MedikamenteDetailfrage
Sumatriptan in der Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage gibt es bisher nur begrenzte Informationen zur Sicherheit von Sumatriptan bei Schwangeren, aber keinen Anhalt für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; ob Sie es in der Schwangerschaft einnehmen sollten, bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen, bei verordneten wie bei rezeptfreien Tabletten. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an und hält den Einsatz zur Behandlung der akuten Migräneattacke während der gesamten Schwangerschaft für akzeptabel. Sind Sie unter der Einnahme schwanger geworden, gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Laut Packungsbeilage gibt es bisher nur begrenzte Informationen zur Sicherheit von Sumatriptan bei schwangeren Frauen, auch wenn es keinen Anhalt für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko gibt. Ob Sie Sumatriptan in der Schwangerschaft einnehmen sollten, bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen [1]. Die Packungsbeilage der rezeptfreien Tabletten sagt dazu dasselbe [4]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an und hält den Einsatz zur Behandlung der akuten Migräneattacke während der gesamten Schwangerschaft für akzeptabel [3].
Sind Sie unter der Einnahme schwanger geworden, ergeben sich laut Embryotox aus der Anwendung keine Konsequenzen [3]. Wie Sumatriptan wirkt und welche Nebenwirkungen es hat, steht auf der Wirkstoffseite.
Was Packungsbeilage und Fachinformation sagen
Sumatriptan gehört zu den Triptanen und wird zur akuten Behandlung von Migräneanfällen mit und ohne Aura eingenommen, nicht zur Vorbeugung [1, 2]. Grundsätzlich ist es verschreibungspflichtig. Rezeptfrei in der Apotheke gibt es nur Tabletten und andere feste Formen zum Einnehmen mit 50 mg je Einheit in Packungen mit höchstens 100 mg, zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräne, nachdem eine Ärztin oder ein Arzt die Migräne zum ersten Mal festgestellt hat [4, 5]. Außer als Tablette kann Sumatriptan laut Embryotox auch als Nasenspray und unter die Haut angewendet werden [3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilagen und Fachinformationen von Sumatriptan-ratiopharm Filmtabletten (verschreibungspflichtig) und Sumatriptan-ratiopharm bei Migräne (apothekenpflichtig), alle mit Stand Juli 2025 [1, 2, 4, 11].
Verordnetes Sumatriptan
Packungsbeilage: Wenn Sie schwanger sind oder stillen, vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Zur Sicherheit von Sumatriptan bei Schwangeren gibt es bisher nur begrenzte Informationen, aber keinen Anhalt für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, ob Sie Sumatriptan während der Schwangerschaft einnehmen sollten oder nicht [1].
Fachinformation: Seit der Markteinführung liegen Daten zur Anwendung in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten von über 1.000 Frauen vor. Sie reichen nicht aus, um gesicherte Schlussfolgerungen zu ziehen, weisen aber nicht auf ein erhöhtes Risiko angeborener Fehlbildungen hin. Die Erfahrungen im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel sind begrenzt. Tierversuche ergaben keinen Hinweis auf direkte fehlbildende (teratogene) oder schädigende Wirkungen auf die Entwicklung rund um die Geburt und danach. Beim Kaninchen ist jedoch möglicherweise die Lebensfähigkeit von Embryo und Fötus beeinträchtigt; in Studien trat dort ein Absterben von Embryonen ohne deutlichen Hinweis auf Fehlbildungen auf. Sumatriptan sollte bei Schwangeren nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen für die Mutter ein mögliches Risiko für das Kind überwiegt [2].
Rezeptfreie Tabletten
Die Packungsbeilage der rezeptfreien Tabletten hat zu Schwangerschaft und Stillzeit denselben Wortlaut: begrenzte Informationen, kein Anhalt für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko, und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, ob Sie die Tabletten in der Schwangerschaft einnehmen sollten. Vor der Einnahme fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [4]. Die zugehörige Fachinformation enthält dieselben Angaben wie die der verschreibungspflichtigen Tabletten [11].
Bevor Sie die rezeptfreien Tabletten einnehmen, muss laut Packungsbeilage eine Ärztin oder ein Arzt festgestellt haben, dass Ihre Kopfschmerzen durch Migräne und nicht durch andere Erkrankungen verursacht werden [4]. Wie viel Sie je Anfall einnehmen dürfen, steht auf der Seite Sumatriptan unter Dosierung laut Packungsbeilage.
| Quelle | Schwangerschaft | Stillzeit |
|---|---|---|
| Packungsbeilage, verordnete und rezeptfreie Tabletten | Begrenzte Informationen, kein Anhalt für erhöhtes Fehlbildungsrisiko; die Ärztin oder der Arzt bespricht die Einnahme [1, 4] | 12 Stunden nach der Einnahme nicht stillen, Milch aus dieser Zeit verwerfen [1, 4] |
| Fachinformation | Über 1.000 Frauen im ersten Drittel: für gesicherte Schlussfolgerungen nicht ausreichend, kein Hinweis auf erhöhtes Fehlbildungsrisiko; Anwendung sollte nur bei überwiegendem Nutzen für die Mutter erfolgen [2, 11] | Relative Säuglingsdosis unter 4 %; Belastung des Kindes durch 12 Stunden Stillpause verringerbar [2, 11] |
| Embryotox | Erfahrungsumfang sehr hoch; Ampelfarbe grau; akzeptabel in der gesamten Schwangerschaft [3] | Bisher keine Berichte über unerwünschte Wirkungen bei gestillten Kindern; Empfehlung im Abschnitt Stillzeit [3] |
Einschätzung von Embryotox

Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Seine Kenntnisse zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft beruhen nach eigener Angabe größtenteils auf der Auswertung klinischer Erfahrungen [3].
Erfahrungsumfang: Embryotox gibt ihn für Sumatriptan mit "sehr hoch" an [3]. Das bedeutet nach der Erläuterung von Embryotox: mehr als 2.000 systematisch ausgewertete Schwangerschaften. Die Angabe bezieht sich auf Schwangerschaften, in denen das Mittel im ersten Schwangerschaftsdrittel angewendet wurde [13].
Erstes Schwangerschaftsdrittel: Für die gesamte Gruppe der Triptane wurden laut Embryotox mehr als 5.000 Schwangerschaftsverläufe in verschiedenen Studien und im Register eines Herstellers ausgewertet, davon über 3.500 aus sechs Studien zu Sumatriptan. Weder für die Gruppe noch für Sumatriptan wurde ein erhöhtes Gesamtrisiko für Fehlbildungen beobachtet. Auch deuten die bisherigen Ergebnisse nicht auf ein relevant erhöhtes Risiko für Fehlgeburten (Spontanaborte) nach einer Einnahme von Triptanen hin [3].
Zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel, Zeit um die Geburt: Hier sind die Erfahrungen laut Embryotox geringer. Sie beziehen sich auf knapp 3.500 beobachtete Schwangerschaften mit Triptanen, davon etwa 1.800 mit Sumatriptan. Die Daten reichen nicht aus, um bestimmte Risiken einzeln zu bewerten. Insgesamt scheint die Anwendung von Sumatriptan laut Embryotox aber weder mit einem relevant erhöhten Risiko einer Schädigung des ungeborenen Kindes (fetotoxisches Risiko) verbunden zu sein, noch scheint das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen erhöht zu sein [3].
Empfehlung: Für die Planung einer Behandlung und für die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung schreibt Embryotox: Der Einsatz von Sumatriptan zur Behandlung der akuten Migräneattacke ist während der gesamten Schwangerschaft akzeptabel. Aus der Gruppe der Triptane ist Sumatriptan in der Schwangerschaft das Mittel der Wahl. Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox: keine [3].
Ampel: Embryotox kennzeichnet Sumatriptan mit der Ampelfarbe "grau" und beschreibt es als Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt [3]. Bei grau gekennzeichneten Mitteln haben laut Erläuterung von Embryotox mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes Risiko für Embryo oder Fötus erkennen lassen; vor dem Gebrauch in der Schwangerschaft ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung unbedingt erforderlich. Die Ampel ersetzt nie die ausführlicheren Informationen im Text und darf nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage benutzt werden [12].
Andere Mittel: Unter "Besser geeignete Alternativen" nennt Embryotox keine aus der Gruppe der Triptane. Genannt wird Ibuprofen, das wegen des Risikos eines vorzeitigen Verschlusses eines Blutgefäßes am Herzen des Kindes (Ductus arteriosus Botalli) nur bis höchstens zur 28. Schwangerschaftswoche eingenommen werden darf, und bei individuell gegebener Wirksamkeit auch Paracetamol [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was Packungsbeilage und Embryotox zu Paracetamol sagen, steht auf der Seite Paracetamol in der Schwangerschaft.
Migräne in der Schwangerschaft
Eine Migräne kann sich laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Zeit von selbst bessern; bei vielen Frauen bleiben die Anfälle während einer Schwangerschaft aus [16]. Viele Menschen mit Migräne lindern einen Anfall zunächst mit dem, was ihnen aus Erfahrung guttut, etwa Hinlegen in einem ruhigen, dunklen Raum oder einer kühlenden Auflage auf der schmerzenden Kopfseite. Bevor man sich mit Medikamenten selbst behandelt, sollte laut IQWiG ärztlich abgeklärt sein, dass es sich bei den Kopfschmerzanfällen tatsächlich um eine Migräne handelt [16].
Stillzeit
Packungsbeilage: Stillen Sie Ihr Kind 12 Stunden lang nicht, nachdem Sie Sumatriptan eingenommen haben. Milch, die Sie in dieser Zeit abpumpen, verwerfen Sie und geben sie Ihrem Kind nicht. Einige stillende Frauen berichten nach der Anwendung über Schmerzen in der Brust oder an den Brustwarzen; sie sind in der Regel vorübergehend und verschwinden innerhalb von 3 bis 12 Stunden. Das gilt für die verordneten wie für die rezeptfreien Tabletten [1, 4].
Fachinformation: Sumatriptan geht in die Muttermilch über. Die durchschnittliche relative Säuglingsdosis nach einer Einzeldosis liegt unter 4 %. Die Belastung des Säuglings kann laut Fachinformation verringert werden, indem 12 Stunden nach der Behandlung nicht gestillt und die abgepumpte Milch verworfen wird [2, 11].
Embryotox: Die Erfahrungen beruhen auf Messungen in der Muttermilch bei 13 Stillenden. Die relative Dosis gibt Embryotox mit 3,5 % nach Anwendung unter die Haut und höchstens 0,6 % nach Einnahme an [3]. Gemeint ist der Anteil an der auf das Körpergewicht bezogenen Tagesdosis der Mutter, den ein voll gestillter Säugling pro Kilogramm Körpergewicht in 24 Stunden mit der Milch erhält [14]. Veröffentlichte Erfahrungen zur Auswirkung auf gestillte Kinder gibt es laut Embryotox nicht. Über unerwünschte Wirkungen bei gestillten Kindern wurde bisher nicht berichtet; wegen der geringen relativen Dosis für das Kind und der geringen oralen Bioverfügbarkeit sind sie bei den üblichen Einzeldosen laut Embryotox auch nicht zu erwarten. Bei Stillenden selbst gibt es Berichte über Schmerzen der Brust und Brustwarzen und über eine verringerte Milchbildung nach Anwendung von Triptanen [3].
Empfehlung von Embryotox: Zu den Schmerzmitteln der Wahl in der Stillzeit gehören Ibuprofen und Paracetamol. Wirken sie nicht ausreichend, kann auch Sumatriptan zur Behandlung akuter Migräneattacken eingesetzt werden [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Stillende Mütter berät Embryotox aus Kapazitätsgründen nicht selbst. Embryotox bittet Stillende, sich an ihre Kinderärztin oder ihren Kinderarzt, ihre Gynäkologin oder ihren Gynäkologen, die Hebamme, eine Stillberaterin oder die Apotheke zu wenden [15]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Kinderwunsch und Fruchtbarkeit
Zur Fruchtbarkeit nennen die Fachinformationen Ergebnisse aus Tierversuchen: In einer Studie an Ratten wurde bei Dosierungen weit über der beim Menschen höchsten Dosierung eine verminderte Befruchtung beobachtet [2, 11]. Planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1, 4]. Die oben genannte Empfehlung von Embryotox gilt ausdrücklich auch für die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung [3]. Für Fragen zur Planung einer Schwangerschaft im Zusammenhang mit Medikamenten hat Embryotox einen eigenen Online-Fragebogen "Kinderwunsch" [15].
Was Sie tun können
Schwanger geworden unter Sumatriptan: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sagen Sie in der Praxis, dass Sie schwanger sind oder es vermuten, und wann und wie oft Sie Sumatriptan eingenommen haben. Laut Embryotox ergeben sich nach einer Anwendung in der Schwangerschaft keine Konsequenzen [3].
Rezeptfreie Tabletten: Sind Sie schwanger oder planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat; ob Sie Sumatriptan in der Schwangerschaft einnehmen sollten, bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen [4]. Fühlen Sie sich nach der Einnahme nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [4].
Häufige Einnahme: Eine zu häufige Einnahme kann die Kopfschmerzen verschlimmern. Trifft das auf Sie zu, informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1, 4]. Mehr dazu auf der Seite Kopfschmerzen.
Beratung durch Embryotox: Embryotox berät kostenlos und bittet bei einer konkreten Schwangerschaft um Einzelheiten einschließlich der verwendeten Medikamente [3]. Die Beratung erfolgt telefonisch; Embryotox bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über einen Online-Fragebogen zu schicken. Es gibt Fragebögen zum Kinderwunsch, zu einer bestehenden und zu einer zurückliegenden Schwangerschaft [15].
Fragen für das Gespräch in der Praxis:
- Kommt Sumatriptan für mich in der Schwangerschaft infrage, und für welche Anfälle?
- Was kann ich bei einem Anfall zuerst ohne Medikamente versuchen?
- Wie oft darf ich Sumatriptan in der Schwangerschaft einnehmen, und wann soll ich mich melden?
- Ich nehme weitere Arzneimittel, etwa gegen Depressionen: Passen sie zu Sumatriptan?
- Was gilt, wenn ich nach der Geburt stillen möchte?
Anfälle und Einnahme notieren: Ein Kopfschmerz- oder Migräne-Tagebuch kann laut IQWiG helfen, Auslösern auf die Spur zu kommen; darin hält man zum Beispiel fest, wie schwer und lang ein Anfall war und welche Medikamente man genommen hat [16]. Dafür eignet sich das Nebenwirkungs-Tagebuch. Die Angaben helfen auch beim Fragebogen von Embryotox, der um möglichst genaue Angaben bittet [15]. Allgemeines steht im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Bevor Sumatriptan verschrieben wird, untersucht die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage, ob die Kopfschmerzen durch Migräne und nicht durch andere Erkrankungen verursacht werden; vor der Einnahme der rezeptfreien Tabletten muss eine Ärztin oder ein Arzt das festgestellt haben [1, 4]. Bei Menschen, bei denen bisher keine Migräne festgestellt wurde, und bei Migräne mit untypischen Beschwerden sollten Ärztinnen und Ärzte laut Fachinformation vor der Behandlung andere ernste Erkrankungen des Nervensystems wie einen Schlaganfall ausschließen [2]. Welche Zeichen nach der Einnahme sofortige ärztliche Hilfe erfordern, steht im Kasten unten. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sumatriptan-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Sumatriptan-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Sumatriptan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sumatriptan-ratiopharm bei Migräne 50 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Sumatriptan. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Sumatriptan-ratiopharm bei Migräne 50 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Erläuterungen zur Ampel. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 14.11.2023 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Erfahrungsumfang. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Relative Dosis. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Beratung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 18.09.2026 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Migräne. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.07.2022 (aktualisiert). abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Darf man Sumatriptan in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage gibt es bisher nur begrenzte Informationen zur Sicherheit von Sumatriptan bei Schwangeren, auch wenn es keinen Anhalt für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko gibt. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, ob Sie Sumatriptan in der Schwangerschaft einnehmen sollten. Laut Fachinformation sollte es bei Schwangeren nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen für die Mutter ein mögliches Risiko für das Kind überwiegt. Embryotox hält den Einsatz zur Behandlung der akuten Migräneattacke während der gesamten Schwangerschaft für akzeptabel.
Was sagt Embryotox zu Sumatriptan?
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an, also mehr als 2.000 systematisch ausgewertete Schwangerschaften, und kennzeichnet Sumatriptan mit der Ampelfarbe grau: Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt. Aus der Gruppe der Triptane ist Sumatriptan laut Embryotox in der Schwangerschaft das Mittel der Wahl. Als besser geeignet nennt Embryotox Ibuprofen, das wegen des Risikos eines vorzeitigen Verschlusses eines Blutgefäßes am Herzen des Kindes nur bis zur 28. Schwangerschaftswoche eingenommen werden darf, und bei individuell gegebener Wirksamkeit auch Paracetamol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Ist Sumatriptan im 1. Trimester ein Risiko für mein Kind?
Laut Embryotox wurde in Studien mit über 3.500 Schwangerschaften, in denen Sumatriptan im ersten Drittel eingenommen wurde, kein erhöhtes Gesamtrisiko für Fehlbildungen beobachtet; die bisherigen Ergebnisse deuten auch nicht auf ein relevant erhöhtes Risiko für Fehlgeburten nach einer Einnahme von Triptanen hin. Die Fachinformation nennt Daten von über 1.000 Frauen aus den ersten drei Schwangerschaftsmonaten. Sie reichen danach nicht für gesicherte Schlussfolgerungen, weisen aber nicht auf ein erhöhtes Risiko angeborener Fehlbildungen hin.
Was gilt im 2. und 3. Trimester?
Die Erfahrungen im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel sind laut Fachinformation begrenzt. Embryotox nennt für diesen Zeitraum knapp 3.500 beobachtete Schwangerschaften mit Triptanen, davon etwa 1.800 mit Sumatriptan. Die Daten reichen danach nicht aus, um bestimmte Risiken einzeln zu bewerten; insgesamt scheint die Anwendung von Sumatriptan laut Embryotox aber weder mit einem relevant erhöhten Risiko einer Schädigung des ungeborenen Kindes (fetotoxisches Risiko) verbunden zu sein, noch scheint das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen erhöht zu sein.
Wie oft und wie viel Sumatriptan darf ich in der Schwangerschaft nehmen?
Eine eigene Dosierung oder Häufigkeit für Schwangere nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Ob und wie Sie Sumatriptan in der Schwangerschaft einnehmen, bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen. Eine zu häufige Einnahme kann laut Packungsbeilage die Kopfschmerzen verschlimmern; informieren Sie dann Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die allgemeinen Angaben der Packungsbeilage stehen auf der Seite Sumatriptan im Abschnitt zur Dosierung.
Darf ich rezeptfreies Sumatriptan in der Schwangerschaft nehmen?
Die Packungsbeilage der rezeptfreien Tabletten hat zu Schwangerschaft und Stillzeit denselben Wortlaut wie die der verordneten. Sind Sie schwanger, vermuten es oder planen eine Schwangerschaft, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat; ob Sie Sumatriptan in der Schwangerschaft einnehmen sollten, bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen. Rezeptfrei sind die Tabletten nur zur Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräne, nachdem eine Ärztin oder ein Arzt die Migräne festgestellt hat.
Darf ich Sumatriptan in der Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage stillen Sie Ihr Kind nach der Einnahme 12 Stunden lang nicht; Milch, die Sie in dieser Zeit abpumpen, verwerfen Sie. Laut Embryotox wurde bisher nicht über unerwünschte Wirkungen bei gestillten Kindern berichtet. Zu den Schmerzmitteln der Wahl in der Stillzeit gehören laut Embryotox Ibuprofen und Paracetamol; wirken sie nicht ausreichend, kann auch Sumatriptan gegen akute Migräneattacken eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Ich habe Sumatriptan genommen und bin schwanger. Was nun?
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sagen Sie in der Praxis, wann und wie oft Sie Sumatriptan eingenommen haben. Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox: keine. Embryotox berät außerdem kostenlos und bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über den Online-Fragebogen für eine bestehende Schwangerschaft zu schicken.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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