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Lamotrigin: Nebenwirkungen und Wirkung
Lamotrigin ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Epilepsie. Bei Erwachsenen mit bipolarer Störung beugt es depressiven Phasen vor. Sehr häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Hautausschlag. Weil sich ein Ausschlag zu einer lebensbedrohlichen Hautreaktion entwickeln kann, suchen Sie bei Hautausschlag mit Blasen, Geschwüren im Mund, Fieber oder geschwollenen Drüsen umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Hautausschlag[1, 2]
- Häufig: Aggressivität oder Reizbarkeit[1, 2]
- Häufig: Schläfrigkeit oder Benommenheit[1, 2]
- Häufig: Schwindelgefühl[1, 2]
- Häufig: Schütteln oder Zittern (Tremor)[1, 2]
- Häufig: Schlafstörungen (Insomnie)[1, 2]
- Häufig: Ruhelosigkeit (Agitiertheit)[1, 2]
- Häufig: Durchfall[1, 2]
- Häufig: Mundtrockenheit[1, 2]
- Häufig: Übelkeit oder Erbrechen[1, 2]
- Häufig: Gelenkschmerzen (Arthralgie)[1, 2]
- Häufig: Müdigkeit[1, 2]
- Häufig: Schmerzen im Rücken oder an anderen Stellen[1, 2]
Wofür wird Lamotrigin eingesetzt?
Lamotrigin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Antiepileptika [1, 2]. Er wird bei zwei Krankheitsbildern angewendet: bei Epilepsie und bei der bipolaren Störung [1].
Bei Epilepsie können Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren Lamotrigin bei partiellen und generalisierten Anfällen einschließlich tonisch-klonischer Anfälle allein oder zusammen mit anderen Arzneimitteln einnehmen. Bei Anfällen im Rahmen des Lennox-Gastaut-Syndroms nehmen sie es zusammen mit anderen Arzneimitteln ein. Kinder von 2 bis 12 Jahren erhalten es zusammen mit anderen Arzneimitteln; bei einer bestimmten Form der Epilepsie, den typischen Absencen, auch allein [1, 2].
Bei der bipolaren Störung wechseln sich Phasen der Manie (Erregung oder Euphorie) mit Phasen der Depression ab. Erwachsene ab 18 Jahren nehmen Lamotrigin allein oder mit anderen Arzneimitteln ein, um depressiven Phasen vorzubeugen [1]. Laut Fachinformation gilt das für die Bipolar-I-Störung mit überwiegend depressiven Episoden; zur Akutbehandlung einer manischen oder depressiven Episode ist Lamotrigin nicht zugelassen [2]. Bei Patienten unter 18 Jahren darf es nicht zur Behandlung der bipolaren Störung angewendet werden [1].
Wie wirkt Lamotrigin?
Laut Packungsbeilage hemmt Lamotrigin bei Epilepsie Signale im Gehirn, die epileptische Anfälle auslösen [1]. Die Fachinformation beschreibt es genauer: Studien deuten darauf hin, dass Lamotrigin bestimmte Kanäle der Nervenzellen blockiert, durch die Natrium einströmt (spannungsgesteuerte Natriumkanäle). Es hemmt wiederholte, anhaltende Entladungen der Nervenzellen und die Freisetzung von Glutamat, einem Botenstoff, der bei der Entstehung epileptischer Anfälle eine Schlüsselrolle spielt [2]. Wie Lamotrigin bei der bipolaren Störung wirkt, ist noch nicht eindeutig geklärt [1, 2]. Bei dieser Erkrankung kann es einige Zeit dauern, bis die Wirkung eintritt, sodass Sie sich wahrscheinlich nicht sofort besser fühlen [1].
Die höchste Konzentration im Blut ist ungefähr 2,5 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt bei gesunden Erwachsenen bei ungefähr 33 Stunden (Bereich 14 bis 103 Stunden). Andere Arzneimittel können sie erheblich verändern: Valproat verlängert sie, Carbamazepin und Phenytoin verkürzen sie [2]. Deshalb muss Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wissen, welche weiteren Mittel Sie einnehmen [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen aus der Packungsbeilage, geordnet nach Häufigkeit. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Am häufigsten sind Kopfschmerzen und Hautausschlag [1, 2]. Laut Fachinformation treten Hautreaktionen im Allgemeinen innerhalb der ersten acht Wochen nach Beginn der Behandlung auf; die meisten Ausschläge sind leicht und klingen von selbst ab. Bei Erwachsenen mit Epilepsie betrafen schwere Hautausschläge in Studien, in denen die derzeitigen Dosierungsempfehlungen befolgt wurden, etwa 1 von 500; in klinischen Studien mit Menschen mit bipolarer Störung etwa 1 von 1.000. Bei Kindern ist das Risiko schwerer Hautausschläge höher als bei Erwachsenen [2]. Mehr dazu auf der Seite Schwere Hautreaktionen.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- HautHautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheAggressivität oder Reizbarkeit[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und Reizbarkeit
- NervensystemSchläfrigkeit oder Benommenheit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemSchwindelgefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- NervensystemSchütteln oder Zittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
- NervensystemSchlafstörungen (Insomnie)[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- NervensystemRuhelosigkeit (Agitiertheit)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- Magen und DarmDurchfall[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
- Magen und DarmMundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
- Magen und DarmÜbelkeit oder Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechen
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen (Arthralgie)[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Allgemeine BeschwerdenSchmerzen im Rücken oder an anderen Stellen[1, 2]Mehr dazu: Rückenschmerzen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- NervensystemUnbeholfene Bewegungen und gestörtes Zusammenspiel der Bewegungen (Ataxie)[1, 2]
- AugenDoppeltsehen oder verschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HautUngewöhnlicher Haarausfall oder dünner werdendes Haar (Alopezie)[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- HautHautausschlag oder Sonnenbrand nach Sonne oder künstlichem UV-Licht (Lichtempfindlichkeit)[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der HautHautausschlag
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- HautHautreaktion mit roten Flecken, die wie eine Zielscheibe aussehen können: dunkelrote Mitte, umgeben von hellroten Ringen (Erythema multiforme)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- HautLebensbedrohliche Hautreaktion mit ausgedehntem Ausschlag, Blasen und sich abschälender Haut, besonders um Mund, Nase, Augen und Genitalbereich (Stevens-Johnson-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
- NervensystemGemeinsam auftretende Beschwerden wie Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und extreme Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht, die durch eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningitis) verursacht sein können; die Beschwerden gehen normalerweise ganz zurück, sobald die Behandlung beendet wird, bleiben sie bestehen oder werden sie schlimmer, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt[1, 2]Mehr dazu: FieberÜbelkeitErbrechenKopfschmerzen
- NervensystemRasche, unkontrollierbare Augenbewegungen (Nystagmus)[1, 2]
- AugenJuckende Augen mit Schleimabsonderung und verkrusteten Lidern (Bindehautentzündung)[1, 2]
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- HautLebensbedrohliche Hautreaktion mit ausgeprägtem Abschälen der Haut auf mehr als 30 % der Körperoberfläche (toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
- HautAusgedehnter Ausschlag mit Beteiligung von Leber, Blut und anderen Organen (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, DRESS)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Allgemeine BeschwerdenErhöhte Körpertemperatur (Fieber)[1]Mehr dazu: Fieber
- Blut und LymphsystemSchwellungen im Gesicht (Ödeme) oder geschwollene Drüsen am Hals, in den Achselhöhlen oder in der Leistengegend (Lymphadenopathie)[1]
- Leber und GalleVeränderte Leberfunktion, die bei Blutuntersuchungen auffällt, oder Leberversagen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Blut und LymphsystemSchwere Störung der Blutgerinnung, die unerwartete Blutungen und blaue Flecken hervorrufen kann (disseminierte intravaskuläre Gerinnung)[1]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- Blut und LymphsystemSehr schwerwiegende Reaktion des Immunsystems (hämophagozytische Lymphohistiozytose, HLH)[1, 2]
- Blut und LymphsystemVeränderungen des Blutbilds: zu wenige rote Blutkörperchen (Anämie), zu wenige weiße Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose), zu wenige Blutplättchen (Thrombozytopenie), zu wenige von allen Blutzellen (Panzytopenie) und eine Erkrankung des Knochenmarks (aplastische Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- PsycheHalluzinationen: Dinge sehen oder hören, die nicht wirklich da sind[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- PsycheVerwirrtheit[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
- NervensystemWackliger oder unsicherer Gang (Standunsicherheit)[1, 2]
- NervensystemUnkontrollierbare wiederholte Bewegungen, Geräusche oder Worte (Tics), unkontrollierbare Muskelkrämpfe an Augen, Kopf und Rumpf (Choreoathetose) oder andere ungewöhnliche Bewegungen wie Ruckeln, Schütteln oder Steifigkeit[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
- NervensystemMehr Anfälle bei bereits bestehender Epilepsie[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- NervensystemVerschlimmerung der Beschwerden einer bestehenden Parkinson-Krankheit[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
- Nieren und HarnwegeLupus-ähnliche Reaktionen mit Beschwerden wie Rücken- oder Gelenkschmerzen, manchmal zusammen mit Fieber und/oder allgemeinen Krankheitszeichen[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenRückenschmerzenFieber
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Muskeln, Knochen und GelenkeKnochenerkrankungen wie verminderte Knochendichte (Osteopenie) und Knochenschwund (Osteoporose) sowie Knochenbrüche[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
- Nieren und HarnwegeEntzündung der Nieren (tubulointerstitielle Nephritis) oder Entzündung von Nieren und Augen zugleich (tubulointerstitielle Nephritis mit Uveitis)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- PsycheAlbträume[1, 2]Mehr dazu: Albträume
- ImmunsystemGeschwächte Abwehr durch zu wenige Antikörper (Immunglobuline) im Blut (Hypogammaglobulinämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Blut und LymphsystemRote Knoten oder Flecken auf der Haut (Pseudolymphom)[1, 2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Diese Reaktionen treten eher in den ersten Monaten der Behandlung auf, insbesondere wenn die Anfangsdosis zu hoch ist, wenn die Dosis zu schnell gesteigert wird oder wenn Lamotrigin zusammen mit Valproat eingenommen wird. Einige der Beschwerden treten bei Kindern häufiger auf; Eltern sollten deshalb besonders auf sie achten [1]. In vielen Fällen sind die Beschwerden Zeichen weniger schwerwiegender Nebenwirkungen, sie können aber auch lebensbedrohlich verlaufen und sich zu ernsten Problemen wie Organversagen entwickeln, wenn sie nicht behandelt werden. Die Ärztin oder der Arzt untersucht dann möglicherweise Leber, Nieren und Blut und entscheidet, ob Sie Lamotrigin weiter einnehmen [1]. Frühe Zeichen einer Überempfindlichkeit wie Fieber oder geschwollene Lymphknoten können auch ohne Hautausschlag auftreten [2].
Bei einer bipolaren Störung können mitunter Gedanken aufkommen, sich selbst zu schädigen oder sich das Leben zu nehmen. Es kann hilfreich sein, Angehörigen oder Freunden davon zu erzählen und sie zu bitten, Ihnen Veränderungen mitzuteilen, die ihnen Sorgen machen [1]. Im Notfall erreichen Sie den Rettungsdienst unter 112; weitere Nummern stehen unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Hautausschlag: Ein Ausschlag ist unter Lamotrigin sehr häufig, und in vielen Fällen sind die Beschwerden Zeichen weniger schwerwiegender Nebenwirkungen. Weil sich ein Ausschlag aber zu einer schweren Hautreaktion entwickeln kann, suchen Sie bei jedem Hautausschlag umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Laut Fachinformation sollten alle, die einen Ausschlag entwickeln, umgehend untersucht werden, und Lamotrigin sollte sofort abgesetzt werden, es sei denn, der Ausschlag hängt eindeutig nicht mit Lamotrigin zusammen; diese Entscheidung trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [2].
Sonnenempfindlichkeit: Bekommen Sie nach Sonne oder künstlichem UV-Licht, etwa im Solarium, einen Ausschlag oder Sonnenbrand, überprüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Behandlung und rät Ihnen gegebenenfalls, die Sonne zu meiden oder sich mit Sonnencreme oder schützender Kleidung zu schützen [1]. Mehr dazu unter Lichtempfindlichkeit der Haut.
Schwindel, Schläfrigkeit und Doppeltsehen: Schläfrigkeit, Benommenheit, Schwindelgefühl und Müdigkeit sind häufig, Doppeltsehen oder verschwommenes Sehen gelegentlich [1, 2]. Fahren Sie erst Auto oder bedienen Sie Maschinen, wenn Sie sicher sind, dass Sie davon nicht betroffen sind [1]. Weitere Informationen bieten die Seiten Schwindel und Müdigkeit.
Weitere Beschwerden: Wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Wer Antiepileptika über lange Zeit einnimmt, Osteoporose hat oder zusätzlich Kortison einnimmt, sollte mit Ärztin, Arzt oder Apotheke über die Knochen sprechen, denn es wurden Fälle von Knochenschwund und Knochenbrüchen berichtet [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen, auch über rezeptfreie und pflanzliche Mittel [1]. Besonders wichtig sind andere Mittel gegen Epilepsie oder psychische Erkrankungen: Valproat bremst den Abbau von Lamotrigin, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und Primidon beschleunigen ihn. Für diese Kombinationen sieht die Fachinformation jeweils ein eigenes Dosierungsschema vor [2]. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auch, wenn Sie eines dieser Mittel neu beginnen oder beenden [1].
Östrogenhaltige Arzneimittel wie die "Pille" oder eine Hormonersatztherapie können die Wirkung von Lamotrigin beeinflussen [1]. Laut Fachinformation wurde ein gesunkener Lamotrigin-Spiegel mit dem Verlust der Anfallskontrolle in Verbindung gebracht; in der pillenfreien Woche steigt der Spiegel vorübergehend an [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Valproat (gegen Epilepsie und psychische Erkrankungen) | Lamotrigin wird langsamer abgebaut, seine Halbwertszeit steigt um annähernd das Zweifache; das Risiko eines Hautausschlags scheint eng mit der gleichzeitigen Anwendung von Valproat zusammenzuhängen[1, 2] | Eigenes Dosierungsschema laut Fachinformation; Ärztin oder Arzt informieren |
| Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital oder Primidon (gegen Epilepsie) | Lamotrigin wird schneller abgebaut, sein Spiegel sinkt. Kam Carbamazepin zu einer Lamotrigin-Behandlung hinzu, wurden Schwindel, Bewegungsstörungen (Ataxie), Doppeltsehen, verschwommenes Sehen und Übelkeit berichtet[1, 2] | Eigenes Dosierungsschema; Beginn und Ende der Einnahme ärztlich besprechen |
| Rifampicin (Antibiotikum) und HIV-Mittel aus Lopinavir und Ritonavir oder Atazanavir und Ritonavir | Lamotrigin-Spiegel sinkt[1, 2] | Beginn und Ende der Einnahme ärztlich besprechen |
| Östrogenhaltige Arzneimittel, z. B. die "Pille" (hormonelle Empfängnisverhütung) oder eine Hormonersatztherapie | Können den Lamotrigin-Spiegel senken; ein gesunkener Spiegel wurde mit dem Verlust der Anfallskontrolle in Verbindung gebracht. In der pillenfreien Woche steigt der Spiegel vorübergehend an. Umgekehrt ist eine geringere Wirksamkeit der Verhütung unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen[1, 2] | Verhütung vorher mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen; eventuell Blutspiegelkontrolle; Zwischen- oder Schmierblutungen melden |
| Risperidon (gegen psychische Erkrankungen) | Gegenseitige Beeinflussung möglich; in einer Studie mit gesunden Probanden berichteten nach der Kombination 12 von 14 über Schläfrigkeit[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Oxcarbazepin, Felbamat, Gabapentin, Levetiracetam, Pregabalin, Topiramat, Zonisamid, Lithium, Olanzapin, Aripiprazol, Bupropion, Paracetamol | Die Ärztin oder der Arzt muss davon wissen, damit die Lamotrigin-Dosis stimmt; laut Fachinformation haben diese Mittel geringe oder keine Wirkung auf den Lamotrigin-Spiegel[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Metformin, Gabapentin oder Vareniclin | Lamotrigin kann den Spiegel dieser über die Nieren ausgeschiedenen Mittel erhöhen; die klinische Bedeutung ist noch nicht geklärt[2] | Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme; ärztlich besprechen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Lamotrigin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Lamotrigin dürfen Sie nicht einnehmen, wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile sind [1, 2]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er entscheidet möglicherweise, die Dosis zu verringern, oder hält Lamotrigin für nicht geeignet [1]. Hatten Sie unter Lamotrigin ein Stevens-Johnson-Syndrom oder eine toxische epidermale Nekrolyse (laut Fachinformation auch ein DRESS), dürfen Sie es nie wieder einnehmen [1, 2].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Früherer Hautausschlag nach Lamotrigin oder nach anderen Mitteln gegen bipolare Störung oder Epilepsie[1, 2]
- Hautausschlag oder Sonnenbrand nach Sonne oder künstlichem UV-Licht (z. B. Solarium) während der Einnahme: Die Ärztin oder der Arzt überprüft die Behandlung und rät gegebenenfalls zu Sonnenschutz[1, 2]
- Hirnhautentzündung (Meningitis) nach einer früheren Einnahme von Lamotrigin, laut Fachinformation sollten Betroffene Lamotrigin nicht wieder einnehmen[1, 2]
- Menschen asiatischer Herkunft (vor allem Han-Chinesen und Thailänder), bei denen die Genvariante HLA-B*1502 nachgewiesen wurde: höheres Risiko für schwere Hautreaktionen, vor der Einnahme ärztlich besprechen[1, 2]
- Nierenprobleme[1, 2]
- Brugada-Syndrom oder andere Herzprobleme: Lamotrigin kann EKG-Veränderungen auslösen, die zu Herzrhythmusstörungen führen können[1, 2]
- Einnahme eines anderen Arzneimittels, das bereits Lamotrigin enthält[1, 2]
- Bipolare Störung: Gedanken an Selbstverletzung oder Selbsttötung sind eher möglich zu Beginn der Behandlung, nach früheren solchen Gedanken und bei Menschen unter 25 Jahren[1, 2]
- Epilepsie: Anfälle können sich während der Einnahme verstärken oder häufiger auftreten; myoklonische Anfälle können durch Lamotrigin verstärkt werden[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nicht zur Behandlung der bipolaren Störung; Kinder unter 2 Jahren: Anwendung nicht empfohlen[1, 2]
- Langfristige Einnahme von Antiepileptika, bekannte Osteoporose oder gleichzeitige Einnahme von Kortison oder anderen Steroidhormonen: mit Ärztin, Arzt oder Apotheke über die Knochen sprechen[1]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern oder erbliche Fructoseunverträglichkeit (hereditäre Fructoseintoleranz): Die Tabletten zur Herstellung einer Suspension von Lamotrigin-ratiopharm enthalten Sorbitol, vorher ärztlich besprechen; laut Fachinformation dürfen Menschen mit hereditärer Fructoseintoleranz sie nicht einnehmen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Planen Sie eine Schwangerschaft oder sind Sie schwanger, sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und setzen Sie Lamotrigin nicht eigenmächtig ab, besonders bei Epilepsie [1]. Hintergründe bieten die Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft, Medikamente in der Stillzeit und Medikamente und Autofahren.
Schwangerschaft
Sind Sie schwanger, vermuten Sie es oder planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben, besonders bei Epilepsie. Eine Schwangerschaft kann die Wirksamkeit beeinflussen, sodass Blutuntersuchungen und eine Anpassung der Dosis nötig sein können. Laut Packungsbeilage kann ein geringfügig erhöhtes Risiko für Geburtsfehler einschließlich Lippen- oder Gaumenspalten bestehen, wenn Lamotrigin in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten eingenommen wird; die Ärztin oder der Arzt empfiehlt möglicherweise zusätzlich Folsäure.[1]
Die Fachinformation nennt Daten von mehr als 8.700 Schwangeren mit Lamotrigin als einzigem Antiepileptikum im ersten Schwangerschaftsdrittel, die keinen wesentlichen Anstieg großer angeborener Fehlbildungen einschließlich Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zeigen. Ist die Behandlung nötig, wird die niedrigste mögliche wirksame Dosis empfohlen. Der Lamotrigin-Spiegel sollte vor, während und nach der Schwangerschaft sowie kurz nach der Entbindung kontrolliert werden, weil er in der Schwangerschaft sinken und nach der Geburt rasch ansteigen kann.[2]
Embryotox bezeichnet Lamotrigin wegen des sehr hohen Erfahrungsumfangs als Antiepileptikum der Wahl in der Schwangerschaft, falls es ausreichend wirksam ist, möglichst als einziges Antiepileptikum. In Schwangerschaftsregistern mit über 7.000 Verläufen unter alleiniger Lamotrigin-Behandlung im ersten Schwangerschaftsdrittel ergaben sich bisher keine eindeutigen Hinweise auf fehlbildende Wirkungen. Bei Einnahme bis zur Geburt ist mit Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu rechnen; die Entbindung sollte deshalb in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen. Bei psychiatrischen Anwendungsgebieten und einer Neueinstellung ist laut Embryotox zu prüfen, ob Alternativen vorhanden sind: bei bipolarer Erkrankung je nach Krankheitsverlauf zum Beispiel Quetiapin; bei Epilepsie nennt Embryotox keine besser geeignete Alternative. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Lamotrigin geht in die Muttermilch über und kann dem Kind schaden. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Entscheiden Sie sich nach ärztlicher Abwägung für das Stillen, wird Ihr Kind von Zeit zu Zeit auf Abgeschlagenheit, Hautausschlag und schlechte Gewichtszunahme untersucht; melden Sie solche Zeichen Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Laut Embryotox erscheint Stillen bei alleiniger Lamotrigin-Behandlung und guter Beobachtung des Kindes akzeptabel, wenn in Kauf genommen wird, dass das Kind unter Umständen wirksame Lamotrigin-Spiegel aufbaut. Die allermeisten gestillten Kinder waren unauffällig.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Lamotrigin kann Schwindel und Doppeltsehen verursachen. Fahren Sie erst Auto und bedienen Sie Maschinen erst, wenn Sie sicher sind, dass Sie davon nicht betroffen sind. Haben Sie Epilepsie, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Verkehrstüchtigkeit.[1, 2]
Einnahme
Je nach ärztlicher Anweisung einmal oder zweimal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten. Immer die volle verordnete Dosis nehmen, nie nur einen Teil einer Tablette. Die Tabletten von Lamotrigin-ratiopharm können im Ganzen mit etwas Wasser geschluckt, gekaut oder in Wasser aufgelöst werden; die aufgelöste Tablette vollständig trinken und mit etwas Wasser nachspülen.[1]
Eine Dosis vergessen: keine zusätzlichen Tabletten nehmen, sondern die nächste Dosis zur gewohnten Zeit. Mehrere Dosen vergessen: Ihre Ärztin oder Ihren Arzt fragen, wie Sie die Behandlung wieder beginnen und fortsetzen.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat ab. Bei Epilepsie wird die Dosis über etwa 2 Wochen schrittweise verringert; ein plötzliches Ende kann die Epilepsie wieder auftreten lassen oder verschlimmern. Bei bipolarer Störung muss die Dosis nicht schrittweise verringert werden, sprechen Sie trotzdem vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Stellt die Ärztin oder der Arzt ein Stevens-Johnson-Syndrom oder eine toxische epidermale Nekrolyse im Zusammenhang mit Lamotrigin fest, dürfen Sie Lamotrigin nie wieder einnehmen. Laut Fachinformation gilt das auch nach einem Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS).[1, 2]
Überdosierung
Bei zu hoher Einnahme eine Ärztin, einen Arzt oder die nächste Notaufnahme im Krankenhaus aufsuchen und die Packung möglichst mitnehmen. Die Wahrscheinlichkeit schwerwiegender Nebenwirkungen bis hin zum Tod steigt. Beobachtet wurden rasche, unkontrollierbare Augenbewegungen (Nystagmus), Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen (Ataxie), Herzrhythmusstörungen, Bewusstseinsverlust, Krampfanfälle oder Koma.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage beschreibt, dass die Behandlung mit einer niedrigen Dosis beginnt, die über einige Wochen schrittweise erhöht wird, und nennt die übliche wirksame Dosis für Erwachsene und für Kinder nach Körpergewicht [1]. Die Fachinformation enthält genaue Steigerungsschemata, die sich danach richten, ob zusätzlich Valproat oder Mittel wie Carbamazepin eingenommen werden; die empfohlenen Anfangsdosen und Steigerungen sollten wegen des Risikos von Hautausschlägen nicht überschritten werden [2]. Die Übersicht ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Lamotrigin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, je nach Anweisung einmal oder zweimal am Tag und unabhängig von den Mahlzeiten. Nehmen Sie immer die volle verordnete Dosis und nie nur einen Teil einer Tablette [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie keine zusätzlichen Tabletten, sondern die nächste Dosis zur gewohnten Zeit. Haben Sie mehrere Dosen vergessen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wie Sie die Behandlung wieder beginnen [1]. Laut Fachinformation kann nach einer Pause eine erneute schrittweise Steigerung nötig sein, weil das Risiko eines schweren Hautausschlags mit hohen Anfangsdosen zusammenhängt [2].
Lamotrigin muss so lange eingenommen werden, wie es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt. Bei Epilepsie wird die Dosis über etwa 2 Wochen schrittweise verringert, wenn die Behandlung enden soll; ein plötzliches Ende kann die Epilepsie wieder auftreten lassen oder verschlimmern. Bei bipolarer Störung muss die Dosis nicht schrittweise verringert werden, sprechen Sie aber trotzdem vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1, 2]. Bei Epilepsie begründet die Fachinformation die schrittweise Verringerung über 2 Wochen damit, dass ein plötzliches Absetzen Rebound-Anfälle hervorrufen kann; bei bipolarer Störung traten nach einem abrupten Absetzen in Studien Nebenwirkungen nicht häufiger auf als unter Placebo [2]. Was beim Absetzen, beim Ende der Pille und beim Wiederbeginn nach einer Pause gilt, erklärt die Seite Lamotrigin absetzen. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben.
Präparate mit Lamotrigin
Lamotrigin gibt es von mehreren Anbietern als Tabletten und als Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen, die man schlucken, kauen oder in Wasser auflösen kann. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Lamotrigin-ratiopharm [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Lamictal | verschreibungspflichtig | |
| Lamotrigin AbZ | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen |
| Lamotrigin-CT | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen |
| Lamotrigin DESITIN | DESITIN Arzneimittel GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten |
| Lamotrigin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lamotrigin-ratiopharm 100 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Lamotrigin-ratiopharm Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Lamotrigin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Wie gefährlich ist der Hautausschlag bei Lamotrigin?
Hautausschlag gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Laut Fachinformation sind die meisten Ausschläge leicht und klingen von selbst ab. Bei einer kleinen Zahl von Menschen kommt es aber zu allergischen Reaktionen oder potenziell lebensbedrohlichen Hautreaktionen wie dem Stevens-Johnson-Syndrom, der toxischen epidermalen Nekrolyse oder DRESS. Bemerken Sie einen Ausschlag, Blasen, Geschwüre im Mund, Fieber oder geschwollene Drüsen, suchen Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf.
Warum wird Lamotrigin langsam aufdosiert?
Allergische und schwere Hautreaktionen treten eher in den ersten Monaten auf, insbesondere wenn die Anfangsdosis zu hoch ist, wenn die Dosis zu schnell gesteigert wird oder wenn Lamotrigin zusammen mit Valproat eingenommen wird. Deshalb verordnet die Ärztin oder der Arzt zu Beginn eine niedrige Dosis und erhöht sie über einige Wochen schrittweise. Nehmen Sie nie mehr ein als verordnet. Haben Sie mehrere Dosen vergessen, fragen Sie, wie Sie die Behandlung wieder beginnen sollen.
Macht Lamotrigin müde?
Schläfrigkeit oder Benommenheit, Müdigkeit, Schwindelgefühl und Schlafstörungen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, betreffen also bis zu 1 von 10 Behandelten. Lamotrigin kann außerdem Schwindel und Doppeltsehen verursachen. Fahren Sie erst Auto, wenn Sie sicher sind, dass Sie davon nicht betroffen sind.
Darf ich Lamotrigin zusammen mit der Pille nehmen?
Hormonelle Verhütungsmittel wie die "Pille" können die Wirkung von Lamotrigin beeinflussen; laut Fachinformation kann der Lamotrigin-Spiegel sinken. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt möglicherweise eine bestimmte Verhütungsmethode und kontrolliert den Blutspiegel. Umgekehrt ist eine geringere Wirksamkeit der Pille unwahrscheinlich; Zwischen- oder Schmierblutungen sollten Sie aber melden. Besprechen Sie die Verhütung vor Beginn mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Lamotrigin in der Schwangerschaft nehmen?
Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen, besonders bei Epilepsie. Eine Schwangerschaft kann die Wirksamkeit beeinflussen, sodass Blutuntersuchungen und eine Anpassung der Dosis nötig sein können. Laut Packungsbeilage kann bei Einnahme in den ersten drei Monaten ein geringfügig erhöhtes Risiko für Geburtsfehler einschließlich Lippen- oder Gaumenspalten bestehen. Das Beratungszentrum Embryotox bezeichnet Lamotrigin als Antiepileptikum der Wahl in der Schwangerschaft, falls es ausreichend wirksam ist.
Kann Lamotrigin Haarausfall verursachen?
Ja. Ungewöhnlicher Haarausfall oder dünner werdendes Haar ist eine gelegentliche Nebenwirkung und kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen. Bemerken Sie Haarausfall, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und setzen Sie Lamotrigin nicht eigenmächtig ab.
Was passiert, wenn ich Lamotrigin plötzlich absetze?
Bei Epilepsie kann die Erkrankung nach einem plötzlichen Ende wieder auftreten oder sich verschlimmern; deshalb wird die Dosis über etwa 2 Wochen schrittweise verringert. Bei bipolarer Störung muss die Dosis nicht schrittweise verringert werden. In beiden Fällen gilt: Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie hoch ist die Dosis von Lamotrigin?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie hängt vom Alter, von anderen Arzneimitteln und von der Nieren- und Leberfunktion ab. Was die Packungsbeilage dazu sagt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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