MedikamenteWirkstoff
Levocetirizin: Nebenwirkungen und Wirkung
Levocetirizin ist ein rezeptfreies Antihistaminikum zur Behandlung von Beschwerden bei Heuschnupfen, ganzjährigen Allergien und chronischer Nesselsucht. Die Filmtabletten sind für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren bestimmt. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, treten Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schläfrigkeit auf. Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion beenden Sie die Einnahme und informieren Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Levocetirizin eingesetzt?
Levocetirizin gehört zu den Antihistaminika und dient zur Behandlung von Allergien [1, 3]. Laut Packungsbeilage wird es bei Beschwerden durch Heuschnupfen, durch ganzjährige Allergien wie Hausstaub- oder Haustierallergien und durch chronische Nesselsucht angewendet [1]. Die Fachinformation nennt die Linderung von Nasen- und Augenbeschwerden bei saisonalem und ganzjährigem allergischem Schnupfen (allergische Rhinitis) und die Linderung der Beschwerden bei chronischer idiopathischer Urtikaria [2].
Die Filmtabletten sind apothekenpflichtig, also ohne Rezept in der Apotheke erhältlich, und für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren bestimmt [1, 2]. Was "apothekenpflichtig" bedeutet, erklärt der Ratgeber Rezeptfrei und apothekenpflichtig; mehr über allergische Erkrankungen lesen Sie auf der Seite Allergie.
Wie wirkt Levocetirizin?
Laut Fachinformation ist Levocetirizin die R-Form (das R-Enantiomer) des Antihistaminikums Cetirizin und hemmt wirksam und selektiv die peripheren H1-Rezeptoren [2]. Antihistaminika hemmen laut Embryotox die Wirkung von Histamin an den Histamin-Rezeptoren [3]. An menschliche H1-Rezeptoren bindet Levocetirizin doppelt so stark wie Cetirizin; in Studien an Gesunden hatte es in halber Dosis eine mit Cetirizin vergleichbare Wirkung auf Haut und Nase [2].
In Studien mit einer Allergenkammer setzte die Wirkung auf durch Pollen ausgelöste Beschwerden 1 Stunde nach der Einnahme ein. In einer Vergleichsstudie war die Hemmung von Hautrötung und Quaddeln durch Histamin in den ersten 12 Stunden am ausgeprägtesten und hielt 24 Stunden an [2]. Die höchste Konzentration im Blut wird bei Erwachsenen nach 0,9 Stunden erreicht, die Halbwertszeit beträgt 7,9 ± 1,9 Stunden; durchschnittlich 85,4 Prozent der Dosis verlassen den Körper über die Nieren [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, die Packungsbeilage und Fachinformation einer Häufigkeitsklasse zuordnen. "Häufig" heißt: bei bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Die nach der Markteinführung beobachteten Nebenwirkungen stehen in der Gruppe "nicht bekannt" [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation trat in klinischen Studien bei 15,1 Prozent der Erwachsenen und Jugendlichen unter Levocetirizin mindestens eine Nebenwirkung auf, unter Placebo bei 11,3 Prozent; 91,6 Prozent dieser Nebenwirkungen waren leicht bis mäßig ausgeprägt. Dämpfende Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit traten insgesamt bei 8,1 Prozent auf, unter Placebo bei 3,1 Prozent [2].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenAbgeschlagenheit[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
- Magen und DarmBauchschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen, auch Anaphylaxie[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Stoffwechsel und ErnährungGesteigerter Appetit[1, 2]
- PsycheAggressives oder erregtes Verhalten[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und ReizbarkeitUnruhe und Nervosität
- PsycheSehen oder Hören von Dingen, die nicht wirklich da sind (Halluzination)[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- PsycheDepression, Schlaflosigkeit, Albträume[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungSchlafstörungenAlbträume
- PsycheHäufige Gedanken an Selbsttötung oder Beschäftigung damit (Suizidgedanken)[1, 2]
- NervensystemKrampfanfälle (Konvulsion), Kribbeln (Parästhesie), Schwindelgefühl, plötzlicher Bewusstseinsverlust (Synkope), Zittern, gestörtes Geschmacksempfinden[1, 2]Mehr dazu: KrampfanfälleKribbeln und TaubheitsgefühlSchwindelZitternGeschmacksstörungen
- Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- AugenSehstörungen, verschwommenes Sehen, unkontrollierbare kreisende Bewegungen der Augen (Okulogyration)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzHerzklopfen bzw. Herzrasen (Palpitationen), beschleunigter Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- AtemwegeKurzatmigkeit (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen, Durchfall[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenDurchfall
- Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis), abnorme Leberfunktionswerte[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Nieren und HarnwegeErschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen (Dysurie), unvollständige Blasenentleerung (Harnverhalt)[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- HautRote Flecken, die bei jeder Einnahme an derselben Stelle der Haut oder Schleimhaut wieder auftreten (fixes Arzneimittelexanthem)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- HautJuckreiz (Pruritus), Hautausschlag, Nesselsucht (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: JuckreizHautausschlagNesselsucht
- HautAngioneurotisches Ödem[2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- HautStarker Juckreiz (Pruritus) nach dem Absetzen[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen, Gelenkschmerzen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenGelenkschmerzen
- Allgemeine BeschwerdenSchwellung durch Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (Ödem)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Eine Überempfindlichkeitsreaktion kann laut Packungsbeilage zu einem plötzlichen Blutdruckabfall führen, der in einen Kollaps oder Schock übergehen und tödlich sein kann [1]. Allgemeine Anzeichen einer Arzneimittelallergie beschreibt die Seite Arzneimittelallergie.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Müdigkeit und Schläfrigkeit: Müdigkeit, Schläfrigkeit und Benommenheit sind häufig [1, 2]. Seien Sie beim Fahren und beim Bedienen von Maschinen vorsichtig, bis Sie wissen, wie Levocetirizin bei Ihnen wirkt. In besonderen Untersuchungen wurde bei gesunden Testpersonen unter der empfohlenen Dosis keine Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen und Fahrtüchtigkeit festgestellt [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Mundtrockenheit und Kopfschmerzen: Mundtrockenheit und Kopfschmerzen gehören ebenfalls zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].
Juckreiz nach dem Absetzen: In seltenen Fällen kann nach dem Beenden der Einnahme starker Juckreiz auftreten, auch wenn er vor der Behandlung nicht bestand. Er kann von selbst verschwinden; in einigen Fällen kann er so stark sein, dass die Behandlung wieder aufgenommen werden muss, wonach er verschwinden sollte [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle anderen Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Vorsicht ist geboten bei Alkohol und anderen Mitteln, die das Gehirn beeinflussen [1]. Laut Fachinformation wurden mit Levocetirizin selbst keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt; Studien mit Cetirizin zeigten keine klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen mit Antipyrin, Azithromycin, Cimetidin, Diazepam, Erythromycin, Glipizid, Ketoconazol und Pseudoephedrin [2]. Allgemeines lesen Sie im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Alkohol oder andere Mittel, die das Gehirn beeinflussen (laut Fachinformation zentral dämpfende Mittel) | Bei empfindlichen Menschen zusätzliche Verringerung der Wachsamkeit und Beeinträchtigung der Leistung[1, 2] | Vorsicht ist geboten |
| Ritonavir | Laut Fachinformation erhöhte Ritonavir in einer Studie die Menge von Cetirizin (dem Racemat von Levocetirizin) im Körper um etwa 40 Prozent[2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle Arzneimittel informieren |
| Theophyllin | Laut Fachinformation nahm in einer Studie die Ausscheidung von Cetirizin leicht ab (16 Prozent); die Verfügbarkeit von Theophyllin änderte sich nicht[2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle Arzneimittel informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Levocetirizin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Levocetirizin darf nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen Levocetirizin, Cetirizin, Hydroxyzin oder einen der sonstigen Bestandteile und bei einer schweren Nierenerkrankung mit Dialysepflicht [1, 2]. Laut Packungsbeilage dürfen auch Menschen mit stark eingeschränkter Nierenfunktion Levocetirizin nicht einnehmen [1]. Bei möglicher unvollständiger Blasenentleerung, bei Epilepsie oder Krampfrisiko und vor einem geplanten Allergietest fragen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Levocetirizin, Cetirizin, Hydroxyzin oder einen der sonstigen Bestandteile; laut Fachinformation auch gegen andere Piperazinderivate[1, 2]
- Schwere Nierenerkrankung mit Dialysepflicht; laut Packungsbeilage auch stark eingeschränkte Nierenfunktion. Die Fachinformation nennt als Gegenanzeige eine Nierenerkrankung im Endstadium mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) unter 15 ml/min und Dialysepflicht[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Mögliche unvollständige Blasenentleerung, etwa bei einer Rückenmarksverletzung oder einer vergrößerten Prostata; laut Fachinformation kann das Risiko eines Harnverhalts steigen[1, 2]
- Epilepsie oder Krampfrisiko: Levocetirizin könnte Krampfanfälle verstärken[1, 2]
- Geplanter Allergietest: Fragen Sie, ob Sie die Einnahme mehrere Tage vorher unterbrechen sollen; laut Fachinformation ist vor Hauttests eine Auswaschphase von 3 Tagen erforderlich[1, 2]
- Eingeschränkte Nierenfunktion: Gegebenenfalls ist eine geringere Dosis nötig, die die Ärztin oder der Arzt festlegt; laut Fachinformation werden dafür die Abstände zwischen den Einnahmen je nach Nierenfunktion individuell eingestellt[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1, 2]
- Kinder unter 6 Jahren: Die Filmtabletten werden nicht empfohlen, weil damit keine Dosisanpassung möglich ist; laut Fachinformation wird für Kinder von 2 bis 6 Jahren eine Darreichungsform für Kinder empfohlen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3]. Für Schwangerschaft und Stillzeit enthält die Packungsbeilage nur den Rat, vorher ärztlich oder in der Apotheke nachzufragen [1]; die genaueren Angaben stammen aus der Fachinformation und von Embryotox, das Levocetirizin als Medikament der Wahl einstuft [2, 3]. Allgemeine Hinweise geben die Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
Die Packungsbeilage rät, in der Schwangerschaft vor der Einnahme Ärztin, Arzt oder Apotheke um Rat zu fragen. Laut Fachinformation gibt es für Levocetirizin keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge); weitreichende Erfahrungen mit mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen unter Cetirizin, dem Racemat von Levocetirizin, deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine Schädigung des Kindes hin. Falls notwendig, kann eine Anwendung in der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden.[1, 2]
Embryotox stuft Levocetirizin als Medikament der Wahl ein, hält aber dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Als aktives Enantiomer des Cetirizins kann es laut Embryotox wie Cetirizin bewertet werden: Größere systematische Studien zur Anwendung von Levocetirizin im ersten Schwangerschaftsdrittel liegen nicht vor, die umfangreichen Erfahrungen mit Cetirizin geben keinen Hinweis auf spezifische fehlbildende Wirkungen. Embryotox hält die Anwendung für akzeptabel und nennt Cetirizin als besser geeignete Alternative. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Fachinformation geht Cetirizin in die Muttermilch über, ein Übergang von Levocetirizin ist daher wahrscheinlich. Nebenwirkungen können bei gestillten Kindern auftreten; bei der Verschreibung für stillende Mütter ist deshalb Vorsicht geboten. Die Packungsbeilage rät, vor der Einnahme Ärztin, Arzt oder Apotheke um Rat zu fragen.[1, 2]
Laut Embryotox kann unter Levocetirizin gestillt werden; klinische Studien zur Stillzeit liegen nicht vor, Levocetirizin kann ähnlich bewertet werden wie Cetirizin.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Vorsicht ist geboten, wenn Sie Levocetirizin zusammen mit Alkohol einnehmen: Bei empfindlichen Menschen kann das die Wachsamkeit zusätzlich verringern und die Leistung beeinträchtigen.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Bei einigen Menschen können Schläfrigkeit oder Benommenheit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit auftreten. Seien Sie beim Fahren und beim Bedienen von Maschinen vorsichtig, bis Sie wissen, wie Levocetirizin bei Ihnen wirkt. In besonderen Untersuchungen wurde bei gesunden Testpersonen unter der empfohlenen Dosis keine Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen und Fahrtüchtigkeit festgestellt.[1, 2]
Einnahme
Die Filmtablette unzerkaut mit Wasser einnehmen, zu oder unabhängig von den Mahlzeiten; laut Fachinformation wird empfohlen, die Tagesdosis auf einmal einzunehmen.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen, sondern die nächste Dosis zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt.[1]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren: empfohlen ist 1 Filmtablette (5 mg) täglich. Für Kinder unter 6 Jahren werden die Filmtabletten nicht empfohlen. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion und bei schwerer dialysepflichtiger Nierenerkrankung dürfen Sie Levocetirizin nicht einnehmen.[1, 2]
Wie lange Sie Levocetirizin einnehmen, richtet sich nach Art, Dauer und Verlauf Ihrer Beschwerden, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Fühlen Sie sich nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Absetzen
Das Beenden der Behandlung sollte keine schädlichen Auswirkungen haben. In seltenen Fällen kann nach dem Absetzen starker Juckreiz auftreten, auch wenn er vor der Behandlung nicht bestand; er kann von selbst verschwinden, in einigen Fällen aber so stark sein, dass die Behandlung wieder aufgenommen werden muss, wonach er verschwinden sollte.[1, 2]
Überdosierung
Bei einer Überdosierung kann bei Erwachsenen Schläfrigkeit auftreten, bei Kindern zunächst Erregung und Ruhelosigkeit, danach Schläfrigkeit. Benachrichtigen Sie bei Verdacht Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation gibt es kein bekanntes spezifisches Gegenmittel, und Levocetirizin wird durch eine Blutwäsche (Hämodialyse) nicht wirksam entfernt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt eine Tagesdosis für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren und beschreibt, wann bei eingeschränkter Nierenfunktion, auch zusammen mit einer eingeschränkten Leberfunktion, eine geringere Dosis infrage kommt, die die Ärztin oder der Arzt festlegt [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; nehmen Sie Levocetirizin immer so ein, wie es in der Packungsbeilage steht oder wie Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihre Apotheke es Ihnen gesagt hat [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Filmtablette unzerkaut mit Wasser ein, zu oder unabhängig von den Mahlzeiten; laut Fachinformation wird empfohlen, die Tagesdosis auf einmal einzunehmen [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge, sondern die nächste Dosis zum vorgesehenen Zeitpunkt [1]. Wie lange Sie Levocetirizin einnehmen, richtet sich nach Art, Dauer und Verlauf Ihrer Beschwerden; fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].
Das Beenden der Behandlung sollte keine schädlichen Auswirkungen haben; in seltenen Fällen kann danach jedoch starker Juckreiz auftreten [1]. Bei Verdacht auf eine Überdosierung benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Levocetirizin
Levocetirizin ist von mehreren Herstellern als Filmtabletten erhältlich. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Levocetirizin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten [1, 2]. Für Kinder von 2 bis 6 Jahren empfiehlt die Fachinformation eine Darreichungsform von Levocetirizin für Kinder, weil mit den Filmtabletten keine geeignete Dosisanpassung möglich ist [2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Levocetirizin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten | ratiopharm GmbH | Filmtabletten für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren, apothekenpflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Levoceti-AbZ 5 mg Filmtabletten | AbZ-Pharma GmbH | Filmtabletten, apothekenpflichtig |
| Levocetirizin STADA 5 mg Filmtabletten | STADA Consumer Health Deutschland GmbH | Filmtabletten, rezeptfrei in der Apotheke |
| Levocetirizin HEXAL bei Allergien 5 mg Filmtabletten | HEXAL AG | Filmtabletten |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levocetirizin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten (Versionscode Z11). ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Levocetirizin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten (Version 4). ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Levocetirizin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Macht Levocetirizin müde?
Müdigkeit sowie Schläfrigkeit oder Benommenheit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen und können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; Abgeschlagenheit ist gelegentlich. Laut Fachinformation traten solche dämpfenden Nebenwirkungen in Studien mit Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren unter Levocetirizin bei 8,1 Prozent der Behandelten auf, unter Placebo bei 3,1 Prozent. Seien Sie beim Fahren und beim Bedienen von Maschinen vorsichtig, bis Sie wissen, wie Levocetirizin bei Ihnen wirkt.
Darf ich Levocetirizin mit Alkohol nehmen?
Laut Packungsbeilage ist Vorsicht geboten: Bei empfindlichen Menschen kann die gleichzeitige Einnahme von Levocetirizin und Alkohol oder anderen Mitteln, die das Gehirn beeinflussen, die Wachsamkeit zusätzlich verringern und die Leistung beeinträchtigen. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Wie viel Levocetirizin darf ich am Tag nehmen?
Die empfohlene Dosis für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren beträgt laut Packungsbeilage 1 Filmtablette täglich. Für Kinder unter 6 Jahren werden die Filmtabletten nicht empfohlen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion legt die Ärztin oder der Arzt gegebenenfalls eine geringere Dosis fest; bei stark eingeschränkter Nierenfunktion und schwerer dialysepflichtiger Nierenerkrankung darf Levocetirizin nicht eingenommen werden.
Was ist der Unterschied zwischen Levocetirizin und Cetirizin?
Laut Fachinformation ist Levocetirizin die R-Form (das R-Enantiomer) von Cetirizin. Es bindet doppelt so stark an menschliche H1-Rezeptoren wie Cetirizin, und in Studien an Gesunden hatte Levocetirizin in halber Dosis eine mit Cetirizin vergleichbare Wirkung auf Haut und Nase. Embryotox bezeichnet Levocetirizin als das aktive Enantiomer des Cetirizins.
Warum juckt die Haut, nachdem ich Levocetirizin abgesetzt habe?
Laut Packungsbeilage kann nach dem Beenden der Einnahme in seltenen Fällen starker Juckreiz auftreten, auch wenn er vor der Behandlung nicht bestand. Er kann von selbst verschwinden, kann aber in einigen Fällen so stark sein, dass die Behandlung wieder aufgenommen werden muss; danach sollte er verschwinden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Levocetirizin in Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
Die Packungsbeilage rät, vorher Ärztin, Arzt oder Apotheke um Rat zu fragen. Laut Fachinformation kann eine Anwendung in der Schwangerschaft, falls notwendig, in Betracht gezogen werden; in der Stillzeit ist Vorsicht geboten, weil ein Übergang in die Muttermilch wahrscheinlich ist. Embryotox stuft Levocetirizin als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig; die Anwendung in der Schwangerschaft bewertet Embryotox als akzeptabel und nennt Cetirizin als besser geeignete Alternative. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Stillen ist laut Embryotox unter Levocetirizin möglich.
Kann Levocetirizin Probleme beim Wasserlassen machen?
Erschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen und eine unvollständige Blasenentleerung sind als Nebenwirkungen beschrieben; ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. Wenn Sie Ihre Blase möglicherweise nicht vollständig entleeren können, etwa bei einer Rückenmarksverletzung oder einer vergrößerten Prostata, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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