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Dihydrocodein: Nebenwirkungen und Wirkung

Dihydrocodein, ein natürliches Opium-Alkaloid, ist ein verschreibungspflichtiger Hustenstiller. Es wird kurzzeitig gegen Reizhusten ohne Auswurf eingesetzt, bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 4 Jahren. Sehr häufig sind Übelkeit bis zum Erbrechen, Verstopfung und Magen-Darm-Beschwerden. Bei Verdacht auf eine Überdosierung, etwa mit extremer Schläfrigkeit und einem extrem eingeschränkten Atemantrieb, verständigen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt.

Mann in den Vierzigern sitzt am Abend mit einem warmen Schal im ruhigen Wohnzimmer auf dem Sofa und hält eine Tasse Kräutertee
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Übelkeit bis zum Erbrechen (insbesondere zu Beginn der Behandlung), Verstopfung (Obstipation), Magen-Darm-Beschwerden[1]
  • Häufig: Leichte Kopfschmerzen, leichte Schläfrigkeit, Schwindelgefühl, leichte Benommenheit (Somnolenz)[1]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Dihydrocodein eingesetzt?

Dihydrocodein gehört zu den Husten- und Bronchitismitteln, genauer zur Wirkstoffgruppe der Hustenstiller [1]. Es ist zur Kurzzeitanwendung bestimmt und wird bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 4 Jahren zur symptomatischen Behandlung von Reizhusten angewendet, also von Husten ohne Auswurf [1].

Dihydrocodein ist ein schmerzstillendes, natürliches Opium-Alkaloid [1]. Rechtlich steht es in der Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes; Zubereitungen mit bis zu 2,5 Prozent Dihydrocodein oder bis zu 100 mg je abgeteilter Form, die keinen weiteren betäubungsmittelrechtlich erfassten Stoff enthalten, sind davon ausgenommen und verschreibungspflichtig [3, 4]. Werden sie für betäubungsmittel- oder alkoholabhängige Menschen verschrieben, gelten jedoch die Vorschriften über das Verschreiben und die Abgabe von Betäubungsmitteln [3]. Mehr zur Wirkstoffgruppe lesen Sie auf der Seite Opioide.

Wie wirkt Dihydrocodein?

Laut der Fachinformation von Paracodin N-Tropfen sind Dihydrocodein und seine Salze Phenanthren-Alkaloide mit opiatagonistischen Eigenschaften: Sie wirken hustenstillend und zentral schmerzstillend, beides abhängig von der Dosis. Die Wirkungen kommen teilweise über das Abbauprodukt Dihydromorphin zustande [2]. Mit anderen Opioiden besteht eine Kreuztoleranz, das heißt, bei verwandten Substanzen kann die Wirkung ebenfalls nachlassen [1].

Nach dem Einnehmen wird Dihydrocodein laut dieser Fachinformation rasch zu etwa 90 Prozent aufgenommen; wegen eines ausgeprägten Abbaus bei der ersten Leberpassage liegt die relative Bioverfügbarkeit nur bei 21 Prozent. Die Halbwertszeit liegt bei gesunden Erwachsenen zwischen 3,3 und 5,8 Stunden [2]. Bei älteren Menschen, stark eingeschränkter Nierenfunktion und Dialyse wird Dihydrocodein langsamer ausgeschieden [1]. Laut Packungsbeilage ist Dihydrocodein mit Codein strukturverwandt [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit nennt. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bei bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100, "selten" bei bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bei bis zu 1 von 10.000 [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Ohne Häufigkeitsangabe nennt die Packungsbeilage weitere Wirkungen: Bei höheren Dosen oder besonders empfindlichen Menschen können die Fähigkeit, Gegenstände mit den Augen zu fixieren, und die Sehleistung verschlechtert sein. Besonders bei hohen Einzeldosen kann die Spannung der glatten Muskulatur, etwa von Darm und Harnblase, zunehmen. Bei hohen therapeutischen Dosen und bei Vergiftungen können Ohnmachtsanfälle und Blutdruckabfall auftreten; bei vorbestehenden Lungenfunktionsstörungen muss mit einer Wasseransammlung in der Lunge gerechnet werden [1]. Zur Abhängigkeit siehe den Abschnitt zu Gegenanzeigen.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmÜbelkeit bis zum Erbrechen (insbesondere zu Beginn der Behandlung), Verstopfung (Obstipation), Magen-Darm-Beschwerden[1]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenVerstopfung

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • PsycheKrankhafte Hochstimmung (Euphorie)[1]
  • AugenFunktionsstörungen der Augen, zum Beispiel enge Pupillen (Miosis) und Gesichtsfeldausfall (Skotom)[1]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzKreislaufversagen[1]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Besonders bei älteren Menschen, bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei Störungen der Atemfunktion sollte zu Beginn der Behandlung Ihr Ansprechen auf das Medikament kontrolliert werden, um eine relative Überdosierung schnell zu erkennen [1]. Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, ist die Atmung beeinträchtigt, mit Kurzatmigkeit oder einer Störung des Atemantriebs (Atemdepression) [1]. Mehr zur Atemnot als Nebenwirkung lesen Sie auf der eigenen Seite.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Fünfzigern sitzt am Abend ruhig an einem Küchentisch und schaut aus dem Fenster
Bild: KI-generiert

Übelkeit und Verstopfung: Übelkeit bis zum Erbrechen, besonders zu Beginn der Behandlung, Verstopfung und Magen-Darm-Beschwerden gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen [1]. Haben Sie bereits eine chronische Verstopfung, sollten Sie Dihydrocodein laut Packungsbeilage nur mit besonderer Vorsicht und unter ärztlicher Kontrolle einnehmen [1]. Beeinträchtigt Sie eine Nebenwirkung erheblich, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].

Schläfrigkeit und Reaktionsvermögen: Leichte Schläfrigkeit, Schwindelgefühl und leichte Benommenheit sind häufig [1]. Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch so verändert sein, dass die Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sind, verstärkt zusammen mit Alkohol [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren; welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle anderen Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen; die Angaben können auch für vor Kurzem angewandte Mittel gelten [1]. Beruhigungs- und Schlafmittel, Psychopharmaka, Mittel gegen Allergien und blutdrucksenkende Mittel können die dämpfende und atemhemmende Wirkung verstärken; bestimmte Mittel gegen Depressionen wie Amitriptylin können die Beeinträchtigung der Atmung verstärken [1]. Nach einer Behandlung mit MAO-Hemmern dürfen Sie Dihydrocodein erst nach zwei Wochen anwenden [1]. Während der Anwendung dürfen Sie keinen Alkohol trinken; allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Wechselwirkungen von Dihydrocodein
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Beruhigungs- und Schlafmittel, Psychopharmaka (Phenothiazine wie Chlorpromazin, Thioridazin, Perphenazin), andere zentral dämpfende Arzneimittel, Mittel gegen Allergien (Antihistaminika wie Promethazin, Meclozin) und blutdrucksenkende MittelDie dämpfende und atemhemmende Wirkung kann sich verstärken, zum Beispiel Müdigkeit und Benommenheit[1]Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle Arzneimittel informieren
Trizyklische Antidepressiva wie Imipramin, Amitriptylin und OpipramolDie durch Dihydrocodein bedingte Beeinträchtigung der Atmung kann verstärkt werden[1]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
MAO-Hemmer wie Tranylcypromin (Mittel gegen Depressionen)Verstärkung der zentralnervösen Wirkungen und andere Nebenwirkungen in nicht vorhersehbarem Ausmaß[1]Dihydrocodein erst zwei Wochen nach dem Ende einer Behandlung mit MAO-Hemmern anwenden
SchmerzmittelIhre Wirkung wird verstärkt[1]Ärztin oder Arzt informieren
Bestimmte stark wirksame Schmerzmittel wie Buprenorphin oder Pentazocin (partielle Opioidagonisten/-antagonisten)Die Wirkung von Dihydrocodein kann abgeschwächt werden[1]Ärztin oder Arzt informieren
Cimetidin und andere Arzneimittel, die den Leberstoffwechsel beeinflussen (zum Beispiel mit Chinidin oder Fluoxetin)Die Wirkung von Dihydrocodein kann verstärkt werden[1]Ärztin oder Arzt informieren
AlkoholVermindert zusammen mit Dihydrocodein die Fähigkeit zur Lösung komplexer Aufgaben und das Konzentrationsvermögen stärker als die Einzelstoffe[1]Während der Anwendung keinen Alkohol trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Dihydrocodein nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Dihydrocodein darf unter anderem nicht eingenommen werden bei Asthma bronchiale oder einem akuten Asthmaanfall, bei Atemschwäche oder Atemhemmung, bei chronischem Husten als möglichem Warnzeichen für ein beginnendes Asthma, kurz vor der Geburt, in der Stillzeit und von Kindern unter 4 Jahren [1]. Bei Abhängigkeit von Opioiden, Bewusstseinsstörungen, gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern, chronischer Verstopfung, Störungen des Atemzentrums oder der Atemfunktion, Kopfverletzungen oder erhöhtem Hirndruck, eingeschränkter Leberfunktion und Anfallsleiden sollten Sie Dihydrocodein nur mit besonderer Vorsicht (in größeren Einnahmeabständen oder in verminderter Dosis) und unter ärztlicher Kontrolle einnehmen [1].

Dihydrocodein hat ein Abhängigkeitspotenzial. Bei längerem Gebrauch entwickeln sich eine nachlassende Wirksamkeit (Toleranz) sowie seelische und körperliche Abhängigkeit; eine längerfristige Anwendung bei Reizhusten ist deshalb nicht sinnvoll [1]. Mehr dazu auf der Seite Abhängigkeit.

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Dihydrocodein oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Anfallsweise auftretende Atemnot (Asthma bronchiale) oder akuter Asthmaanfall[1]
  • Funktionelle Atemschwäche (Ateminsuffizienz) oder Atemhemmung (Atemdepression)[1]
  • Chronischer Husten, der zum Beispiel ein Warnzeichen für ein beginnendes Asthma bronchiale sein kann; besonders bei Kindern ist darauf zu achten[1]
  • Bewusstlosigkeit (Koma)[1]
  • Kurz bevorstehende Geburt oder festgestellte drohende Frühgeburt[1]
  • Stillzeit[1]
  • Kinder unter 4 Jahren[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Abhängigkeit von Opioiden (Opiatabkömmlingen); bei vorbestehender Opiatabhängigkeit, auch in Rückbildung, ist mit schnellen Rückfällen zu rechnen[1]
  • Bewusstseinsstörungen[1]
  • Gleichzeitige Anwendung bestimmter stimmungsaufhellender Arzneimittel (MAO-Hemmer)[1]
  • Chronische Verstopfung[1]
  • Störungen des Atemzentrums oder der Atemfunktion; Kopfverletzungen oder Zustände mit erhöhtem Hirndruck[1]
  • Eingeschränkte Leberfunktion[1]
  • Vorbestehende Anfallsleiden (Epilepsie)[1]
  • Husten mit erheblicher Schleimbildung: nur in Absprache und auf ärztliche Anweisung mit besonderer Vorsicht, weil das Unterdrücken des Hustens dann unerwünscht ist[1]
  • Entfernte Gallenblase (Cholezystektomie): nur mit Vorsicht, weil durch das Zusammenziehen des Schließmuskels am Gallengang (Sphinkter Oddi) herzinfarktähnliche Beschwerden auftreten und die Beschwerden einer bestehenden Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) verstärkt werden können[1]
  • Abhängigkeitspotenzial: Bei längerem Gebrauch entwickeln sich eine nachlassende Wirksamkeit (Toleranz) sowie seelische und körperliche Abhängigkeit; es besteht Kreuztoleranz zu anderen Opioiden. Eine längerfristige Anwendung bei Reizhusten ist deshalb nicht sinnvoll. Auch Menschen mit Alkohol- oder Beruhigungsmittelabhängigkeit neigen zu Missbrauch und Abhängigkeit[1]
  • Ältere Menschen, eingeschränkte Nierenfunktion, Störungen der Atemfunktion: Zu Beginn der Behandlung sollte das Ansprechen kontrolliert werden, um eine relative Überdosierung schnell zu erkennen; bei gestörter Atemfunktion besteht die Gefahr einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge[1]
  • Hilfsstoffe der Tropfen: Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen; Cineol und Menthol können bei entsprechend sensibilisierten Menschen Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Atemnot auslösen. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Leber- oder Nierenerkrankungen wegen des Benzylalkohols Ärztin, Arzt oder Apotheke um Rat fragen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was die Packungsbeilage sagt [1]. Kurz vor der Geburt, bei drohender Frühgeburt und in der Stillzeit darf Dihydrocodein nicht eingenommen werden [1]. Allgemeine Hinweise geben die Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft, vor allem in den ersten drei Monaten, dürfen Sie Dihydrocodein nur auf ausdrückliche Verordnung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes einnehmen, da unerwünschte Wirkungen auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes nicht ausgeschlossen werden können. Kurz vor der Geburt oder bei festgestellter drohender Frühgeburt dürfen Sie es nicht einnehmen: Dihydrocodein passiert die Plazentaschranke und kann beim Neugeborenen zu Atemstörungen führen; Neugeborene sind gegenüber Opioiden besonders empfindlich.[1]

Bei längerfristiger Einnahme kann sich eine Opioidabhängigkeit des ungeborenen Kindes entwickeln; nach wiederholter Anwendung des strukturverwandten Codeins im letzten Drittel der Schwangerschaft liegen Berichte über Entzugserscheinungen beim Neugeborenen vor. Planen Sie eine Schwangerschaft oder sind Sie schwanger, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um über eine Fortsetzung oder Umstellung der Behandlung zu beraten.[1]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Sie dürfen Dihydrocodein in der Stillzeit nicht einnehmen: Es geht in die Muttermilch über und kann beim Säugling unerwünschte Wirkungen verursachen. Hält die Ärztin oder der Arzt eine Behandlung während der Stillzeit für unbedingt erforderlich, müssen Sie das Stillen während der Behandlung unterbrechen.[1]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Anwendung dürfen Sie keinen Alkohol trinken: Zusammen mit Alkohol vermindert Dihydrocodein die Fähigkeit, komplexe Aufgaben zu lösen, und das Konzentrationsvermögen stärker als jeder Stoff allein.[1]

Autofahren und Maschinen

Dihydrocodein kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, in verstärktem Maß zusammen mit Alkohol oder Medikamenten, die ihrerseits das Reaktionsvermögen beeinträchtigen können.[1]

Einnahme

Die Tropfen sind gebrauchsfertig und können, falls erforderlich, auch vermischt mit Speisen und Getränken eingenommen werden. Die Flasche vor Gebrauch nicht schütteln und zur Entnahme senkrecht mit der Tropföffnung nach unten halten.[1]

Die Behandlung sollte nicht länger als einige Tage dauern; über die Dauer entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen, sondern wie in der Dosierungsanleitung beschrieben fortfahren. Nach Anbruch 3 Monate haltbar.[1]

Absetzen

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]

Überdosierung

Kennzeichen einer Überdosierung ist die extreme Einschränkung des Atemantriebs; die Beschwerden gleichen weitgehend denen einer akuten Morphinvergiftung mit extremer Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit. In der Regel treten zugleich enge Pupillen, Erbrechen, Kopfschmerzen sowie Harn- und Stuhlverhalt auf; vorkommen können Sauerstoffmangel (Zyanose, Hypoxie), kalte Haut, herabgesetzte Muskelspannung und fehlende Reflexe, mitunter ein verlangsamter Herzschlag und Blutdruckabfall, gelegentlich, vor allem bei Kindern, Krämpfe. Bei Verdacht auf eine Überdosierung ist in jedem Fall sofort eine Ärztin oder ein Arzt zu verständigen.[1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt die übliche Dosis der Tropfen nach Altersgruppen, falls die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet, und Hinweise für ältere Menschen und eingeschränkte Nierenfunktion [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Nehmen Sie Dihydrocodein immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1].

Einnahme und Absetzen

Die Tropfen sind gebrauchsfertig und können, falls erforderlich, auch mit Speisen und Getränken vermischt eingenommen werden. Die Flasche vor Gebrauch nicht schütteln und zur Entnahme senkrecht mit der Tropföffnung nach unten halten [1]. Die Behandlung sollte nicht länger als einige Tage dauern; hält der Husten länger als 2 bis 3 Wochen an, muss Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie noch einmal untersuchen [1].

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung ist in jedem Fall sofort eine Ärztin oder ein Arzt zu verständigen; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].

Präparate mit Dihydrocodein

Als Hustenstiller gibt es Dihydrocodein als Tropfen, Sirup und Tabletten. Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Dihydrocodein Aristo 8,3 mg/g Tropfen zum Einnehmen; die Angaben zu Wirkmechanismus und Verweildauer im Körper stammen aus der Fachinformation von Paracodin N-Tropfen [1, 2]. Eigene Seiten haben auf dieser Website auch Codein, Noscapin und Dextromethorphan.

Präparate mit Dihydrocodein
PräparatAnbieterHinweis
Dihydrocodein Aristo 8,3 mg/g Tropfen zum EinnehmenAristo Pharma GmbHfür Kinder ab 4 Jahren, Jugendliche und Erwachsene, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Paracodin N-TropfenTeofarma S.r.l.Tropfen zum Einnehmen
Paracodin N-SirupTeofarma S.r.l.Sirup
Paracodin TablettenTeofarma S.r.l.Tabletten

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dihydrocodein Aristo 8,3 mg/g Tropfen zum Einnehmen, Lösung. Aristo Pharma GmbH. Stand 12/2023. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Paracodin N-Tropfen (Dihydrocodeinthiocyanat). Teofarma S.r.l.. Stand 06/2015. abgerufen am 11.10.2026
  3. Behörde Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Position Dihydrocodein. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Position "Betäubungsmittel, soweit sie Zubereitungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Betäubungsmittelgesetzes sind". Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Ist Dihydrocodein ein Opioid?

Laut Packungsbeilage gehört Dihydrocodein zu den Hustenstillern und ist ein schmerzstillendes, natürliches Opium-Alkaloid; es besteht eine Kreuztoleranz zu anderen Opioiden. Die Fachinformation von Paracodin N-Tropfen beschreibt Dihydrocodein als Alkaloid mit opiatagonistischen Eigenschaften, dessen Wirkungen teilweise über das Abbauprodukt Dihydromorphin zustande kommen. Mehr zur Wirkstoffgruppe lesen Sie auf der Seite Opioide.

Macht Dihydrocodein abhängig?

Dihydrocodein hat laut Packungsbeilage ein Abhängigkeitspotenzial: Bei längerem Gebrauch entwickeln sich eine nachlassende Wirksamkeit sowie seelische und körperliche Abhängigkeit. Eine längerfristige Anwendung bei Reizhusten ist deshalb nicht sinnvoll. Bei einer bestehenden oder zurückliegenden Opiatabhängigkeit ist mit schnellen Rückfällen zu rechnen, und auch Menschen mit Alkohol- oder Beruhigungsmittelabhängigkeit neigen zu Missbrauch und Abhängigkeit.

Ab welchem Alter darf Dihydrocodein angewendet werden?

Die Tropfen, auf die sich diese Seite stützt, sind für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 4 Jahren bestimmt; bei Kindern unter 4 Jahren darf Dihydrocodein nicht angewendet werden. Chronischer Husten kann bei Kindern ein frühes Zeichen von Asthma sein; zur Dämpfung dieses Hustens ist Dihydrocodein nicht geeignet.

Darf ich nach der Einnahme Auto fahren?

Dihydrocodein kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist. Zusammen mit Alkohol oder anderen Medikamenten, die das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, verstärkt sich das. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob und wann Sie fahren können.

Darf ich Dihydrocodein in Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?

In der Schwangerschaft, vor allem in den ersten drei Monaten, dürfen Sie Dihydrocodein nur auf ausdrückliche ärztliche Verordnung einnehmen; kurz vor der Geburt oder bei drohender Frühgeburt gar nicht, weil es beim Neugeborenen zu Atemstörungen führen kann. In der Stillzeit dürfen Sie es nicht einnehmen; hält die Ärztin oder der Arzt eine Behandlung für unbedingt erforderlich, müssen Sie das Stillen unterbrechen.

Wie lange darf ich Dihydrocodein nehmen?

Die Dauer legt die Ärztin oder der Arzt fest; die Behandlung sollte laut Packungsbeilage nicht länger als einige Tage dauern. Hält der Husten länger als 2 bis 3 Wochen an, muss Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie noch einmal untersuchen. Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache.

Ist Dihydrocodein ein Betäubungsmittel?

Dihydrocodein steht in der Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes. Zubereitungen mit bis zu 2,5 Prozent oder bis zu 100 mg Dihydrocodein je abgeteilter Form, die keinen weiteren betäubungsmittelrechtlich erfassten Stoff enthalten, sind davon ausgenommen und verschreibungspflichtig; werden sie für betäubungsmittel- oder alkoholabhängige Menschen verschrieben, gelten jedoch die Vorschriften über das Verschreiben und die Abgabe von Betäubungsmitteln.

Darf ich Dihydrocodein bei Husten mit Schleim nehmen?

Bei Husten mit erheblicher Schleimbildung sollten Sie Dihydrocodein laut Packungsbeilage nur in Absprache und auf ärztliche Anweisung mit besonderer Vorsicht einnehmen, weil es dann unerwünscht ist, den Husten zu unterdrücken. Zugelassen ist es für Reizhusten, also Husten ohne Auswurf.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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