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Sitagliptin: Nebenwirkungen und Wirkung
Sitagliptin ist ein verschreibungspflichtiger DPP-4-Hemmer zur Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen, allein oder zusammen mit anderen Diabetesmitteln. Häufig sind Kopfschmerzen, Infektionen der oberen Atemwege und, je nach Kombination, Unterzuckerungen oder Magen-Darm-Beschwerden. Bei starken, anhaltenden Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können, stoppen Sie die Einnahme und wenden sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Bei Einnahme zusammen mit einem Sulfonylharnstoff und Metformin: zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie)[1, 2]
- Häufig: Zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie), bei Einnahme allein oder zusammen mit anderen blutzuckersenkenden Mitteln wie Metformin[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Infektion der oberen Atemwege[1, 2]
- Häufig: Verstopfte oder laufende Nase und Halsschmerzen (Nasopharyngitis)[1, 2]
- Häufig: Degenerative Gelenkerkrankung (Osteoarthrose)[1, 2]
- Häufig: Schmerzen in den Armen oder Beinen[1, 2]
- Häufig: Bei Einnahme zusammen mit Metformin: Übelkeit, Blähungen und Erbrechen[1, 2]
- Häufig: Bei gleichzeitigem Behandlungsbeginn mit Sitagliptin und Metformin: verschiedene Arten von Magenbeschwerden[1]
- Häufig: Bei Einnahme zusammen mit einem Sulfonylharnstoff und Metformin: Verstopfung[1, 2]
- Häufig: Bei Einnahme zusammen mit Pioglitazon: Blähungen[1, 2]
- Häufig: Bei Einnahme zusammen mit Pioglitazon (mit oder ohne Metformin): Schwellungen an Händen oder Beinen (periphere Ödeme)[1, 2]
- Häufig: Bei Einnahme zusammen mit Insulin (mit oder ohne Metformin): grippeähnliche Beschwerden (Influenza)[1, 2]
Wofür wird Sitagliptin eingesetzt?
Sitagliptin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der DPP-4-Hemmer (Dipeptidyl-Peptidase-4-Inhibitoren); er gehört damit zu den Diabetesmitteln zum Einnehmen [1, 2, 4]. Zugelassen ist Sitagliptin bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, um ergänzend zu Ernährung und Bewegung die Blutzuckerkontrolle zu verbessern [1, 2].
Allein wird es laut Fachinformation eingesetzt, wenn Ernährung und Bewegung nicht ausreichen und Metformin wegen Gegenanzeigen oder Unverträglichkeit nicht infrage kommt. Zusammen mit anderen Mitteln wird es gegeben, wenn diese allein den Blutzucker nicht ausreichend senken: mit Metformin, mit einem Sulfonylharnstoff wie Glimepirid, wenn Metformin wegen Gegenanzeigen oder Unverträglichkeit nicht geeignet ist, oder mit einem Glitazon wie Pioglitazon, als Dreifachkombination und zusätzlich zu einer stabilen Insulindosis, mit oder ohne Metformin [2]. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen Sitagliptin nicht einnehmen: Bei 10- bis 17-Jährigen ist es nicht wirksam [1, 2].
Wie wirkt Sitagliptin?
Der Darm gibt über den Tag Hormone ins Blut ab, die sogenannten Inkretine GLP-1 und GIP; nach einer Mahlzeit steigen ihre Spiegel. Ist der Blutzucker normal oder erhöht, regen sie die Bauchspeicheldrüse an, mehr Insulin zu bilden und freizusetzen; GLP-1 senkt außerdem die Freisetzung des Hormons Glucagon. Das Enzym DPP-4 baut diese Darmhormone rasch zu unwirksamen Produkten ab [2]. Sitagliptin hemmt DPP-4, sodass mehr aktive Inkretine im Blut bleiben: Die Insulinfreisetzung steigt, der Glucagonspiegel sinkt, die Leber bildet weniger Zucker und der Blutzucker sinkt [2]. Laut Packungsbeilage trägt Sitagliptin dazu bei, den nach einer Mahlzeit gebildeten Insulinspiegel zu erhöhen, und senkt die vom Körper produzierte Zuckermenge [1].
Diese Wirkung hängt vom Blutzucker ab: Ist er niedrig, regt Sitagliptin die Insulinfreisetzung nicht an. Darin unterscheidet es sich laut Fachinformation von den Sulfonylharnstoffen, die auch bei niedrigem Blutzucker Insulin freisetzen [2]. Bei Gesunden war die höchste Konzentration im Blut 1 bis 4 Stunden nach der Einnahme erreicht; die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) betrug etwa 12,4 Stunden. Sitagliptin wird überwiegend unverändert über die Nieren ausgeschieden, deshalb richtet sich die Dosis nach der Nierenfunktion [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Packungsbeilage von Januvia ordnet viele Nebenwirkungen danach, mit welchen anderen Diabetesmitteln Sitagliptin eingenommen wurde; diese Zeilen beginnen in der Liste mit "Bei Einnahme zusammen mit …". Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage oder Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Unter den berichteten schwerwiegenden Nebenwirkungen nennt die Fachinformation eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und Überempfindlichkeitsreaktionen. Unterzuckerungen wurden zusammen mit Sulfonylharnstoffen bei 4,7 bis 13,8 Prozent und zusammen mit Insulin bei 9,6 Prozent der Behandelten berichtet [2]. Die schweren allergischen Reaktionen, darunter Anaphylaxie, Schwellungen von Haut und Schleimhäuten (Angioödem) und schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom, traten in den ersten drei Monaten nach Behandlungsbeginn auf, einigen Berichten zufolge schon nach der ersten Dosis [2]. Mehr zu Blutzuckerschwankungen lesen Sie auf der Seite Medikamente, die den Blutzucker verändern.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungBei Einnahme zusammen mit einem Sulfonylharnstoff und Metformin: zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie)[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungZu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie), bei Einnahme allein oder zusammen mit anderen blutzuckersenkenden Mitteln wie Metformin[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- InfektionenInfektion der oberen Atemwege[1, 2]
- AtemwegeVerstopfte oder laufende Nase und Halsschmerzen (Nasopharyngitis)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- Muskeln, Knochen und GelenkeDegenerative Gelenkerkrankung (Osteoarthrose)[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeSchmerzen in den Armen oder Beinen[1, 2]
- Magen und DarmBei Einnahme zusammen mit Metformin: Übelkeit, Blähungen und Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitBlähungenErbrechen
- Magen und DarmBei gleichzeitigem Behandlungsbeginn mit Sitagliptin und Metformin: verschiedene Arten von Magenbeschwerden[1]
- Magen und DarmBei Einnahme zusammen mit einem Sulfonylharnstoff und Metformin: Verstopfung[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
- Magen und DarmBei Einnahme zusammen mit Pioglitazon: Blähungen[1, 2]Mehr dazu: Blähungen
- Allgemeine BeschwerdenBei Einnahme zusammen mit Pioglitazon (mit oder ohne Metformin): Schwellungen an Händen oder Beinen (periphere Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- InfektionenBei Einnahme zusammen mit Insulin (mit oder ohne Metformin): grippeähnliche Beschwerden (Influenza)[1, 2]
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Magen und DarmVerstopfung[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
- HautJuckreiz (Pruritus)[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
- Magen und DarmBei Einnahme zusammen mit Metformin: Magenschmerzen, Durchfall und Verstopfung[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenDurchfallVerstopfung
- NervensystemBei Einnahme zusammen mit Metformin: Schläfrigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Magen und DarmBei Einnahme zusammen mit Insulin (mit oder ohne Metformin): trockener Mund[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerminderte Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemSchwerwiegende allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen, auch anaphylaktische Reaktionen) mit Hautausschlag, Nesselsucht, Blasen auf der Haut oder Hautabschälungen und Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen (Angioödem), die zu Atem- oder Schluckbeschwerden führen können[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagNesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
- HautSchwere Hautreaktionen mit Ablösung der Haut (exfoliative Hauterkrankungen) einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
- HautEntzündung kleiner Blutgefäße der Haut (kutane Vaskulitis)[2]
- HautBullöses Pemphigoid, eine Hauterkrankung mit Blasenbildung[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
- Magen und DarmErbrechen[1, 2]Mehr dazu: Erbrechen
- Magen und DarmAkute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), auch tödlich oder nicht tödlich verlaufende hämorrhagische und nekrotisierende Pankreatitis; anhaltende starke Bauchschmerzen können das charakteristische Zeichen sein[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzen
- AtemwegeErkrankung des Lungengewebes (interstitielle Lungenkrankheit)[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen (Arthralgie)[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen (Myalgie)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeRückenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Rückenschmerzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkerkrankung (Arthropathie)[2]
- Nieren und HarnwegeNierenfunktionsstörungen, in manchen Fällen war eine Blutwäsche (Dialyse) erforderlich; laut Fachinformation auch akutes Nierenversagen[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Anhaltende starke Bauchschmerzen können laut Fachinformation das charakteristische Zeichen einer akuten Pankreatitis sein. Nach dem Absetzen von Sitagliptin wurde ein Abklingen der Entzündung beobachtet; es wurde aber auch über sehr seltene schwerwiegende Fälle mit Blutungen oder abgestorbenem Gewebe in der Bauchspeicheldrüse und über Todesfälle berichtet. Bestätigt sich eine akute Pankreatitis, wird Sitagliptin nicht wieder aufgenommen [2]. Mehr dazu auf der Seite Bauchspeicheldrüsenentzündung durch Medikamente. Bei einer schwerwiegenden allergischen Reaktion kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen Mittel gegen die allergische Reaktion und ein anderes Diabetesmittel verordnen [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Unterzuckerung: Nehmen Sie Sitagliptin zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin, kann der Blutzucker stark abfallen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verringert dann möglicherweise die Dosis dieser Mittel [1]. Eine Unterzuckerung kann auch Ihre Fahrtüchtigkeit und das Arbeiten ohne sicheren Stand beeinträchtigen [1].
Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Blähungen und Erbrechen sind laut Packungsbeilage häufig, wenn Sitagliptin zusammen mit Metformin eingenommen wird; verschiedene Arten von Magenbeschwerden sind häufig, wenn die Behandlung mit beiden gleichzeitig begonnen wird [1]. Sitagliptin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden [1]. Halten Beschwerden an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Hinweise finden Sie auf den Seiten Übelkeit und Erbrechen durch Medikamente und Verstopfung durch Medikamente.
Schwellungen an Händen oder Beinen: Sie sind laut Packungsbeilage häufig, wenn Sitagliptin zusammen mit Pioglitazon (mit oder ohne Metformin) eingenommen wird [1, 2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].
Kopfschmerzen und Erkältungsbeschwerden: Kopfschmerzen, Infektionen der oberen Atemwege sowie eine verstopfte oder laufende Nase mit Halsschmerzen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1]. Notieren können Sie Beschwerden im Nebenwirkungs-Tagebuch.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Laut Fachinformation legen klinische Daten nahe, dass die Wahrscheinlichkeit klinisch bedeutsamer Wechselwirkungen gering ist. In Studien veränderte Sitagliptin die Pharmakokinetik (also Aufnahme, Verteilung, Abbau und Ausscheidung) von Metformin, Glibenclamid, Simvastatin, Warfarin und der Pille (orale Kontrazeptiva) nicht in relevantem Ausmaß [2]. Wichtig sind vor allem Sulfonylharnstoffe und Insulin wegen der Gefahr einer Unterzuckerung sowie Digoxin [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Sulfonylharnstoffe oder Insulin | Der Blutzucker kann stark abfallen (Unterzuckerung)[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt verringert möglicherweise die Dosis des Sulfonylharnstoffs oder Insulins |
| Digoxin (Mittel bei Herzrhythmusstörungen und anderen Herzerkrankungen) | Geringe Wirkung auf die Digoxinkonzentration im Blut (in einer Studie stieg die Gesamtmenge im Blut im Mittel um 11 Prozent)[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; der Digoxinspiegel muss möglicherweise überprüft werden. Laut Fachinformation wird für Digoxin keine Dosisanpassung empfohlen; bei Risiko für eine Digoxinvergiftung sollte entsprechend überwacht werden |
| Starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir oder Clarithromycin bei schwerer Nierenfunktionsstörung oder Nierenerkrankung im Endstadium | Die Verarbeitung von Sitagliptin im Körper könnte sich verändern; klinisch nicht untersucht[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Sitagliptin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Als Gegenanzeige nennen Packungsbeilage und Fachinformation nur eine Allergie gegen Sitagliptin oder einen der sonstigen Bestandteile [1, 2]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aber, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft oder früher zugetroffen hat [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, etwa eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), jetzt oder früher[1, 2]
- Gallensteine, Alkoholabhängigkeit oder sehr hohe Blutfettwerte, vor allem Triglyzeride: Sie können das Risiko für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung erhöhen[1]
- Typ-1-Diabetes oder diabetische Ketoazidose (Komplikation mit hohem Blutzucker, schnellem Gewichtsverlust, Übelkeit oder Erbrechen): Laut Fachinformation sollte Sitagliptin weder bei Typ-1-Diabetes noch zur Behandlung einer diabetischen Ketoazidose angewendet werden[1, 2]
- Nierenfunktionsstörungen, jetzt oder früher: Die Ärztin oder der Arzt kann eine niedrigere Dosierung verordnen; laut Fachinformation sollte die Nierenfunktion vor Behandlungsbeginn und danach regelmäßig untersucht werden[1, 2]
- Frühere allergische Reaktion auf Sitagliptin[1]
- Blasen auf der Haut können ein Anzeichen der Hauterkrankung bullöses Pemphigoid sein; die Ärztin oder der Arzt kann Sie auffordern, Sitagliptin abzusetzen[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen Sitagliptin nicht einnehmen: Bei 10- bis 17-Jährigen ist es nicht wirksam, bei Kindern unter 10 Jahren wurde es nicht untersucht[1, 2]
- Schwere Leberfunktionsstörung: Sitagliptin wurde dabei nicht untersucht, laut Fachinformation ist Vorsicht geboten[2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3]. Eine Alkoholabhängigkeit gehört laut Packungsbeilage zu den Umständen, die das Risiko für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung erhöhen können [1]. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Schwangerschaft
Sie sollten Sitagliptin während der Schwangerschaft nicht einnehmen. Wenn Sie schwanger sind, es vermuten oder planen, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.[1]
Laut Fachinformation liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren vor. Tierstudien zeigten bei hohen Dosen schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzung; das mögliche Risiko für den Menschen ist unbekannt.[2]
Laut Embryotox reicht die Datenlage zu Antidiabetika außer Metformin und Glibenclamid für eine Risikobewertung insgesamt noch nicht aus. Bei nicht insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes sollten orale Antidiabetika in der Schwangerschaft auf Insulin umgestellt werden; Metformin kann eine alternative Behandlungsmöglichkeit sein. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Sie sollten Sitagliptin nicht einnehmen, wenn Sie stillen oder stillen wollen: Ob es beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; in Tierversuchen ging es in die Milch über.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Alkoholabhängigkeit kann das Risiko für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse erhöhen; informieren Sie in diesem Fall Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor der Einnahme.[1]
Autofahren und Maschinen
Sitagliptin hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Es wurde aber über Schwindel und Schläfrigkeit berichtet. Zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin kann eine Unterzuckerung auftreten, die das Fahren, das Bedienen von Maschinen und Arbeiten ohne sicheren Stand beeinträchtigen kann.[1, 2]
Einnahme
Unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Das mit der Ärztin oder dem Arzt vereinbarte Ernährungs- und Bewegungsprogramm weiter einhalten. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]
Dosis vergessen: nachholen, sobald Sie daran denken; bemerken Sie es erst zum nächsten Einnahmezeitpunkt, die vergessene Dosis auslassen und wie verordnet weitermachen. Nie die doppelte Dosis einnehmen.[1, 2]
Absetzen
Nehmen Sie Sitagliptin so lange ein, wie es Ihnen verschrieben wird, und brechen Sie die Einnahme nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.[1]
Bei Verdacht auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung wird Sitagliptin laut Fachinformation abgesetzt; bestätigt sich eine akute Pankreatitis, wird die Behandlung nicht wieder aufgenommen. Bei Verdacht auf eine Überempfindlichkeitsreaktion oder ein bullöses Pemphigoid wird Sitagliptin ebenfalls abgesetzt.[2]
Überdosierung
Haben Sie mehr als die verordnete Dosis eingenommen, wenden Sie sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt. Laut Fachinformation wird dann unterstützend behandelt und klinisch überwacht, auch mit einem EKG.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt eine übliche Tagesdosis und den Hinweis, dass bei Nierenerkrankungen eine niedrigere Stärke verordnet werden kann; die Abstufung nach Nierenfunktion und die Angaben für Kombinationen, Leberfunktion und ältere Menschen stammen aus der Fachinformation [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Sitagliptin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, unabhängig von den Mahlzeiten. Halten Sie das vereinbarte Ernährungs- und Bewegungsprogramm weiter ein [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, holen Sie sie nach, sobald Sie daran denken; bemerken Sie es erst zum nächsten Einnahmezeitpunkt, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Nehmen Sie nie die doppelte Dosis [1].
Nehmen Sie Sitagliptin so lange ein, wie es Ihnen verschrieben wird, und brechen Sie die Einnahme nicht ohne vorherige Rücksprache ab; so helfen Sie weiter, Ihren Blutzucker zu kontrollieren [1]. Haben Sie mehr eingenommen als verordnet, wenden Sie sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt [1]; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf. Allgemeine Hinweise zum Absetzen gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.
Präparate mit Sitagliptin
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Januvia, einem in der gesamten EU zugelassenen Präparat; die Produktinformation veröffentlicht die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) [1, 2]. Januvia gibt es als Filmtabletten in drei Stärken [2]. Daneben gibt es Präparate weiterer Hersteller. Für Präparate, die Sitagliptin zusammen mit Metformin enthalten, gelten eigene Packungsbeilagen.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Januvia | Merck Sharp & Dohme B.V. (in Deutschland vertreten durch MSD Sharp & Dohme GmbH) | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 25, 50 und 100 mg; Grundlage dieser Seite |
| Sitagliptin STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Januvia (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Januvia 25 mg/50 mg/100 mg Filmtabletten. Merck Sharp & Dohme B.V.. Stand 10/2025. abgerufen am 10.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Januvia (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Merck Sharp & Dohme B.V.. Stand 10/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Diabetes mellitus (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Wofür nimmt man Sitagliptin?
Sitagliptin ist bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zugelassen, um ergänzend zu Ernährung und Bewegung die Blutzuckerkontrolle zu verbessern. Es kann allein eingesetzt werden, wenn Metformin nicht geeignet ist, oder zusammen mit Metformin, einem Sulfonylharnstoff, einem Glitazon oder Insulin.
Kann Sitagliptin eine Unterzuckerung auslösen?
Laut Packungsbeilage ist es unwahrscheinlich, dass Sitagliptin eine Unterzuckerung auslöst, weil es bei niedrigem Blutzucker nicht wirkt. Zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin kann der Blutzucker aber stark abfallen; zusammen mit einem Sulfonylharnstoff und Metformin ist eine Unterzuckerung sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verringert dann möglicherweise die Dosis des Sulfonylharnstoffs oder Insulins.
Kann Sitagliptin die Bauchspeicheldrüse schädigen?
Bei Menschen, die Sitagliptin einnahmen, wurden Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) beobachtet; die Häufigkeit ist laut Fachinformation nicht bekannt. Mögliche Anzeichen sind starke und anhaltende Schmerzen im Oberbauch, die in den Rücken ausstrahlen können, mit oder ohne Übelkeit und Erbrechen. Dann stoppen Sie die Einnahme und wenden sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt.
Welche Magen-Darm-Beschwerden sind unter Sitagliptin möglich?
Das hängt laut Packungsbeilage von der Kombination ab: Zusammen mit Metformin sind Übelkeit, Blähungen und Erbrechen häufig, Magenschmerzen, Durchfall und Verstopfung gelegentlich. Beginnt die Behandlung mit Sitagliptin und Metformin gleichzeitig, sind verschiedene Arten von Magenbeschwerden häufig. Verstopfung ist auch bei alleiniger Einnahme gelegentlich möglich.
Darf ich Sitagliptin nehmen, wenn meine Nieren schlecht arbeiten?
Die Dosis richtet sich nach der Nierenfunktion: Bei einer Nierenerkrankung kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine niedrigere Stärke verordnen. Laut Fachinformation sollte die Nierenfunktion vor Behandlungsbeginn und danach regelmäßig untersucht werden. Die Angaben der Packungsbeilage finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage.
Macht Sitagliptin müde oder schwindelig?
Schwindel ist eine gelegentliche Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten; zusammen mit Metformin kann gelegentlich Schläfrigkeit auftreten. Laut Packungsbeilage hat Sitagliptin keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit; Schwindel und Schläfrigkeit können sie aber beeinträchtigen.
Darf ich Sitagliptin in Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage sollten Sie Sitagliptin während der Schwangerschaft nicht einnehmen (laut Fachinformation wegen fehlender Daten beim Menschen) und auch nicht, wenn Sie stillen. Laut Embryotox sollten Tabletten gegen Typ-2-Diabetes in der Schwangerschaft auf Insulin umgestellt werden, wenn der Diabetes bisher nicht insulinpflichtig war; Metformin kann eine Alternative sein. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Impfungen Tetanus-Impfung: Nebenwirkungen und ReaktionenNebenwirkungen der Tetanus-Impfung laut Fachinformation, getrennt nach Impfstoff.