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Sumatriptan: Nebenwirkungen und Wirkung

Sumatriptan ist ein Migränemittel aus der Gruppe der Triptane und wird zur akuten Behandlung von Migräneanfällen eingenommen, nicht zur Vorbeugung. Häufig sind Schmerzen, Druck- oder Engegefühl in Brust oder Hals, Kribbeln, Schwindel, Müdigkeit und Hitzewallungen. Werden Brustschmerzen stärker oder halten sie an, oder zeigen sich Zeichen einer Allergie, holen Sie umgehend ärztliche Hilfe.

Frau Ende dreißig liegt in einem abgedunkelten Schlafzimmer mit geschlossenen Augen auf dem Bett, durch den Vorhang fällt gedämpftes Licht
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Schmerzen, Druck- oder Engegefühl, Hitze- oder Kältegefühl in der Brust, im Hals oder in anderen Körperteilen; die Beschwerden können intensiv sein, gehen aber im Allgemeinen schnell vorüber[1, 2]
  • Häufig: Schweregefühl, auch in Brust und Hals[1, 2]
  • Häufig: Ungewöhnliche Empfindungen wie Taubheitsgefühl oder Kribbeln (Parästhesie, Hypästhesie)[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit oder Erbrechen, sie können auch durch die Migräneattacke selbst ausgelöst sein[1, 2]
  • Häufig: Schläfrigkeit oder Benommenheit[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit, sich schwach fühlen[1, 2]
  • Häufig: Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Hitzewallungen oder Gesichtsrötung[1, 2]
  • Häufig: Vorübergehender Blutdruckanstieg kurz nach der Einnahme[1, 2]
  • Häufig: Kurzatmigkeit[1, 2]
  • Häufig: Schmerzende Muskeln (Myalgie)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Sumatriptan eingesetzt?

Sumatriptan gehört zur Gruppe der Triptane, auch 5-HT1-Rezeptor-Agonisten genannt, und zählt zu den Migränemitteln. Es wird zur akuten Behandlung von Migräneanfällen mit und ohne Aura eingenommen [1, 2]. Zur Vorbeugung von Migräneattacken ist Sumatriptan nicht bestimmt [1, 2]. Bevor es verschrieben wird, untersucht die Ärztin oder der Arzt, ob die Kopfschmerzen durch Migräne und nicht durch andere Erkrankungen verursacht werden [1].

Grundsätzlich ist Sumatriptan verschreibungspflichtig [2, 5]. Ohne Rezept gibt es in der Apotheke nur feste Arzneiformen zum Einnehmen (z. B. Tabletten) mit 50 mg je Einheit in Packungen mit höchstens 100 mg, und zwar zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräne, nachdem eine Ärztin oder ein Arzt die Migräne zum ersten Mal festgestellt hat [4, 5]. Laut Embryotox kann Sumatriptan außer als Tablette auch als Nasenspray und als Spritze unter die Haut angewendet werden [3].

Wie wirkt Sumatriptan?

Migränebeschwerden können durch eine vorübergehende Erweiterung der Blutgefäße im Kopf entstehen. Man nimmt an, dass Sumatriptan diese Erweiterung vermindert; das hilft dabei, dass die Kopfschmerzen vergehen und Begleitbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit gelindert werden [1].

Genauer beschreibt es die Fachinformation: Sumatriptan regt gezielt bestimmte Andockstellen für den Botenstoff Serotonin an, die 5-HT1-Rezeptoren. Eine Untergruppe davon, der 5-HT1D-Rezeptor an den Blutgefäßen, wurde überwiegend in den Blutgefäßen des Kopfes gefunden und bewirkt dort, dass sich die Gefäße verengen. Tierversuche deuten außerdem darauf hin, dass Sumatriptan die Aktivität des Trigeminus-Nervs hemmt. Beide Mechanismen tragen wahrscheinlich zur Wirkung beim Menschen bei. Nach dem Einnehmen stellt sich die Wirkung nach ungefähr 30 Minuten ein [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [2, 4]. Einige Beschwerden können auch durch die Migräne selbst verursacht sein, etwa Übelkeit, Erbrechen oder Sehstörungen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Häufig sind Schmerzen, Schwere-, Druck- oder Engegefühl in Brust, Hals oder anderen Körperteilen sowie ungewöhnliche Empfindungen wie Taubheitsgefühl, Kribbeln, Hitze- oder Kältegefühl. Sie können intensiv sein, gehen aber im Allgemeinen schnell vorüber [1, 2]. Laut Fachinformation sind auch Müdigkeit und Schwächegefühl überwiegend gering bis mittelgradig ausgeprägt und vorübergehend [2].

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Allgemeine BeschwerdenSchmerzen, Druck- oder Engegefühl, Hitze- oder Kältegefühl in der Brust, im Hals oder in anderen Körperteilen; die Beschwerden können intensiv sein, gehen aber im Allgemeinen schnell vorüber[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSchweregefühl, auch in Brust und Hals[1, 2]
  • NervensystemUngewöhnliche Empfindungen wie Taubheitsgefühl oder Kribbeln (Parästhesie, Hypästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • Magen und DarmÜbelkeit oder Erbrechen, sie können auch durch die Migräneattacke selbst ausgelöst sein[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechen
  • NervensystemSchläfrigkeit oder Benommenheit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit, sich schwach fühlen[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
  • NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • Gefäße und KreislaufHitzewallungen oder Gesichtsrötung[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
  • Gefäße und KreislaufVorübergehender Blutdruckanstieg kurz nach der Einnahme[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
  • AtemwegeKurzatmigkeit[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSchmerzende Muskeln (Myalgie)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeit) vom Hautausschlag bis zur schweren allergischen Reaktion: Hautausschlag, Nesselsucht, pfeifende Atemgeräusche, geschwollene Augenlider, Gesicht oder Lippen, Kreislaufzusammenbruch[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagNesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
  • NervensystemKrampfanfälle (epileptische Anfälle)[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemZittern, Muskelkrämpfe (Dystonie)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
  • NervensystemGesichtsfeldausfälle (Skotom), Augenzittern (Nystagmus)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AugenSehstörungen wie Augenflimmern, verminderte Sehschärfe, Doppeltsehen, Sehverlust und in einigen Fällen bleibender Sehverlust; Sehstörungen können auch durch die Migräneattacke selbst entstehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzHerzbeschwerden mit schnellerem, langsamerem oder unregelmäßigem Herzschlag, Herzklopfen (Palpitationen), vorübergehende Zeichen einer Minderdurchblutung des Herzens im EKG, Brustschmerzen (Angina pectoris), Verkrampfung der Herzkranzgefäße oder Herzinfarkt[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenVerlangsamter HerzschlagHerzrhythmusstörungen
  • Gefäße und KreislaufBlasse, bläulich verfärbte Haut und/oder Schmerzen in Fingern, Zehen, Ohren, Nase oder Kiefer bei Kälte oder Stress (Raynaud-Syndrom)[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufOhnmachtsgefühl durch Blutdruckabfall[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
  • Magen und DarmSchmerzen im linken Unterbauch und blutiger Durchfall (ischämische Kolitis)[1, 2]Mehr dazu: DurchfallBauchschmerzen
  • Magen und DarmDurchfall[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
  • Magen und DarmSchluckbeschwerden (Dysphagie)[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSteifer Nacken[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
  • PsycheAngst, Unruhe[1, 2]Mehr dazu: AngstUnruhe und Nervosität
  • HautÜbermäßiges Schwitzen[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Allgemeine BeschwerdenSchmerzen oder stärkere Schmerzen an der Stelle einer kürzlichen Verletzung oder einer Entzündung (etwa bei Rheuma oder einer Dickdarmentzündung)[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

In sehr seltenen Fällen sind nach der Einnahme von Sumatriptan schwerwiegende Herzprobleme aufgetreten, ohne dass es vorher Anzeichen für eine Herzerkrankung gab [1, 2]. Laut Fachinformation sollten bei Beschwerden, die auf eine Durchblutungsstörung des Herzens hindeuten können, keine weiteren Dosen eingenommen und eine Untersuchung durchgeführt werden [2]. Notrufnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Ende dreißig sitzt ruhig in einem Sessel am Fenster, hält eine Tasse Tee in beiden Händen und atmet entspannt
Bild: KI-generiert

Druck- und Engegefühl in der Brust: Diese Beschwerden sind häufig und gehen im Allgemeinen schnell vorüber. Halten sie an oder werden sie schlimmer, besonders Brustschmerzen, suchen Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf [1].

Müdigkeit und Schwindel: Sowohl der Migräneanfall als auch Sumatriptan können müde machen. Sind Sie davon betroffen, fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen [1, 2]. Weitere Informationen bieten die Seiten Müdigkeit und Schwindel.

Übelkeit: Übelkeit und Erbrechen sind häufig, können aber auch vom Migräneanfall selbst kommen [1, 2]. Mehr dazu unter Übelkeit und Erbrechen.

Kopfschmerzen werden häufiger: Eine zu häufige Einnahme kann die Kopfschmerzen verschlimmern. Laut Fachinformation sollte an einen durch Medikamente ausgelösten Kopfschmerz gedacht werden, wenn trotz oder wegen der regelmäßigen Einnahme von Kopfschmerzmitteln häufig oder täglich Kopfschmerzen auftreten [1, 2]. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr dazu auf der Seite Kopfschmerzen.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, auch über pflanzliche und rezeptfreie Mittel [1]. Andere Migränemittel mit Ergotamin oder einem weiteren Triptan dürfen Sie nicht gleichzeitig mit Sumatriptan anwenden; die Packungsbeilage nennt dafür Mindestabstände [1, 2]. Antidepressiva aus den Gruppen der SSRI oder SNRI können zusammen mit Sumatriptan ein Serotonin-Syndrom auslösen [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Sumatriptan
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Ergotamin oder ähnliche Migränemittel wie MethysergidLaut Fachinformation theoretisch Risiko einer Verkrampfung der Herzkranzgefäße[1, 2]Nicht gleichzeitig anwenden; diese Mittel mindestens 24 Stunden vor Sumatriptan absetzen und nach Sumatriptan mindestens 6 Stunden lang nicht einnehmen
Andere Triptane wie Naratriptan, Rizatriptan oder ZolmitriptanLaut Fachinformation theoretisch Risiko einer Verkrampfung der Herzkranzgefäße[1, 2]Nicht gleichzeitig anwenden; mindestens 24 Stunden Abstand vor und nach Sumatriptan
Antidepressiva aus den Gruppen der SSRI oder SNRIEin Serotonin-Syndrom ist möglich[1, 2]Vorher Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren; bei Anzeichen sofort Ärztin oder Arzt informieren
MAO-Hemmer (z. B. Moclobemid, Selegilin)Wechselwirkungen möglich[1, 2]Kombination nicht erlaubt; Sumatriptan nicht innerhalb von 2 Wochen nach einem MAO-Hemmer
Johanniskraut (pflanzliche Zubereitungen)Nebenwirkungen können eher auftreten[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Sumatriptan nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Sumatriptan darf unter anderem bei Herzerkrankungen, nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei Durchblutungsstörungen der Beine und bei hohem Blutdruck nicht eingenommen werden [1, 2]. Rauchen Sie stark oder nutzen Sie eine Nikotinersatztherapie (besonders als Mann über 40 Jahre oder als Frau in oder nach den Wechseljahren), informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, damit Ihre Herzfunktion vorher überprüft werden kann [1, 2]. Wie Bluthochdruck behandelt wird, erklärt die Seite Bluthochdruck.

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Sumatriptan oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Herzprobleme wie Verengung der Herzkranzgefäße (ischämische Herzkrankheit), Brustschmerzen (Angina pectoris) oder ein früherer Herzinfarkt; laut Fachinformation auch Verkrampfungen der Herzkranzgefäße (Prinzmetal-Angina)[1, 2]
  • Durchblutungsstörungen in den Beinen mit krampfartigen Schmerzen beim Gehen (periphere Gefäßerkrankung)[1, 2]
  • Früherer Schlaganfall oder vorübergehende Minderdurchblutung im Gehirn (transitorische ischämische Attacke)[1, 2]
  • Hoher Blutdruck; laut Fachinformation mittelschwerer bis schwerer oder nicht eingestellter leichter Bluthochdruck[1, 2]
  • Schwere Lebererkrankung[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme anderer Migränemittel mit Ergotamin oder ähnlichen Wirkstoffen wie Methysergid oder eines anderen Triptans[1, 2]
  • Einnahme von MAO-Hemmern (z. B. Moclobemid gegen Depressionen oder Selegilin gegen die Parkinson-Krankheit) oder Einnahme innerhalb der letzten 2 Wochen[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Kopfschmerzen, die noch nicht ärztlich als Migräne erkannt sind: Vor der Verschreibung bzw. vor der ersten Einnahme muss eine Ärztin oder ein Arzt festgestellt haben, dass es sich um Migräne handelt[1, 2, 4]
  • Starkes Rauchen oder Nikotinersatztherapie, besonders bei Männern über 40 Jahren und Frauen in oder nach den Wechseljahren: möglicherweise erhöhtes Risiko für eine Herzerkrankung, die Herzfunktion vorher überprüfen lassen. In sehr seltenen Fällen traten nach der Einnahme schwerwiegende Herzprobleme auf, ohne dass es vorher Anzeichen gab[1, 2]
  • Migräne mit halbseitiger Lähmung, Lähmung der Augenmuskeln oder Zeichen einer Minderdurchblutung des Hirnstamms (etwa Schwindel, Doppeltsehen, undeutliche Sprache): Sumatriptan sollte bei diesen Formen nicht angewendet werden[1, 2]
  • Leichter, gut eingestellter Bluthochdruck: Bei einem kleinen Teil der Behandelten stieg der Blutdruck vorübergehend an[1, 2]
  • Krampfanfälle in der Vorgeschichte oder Risikofaktoren dafür, etwa eine Kopfverletzung oder Alkoholabhängigkeit[1, 2]
  • Leber- oder Nierenerkrankung[1, 2]
  • Allergie gegen Antibiotika aus der Gruppe der Sulfonamide: Eine Allergie gegen Sumatriptan ist möglich[1, 2]
  • Häufige Einnahme: Eine zu häufige Einnahme kann die Kopfschmerzen verschlimmern[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Menschen über 65 Jahre: Einnahme nicht empfohlen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Laut Embryotox ist der Einsatz von Sumatriptan zur Behandlung der akuten Migräneattacke während der gesamten Schwangerschaft akzeptabel; aus der Gruppe der Triptane ist es danach das Mittel der Wahl [3]. Was Packungsbeilagen, Fachinformation und Embryotox im Einzelnen sagen, auch zu rezeptfreien Tabletten und zur Stillpause, lesen Sie auf der Seite Sumatriptan in der Schwangerschaft, Allgemeines zur Stillzeit im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

Zur Sicherheit von Sumatriptan bei Schwangeren gibt es bisher nur begrenzte Informationen, aber keinen Anhalt für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, ob Sie Sumatriptan in der Schwangerschaft einnehmen sollten. Laut Fachinformation liegen Daten von über 1.000 Frauen aus den ersten drei Schwangerschaftsmonaten vor; sie reichen für gesicherte Schlussfolgerungen nicht aus, weisen aber nicht auf ein erhöhtes Risiko angeborener Fehlbildungen hin. Die Erfahrungen im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel sind begrenzt. Das Mittel sollte nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen für die Mutter ein mögliches Risiko für das Kind überwiegt.[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit Sumatriptan in der Schwangerschaft mit "sehr hoch" an und ordnet es der Ampelfarbe grau zu (Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt). Laut Embryotox wurden in sechs Studien mehr als 3.500 Schwangerschaften mit Sumatriptan im ersten Drittel ausgewertet; ein insgesamt erhöhtes Fehlbildungsrisiko wurde nicht beobachtet. Die Behandlung einer akuten Migräneattacke mit Sumatriptan ist laut Embryotox während der gesamten Schwangerschaft akzeptabel; aus der Gruppe der Triptane ist Sumatriptan in der Schwangerschaft das Mittel der Wahl. Aus der Gruppe der Triptane nennt Embryotox keine besser geeignete Alternative; als besser geeignet nennt es Ibuprofen, das wegen des Risikos eines vorzeitigen Verschlusses des Ductus arteriosus beim Kind nur bis zur 28. Schwangerschaftswoche eingenommen werden darf, und bei individuell gegebener Wirksamkeit auch Paracetamol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Stillen Sie Ihr Kind 12 Stunden lang nach der Einnahme nicht; in dieser Zeit abgepumpte Milch verwerfen. Einige stillende Frauen berichten über Schmerzen in Brust oder Brustwarzen, die in der Regel vorübergehend sind und innerhalb von 3 bis 12 Stunden verschwinden.[1, 2]

Laut Embryotox wurde bisher nicht über unerwünschte Wirkungen bei gestillten Kindern berichtet; bei den üblichen Einzeldosen sind sie laut Embryotox auch nicht zu erwarten. Bei stillenden Frauen selbst gibt es laut Embryotox Berichte über Schmerzen der Brust und Brustwarzen und über eine verringerte Milchproduktion nach Anwendung von Triptanen. Zu den Schmerzmitteln der Wahl in der Stillzeit gehören laut Embryotox Ibuprofen und Paracetamol; wirken sie nicht ausreichend, kann auch Sumatriptan gegen akute Migräneattacken eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Laut Fachinformation gibt es keine Hinweise auf Wechselwirkungen mit Alkohol.[2]

Autofahren und Maschinen

Sowohl der Migräneanfall als auch Sumatriptan können müde machen. Sind Sie davon betroffen, fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Erst einnehmen, wenn der Migränekopfschmerz begonnen hat, nicht zur Vorbeugung. Am besten, sobald der Kopfschmerz beginnt; die Einnahme ist aber auch später während der Attacke möglich. Die Filmtabletten unzerkaut mit Wasser schlucken; die Filmtablette mit 50 mg kann in gleiche Dosen geteilt werden.[1, 2]

Wirkt die erste Filmtablette nicht, für dieselbe Attacke keine zweite Filmtablette und auch keine andere Darreichungsform von Sumatriptan nehmen; bei fehlender Linderung Ärztin, Arzt oder Apotheke fragen.[1, 2]

Höchstmenge in der Selbstmedikation

Rezeptfreie Packungen (Sumatriptan-ratiopharm bei Migräne) enthalten 2 Filmtabletten zu 50 mg und sind zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräne zugelassen, nachdem eine Ärztin oder ein Arzt die Migräne festgestellt hat. Übliche Dosis für Erwachsene von 18 bis 65 Jahren ist 1 Filmtablette; einige können 2 Filmtabletten (100 mg) benötigen. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und Menschen über 65 Jahre wird die Einnahme nicht empfohlen. Kehren abgeklungene Beschwerden zurück, ist eine weitere Einnahme frühestens nach 2 Stunden möglich; innerhalb von 24 Stunden nicht mehr als 300 mg Sumatriptan.[4, 5]

Fühlen Sie sich nicht besser oder gar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[4]

Absetzen

Eine zu häufige Einnahme von Kopfschmerzmitteln kann die Kopfschmerzen verschlimmern. Trifft das zu oder vermuten Sie es, holen Sie ärztlichen Rat ein; die Ärztin oder der Arzt empfiehlt möglicherweise, Sumatriptan abzusetzen.[1, 2]

Überdosierung

Zu viel Sumatriptan kann krank machen. Haben Sie innerhalb von 24 Stunden mehr als 300 mg eingenommen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat.[1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilagen der verschreibungspflichtigen und der rezeptfreien Filmtabletten mit 50 mg nennen dieselbe übliche Dosis, eine Höchstmenge innerhalb von 24 Stunden und den Mindestabstand zwischen zwei Einnahmen [1, 4]. Bei verordnetem Sumatriptan gilt die Dosis, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt festgelegt hat; in der Selbstmedikation gilt die Packungsbeilage Ihres Präparats [1, 4].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Sumatriptan erst ein, wenn der Migränekopfschmerz begonnen hat. Am besten nehmen Sie es, sobald Sie den Beginn bemerken; die Einnahme ist aber auch später während der Attacke möglich. Schlucken Sie die Filmtabletten unzerkaut mit Wasser [1]. Laut Fachinformation ist das Mittel auch bei späterer Einnahme während des Anfalls gleichermaßen wirksam [2]. Wirkt die erste Tablette nicht, nehmen Sie für dieselbe Attacke keine zweite und auch keine andere Darreichungsform von Sumatriptan; fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].

Sumatriptan wird nur bei Bedarf eingenommen. Bemerken Sie, dass Sie es häufig brauchen oder die Kopfschmerzen zunehmen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Fühlen Sie sich in der Selbstmedikation nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich ebenfalls an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [4]. Was bei einer zu hohen Einnahme zu tun ist, steht in der Karte oben.

Präparate mit Sumatriptan

Sumatriptan gibt es von mehreren Anbietern als Filmtabletten mit 50 oder 100 mg. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Sumatriptan-ratiopharm 50 mg Filmtabletten; ergänzend wurde die Packungsbeilage der rezeptfreien Packung Sumatriptan-ratiopharm bei Migräne ausgewertet [1, 2, 4].

Präparate mit Sumatriptan
PräparatAnbieterHinweis
Imigran
Sumatriptan AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 100 mg
Sumatriptan-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 50 oder 100 mg; Grundlage dieser Seite
Sumatriptan-ratiopharm bei Migräneratiopharm GmbHapothekenpflichtig; Packung mit 2 Filmtabletten zu 50 mg

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sumatriptan-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Sumatriptan-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Sumatriptan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 17.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sumatriptan-ratiopharm bei Migräne 50 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
  5. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Sumatriptan. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Gibt es Sumatriptan ohne Rezept?

Ja, aber nur eingeschränkt. Laut Arzneimittelverschreibungsverordnung ist Sumatriptan in festen Arzneiformen zum Einnehmen (z. B. Tabletten) mit 50 mg je Einheit nicht verschreibungspflichtig, wenn es zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräneanfällen mit und ohne Aura nach der ersten Feststellung der Migräne durch eine Ärztin oder einen Arzt dient; eine Packung darf höchstens 100 mg enthalten. Solche Packungen gibt es in der Apotheke. Alle anderen Packungen und Darreichungsformen sind verschreibungspflichtig.

Wie viel Sumatriptan darf ich höchstens nehmen?

Für die rezeptfreie Packung nennt die Packungsbeilage als übliche Dosis für Erwachsene von 18 bis 65 Jahren 1 Filmtablette mit 50 mg; einige können 100 mg benötigen. Kehren abgeklungene Beschwerden zurück, ist innerhalb der nächsten 24 Stunden eine weitere Einnahme im Abstand von mindestens 2 Stunden möglich; nehmen Sie nicht mehr als 300 mg Sumatriptan innerhalb von 24 Stunden ein. Wirkt die erste Filmtablette nicht, nehmen Sie für dieselbe Attacke keine zweite. Bei verschriebenem Sumatriptan legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage".

Ist das Engegefühl in der Brust nach Sumatriptan gefährlich?

Schmerzen, Druck- oder Engegefühl in Brust oder Hals sind häufig und können intensiv sein, gehen aber im Allgemeinen schnell vorüber. Halten sie an oder werden sie schlimmer, suchen Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf: Bei sehr wenigen Menschen können diese Beschwerden durch einen Herzinfarkt verursacht sein.

Macht Sumatriptan müde?

Müdigkeit, Schläfrigkeit und Benommenheit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen; auch der Migräneanfall selbst kann müde machen. Sind Sie davon betroffen, fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen.

Darf ich Sumatriptan zusammen mit Antidepressiva nehmen?

Zusammen mit Antidepressiva aus den Gruppen der SSRI oder SNRI kann ein Serotonin-Syndrom auftreten, etwa mit Unruhe, Verwirrtheit, Schwitzen, Zittern und schnellem Herzschlag. Informieren Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; bemerken Sie solche Anzeichen, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. MAO-Hemmer dürfen Sie nicht gleichzeitig und nicht in den 2 Wochen davor eingenommen haben.

Darf ich Sumatriptan in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?

Laut Packungsbeilage gibt es nur begrenzte Informationen, aber keinen Anhalt für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, ob Sie Sumatriptan einnehmen sollten. Das Beratungszentrum Embryotox hält die Behandlung einer akuten Migräneattacke mit Sumatriptan während der gesamten Schwangerschaft für akzeptabel. Laut Packungsbeilage stillen Sie Ihr Kind nach der Einnahme 12 Stunden lang nicht.

Kann Sumatriptan Kopfschmerzen verschlimmern?

Ja. Eine zu häufige Einnahme von Kopfschmerzmitteln einschließlich Sumatriptan kann die Kopfschmerzen verschlimmern. Trifft das auf Sie zu, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; möglicherweise wird Ihnen empfohlen, Sumatriptan abzusetzen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

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