eine erhöhte Magenunverträglichkeit aufweisen[3]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Im letzten Drittel der Schwangerschaft darf Diclofenac nicht eingenommen werden; in den ersten 6 Monaten sollten Sie es laut Packungsbeilage nicht einnehmen, sofern es nicht absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt [1, 2]. In der Stillzeit sollte es laut Packungsbeilage nicht angewendet werden; das Beratungszentrum Embryotox der Charité hält eine gelegentliche Einnahme oder kurzfristige Behandlung für akzeptabel und nennt Ibuprofen das NSAR der Wahl [1, 5]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und Embryotox zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 5]. Diclofenac kann es Frauen mit Kinderwunsch erschweren, schwanger zu werden; diese Wirkung bildet sich nach dem Absetzen zurück [1, 3].
Schwangerschaft
In den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft dürfen Sie Diclofenac nicht einnehmen: Es kann das ungeborene Kind schädigen, bei ihm Nieren- und Herzprobleme verursachen, die Blutungsneigung von Mutter und Kind beeinflussen und dazu führen, dass die Geburt später einsetzt oder länger dauert als erwartet.[1, 2]
In den ersten 6 Monaten sollten Sie Diclofenac nicht einnehmen, sofern es nicht absolut notwendig ist und von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt empfohlen wird; müssen Sie in dieser Zeit behandelt werden oder versuchen Sie, schwanger zu werden, sollte die Dosis so niedrig und die Dauer so kurz wie möglich sein. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann eine Einnahme über mehr als ein paar Tage beim Kind Nierenprobleme mit zu wenig Fruchtwasser (Oligohydramnion) verursachen oder ein Blutgefäß am Herzen des Kindes (Ductus arteriosus) verengen; bei längerer Behandlung kann die Ärztin oder der Arzt eine zusätzliche Überwachung empfehlen. Stellen Sie während der Einnahme eine Schwangerschaft fest, benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]
Embryotox beschreibt einen hohen Erfahrungsumfang. Laut Embryotox kann Diclofenac in den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft als Schmerzmittel oder gegen Entzündungen verwendet werden, sollte aber wie jedes andere Schmerzmittel nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat tagelang oder über mehrere Wochen eingenommen werden. Ab der 28. Schwangerschaftswoche dürfen Diclofenac und andere NSAR nicht angewendet werden. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Ibuprofen (im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel) und Paracetamol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Diclofenac geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Um unerwünschte Wirkungen beim Säugling zu vermeiden, sollte es laut Packungsbeilage in der Stillzeit nicht angewendet werden.[1, 2]
Embryotox nennt Ibuprofen das NSAR der Wahl in der Stillzeit; bei gelegentlicher Einnahme oder kurzfristiger Behandlung sei auch Diclofenac akzeptabel. Nebenwirkungen bei gestillten Kindern wurden bisher nicht beobachtet. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Trinken Sie während der Anwendung möglichst keinen Alkohol. Laut Fachinformation kann Alkohol Nebenwirkungen von NSAR verstärken, vor allem im Magen-Darm-Trakt und im Nervensystem.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Haben Sie während der Einnahme Sehstörungen, sind benommen, schwindelig oder schläfrig oder haben andere zentralnervöse Störungen, fahren Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]
Einnahme
Magensaftresistente Tabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (einem Glas Wasser) 1 bis 2 Stunden vor einer Mahlzeit auf nüchternen Magen einnehmen. Über die Dauer der Anwendung entscheidet die Ärztin oder der Arzt; bei rheumatischen Erkrankungen kann eine längere Einnahme nötig sein.[1, 2]
Rezeptfreie Filmtabletten mit 25 mg unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit einnehmen, für die bestmögliche Wirkung weder zum Essen noch unmittelbar danach.[3]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Rezeptfreie Filmtabletten mit 25 mg, Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren: zu Beginn 1 Filmtablette, danach je nach Bedarf 1 Filmtablette alle 4 bis 6 Stunden; höchstens 3 Filmtabletten (75 mg Diclofenac-Kalium) innerhalb von 24 Stunden.[3]
Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat höchstens 4 Tage bei leichten bis mäßig starken Schmerzen und höchstens 3 Tage bei Fieber. Halten die Beschwerden länger an oder werden sie schlimmer, suchen Sie ärztliche Hilfe.[3]
Rezeptfrei ist Diclofenac zum Einnehmen laut Arzneimittelverschreibungsverordnung nur bis 25 mg je Tablette, mit einer Tagesdosis von 25 bis höchstens 75 mg, gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber und für höchstens 3 Tage (Fieber) oder 4 Tage (Schmerzen).[6]
Absetzen
Kommt es während der Anwendung zu Magen-Darm-Blutungen oder Geschwüren, ist die Anwendung abzubrechen.[1, 2]
Bei ersten Anzeichen von Hautausschlägen, Schleimhautschäden oder anderen Überempfindlichkeitsreaktionen ist die Anwendung abzubrechen.[1, 2]
Diclofenac sollte sofort abgesetzt werden, wenn abnorme Leberwerte anhalten oder sich verschlechtern, wenn Anzeichen einer Lebererkrankung festgestellt werden oder wenn andere Erscheinungen wie eine Eosinophilie oder ein Hautausschlag auftreten, das klärt die Ärztin oder der Arzt.[1, 2]
Bei längerer Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht mit höheren Dosen behandelt werden dürfen; leiden Sie trotz der Einnahme häufig unter Kopfschmerzen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]
Diclofenac kann es erschweren, schwanger zu werden; laut Fachinformation wird es Frauen, die schwanger werden möchten, nicht empfohlen. Diese Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit bildet sich nach dem Absetzen zurück.[1, 2, 3]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Mögliche Zeichen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Ohrgeräusche, Krämpfe (bei Kindern auch myoklonische Krämpfe, also Muskelzuckungen) und Bewusstlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen; außerdem sind Magen-Darm-Blutungen, Funktionsstörungen von Leber und Nieren, Blutdruckabfall, verminderte Atmung und eine blaurote Färbung von Haut und Schleimhäuten möglich. Ein spezielles Gegenmittel gibt es nicht.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage der verschreibungspflichtigen Tabletten nennt einen Dosisbereich, der sich nach der Schwere der Erkrankung richtet; die Packungsbeilage der rezeptfreien Filmtabletten nennt eine Höchstmenge und eine Höchstdauer für die Selbstbehandlung [1, 3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis eines verschreibungspflichtigen Präparats für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Diclofenac so ein, wie es Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gesagt hat oder wie es in der Packungsbeilage steht [1, 3]. Magensaftresistente Tabletten schlucken Sie unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (einem Glas Wasser) 1 bis 2 Stunden vor einer Mahlzeit auf nüchternen Magen. Über die Dauer der Behandlung entscheidet die Ärztin oder der Arzt; bei rheumatischen Erkrankungen kann eine längere Einnahme nötig sein [1]. Die rezeptfreien Filmtabletten nehmen Sie unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit ein, für die bestmögliche Wirkung weder zum Essen noch unmittelbar danach. Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nehmen Sie sie höchstens 4 Tage bei Schmerzen und 3 Tage bei Fieber ein. Halten die Beschwerden länger an oder werden sie schlimmer, suchen Sie ärztliche Hilfe [3]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1, 3].
Kommt es während der Einnahme zu Magen-Darm-Blutungen oder Geschwüren, ist die Behandlung abzubrechen [1, 2]. Bei längerer Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht mit höheren Dosen behandelt werden dürfen; leiden Sie trotz der Einnahme häufig unter Kopfschmerzen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, besonders mehrerer Wirkstoffe zusammen, kann die Nieren dauerhaft schädigen [1, 2]. Haben Sie Diclofenac vor einer Operation eingenommen, fragen oder informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Zahnarztpraxis [1]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.
Präparate mit Diclofenac
Diclofenac zum Einnehmen gibt es von mehreren Herstellern, unter anderem als magensaftresistente Tabletten, Retardtabletten sowie als rezeptfreie Film- oder überzogene Tabletten mit 25 mg. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Diclofenac-ratiopharm magensaftresistente Tabletten sowie, für die Selbstbehandlung, von Diclo-ratiopharm bei Schmerzen und Fieber 25 mg Filmtabletten [1, 2, 3, 4]. Gele und Pflaster mit Diclofenac haben eigene Packungsbeilagen.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Diclo 75 SL-1A Pharma | 1A Pharma GmbH | Retardtabletten, verschreibungspflichtig |
| Diclo-ratiopharm bei Schmerzen und Fieber | ratiopharm GmbH | Filmtabletten mit 25 mg Diclofenac-Kalium, apothekenpflichtig |
| Diclofenac-ratiopharm | ratiopharm GmbH | magensaftresistente Tabletten mit 25 oder 50 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Voltaren Dolo | Haleon Germany GmbH | überzogene Tabletten mit 25 mg Diclofenac-Kalium |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diclofenac-ratiopharm 50 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Diclofenac-ratiopharm magensaftresistente Tabletten (25 mg und 50 mg). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diclo-ratiopharm bei Schmerzen und Fieber 25 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Diclo-ratiopharm bei Schmerzen und Fieber 25 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Diclofenac. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Diclofenac. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Gibt es Diclofenac ohne Rezept?
Ja, aber zum Einnehmen nur in niedriger Stärke. Die Arzneimittelverschreibungsverordnung nimmt Diclofenac nur bis 25 mg je Tablette und mit einer Tagesdosis bis höchstens 75 mg von der Verschreibungspflicht aus. Das gilt gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber, für höchstens 3 Tage bei Fieber oder 4 Tage bei Schmerzen. Tabletten gegen rheumatische Erkrankungen, etwa magensaftresistente Tabletten mit 50 mg, sind verschreibungspflichtig. Gele und Pflaster zum Auftragen auf die Haut sind in bestimmten Grenzen rezeptfrei.
Wie viel Diclofenac darf ich ohne Rezept höchstens nehmen?
Laut Packungsbeilage der rezeptfreien Filmtabletten mit 25 mg nehmen Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren zu Beginn 1 Filmtablette, danach bei Bedarf 1 Filmtablette alle 4 bis 6 Stunden, höchstens aber 3 Filmtabletten (75 mg) innerhalb von 24 Stunden. Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nehmen Sie sie höchstens 4 Tage bei Schmerzen und 3 Tage bei Fieber ein. Die Angaben für verschreibungspflichtige Tabletten stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage"; dort legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis fest.
Wie schnell wirkt Diclofenac?
Das hängt von der Darreichungsform ab. Bei den rezeptfreien Filmtabletten mit Diclofenac-Kalium ist die höchste Konzentration im Blut nach Einnahme auf nüchternen Magen im Mittel nach etwa 35 Minuten erreicht. Aus magensaftresistenten Tabletten wird der Wirkstoff erst nach dem Magen aufgenommen: je nach Verweildauer im Magen nach 1 bis 16 Stunden, im Mittel nach 2 bis 3 Stunden. Weil der Wirkstoff aus ihnen möglicherweise verzögert freigesetzt wird, kann ihre Wirkung später einsetzen; deshalb sollen sie nicht zu Beginn einer Behandlung eingesetzt werden, bei der eine schnelle Wirkung nötig ist.
Ist Diclofenac schlecht für das Herz?
Arzneimittel wie Diclofenac sind mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden; das Risiko ist bei hohen Dosen und längerer Behandlung wahrscheinlicher. Laut Fachinformation weisen klinische Studien und epidemiologische Daten übereinstimmend auf dieses Risiko hin, insbesondere bei hoher Dosis und bei Langzeitanwendung. Wurde bei Ihnen eine Herzkrankheit oder eine Erkrankung der Hirngefäße festgestellt, etwa nach Herzinfarkt oder Schlaganfall, dürfen Sie Diclofenac nicht einnehmen. Bei Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes oder Bluthochdruck sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Schadet Diclofenac dem Magen?
Magen-Darm-Beschwerden sind die häufigsten Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt treten sehr häufig auf, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten; Magen-Darm-Geschwüre sind häufig. Blutungen, Geschwüre und Durchbrüche können zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten, auch ohne vorherige Warnzeichen; das Risiko steigt mit der Dosis und bei früheren Geschwüren. Bei Bluterbrechen, schwarzem Stuhl, Blut im Stuhl oder stärkeren Schmerzen im Oberbauch brechen Sie die Einnahme ab und informieren sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Darf ich Diclofenac mit Alkohol nehmen?
Die Packungsbeilage rät, während der Anwendung möglichst keinen Alkohol zu trinken. Laut Fachinformation kann Alkohol Nebenwirkungen von NSAR verstärken, vor allem im Magen-Darm-Trakt und im Nervensystem. Einen festen zeitlichen Abstand nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht.
Darf ich Diclofenac in der Schwangerschaft nehmen?
In den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht: Diclofenac kann dann dem ungeborenen Kind schaden und die Geburt verzögern oder verlängern. In den ersten 6 Monaten sollten Sie es laut Packungsbeilage nur nehmen, wenn es absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt, und dann so niedrig dosiert und so kurz wie möglich. Das Beratungszentrum Embryotox hält Diclofenac in den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft für verwendbar; wie jedes andere Schmerzmittel sollte es aber nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat tagelang oder über mehrere Wochen eingenommen werden. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Ibuprofen (im ersten und zweiten Drittel) und Paracetamol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Diclofenac in der Stillzeit nehmen?
Diclofenac geht in geringen Mengen in die Muttermilch über; laut Packungsbeilage sollte es in der Stillzeit nicht angewendet werden, um unerwünschte Wirkungen beim Säugling zu vermeiden. Embryotox nennt Ibuprofen das NSAR der Wahl in der Stillzeit und hält Diclofenac bei gelegentlicher Einnahme oder kurzfristiger Behandlung für akzeptabel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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