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Schlafstörungen und Albträume durch Medikamente

Schlaflosigkeit, ungewöhnliche Träume und Albträume stehen in den Produktinformationen vieler Medikamente. Das IQWiG nennt bestimmte Antidepressiva (SSRI) als mögliche Ursache von Schlafproblemen. Die Fachinformationen stufen Schlaflosigkeit zum Beispiel bei Sertralin, Venlafaxin und Methylphenidat als sehr häufig ein. Schlafstörungen nennen auch das Cortison-Präparat Prednison, Schlafstörungen und Albträume Betablocker wie Propranolol und das Asthmamittel Montelukast. Nach dem plötzlichen Absetzen von Schlafmitteln kann die Schlaflosigkeit verstärkt zurückkehren. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau mit kurzem braunem Haar liegt nachts in einem abgedunkelten Schlafzimmer wach im Bett und blickt zur Decke
Bild: KI-generiert

Manche Medikamente können den Schlaf stören. Schlafprobleme zeigen sich laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zum Beispiel daran, dass man sehr lange zum Einschlafen braucht, unruhig schläft und oft aufwacht, nachts lange wach liegt oder morgens viel zu früh aufwacht und nicht wieder einschlafen kann; zu den möglichen Ursachen zählt das IQWiG bestimmte Medikamente wie Antidepressiva (SSRI) [1]. Von einer Schlafstörung (Insomnie) spricht man laut IQWiG, wenn jemand in mindestens drei Nächten pro Woche und mehr als einen Monat lang so schlecht schläft, dass die Lebensqualität beeinträchtigt ist [1]. In Packungsbeilagen und Fachinformationen heißen solche Nebenwirkungen zum Beispiel Schlaflosigkeit (Insomnie), Einschlafstörungen, ungewöhnliche Träume oder Albträume [5, 6, 7, 14].

Welche Medikamente Schlafstörungen und Albträume auslösen können

Laut IQWiG und gesund.bund.de können bestimmte Medikamente den Schlaf stören; beide nennen als Beispiel Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) [1, 3]. Die folgenden Beispiele stammen aus den Fachinformationen und Packungsbeilagen einzelner Wirkstoffe. Jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Antidepressiva: In der Fachinformation von Sertralin ist Schlaflosigkeit als sehr häufig eingestuft (mehr als 1 von 10 Behandelten), Albträume als häufig (bis zu 1 von 10) [5]. Bei Venlafaxin nennt die Fachinformation Schlaflosigkeit als sehr häufig und ungewöhnliche Trauminhalte als häufig [6]. Bei beiden Wirkstoffen können Schlafstörungen außerdem nach dem Beenden der Behandlung auftreten (siehe unten) [5, 6].
  • ADHS-Medikamente: Die Fachinformation von Methylphenidat stuft Schlaflosigkeit und Nervosität als sehr häufig ein, Einschlafstörungen als häufig und Schlafstörungen als gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten) [7].
  • Glucocorticoide (Cortison-Präparate): In der Fachinformation des Prednison-Präparats Lodotra, einer Tablette mit verzögerter Wirkstofffreisetzung, ist Schlaflosigkeit als häufig eingestuft [8]. Schlafstörungen treten laut Fachinformation unter Lodotra häufiger auf als unter herkömmlichen, am Morgen eingenommenen Darreichungsformen mit sofortiger Wirkstofffreisetzung [8].
  • Betablocker: In der Fachinformation von Propranolol sind Verwirrtheit, Nervosität, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Albträume oder Halluzinationen als häufig eingestuft, insbesondere zu Beginn der Behandlung [10]. Bei Metoprolol nennt die Fachinformation unter anderem Schlaflosigkeit und Albträume als gelegentlich [12]. Die Packungsbeilage von Bisoprolol führt Schlafstörungen als gelegentlich und Albträume als selten (bis zu 1 von 1.000 Behandelten) [13].
  • Montelukast (gegen Asthma): Die Packungsbeilage nennt als gelegentliche Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen unter anderem abnormale Träume einschließlich Albträumen, Schlaflosigkeit und Schlafwandeln [14]. Neuropsychiatrische Ereignisse wurden laut Fachinformation bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern berichtet [15]. Die europäische Koordinierungsgruppe CMDh legte am 27. März 2019 auf Empfehlung des Ausschusses für Risikobewertung (PRAC) vom 15. März 2019 fest, dazu einen eigenen Warnhinweis in die Fachinformation aufzunehmen [16]. Mehr unter Asthma- und COPD-Medikamente.
  • Antibiotika (Fluorchinolone): Bei Levofloxacin sind Schlafstörungen laut Packungsbeilage häufig [25]. Ein Rote-Hand-Brief vom 8. April 2019 informierte über die Lebensqualität beeinträchtigende, lang anhaltende und möglicherweise irreversible Nebenwirkungen von Fluorchinolonen; zu den schwerwiegenden Nebenwirkungen auf das Nervensystem zählt er auch Schlaflosigkeit [26]. Laut Packungsbeilage von Levofloxacin wurden sehr seltene Fälle lang anhaltender oder dauerhafter Nebenwirkungen, darunter Schlafstörungen, mit der Anwendung dieser Antibiotika in Verbindung gebracht [25].
  • Schilddrüsenmittel: Bei Levothyroxin nennt die Packungsbeilage Schlaflosigkeit als sehr häufig und Nervosität als häufig, beide unter den Erscheinungen einer Schilddrüsenüberfunktion, die auftreten können, wenn die Dosisstärke im Einzelfall nicht vertragen wird oder eine Überdosierung vorliegt, besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung [17].
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel: Auch Schlafmittel selbst können den Schlaf stören. Bei Zolpidem nennt die Fachinformation eine verschlimmerte Schlaflosigkeit als häufig [20]. Für Lorazepam beschreibt die Packungsbeilage paradoxe Reaktionen (Wirkungen entgegen der erwarteten Beruhigung), darunter Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit [23]. Nach dem Absetzen kann die Schlaflosigkeit verstärkt zurückkehren (siehe unten) [18, 21].

Die erste Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit nennt:

Schlafstörungen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AtomoxetinSehr häufigBei Kindern und Jugendlichen: Schlafprobleme, auch frühzeitiges Aufwachen · Bei Erwachsenen: Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und frühzeitiges Erwachen · Bei Erwachsenen: Schlafstörungen
BupropionSehr häufigSchlafstörungen (Schlaflosigkeit)
CitalopramSehr häufigSchlaflosigkeit
FluoxetinSehr häufigSchlaflosigkeit (laut Fachinformation einschließlich frühmorgendlichem Erwachen, Ein- und Durchschlafstörungen) · Schlafstörungen, ungewöhnliche Träume (laut Fachinformation einschließlich Albträumen)
HaloperidolSehr häufigUnruhe (Agitiertheit), Schlafstörungen
LeuprorelinSehr häufigBei Männern mit Prostatakrebs: Schlafstörungen · Bei Frauen (Enantone-Gyn): Nervosität, Schlafstörungen · Bei Frauen mit Brustkrebs (Enantone-Gyn): Schlafstörungen · Bei Frauen mit Endometriose oder Myomen…
LevothyroxinSehr häufigSchlaflosigkeit
LisdexamfetaminSehr häufigSchlafstörungen (Ein- und Durchschlafstörungen, vorzeitiges Erwachen)
MethylphenidatSehr häufigNervosität, Schlaflosigkeit · Probleme beim Einschlafen · Schlafstörungen
PaliperidonSehr häufigEin- oder Durchschlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit) · Schlafstörungen, Erregungszustand (Manie), verminderter sexueller Antrieb, Nervosität, Albträume
RisperidonSehr häufigEin- oder Durchschlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit) · Schlafstörungen, Reizbarkeit, Depression, Angst, innere Unruhe
RituximabSehr häufigBei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: Unruhe, Einschlafschwierigkeiten · Bei GPA oder MPA: Schlafschwierigkeiten (Insomnie)
SertralinSehr häufigSchlaflosigkeit
TacrolimusSehr häufigSchlafstörungen (Schlaflosigkeit)
TrastuzumabSehr häufigSchlaflosigkeit (Insomnie)
VenlafaxinSehr häufigSchlaflosigkeit
AdalimumabHäufigStimmungsschwankungen, auch Depression, Angstgefühl, Schlafstörungen
AgomelatinHäufigSchlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit)
AmiodaronHäufigMuskelzittern (extrapyramidaler Tremor), Albträume, Schlafstörungen
AmisulpridHäufigSchlaflosigkeit, Angst, gesteigerte körperliche Erregbarkeit (Agitiertheit) und Orgasmusstörungen
AripiprazolHäufigSchlafprobleme, Angstgefühl, Unruhegefühl und nicht stillhalten können, Schwierigkeiten, still zu sitzen
BaclofenHäufigDepression, Schlafstörungen, gehobene Stimmungslage (Euphorie), Halluzinationen, Albträume und Verwirrtheit, insbesondere bei älteren Menschen
BrivaracetamHäufigDepression, Angst, Schlaflosigkeit (Insomnie), Reizbarkeit
CelecoxibHäufigSchlafstörungen (Schlaflosigkeit)
CertoparinHäufigBei Menschen ohne Operation mit eingeschränkter Beweglichkeit laut Fachinformation außerdem Verstopfung, Schlaflosigkeit, niedriger Kaliumspiegel und Übelkeit; diese Beschwerden traten unter unfraktioniertem Heparin…
ClarithromycinHäufigSchlafstörungen oder Schlaflosigkeit
ClonidinHäufigSchlafstörungen, depressive Verstimmungen
DienogestHäufigDepressive Stimmung, Schlafstörungen, Nervosität, Verlust des Interesses an Sex, Stimmungswandel
DigitoxinHäufigKopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit
DonepezilHäufigSchlaflosigkeit
DuloxetinHäufigSchlafstörungen · Schlaflosigkeit · Schlechter Schlaf
EplerenonHäufigSchlaflosigkeit (Schlafprobleme)
EscitalopramHäufigEinschlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit) und Schläfrigkeit · Schlafstörungen
FentanylHäufigSchlaflosigkeit, Depression, Angstzustände, Verwirrtheitszustand
FluvastatinHäufigSchlafprobleme (Insomnie)
GabapentinHäufigKrämpfe, ruckartige Bewegungen (Hyperkinesie), Sprachstörungen, Gedächtnisverlust, Zittern, Schlafstörungen, Kopfschmerzen
GuanfacinHäufigSchlaflosigkeit (Insomnie) oder Schlafstörungen (Aufwachen mitten in der Nacht) oder Alpträume
HydromorphonHäufigSchwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen, schlechte Schlafqualität (Schlaflosigkeit)
InfliximabHäufigDepression, Schlafstörungen
LacosamidHäufigVerwirrtheit, Schlafstörung, Depression
LamotriginHäufigSchlafstörungen (Insomnie)
LevetiracetamHäufigDepression, Feindseligkeit oder Aggression, Angst, Schlaflosigkeit, Nervosität oder Reizbarkeit
Levodopa/CarbidopaHäufigSchwindelgefühl, Schläfrigkeit, Benommenheit, Schlafprobleme
LevofloxacinHäufigSchlafstörungen (Schlaflosigkeit)
LevomethadonHäufigBenommenheit, Beruhigung (Sedation), Verwirrtheit, Desorientiertheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Unruhe, gelegentlich bis häufig
LiraglutidHäufigSchlafstörungen, vor allem in den ersten 3 Behandlungsmonaten
MedroxyprogesteronHäufigSchlaflosigkeit
MirtazapinHäufigSchlafstörungen (Schlaflosigkeit)
MorphinHäufigVeränderungen der Aktiviertheit (meist verminderte Aktivität, aber auch erhöhte Aktivität oder Übererregbarkeit), Schlaflosigkeit, Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen (z. B. Halluzinationen), Verwirrtheitszustände
MoxonidinHäufigDenkstörungen, Schlafstörungen einschließlich Schlaflosigkeit
NaproxenHäufigSchlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit, Müdigkeit
OxycodonHäufigSchlaflosigkeit
ParoxetinHäufigSchlaflosigkeit oder Schläfrigkeit
PembrolizumabHäufigSchlafstörungen
PramipexolHäufigBei Parkinson-Krankheit: Schlaflosigkeit (Insomnie) und abnorme Träume · Bei Restless-Legs-Syndrom: Veränderungen des Schlafverhaltens wie Schlaflosigkeit (Insomnie) und Schläfrigkeit; abnorme Träume
PrednisonHäufigSchlaflosigkeit
PregabalinHäufigSchlaflosigkeit
PropranololHäufigInsbesondere zu Beginn der Behandlung Verwirrtheit, Nervosität, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Albträume oder Halluzinationen
RizatriptanHäufigSchlaflosigkeit
SulfasalazinHäufigFieber, Schläfrigkeit, Benommenheit, Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit
TapentadolHäufigÄngstlichkeit, depressive Verstimmung, Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe
TestosteronHäufigStörungen der Stimmungslage; emotionale Beschwerden (Stimmungsschwankungen, affektive Störungen, Wut, Aggression, Ungeduld, Schlaflosigkeit, abnorme Träume, gesteigerte Libido)
TianeptinHäufigSchlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen
TizanidinHäufigSchlafstörungen, auch Einschlafstörungen (Schlaflosigkeit)
TopiramatHäufigSchwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen
TrazodonHäufigSchlafstörungen · Schlaflosigkeit, Angst, Nervosität, Unruhe (sehr selten verschärft zu einem Delirium)
ZolpidemHäufigVerlust der Koordination der Muskeln (Ataxie), sich verschlechternde Schlaflosigkeit
AlprazolamGelegentlichSchlaflosigkeit
AmitriptylinGelegentlichSchlafstörungen und Albträume
AmlodipinGelegentlichStimmungsschwankungen, Angst, Depression, Schlaflosigkeit
AtenololGelegentlichVerstärkte Traumaktivität und Schlafstörungen
AtorvastatinGelegentlichAlbträume, Schlaflosigkeit
AzithromycinGelegentlichNervosität, Schlaflosigkeit
BisoprololGelegentlichSchlafstörungen, Depression
Budesonid/FormoterolGelegentlichSchlafstörungen
BuprenorphinGelegentlichVerwirrtheit, Schlafstörungen, Unruhe
CarvedilolGelegentlichSchlafstörungen, Albträume
CefaclorGelegentlichVorübergehende Trugwahrnehmungen (Halluzinationen), Nervosität, Schlaflosigkeit oder Verwirrtheit
CiprofloxacinGelegentlichKopfschmerz, Benommenheit, Schlaf- oder Geschmacksstörungen
CodeinGelegentlichSchlafstörungen
DihydrocodeinGelegentlichSchlafstörungen
DoxazosinGelegentlichAngst, Depression, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit)
EnalaprilGelegentlichVerwirrtheit, Schlaflosigkeit oder Schläfrigkeit, Nervosität · Ungewöhnliche Träume oder Schlafstörungen
EsomeprazolGelegentlichSchlafstörungen (Schlaflosigkeit)
EstradiolGelegentlichDepressive Verstimmung, Schlaflosigkeit
EtoricoxibGelegentlichVeränderung des Geschmackssinns, Schlaflosigkeit, Taubheitsgefühl oder Kribbeln, Schläfrigkeit
FebuxostatGelegentlichWeniger Lust auf Sex (verminderte Libido), Schlaflosigkeit · Nervosität, Niedergeschlagenheit (depressive Verstimmung), Schlafstörung
FluconazolGelegentlichUnfähigkeit zu schlafen (Insomnie), Schläfrigkeit (Somnolenz)
IbuprofenGelegentlichKopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit oder Müdigkeit (zentralnervöse Störungen)
LetrozolGelegentlichStörungen des Nervensystems wie Angst, Nervosität, Reizbarkeit, Benommenheit, Gedächtnisstörungen, Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit
LisinoprilGelegentlichKribbeln ("Ameisenlaufen", Parästhesie), Drehschwindel (Vertigo), Veränderungen des Geschmackssinns, Schläfrigkeit oder andere Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit
LoratadinGelegentlichSchlaflosigkeit (bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren)
LosartanGelegentlichSchlafstörungen
MelatoninGelegentlichSchlaflosigkeit, anormale Träume, Albträume · Vorzeitiges frühmorgendliches Erwachen, gesteigerter Geschlechtstrieb (Libido) · Schlechte Schlafqualität
MetoprololGelegentlichDepression, Konzentrationsstörungen, Benommenheit oder Schlaflosigkeit, Albträume
MetronidazolGelegentlichSchläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Verwirrtheitszustände, Erregbarkeit, traurige Verstimmtheit (Depression)
MontelukastGelegentlichVerhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen: abnorme Träume einschließlich Albträumen, Schlaflosigkeit, Schlafwandeln, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Ruhelosigkeit
MoxifloxacinGelegentlichSchlafstörungen (überwiegend Schlaflosigkeit)
MycophenolsäureGelegentlichSchlafschwierigkeiten
NifedipinGelegentlichAngstreaktionen, Schlafstörungen
NitrendipinGelegentlichSchlafstörungen
OmeprazolGelegentlichSchlafstörungen (Schlaflosigkeit)
PantoprazolGelegentlichSchlafstörungen
PravastatinGelegentlichSchwindel, Kopfschmerzen und Schlafstörungen einschließlich Schlaflosigkeit
PyrantelGelegentlichSchlaflosigkeit
RamiprilGelegentlichSchlafstörungen, auch Schläfrigkeit (Somnolenz)
RanolazinGelegentlichBeklemmung, Schlafstörungen (Insomnie), Verwirrtheitszustände, Halluzinationen
RivastigminGelegentlichBei Exelon Hartkapseln beobachtet und möglicherweise auch beim Pflaster: unregelmäßiger Herzrhythmus (zum Beispiel zu schneller Herzschlag), Schlafstörungen, Hinfallen
Salmeterol/FluticasonGelegentlichSchlafstörungen
TelmisartanGelegentlichEinschlafstörungen
UrapidilGelegentlichSchlafstörungen
BiperidenSeltenBei höheren Dosen Unruhe, gesteigerte Erregbarkeit (Agitiertheit), Angst, Verwirrtheit, Sinnestäuschungen (delirante Syndrome und Halluzinationen), Schlaflosigkeit · Beeinflussung der Schlafphasen
BrinzolamidSeltenSchlafstörung (Insomnie)
CetirizinSeltenDepression, Halluzinationen, Aggression, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit
Dienogest/EthinylestradiolSeltenDepressionen, psychische Störungen, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen, Aggressionen
EbastinSeltenAllgemeine Nervosität, Schlaflosigkeit
FlecainidSeltenAngstzustände und Schlaflosigkeit
FolsäureSeltenNach sehr hohen Folsäure-Dosierungen: Schlafstörungen, Erregung oder Depressionen
FormoterolSeltenSchlafstörungen
HydrochlorothiazidSeltenDepressionen, Schlaflosigkeit
OpipramolSeltenUnruhe, Schweißausbrüche und Schlafstörungen, vor allem bei plötzlichem Absetzen einer längerfristigen, hoch dosierten Behandlung
Sacubitril/ValsartanSeltenÄnderungen im Schlafverhalten (Schlafstörung)
TiotropiumSeltenSchlaflosigkeit (Insomnie)
TramadolSeltenHalluzinationen, Verwirrtheitszustände, Schlafstörungen, Delirium, Ängstlichkeit und Albträume
DesloratadinSehr seltenSchwindel, Benommenheit (Somnolenz), Schlaflosigkeit
DiclofenacSehr seltenAngstgefühle, Albträume, Schlaflosigkeit
FamotidinSehr seltenSchlaflosigkeit
OxymetazolinSehr seltenUnruhe, Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Beruhigung (Sedierung), Kopfschmerzen
SimvastatinSehr seltenSchlaflosigkeit
XylometazolinSehr seltenUnruhe, Schlaflosigkeit, Müdigkeit (Schläfrigkeit), Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Halluzinationen (vorrangig bei Kindern)
Acetylsalicylsäure/Paracetamol/CoffeinNicht bekanntKopfschmerzen und geistige Verwirrung, Unruhe, Schlaflosigkeit
BeclometasonNicht bekanntUnruhe (psychomotorische Hyperaktivität), Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Aggressivität, Verhaltensänderungen (insbesondere bei Kindern)
Beclometason/FormoterolNicht bekanntSchlafprobleme, Depressionen oder ein Gefühl der Besorgtheit, Ruhelosigkeit, Nervosität, Übererregung oder Reizbarkeit, eher bei Kindern; laut Fachinformation auch Aggression und Verhaltensänderungen
BudesonidNicht bekanntSchlafstörungen, Aggressivität, gesteigerte motorische Aktivität (Schwierigkeit, ruhig zu bleiben) und Reizbarkeit, eher bei Kindern
DexamethasonNicht bekanntSchlafstörungen
DiazepamNicht bekanntSinnestäuschungen (Halluzinationen) und eine Wirkungsumkehr ("paradoxe Reaktionen") wie Erregbarkeit, Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Unruhe, Nervosität, Feindseligkeit, Angstzustände, Schlafstörungen, Albträume…
DoxepinNicht bekanntMüdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Zittern, Schlafstörungen
DoxylaminNicht bekannt"Paradoxe" Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Albträume, Verwirrtheit, Halluzinationen und Zittern
FexofenadinNicht bekanntSchlaflosigkeit, Schlafstörungen, unangenehme Träume (Paroniria); laut Fachinformation auch Albträume und übermäßiges Träumen
HydroxychloroquinNicht bekanntDepression, Halluzinationen, Nervosität oder Angstzustände, Verwirrtheit, Unruhe, Schlafstörungen, Hochgefühl oder Überreizung (Manie), Wahnvorstellungen; auch der Ausbruch einer Psychose ist möglich
LevocetirizinNicht bekanntDepression, Schlaflosigkeit, Albträume
Levodopa/BenserazidNicht bekanntSchlafstörungen (beim Syndrom der unruhigen Beine solche, die nicht durch die Erkrankung bedingt sind)
LorazepamNicht bekanntParadoxe Reaktionen, also Wirkungen entgegen der erwarteten Beruhigung, zum Beispiel Angst, Erregungszustände, Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten (Feindseligkeit, Aggression, Wut), Schlafstörungen oder…
OxazepamNicht bekanntSogenannte paradoxe Arzneimittelreaktion, etwa erhöhte Aggression, akute Wutanfälle, Angst, suizidale Neigungen, Muskelkrämpfe und Schlafstörungen
PrednisolonNicht bekanntSchlafstörungen
PseudoephedrinNicht bekanntSchlaflosigkeit, selten Halluzinationen und andere anregende Wirkungen auf das zentrale Nervensystem
RosuvastatinNicht bekanntSchlafstörungen wie Schlaflosigkeit und Albträume
SalbutamolNicht bekanntSchlaflosigkeit (Insomnie)
TimololNicht bekanntSchlaflosigkeit, Gedächtnisverlust, Albträume und Halluzinationen
TrimipraminNicht bekanntInnere Unruhe und Schlafstörungen

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (150 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Schlafstörungen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (2 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Schlafstörungen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
CiclosporinZeichen einer Erkrankung des Gehirns (laut Fachinformation Enzephalopathie einschließlich PRES) wie plötzliche Krampfanfälle, geistige Verwirrung, Schlaflosigkeit, Orientierungslosigkeit, Sehstörungen, Bewusstlosigkeit, Schwächegefühl in den Gliedmaßen,…Gelegentlich
QuetiapinAbsetzsymptome: Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel, GereiztheitSehr häufig

Ungewöhnliche, lebhafte Träume und Albträume zeigt die zweite Tabelle:

Albträume als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AgomelatinHäufigUngewöhnliche Träume · Albträume
AmiodaronHäufigMuskelzittern (extrapyramidaler Tremor), Albträume, Schlafstörungen
BaclofenHäufigDepression, Schlafstörungen, gehobene Stimmungslage (Euphorie), Halluzinationen, Albträume und Verwirrtheit, insbesondere bei älteren Menschen
CitalopramHäufigAngst, veränderte Träume, Teilnahmslosigkeit (Apathie)
DonepezilHäufigUngewöhnliche Träume, auch Albträume
DuloxetinHäufigUngewöhnliche Träume
EscitalopramHäufigAngst, Ruhelosigkeit und ungewöhnliche (anormale) Träume
FluoxetinHäufigSchlafstörungen, ungewöhnliche Träume (laut Fachinformation einschließlich Albträumen)
GuanfacinHäufigSchlaflosigkeit (Insomnie) oder Schlafstörungen (Aufwachen mitten in der Nacht) oder Alpträume
Levodopa/CarbidopaHäufigDemenz, unnormales Hochgefühl (Euphorie), Verwirrtheit, Albträume, Antriebssteigerung
MirtazapinHäufigLebhafte, ungewöhnliche Träume · Alpträume
ParoxetinHäufigUngewöhnliche Träume, einschließlich Albträume
PramipexolHäufigBei Parkinson-Krankheit: Schlaflosigkeit (Insomnie) und abnorme Träume · Bei Restless-Legs-Syndrom: Veränderungen des Schlafverhaltens wie Schlaflosigkeit (Insomnie) und Schläfrigkeit; abnorme Träume
PropranololHäufigInsbesondere zu Beginn der Behandlung Verwirrtheit, Nervosität, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Albträume oder Halluzinationen
QuetiapinHäufigUngewöhnliche Träume und Albträume
SertralinHäufigGefühl, sich selbst fremd zu sein (Depersonalisation), Albträume, Zähneknirschen (Bruxismus) · Körperliche stress- oder emotionsbedingte Beschwerden (Konversionsstörung), ungewöhnliche furchterregende Träume
TacrolimusHäufigAngst, Verwirrtheit und Desorientiertheit, Depression, Stimmungsschwankungen, Albträume, Halluzinationen, psychische Erkrankungen
TestosteronHäufigStörungen der Stimmungslage; emotionale Beschwerden (Stimmungsschwankungen, affektive Störungen, Wut, Aggression, Ungeduld, Schlaflosigkeit, abnorme Träume, gesteigerte Libido)
TianeptinHäufigAlpträume
VenlafaxinHäufigUngewöhnliche Träume
ZolpidemHäufigWahrnehmung von Dingen, die nicht real sind (Halluzinationen), Erregung, Albträume
AmitriptylinGelegentlichSchlafstörungen und Albträume
AtenololGelegentlichVerstärkte Traumaktivität und Schlafstörungen · Albträume
AtorvastatinGelegentlichAlbträume, Schlaflosigkeit
BrinzolamidGelegentlichDepressionen, depressive Verstimmung, Nervosität, verringerte Anteilnahme (Apathie) und Albträume
CarvedilolGelegentlichSchlafstörungen, Albträume
ClonidinGelegentlichAlbträume, Wahrnehmungsstörungen, Sinnestäuschungen
DaridorexantGelegentlichAbnorme Träume, Albträume
DigitoxinGelegentlichPsychische Veränderungen (z. B. Albträume, Agitiertheit, Verwirrtheit), Depressionen, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Psychosen
DoxepinGelegentlichMissempfindungen wie Kribbeln, Hitze- und Kälteempfindungen, Ohrensausen, vermehrte Träume
HydromorphonGelegentlichHalluzinationen, Albträume
MelatoninGelegentlichSchlaflosigkeit, anormale Träume, Albträume
MetoprololGelegentlichDepression, Konzentrationsstörungen, Benommenheit oder Schlaflosigkeit, Albträume
MontelukastGelegentlichVerhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen: abnorme Träume einschließlich Albträumen, Schlaflosigkeit, Schlafwandeln, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Ruhelosigkeit
MycophenolsäureGelegentlichUngewöhnliche Träume und Wahnwahrnehmungen
NebivololGelegentlichAlbträume
PaliperidonGelegentlichSchlafstörungen, Erregungszustand (Manie), verminderter sexueller Antrieb, Nervosität, Albträume
PregabalinGelegentlichWortfindungsprobleme, abnorme Träume
RisperidonGelegentlichErregungszustand (Manie), Verwirrtheit, verminderter sexueller Antrieb, Nervosität, Albträume
TapentadolGelegentlichDesorientiertheit, Verwirrtheit, Erregbarkeit (Agitiertheit), Wahrnehmungsstörungen, ungewöhnliche Träume, euphorische Stimmung
ZopiclonGelegentlichAlbträume
BisoprololSeltenAlbträume, Halluzinationen
BuprenorphinSeltenSinnes- und Wahrnehmungstäuschungen (Halluzinationen), Angstzustände und Albträume
CiprofloxacinSeltenVerwirrtheit, Desorientiertheit, Angstzustände, Albträume, Depressionen (die möglicherweise zu Selbstmordgedanken, Selbstmordversuchen oder vollendetem Selbstmord führen können) oder Halluzinationen
EnalaprilSeltenUngewöhnliche Träume oder Schlafstörungen
LevofloxacinSeltenNiedergeschlagenheit (Depression), psychische Störungen, Unruhe (Agitiertheit), ungewöhnliche Träume, Albträume; laut Fachinformation auch Delirium
MoxifloxacinSeltenAnormale Träume
TramadolSeltenHalluzinationen, Verwirrtheitszustände, Schlafstörungen, Delirium, Ängstlichkeit und Albträume
BupropionSehr seltenUnruhegefühl, Gereiztheit, Feindseligkeit, Aggressivität, seltsame Träume einschließlich Albträumen
DiclofenacSehr seltenAngstgefühle, Albträume, Schlaflosigkeit
CetirizinNicht bekanntSelbstmordgedanken (wiederkehrende Gedanken an Selbstmord oder die Beschäftigung damit), Albträume
ClarithromycinNicht bekanntDepression und Albträume
DiazepamNicht bekanntSinnestäuschungen (Halluzinationen) und eine Wirkungsumkehr ("paradoxe Reaktionen") wie Erregbarkeit, Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Unruhe, Nervosität, Feindseligkeit, Angstzustände, Schlafstörungen, Albträume…
DoxylaminNicht bekannt"Paradoxe" Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Albträume, Verwirrtheit, Halluzinationen und Zittern
FexofenadinNicht bekanntSchlaflosigkeit, Schlafstörungen, unangenehme Träume (Paroniria); laut Fachinformation auch Albträume und übermäßiges Träumen
LamotriginNicht bekanntAlbträume
LevocetirizinNicht bekanntDepression, Schlaflosigkeit, Albträume
RivastigminNicht bekanntRuhelosigkeit und Albträume
RosuvastatinNicht bekanntSchlafstörungen wie Schlaflosigkeit und Albträume
TimololNicht bekanntSchlaflosigkeit, Gedächtnisverlust, Albträume und Halluzinationen
TrazodonNicht bekanntAlbträume

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (61 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Albträume als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (1 Wirkstoff)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Albträume als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
FentanylDelirium; die Anzeichen können eine Kombination aus gesteigerter körperlicher Erregbarkeit (Agitiertheit), Unruhe, Orientierungsstörung, Verwirrtheit, Furcht, Halluzinationen, Schlafstörungen und Albträumen umfassenNicht bekannt

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Woran Sie Schlafstörungen durch ein Medikament erkennen

Ein Hinweis ist der zeitliche Zusammenhang. Bei Propranolol treten Schlafstörungen und Albträume laut Fachinformation insbesondere zu Beginn der Behandlung auf [10]. Bei Lorazepam sind Nebenwirkungen laut Packungsbeilage insbesondere zu Beginn der Behandlung und bei zu hoher Dosis zu erwarten [23]. Unter Montelukast traten neuropsychiatrische Ereignisse laut europäischer Bewertung scheinbar unregelmäßig auf; in gemeldeten Fällen führten sie zu erheblicher Behinderung und Leiden, bevor sie als wahrscheinliche Nebenwirkungen erkannt wurden [16].

Nach dem Beenden einer Behandlung. Schlafstörungen können auch erst auftreten, wenn ein Mittel abgesetzt wird. Bei Sertralin und Venlafaxin gehören Schlafstörungen, einschließlich Schlaflosigkeit und intensiver Träume, laut Fachinformation zu den am häufigsten berichteten Absetzreaktionen; sie treten normalerweise in den ersten Tagen nach dem Absetzen auf, klingen im Allgemeinen innerhalb von 2 Wochen ab und können bei einigen Menschen 2 bis 3 Monate oder länger anhalten [5, 6]. Bei Schlafmitteln wie Zopiclon kann es laut Fachinformation auch nach einer kürzeren Behandlung beim plötzlichen Beenden vorübergehend zu Absetzerscheinungen kommen, bei denen die Beschwerden, die zur Behandlung führten, verstärkt wieder auftreten (Rebound-Schlaflosigkeit); das Risiko solcher Absetzerscheinungen ist laut Fachinformation nach plötzlichem Beenden, insbesondere nach einer längeren Behandlung, höher und bei Einhaltung der Empfehlungen zu Dosierung und Anwendungsdauer gering [18]. Bei Lorazepam können schon nach wenigen Tagen täglicher Einnahme nach dem Absetzen Entzugssymptome wie Schlafstörungen und vermehrtes Träumen auftreten, insbesondere wenn plötzlich abgesetzt wird [22]. Mehr dazu: Abhängigkeit und Entzugserscheinungen.

Krankheit oder Medikament? Nicht immer lässt sich das trennen. Schlaflosigkeit kann laut Fachinformation von Zopiclon ein Zeichen einer Depression sein; bei anhaltender Schlaflosigkeit sollte die Behandlung mit Zopiclon neu bewertet werden [18]. Dauern die Schlafstörungen 7 bis 14 Tage nach Beginn einer Behandlung mit Zolpidem noch an, kann das laut Fachinformation auf eine psychische oder körperliche Erkrankung hinweisen, die untersucht werden sollte [20].

In der Arztpraxis wird laut IQWiG unter anderem gefragt, ob und welche Medikamente angewendet werden, ob und wann koffeinhaltige Getränke, Alkohol oder Drogen konsumiert werden und ob Stress, Schmerzen oder andere Erkrankungen eine Rolle spielen [1]. Ein Schlaftagebuch kann helfen, mögliche Auslöser und Muster zu erkennen; solche Aufzeichnungen werden manchmal auch von Ärztinnen und Ärzten eingesetzt [1]. In Ihrer Packungsbeilage finden Sie die Nebenwirkungen in Abschnitt 4 [14].

Warum Medikamente den Schlaf stören können

Innerhalb der Gruppe der Betablocker dringen laut DEGAM-Leitlinie Müdigkeit gut fettlösliche (lipophile) Wirkstoffe stärker in das zentrale Nervensystem ein als wasserlösliche, in der Reihenfolge Propranolol vor Metoprolol vor Atenolol; sie können dort Schlafstörungen mit nachfolgender Müdigkeit am Tag auslösen [4]. Bei Levothyroxin können laut Packungsbeilage die typischen Erscheinungen einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten, wenn die Dosisstärke im Einzelfall nicht vertragen wird oder eine Überdosierung vorliegt [17].

Bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen und Z-Substanzen treten laut IQWiG Entzugserscheinungen auf, wenn dem Körper das Mittel entzogen wird, an das er sich gewöhnt hat; nach längerer Einnahme ist das oft der Fall [2]. Sie sind den ursprünglichen Beschwerden der Schlafstörung sehr ähnlich und können das Verlangen nach Schlafmitteln verstärken, sodass ein "Teufelskreis" entstehen kann [2]. Laut Fachinformation von Zopiclon gibt es Anzeichen dafür, dass es bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln (Hypnotika/Sedativa) innerhalb des Abstands zwischen zwei Einnahmen zu Entzugserscheinungen kommen kann, insbesondere bei hoher Dosierung [18].

Was Sie tun können

Mann mit dunkelblondem Haar sitzt am frühen Morgen auf der Bettkante und reibt sich die Augen, neben ihm ein Glas Wasser auf dem Nachttisch
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Sertralin soll ein plötzliches Absetzen laut Fachinformation vermieden und die Dosis über mindestens ein bis zwei Wochen schrittweise verringert werden; bei Venlafaxin kann das Absetzen bei einigen Menschen Monate oder länger dauern [5, 6]. Bei Zopiclon und Zolpidem wird empfohlen, die Behandlung durch schrittweise Verringerung der Dosis zu beenden [19, 21]. Wer Schlaf- und Beruhigungsmittel nach längerem Gebrauch absetzen will, tut dies laut IQWiG am besten schrittweise und mit ärztlicher Hilfe; ein Medikamentenplan kann dabei unterstützen [2]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Was dann infrage kommt, hängt vom Mittel ab. Bemerken Sie unter Propranolol Nebenwirkungen wie Schlafstörungen oder Albträume, benachrichtigen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet über den Schweregrad und gegebenenfalls über weitere Maßnahmen [11]. Treten unter Lodotra Schlafstörungen auf, die sich nicht bessern, kann laut Produktinformation eine Umstellung auf eine herkömmliche Darreichungsform mit sofortiger Wirkstofffreisetzung angeraten sein [8, 9]. Unter Montelukast sollen laut Fachinformation Patientinnen, Patienten und Pflegepersonen auf neuropsychiatrische Ereignisse achten und die Ärztin oder den Arzt informieren, wenn sie auftreten [15]. Bemerken Sie unter Levofloxacin starke Schlafstörungen oder eine andere der dort genannten anhaltenden Nebenwirkungen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die Behandlung fortsetzen; gemeinsam wird entschieden, ob sie fortgesetzt wird [25].

Gewohnheiten rund um den Schlaf. Zur Frage, was bei Schlafproblemen hilft, gibt es laut IQWiG bislang kaum aussagekräftige Studien [1]. Zu den häufig eingesetzten Maßnahmen gehört es, vor dem Schlafengehen nur leichte Mahlzeiten sowie alkohol- und koffeinfreie Getränke zu sich zu nehmen, das Bett nur zum Schlafen zu benutzen und erst ins Bett zu gehen, wenn man müde ist; dazu kommen Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training [1]. Bevor Sie ein Schlafmittel einnehmen, auch ein rezeptfreies, fragen Sie in der Arztpraxis oder Apotheke nach. Verschreibungspflichtige Schlafmittel wie Benzodiazepine und Z-Substanzen dürfen laut IQWiG nur für eine begrenzte Zeit eingesetzt werden, weil sie zahlreiche Nebenwirkungen haben und schnell abhängig machen [1]. Mehr dazu: Medikamente und Alkohol und Medikamente und Kaffee.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [13]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Handlungen im Schlaf. Zopiclon und Zolpidem können laut Packungsbeilage zu Schlafwandeln oder anderen Verhaltensweisen führen, die im Schlaf ungewöhnlich sind, etwa Autofahren, Essen, Telefonieren oder Geschlechtsverkehr, ohne vollständig wach zu sein; bei Zopiclon schon nach der ersten Anwendung [19, 21]. Möglicherweise erinnert man sich am nächsten Morgen nicht daran [19]. Laut Packungsbeilage von Zopiclon scheinen Alkohol und andere zentraldämpfende Arzneimittel das Risiko für solches Verhalten zu erhöhen; bei Zolpidem kann es sich zusammen mit Alkohol oder anderen Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen, erhöhen [19, 21]. Bemerken Sie ein solches Verhalten, sollen Sie die Behandlung mit Zopiclon laut Packungsbeilage sofort abbrechen und sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden; bei Zolpidem sollen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt sofort informieren, weil dieses Schlafverhalten Sie und andere einem ernsthaften Verletzungsrisiko aussetzen kann [19, 21]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Paradoxe Reaktionen. Treten unter Lorazepam paradoxe Reaktionen wie Angst, Erregungszustände, Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten, Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit auf, muss die Behandlung laut Packungsbeilage sofort beendet werden; informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und/oder wenden Sie sich an den medizinischen Notdienst [23]. Bei Zolpidem sollen Sie bei Unruhe, Reizbarkeit, Albträumen, Halluzinationen, verstärkten Schlafstörungen oder anderen Verhaltensstörungen laut Packungsbeilage die Einnahme beenden und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren; diese Reaktionen treten mit größerer Wahrscheinlichkeit bei älteren Menschen auf [21]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Mehr dazu: Medikamente im Alter.

Nach dem Absetzen. Treten nach dem plötzlichen Beenden von Zolpidem Beschwerden auf wie Angst, Unruhe, Reizbarkeit oder Verwirrtheit, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Halluzinationen oder schlimmer als zuvor zurückkehrende Schlafprobleme, suchen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf; in seltenen Fällen können auch Krampfanfälle auftreten [21]. Nach Langzeitanwendung kann ein plötzliches Absetzen oder eine schnelle Dosisverringerung von Lorazepam laut Fachinformation Entzugssymptome auslösen, die lebensbedrohlich sein können [22].

Stimmung und Verhalten. Unter Montelukast nennt die Packungsbeilage Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen wie Erregbarkeit, Depression, Halluzinationen und Lebensmüdigkeit unter den Beschwerden, bei denen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren sollen [14]. Laut Fachinformation können neuropsychiatrische Beschwerden schwerwiegend sein und anhalten, wenn die Behandlung nicht beendet wird; sie sieht deshalb vor, die Behandlung abzubrechen, wenn solche Beschwerden auftreten [15]. Ob und wie es weitergeht, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr dazu: Depression durch Medikamente und Psychose und Halluzinationen.

Lebensbedrohliche Fälle wie Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [24].

Andere Ursachen

Nicht jede Schlafstörung kommt vom Medikament. Etwa ein Drittel der Menschen hat laut IQWiG Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen, eine Schlafstörung haben etwa 6 von 100 Menschen in Deutschland; Frauen sind häufiger betroffen als Männer [1]. Den Schlaf stören können laut IQWiG und gesund.bund.de zum Beispiel Sorgen und Stress, belastende Lebensereignisse, Alkohol, Drogen und Koffein, Lärm, Schichtarbeit, Schmerzen, nächtlicher Harndrang oder Hitzewallungen, Zähneknirschen, nächtliche Atemstillstände (Schlafapnoe) und Unruhe in den Beinen (Restless-Legs-Syndrom) [1, 3]. Auch wenn manche Menschen nach Alkohol schneller einschlafen, wird der Schlaf laut IQWiG dadurch unruhiger und weniger erholsam [1].

Auch Erkrankungen kommen infrage: Laut IQWiG können unter anderem eine chronische Nierenschwäche sowie Schilddrüsen-, Herz- und Lungenerkrankungen den Schlaf stören, und Schlafprobleme können mit psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen zusammenhängen [1]. Die DEGAM-Leitlinie nennt außerdem neurologische Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson und eine durch Substanzen wie Alkohol, Koffein oder anregende Drogen ausgelöste Insomnie [4]. Eine Erkrankung, die den Schlaf stört, wird laut IQWiG vorrangig behandelt [1].

Quellen

  1. Schlafprobleme und Schlafstörungen (Insomnie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 12.10.2026
  2. Schlafstörung: Schlaf- und Beruhigungsmittel absetzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 12.10.2026
  3. Behörde Schlafstörungen. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 04.04.2025. abgerufen am 12.10.2026
  4. Leitlinie S3-Leitlinie Müdigkeit, Langfassung (AWMF-Register-Nr. 053-002, DEGAM-Leitlinie Nr. 2). Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand Stand 11/2022 (gültig bis 22.12.2027). abgerufen am 12.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Lodotra 1 mg/2 mg/5 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung (Prednison). Skyepharma Production SAS (Mitvertrieb Mundipharma GmbH). Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lodotra 1 mg/2 mg/5 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung (Prednison). Skyepharma Production SAS (Mitvertrieb Mundipharma GmbH). Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Propranolol STADA 40 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2023. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Propranolol STADA 40 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 10/2014. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Metoprolol-ratiopharm Succinat Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Bisoprolol-ratiopharm 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtabletten (Versionscode Z08). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtabletten (Version 5). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  16. Behörde Position der CMDh zum PSUR-Bewertungsverfahren Montelukast (PSUSA/00002087/201807) mit wissenschaftlichen Schlussfolgerungen des PRAC. Koordinierungsgruppe CMDh, Europäische Arzneimittel-Agentur (veröffentlicht vom BfArM). Stand 27.03.2019 (PRAC-Empfehlung 15.03.2019). abgerufen am 12.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation L-Thyroxin Henning 100 (100 Mikrogramm, Tabletten). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
  18. Fachinformation Fachinformation Zopiclon-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 12.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zopiclon-ratiopharm 7,5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 12.10.2026
  20. Fachinformation Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 12.10.2026
  21. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 12.10.2026
  22. Fachinformation Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
  23. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
  24. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  25. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levofloxacin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten (Version 8). ratiopharm GmbH. Stand 12/2025. abgerufen am 12.10.2026
  26. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Fluorchinolon-Antibiotika: Schwerwiegende und anhaltende, die Lebensqualität beeinträchtigende und möglicherweise irreversible Nebenwirkungen. Zulassungsinhaber fluorchinolonhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.04.2019. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können Schlafstörungen verursachen?

Laut IQWiG und gesund.bund.de gehören bestimmte Medikamente wie Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI zu den möglichen Ursachen. Die Fachinformationen stufen Schlaflosigkeit zum Beispiel bei Sertralin, Venlafaxin und dem ADHS-Mittel Methylphenidat als sehr häufig ein, bei Prednison (Lodotra) als häufig. Schlafstörungen und Albträume nennen auch Betablocker wie Propranolol, Metoprolol und Bisoprolol sowie das Asthmamittel Montelukast. Die Tabellen auf dieser Seite zeigen alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation Schlafstörungen oder Albträume nennt.

Können Antidepressiva Schlaflosigkeit auslösen?

Ja. Laut IQWiG können Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI den Schlaf stören. In der Fachinformation von Sertralin ist Schlaflosigkeit als sehr häufig eingestuft, Albträume als häufig. Bei Venlafaxin stuft die Fachinformation Schlaflosigkeit als sehr häufig und ungewöhnliche Trauminhalte als häufig ein. Schlafstörungen gehören laut beiden Fachinformationen auch zu den am häufigsten berichteten Beschwerden nach dem Beenden der Behandlung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Können Betablocker Albträume verursachen?

Das ist möglich. In der Fachinformation von Propranolol sind Schlafstörungen und Albträume als häufig eingestuft, insbesondere zu Beginn der Behandlung. Bei Metoprolol stehen Schlaflosigkeit und Albträume als gelegentlich, in der Packungsbeilage von Bisoprolol Albträume als selten. Laut DEGAM-Leitlinie Müdigkeit dringen gut fettlösliche Betablocker stärker in das zentrale Nervensystem ein als wasserlösliche und können dort Schlafstörungen auslösen. Ob ein anderes Vorgehen infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Warum schlafe ich nach dem Absetzen von Schlaftabletten schlechter?

Nach dem plötzlichen Beenden einer Behandlung mit Schlafmitteln wie Zopiclon oder Zolpidem kann die Schlaflosigkeit laut Produktinformation vorübergehend verstärkt zurückkehren. Als Begleitreaktionen sind Stimmungsschwankungen, Angst und Unruhe möglich. Entzugserscheinungen nach längerer Einnahme sind laut IQWiG den ursprünglichen Beschwerden der Schlafstörung sehr ähnlich und können das Verlangen nach Schlafmitteln verstärken. Die Produktinformationen empfehlen, die Behandlung durch schrittweise Verringerung der Dosis zu beenden. Wie das geht, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Macht Cortison schlaflos?

Bei dem Prednison-Präparat Lodotra, einer Tablette mit verzögerter Wirkstofffreisetzung, ist Schlaflosigkeit laut Fachinformation häufig. Schlafstörungen treten laut Fachinformation unter Lodotra häufiger auf als unter herkömmlichen, morgens eingenommenen Darreichungsformen. Bessert sich eine Schlaflosigkeit nicht, kann laut Fachinformation ein Wechsel zu einer herkömmlichen Darreichungsform mit sofortiger Wirkstofffreisetzung ratsam sein. Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Für weitere Glucocorticoide zeigt die Tabelle, wie ihre Produktinformation Schlafstörungen einstuft.

Was kann ich tun, wenn mein Medikament den Schlaf stört?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Notieren Sie, seit wann Sie das Mittel einnehmen und wie Sie schlafen. Ein Schlaftagebuch kann laut IQWiG helfen, Zusammenhänge zu erkennen. In der Praxis wird unter anderem gefragt, welche Medikamente Sie anwenden. Bevor Sie ein Schlafmittel einnehmen, auch ein rezeptfreies, fragen Sie in der Arztpraxis oder Apotheke nach.

Kann Montelukast Albträume auslösen?

Ja. Die Packungsbeilage von Montelukast nennt als gelegentliche Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen unter anderem abnormale Träume einschließlich Albträumen, Schlaflosigkeit und Schlafwandeln. Seit einem europäischen Verfahren aus dem Jahr 2019 enthält die Fachinformation einen eigenen Warnhinweis zu neuropsychiatrischen Ereignissen. Wenn Sie oder Ihr Kind solche Beschwerden entwickeln, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wann brauche ich bei Schlafstörungen durch Medikamente sofort ärztliche Hilfe?

Zum Beispiel bei Schlafwandeln oder Handlungen im Schlaf ohne vollständiges Wachsein unter Zopiclon oder Zolpidem, bei Wirkungen entgegen der erwarteten Beruhigung (paradoxen Reaktionen) unter Lorazepam und bei Beschwerden nach dem plötzlichen Absetzen von Zolpidem wie Angst, Verwirrtheit, schnellem Herzschlag oder Krampfanfällen. Bei Gedanken an Selbsttötung holen Sie sofort Hilfe. In lebensbedrohlichen Fällen, etwa bei Bewusstlosigkeit, rufen Sie den Notruf 112.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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