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Mundtrockenheit durch Medikamente

Mundtrockenheit nennen viele Produktinformationen als Nebenwirkung, als sehr häufig zum Beispiel die von Amitriptylin, Sertralin, Solifenacin, Quetiapin und Clonidin, als häufig die von Cetirizin und Tiotropium. Einige davon wirken anticholinerg, etwa Amitriptylin, Solifenacin und Tiotropium. Laut Fachinformation von Tiotropium kann eine solche Mundtrockenheit bei längerer Dauer zu Karies führen. Sprechen Sie einen anhaltend trockenen Mund in der Praxis an und achten Sie auf gründliche Zahnpflege. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Älterer Mann mit weißem Haar sitzt am Esstisch und trinkt einen Schluck Wasser aus einem Glas
Bild: KI-generiert

Ein trockener Mund (Mundtrockenheit) kann eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Laut gesund.bund.de gibt es Medikamente, die direkt auf den Speichelfluss wirken und typischerweise einen trockenen Mund verursachen [13]. Als sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) nennen ihn zum Beispiel die Produktinformationen des Antidepressivums Amitriptylin, des Blasenmittels Solifenacin und des Blutdrucksenkers Clonidin [2, 3, 9]. Speichel ist unter anderem wichtig für das Schlucken und die Verdauung [13]. Laut Fachinformation von Tiotropium kann eine Mundtrockenheit, wie sie unter Anticholinergika beobachtet wurde, bei längerer Dauer zum Auftreten von Karies führen [6].

Welche Medikamente Mundtrockenheit auslösen können

Einige der folgenden Mittel, etwa Amitriptylin, Solifenacin und Tiotropium, haben laut Fachinformation anticholinerge Eigenschaften, das heißt, sie hemmen die Wirkung des Botenstoffs Acetylcholin an bestimmten Rezeptoren (Muskarinrezeptoren) [2, 4, 6]. Jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Blasenmittel: Für Solifenacin nennt die Packungsbeilage Mundtrockenheit als sehr häufig [3]. Laut Fachinformation war sie die am häufigsten beschriebene Nebenwirkung, in der Regel leichten Schweregrades, und führte nur gelegentlich zum Abbruch der Behandlung; die Häufigkeit anticholinerger Nebenwirkungen ist dosisabhängig [4]. Weitere Blasenmittel wie Trospiumchlorid zeigt die Tabelle. Mehr dazu: Prostata-, Blasen- und Potenzmittel und Reizblase und Inkontinenz.
  • Antidepressiva: Die Fachinformation von Amitriptylin stuft Mundtrockenheit als sehr häufig ein [2]. Auch in der Packungsbeilage von Sertralin steht Mundtrockenheit unter den sehr häufigen Nebenwirkungen [8].
  • Antipsychotika: Bei Quetiapin gehört Mundtrockenheit laut Fachinformation zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, die bei mindestens 10 Prozent der Behandelten auftraten [11].
  • Antihistaminika (Allergiemittel): In der Packungsbeilage von Cetirizin ist Mundtrockenheit als häufig eingestuft (bis zu 1 von 10 Behandelten) [10].
  • Blutdrucksenker: Für Clonidin nennt die Packungsbeilage Mundtrockenheit als sehr häufig [9]; auch Moxonidin steht mit dieser Nebenwirkung in der Tabelle.
  • Mittel zum Inhalieren: Bei Tiotropium, einem Mittel gegen COPD, ist ein trockener Mund laut Packungsbeilage häufig und tritt normalerweise in leichter Form auf [5]. Laut Fachinformation waren anticholinerge Effekte wie Mundtrockenheit in klinischen Prüfungen die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen [6]. Mehr dazu: Asthma- und COPD-Medikamente.
  • Opioide und Gabapentinoide: In der Packungsbeilage des starken Schmerzmittels Oxycodon ist Mundtrockenheit als häufig eingestuft [18]. Auch die Fachinformation von Pregabalin nennt Mundtrockenheit als häufig [19]. Mehr dazu: Antiepileptika.
  • Krampflösende Mittel: Bei Butylscopolamin, einem Mittel gegen Krämpfe des Magen-Darm-Trakts, nennt die Packungsbeilage Mundtrockenheit durch Hemmung der Speichelabsonderung als gelegentlich [7].

Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Mundtrockenheit nennt, darunter auch weitere Mittel gegen Epilepsie und Schlafmittel:

Mundtrockenheit als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AmitriptylinSehr häufigMundtrockenheit
AtomoxetinSehr häufigBei Erwachsenen: Übelkeit und Mundtrockenheit
Botulinumtoxin Typ ASehr häufigBei Schiefhals: Schluckstörungen (Dysphagie) und Mundtrockenheit
BupropionSehr häufigTrockener Mund
CitalopramSehr häufigÜbelkeit und Mundtrockenheit
ClonidinSehr häufigMundtrockenheit
DuloxetinSehr häufigMundtrockenheit
LisdexamfetaminSehr häufigMundtrockenheit
MirtazapinSehr häufigTrockener Mund
MoxonidinSehr häufigMundtrockenheit
PromethazinSehr häufigMundtrockenheit und Eindickung von Schleim mit Störungen der Speichelabsonderung
PropiverinSehr häufigMundtrockenheit
QuetiapinSehr häufigMundtrockenheit
SertralinSehr häufigDurchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit
SolifenacinSehr häufigMundtrockenheit
TizanidinSehr häufigMundtrockenheit, Magenverstimmung (Magen-Darm-Störungen)
TrospiumchloridSehr häufigMundtrockenheit
VenlafaxinSehr häufigÜbelkeit, Mundtrockenheit und Verstopfung
AdalimumabHäufigSicca-Syndrom mit trockenen Augen und trockenem Mund
AmisulpridHäufigVerstopfung, Übelkeit, Erbrechen; Mundtrockenheit
AripiprazolHäufigBei Jugendlichen ab 13 Jahren zusätzlich: Oberbauchschmerzen, Trockenheitsgefühl im Mund, erhöhte Herzfrequenz, Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit, Muskelzucken, unkontrollierte Bewegungen der Gliedmaßen und…
BaclofenHäufigWürgen, Erbrechen, Brechreiz, Mundtrockenheit, Durchfall, Verstopfung, Magen-Darm-Störungen
CarbamazepinHäufigAppetitlosigkeit und Mundtrockenheit
CetirizinHäufigDurchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit
ChlortalidonHäufigMundtrockenheit
ClozapinHäufigÜbelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Mundtrockenheit
DesloratadinHäufigMundtrockenheit
DomperidonHäufigTrockener Mund
DoxazosinHäufigBauchschmerzen, Sodbrennen oder Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Mundtrockenheit, Übelkeit
EbastinHäufigMundtrockenheit
EscitalopramHäufigDurchfall, Verstopfung, Erbrechen und Mundtrockenheit
FentanylHäufigDurchfall, Mundtrockenheit, Bauchschmerzen oder Verdauungsstörungen
FluoxetinHäufigVerdauungsstörung, Erbrechen, Mundtrockenheit
GabapentinHäufigErbrechen, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Verstopfung, trockener Mund oder Hals, Blähungen
GuanfacinHäufigMundtrockenheit
HaloperidolHäufigÜbelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit oder vermehrter Speichelfluss
HydromorphonHäufigBauchschmerzen oder Bauchbeschwerden, Mundtrockenheit, Erbrechen
IpratropiumHäufigMundtrockenheit, Übelkeit, Magenverstimmung, Magenbeschwerden; laut Fachinformation auch Störungen der Magen-Darm-Beweglichkeit
LacosamidHäufigErbrechen, trockener Mund, Verstopfung, Verdauungsstörungen, übermäßige Gase im Magen oder Darm, Durchfall
LamotriginHäufigMundtrockenheit
LevocetirizinHäufigMundtrockenheit
Levodopa/CarbidopaHäufigVerstopfung, Durchfall, Verdauungsprobleme, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit
LevomethadonHäufigErbrechen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, gelegentlich bis häufig
LiraglutidHäufigMagen-Darm-Beschwerden wie Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Magenschmerzen, Oberbauchbeschwerden, Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen (Flatulenz), Aufstoßen und Mundtrockenheit
MethylphenidatHäufigTrockener Mund
MiconazolHäufigMundtrockenheit
NivolumabHäufigDarmentzündung (Kolitis); Mundgeschwüre und Fieberbläschen (Stomatitis); trockener Mund
OlanzapinHäufigVerstopfung und Mundtrockenheit
OpipramolHäufigMundtrockenheit und verstopfte Nase, besonders zu Beginn der Behandlung
OxazepamHäufigÜbelkeit, Mundtrockenheit
OxycodonHäufigBauchschmerzen, Durchfall, Mundtrockenheit, Schluckauf und Verdauungsstörungen
ParoxetinHäufigMundtrockenheit
PembrolizumabHäufigEntzündung des Darms (Kolitis), Mundtrockenheit · Sjögren-Syndrom: Das Immunsystem greift die Drüsen an, die Tränen und Speichel bilden
PregabalinHäufigMundtrockenheit, Verstopfung, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit, aufgeblähter Bauch
RisperidonHäufigBauchschmerzen, Bauchbeschwerden, Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörung, Mundtrockenheit, Zahnschmerzen
RizatriptanHäufigÜbelkeit, trockener Mund, Erbrechen, Durchfall und Verdauungsstörungen (Dyspepsie)
TianeptinHäufigMagenschmerzen (Gastralgie), Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen
TiotropiumHäufigTrockener Mund, normalerweise in leichter Form
TopiramatHäufigMundtrockenheit; laut Fachinformation auch Kribbeln im Mund (orale Parästhesie)
TramadolHäufigErbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit
TrastuzumabHäufigTrockener Mund
TrazodonHäufigMundtrockenheit
XipamidHäufigOberbauchbeschwerden, krampfartige Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Mundtrockenheit
ZolmitriptanHäufigÜbelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Mundtrockenheit
ZopiclonHäufigMundtrockenheit
AlfuzosinGelegentlichMundtrockenheit
AmiodaronGelegentlichBauchschmerzen, Völlegefühl, Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit (Anorexie)
AmlodipinGelegentlichMundtrockenheit, Erbrechen
AzithromycinGelegentlichVerstopfung, Blähungen, Verdauungsstörung (Dyspepsie), Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Schluckbeschwerden, geschwollener Bauch, trockener Mund, Aufstoßen, wunde Stellen im Mund, vermehrter Speichel
Beclometason/FormoterolGelegentlichVeränderter oder beeinträchtigter Geschmackssinn (Dysgeusie), Brennen der Lippen, Mundtrockenheit, Schluckbeschwerden (Dysphagie)
BrinzolamidGelegentlichUngewöhnliches oder verringertes Gefühl im Mund und Mundtrockenheit
BuprenorphinGelegentlichMundtrockenheit
ButylscopolaminGelegentlichMundtrockenheit (durch gehemmte Speichelbildung), Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden
ClarithromycinGelegentlichVerstopfung, Mundtrockenheit, Aufstoßen, Blähungen sowie Völlegefühl und Rumpelgeräusch im Magen
ClemastinGelegentlichMundtrockenheit
CodeinGelegentlichMundtrockenheit
DapagliflozinGelegentlichMundtrockenheit
DiazepamGelegentlichMundtrockenheit
DihydrocodeinGelegentlichMundtrockenheit
DimenhydrinatGelegentlichMundtrockenheit
EnalaprilGelegentlichMagenreizungen, Mundtrockenheit, Magengeschwür
EsomeprazolGelegentlichMundtrockenheit
EtoricoxibGelegentlichAufgeblähter Magen oder Darm, veränderte Darmtätigkeit, Mundtrockenheit, Reizdarmsyndrom
EzetimibGelegentlichZusammen mit einem Statin: trockener Mund, Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
FamotidinGelegentlichMundtrockenheit
FebuxostatGelegentlichMundtrockenheit, Bauchschmerzen, Schmerzen im Oberbauch, Blähungen, aufgetriebener Bauch, Sodbrennen (Reflux), Verdauungsstörungen, Verstopfung, häufigerer Stuhlgang, Erbrechen, Magenbeschwerden
FlecainidGelegentlichMundtrockenheit und Geschmacksstörungen
FluconazolGelegentlichVerstopfung, Verdauungsprobleme (Dyspepsie), Blähungen, Mundtrockenheit
KetotifenGelegentlichMundtrockenheit
LetrozolGelegentlichMundtrockenheit
LoperamidGelegentlichMundtrockenheit
MelatoninGelegentlichMundgeschwüre, Mundtrockenheit
MontelukastGelegentlichMundtrockenheit, Verdauungsstörungen (Dyspepsie)
MycophenolsäureGelegentlichAufstoßen, schlechter Atem, Lippengeschwür, Sodbrennen, Zungenverfärbung, trockener Mund, Zahnfleischentzündung und Verschluss der Speicheldrüsen
NifedipinGelegentlichSchmerzen im Magen-Darm-Bereich und Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen, Mundtrockenheit
NitrendipinGelegentlichMagen-Darm-Störungen wie Magenschmerzen, Durchfall, Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Oberbauchbeschwerden (Dyspepsie), Verstopfung und Schleimhautentzündung von Magen und Dünndarm (Gastroenteritis)
PaliperidonGelegentlichBauchbeschwerden, Magen- oder Darminfektion, Schluckbeschwerden, Mundtrockenheit, übermäßige Blähungen
PantoprazolGelegentlichVerstopfung, Mundtrockenheit
PridinolGelegentlichÜbelkeit, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit
PropranololGelegentlichMundtrockenheit
RamiprilGelegentlichVerstopfung oder Mundtrockenheit
RanolazinGelegentlichBauchschmerzen und Magenbeschwerden, Verdauungsstörung (Dyspepsie), Mundtrockenheit, Abgehen von Darmwinden (Flatulenz)
RivaroxabanGelegentlichMundtrockenheit
SildenafilGelegentlichErbrechen, Schmerzen im Oberbauch, Refluxkrankheit (gastroösophageale Refluxerkrankung) mit Beschwerden wie Sodbrennen, trockener Mund
SilodosinGelegentlichMundtrockenheit
SitagliptinGelegentlichBei Einnahme zusammen mit Insulin (mit oder ohne Metformin): trockener Mund
SpironolactonGelegentlichMundtrockenheit, Magen-Darm-Beschwerden wie Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Magen-Darm-Krämpfe
TorasemidGelegentlichMundtrockenheit
UrapidilGelegentlichErbrechen, Durchfall, Mundtrockenheit
AtenololSeltenMundtrockenheit
BenzydaminSeltenMundbrennen und Mundtrockenheit
BiperidenSeltenMundtrockenheit
BromazepamSeltenÜbelkeit, Durchfall, Mundtrockenheit
CarvedilolSeltenMundtrockenheit
DimetindenSeltenTropfen: Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, trockener Mund, trockener Rachen
DorzolamidSeltenTrockener Mund
FormoterolSeltenTrockener Mund
IndapamidSeltenMundtrockenheit
LisinoprilSeltenMundtrockenheit
MetoprololSeltenMundtrockenheit
OmeprazolSeltenMundtrockenheit
TelmisartanSeltenMundtrockenheit, Magenbeschwerden, Geschmacksstörung (Dysgeusie)
TimololSeltenVerdauungsstörung, Bauchschmerzen und Mundtrockenheit
LoratadinSehr seltenÜbelkeit, Mundtrockenheit, Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
MidazolamSehr seltenÜbelkeit, Erbrechen, Schluckauf, Verstopfung, Mundtrockenheit
AlprazolamNicht bekanntDurchfall, Mundtrockenheit, vermehrter Speichelfluss, Schluckbeschwerden (Dysphagie)
DoxepinNicht bekanntMundtrockenheit, Verstopfung
Levodopa/BenserazidNicht bekanntMundtrockenheit
LithiumNicht bekanntÜbermäßige Speichelproduktion, trockener Mund
MorphinNicht bekanntÜbelkeit, Mundtrockenheit (beides dosisabhängig)
TamsulosinNicht bekanntMundtrockenheit
TrimipraminNicht bekanntBesonders zu Beginn der Behandlung: Mundtrockenheit, Verstopfung, Verdauungsstörungen und Übelkeit

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (132 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Mundtrockenheit als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (2 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Mundtrockenheit als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
DapagliflozinVerlust von zu viel Körperflüssigkeit (Dehydratisierung, Volumenmangel); mögliche Anzeichen sind ein sehr trockener oder klebriger Mund, wenig oder kein Urin und schneller Herzschlag; die Fachinformation zählt auch einen zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie) dazuGelegentlich
FurosemidBei übermäßiger Harnausscheidung, insbesondere bei älteren Menschen und Kindern: Kreislaufbeschwerden bis zum Kreislaufkollaps, die sich vor allem als Kopfschmerz, Schwindel, Sehstörungen, Mundtrockenheit und Durst, niedriger Blutdruck und Kreislaufstörungen…Nicht bekannt

Häufigkeiten erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Woran Sie Mundtrockenheit durch ein Medikament erkennen

Die Packungsbeilage von Tiotropium beschreibt es so: Das Arzneimittel kann die normale Speichelproduktion im Mund verringern und dazu führen, dass sich der Mund trocken anfühlt [5]. Ob Mundtrockenheit als Nebenwirkung Ihres Mittels bekannt ist, steht in Abschnitt 4 der Packungsbeilage [3, 5].

Mehrere Mittel zugleich: Werden andere Arzneimittel mit anticholinergen Eigenschaften gleichzeitig angewendet, können sich laut Fachinformation von Solifenacin die Nebenwirkungen verstärken [4]. Auch trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin können laut Fachinformation die Effekte von Anticholinergika auf Augen, zentrales Nervensystem, Darm und Harnblase verstärken [2]. Mit fortgeschrittenem Alter ist laut Fachinformation von Tiotropium eine Zunahme der anticholinergen Effekte möglich [6]. Die Packungsbeilage von Oxycodon weist darauf hin, dass Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit häufiger oder stärker auftreten können, wenn gleichzeitig Arzneimittel angewendet werden, die die Gehirnfunktion beeinträchtigen können oder gegen Allergien, Reisekrankheit oder Erbrechen eingesetzt werden [18]. Mehr dazu: Viele Medikamente gleichzeitig und Medikamente im Alter.

Folgen eines trockenen Mundes: Mundgeruch entsteht laut gesund.bund.de meist durch einen zu geringen Speichelfluss oder Ablagerungen von Speiseresten zwischen den Zähnen; als häufige Ursache für anhaltenden Mundgeruch nennt gesund.bund.de einen trockenen Mund, etwa durch die Einnahme bestimmter Medikamente [12]. Ein sehr trockener Mund macht es laut IQWiG außerdem Krankheitserregern leichter, sich anzusiedeln; das spielt etwa bei Pilzinfektionen der Mundhöhle eine Rolle [14]. Eine solche Pilzinfektion zeigt sich laut IQWiG durch einen weißen Belag im Mund- und Rachenraum; Betroffene haben auch bei guter Mundhygiene ständig ein pelziges Gefühl im Mund, ihr Geschmackssinn verändert sich, und manchmal brennt die Zunge [14]. Verringert sich der Speichelfluss, steigt laut gesund.bund.de auch die Wahrscheinlichkeit für Speichelsteine [13]. Mehr dazu: Mundgeruch, Mundsoor und Zahnschäden.

Durst oder Mundtrockenheit? Ein trockener Mund kann auch ein Zeichen von Flüssigkeitsmangel sein: Schon ein leichter Mangel macht sich laut IQWiG häufig mit Durst, einem trockenen Mund, Kopfschmerzen oder Konzentrationsproblemen bemerkbar [15]. Manche Menschen, oft ältere, verspüren kaum Durst, was dazu führen kann, dass sie zu wenig trinken [15].

Warum Medikamente Mundtrockenheit auslösen können

Anticholinerge Wirkung: Der Botenstoff Acetylcholin wirkt unter anderem über sogenannte Muskarinrezeptoren; laut Fachinformation von Solifenacin bewirkt er an der Harnblase über diese Rezeptoren das Zusammenziehen der Blasenmuskulatur, und Solifenacin hemmt den Muskarinrezeptor vom Subtyp M3 [4]. Aufgrund dieser pharmakologischen Wirkung kann Solifenacin laut Fachinformation anticholinerge Nebenwirkungen hervorrufen, deren Häufigkeit dosisabhängig ist; die am häufigsten beschriebene davon ist Mundtrockenheit [4].

Auch Tiotropium ist laut Fachinformation ein spezifischer Muskarinrezeptor-Antagonist; viele seiner Nebenwirkungen lassen sich auf seine anticholinergen Eigenschaften zurückführen [6]. Amitriptylin hat laut Fachinformation ausgeprägte anticholinerge und dämpfende Eigenschaften [2]. Mundtrockenheit ist dabei eine typische Folge: Die Fachinformation von Tiotropium spricht von einer Mundtrockenheit, "wie sie unter Therapie mit Anticholinergika beobachtet wurde" [6].

Was Sie tun können

Frau um die sechzig mit kurzem grauem Haar putzt sich am Morgen in einem hellen Badezimmer die Zähne
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Manche der genannten Mittel dürfen nicht plötzlich abgesetzt werden: Bei Clonidin kann es laut Packungsbeilage sonst zu einem überschießenden Blutdruckanstieg mit Herzjagen, Unruhe, Nervosität, Zittern, Kopfschmerzen oder Übelkeit kommen; soll es nicht weiter eingenommen werden, ist die Menge stufenweise zu verringern [9]. Bei Amitriptylin entscheidet laut Packungsbeilage die Ärztin oder der Arzt, wann und wie die Behandlung beendet wird, um Beschwerden wie Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schlaflosigkeit oder Reizbarkeit zu vermeiden [1]. Auch Sertralin sollen Sie laut Packungsbeilage nicht beenden, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen sagt; die Dosis wird dann über mehrere Wochen schrittweise verringert [8]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Zähne gründlich pflegen. Weil eine anhaltende Mundtrockenheit zu Karies führen kann, ist laut Packungsbeilage von Tiotropium auf eine gründliche Zahnhygiene zu achten: Spülen Sie den Mund aus und putzen Sie regelmäßig die Zähne [5]. Karies entsteht laut IQWiG meist, wenn Zahnbelag, schlechte Mundhygiene und häufiger Zuckerkonsum zusammenkommen [16]. Mehr dazu: Zahnschäden durch Medikamente.

Speichelfluss anregen und genug trinken. Gegen Mundgeruch nennt gesund.bund.de unter anderem, zuckerfreien Kaugummi zu kauen, um den Speichelfluss anzuregen und das Ansiedeln von Bakterien zu vermeiden, sowie ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, am besten Wasser [12]. Im Zusammenhang mit Speichelsteinen hält gesund.bund.de es für sinnvoll, auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten, damit genug Flüssigkeit für die Speichelproduktion vorhanden ist [13]. Das IQWiG rät, auf das eigene Durstgefühl zu achten und regelmäßiges Trinken in den Tagesablauf einzubauen, etwa zum Essen oder zur Medikamenteneinnahme; bei einer Herz- oder Nierenschwäche kann der Flüssigkeitsbedarf sehr unterschiedlich sein, hierzu berät die Ärztin oder der Arzt [15].

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Bei Solifenacin ist die Häufigkeit anticholinerger Nebenwirkungen laut Fachinformation dosisabhängig, und andere Mittel mit anticholinergen Eigenschaften können die Nebenwirkungen verstärken [4]. Nennen Sie deshalb in der Praxis alle Mittel, die Sie einnehmen, und sprechen Sie an, wenn die Mundtrockenheit Sie belastet.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die dort nicht angegeben sind; Sie können sie auch direkt melden [3]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Ein trockener Mund kann zu den Zeichen einer Überdosierung gehören. Zu den möglichen Beschwerden einer Überdosierung von Solifenacin zählt die Packungsbeilage neben Mundtrockenheit unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, verschwommenes Sehen, Halluzinationen, Übererregbarkeit, Krampfanfälle, Atemnot, Herzrasen, Harnverhalt und erweiterte Pupillen; wurde zu viel eingenommen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [3]. Wurde zu viel Amitriptylin eingenommen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder die Notaufnahme, auch wenn keine Beschwerden erkennbar sind [1].

Für einige der genannten Mittel nennen die Packungsbeilagen außerdem Anzeichen eines akuten Anfalls von grünem Star (Glaukom) als Warnzeichen. Bei Augenschmerzen, verschwommenem Sehen oder Lichthöfen um Lichtquellen in Verbindung mit geröteten Augen unter Tiotropium verlangt die Packungsbeilage, die Behandlung abzubrechen und sofort ärztlichen Rat einzuholen, wenn möglich augenärztlichen [5]. Auch bei Amitriptylin ist bei verschwommenem Sehen, Regenbogensehen und Augenschmerzen laut Packungsbeilage eine sofortige augenärztliche Untersuchung erforderlich; ebenso sollen Sie sofort zur Ärztin oder zum Arzt gehen bei schwerer Verstopfung mit geschwollenem Bauch, Fieber und Erbrechen, weil Teile des Darms gelähmt sein können [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Fehlen dem Körper größere Mengen Wasser, kommt es laut IQWiG zunehmend zu Schwindel, Herzrasen, Krämpfen oder Verwirrtheit [15]. Bei Beschwerden wie ungewöhnlicher Schwäche, Verwirrtheit oder Schwindel ist laut IQWiG rascher (not-)ärztlicher Rat wichtig, vor allem bei Kindern und älteren Menschen [20]. Bewusstlosigkeit, akute und anhaltende Krampfanfälle und Vergiftungen sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [17].

Andere Ursachen

Nicht jeder trockene Mund unter einem Medikament kommt von dessen anticholinerger Wirkung. Wer zu wenig trinkt oder Entwässerungstabletten (Diuretika) einnimmt, kann laut gesund.bund.de insgesamt zu wenig Wasser im Körper haben; dadurch wird weniger Speichel gebildet [13]. Ein leichter Flüssigkeitsmangel zeigt sich laut IQWiG häufig mit Durst und trockenem Mund; wer beim Sport, bei körperlicher Arbeit oder an heißen Tagen viel schwitzt, kann einen höheren Flüssigkeitsbedarf haben [15].

Nachts ist der Speichelfluss laut gesund.bund.de relativ gering; Mundgeruch nach dem Aufwachen ist deshalb normal und verschwindet in der Regel, sobald man die Zähne putzt, Wasser trinkt oder etwas isst [12]. Welche Ursache hinter einem anhaltend trockenen Mund steckt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Solifenacin-ratiopharm® 5 mg/10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Solifenacin-ratiopharm® 5 mg/10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Braltus® 10 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation (Tiotropium). TEVA GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Braltus® 10 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation (Tiotropium). TEVA GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Buscopan® Dragées 10 mg überzogene Tabletten. A. Nattermann & Cie. GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 12.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clonidin-ratiopharm® 150. ratiopharm GmbH. Stand 09/2020. abgerufen am 12.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cetirizin-ratiopharm® bei Allergien 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 12.10.2026
  11. Fachinformation Fachinformation Quetiapin-ratiopharm® Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 12.10.2026
  12. Behörde Mundgeruch. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 25.11.2021. abgerufen am 12.10.2026
  13. Behörde Speichelsteine. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 25.03.2025. abgerufen am 12.10.2026
  14. Pilzinfektion der Mundhöhle (orale Candidose). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 10.06.2026. abgerufen am 12.10.2026
  15. Im Alltag genug trinken: Tipps und Hilfen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.10.2023 (erstellt). abgerufen am 12.10.2026
  16. Karies. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 23.08.2023. abgerufen am 12.10.2026
  17. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  18. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxycodon-HCl-ratiopharm® 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
  19. Fachinformation Fachinformation Pregabalin-ratiopharm® Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
  20. Flüssigkeitsmangel (Dehydration). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.10.2023 (erstellt). abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente verursachen einen trockenen Mund?

Als sehr häufige Nebenwirkung nennen die Produktinformationen Mundtrockenheit zum Beispiel beim Antidepressivum Amitriptylin und bei Sertralin, beim Blasenmittel Solifenacin, beim Antipsychotikum Quetiapin und beim Blutdrucksenker Clonidin. Häufig ist sie unter anderem beim Allergiemittel Cetirizin und beim Inhalationsmittel Tiotropium. Alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation Mundtrockenheit nennt, zeigt die Tabelle auf dieser Seite.

Warum machen manche Medikamente einen trockenen Mund?

Einige der betroffenen Mittel haben anticholinerge Eigenschaften: Sie hemmen die Wirkung des Botenstoffs Acetylcholin an bestimmten Rezeptoren (Muskarinrezeptoren). Auf diese Eigenschaften lassen sich laut Fachinformation von Tiotropium viele seiner Nebenwirkungen zurückführen; Amitriptylin hat laut Fachinformation ausgeprägte anticholinerge Eigenschaften. Laut Packungsbeilage kann Tiotropium die normale Speichelproduktion verringern.

Kann ein trockener Mund den Zähnen schaden?

Ja. Laut Fachinformation von Tiotropium kann eine Mundtrockenheit, wie sie unter Anticholinergika beobachtet wurde, bei längerer Dauer zum Auftreten von Karies führen. Die Packungsbeilage rät deshalb zu gründlicher Zahnhygiene: den Mund ausspülen und regelmäßig die Zähne putzen. Laut IQWiG macht ein sehr trockener Mund es außerdem Krankheitserregern leichter, sich anzusiedeln, etwa Pilzen.

Was kann ich gegen einen trockenen Mund durch Medikamente tun?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Gegen Mundgeruch, zu dem ein trockener Mund führen kann, nennt gesund.bund.de zum Beispiel zuckerfreien Kaugummi, der den Speichelfluss anregt, und ausreichend zu trinken, am besten Wasser. Pflegen Sie Ihre Zähne gründlich, wie es zum Beispiel die Packungsbeilage von Tiotropium empfiehlt. Hält die Mundtrockenheit an, sprechen Sie in der Praxis darüber.

Ist ein trockener Mund durch Blasenmittel normal?

Beim Blasenmittel Solifenacin ist Mundtrockenheit laut Fachinformation die am häufigsten beschriebene Nebenwirkung; die Packungsbeilage stuft sie als sehr häufig ein. Laut Fachinformation war sie in der Regel leichten Schweregrades und führte nur gelegentlich zum Abbruch der Behandlung. Die Häufigkeit solcher anticholinergen Nebenwirkungen ist laut Fachinformation dosisabhängig; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn die Mundtrockenheit Sie belastet.

Wann ist ein trockener Mund ein Warnzeichen?

Wenn er zusammen mit Beschwerden einer Überdosierung auftritt, etwa nach zu viel Solifenacin mit Halluzinationen, Übererregbarkeit, Krampfanfällen, Atemnot, Herzrasen oder Harnverhalt, oder wenn größere Mengen Flüssigkeit fehlen; das IQWiG nennt dann zunehmend Schwindel, Herzrasen, Krämpfe oder Verwirrtheit. Dann brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe, bei Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen über den Notruf 112.

Kann Mundtrockenheit auch andere Ursachen haben?

Ja. Laut IQWiG macht sich schon ein leichter Flüssigkeitsmangel häufig mit Durst und einem trockenen Mund bemerkbar; manche Menschen, oft ältere, verspüren kaum Durst. Auch Entwässerungstabletten können laut gesund.bund.de dazu führen, dass der Körper zu wenig Wasser enthält und weniger Speichel bildet. Nachts ist der Speichelfluss laut gesund.bund.de ohnehin relativ gering.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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